DE2932968C2 - - Google Patents

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DE2932968C2
DE2932968C2 DE19792932968 DE2932968A DE2932968C2 DE 2932968 C2 DE2932968 C2 DE 2932968C2 DE 19792932968 DE19792932968 DE 19792932968 DE 2932968 A DE2932968 A DE 2932968A DE 2932968 C2 DE2932968 C2 DE 2932968C2
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Andre Winksele Be Trouet
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INSTITUT INTERNATIONAL DE PATHOLOGIE CELLULAIRE ET MOLECULAIRE BRUESSEL/BRUXELLES BE
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H15/00Compounds containing hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H15/20Carbocyclic rings
    • C07H15/24Condensed ring systems having three or more rings
    • C07H15/252Naphthacene radicals, e.g. daunomycins, adriamycins
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H21/00Compounds containing two or more mononucleotide units having separate phosphate or polyphosphate groups linked by saccharide radicals of nucleoside groups, e.g. nucleic acids
    • C07H21/04Compounds containing two or more mononucleotide units having separate phosphate or polyphosphate groups linked by saccharide radicals of nucleoside groups, e.g. nucleic acids with deoxyribosyl as saccharide radical

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Description

Aus der FR-A-22 27 867 sind antitumorale Komplexe von Desoxyribonucleinsäure mit Adriamycin bekannt.
Die Erfindung betrifft Komplexe von Desoxyribonucleinsäure (DNS) mit einem Ester eines Daunorubicinderivats sowie ein Verfahren zu deren Herstellung und diese Komplexe enthaltende pharmazeutische Zubereitungen. Die erfindungsgemäßen Komplexe sind dadurch gekennzeichnet, daß der Ester der allgemeinen Formel
entspricht, worin R₁ einen Rest der allgemeinen Formel
darstellt, worin die Symbole folgende Bedeutungen haben:
X bedeutet Sauerstoff und Schwefel;
wenn beide X gleich sind, bedeuten R₃ Alkoylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenyl- oder in p-Stellung durch einen Methylrest substituierte Phenylreste, Methoxy- oder Methylthioreste, oder bilden zusammen einen Alkoylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen;
wenn beide X voneinander verschieden sind, bilden beide R₃ zusammen einen Alkoylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen;
R₄ bedeutet Wasserstoff, einen Alkoylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder einen Phenylrest;
und worin R₂ Wasserstoff oder einen Trifluoracetylrest darstellt.
Die erfindungsgemäßen Komplexe können dadurch hergestellt werden, daß man bei Raumtemperatur unter sterilen Bedingungen eine kurz zuvor zubereitete wäßrige Lösung des Esters der allgemeinen Formel (I) einer sterilen und pyrogenfreien wäßrigen DNS-Kochsalzlösung zusetzt.
In der Praxis wird die DNS (in Form des Natriumsalzes) in einer 0,15molaren Natriumchloridlösung in einer Konzentration von etwa 2×10-3 g/ml gelöst.
Um die Auflösung der DNS zu erleichtern, ist es besonders vorteilhaft, wenn man das Gemisch etwa 5 Minuten bei einer Temperatur von etwa 100°C erhitzt.
Die erhaltene Lösung wird durch ein Mikrofilter (0,8 µm) filtriert und anschließend durch Behandlung in einem Autoklaven bei einer Temperatur von etwa 120°C über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten sterilisiert.
Nach dem Abkühlen der erhaltenen Lösung setzt man aseptisch eine Lösung eines Salzes des Esters der allgemeinen Formel (I), im allgemeinen das Hydrochlorid, in destilliertem sterilem Wasser zu; man kann aber auch eine wäßrige 0,15molare Natriumchloridlösung in einer Konzentration von etwa 0,03 mol/ml verwenden.
Die Lösungen der DNS und des Esters werden miteinander vermischt, so daß das Molverhältnis zwischen dem Mononucleotid der DNS und dem Ester zwischen etwa 10 : 1 und 40 : 1, vorzugsweise bei etwa 20 : 1, liegt.
Die erfindungsgemäßen Komplexe haben wertvolle Antitumoreigenschaften, verbunden mit einer geringen Toxizität, verglichen mit den entsprechenden, nicht als Komplexe vorliegenden Estern.
Sie haben sich als besonders aktiv bei Mäusen (DBA₂) mit Leukämie L 1210 (intravenöse oder subkutane Injektion) erwiesen, und zwar in Dosen zwischen 9 und 35 mg/kg und Tag, wenn sie über 2 Tage intravenös verabreicht wurden.
Die Toxizität der erfindungsgemäßen Komplexe wurde an Mäusen (NMRI) nach zwei intravenösen Injektionen im Abstand von 24 Stunden bestimmt.
Die LD₅₀-Werte der Komplexe über 30 Tage sind weit besser als die der nicht komplex gebundenen Ester.
Besonders erwähnenswert ist der Komplex der DNS mit Diethoxy­ acetoxy-14-Daunorubicin, d. h. dem Ester der allgemeinen Formel (I), worin R₂=H und
Dieser Komplex hat eine Toxizität entsprechend einer LD₅₀ von 25,9 mg/kg i. v. bei Mäusen (NMRI). Behandelt man Mäuse (DBA₂), die subkutan mit 10⁵ Zellen L 1210 behandelt worden waren, mit diesem Komplex in einer Dosis von 15 mg/kg in zwei Stufen mit einem Zeitabstand von 24 Stunden, so ist die Anzahl der nach 30 Tagen noch lebenden Mäuse 4mal so groß wie die Zahl der mit einer äquitoxischen Dosis von Diethoxy­ acetoxy-14-Daunorubicin behandelten Mäuse.
Beispiel
20 mg Diethoxyacetoxy-14-Daunorubicin-hydrochlorid werden in 1 ml sterilem destilliertem Wasser gelöst. Dann werden 234 mg DNS (Natriumsalz), die nach dem Verfahren von Emmanuel C. F. und Chaikoff I. L., J. Biol. Chem. 203, 164 (1953) hergestellt wurde, in 100 ml einer sterilen und pyrogenfreien Lösung, die 9 g/l Natriumchlorid enthält, gelöst. Die DNS-Lösung wird 5 Minuten bei 100°C erhitzt, dann noch heiß durch ein Mikrofilter (0,8 µm) filtriert. Das Filtrat wird im Autoklaven bei 120°C 15 min erhitzt und anschließend langsam auf etwa 20°C abgekühlt. Die Diethoxy­ acetoxy-14-Daunorubicin-Hydrochlorid-Lösung wird aseptisch zu 99 ml der sterilen DNS-Lösung gegeben. Man erhält auf diese Weise 100 ml einer Lösung, die 25 mg Diethoxyacetoxy- 14-Daunorubicin, mit 231,6 mg DNS komplex gebunden, enthält.
Gegenstand der Erfindung sind ferner pharmazeutische Zubereitungen zur Behandlung von akuten lymphoblastischen oder myeloblastischen Leukämien, von Lymphosarkomen oder von festen Tumoren. Diese Zubereitungen enthalten die Komplexe von DNS mit einem Ester der allgemeinen Formel (I) in lyophilisiertem Zustand oder gelöst in einem pharmazeutisch zulässigen Verdünnungsmittel oder in einer Lösung, z. B. einer sterilen wäßrigen Lösung. Liegen sie in lyophilisiertem Zustand vor, so werden sie zum Anwendungszeitpunkt in sterilem destilliertem Wasser gelöst.
Die Zubereitungen werden vorzugsweise parenteral, insbesondere intravenös, angewendet.
Im allgemeinen bestimmt in der Humantherapie der Arzt die geeignete Dosis, unter Berücksichtigung des Alters, des Gewichts, des Stadiums und der Art der Krankheit (Leukämie oder feste Tumore) sowie anderer Faktoren. Im allgemeinen können die Tagesdosen zwischen etwa 1 und 10 mg Wirkstoff je kg liegen.

Claims (4)

1. Komplexe von Desoxyribonucleinsäure (DNS) mit einem Ester eines Daunorubicinderivats, dadurch gekennzeichnet, daß der Ester der allgemeinen Formel entspricht, worin R₁ einen Rest der allgemeinen Formel darstellt, worin die Symbole folgende Bedeutungen haben:
X bedeutet Sauerstoff und Schwefel;
wenn beide X gleich sind, bedeuten R₃ Alkoylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenyl- oder in p-Stellung durch einen Methylrest substituierte Phenylreste, Methoxy- oder Methylthioreste, oder bilden zusammen einen Alkoylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen;
wenn beide X voneinander verschieden sind, bilden beide R₃ zusammen einen Alkoylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen;
R₄ bedeutet Wasserstoff, einen Alkoylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder einen Phenylrest;
und worin R₂ Wasserstoff oder einen Trifluoracetylrest darstellt.
2. Verfahren zur Herstellung der Komplexe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einerseits ein Salz des Esters gemäß Anspruch 1 in sterilem destilliertem Wasser, andererseits DNS (in Form des Natriumsalzes) in einer wäßrigen Natriumchloridlösung löst und die beiden sterilen und pyrogenfreien Lösungen miteinander vermischt, so daß das Molverhältnis zwischen dem Mononucleotid der DNS und dem Ester gemäß Anspruch 1 zwischen 10 : 1 und 40 : 1 liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen DNS (als Nucleotid-Molekül ausgedrückt) und dem Ester bei etwa 20 : 1 liegt.
4. Pharmazeutische Zubereitung, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Komplex nach Anspruch 1 in lyophilisiertem Zustand oder in einem pharmazeutisch zulässigen Verdünnungsmittel oder in einer Lösung gelöst enthält.
DE19792932968 1978-08-29 1979-08-14 Komplexe von desoxyribonucleinsaeuren (dns) mit estern von daunorubicinderivaten, verfahren zu deren herstellung und pharmazeutische zubereitungen Granted DE2932968A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
BE190108A BE870026A (fr) 1978-08-29 1978-08-29 Complexes d'adn et d'esters de derives de la daunorubicine, leur preparation et les compositions pharmaceutiques qui les contiennent

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE2932968A1 DE2932968A1 (de) 1980-03-13
DE2932968C2 true DE2932968C2 (de) 1989-03-16

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DE19792932968 Granted DE2932968A1 (de) 1978-08-29 1979-08-14 Komplexe von desoxyribonucleinsaeuren (dns) mit estern von daunorubicinderivaten, verfahren zu deren herstellung und pharmazeutische zubereitungen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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GB1440626A (de) * 1973-05-02 1976-06-23 Farmaceutici Italia

Also Published As

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GB2029418B (en) 1982-10-13
DE2932968A1 (de) 1980-03-13
GB2029418A (en) 1980-03-19

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