DE2844441C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Prozeßsteuersystem mit einer
Rechenanlage, die über Datenleitungen mit Schnittstelleneinheiten
zum Empfangen, Senden und Speichern von Datensignalen verbunden
ist, wobei die Schnittstelleneinheiten über Betätigungsglieder
Prozeßsteuerglieder steuern und jedes Prozeßsteuerglied ein Ge
häuse aufweist.
Prozeßsteuersysteme dieser Art sind beispielsweise durch "Rege
lungstechnische Praxis", 1975, H. 12, S. 361-369, bekanntgeworden.
Auch ist in "Steuerungstechnik" 6, 1973, Nr. 3, Seiten 49-52,
ein Beispiel einer Closed-loop-Prozeßsteuerung aus der Verfahrens
technik bekanntgeworden, welche der Steuerung einer Druckförder
anlage dient, wobei die Kompressoren je nach Auftragsvorlage
automatisch ein- oder abgeschaltet werden.
Prozeßsteuersysteme dieser Art umfassen üblicherweise neben der
eigentlichen Rechenanlage mit deren Bedienpult eine Vielfach
leitung zur Parallelübertragung von Daten, über die die Rechen
anlage mit mehreren Schnittstelleneinheiten verbunden ist, welche
ihrerseits an je eine Gruppe von Betätigungsgliedern (beispiels
weise Magnetventilen) angeschlossen sind, welche imstande sind,
eine entsprechende Anzahl Prozeßsteuerglieder (beispielsweise
pneumatische Prozeßventile) zu betätigen.
Die Nachteile von derartigen Systemen liegen vor allem darin,
daß eine umfangreiche und verhältnismäßig komplizierte Leitungs
führung und außerdem eine gewisse Überkapazität erforderlich
sind, um bei Änderungen im System oder bei zusätzlicher Ausrüstung
eine sprungartige Steigerung der verschiedenen Ausrüstungsteile
zu vermeiden.
Als Alternative käme in Betracht, daß außer der Rechenanlage
und deren Bedienpult eine Vielfachleitung vorhanden ist, an die
sämtliche Prozeßsteuerglieder über je ein Betätigungsglied und
je eine Schnittstelleneinheit angeschlossen sind, um sequen
tiell von der Rechenanlage adressiert zu werden. Die Nachteile
eines solchen Systems liegen u. a. darin, daß die Zykluszeit,
d. h. die Zeit zwischen fortlaufenden Adressierungen eines und
desselben Prozeßsteuergliedes, unerwünscht lang werden kann,
da sie zu der gesamten Anzahl der Prozeßsteuerglieder des Systems
unmittelbar proportional ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Prozeßsteuer
system der eingangs bezeichneten Art sowohl die Leitungsverle
gung als auch den gesamten Aufbau erheblich zu vereinfachen und
eine wirtschaftlichere Herstellung zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß jedes Gehäuse die Schnitt
stelleneinheiten und die Betätigungsglieder enthält, und daß
jedes Gehäuse einen elektrischen Anschluß aufweist, über den
die Schnittstelleneinheiten an die Datenleitungen angeschlossen
sind.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besitzt das Gehäuse bei
Einsatz pneumatischer Betätigungsglieder einen einzelnen Druck
luftanschluß. Auch kann es vorteilhaft sein, daß die elektrischen
Anschlüsse der Gehäuse an ein für mehrere Prozeßsteuerglieder gemeinsames
Kabel, insbesondere an Zwei- oder Dreileiterkabel, angeschlossen sind.
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgen
den näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 in schematischer Ansicht ein Prozeßsteuersystem der eingangs
bezeichneten Art,
Fig. 2 das Prozeßsteuersystem gemäß der Erfindung in schematischer
Ansicht,
Fig. 3 ein Beispiel der mechanischen Ausbildung einer Prozeß
steuerventileinrichtung gemäß der Erfindung,
Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie A-A in Fig. 3, und
Fig. 5 und 6 ein Blockschaltbild bzw. ein kombiniertes Block-
und Leitungsschaltbild der elektrischen Schaltungen in einer
Ausführungsform der Prozeßsteuerventileinrichtung gemäß der Er
findung.
Das in Fig. 1 gezeigte Prozeßsteuersystem umfaßt eine Rechenanlage
(1) mit Bedienpult (2). Die Rechenanlage (1) enthält alle für
die Funktion des Prozesses erforderlichen Logikelemente und lie
fert und sammelt die erforderliche Information über mehrere Schnitt
stelleneinheiten (3), die an je eine
Gruppe 4 von Betätigungsgliedern elektrisch angeschlossen
sind. Die von einer solchen Gruppe umfaßten Betätigungs
glieder können aus Magnetventilen bestehen, die beispiels
weise über Druckluftschläuche mit Prozeßsteuergliedern 5
in Form von pneumatischen Ventilen in Verbindung stehen.
Die Verbindung zwischen der Rechenanlage 1 und der Schnitt
stelleneinheit 3 ist eine Vielfachleitung 6, über die die
genannte Information auf parallelem Wege übertragen wird.
Die Schnittstelleneinheiten 3 umfassen normalerweise De
codierer, Speicherkreise und Steuerstufen für die Magnet
ventile, welche im allgemeinen gruppenweise in separaten
Schränken zusammengestellt sind, von denen Druckluftschläuche
zu den pneumatischen Ventilen führen.
Das in Fig. 2 gezeigte erfindungsgemäße Prozeßsteuer
system beseitigt die Nachteile des in Fig. 1 gezeigten
Systems, ohne daß die Zykluszeit allzu lang zu werden braucht.
Erfindungsgemäß sind mehrere Endstellen 7 über die Vielfach
leitung 6 mit der Rechenanlage 1 verbunden. Von jeder End
stelle 7 führt eine Steuerleitung 8 zu einer Anzahl Schnitt
stelleneinheiten 3, die direkt mit je einem Betätigungsglied
4 für ein Prozeßsteuerglied 5 verbunden sind. Die Vielfach
leitung 6 ist in diesem Falle zur Parallelübertragung von
Daten ausgebildet, während die Steuerleitungen 8 zur Reihen
übertragung von Daten ausgebildet sind. Es leuchtet ein,
daß dieser Aufbau des Prozeßsteuersystems die Verwendung
einer geringeren Anzahl Prozeßsteuerglieder 5 pro Steuer
leitung 8 und somit auch eine Kürzung der Zykluszeit ermög
licht.
Gemäß der Erfindung ist jedes Prozeßsteuerglied 5 mit
der dazugehörigen Schnittstelleneinheit 3 und dem Betäti
gungsglied 4 zu einer Einheit zusammengestellt. Wie aus Fig.
3 und 4 hervorgeht, sind ein Betätigungsglied 4 in Form
eines Magnetventils für Druckluft und eine auf zwei Kreis
karten 10 aufgebaute Schnittstelleneinheit 3 in einem Gehäuse
11 untergebracht, das auf einem Luftzylinder 12 montiert ist,
welcher seinerseits mit dem nicht gezeigten Prozeßventil
zwecks dessen Einstellung zusammengebaut ist. Die einzigen
äußeren Anschlüsse an die in Fig. 3 und 4 gezeigte Prozeß
steuerventileinrichtung sind ein Drucklufteintritt 13 und
ein Koaxilkontakt 14. Ein Rückluftaustritt 15 ist ebenfalls
vorgesehen.
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, kann jede Schnittstellen
einheit 3 in der erfindungsgemäßen Prozeßsteuerventil
einrichtung eine Sender/Empfängerstufe 16 enthalten, die
über eine Decodier/Logikstufe 17 mit einer Steuerstufe 18
für das Betätigungsglied 4 verbunden ist. Die Decodier/
Logikstufe 17 hat auch einen an beispielsweise einen Geber
19 zur Indizierung der Lage des Prozeßsteuergliedes 5 an
geschlossenen Eingang, so daß der Rechenanlage 1 rückge
meldet wird, daß ein an das Prozeßsteuerglied 5 abge
gebener Befehl ausgeführt worden ist.
Die Schnittstelleneinheit 3 der erfindungsgemäßen
Prozeßsteuerventileinrichtung ist in Fig. 6 näher veran
schaulicht. An den Koaxialkontakt 14 ist ein Gerät 20 zur
Stromversorgung der elektrischen Kreise der Schnittstellen
einheit 3 und des Magnetventils 4 über eine Drossel 21
angeschlossen. Ein Sender 22 und ein aus einem Verstärker
23 und einem Detektor 24 bestehender Empfänger sind über je
einen Kondensator 25 ebenfalls an den Koaxialkontakt 14 an
geschlossen. Der Ausgang des Detektors 24 ist an einen Serien-
Parallel-Umsetzer 26 angeschlossen, dessen Ausgänge an den
einen Satz Eingänge (nicht gezeigt) zu einem Komparator 27
angeschlossen sind. Der andere Satz Eingänge zum Komparator
27 kann mittels Schalter 28 selektiv unter Spannung gesetzt
werden. Der Ausgang des Komparators 27 ist an einen Eingang
zu einem Schaltnetz 29 angeschlossen, welches
auch an den zweiten Satz Eingänge des Komparators 27 ange
schlossene Eingänge sowie einen an einen vom Betätigungs
glied 4 gesteuerten Kontakt 30 angeschlossenen Eingang be
sitzt. Die Ausgänge des Netzes 29 sind an die Eingänge eines
Parallel-Serien-Umsetzers 31 angeschlossen (nicht gezeigt),
dessen Ausgang an den Sender 22 angeschlossen ist. Ein Os
zillator 32 ist sowohl an den Sender 22 als auch an den
Umsetzer 31 angeschlossen. Der Komparator 27 besitzt auch
einen Ausgang, der an den Eingang zu einem Flip-Flop 33
angeschlossen ist, dessen einer Ausgang an die Basis eines
Steuertransistors 34 angeschlossen ist, in dessen Kollektor
kreis die Spule des Magnetventils 4 eingeschaltet ist.
Die in Fig. 6 gezeigten Kreise arbeiten wie folgt.
Über den Koaxialkontakt 14, der an ein die Steuerleitung 8
bildendes Koaxialkabel angeschlossen ist, wird eine Gleich
spannung zugeführt, die über die Drossel 24 dem Stromver
sorgungsgerät 20 zugeleitet wird. Ein von der dazugehörigen
Endstelle 7 über das Koaxialkabel übertragenes, serien
mäßiges Informationssignal besteht aus einem modulierten
Trägerfrequenzsignal und wird über den einen Kondensator 25
an den Verstärker 23 zur Stufeneinstellung gesandt. Das ver
stärkte Signal wird dann im Detektor 24 ermittelt, welcher
an den Serien-Parallel-Umsetzer 26 eine binäre Pulsserie ab
gibt, die einen Adressenteil und einen Befehlsteil enthält.
Wenn der Adressenteil mit der mittels der Schalter 28 ein
stellbaren Adresse der Prozeßsteuerventileinrichtung überein
stimmt - und nur dann - sendet der Komparator 27 ein Aus
gangssignal an das Schaltnetz 29, wobei die mittels
der Schalter 28 eingestellte Adresse über den Umsetzer 31
und den Sender 22 in serienmäßiger Form in der Steuerleitung
8 zurück zur Endstelle 7 geleitet wird. Information über den
Zustand des Kontaktes 30 wird ebenfalls über das
Schaltnetz 29, den Umsetzer 31 und den Sender 22 zur End
stelle 7 geführt. Der Oszillator 32 steuert die Frequenz des
Senders 22, wie auch die Datenausgabe vom Umsetzer 31, welche
Daten das Ausgangssignal des Senders 22 modulieren. In Ab
hängigkeit vom Inhalt des Befehlsteils wird an den Eingang
des Flip-Flops 33 ein Umschaltsignal gespeist oder auch nicht
gespeist. Falls der Flip-Flop 33 umgestellt wird, wird der
Leitungszustand des Transistors 34 geändert, und der Kontakt
30 wechselt in die andere Stellung hinüber. Information über
die geänderte Stellung des Kontaktes wird in der oben be
schriebenen Weise nach dem Adressenteil an die dazugehörige
Endstelle 7 gesandt.
Durch die erfindungsmäßige Ausbildung des Prozeß
steuersystems kann somit die Anzahl Prozeßsteuerglieder
pro Steuerleitung begrenzt werden (beispielsweise auf
vierundsechzig Stück), wodurch eine kurze Zykluszeit auf
rechterhalten werden kann.
Ferner leuchtet es ein, daß das erfindungsmäßige
Prozeßsteuersystem im Vergleich zu dem in Fig. 1
skizzierten System wesentliche Ersparnisse in bezug auf
die elektrische Leitungsführung und auch in bezug auf die
Führung der Druckluftschläuche bedeutet. Weitere Erspar
nisse in bezug auf die elektrische Leitungsführung werden
erfindungsmäßig dadurch erzielt, daß die Stromversorgung
der Schnittstelleneinheiten 3 und der Betätigungsglieder
4 über die Steuerleitungen 8 erfolgt.
Die erfindungsmäßige Prozeßsteuerventileinrichtung
bietet eine Reihe von Vorteilen.
In fertigungstechnischer Hinsicht bedeutet die Er
findung eine Kostenersparnis, falls das gesamte Prozeß
steuersystem als Grundlage für den Vergleich genommen
wird.
Die Installation eines die erfindungsmäßige Einrich
tung ausnutzenden Prozeßsteuersystems ist einfacher als
die eines herkömmlichen Prozeßsteuersystems, da für sämt
liche gesteuerten Objekte (Ventile) ein einziges Kabel
benutzt werden kann. Außerdem kann eine gemeinsame Luft
versorgung vorgesehen werden. Die Installation wird
billiger, weil statt 4-5 Leiter/Objekt ein gemeinsames
Kabel benutzt wird. Da keine für die einzelnen Objekte
spezifischen Strom- oder Luftversorgungsleitungen vor
handen sind, werden fehlerhafte Anschlüsse vermieden, und
die Installation kann also schneller und mit größerer
Sicherheit vorgenommen werden, so daß sie auch von Nicht-
Fachleuten ausgeführt werden kann. Schließlich nimmt ein
die erfindungsmäßige Einrichtung ausnutzendes Prozeß
steuersystem weniger Platz in Anspruch, da u. a. die sepa
raten Schränke für die Magnetventile entfallen.
In betriebs- und wartungsmäßiger Hinsicht bietet
die Erfindung den Vorteil eines vereinfachten Fehler
suchens, da Funktionsfehler direkt zum infragestehenden
Objekt aufgespürt werden können. Da für die Strom- und
Luftversorgung sämtlicher Objekte ein gemeinsamer Anschluß
vorgesehen ist, kann das gesamte Gehäuse von einem Nicht-
Fachmann ausgewechselt werden, welcher auch die einzelnen
Objekte einer und derselben Vielfachleitung entfernen
und an einer anderen Stelle der Leitung wieder einsetzen
kann, ohne daß hierfür eine Programmänderung erforderlich
ist.
Ferner ist ein die Erfindung ausnutzendes Prozeß
steuersystem weit flexibler als ein herkömmliches System,
indem weitere Objekte in einfacher Weise an das gemein
same Kabel und die gemeinsame Luftleitung angeschlossen
werden können. Bei einem herkömmlichen Prozeßsteuersystem
kann der Anschluß weiterer Objekte große Schwierigkeiten
und erhöhte Kosten verursachen, beispielsweise wenn ein
Schnittstellen- oder Magnetventilschrank voll ist.
Claims (4)
1. Prozeßsteuersystem mit einer Rechenanlage (1), die über Daten
leitungen mit Schnittstelleneinheiten (3) zum Empfangen, Senden
und Speichern von Datensignalen verbunden ist, wobei die Schnitt
stelleneinheiten (3) über Betätigungsglieder (4) Prozeßsteuer
glieder (5) steuern und jedes Prozeßsteuerglied (5) ein Gehäuse
(11) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Gehäuse (11)
die Schnittstelleneinheiten (3) und die Betätigungsglieder (4)
enthält, und daß jedes Gehäuse (11) einen elektrischen Anschluß
(14) aufweist, über den die Schnittstelleneinheiten an die Daten
leitungen angeschlossen sind.
2. Prozeßsteuersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Einsatz pneumatischer Betätigungsglieder (4) das Gehäuse
(11) einen einzelnen Druckluftanschluß (13) besitzt.
3. Prozeßsteuersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die elektrischen Anschlüsse (14) der Gehäuse (11)
an ein für mehrere Prozeßsteuerglieder (5) gemeinsames Kabel (8)
angeschlossen sind.
4. Prozeßsteuersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die elektrischen Anschlüsse (14) der Gehäuse
(11) an Zwei- oder Dreileiterkabel angeschlossen sind.
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| DE19609548C2 (de) * | 1996-03-12 | 2002-08-01 | Ibm | Ein elektronisches System |
Also Published As
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