DE29887C - Luftdampfmotor - Google Patents
LuftdampfmotorInfo
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- DE29887C DE29887C DENDAT29887D DE29887DA DE29887C DE 29887 C DE29887 C DE 29887C DE NDAT29887 D DENDAT29887 D DE NDAT29887D DE 29887D A DE29887D A DE 29887DA DE 29887 C DE29887 C DE 29887C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der in der beiliegenden Zeichnung abgebildete Luftdampfmotor bezweckt die directe
Umwandlung der in einem Brennstoff aufgespeicherten Wärme in mechanische Arbeit
mit Hinzufügung von Wasserdampf zur Herabminderung der Temperatur und Vergröfserung
des Volumens der Arbeitsgase.
Die drei Haupttheile des Motors, der Ofen, der Arbeite- und Luftpumpencylinder und die
•Uebertragungsvorrichtung der entwickelten Arbeit auf eine Kurbelwelle sind über einander
aufgebaut. In dem Ofen, der während des Betriebes vollständig geschlossen ist und unter
Druck steht, wird der Brennstoff durch eingepumpte Luft in Glut erhalten, die heifsen
Verbrennungsgase treten aus dem Ofen in einen Mischraum, welcher eventuell mit einer porösen,
unverbrennlichen Masse angefüllt ist; durch permanente Einspritzung von Wasser in diesen
Raum wird für die Verdampfung desselben dadurch, dafs die poröse Masse das Wasser
aufsaugt, eine grofse Oberfläche geboten. Es entstehen überhitzte Dämpfe, mit denen sich
die Verbrennungsgase schwängern, wobei nicht allein das Volumen derselben zunimmt, sondern
auch ihre. Temperatur so weit erniedrigt wird, dafs die bekannten, mit dem Hineinlassen heifser
Verbrennungsgase in einen Arbeitscylinder verbundenen Uebelstände fortfallen und die Erhaltung
der Dichtungen ebensogut möglich erscheint, als bei Dampfmaschinen, welche mit hochgespanntem .Dampf arbeiten.
In den Luftpumpencylinder wird behufs Entziehung der Compressionswärme und dadurch
bedingter Herabminderung der Widerstandsarbeit der Luftpumpe Wasser eingespritzt.
Fig. ι und 2 stellen den Motor in zwei Verticalschnitten dar. Der Motor ist einfach
wirkend. Der Luftpumpenkolben ist mit dem Arbeitskolben aus einem Gufsstück hergestellt.
Während die Arbeitsgase durch Volldruck und Expansion im Cylinder A den Kolben arbeitsverrichtend
in die Höhe treiben, wird die durch das Ventil v% angesaugte Luft in den ringförmigen
Raum des Luftpumpencylinders über dem Arbeitskolben zusammengeprefst und durch ein Druckventil V1, Fig. 2, in einen Behälter H
gedrückt. Es kommt sonach nur die Differenz zwischen der positiven Arbeit im eigentlichen
Arbeitscylinder und der negativen (Widerstands-) Arbeit der Luftpumpe als förderliche Arbeit
auf die Schwungradwelle.
Mit der Luft gelangt in den Behälter H gleichzeitig das in die Pumpe eingespritzte
Wasser.
Hier sammelt sich dasselbe und fliefst durch ein Ueberlaufrohr u nach dem Mischraum D,
in welchen es permanent durch einen geringen, zwischen dem Behälter H und Mischraum D
bestehenden Ueberdruck hineingetrieben wird. Der Schwimmer Y dient nur zur Erhaltung
einer ruhigeren Wasseroberfläche, die ohne denselben durch das stofsweise Eintreten der
Luft in starke Wallungen versetzt werden würde.
Die im oberen Theile des Behälters H sich ansammelnde Luft tritt durch das Rohr t in
ein Hahngehäuse W, aus welchem dieselbe in einem für vollkommene Verbrennung passenden
Verhältnifs, durch besondere Oeffnungen im Hahn getheilt, theilweise unter den Rost,
theilweise in die Verbrennungsgase über den Rost geführt wird, wie die eingezeichneten Pfeile
andeuten. Das Verhältnifs beider Luftmengen ist durch den Hahnkonus mittelst eines Hebels
und einer Scala von aufsen genau einstellbar. Die Fig. 4 und 5 zeigen Schnitte durch den
Hahn nach α-β und γ-$, aus denen ersichtlich,
wie durch Vergröfserung der Oeffnungen 1 eine Verkleinerung der anderen Oeffnungen 2,
und umgekehrt, bedingt ist. Die über den Rost geleitete Luft passirt zunächst einen in der
Chamottemauerung ausgesparten ringförmigen Raum/, wobei unter gleichzeitiger Vorwärmung
der Luft die radial ausstrahlende und fortgeleitete Wärme zum gröfsten Theil aufgefangen
wird. Aus diesem Raum tritt die Luft durch einen Spalt χ in die Verbrennungsgase, führt
die vollkommene Verbrennung derselben herbei und tritt dann mit diesen in den Mischraum
D, wo sie sich mit den durch ihre überschüssige Wärme gebildeten überhitzten Dämpfen
schwängert. Von hier aus tritt das Gemisch nach Passirung eines Absperrventils in den
Schieb er kasten des Arbeitscylinders.
Die Steuerung am Arbeitscylinder geschieht durch einen einfachen Muschelschieber S, der
mit entsprechend grofser äufserer Ueberlappung versehen ist und durch ein Excenter Q. mit
grofser Voreilung betrieben wird, so dafs die Arbeitsgase mit entsprechend starker Expansion
arbeiten.
Die mit der Expansion durch einen einfachen Schieber gleichzeitig verbundene hohe Compression
kommt beim Niedergang des Kolbens für die Aufzehrung überschüssiger Niedergangsgeschwindigkeit sehr zu statten und trägt das
ihrige zu einem ruhigen Gange des Motors bei. Die Steuerung mittelst eines einfachen Schiebers
an Stelle der sonst üblichen Ein- und Auslafsventile erscheint bei dem vorliegenden
Motor nicht allein möglich, sondern auch zweckmäfsig, weil die niedrige Temperatur der
Arbeitsgase von ca. 200 bis 2500 noch ein
Schmieren der Gleitflächen gestattet, andererseits die Steuerung vollkommen geräuschlos
arbeitet.
Das Schwungrad K ist mit Uebergewicht versehen, welches beim Aufgang der Kolben
gehoben werden mufs, beim Niedergang derselben aber förderlich wirkt. Dadurch wird
ein weiteres Moment zur möglichsten Ausgleichung der durch die einseitige Kraftentwickelung
herbeigeführten Ungleichförmigkeit gewonnen^
Die Regulirung des Motors ist in compendiöser Weise angeordnet und erstreckt sich
sowohl auf die Luftzuführung als auch auf die Wassereinspritzung. Der Regulator N ist in
das Schwungrad eingebaut und rotirt direct um die Schwungradwelle. Durch die Centrifugalkraft
des Regulators, welcher eine Spiralfeder entgegenwirkt, wird ein Doppelsitzventil 0
mittelst eines zweiarmigen Hebels r verstellt.
Dieses Ventil beherrscht den Eintritt der Luft durch das Saugventil in der Luftpumpe. Es
kann aber auch in dem Uebertrittsrohr von der Luftpumpe zum Behälter H, also im
Druckraum O, placirt sein bezw. durch eine Drosselklappe ersetzt werden. In beiden Fällen
wird, je mehr der Motor entlastet wird, je mehr er also die Tendenz hat, schneller zu
gehen, um so weniger Luft in die Luftpumpe gelassen. Infolge verminderter Luftzufuhr nach
dem Ofen sinkt sofort die Spannung der Verbrennungsgase, zumal der Arbeitscylinder mit
fester Expansion arbeitet und die Abnahme der expandirenden Arbeitsgase grofser ist als deren
Erzeugung.
Durch eine Zweigverbindung beherrscht der Regulator aber gleichzeitig auch ein Ventil V3
in der : Zuleitung des Einspritzwassers zum Mischraum.
Dadurch wird dessen Zuflufs ebenfalls variirt und im Grenzfalle ganz abgesperrt. Zu der
Volumenverminderung durch geringere Luftzufuhr kommt noch diejenige durch verminderte
Dampfbildung, wodurch in energischer Weise die Leistung im Arbeitscylinder herabgezogen
wird, sowie es der geringeren Belastung des Motors entspricht. Es ist wichtig, die Zufuhr von Luft und Einspritzwasser in
ein gewisses Verhältnifs zu einander zu setzen, was durch entsprechende Verbindung der beiden
Regulirorgane mit der Regulatorhülse zu erreichen ist. Nimmt die Zuführung der zur
Erhaltung der Verbrennung im Ofen nöthigen Luft mit der Zuführung von Einspritzwasser
in einem bestimmten Verhältnifs ab, so ist es möglich, die Temperatur der Arbeitsgase bei
allen Belastungen des Motors nahezu constant zu erhalten.
Der Ofen ist mit den nöthigen Verschlüssen zur Entfernung der Schlacken unter und über
dem Rost, zur leichten Auswechselung des Rostes und zur Aussetzung des Feuerraumes
mit Chamottesteinen versehen. Auch der Mischraum D enthält dementsprechende Flantschverschraubungen.
Die Beschaffung des Wassers geschieht durch eine kleine, vom Schieberexcenter mittelst Hebelwerkes getriebenen Pumpe L, wie
aus Fig. 3 ersichtlich. Diese Pumpe drückt das Wasser zunächst in die Ummantelung J
des Arbeitscylinders, wobei letzterer sowie die Liderung des Arbeitskolbens kühl gehalten
wird.
Von hier aus führt eine Zweigleitung in die Ummantelung des Füllschachtes E, um diesen
erforderlichenfalls zu kühlen. Aus der Ummantelung des Cylinders tritt das Wasser durch
mehrere kleine Bohrungen in das Innere des Luftpumpencylinders. Die Füllung des Ofens
mit Brennmaterial erfolgt in der bei offenen Heifsluftmotoren mit geschlossener Feuerung
üblichen Weise mittelst einer vorgelegten Luft-
schleuse F, die sich zwischen zwei Ventilen befindet, welche von aufsen geöffnet werden
können. Die Luftschleuse F steht durch ein Druckausgleichsrohr y mit dem Füllschacht in
Verbindung. Aufserdem ist, damit das untere Ventil stets kühl und dicht bleibt, ein Verbindungsrohr
zwischen dem Luftraum im Behälter H und dem Füllschacht vorgesehen, durch welches stets etwas Luft überströmt, die
die sich unter dem Ventil ansammelnde heifse Luft verdrängt.
Mit dem vorhin erwähnten Regulirhahn ist man im Stande, durch vollkommene Absperrung
der Luft vom Ofen bei gleichzeitiger Absperrung der Einspritzwassermengen, was durch eine geeignete Hebelverbindung zu bewirken
ist, den Motor zum Stillstand zu bringen.
Beim Auslauf desselben nimmt der Druck im Behälter H noch bis zu einem gewissen
Grade zu, während andererseits der Druck im Ofen abnimmt. Die Zunahme des Druckes im
Behälter H und die Höhe des Wasserstandes in demselben wird durch das Standrohr / mit
Sicherheitsventil beherrscht. Ueberschreitet der. Druck ein gewisses Mafs, so strömt Luft und
Wasser durch das Ventil frei ab.
Gute Dichthaltung vorausgesetzt und angenommen, dafs das Feuer in einem allseitig geschlossenen,
vor Ausstrahlung gut geschützten Ofen einige Zeit, etwa eine Nacht hindurch, in Glut bleibt, wird man im Stande sein, allein
durch Oeffnung des Regulirhahnes und Einspritzwasserhahnes den Motor sofort wieder in
Gang zu setzen. Denn die höher gespannte Luft im Behälter H facht die Glut wieder lebhaft
an und das energisch durch den Ueberdruck aus dem Behälter H in den Mischraum
D hineinspritzende Wasser verwandelt sich sofort in Dampf.
Durch einen kleinen Dreiweghähn kann man den Zuflufs der Einspritzwassermenge theils in
den Ofen, theils ins Freie leiten, falls die Kühlwassermenge gröfser ausfallen sollte als die
Einspritzwassermenge.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Gesammtanordnung eines Luftdampfmotors, im wesentlichen gekennzeichnet durch eine Muschelschiebersteuerung und durch die Anordnung eines besonderen Mischraumes D7 in welchem die aus dem geschlossenen Ofen kommenden Gase sich mit Dämpfen schwängern.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29887C true DE29887C (de) |
Family
ID=306037
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT29887D Expired - Lifetime DE29887C (de) | Luftdampfmotor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29887C (de) |
-
0
- DE DENDAT29887D patent/DE29887C/de not_active Expired - Lifetime
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