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Die Erfindung betrifft eine Umlaufgurtband-Prüfanlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Die erfindungsgemäße Umlaufgurtband-Prüfanlage dient zur Dauerbeanspruchung bzw. zur Dauerwechselbeanspruchung von Prüflingen, die aus einem Abschnitt eines Fördergurtes bestehen und daher die natürliche Breite des Fördergurtes, jedoch eine begrenzte Länge aufweisen. Auf diese Weise lassen sich objektive Maßstäbe für die Beurteilung der Standzeiten von Fördergurten gewinnen, die insbesondere im Untertagebergbau besonders hohen Anforderungen und Belastungen unterliegen.
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Aus der Zeitschrift f+h-fördern und heben 27, Nr. 9 (1977), Seiten 825-830, insbesondere Abb. 6 ist bereits eine Umlaufgurtband-Prüfanlage bekannt, bei der auf einem Grundrahmen an jeder Seite neben dem Bandgerüst je ein Druckmittelzylinder befestigt ist und die Kolbenstangen dieser Zylinder die Achslager der Trommel tragen. Bei Belastungsversuchen ist es schwierig, ein Verkanten dieser Trommel in der vertikalen Achsebene auszuschließen. Solche Verkantungen haben ein Schieflaufen des Gurtprüflings zur Folge und stören oder vereiteln den betreffenden Versuch, wenn sie auftreten. Nachteilig wirkt sich ferner aus, daß die Zylinder viel Raum beanspruchen, weil ihre Durchmesser und Längen nicht beliebig verkleinert werden können. Das führt zu einer raumaufwendigen Bauweise der Prüfanlage und zu unpraktischer Handhabung, weil z. B. das Auf- und Ablegen eines Prüflinges von der Seite her nicht möglich ist. Diese Nachteile haben auch zur Folge, daß die Art der Belastungen begrenzt ist, weil z.B. eine Torsionsbeanspruchung des Gurtes ausgeschlossen ist und eine optimale Auslegung des Antriebs- und des Abbremssystemes von vornherein verhindert wird.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, durch eine andere Anordnung der Druckmittelzylinder und der mit diesen zusammenwirkenden Trommellager die Voraussetzungen für eine praktischere Handhabung, günstigere Laufbedingungen und neuartige Belastungsmöglichkeiten des Fördergurtprüflings zu schaffen.
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Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß beide Druckmittelzylinder in der Längsachse des Bandgerüstrahmens hintereinander und ihre Kolben in Tandemanordnung auf einer Druckstange angeordnet sind, die als Längslager einer Schwinge dient, welche um die Druckstangenlängsachse schwenkbar und in einem Gabelkopf eine Welle der beweglichen Trommel aufnimmt.
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Hierdurch wird einerseits die gesamte Einrichtung, welche im wesentlichen aus den erwähnten Zylindern besteht und zum Spannen und zur pulsierenden Belastung des Fördergurtprüflings dient, in den Raum verlegt, welcher von dem umlaufenden Prüfling umschlossen ist. Dadurch wird wenigstens eine Seite des Bandgerüstes frei, so daß von dieser Seite der Fördergurtprüfling aufgelegt und abgenommen werden kann. Da auch die andere Seite des Bandgerüstes nicht mehr von Zylindern beansprucht wird, können auf dieser Seite Trommelantriebs- und -abbremssysteme untergebracht werden, die sich deswegen optimal auslegen lassen. Andererseits wird durch die Erfindung für die bewegliche Trommel ein Axiallager geschaffen, das Verdrehungen der Trommel in der vertikalen Ebene und den darauf beruhenden Schieflauf des Gurtprüflings ausschließt, aber Verdrehungen um die Längsachse des Prüflinges und damit das Simulieren von Torsionsbeanspruchungen, Kantenbeanspruchungen und gegen Biegungen zuläßt.
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Vorzugsweise wird die Erfindung so verwirklicht, daß der auf dar Kolbenseite beaufschlagbare Zylinder zur statischen Belastung und der nachgeschaltete, auf der Kolbenstangenseite belastbare Zylinder zur dynamischen Belastung dienen. Unter praktischen Bedingungen können mit einer solchen Anordnung ein 7,0 MN-Zylinder für statische Beanspruchung und ein 6,0 MN-Zylinder für die Pulsation eingesetzt und insgesamt 13,0 MN-Gesamtprüfkraft erzeugt werden. Hierbei sind die zusätzlichen Kräfte, die durch Trommelantrieb und Trommelabbremsung entstehen, nicht berücksichtigt.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist auf der Schwinge eine Rolle angebracht, für die eine Kulisse zur Führung der Schwenkbewegung der Schwinge vorgesehen ist. Dadurch lassen sich die erwähnten neuartigen Belastungen des Fördergurtprüflings steuern.
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Ferner ermöglicht die Erfindung die Berücksichtigung unterschiedlicher Längen des Fördergurtprüflings auf sehr einfache Weise. Das gelingt durch Distanzstücke zwischen dem Grundrahmen und einem die Welle der festen Trommel aufnehmenden Lagerbock. Dadurch werden nämlich die Nennachsabstände der beiden Trommeln verändert.
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Außerdem können gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die Lagerabstände durch Verschiebbarkeit des Trommellagerbockes auf dem das Bandgerüst aufnehmenden Grundrahmen und/oder des Gabelkopfes auf der Schwinge verändert werden.
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Die Einzelheiten, weiteren Merkmale und andere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform anhand der Figuren in der Zeichnung; es zeigen
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Fig. 1 schematisch, d.h. unter Fortlassung aller für das Verständnis der Erfindung nicht erforderlichen Einzelheiten eine Umlaufgurtband-Prüfanlage in Seitenansicht,
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Fig. 2 eine Draufsicht auf den Gegenstand der Fig. 1 und
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Fig. 3 eine Ansicht des Gegenstandes der Fig. 1, welche die bewegliche Trommel wiedergibt.
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Auf einem als Platte verwirklichten Grundrahmen 1 ist ein Bandgerüstrahmen 2 verlegt. Dieser weist die üblichen Oberbandtragrollensätze 3 in einfacher oder mehrfacher Anordnung auf und dient zum Aufspannen eines Fördergurtprüflinges 4, der als endlose Bandschleife um je eine Trommel 5 bzw. 6 umläuft. Die Trommel 6 ist über eine Welle 7, ein Getriebe 8, ein dem Getriebe vorgeschaltetes Schaltgetriebe 9 und einen Elektromotor 10 angetrieben. Der Umschlingungswinkel des Fördergurtprüflinges 4 um die Trommel 6 wird vergrößert durch eine Ablenktrommel 11 auf einem Bock 12, der den bedarfsweisen Einsatz der Ablenktrommel 11 ermöglicht.
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Die Welle 7 sitzt in einem Lagerbock 14, der sich seinerseits auf einem oder mehreren Distanzstücken 15 abstützt, welche als Widerlager zwischen dem Grundrahmen 1 und dem Lagerbock 14 dienen. Die Bemessung bzw. die Anzahl der Paßstücke 15 dient zur Einstellung des Abstandes der Achsen 16 bzw. 17 der Trommeln 6 bzw. 5.
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Die Trommel 5 sitzt auf einer Welle 17, welche in einem Gabelkopf 18 gelagert ist, der seinerseits auf einer Schwinge 19 angebracht ist. Die Schwinge 19 sitzt auf dem Ende 20 einer Druckstange 21, welche bei 22 und 23 axial geführt ist. Die Druckstange 20 sitzt an ihrem der Schwinge 19 abgewandten Ende an einem Tandemkolben. Der erste Kolben 24, der mit einer Stange 25 mit dem zweiten Kolben 26 verbunden ist, läuft in einem Zylinder 27, der bei 28 auf der Kolbenstangenseite belastbar ist. Der zweite Kolben 26 läuft in einem Zylinder 29, der auf der Kolbenseite bei 30 belastet werden kann. Der Zylinder 29 dient zur statischen Belastung der Schwinge 19 und damit des Fördergurtprüflings, während der Zylinder 27 zur dynamischen Belastung verwendet wird.
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Um die Achse 31 der Stange 21 läßt sich die Schwinge 19 verschwenken. An einer ihrer Seiten ist zu diesem Zweck eine Rolle 32 angebracht, die in einer Kulisse 33 läuft. Diese Einrichtung ermöglicht eine genaue Führung der Schwinge 19 bzw. der Trommel 5 beim Schwenken. Die Welle 17 ist an einer Kardanwelle 34 bei 35 und 36 raumbeweglich angeschlossen. Die Kardanwelle 34 stellt die Verbindung zum Abtrieb eines Getriebes 37 her, dessen Antrieb über ein Schaltgetriebe 38 erfolgt, das seinerseits mit einem Bremsmotor 39 angetrieben ist. Bei 40 ist das Gehäuse einer Pumpe wiedergegeben.