DE2845535C2 - Verfahren zum gleichmäßigen Färben von filzfrei ausgerüsteter Wolle mit Direktfarbstoffen - Google Patents

Verfahren zum gleichmäßigen Färben von filzfrei ausgerüsteter Wolle mit Direktfarbstoffen

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft das gleichmäßige Färben von mit einer Auflage aus einem Polyiminharz oder einem Polyacrylharz filzfrei ausgerüsteter Wolle mit Direktfarbstoffen.
Wollfasern, die einem »filzfrek-Ausrüstungs-Prozeß unterzogen worden sind - solche Wolle wird im allgemeinen als »Superwash« ausgerüstete Wolle bezeichnet und gilt als waschmaschinenfest - kann man bisher gleichmäßig in tiefen Tönen sowie mit befriedigenden Naßechtheitseigenschaften nur mit Reaktivfarbstoffen färben. Aufgrund seiner speziellen Vorbehandlung hält ein derartiger textiler Artikel den bei nicht ausgerüsteter Wolle nicht verlangten und auch nicht möglichen, härteren Beanspruchungen einer mehrmaligen Wäsche bei 60° C unter Mitverwendung perborathaltiger Haushaltswaschmittel stand, ohne zu verfilzen, und muß demzufolge auch entsprechend farbecht sein. Solche beispielsweise mit einem Überzug aus Kunststoffen wie einem Polyimin- oder Polyacrylharz versehene Wollfasern (vgl. u. a. Melliand Textilberichte 9/1971, Seite 1100, oder Journal of the Society of Dyers and Colourists, Vol. 88, Nr. 3/1972, Seiten 93—100) verhalten sich aber färberisch völlig anders als eine mit den erwähnten Harzen nicht umhüllte Wollfaser. Diese unterschiedliche Eigenschaft ist darauf zurückzuführen, daß durch die filzfrei-Ausrüstung neue affine Gruppen für die salzartige oder reaktive Bindung von Farbstoffen gebildet werden. Der auf die Faser aufgebrachte Film der Ausrüstung erhöht deutlich die Farbstoffaffinität, so daß das Ziel, gute Faser- und Flächenegalität der Färbungen zu erreichen, immer die Ausarbeitung eines besonderen Färbeverfahrens sowie die Auswahl geeigneter Hilfsmittel und färberisch optimal brauchbarer Farbstoffe voraussetzt. Dieses Erfordernis ist um so zwingender, als die üblichen Antifilzausrüstungen oder das Filzen herabsetzenden Behandlungen der Wolle wiederum die bei Polyamidfasern in charakteristischer Weise auftretenden materialbedingten Affinitätsunterschiede verstärken.
Werden jedoch für diesen Zweck die üblicherweise für die Erstellung von tiefen Nuancen sonst bewährten Metallkomplexfarbstoffe eingesetzt, dann reichen nach allgemeiner Ansicht bei den auf dieser ganz speziellen Wollfaser resultierenden Färbungen die Gebrauchsechtheiten keinesfalls aus. Besonders bei Schwarz-, Marineblau- oder Dunkelbraun-Tönen zeigen sich nach den obligatorischen Spezifikationen für Superwash-Maschenwaren und Handstrickgarn des Internationen Woll-Sekretariats, Abtlg. IWS Marke AG, im Falle von IWS-TM 174 (Prüfmethode für al-
i» kaiische Schweißechtheit) und von IWS-TM 193 (Prüfmethode für Waschechtheit) in dieser Hinsicht vollkommen unzureichende Ergebnisse. Zum Unterschied davon sind mit dieser Farbstoffklasse auf normaler, d. h. nicht filzfrei ausgerüsteter Wolle - wie
r> seit langem bekannt - sehr gute Echtheitseigenschaften zu erzielen.
Aus Melliand-Textilberichte 12/1968, Seiten 1444-1448, Textilveredlung 11/1976, Seiten 250-254 sowie aus den einschlägigen Musterkar-
4(i ten der Farbstoffhersteller ist darüber hinaus ebenso bekannt, beim Färben mit bestimmten Reaktivfarbstoffen, die für normale wie auch für filzfrei ausgerüstete Wollfasern geeignet sind, eine ammoniakalische Nachbehandlung der auf diese Weise erhaltenen Fär-
r· bungen zur Verbesserung der Naßechtheitseigenschaften (reaktive Bindung) durchzuführen. Diese zur Entfernung von nicht vollständig an die Faser gebundenen Farbstoffanteilen bzw. zur Vervollständigung der reaktiven Bindung der Farbstoffe an die Faser
->() vorgesehene Nachbehandlung durch Zugabe von Ammoniak zum Färbebad vor Ende der Färbezeit oder zur erschöpften Flotte erfolgt im allgemeinen während 15 Minuten bei 80° bis 100° C, bei genau definierten pH-Werten zwischen 7,5 und 8,5. Nun
ν-, sind Ammoniak und Seife zwar für die Nachwäsche von Wolle seit langem gebräuchlich, jedoch hat man Ammoniak erst in den letzten Jahren ausschließlich zur Naßechtheitsverbesserung bei Reaktivfarbstoffen angewandt. Analoge Maßnahmen mit gleicher Zliel-
w) setzung unter Zuhilfenahme von alkalisch reagierenden Verbindungen bei Siedetemperatur der Flotte bzw. wenig unterhalb davon wurden auch schon für Färbungen auf nicht-filzfrei ausgerüsteter Wolle mit nichtreaktiven, sulfonierten Kupferphthalocyaninen
hi gemäß DE-PS 1258821 ins Auge gefaßt.
Nun ist aber außerdem bekannt, daß substantive Farbstoffe im allgemeinen nicht zum Färben von nicht-filzfrci ausgerüsteter Wolle geeignet sind und
nur ungenügende Echtheitseigenschaften aufweisen. Allein von einzelnen Substantiven Farbstoffen weiß man, daß sie in starker Abhängigkeit von ihrer chemischen Struktur auch normale Wolle anfärben können. Von solchen, die Wolle nicht reservierenden Direktfarbstoffen wird jedoch lediglich zum Färben sogenannter Halbwolle (Mischung aus Wolle und Cellulosefasern) Gebrauch gemacht. Hohe Echtheitsanforderungen sind allerdings an derartige Halbwollfärbungen nicht gestellt worden. Bei erhöhten Ansprüchen in dieser Hinsicht genügte meistens eine Nachbehandlung mit einem kationischen Produkt.
Nach H. Rath, »Lehrbuch der Textilchemie« 3. Auflage 1972, Seiten 384, 395 sowie 401 entstammt der Großteil der zuvor erwähnten Substantiven Farbstoffe der Gruppe der Dis- bzw. Polyazofarbstoffe und kommt in erster Linie nur für das Färben von CtHuiosefaser.Tiaterial in Betracht, wohingegen die zum Färben der Wolle geeigneten Säurefarbstoffe in der Hauptsache Monoazofarbstoffe darstellen. Entsprechend ihrer chemischen Konstitution weisen die Substantiven Farbstoffe meist mehrere (3 oder mehr) SO3H-Gruppen auf.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nunmehr darin, den Einsatz von Direktfarbstoffen auf mit Polyimin- oder Polyacrylharzen filzfirei ausgerüsteten Wollfasern zu ermöglichen. Damit sollen vor allem dunkle Farbtöne mit dieser Farbstoffklasse mit guten Naßechtheitseigenschaften im Ausziehprozeß erzeugt werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man die bereits filzfrei ausgerüstete Wolle aus schwach saurem Medium mit einer wäßrigen Lösung eines oder mehrerer nicht-faserreaktiver substantiver Azofarbstoffe, welche drei oder mehr SuI-fonsäure bzw. Sulfonatgrupen im Molekül aufweisen, bei Temperaturen von 100° bis 106° C nach der Ausziehmethode färbt.
Nach dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung färbt man die Ware unter den auch beim Färben von normaler Wolle üblichen Bedingungen bei Kochtemperatur oder im HT-Bereich zwischen 103° und 106 ^ C vorzugsweise essigsaurem Bade und erhält innerhalb sehr kurzer Zeit vollständig ausgezogene Färbebäder. Entsprechend dem Ausziehgrad der Farbstoffe ist der Farbstoffeinsatz dabei als niedrig anzusehen.
Die so erhaltenen Färbungen auf der filzfrei ausgerüsteten Wolle weisen bei den vom IWS (IWS-TM 193, IWS-TM 174) vorgeschriebenen und als Kriterium für die Brauchbarkeit der Färbung angesehenen Echtheitsprüfungen gegenüber der begleitenden Wolle (ebenfalls filzfrei ausgerüstet) sehr gute Echtheitseigenschaften auf. Gegenüber begleitenden CeI-lulosefasern sind die Echtheitssigenschaften freilich nicht immer voll genügend. Dieser Befund gilt sowohl für die Färbungen mit den metallfrei Substantiven Farbstoffen, als auch für solche, deren Naßechtheitseigenschaften sich bekanntlich durch eine Nachbehandlung mit Metallisierungsmitteln wie Kupfer- bzw. Chromsalzen verbessern lassen, als auch für Färbungen, die mit Formaldehyd oder kationischen Hilfsmitteln nachbehandelt worden sind.
In diesem Zusammenhang war es jedoch in keinem Fall vorherzusehen gewesen, daß die Naßechtheitseigenschaften der in der vorstehend angegebenen Weise erstellten Färbungen gegenüber begleitender Wolle so gut ausfallen wurden. Da die filzfrei ausgerüstete
Wolle den Substantiven Farbstoff beim Färben so begierig aufnimmt, konnte man eher erwarten, daß bei den Echtheitsprüfungen eventuell abgelöster - also unecht fixierter Farbstoff - sofort auf die begleitende, ebenfalls filzfrei ausgerüstete Wolle ziehen würde. Das ist indessen - wie die Tests ergeben haben - nicht tier Fall, denn der so abgelöste Farbstoff zieht allein auf begleitende Cellulosefasern.
Darüber hinaus wurde noch gefunden, daß die gegenüber begleitenden Cellulosefasern nicht immer ausreichenden Echtheitseigenschaften sich außerordentlich verbessern lassen, wenn man die mit Substantiven Farbstoffen nach dem neuen Prozeß auf filzfreier Wolle erhaltenen Färbungen nach Beendigung der eigentlichen Färbeoperation und gegebenenfalls Metallisierung 10 bis 30 Minuten mit einer wäßrigen Lösung von Ammoniak bei Temperaturen von 40° bis 60° C nachbehandelt.
Die zuvor beschriebene ammoniakalische Nachbehandlung der Färbungen mit den Direktfarbstoffen erfolgt - in der Regel ohne Zwischentrocknung entweder im erschöpften Färbebad, mithin ohne Flottenwechsel, oder es wird ein frisches Nachbehandlungsbad angesetzt. Dispergiermittel können, brauchen jedoch nicht zwingend diesem Nachbehandlungsbad zugefügt werden. Die angewendete Menge an Ammoniak schwankt zwischen 0,1 und 3 cnvVl, vorzugsweise werden 0,5 bis 2 cm Vl Ammoniak (25%ig) zugegeben. Dadurch wird ein schwach alkalisches Milieu im Verlauf des zuletzt erläuterten Verfahrensschrittes eingestellt. Anschließend an diese Nachbehandlung wird die gefärbte Ware gespült und zum Schluß abgesäuert. Der die Güte einer Färbung auf filzfrei ausgerüsteten Wolle steigende Effekt der ammoniakalischen Nachbehandlung wirkt sich beim Einsatz von Substantiven Farbstoffen viel stärker aus als bei Farbstoffen, die erwartungsgemäß gute Echtheitseigenschaften auf Wolle aufweisen. Die Verbesserung der Naßechtheitseigenschaften nach der vorliegenden Erfindung ist in dieser Höhe ausgesprochen überraschend und nicht vorhersehbar gewesen. Die nach dem neuen Verfahren erzielbaren Echtheitsverbesserungen erreichen eineinhalb bis zwei Echtheitsstufen des Graumaßstabes.
Es trifft zu, daß eine ammoniakalische Nachbehandlung von Wollfärbungen schon vom Stand der Technik erwähnt wird, indessen hat man diesen Vorgang dort stets in der Hitze bei Kochtemperatur oder nur wenig unterhalb davon durchgeführt. Es ist nunmehr außerordenltich überraschend, daß das jetzt beanspruchte Verfahren eine solche Nachbehandlung bei Temperaturen zwischen 40° bis 60° C, also unter für Wollfasern sehr schonenden Bedingungen zuläßt und daß der damit erzielbare Effekt trotzdem diese enormen Verbesserungen bestimmter Naßechtheitseigenschaften bewirkt.
Besondere Vorteile ergeben sich bei dem neuen Verfahren mit den Direktfarbstoffen dadurch, daß z. B. Dunkelblau-, Marineblau-, Schwarzbraun-, Anthrazit- und Schwarz-Nuancen ohne wesentliche Schwierigkeiten gefärbt werden können. Da diese Substantiven Farbstoffe viel farbstärker sind, als die für diesen Zweck vorzugsweise eingesetzten Reaktivfarbstoffe, werden auch geringere Mengen an Farbstoff benötigt. Das Verfahren wird dadurch wirtsi il'tlicher und vor allem sicherer, denn es befindet sich weniger Farbstoff in der Flotte. Die Färbeflotte ist bei diesem Verfahren aufgrund des reduzierten
Farbstoffverbrauchs insbesondere im Falle von tiefen Tönen viel schwächer belastet als bei den bisher üblichen Färbeprozessen mit Reaktivfarbstoffen.
Die nach dem beanspruchten Färbeverfahren eingesetzten Direktfarbstoffe egalisieren auch besser als andere Farbstoffklassen. Man hat es aber nicht erwarten können, daß die erfindungsgemäßen Ausziehfärbungen mit den Direktfarbstoffen keine Hilfsmittfilzusätze mehr benötigen. Die Art der verwendeten Farbstoffe gestattet es, auf die sonst beim Färben von Wolle meistens benutzten Egalisiermittel zu verzichten. Man erhält trotzdem sehr gleichmäßige Färbungen. Außerdem müssen Retardiermittel, die das Aufziehen der Farbstoffe bremsen, beim neuen Verfahren nicht angewendet werden. Selbstverständlich können '5 gewisse Umstände die Anwesenheit von geringen Mengen derartiger Hilfsmittel im Ausziehbad vorteilhaft erscheinen lassen. Ein solcher Zusatz schadet dann aber nicht und beeinflußt die Echtheitseigenschaften der in dieser Weise erzeugten Wollfärbungen -(l in keinem Fall negativ. Unter den gegebenen Bedingungen ist die Färbeflotte viel stabiler und der ganze Färbeprozeß läßt sich leichter handhaben. Damit wird aber auch die Abwasserbelastung viel geringer, zumal sulfogruppenhaltige, substantive Farbstoffe — im Gegensatz zu den an dieser Stelle bislang benutzten Reaktivfarbstoffen - die Färbebäder mehr oder weniger vollständig ausziehen. Demzufolge muß praktisch kein Anteil von ursprünglich eingesetztem, bei der Ausziehoperation jedoch nicht verbrauchten Färb- ü1 stoff mit der Restflotte abgelassen werden, wodurch das beanspruchte Verfahren allgemein angewendet werden kann.
Als Farbstoffe werden beim vorliegenden Verfahren nicht-faserreaktive, substantive Azofarbstoffe, r> insbesondere Bis- bzw. Polyazofarbstoffe verwendet, die drei oder mehr Sulfonsäuren — SO3H) oder Sulfonatgruppen (-SO3Me) im Molekül aufweisen. Farbstoffe der genannten Kategorie sind hinlänglich bekannt und werden im Colour Index, 3. Auflage 1971 unter dem Begriff »Direct Dyes« aufgeführt.
Überdies besteht eine Modifikation des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, daß man in Abwesenheit von mehrwertige Metallionen abgebenden Mitteln erzeugte Färbungen mit den metallfreien, je- 4r> doch zur Bildung von Metallkomplexen befähigten Substantiven Azofarbstoffen der zuvor erläuterten Art nach Beendigung der Ausziehf ärbepnase mit solchen Metallierungsmitteln wie Kupfer- und Chromsalzen nachbehandelt und die Komplexbildung auf der Faser >(> herbeiführt. In dieser Hinsicht geeignete Farbstoffe sind dadurch gekennzeichnet, daß in ihrem Molekül benachbart zur Azobrücke, vorteilhaft an beiden Seiten, Substituenten wie -OH, -OCH3, -OC2H5, aber auch -NH2 und -COOH oder ähnliche Gruppen angeordnet sind.
Es ist prinzipiell auch möglich, beim erfindungsgemäßen Färbeverfahren Direktfarbstoffe einzusetzen, in denen die erwähnten Sulfonsäure- bzw. Sulfonatgruppen teilweise gege" Carbonsäure- ( —COOH) bo bzw. Carbonatgrup^en ( —COOMe) ausgetauscht sind, welche im Falle einer Metallisierung an der Komplexbildung nicht teilhaben und die daher als wasserlöslichmachende Gruppierung angesehen werden müssen. t>->
Nach den neu'-'n Verfahren können mit Polyimin- oder Polyacrylha' zen ausgerüstete Garne und Kammzüge bzw. alle alis solchen Wollfasern hergestellten Textilien gefärbt werden. Das Verfahren eignet sich auch zum Färben des auf der zuvor genannten Basis ausgerüsteten Wollanteils von Fasermischungen.
Beispiel 1
Strickgarn aus Wolle, das gemäß dem in ISDC. Vol. 88/3, Seiten 93-100 beschriebenen Verfahren filzfrei ausgerüstet wurde, wird im Flottenverhältnis von 1:20 wie folgt gefärbt:
Das 4O0C warme, wäßrige Färbebad wird mit 2% (bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware) Ammoniumsulfat sowie 2 % Essigsäure beschickt und dieser Flotte werden ferner noch 2% (vom Warengewicht) des Farbstoffes Direct Yellow 69 mit der C.I.-Nr. 25 340, in Wasser gelöst, zugesetzt. Nun geht man mit der Ware in das Färbebad bei 40° C ein, bringt dasselbe innerhalb von 30 Minuten zum Sieden und färbt das Fasermaterial 30 Minuten bei Kochtemperatur. Schon nach kurzer Färbezeit erhält man ein völlig ausgezogenes Färbebad.
Es resultiert eine kräftige Gelbfärbung des Wollgarnes.
Mehrere auf diese Weise erhaltene Färbungen werden wie folgt verschiedenartig nachbehandelt:
a) in konventioneller Weise, wie auch für nichtausgerüstete Wolle sonst üblich:
Flotte samt Färbegut werden auf 70° C abgekühlt, sodann wird die Flotte aus dem Färbebehälter abgelassen und das gefärbte Garn wird nun mit Wasser von 70° C gespült. Schließlich spült man die so erhaltene Färbung durch allmähliche η Zufluß von kaltem Wasser im Überlauf klar.
b) in erfindungsgemäßer Weise:
Flotte samt Färbegut werden auf 50° C abgekühlt, man setzt dann diesem Bad ohne Flottenwechsel 4 % (vom Warengewicht) wäßrige Ammoniaklösung (25%ig) zu und behandelt das gefärbte Garn damit 30 Minuten bei 50° C. Schließlich wird die so erhaltene Färbung warm und kalt mit Wasser gespült und fertiggestellt.
c) in erfindungsgemäßer Weise:
Flotte samt Färbegut werden auf 70° C abgekühlt und die Flotte wird aus dem Färbebehälter abgelassen. Man spült das gefärbte Garn anschließend mit Wasser von 70° C, läßt dann kaltes Wasser zufließen, bis eine Badtemperatur von 50° C erreicht ist, setzt nun 2% (vom Warengewicht) wäßrige Ammoniak-Lösung (25%ig) zu und behandelt die Ware damit 30 Minuten bei 50° C. Schließlich wird die so erhaltene Färbung warm und kalt mit Wasser gespült und fertiggestellt.
Die auf die gezeigte Weise (a, b, c) unterschiedlich nachbehandelten Färbungen werden dann den Echtheitsprüfungen entsprechend den IWS-Normen unterzogen, wobei man Verbesserungen der Naßechtheitseigenschaften bei den mit Ammoniak nachbehandelten Färbungen (b) und (c) feststellt.
Es ist unverkennbar, daß die Nachbehandlungsoperation mit Ammoniak (b und c) die Naßechtheiten im Vergleich zu der in üblicher Weise nachbehandelten Färbung (a) verbessert hat, ohne daß Farbton oder Farbtiefe negativ beeinflußt wurden. Alle Echtheitsprüfungen haben gezeigt, daß ein Bluten der erzeugten Färbung auf begleitende aber nicht gefärbte, filzfreie Wolle bei diesen Tests nicht auftritt. Das zunächst bemerkte Bluten der Färbung auf begleitende, ungefärbte Cellulosefaser!! jedoch wurde durch
die Ammoniaknachbehandlung entscheidend reduziert. Die Verbesserung der Naßechtheiten beträgt bis zu zwei Stufen des Graumaßstabes.
Eine Beeinträchtigung der Faserqualität bei der AmmoniakbehamJlung unter den genannten Bedingungen konnte niuit beobachtet werden, da die Harzauflage die filzfrei ausgerüstete Wolle zusätzlich schützt.
Wird die obige Färbung mit dem metallfreien Direktfarbstoff während der Ausziehoperation oder nach dem Färben mit 1 % (vom Warengewicht) Kupfersulfat behandelt, so ergibt sich ein Farbtonumschlag der Färbung zu einem stumpferen Gelb. Bei den Echtheitsprüfungen der metallisierten Färbung im Anschluß an die Nachbehandlung entsprechend (a), (b) und (c) zeigten sich gleichartige Echtheitsverbesserungen wie in Beispiel 1 bei den nicht metallisierten Farbstoffen.
Beispiel 2
Man verfährt bei der Herstellung der Wollfärbung wie im Beispiel 1, färbt hier jedoch Wollkammzüge, die gemäß dem in Textilveredlung 11 (1976) Nr. 6, Seiten 214-219 sowie in Wool Science Review Band 54, Seite 2ff. und Band 55, Seite 23ff. beschriebenen Verfahren filzfrei ausgerüstet wurden, im Flottenverhältnis von 1:15 als Wickelkörper auf einem dafür vorgesehenen Färbeapparat mit 2% (vom Warengewicht) des braunen Farbstoffes Direct Brown 101 mit der C.I.-Nr. 31 740. Nach ca. 15 Minuten ist das Färbebad vollständig ausgezogen. Man kühlt die Flotte nun auf 50° C ab, setz' dem Bad noch 1,5% (vom Warengewicht) Natriumbichromat zu und behandelt die Ware 15 Minuten bei 50° C unter diesen Bedingungen. Danach wird die Färbung mit Wasser gespült und es werden die Nachbehandlungen nach (a), (b) und (c) von Beispiel 1 vorgenommen.
Die resultierenden gleichmäßigen Braunfärbungen unterscheiden sich in ihren Echtheitseigenschaften je nach der gewählten Nachbehandlung.
Die Verbesserung der Naßechtheitseigenschaften nach (b) und (c) gegenüber (a) ist ebenfalls erheblich, ohne daß Farbton oder Farbtiefe beeinträchtigt wurden.
Beispiel 3
ι» Man verfährt bei der Herstellung der Wollfärbung wie in Beispiel 1, färbt hier jedoch konfektionierte Gewirke, die gemäß dem in Textilveredlung 11(1976) Nr. 6, Seiten 214-219 sowie inWool Science Review Band 54, Seite 2ff. und Band 55, Seite 23ff. be- > schriebenen Verfahren filzfrei ausgerüstet wurden, im Flottenverhältnis von 1:18 auf der Paddel-Färbemaschine mit 4% (vom Warengewicht) des schwarzen Farbstoffes Direct Black 77 mit der C.I.-Nr. 35860 sowie unter anschließender Behandlung nach (a), (b) und (c) wie in Beispiel 1. Es resultiert in diesen Fällen jeweils eine Schwarzfärbung des Färbegutes.
Ein ähnliches Ergebnis erhält man mit dem Farbstoff Direct Black 76 mit der C.I.-Nr. 35865.
r) Beispiel 4
Man färbt Gewirkteile, die aus filzfrei ausgerüsteter Wolle gefertigt wurden, im Flottenverhältnis von 1:20 auf einer Paddel-Färbemaschine mit 2,2% (vorr. Warengewicht) des Farbstoffes Direct Brown 100 mit der ίο C.I.-Nr. 35 800.
Man verfährt bei der Herstellung der Wollfärbung wie in Beispiel 1 und behandelt die Ware nach dem Färben in einem frischen Bad mit 2% (vom Warengewicht) wäßriger Ammoniak-Lösung (25%ig) 10 Mii) nuten bei 50° C nach.
Man erhält eine kräftige Braunfärbung der Wollteile.

Claims (6)

Pate ntansprüche :
1. Verfahren zum gleichmäßigen Färben von mit einer Auflage aus einem Polyiminharz oder einem Polyacrylharz '!ilzfrei ausgerüsteter Wolle mit Direktfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man die bereits filzfrei ausgerüstete Wolle aus schwach saurem Medium mit einer wäßrigen Lösung eines oder mehrer nicht-f aserreaktiver substantiver Azofarbstoffe, welche drei oder mehr Sulfonsäure- bzw. Sulfonatgruppen im Molekül aufweisen, bei Temperaturen von 100° bis 106° C nach der Ausziehmethode färbt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man metallisierbare Direktfarbstoffe verwendet und die Metallisierung nach Erschöpfung der Färbeflotte im gleichen Bad oder in einem frisch bereiteten Bad durchführt.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Färbungen nach Beendigung der eigentlichen Färbeoperation und gegebenenfalls Metallisierung 10 bis 30 Minuten mit einer verdünnten wäßrigen Lösung von Ammoniak bei Temperaturen von 40° bis 60° C nachbehandelt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Nachbehandlung nach Erschöpfung der Färbeflotte im gleichen Bad durchführt.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Nachbehandlung in einem frisch bereiteten Bad durchführt.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man Direktfarbstoffe gemäß Anspruch 1 verwendet, in denen die dort im Molekül vorhandenen Sulfonsäure- bzw. Sulfonatgruppen teilweise gegen Carbonsäure- bzw. Carbonatgruppen, welche nicht an der Komplexbildung teilhaben, ausgetauscht sind.
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