DE2931753C2 - Verfahren zur Herstellung von vicinalen Alkylenglykolen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von vicinalen AlkylenglykolenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von innen- und endständigen vicinalen Alkylenglykolen
mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen durch Hydrolyse eines entsprechenden Epoxyalkans bei erhöhten Temperaturen
und Drücken.
Nach älteren bekannten Verfahren werden Alkylenoxide in Gegenwart eines Katalysators mit einem großen
WasserüberschuB erhitzt. Der Wasserüberschuß verhindert zwar die unerwünschte Bildung von Di-, fri- und
Polyalkylenglykolen, hat aber andererseits die nachteilige Folge, daß nur verdünnte Alkylenglykollösungen
2» anfallen. Für die technische Herstellung von vicinalen Glykolen sind diese Verfahren weniger geeignet, well die
Aufarbeitung der verdünnten Glykollösungen viel Energie und einen hohen apparativen Aufwand erfordert.
Überdies betragen die Ausbeuten selbst bei vergleichsweise langen Reaktionszeiten nur etwa 90% der Theorie.
Es sind auch neuere Verfahren bekannt, bei welchen ohne oder mit geringem Wasserüberschuß Ausbeuten
von ca. 97* erzielt werden.
Nach einem in der DE-OS 17 93 247 beschriebenen Verfahren werden Alkylenoxide, insbesondere Äthylenoxid
und Propylenoxid in Gegenwart von Kohlendloxid unter einem Druck von 10 bis 180 bar bei einer Temperatur
von 80 bis 220° C unter Anwendung eines Alkalimetallhalogenide oder einer quaternären Ammoniumverbindung
als Katalysator der Hydrolyse unterworfen. Hierbei bildet sich aus dem Alkylenoxid, Wasser und
Kohlendioxid zunächst ein Alkylencarbonat, welches anschließend mit Wasser unter Abspaltung von Kohlendi-
}« oxid das gewünschte vicinale Glykql bildet. Vorzugsweise wird die Hydrolyse in Gegenwart von basischen Verbindungen,
z. B. Carbonaten, Bicarbonaten oder Alkalimetallhydroxiden durchgeführt um die Bildung von Dialkylenglykolen
zu verringern und den Prozeß zu beschleunigen. Nicht überwunden wurde bei diesem neuen
Verfahren der Nachteil, daß die Reaktionszeiten vergleichsweise lang sind. Nachteilig ist dieses Verfahren auch
"..-isofern, als die erforderlichen Katalysatoren nicht restlos vom Reaktionsprodukt abgetrennt werden können.
Der Halogenidgehalt der anfallenden Glykole ist so hoch, daß sie für bestimmte Einsatzgebiete nicht geeignet
sind. Abgesehen davon ist dieses bekannte Verfahren bei Einsatz von höheren, wasserunlöslichen Epoxlden
auch hinsichtlich der Ausbeute wenig vorteilhaft, da die Umsetzung in heterogener Phase erfolgt. Aus diesem
Grunde kommt auch hler eine kontinuierliche Umsetzung höherer Alkylenoxide nicht In Betracht. Ein speziell
für die Herstellung von Äthylenglykol verbessertes Verfahren Ist in der DE-OS 21 41 470 beschrieben. Als
■"ι Katalysatoren werden anstelle der Halogenverbindungen Alkallsalze aliphatischen, allcyclischer oder ein- oder
mehrkerniger aromatischer Mono- oder Dicarbonsäuren sowie allphatischer oder aromatischer Hydroxycarbonsäuren
eingesetzt. Hierdurch wird eine Verbesserung der Glykolqualltät erzielt.
Für die Herstellung Innenständiger, endständiger und cyclischer vlclnaler Glykole mit 8-30 Kohlenstoffatomen
Ist aus den DE-OS 21 09 453 und 22 03 806 ein Verfahren bekannt, wonach die wasserunlöslichen Epoxide
in Gegenwart von alkalisch wirkenden Verbindungen unter starkem Durchmischen bei Temperaturen von 150
bis 300° C und unter den sich dabei einstellenden Drücken (ca. 30 bis 60 bar) gespalten werden. Als alkalisch
wirkende Verbindungen kommen hierbei Alkalihydroxide zur Verwendung. Nachteilig bei diesem Verfahren Ist,
daß auch hier die Umsetzung In heterogener Phase erfolgt und daher eine starke Durchmischung des Reaktlon·:-
gemlsches erforderlich ist. Da außerdem Reaktionszeiten von einer halben bis zwei Stunden benötigt werden. Ist
in auch dieses Verfahren nicht für die technische kontinuierliche Herstellung von höheren vicinalen Glykolen
geeignet.
Ferner Ist aus der DE-OS 22 56 907 ein Verfahren zur Herstellung vlclnaler Glykole bekannt, bei welchem die
Hydrolyse mil wäßrigen Lösungen von Salzen allphatischer Mono- und/oder Polycarbonsäuren bei Temperaturen
oberhalb 1000C, vorzugsweise 200 bis 300° C, gegebenenfalls In Gegenwart von Lösungsvermittlern durchge-
v führt wird. Die Hydrolyse erfolgt in 1-20, vorzugsweise 2-5 gewichtsprozentigen Salzlösungen. Der Lösungsvermittler,
vorzugsweise ein wasserlösliches Keton oder ein cyclischer Äther, Insbesondere Aceton, Dloxan
und/oder Dioxolan, werden In Mengen von 0,5-2 Gewichtstellen pro Gewichtstell Epoxld eingesetzt. Zwar
werden bei diesen Verfahren zum Teil recht gute Ausbeuten und kurze Reaktionszelten erzielt, jedoch muß
auch bei diesem Verfahren das Reaktionsgemisch durchmischt werden. Nachteilig Ist bei diesem Verfahren
Λ'ι auch, daß vergleichsweise teure Hllfsstoffe benötigt werden.
Es wurde nun Überraschend gefunden, daß man auch ohne Anwendung teurer Katalysatoren und Lösüngsvermlttler
sowie ohne mechanische Durchmischung des Reaktionsgemisches bei kurzen Reaktionszelten höhere
vicinale Glykole In sehr hohen Ausbeuten erhält.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von vicinalen Alkylenglykolen mit 6 bis 24
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von vicinalen Alkylenglykolen mit 6 bis 24
6^ Kohlenstoffatomen durch Hydrolyse des entsprechenden Epoxlalkans unter erhöhter Temperatur und erhöhtem
Druck In Gegenwart von COj und eines basischen Katalysators aus der Gruppe der Carbonate, Bicarbonate und
Hydroxide der Alkall- und Erdalkalimetalle, das dadurch gekennzeichnet Ist, daß die Hydrolyse bei Temperaturen
von 200-350' C und unter COj-Drücken von 100-300 bar durchgeführt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl bei Innenständigen als auch bei endständigen Epoxyalkanen
anwendbar. Die Ausgangsverbindungen können eine oder mehrere Epoxygruppen enthalten. Die Kohlenwasserstoffreste
können auch verzweigt sein und/oder inerte Substltuenten wie beispielsweise Halogenatome, Äthergruppen,
Carboxylgruppen oder heterocyclische Reste tragen. Es können auch die bei der Epoxidation von Olefinen
erhältlichen Epoxldgemischc- eingesetzt werden. Beispiele geeigneter Epoxide sind 1.2-Epoxyhexan, 1.2-Epoxyoctan,
3.4-Epoxyoctan, 1.2-Epoxydodecan, 1.2-Epoxyhexadecan; 1.2-Epoxyoctadecan, 1.2-bpoxyheptadecan,
1.2.7.8-Diepoxyoctan sowie Gemische dieser Epoxyalkane wie z. B. Cu-Ci6 oder Cis-Cu Gemische von
1.2-Epoxlden.
Als basische Katalysatoren eignen sich die Carbonate, Bicarbonate und Hydroxide der Alkall- und Erdalkalimetalle,
vorzugsweise der Metalle Natrium und Kalium. Vorzugswelse werden Natriumcarbonat und Natriumblcarbonat
eingesetzt. Der basische Katalysator wird In einer Menge von 0,1 bis 5, vorzugsweise von 0,1 bis
2 Gew.-SB, bezogen auf das Gemisch aus Alkylenoxid und Wasser, angewendet.
Die für die Hydrolyse benötigte Wassermenge Ist beim erfindungsgemäßen Verfahren nicht kritisch. Infolge
seines Kohlendioxid-Gehaltes bildet das Reaktionsgemisch unter Reaktionsbedingungen eine homogene Phase.
Im Falle der Alkylenglykole mit 8 Kohlenstoffatomen scheidcl sich das Reaktionsgemisch nach dem Entfernen
des Kohlendioxids In zwei voneinander leicht trennbare Phasen. Die wäßrige Phase, welche den basischen Katalysator
enthält, kann, gegebenenfalls nach einem Extraktionsprozeß mit Äther, Im Kreislauf geführt werden.
Die Hydrolysetemperatur beträgt wenigstens 2000C. Vorzugsweise Hegt sie Im Bereich zwischen 250 bis
280° C. Hydrolysetemperaturen von mehr als 350° C sind aus Ökonomischen Gründen und wegen Neben- und
Zersetzungsreakiionen der Reaktionsteilnehmer zu vermeiden.
Eriindungswesenüich isl, daß die Hydrolyse unter einem vergleichsweise hohen Cd-Druck von 100 bis
300 bar durchgeführt wird. Es hat sich nämlich gezeigt, daß unter diesen Bedingungen eine Homogenisierung
des Reaktionsgemisches erfolgt und überraschenderweise hierbei eine wesentliche Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit
und der Selektivität erzielt werden. Während bei den bekannten Verfahren Reaktionszelten von
einer halben bis zwei Stunden erforderlich sind, ist beim erfindungsgemäßen Verfahren die Umsetzung bereits
nach wenigen Minuten abgeschlossen. In der Regel liegen die Reaktionszeiten im Bereich von 5 bis 30 Minuten.
Hierbei lassen sich praktisch quantitative Epoxid-Umsätze und 98-100«ige Glykolselcktivitäten erzielen.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es nicht erforderlich
ist, das Reaktionsgemisch ständig zu durchmischen. Dadurch gestaltet sich die Durchführung des erfindungsgt
mäßen Verfahrens wesentlich einfacher als bei den bekannten Verfahren. Da außerdem die Reaktionszeiten sehr
kurz sind, Ist es bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens nunmehr möglich, die Hydrolyse von
höheren, wasserunlöslichen Epoxy^kanen zu den entprechenden vlclnalen Glykolen nunmehr großtechnisch
auch In kontinuierlicher Welse durchzuführen, beispielsweise in einem Röhrenreaktor.
Die Durchführung des erfindüngstr mäßen Verfahrens In diskontinuierlicher Arbeitsweise erfolgt zweckmäßig
so, daß das Epoxyalkan, Wasser und der basische Katalysator In einem Druckreaktor vorgelegt und so viel CO2
eingeleitet wird, daß sich der gewünschte CO2-Druck nach Erreichen der gewünschten Reaktionstemperatur
einstellt. Bei der kontinuierlichen Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird beispielsweise das
Gemisch aus Epoxyalkan, Wasser und basischem Katalysator zusammen mit CO2 unter den angegebenen Bedingungen
durch einen Röhrenreaktor geführt.
Das vicinale Alkylenglykol wird nach der Abtrennung des Kohlendloxids und der wäßrigen Phase gewonnen.
In Wasser lösliche Alkylenglykole wie Hexandiol-1.2 und In Wasser gelöste Anteile werden durch eine Extraktion
mittels Äther aus der wäßrigen Phase abgetrennt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich gegenüber den bekannten Verfahren nicht nur durch höhere
Ausbeuten, Selektivitäten und größere Reaktionsgeschwindigkeit aus, sondern auch durch die Reinheit der
erhältlichen Produkte.
Höhere vicinale Glykole stellen wertvolle Substanzen dar, sie werden In der Technik als Zwischenprodukte für
organische Synthesen zur Herstellung von Schmiermitteln, Salbengrundlagen, Beschichtungen, Weichmachern
und Schaumstabilisatoren verwendet.
Die Erfindung wird durch folgende Ausführungsbeispiele näher erläutert.
In einem Edelstahlautoklaven wird zunächst die Epoxyverblndung mit der 3 bis 5-fachen Gewichtsmenge an
5%lger Soda- oder Natrlumcarbonatlösung zusammengegeben.
Nach Verschließen des Autoklavens wird soviel CO2 aufgedrückt, daß bei gewünschter Temperatur der In der
nachstehenden Tabelle angegebene Druck erreicht wird.
So wird z. B. in einem 100 ml Thledig-Autoklav nach der Beschickung mit 5 g 1,2-Epoxydecan, 5 ml 5%lger
NaHCOj-Lösung und 20 g CO2 bei 250 bis 26O0C ein Druck von 128,4 bar erreicht. Bei Verwendung eines 21-Hubrührautoklavens
entsteht nach Zugabe von 180 g 1,2-Epoxloctadecan, 750 ml einer 5%lgen NaHCO3-Lösung
und 450 g CO3 bei 250° C ein Druck von 236,2 bar. »
Man erhitzt nun auf die In der Tabelle angegebene Temperatur, läßt den Ansatz während der in der Tabelle
angegebenen Zeit ausreagieren, kühlt auf ca. 100° C ab und beginnt mit dem Entspannen des CO2-Druckes
unter weiterem Abkühlen bis Normaldruck bei Ra'imtemperatur. Anschließend werden die beiden Schichten des
jeweiligen Versuches getrennt und die wäßrige Phase ggf. mit Äther extrahiert. Ohne weitere Reinigung werden
auf diese Weise Produkte erhalten, die eine Reinheit von 94% aufweisen (ermittelt nach der Dlolbestlmmungsmethode
mit HJO4). Höhere Reinheiten erzielt man durch Umkrlstalllsatlon mit n-Hexan.
| Beisp Nr. |
Ausgangs verbindung 1 ] |
29 | 250 | 31 | 753 | 15 | Umsatz (%) |
Selektivität (%) |
Fp 0C des Alkylenglykol- Rohproduktes |
|
| 1 | 1,2-Epoxyhexarj | 3ewichts- RkL- /erhältnis temp. Epoxid : H2O (0C) |
250 | Druck Reaktions- bei Rkt.- zeit temp, (bar) (min) |
15 | 100 | 94 | n. b. | ||
| 2 | 1,2-Epoxydecan | I :3,5 | 250 | 118,6 | 20 | 100 | 97 | 45-46 | ||
| 3 | 1.2-Epoxydodecan | 1 :5 | 270 | 128,4 | 25 | 98 | 98 | 58-60 | ||
| 4 | 1 ^-Epoxyoctadecan | 1:4,2 | 285 | 118,6 | 25 | 97 | 94 | 76-77 | ||
| IO | 5 | 1,2-Epoxyeicosan | 1:4,2 | 250 | 236,2 | 15 | 96 | 94 | 82-83 | |
| 6 | Innenständiges Epoxihexadscan- Gemisch |
:5 | 225 | 265,6 | 15 | 100 | 92 | n. b. | ||
| Ϊ5 | 7 | Epoxyölsäure Na-SaIz |
I :5 | 216,6 |
Bei Versuch Nr. 7 wurde vor der Trennung der Phasen mit Mineralsäuren angesäuert.
n. b. = nicht bestimmt. Betrifft Produkte die schlecht kristallisieren. |
100 | 93 | 93-94 | ||
| I :5 | 155,8 | |||||||||
| 20 | ||||||||||
| 25 | ||||||||||
| 30 | ||||||||||
| 35 | ||||||||||
| 40 | ||||||||||
| 45 | ||||||||||
| 50 | ||||||||||
| 55 | ||||||||||
| 60 | ||||||||||
| 65 | ||||||||||
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von vicinalen Alkylenglykolen mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen durch
Hydrolyse des entsprechenden Epoxyalkans unter erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck in Gegenwart
von CO2 und eines basischen Katalysators aus der Gruppe der Carbonate, Bicarbonate und Hydroxide der
Alkali- und Erdalkalimetalle, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydrolyse bei Temperaturen von
200 bis 350° C und uater COj-Drücken von 100-300 bar durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydrolyse bei einer Reaktionstemperatur
von 250-280° C durchführt.
Priority Applications (5)
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| DE2931753A DE2931753C2 (de) | 1979-08-04 | 1979-08-04 | Verfahren zur Herstellung von vicinalen Alkylenglykolen |
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