DE289984C - - Google Patents

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DE289984C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B38/00Porous mortars, concrete, artificial stone or ceramic ware; Preparation thereof
    • C04B38/06Porous mortars, concrete, artificial stone or ceramic ware; Preparation thereof by burning-out added substances by burning natural expanding materials or by sublimating or melting out added substances
    • C04B38/063Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B38/0635Compounding ingredients
    • C04B38/0645Burnable, meltable, sublimable materials
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02WCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
    • Y02W30/00Technologies for solid waste management
    • Y02W30/50Reuse, recycling or recovery technologies
    • Y02W30/91Use of waste materials as fillers for mortars or concrete

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description

von Zuckerrübenwäschen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Juni 1914 ab.
Den den Zuckerfabriken gelieferten Zuckerrüben hängt am Wurzelende eine erhebliche Menge fetten Bodens an, der nur durch kräftige Wäsche entfernt werden kann. Die Wäschereien sind so eingerichtet, daß die Waschabwässer in einen Teich zum Absetzen der lehmigen, tonigen und erdigen Bestandteile, untermischt mit feinen Wurzelfasern, geleitet werden. Das abgeklärte Wasser wird
ίο am anderen Teichende wieder abgezogen, um wiederholt zum Waschen Verwendung zu finden, so daß ein Kreislauf des Waschwassers stattfindet. In dem Teiche setzen sich zunächst dem Einlaufe naturgemäß die schwersten Sinkstoffe, wie Sand und Steine, ab, die eine fast scharf getrennte Ablagerung gegenüber den Schlammassen aus lehmigen, erdigen und tonigen Bestandteilen, Untermischt mit den leichten, dünnen Wurzelfasern, bilden. Die Sandmassen sind ohne weiteres für Bauzwecke zur Herstellung von Mörtel u. dgl. verwendbar und sind für die weitere Verwertung auch von geringerer Bedeutung. Anders ist das mit den ziemlich gewaltigen Schlammmassen, die sich bei mittleren und größeren Rübenzuckerfabriken innerhalb der Kampagne ansammeln. Es handelt sich hier durchschnittlich bei einer Verarbeitung von etwa 1000 000 Zentnern Rüben um die Entstehung von etwa 4ooocbm Schlammassen. Diese Massen gilt es jedes Jahr nach der Kampagne aus dem Absetzteiche zu entfernen, um den Teich für die Aufnahme der Schlammassen im nächsten Jahre frei zu machen. Zu dem Zwecke wur
den bisher die Schlammassen ausschließlich auf die benachbarten Äcker gefahren, wo sie ausgebreitet wurden. Die ziemlich fetten und dichten Massen machen aber die Oberfläche des Ackers derart undurchlässig, daß ein mit Schlamm bedeckter Acker zwei Jahre und länger nur mit Hackfrüchten bestellt werden kann. Die Äcker verlieren also zunächst an Wert. Die Düngfähigkeit der Schlammassen ist infolge der verhältnismäßig geringen Beimischung organischer Stoffe sehr gering, so daß auch für die folgenden Jahre eine eigentliche Verbesserung des mit Schlamm befahrenen Ackerbodens nicht stattfindet. Die Ackerbesitzer sind deshalb auch nur ungern Abnehmer der Schlammassen. Nicht selten müssen außer den ■ erheblichen Kosten der Ausschachtung und Abfuhr der Schlammassen noch Entschädigungen an die Ackerbesitzer gezahlt werden. Mindestens verlangen diese Ersatz für die für den Getreidebau bestimmten Ackerteile. Bei günstiger Absatzgelegenheit an die umliegenden Äcker betragen die Kosten für die Ausschachtung und Abfuhr von etwa 4000 cbm Schlammasse immerhin gegen 5 000 Mark im Jahre. Diese 5000 Mark stellen unmittelbare Unkosten dar. Sie zu beseitigen und gleichzeitig noch einen Nutzen aus besserer Verwertung der vorhandenen Schlammassen zu erzielen, ist der Zweck des Verfahrens gemäß der Erfindung, welches darin besteht, daß die Schlammassen preßfähig getrocknet und zu Ziegeln gepreßt und gebrannt werden.
Es sei bemerkt, daß das Brennen von Ziegeln aus Flußschlamm und Schwemmsand bekannt ist. Diese Schlamm- und Schwemmsandmassen eignen sich aber nicht ohne weiteres zur Verziegelung, sondern bedürfen des Zusatzes von Bindemitteln. Das macht das bekannte Verfahren teuer und unwirtschaftlich.
Die Schlammassen der Rübenwäschen dagegen sind, da sie keinerlei grobe Beimischungen, wie Steine o. dgl., und wenig oder gar keinen Sand, aber viel bindefähige Bestandteile in Form von fettem Ton und Lehm enthalten, unmittelbar preßfähig. Ihre Zusammensetzung ist eine fast durchaus gleichmäßige. Jedenfalls ist sie gleichmäßiger als bei gewachsenem Boden. Die Schwindung beim Brennen ist verhältnismäßig gering. Da beim Brennen die organischen Beimischungen, insbesondere die feinen Wurzelfasern ausbrennen oder verkohlen, so sind die gebrannten Steine etwa 15 Prozent leichter als aus Lehm gebrannte Steine, deren Rohmasse man zum Zwecke der Erleichterung erst organische Stoffe
o. dgl. zusetzen muß.
Die Schlammassen der Rübenwäsche eignen sich zur Herstellung von Hintermauerungssteinen und insbesondere von Hohlsteinen für leichte Wände und Deckenwölbsteine. Sie sind porös und doch sehr dicht und lassen sich in jeder Richtung glatt teilen.
Die genügende Trocknung der Schlammassen erfolgt an der Luft.
Etwa 4000 cbm Schlammasse ergeben etwa 2 000 000 Ziegel mit einem Verkaufswert von mindestens 36000 Mark, so daß eine Verzinsung der Ziegeleianlage von etwa 8 bis 10 Prozent gegeben ist. Dazu kommt noch die Ersparnis von etwa 5 000 Mark für die für die Zuckerfabrik nutzenlose Aus- und Abfuhr der Schlammassen. Man kann somit bei der bereits angenommenen Herstellung von 2000000 Ziegeln auf einen Rein verdienst von 12000 bis 13000 Mark jährlich aus den verwerteten Schlammassen rechnen, statt wie bisher zur Beseitigung der Schlammassen 5000 Mark aufwenden zu müssen.
Von den erzeugten Ziegeln kann ein erheblicher Teil bereits bei den alljährlich notwendig werdenden Um-, Reparatur- und Neubauten der Zuckerfabrik selbst Verwendung finden. Der Rest wird meist in der nächsten Umgebung abzusetzen sein, und zwar zu verhältnismäßig guten Preisen, weil es sich um einen guten Stein von großer Gleichmäßigkeit handelt, wie er aus anderen Ziegeleien nur zu erheblich höheren Preisen erhältlich ist.
Von besonderer Bedeutung ist das neue Verfahren für diejenigen Zuckerfabriken, welche keine eigenen Ländereien für die Verwendung der Schlammassen in der Ackerwirtschaft besitzen.
Einen besonderen Vorteil hat das vorliegende Verfahren noch für den Rübenbau insofern, als es durch das Brennen des Rübenwäschesch'.ammes zu Ziegeln vollständige Vernichtung der Rübennematoden, die in dem von den Rüben abgewaschenen Boden enthalten sind, gewährleistet, abgesehen davon, daß infolge anderwertiger Verwendung der Schlammassen diese und mit ihnen die Nein atoden nicht mehr auf die Rübenäcker zurückgebracht werden, was bisher nach den Forschungen von Professor Dr. K ü h η baldige Rübenmüdigkeit des Bodens zur Folge hatte. Die Ausrottung der Nematoden ist für rübenbauende Gegenden unmittelbar eine Lebensfrage, die man bisher nur durch Anbau von sogenannten Fangpflanzen zu lösen versucht hat.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Verwertung des nach dem Sand abgesetzten Klärteichschlammes von Zuckerrübenwäschen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlammassen preßfähig getrocknet und zu Ziegeln gepreßt und gebrannt werden.
DENDAT289984D Expired DE289984C (de)

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DE289984C true DE289984C (de) 1900-01-01

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