DE316482C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
- B64C—AEROPLANES; HELICOPTERS
- B64C3/00—Wings
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
- Tires In General (AREA)
Description
AUSGEGEBEN
AM 2. DEZEMBER 1919
KLASSE 77h. GRUPPE
Mit dem Bestreben, Flugzeuge von sehr großen Ausmessungen, sogenannte R.- (RieseiiT)
Flugzeuge, zu bauen, zeigte sich deutlich, daß die.beim Bau von normalen und G.-(Groß-)
Flugzeugen gesammelten Erfahrungen auf dieses Konstruktionsgebiet nicht ohne weiteres übertragen werden konnten.
Während die technische Entwickelung bisher immer, mehr zu einer Konzentration der
ίο .Massen führte, wurde der Konstrukteur von
R.-Flugzeugen vor die Notwendigkeit gestellt, wieder eine Verteilung· der Massen auf
große Grundflächen vorzunehmen, weil es bisher nicht möglich war, Tragsysteme zu bauen,
welche bei genügender Festigkeit gegen die außerordentlich gesteigerten Beanspruchungen
mit geringem Gewicht geeignet waren, eine große Massenänhäufung im Zentrum zu
tragen.
Mit der enormen Steigerung des Gewichts und der Nutzlast sowie der zu der Unterbringung
desselben erforderlichen Konstruktionen wurden immer größere Tragflächen
jund damit Steigerung der Spann-weiten nötig, die sich bei Innehaltung der
notwendigen Gewichtsgrenzen nur auf Kosten der Knickfestigkeit ausführen ließen.
■ Bisher war, es noch nicht gelungen, den
Tragsystemen der R.-Flugzeuge eine genügende Knickfestigkeit zu verleihen, ohne die
zulässigen Gewichtsgrenzen zu überschreiten.
"Die praktische. Folge davon war, daß die
Last verteilt wurde,, indem man z. B. die Motore,- seitwärts vom Führerstand ausladend,
einzeln auf den Tragflächen anordnete. .
Dies bedeutete aber nichts weiter als die Notwendigkeit, entweder auf den als wichtig
erkannten Bau von R.-Flugzeugen zu verzichten oder zu Verhältnissen zurückzukehren,
die in der Technik des Flugzeugbaus längst als unzweckmäßig erkannt waren.
Der Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Trag'systems, welches, ohne Nachteilen
der oben erwähnten Art unterworfen zu sein, auch bei R.-Flugzeugen allergrößter Bauart
und höchster Nutzlast eine Konzentration der Massen gestattet, wie sie in gleicher Vollkommenheit
bisher selbst bei kleinen Flugzeugen nicht erreicht werden konnte.
Die Mittel, mit denen die Erfindung arbeitet, bestehen in erster- Reihe darin, daß
die Gesamtsysteme in zwei verschiedenen Zwecken dienende Einzelsysteme geteilt werden.
Das eine dieser Einzelsysteme, welches in der Hauptsache die Beanspruchungen der
Last aufzunehmen hat, ist der in. der Querrichtung sich erstreckende, brückenträgerartig
starr ausgebildete Mittelteil.
Das zweite der Einzelsysteme umfaßt den Hauptteil der tragenden Organe. Es wird
verkörpert durch die Tragflächen, durch welche der Mittelteil verlängert wird.
Der Erfindung gemäß werden- nun in dem brückenträgerartig starr ausgebildeten, die
Propelleranlage und die Fahrgestelle tragenden Mittelteile die Hauptmassen des Flug-
zeuges und seiner Ausrüstung, nach der Mitte
'zusammengedrängt, in einer Zone angeordnet, nach welcher alle auf das Flugzeug einwirkenden
Kräfte, wie der Hauptholm des unteren Tragdecks, die beiden zugleich zur
Versteifung des Fahrgestelles dienenden Streben der mittleren Tragflächen, die seitlichen
Streben der Fahrgestelle usw. geradlinig zusammenlaufen.
ίο Der Mittelteil, der aus Gründen der Stabilität
einen Aufbau mit großer Breitenausdehnung" erfordert, wird in seinen durch die Massenkonzentration
gemäß der Erfindung nicht in Anspruch genommenen Teilen ebenfalls zu Tragflächen ausgenutzt.
In den von dem Massenzentrum ausladenden Teilen umfaßt der Mittelteil alle diejenigen
zum 'Betrieb erforderlichen Tei(le, die mehr oder weniger großes'. Gewicht bean-Sprüchen,
wie 'z.B.'die Propeller mit ihrer Lagerung, die Kraftübertragungseinrichtung,
das Fahrgestell.
Dieser Mittelteil, der mit seiner Ausrüstung
ein erhebliches Gewicht besitzt, muß nun so beschaffen sein, daß er beim Flug allen Beanspruchungen
durch Gewicht, Antriebskraft und Widerstand standhält, ebenso auch den
durch das Fahrgestell gehenden Beanspruchungen beim Anlauf und Landen. Allen diesen
Anforderungen wird der Mittelteil ohne weiteres gerecht, wenn er der Erfindung gemäß so
ausgebildet ist, daß alle auf das Flugzeug einwirkenden Kräfte nach der Zone des Mittelteiles
hin geradlinig zusammenlaufen, in der die Hauptmassen des Flugzeuges und seiner
Ausrüstung vereinigt sind.
Ein Flugzug gemäß der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht. Fig. 1 zeigt
das Flugzeug in Aufsicht, Fig. 2 in Vorderansicht, und Fig. 3 in Seitenansicht.
ι und 2 sind die Tragflächen, 3 der Steuerschwanz,
4 die Fahrgestelle. 5 sind Umkleidungen der Achse und Antriebsvorrichtungen der Propeller, die so ausgebildet sind,
daß sie dem Wind möglichst wenig Widerstand entgegensetzen. Der Mittelteil des
Flugzeuges ist brückenträgerartig starr ausgebildet. Zu ihm gehören die Streben .6
und 7, die die Tragflächen miteinander, verbinden, die ihrerseits durch Diagonalstreben
mit dem V-förmigen Mittelstück 8 verbunden sind. , Dieser brückenträgerartig starr
ausgebildete Mittelteil trägt die Propelleränlage, bestehend aus den Propellern 5, die
Motorenanlage 15, 16, die mittels der Wellen 17 die Propeller antreibt.
Auf dem Mittelteil wird noch die .Bewaffnung angeordnet, beispielsweise das Geschütz
20 auf dem Oberteil über den Trag-.
flächenholmen 19. Die Motoranlage befindet
sich innerhalb der Kabine 18, die zur Aufnähme der Bedienungsmannschaft, Steuerein-
; richtung usw. dient. Die Kabine läuft in einen Schwanz 21 aus, der beispielsweise
in die allseitig geschlossenen und nach hinten spitz auslaufenden Rümpfe 22 und 23 unter-,
j teilt ist. Wie ohne weiteres aus den Figuren j ersichtlich: ist, sind die Hauptmassen des
; .Flugzeuges und seiner Ausrüstung, in der,
Mitte zusammengedrängt, in einer Zone angeordnet, die den Konstruktionsmittelpunkt 9
umgibt. Nach dieser Zone laufen nun alle auf das Flugzeug einwirkenden Kräfte zusammen,
so der Hauptholm 12 der unteren Tragfläche, die beiden zugleich zur Versteifungdes
Fahrgestells dienenden Streben 14 der mittleren Tragflächenzellen, die seitlichen
Streben 10, 11 der Fahrgestelle usw.
Durch diese Anordnung gemäß der Erfindung wird es ermöglicht, große Motormassen,
d.h. aus mehreren großen Motoren oder sogar Gruppen von solchen zusammengesetzte
Aggregate, auf den praktisch engsten Raum in gedrängter Bauweise zusam- . menzurücken, anstatt, wie. sonst bei R.-Flugzeugen
üblich, die einzelnen Motoren auf die . Tragdecke zu verteilen.
Eine noch erhöhte Bedeutung erhält die Möglichkeit, die Massen im Zentrum des
Systems gemäß. der Erfindung anzuhäufen
für den Bau von R.-Flugzeugen allergrößter Bauart durch folgenden Umstand:
Bei dieser Art von Flugzeugen,' die z. B. außer einer Batterie von drei Maschinengewehren
und einem Schnellfeuergeschütz noch eine größere Menge "von Bomben schweren !Calibers, also eine sehr erhebliche Bewaffnungslast
zu tragen haben, kann . deren Hauptmasse, nämlich das Bombenmagazin, in der Nähe des Konstruktionszentrums untergebracht
werden, so daß neben den erwähnten Vorteilen noch der wesentlich in Betracht
kommt, daß selbst beim Massenabwurf von Bomben das Gleichgewicht nicht merkbar
gestört wird. .105
Beim Erfindungsgegenstand können überdies die gesamten Betriebseinrichtungen zusammen
mit dem Führerstand und Geschütztürmen im Mittelbau vereinigt und durch Umbau mit einer Kabine von vorteilhaft
tropfenförmiger Gestalt eingekapselt werden. Da der nach der Erfindung geschaffene, in
sich geschlossene Mittelteil ein selbständiges Konstruktionsorgan von überaus großer
Festigkeit ist, gestattet seine Anwendung auch den' wechselweisen Zusammenbau mit
Tragsystemen verschiedener Größe je nach den Anforderungen des besonderen Falles.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Großkampfflugzeug mit mehreren Motoren und Propellern, dadurch: gekenn-zeichnet, daß in dem brückenträgerartig starr ausgebildeten, die Propelleranlage und die Fahrgestelle trägenden Mittelteil die Hauptmassen des Flugzeuges und seiner Ausrüstung, nach der Mitte zusammengedrängt, in einer Zone angeordnet sind, nach welcher alle auf das Flugzeug einwirkenden Kräfte, wie der HauptHolm des unteren Tragdecks, die beiden zugleich zur Versteifung des Fahrgestells dienenden Streben der mittleren Tragflächenzellen, die seitlichen Streben der Fahrgestelle usw. geradlinig zusammenlaufen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE316482C true DE316482C (de) |
Family
ID=569184
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT316482D Active DE316482C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE316482C (de) |
-
0
- DE DENDAT316482D patent/DE316482C/de active Active
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