DE286100C - - Google Patents

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DE286100C
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glue
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09HPREPARATION OF GLUE OR GELATINE
    • C09H3/00Isolation of glue or gelatine from raw materials, e.g. by extracting, by heating

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 286100 KLASSE 221 GRUPPE
OTTO RUF in MÜNCHEN. ;
Die bisherige Behandlung von Knochenmaterial zwecks Entleimung 'erfolgt in sogenannten Dämpfern, d. h. geschlossenen Behältern, in welchen das Knochenmaterial gespanntem Wasserdampf eine Zeitlang.. ausgesetzt und darauf mit kochend heißem Wasser überfüllt wird. Durchi die Dämpfung wird der Leim gebildet und durch den Wasserüberguß der entstandene : Leim
ίο ausgelaugt, welcher als sogenannte Leimsuppe abgezogen wird. Durch mehrfaches Wiederholen des Dämpfens und Wasserüberfüllens kann der größte Teil der Leimsubstanz aus dem Knochenmaterial entfernt werden, welches dadurch immer brüchiger und weicher wird, so daß hernach eine Ansammelung dieses Materials in Haufen zum Zwecke der Fermentierung und Trocknung möglich ist. Das getrocknete Produkt, welches als entleimter Knochenschrot bekannt ist, kann entweder als solches in den Handel gebracht oder zu Knochenmehl vermählen werden. Größere Knochenleimfabriken trocknen den Knochenschrot auf Plandarren oder rotierenden Trokkentrommeln.
Diese Behandlungsart des Knochenmaterials ergibt einerseits nur eine ungenügende Ausbeute an Leim, da noch ein wesentlicher Prozentsatz in dem Knochenschrot unaufgeschlossen verlorengeht, andererseits auch eine unvollständige Gewinnung des entleimten Knochenschrots, da insbesondere bei seiner künstlichen Trocknung ziemlich viel durch Staubbildung verlorengeht.
Diese Nachteile werden nun durch das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung beseitigt.
Sein Kennzeichen beruht darin, daß man das Knochenmaterial während des Entleimungsvorganges ein- oder mehrmals aus den Dämpfern entfernt und unmittelbar nach der Entnahme in noch heißem Zustande einem. Preß Vorgang ,unterzieht, bis das völlig entleimte Material durch einen letzten Preßvorgang die Form von festen Kuchen oder Briketts anzunehmen imstande ist.
Durch die Zwischenschaltung der Pressungen des Knochenmaterials in die Entleimungsstufen wird erreicht, daß die in den Poren zurückgehaltenen Leimreste nahezu gänzlich ausgetrieben werden, wodurch die Gesamtausbeute an Leim bzw. Gelatine gegenüber der bisherigen Behandlungsweise beträchtlich erhöht wird. Die schließliche Überführung des Knochenmaterials in die Form von harten und festen Kuchen oder Briketts beliebiger Gestalt ergibt den für die Weiterverwertung des entleimten Knochenmaterials in der Industrie, dem Gewerbe und der Landwirtschaft günstigsten Beschaffenheitszustand. Da die Preßlinge nur mehr einen geringen Feuchtigkeitsgehalt besitzen, so bedürfen sie keiner künstlichen Endtrocknung und ist ferner die in hygienischer Hinsicht sehr lästige Staubbildung, von dem dadurch bedingten Materialverlust ganz abgesehen, beseitigt.
Der bei den Pressungen zur Anwendung gelangende Druck hängt von dem Rohmaterial ab und wird mit der fortschreitenden Behandlung gesteigert.
Auf beiliegender Zeichnung ist eine zur Ausführung des Verfahrens dienende Entleimungseinrichtung schematisch veranschaulicht.
Hierbei sind mit a, b, c, d, e und f die gebräuchlichen Dämpfer bezeichnet, welche von der Heißwasserzuführleitung g mittels der Abzweigungen h mit Heißwasser überfüllt werden können. Das Knochenmaterial wird nach Entfernen der Deckel i eingebracht und nach Abnahme der unteren Stutzenverschlußplatten k entfernt. Die unten an die Dämpfer angeschlossene Abführleitung / für die
ίο Leimsuppe dient auch gleichzeitig als Dampfzuleitung; von ihr sind unter Zwischenschaltung geeigneter Ventile die Leitungen m abgezweigt, die in , die Oberteile der einzelnen Dämpfer münden.
Die Pressen n, 0, ft, welche als hydraulische oder mechanische Pressen mit Kniehebel-, Daumen- oder Spindelwirkung ausgeführt werden können, sind geeignet verteilt zwischen den Dämpfern oder seitlich von diesen angeordnet und mit einer Abführleitung q für die ausgepreßten Leimsuppenreste versehen.
Die Arbeitsweise kann hierbei derart erfolgen, daß in den Dämpfern a, c, e jeweils das Knochenmaterial gedämpft wird, während in den Behältern b, d, f die Auslaugung des Leimes stattfindet, so daß das aus den Dämpfern b, d und f entnommene Gut jeweils den Pressen n, 0, ft zugeführt wird. Während nun das in den Pressen η und 0 einem geringen, jedoch zweckmäßig zunehmenden Druck ausgesetzte Gut nach der Pressung jeweils in die Behälter c und e eingegeben und dort weiter gedämpft wird, besitzt das in der Presse ft einem hohen Druck ausgesetzte Material am Ende des Preßvorganges bereits kornpakte Form, und zwar je nach der Art der Presse die Gestalt eines Kuchens oder eines Briketts.
Bei dem zweiten Behandlungsvorgang wird die Rolle der Behälter a, c, e und b, d, f vertauscht, indem letztere zur Dämpfung, erstere zur Auslaugung dienen. Hieran reiht sich wieder die erstbeschriebene Behandlungsart usf.
Selbstverständlich ist man bei der Ausführung des Verfahrens nicht an die dargestellte Einrichtung gebunden und wird in vielen Fällen bereits durch die Einschaltung eines Preßvorganges bzw. der Endpressung allein die Ausbeute gegenüber dem bisherigen Verfahren wesentlich erhöht werden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Entleimung von Knochenmaterial durch Dämpfung, · dadurch gekennzeichnet, daß man das Knochenmaterial während des Entleimungsvorganges ein- oder mehrmals aus den Dämpfern entfernt und unmittelbar nach der Entnahme in noch heißem Zustande einer Pressung unterwirft, bis das völlig entleimte Material durch eine letzte Pressung die Form von festen Kuchen oder Briketts annimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßdruck mit der fortschreitenden Entleimung des Knochenmaterials gesteigert wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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