DE30676C - Verfahren zur Herstellung eines baumwollehaltigen Schiefspulvers - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines baumwollehaltigen SchiefspulversInfo
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. August 1884 ab.
Die kohlenstoffhaltige Substanz, die zum Schiefspulver verwendet wird, ist nicht, wie
bisher, Holzkohle, sondern Baumwolle, Holzfaser oder eine andere ähnliche vegetabilische
Faser, welche durch einen chemischen Procefs in ein feines Pulver verwandelt wird. Die
vegetabilische Faser wird, ob sie nun Baumwolle, Holzfaser oder eine andere vegetabilische
Faser ist, in lockerem Zustande in ein Gefäfs gebracht, durch welches ein Strom Chlorwasserstoffgas
hiiidurchgeleitet wird, so dafs dasselbe die Faser durchdringen kann. Nach einiger
Zeit findet man, dafs die Faser brüchig ist, so dafs man sie durch Reiben leicht in £in feines
Pulver verwandeln kann. Der Chlorwasserstoffgasstrom wird dann unterbrochen und statt
dessen ein Luftstrom hindurchgeleitet, der so lange fortgesetzt wird, bis das Gas vollständig
ausgetrieben ist.
Das Verfahren, nach welchem man bei der Fabrikation des Schiefspulvers vorgeht, ist
folgendes: Die Bestandteile des Schiefspulvers sind Schwefel, Salpeter und kohlensoff haltige
Substanz, die aus Fasern in der vorstehend beschriebenen Weise gewonnen wird. Die
Materialien sollen rein sein; die Gewichtsverhältnisse derselben verändern sich innerhalb gewisser
Grenzen, wie dies auch bei der Darstellung des Schiefspulvers gegenwärtig der Fall ist, um
das Pulver dem jeweiligen Zwecke anzupassen. Der Schwefel wird zum Gebrauch vorbereitet,
indem man ihn in Schwefelkohlenstoff löst. Die Lösung wird durch gelinde Erwärmung im
Wasserbade befördert und das Verdunsten des Schwefelkohlenstoffes wird dadurch verhindert,
dafs man denselben mit einer Schicht Wasser bedeckt. Die Lösung soll vollständig oder
nahezu gesättigt sein. Die gepulverte kohlenstoffhaltige Substanz und die Lösung des
Schwefels in Schwefelkohlenstoff werden dann in einem geschlossenen Gefäfs, das mit einer
mechanischen Rührvorrichtung versehen ist, innig mit einander vermengt. Wenn die
Mischung beendigt ist, so wird das Lösungsmittel durch gelinde Wärme verdampft oder
abdestillirt.
Der Schwefelkohlenstoffdampf wird condensirt, so dafs das Lösungsmittel nicht verloren
geht. Nachdem der Schwefelkohlenstoff verdampft worden ist, bleiben die kohlenstoffhaltige
Substanz und der Schwefel innig gemengt zurück und jedes Theilchen der ersteren Substanz ist mit Schwefel imprägnirt.
Der Salpeter wird durch Lösung in Wasser für den Gebrauch vorbereitet; die Lösung wird
der bereits, wie vorstehend beschrieben, mit Schwefel imprägnirten kohlenstoffhaltigen Substanz
zugesetzt, und das Ganze wird in einer mechanischen Rührvorrichtung gut vermischt.
Nach der Vermischung wird das Wasser durch Verdampfen entfernt und das Pulver auf gewöhnliche
Weise fertiggestellt, d. h. es kann in Kuchen oder Prismen zusammengedrückt, getrocknet, zerschlagen und gekörnt werden.
Die kohlenstoffhaltige Substanz kann, nachdem sie den Schwefel aufgenommen hat und
bevor der Salpeter zugesetzt wurde, ohne jede Gefahr gemahlen' werden.
Bei der Vorbereitung der Baumwolle oder der vegetabilischen Faser kann man auch flüssige
Salzsäure statt der gasförmigen anwenden, doch ist die Anwendung der letzteren, wie sie vorstehend
beschrieben wurde, vorzuziehen.
Obgleich die vorliegende Erfindung hauptsächlich bei der Schiefspulverfabrikation angewendet
werden soll, so ist sie doch auf die Fabrikation ähnlicher Compositionen anwendbar,
bei welchen der Salpeter durch Natronsalpeter oder ein ähnliches Salz ersetzt wird,
das der kohlenstoffhaltigen Substanz und dem Schwefel Sauerstoff zuführen kann.
Die präparirte Faser ist zwar insbesondere zur Vermengung mit Schwefel und Salpeter
bestimmt, kann aber auch dadurch explosiv gemacht werden, dafs man sie durch Salpetersäure
umwandelt, wie dies jezt bei der Fabrikation von Schiefswolle und Nitrocellulose
üblich ist.
Claims (1)
- Pa te nt-Anspruch:Bei der Fabrikation von Schiefspulver und anderen explosiven Gemengen die Anwendung von vorher mit Salzsäure behandelter Baumwolle und anderen vegetabilischen Fasern.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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