DE2932400C2 - Vorrichtung zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von bahnförmigem Textilgut - Google Patents
Vorrichtung zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von bahnförmigem TextilgutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kontinuierlichen
Wärmebehandlung von bahnförmigem Textilgut unter Einwirkung von Dämpfen eines organischen
Lösungsmittels, insbesondere zur Farbstoff-Fixierung, die eine Behandlungskammer und eine Einrichtung zur
Wiedergewinnung des Lösungsmittels aufweist, wobei die Einrichtung zur Wiedergewinnung des Lösungsmittels
eine beheizbare Restverdampfungskammer, mindestens einen Absaugventilator, eine Kondensationseinrichtung
für die Dämpfe und einen Kondensatsammler umfaßt und bei welcher die Restverdampfungskammer
in unmittelbarer Nähe und außerhalb der Behandlungskammer angeordnet ist.
Eine derartige Vorrichtung ist bei einer Anlage zur Naßbehandlung bekannt, wie sie der DE-AS 23 25 423
zu entnehmen ist. Hierbei besteht das Problem, die Lösungsmittelreste zu entfernen. Die eigentliche Stoffbehandlung
erfolgt im Bad. Hieraus ergibt sich die Konsequenz, daß ein Luftzutritt, der eine Verdünnung der Lösungsmitteldämpfe
bewirkt, die Qualität der eigentlichen Behandlung nicht beeinträchtigt.
Aus der GR-PS 1146 954 ist eine Dampfbehandlungskammer
für Textilgut bekannt, die ein Eintrittsgehäuse mit einer Absaugvorrichtung und eine Auslaßvorriehturig
mit einem Wasserverschluß aufweist. Am Boden der Dampfbehandlungskammer ist ein mit Wasser
gefüllter Behälter zur Erzeugung von Dampf mit Hilfe von Heizelementen angeordnet Das Textilgut wird in
der Dampfbehandlungskammer über zwei Siebtrommeln geführt, die mit Absaugventilatoren ausgestattet
sind, welche in der Nähe der Stirnwände der Trommeln angeordnet sind. Über und unter den Trommeln sind
Lochbleche vorgesehen, die eine gleichmäßige Verteilung des Behandlungsmediums gewährleisten. Das Eintrittsgehäuse
und die Auslaßvorrichtung werden beheizt, um die Kondensation der Dämpfe zu verhindern.
ίο Am Austritt kann ferner ein Gehäuse mit einer Absaugvorrichtung
angeordnet sein. Zwischen der Eintrittsvorrichtung und dem Gehäuse und/oder der Austrittsvorrichtung
und der Kammer ist eine Labyrinthdichtung vorgesehen.
Auch in dieser Anlage kann mit einem Dampfmedium, das aus einem azeotropen Gemisch aus Wasserdampf
und organischen Lösungsmitteln besteht, infolge des allmählichen Verbrauchs und damit der Änderung
der Konzentration des azeotropen Gemisches infolge des Absaugens aus dem Eintrittsgehäuse (Austrittsgehäuse)
nicht gearbeitet werden. Außerdem wird dabei die umgebende Atmosphäre verunreinigt. Die abgesaugten
Dämpfe des azeotropen Gemisches dürfen auch wegen ihrer ständigen Verdünnung durch Luft
nicht ins Innere der Dampfbehandlungskammer zurückgeführt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art dahingehend zu
gestalten, daß der Eintritt von Luft in die und der Austritt von Lösungsmittel aus der Vorrichtung verhindert
wird, wobei während der Behandlung im Vergleich zu bekannten Vorrichtungen Heizenergie eingespart werden
soll und die Vorrichtung eine gedrungene kompakte, platzsparende Bauart aufweist. Diese Aufgabe wird
durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Die in der Vorrichtung vorgesehene Restverdampfungskammer ermöglicht es, die während der Behandlung
eines Textilguts in der Kammer sorbierten Dämpfe des organischen Lösungsmittels (Behandlungsmittels)
zu entfernen, wodurch die Verunreinigung des Textilguts und der umgebenden Atmosphäre vermieden wird.
Gleichzeitig führt die sofortige Entfernung eines Teils der Dämpfe des Behandlungsmittels aus dem Textilgut
zur Intensivierung des Fixierungsprozesses der Farbstoffe am Fasergut. Die Anordnung der Restverdampfungskammer
über dem Austrittsspalt gestattet es, das Entweichen der Dämpfe des Behandlungsmittels, das
vom bewegten Textilgut mechanisch mitgerissen wird, in die umgebende Atmosphäre zu vermeiden.
Die Absaugventilatoren der Restverdampfungskammer und des Ein- und Auslasses erlauben es, in ihnen ein
bestimmtes Vakuum zu schaffen, das das Ansaugen von Umgebungsluft bewirkt, was den Austritt der Dämpfe
des Behandlungsmittels in die Umgebung ausschließt. Die Labyrinthverschlüsse gestatten es, die Menge an
Dämpfen zu vermindern, die durch sie zum unmittelbaren Ausgang durch den Ein- bzw. den Auslaß dringen,
was den Einsatz von Ventilatoren mit geringer Leistung möglich macht. Gleichzeitig wird durch die Labyrinthverschlüsse
verhindert, daß Umgebungsluft ins Innere der Dampfbehandlungskammer der Vorrichtung eindringt,
während das Textilgutfrei in die Behandlungskammer gelangen bzw. diese verlassen kann. Die Ver-
bindung der Absaugventilatoren der Restverdampfungskammer und des Ein- und Auslasses mit dem Kondensatsammler
ermöglicht es, ein einziges Rcgencrierungssystem für die Behandlungsmitteldämpfc vorzusc-
3 4
hen und das Dämpfekondensat in einen Kondensat- können Heizvorrichtungen 13 beliebiger bekannter
sammler zu leiten, was einen geschlossenen technologi- Bauart angeordnet sein, die im Innenraum 14 der Restschen
Zyklus garantiert Die Labyrinthvorschlüsse sind verdampfungskammer 7 die vorgegebene Temperatur
in der Dampfbehandlungskammer angeordnet, was die aufrechterhalten. Im Innenraum 14 der Restverdampsonst
notwendige Anordnung von Heizvorrichtungen in 5 fungskammer 7 sind Leitrollen 15, die beheizt sein könden
Verschlüssen zur Vermeidung der Kondensation nen, zum Transport des Textilguts angeordnet, wenn in
der Dämpfe des Behandlungsmittels und der daraus fol- der Restverdampfungskammer 7 keine Heizvorrichtungenden
unzulässigen Befeuchtung des Textilguts unnö- gen vorgesehen sind. Außerdem ist die Restverdamptig
macht. Dadurch, daß die Behandlungskammer einen fungskammer 7 mit einem Absaugventüator 16 bekanngemeinsamen
Ein-und Auslaß aufweist, ist die Vorrich- io ter Bauart ausgestattet, der durch einen Stutzen 17 mit
tung gedrängt (kompakt), ohne daß ihre Arbeitsweise dem Innenraum 14 der Restverdampfungskammer 7
beeinträchtigt wird, und mit geringen Abmessungen verbunden ist
ausführbar. Die gedrängte und gegenseitige Anordnung Die Absaugventilatoren 10 und 16 sind jeweils über
der einzelnen Vorrichtungseinheiten ermöglicht den die Kühlvorrichtungen 12 und 18 mit einem Kondensat-Prozeß
der Wärmebehandlung von Textilgut zu intensi- 15 sammler 19 in Verbindung gesetzt der durch einen Stutvieren.
Vorzugsweise sind die Leitrollen beheizbar, was zen 20 mit dem Behälter 3 in Verbindung steht wobei
die Behandlung weiter intensiviert der Kondensatsammler 19 oberhalb der Badhöhe des
Eine weitere vorzugsweise Ausgestaltung besteht Behandlungsmittels im Behälter 3 angeordnet ist.
darin, daß die Absaugventilatoren der Verschlüsse über Jeder Labyrinth Verschluß 6 weist Trennwände 21 für
Kühlvorrichtungen mit einem gemeinsamen Konden- 20 einen labyrinthartigen Durchgang für das Textilgut auf,
satsammler, der auch mit der Restverdampfungskam- wobei in den Umlenkabschnitten des Durchgangs l.eit-
mer verbunden ist in Verbindung stehen. rollen 22 angeordnet sind, die das Textilgut diese Ver-
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Aus- Schlüsse leicht passieren lassen, wobei die Bewegungs-
führungsbeispiels einer Vorrichtung zur kontinuierli- richtung des Textilguts durch Pfeile B angedeutet ist.
chen Wärmebehandlung von bahnförmigem Textilgut 25 Mit dem Absaugventüator 10 steht der Teil 23 des Laby-
gemäß der Erfindung unter Bezugnahme auf eine Zeich- rinthverschlusses 6 in Verbindung, der unmittelbar an
nung näher erläutert den Ein-bzw. Auslaß 4 bzw. 5 anschließt.
Die Figur zeigt in schematischer Darstellung eine Ge- Im Roden des Behälters 3 ist eine Vorrichtung 24 zum
samtansicht einer Vorrichtung zur kontinuierlichen Ablassen des Behandlungsmittels und im oberen Teil
Wärmebehandlung von Textilgut im Längsschnitt mit 30 der Dampfbehandlungskammer ein Not-Absaugventila-
gemeinsamem Ein- und Auslaß. tor 26 vorgesehen.
Eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Wärmebe- Die erfindungsgemäße Vorrichtung arbeitet auf fol-
handlung von Textilgut enthält eine Dampfbehand- gende Weise.
lungskammer 1 mit darin angeordneten bekannten Vor- Ober eine (nicht dargestellte) Rohrleitung wird dem
richtungen 2 zum Transport eines bahnförmigen Textil- 35 Behälter 3 ein azeotropes Gemisch von Wasser und
stoffes A (Wälzrollen, Netztrommeln, Förderer), einen einem organischen Lösungsmittel zugeführt, wobei alle
Behälter 3 für das Behandlungsmittel, beispielsweise ein Heizvorrichtungen 8 und 13 sowie die Absaugventilato-
azeotropes Gemisch von Wasser und einem organi- ren 10 und 16 eingeschaltet werden. Nach dem Erwär-
sehen Lösungsmittel, einen Einlaß 4 und einen Auslaß 5, men des azeotropen Gemisches bis zum Sieden und
sowie Labyrinthverschlüsse 6 und eine Restverdamp- 40 Füllen des gesamten Volumens der Dampfkammer 1 mit
fungskammer 7. dessen Dämpfen wird in dem Absaugrohr 11 und im
Die Dampfbehandlungskammer 1 wird durch beliebi- Stutzen 17, die die Dämpfe jeweils aus den Labyrinth-
ge bekannte Heizvorrichtungen 8 beheizt, die in deren verschlüssen 6 und der Restverdampfungskammer 7 ab-
Wände eingebaut sind, außerdem sind Heizvorrichtun- leiten, der erforderliche Unterdruck eingestellt, um das
gen 8 im Behälter 3 zur ständigen Erwärmung des Be- 45 Entweichen der Dämpfe aus der Behandlungskammer 1
handlungsmittels und längs des Ein- und Auslasses 4 und und der Restverdampfungskammer 7 in den umgeben-
5 angeordnet. den Baum zu verhindern und die Entfernung der restli-
Der Behälter 3 ist von der Dampfbehandlungskam- chen Dämpfe vom die Restverdampfungskammer 7 ver-
mer 1 durch eine gelochte waagerechte Trennwand 9 lassenden Textilstoff zu gewährleisten. Hierbei ver-
getrennt. 50 schiebt sich der Textilstoff in der durch den Pfeil B
Die Labyrinthverschlüsse 6 sind am Ein- und Auslaß 4 angedeuteten Richtung und läuft durch den Einlaß 4,
bzw. 5 angeordnet und mit Absaugventilatoren 10 belie- den Labyrinthverschluß 6, die Dampfbehandlungskam-
biger bekannter Bauart ausgestattet, wobei der Einlaß 4 mer 1, den Labyrinthverschluß 6 und den Auslaß 5, wo·
und der Auslaß 5 vereinigt sind, d. h. unmittelbar unter- bei der Transport des Textilstoffes durch die Vorrich-
einander in einer der Wände der Dampfbehandlungs- 55 tungen 2 und die Leitrollen 15,22 erfolgt,
kammer 1 liegen. Hierbei können die Labyrinthver- Die durch den Ein- und Auslaß 4 bzw. 5 abgesaugte
Schlüsse 6 unmittelbar im Ein- und Auslaß 4 bzw. 5 Außenluft gelangt in die Labyrinthverschlüsse 6 und
liegen (nicht gezeigt), oder innerhalb der Dampfbehand- wird von dort durch die Absaugventilatoren 10 zusam-
lungskammer 1 angeordnet sein, wie es dargestellt ist. men mit den in sie gelangenden Dämpfen des azeotro-
Hierbei sind die Labyrinthverschlüsse 6 an der Wand 60 pen Gemisches abgeleitet. Die Labyrinthtrennwände 21
der Dampfbehandlungskammer 1 befestigt, in der der erlauben es den Dämpfen nicht, aus dem Labyrinthver-
Ein- und Auslaß 4 bzw. 5 ausgeführt sind. Die Absaug- Schluß 6 zum Einlaß 4 bzw. Auslaß 5 zu strömen, und
Ventilatoren 10 der Labyrinthverschlüsse 6 sind durch vei sperren zugleich für die angesaugte Luft den Weg
ein Absaugrohr 11 mit einer Kühlvorrichtung 12 ver- ins Innere der Dampfbehandlungskammer 1. Das
bunden. 65 Dampf-Luft-Gemisch, das durch das Absaugrohr 11
Die Rest verdampfungskammer 7 ist über dem Auslaß bzw. den Stutzen 17 anströmt, wird in die jeweiligen
5 außerhalb der Dampfbehandlungskammer 1 angeord- Kühlvorrichtungen 12 und 18 geleitet. Das gewonnene
net. In den Wänden der Restverdampfungskammer 7 Kondensat sammelt sich im Kondensatsammler 19.
Nach der Behandlung des Textilstoffes in der Dampfbehandlungskammer
1 verläßt er sie durch den Labyrinthverschluß 6 und den Auslaß 5 und gelangt in die Restverdampfungskammer
7. Die vom Textilstoff A mitgerissenen und von diesem sorbierten Dämpfe des azeotropen
Gemisches werden aus der Restverdampfungskammer 7 vom Absaugventilator 16 abgesaugt, in der
Kühlvorrichtung 18 abgekühlt und dem Kondensatsammler 19 zugeleitet. Das auf diese Weise regenerierte
azeotrope Gemisch gelangt zurück in den Behälter 3. Bei Bedarf, beispielsweise beim Abschalten des Absaugventilators
10, wird der Not-Absaugventilator 26 automatisch eingeschaltet, wobei die abgesaugten Dämpfe
ebenfalls kondensiert und in einem separaten (nicht abgebildeten) Kondensatsammler aufgefangen werden.
Gleichzeitig werden die Heizvorrichtungen 8 abgeschaltet und die Ablaßvorrichtung 25 geöffnet
Entsteht die Notwendigkeit, die Vorrichtung stillzusetzen, so werden die Heizvorrichtungen 8 abgeschaltet,
danach wird bei Bedarf (beispielsweise zum Austausch des azeotropen Gemisches) die Ablaßvorrichtung 25
geöffnet, der Notventilator 26 wird eingeschaltet, und die Behandlungskammer 1 wird vollständig von den
Dämpfen des azeotropen Gemisches befreit.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestattet es, Textilstoffe
zur Fixierung von Farbstoffen an den Fasern im
Dampfmedium eines azeotropen Gemisches von Wasser und einem organischen Lösungsmittel zu behandeln.
Hierbei wird die Reinheit der Umgebung und des behandelten Textilstoffes beibehalten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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40
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50
55
Claims (3)
1. Vorrichtung zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von bahnförmigem Textilgut unter Einwirkung
von Dämpfen eines organischen Lösungsmittels, insbesondere zur Farbstoff-Fixierung, die eine
Behandlungskammer und eine Einrichtung zur Wiedergewinnung des Lösungsmittels aufweist, wobei
die Einrichtung zur Wiedergewinnung des Lösungsmittels eine beheizbare Restverdampfungskammer,
mindestens einen Absaugventilator, eine Kondensationseinrichtung für die Dämpfe und einen Kondensatsammler
umfaßt und bei welcher die Restverdampfungskammer in unmittelbarer Nähe und außerhalb
dar Behandlungskammer angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungskammer
(1) einen gemeinsamen Ein- (4) und Auslaß (5) für das Textilgut aufweist, daß an einer
Innenwandung der Behandlungskammer (1) und unmittelbar am Einlaß (4) und Auslaß (5) ein Labyrinthverschluß
(6 für das einlaufende und ein Labyrinthverschluß (6) für das auslaufende Textilgut angeordnet
ist, denen jeweils in Nähe des Ein- (4) und Auslasses (5) ein Absaugrohr (H) eines Absaugventilators
(10) zugeordnet ist, und daß die Restverdampfungskammer (7) oberhalb des gemeinsamen Ein- (4) und
Auslasses (5) vorgesehen ist und Leitrollen (15) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitrollen (15) beheizbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugventilatoren (10) der
Verschlüsse (6) über Kühlvorrichtungen (12) mit einem gemeinsamen Kondensatsammler (19), der auch
mit der Restverdampfungskammer (7) verbunden ist, in Verbindung steht.
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