DE299680C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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- C01B21/082—Compounds containing nitrogen and non-metals and optionally metals
- C01B21/086—Compounds containing nitrogen and non-metals and optionally metals containing one or more sulfur atoms
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
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- Cleaning Or Drying Semiconductors (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
Bei der Herstellung von Nitrozellulose ist man bestrebt, die verwendete Nitriersäure
nach Möglichkeit aus dem Nitriergut zu entfernen und wiederzugewinnen. Dies geschieht
in der Regel durch Absaugen, Abpressen oder Schleudern. Man hat auch vorgeschlagen, die
Nitriersäure unmittelbar durch Wasser, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung einer
Schwefelsäureschicht, deren spezefisclies Gewicht nicht größer als das der Mischsäure'ist,
zu verdrängen, und man hat weiter empfohlen, nach erfolgtem Nitrieren und Abschleudern
der Nitriersäure, Schwefelsäure in die das Nitrierprodukt enthaltende umlaufende Trommel
einzuspritzen und schließlich die Schwefelsäure durch Einspritzen von Wasser in die
laufende Schleudertrommel zu verdrängen. Alle diese Verfahren haben den Nachteil, daß
sie nur einen ungenügenden Teil der Nitrier-.säure wiederzugewinnen gestatten, denn selbst
im günstigsten Falle beträgt der Verlust an Nitriersäure eine dem Gewicht der eingegebenen
Baumwolle gleiche Menge. Die Verdrängung der Nitriersäure durch in die umlaufende
Schleuder einzuspritzende -Schwefelsäure hat im Großbetriebe niemals Eingang
gefunden, da angestellte Versuche keine annehmbaren Resultate ergaben und außerdem
die Gefahr der Zersetzung der Schleuderbeschickung bei diesem Verfahren eher erhöht
als vermindert wurde.
In der britischen Patentschrift 16676/1906,
ist ein Verfahren zur Verdrängung der Nitriersäure mit Schwefelsäure beschrieben,
welche schließlich wiederum durch Wasser verdrängt wird. Die Verdrängung selbst soll
von unten nach oben und sehr langsam erfolgen, und zwar so, daß eine Vermischung
der Nitriersäure und der Verdrängungsschwefelsäure soweit als irgendwie möglich
vermieden wird, wobei die Konzentration der Verdrängungsschwefelsäure so gewählt wird,
daß ihr Säuregehalt nicht geringer als der der Nitriersäure ist, um eine nachteilige Verdünnung
der wiederzugewinnenden Nitriersäure zu vermeiden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird Schwefelsäure zum Auswaschen der Nitriersäure
benutzt, aber dies geschieht in anderer Weise, indem man nach dem schnellen Ablaufen
der Nitriersäure bei geöffnetem Säureventil die Masse mit Schwefelsäure übergießt.
Die auf diese Weise behandelte Nitrozellulose ■wird dann in bekannter Weise durch Schleudern
oder ähnliche Einrichtungen nach Möglichkeit von der anhaftenden Schwefelsäure befreit. Dadurch wird der Säureverlust auf
mehr als die Hälfte des mit den älteren Verfahren Erreichbaren heruntergesetzt und
gleichzeitig die Gefahr von Zersetzungen beim Pressen, Schleudern oder Verdrängen vollsiändig
beseitigt.
Wesentlich für das Verfahren ist, daß man die Konzentration der zum Auswaschen benutzten
Schwefelsäure nach der Stärke der jeweils verwendeten Nitriersäure regelt, und
zwar muß die Konzentration der Schwefelsäure derart gewählt werden, daß bei der Vermischung
der verschiedenen Säuren keine Wärmeentwicklung erfolgt. Mit .anderen
Worten — der Wassergehalt der zum Auswaschen benutzten Schwefelsäure muß etwa
gleich dem der auszuwaschenden Nitriersäure sein. ■ .
Das neue Verfahren besitzt gegenüber den bekannten Verfahren gewisse Vorteile. Die
teure. Nitriersäure wird durch die etwa zehn- '. mal so billige Schwefelsäure verdrängt und
diese kann bis auf einen kleinen Teil wiedergewonnen werden. Die namentlich beim
Schleudern sich entwickelnden lästigen und
ίο gesundheitsschädlichen nitrosen Dämpfe können
nicht mehr auftreten, da die Nitriersäure nicht abgeschleudert, sondern durch die nicht
flüchtige Schwefelsäure ersetzt wird. Die mit Schwefelsäure getränkte Nitrozellulose neigt
nicht mehr zu Zersetzungen, und die Temperatur des Nitriergutes wird, besonders wenn
gekühlte Schwefelsäure zum Auswaschen der Nitriersäure benutzt wird, wesentlich erniedrigt.
Hierdurch werden die oft sehr gefährlichen Ausbrennungen gänzlich vermieden. Vor dem sehr langsam wirkenden Wasserverdrängungsverfahren
der Patentschrift ] 72499 hat das neue Verfahren den Vorteil, daß der Auswaschprozeß in \venigen Minuten
durchgeführt werden kann, da es unerheblich ist, daß sich die Nitriersäure, mit der Schwefelsäure
mischt. Bei dem Wasserverdrängungsverfahren entsteht gerade hierdurch eine große Gefahr der Zersetzung, die nur durch
eine sehr langsame, mehr als ζλνεί Stunden
dauernde Verdrängung gemildert werden kann. Gegenüber der Anwendung von eingespritzter
Schwefelsäure in der Schleuder ergibt das vorliegende Verfahren den Vorteil, daß das Auswaschen bei ruhender Trommel
ausgeführt wird und demnach in allen Nitriereinrichtungen bewerkstelligt werden kann.
Weiter erfolgt die Beseitigung der Nitriersäure schon vor dem Ausschleudern, wodurch
wiederum das Auftreten von nitrosen Dämpfen, sowie von gefährlichen Zersetzungen
beim Schleudern grundsätzlich vermieden wird.
Die in der Patentschrift enthaltene Bemerkung über die mit der Vermischung der
Nitriersäure mit schwächerer Schwefelsäure eintretende Gefahr der nachträglichen Erwärmung
und der Zersetzung des Nitrierguts gibt keinen Aufschluß über die Stärke der anzuwendenden Auswasch-Schwefelsäure und
liefert keinen Beweis, daß es dem Patentinhaber wirklich gelungen ist, diesen längst
empfundenen Übelstand zu beseitigen. Vielmehr läßt der Umstand, daß die Einspritzung
von Schwefelsäure in die umlaufende Schleuder keinen Eingang in die Praxis gefunden
hat, den gegenteiligen Schluß zu.
Charakteristisch für das Verfahren der britischen Patentschrift 16676/1906 ist, daß ein
wirkliches Verdrängen der Nitriersäure durch die Schwefelsäure erfolgt, während beim vorliegenden
Verfahren nur ein gewöhnliches Auswaschen stattfindet. Das Verdrängen beruht auf der Eigenschaft, daß Flüssigkeiten
von verschiedenem spezifischen Gewicht beim vorsichtigen Zusammenbringen sich nicht
mischen, indem hier unter Umständen durch das Vermischen eine Zersetzung des Nitriergutes
herbeigeführt werden würde. Die.Wiedergewinnung der Nitriersäure beim vorliegenden
Verfahren macht die vorherige schnelle Entfernung der Nitriersäure notwendig, indem
man den Hahn am Boden öffnet, damit die Hauptmenge der Nitriersäure abfließt. Die
zurückbleibende, mechanisch anhaftende Nitriersäure wird dann bei geöffnetem Ablaßhahn
durch Übergießen des Nitrierguts mit einer Schwefelsäure von solcher Konzentration
ausgewaschen, daß beim Zusammentreffen mit der zurückgebliebenen Nitriersäure keinerlei
Wärme entwickelt wird, so daß sich beide Säurearten miteinander vermischen. Das Auswaschen, wird nur dadurch ermöglicht,
daß die Wärmentwicklung zwischen Schwefelsäure und Nitriersäure durch sorgfältige
Beobachtung und Überwachung der geeigneten Konzentration streng vermieden
wird.
Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß die zum Auswaschen der Nitriersäure
dienende Schwefelsäure von unten oder seitlich in das Nitriergut eingeführt wird und
die Nitriersäure oben durch einen Überlauf abfließt. Dann wird die Schwefelsäure unten
wieder abgelassen. In allen Fällen wird die an dem Nitriergut anhaftende Schwefelsäure
durch Absaugen, Pressen oder Schleudern soweit als möglich wiedergewonnen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Wiedergewinnung der Nitriersäure bei der Herstellung von Nitrozellulose oder ähnlichen Stoffen unter Anwendung von Schwefelsäure, dadurch . gekennzeichnet, daß man die zur Nitrierung von Nitrozellulose in bekannten Nitrierapparaten verwendete Nitriersäure zuerst ablaufen läßt und die hierauf noch zurückbleibende, mechanisch anhaftende Nitriersäure ohne Anwendung von Zentrifugalkraft durch Schwefelsäure solcher Konzentration auswäscht, daß ihr Wassergehalt etwa dem der Nitriersäure entspricht, derart, daß bei der Vermischung der beiden Säuren keine Wärmeentwicklung erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Publications (1)
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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-
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1918
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-
1919
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR518656A (fr) | 1921-05-28 |
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