DE283640C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- JVl 283640 KLASSE 80 a. GRUPPE
oder ähnlichen Schmelzflüssen.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, zur Herstellung von Zement o. dgl. . aus glühendflüssiger
Hochofenschlacke oder ähnlichen Schmelzflüssen eine schrägliegende längere Trommel anzuwenden, an deren oberem Ende
sich eine Vorrichtung befand, mittels der die von dem Hochofen herkommende glühendflüssige Schlacke mittels Dampf- oder Luftstrahles
in die Trommel . hinein, zerstäubt
ίο wurde. Die Schlacke wurde dann am anderen
Ende der Trommel ausgeworfen und. durch ein Paternosterwerk weiterbefördert, nachdem
sie die schrägliegende Kühltrommel in ihrer ganzen Länge passiert und mit der Innenwand
der langsam sich drehenden Kühltrommel wiederholt in Berührung gekommen war.
Diese Art des Abschreckens der mittels Dampf- oder Luftstrahles granulierten Schlacke
hat zwar gegenüber den sonst bekannten Verfahren eine Reihe wesentlicher Vorzüge, aber
auch noch mehrere Nachteile.
Wird nur ein Luftstrahl zum Zerstäuben der Schlacke benutzt, so kann man das Fadenziehen
der flüssigen Schlacke, d. h. die Bildung von Schlackenwolle, auch dann nicht ganz verhindern,
wenn man den hierzu benutzten Luftstrahl je nach Beschaffenheit der Schlacke mehr oder weniger befeuchtet. Hierzu sind
jedoch besondere Vorrichtungen erforderlich, die so eingerichtet sein müssen, daß man den
Grad der Befeuchtung beliebig regeln kann.
Bei Anwendung der vorbekannten Einrichtung bewegen sich die Granalien während ihres
Durchganges durch die Kühltrommel in einem Strom erhitzter Gase und Dünste, der auf seinein
Wege bis zum Austrittsehde nur eine langsame Abkühlung erfährt, weil die am Eintrittsende
mit eintretende Frischluft vom Kamin im Gleichstrom mit der Schlacke abgesaugt
wird und auf ihrem WTege durch die Kühltrommel die Granalien nicht schnell genug
abzukühlen vermag, da sie schon bei ihrem Eintritt die noch flüssige Schlacke während
des Zerstäubungsvorganges durchstreicht und hierbei eine sehr starke Erhitzung erfährt.
. Auf ihrem Wege durch die lange Kühltrommel im Gleichstrom mit den abziehenden
Gasen und Schwefel dämpfen sind auch die Granalien ständig der ungünstigen Einwirkung
dieser Gase und Dämpfe ausgesetzt. Das Absaugen der Gase am Zufährungsende ist
wegen des eintretenden hochgepreßten Luftstrahles schwierig.
Dagegen gestattet die Vereinigung einer Schleudertrommel mit einer Kühltrommel gemaß
der Erfindung, sowohl das Fadenziehen ohne besondere Befeuchtung zu vermeiden als
auch eine Abzugsvorrichtung am Eintrittsende der Schlacke anzubringen. Man wird hierbei
an sich bekannte Schleudertrommeln oder Schleuderräder verwenden, so daß die von dem
Umfang dieser Trommel oder .dieses Rades abgeschleuderte Masse in das Innere der Kühltrommel
hineingeschleudert wird.
Eine solche Zerstäubungsvorrichtung zieht keine Fäden, auch wenn unbefeuchtete Luft
hinzutritt.
Ferner ermöglicht die Anwendung einer
derartigen Zerstäubungsvorrichtung die Einführung von Frischluft im Gegenstrom, weil
das Eintrittende der Kühltrommel ohne Schwierigkeit mit einem Kamin umbaut wer·-
den kann, der die bei der Zerstäubung frei werdenden Dünste sofort am Ort ihrer Entstehung
und infolgedessen auch die am anderen Ende der Kühltrommel eintretende Frischluft
im Gegenstrom absaugt. Die heißen
ίο Dünste und Schwefeldämpfe begleiten infolgedessen
nicht mehr die zerstäubte Schlacke auf ihrem Wege durch die Kühltrommel, and die
angesaugte Luft tritt in die Kühltrommel in kaltem Zustande ein, erwärmt sich also erst
auf ihrem Wege durch die Kühltrommel und beschleunigt dadurch wesentlich die Abkühlung
der zerstäubten Schlacke, woraus sich ohne weiteres die bessere Beeinflussung der
Granalien erklärt. Infolge dieser Beschleunigung des Abschreckungsvorganges genügt
daher auch eine wesentlich kürzere Kühltrommel, die weniger Antriebskraft erfordert.
Ein Ausführungsbeispiel der den Gegenstand der Erfindung bildenden'"Vorrichtung1 ist
in den Fig. 1 und 2 der Zeichnung im Längsschnitt und Querschnitt dargestellt.
Hierbei wird die Schlacke durch die Rinne u zugeführt und gelangt auf die Schleudertrommel
m, von welcher sie in das Innere der Kühltrommel
t geschleudert wird. Diese Kühltrommel ist mit einem Doppelmantel versehen,
dessen Inneres mit Wasser angefüllt ist. Bei der starken Erhitzung der Trommel durch die
eingeschleuderte Schlacke wird dies Wasser zum Teil in Dampf verwandelt. Es ist deshalb
Vorsorge getroffen, daß dieser Dampf als Niederdruckdampf in die Kühltrommel eingeführt
wird, um die Schlacke in die leicht mahlbare bimssteinartige Abart zu überführen.
Zu diesem Zwecke ist folgende Einrichtung getroffen. Am hinteren, unteren Ende der
Kühltrommel befindet sich ein doppelwandiger Kesselboden b, V, der mit dem Doppelmantel
der Trommel in "Verbindung steht und sich mit einer hohlen Nabe η im Lager / dreht.
Durch die hohle Nabe η ist ein Rohr r hindurchgesteckt, das mittels einer Stopfbüchse s
abgedichtet ist, und durch das ferner zwei feststehende Rohrleitungen d und e hindurchgeführt
sind, von denen die eine in den Dampfraum, . die andere in den Wasserraum des Kessels ausmündet. Beide Rohre sind außerhalb
der Nabe η mit einem Wasserstandanzeiger ζ verbunden.
Das DampfiOhr d ist dann weiter, wie nicht
dargestellt, so geführt, daß der entweichende Dampf an einer geeigneten Stelle in die Kühltrommel
t eingeführt wird. Dagegen kann das Rohr e zum Speisen des Trommelmantels verwendet
werden.
Die Schleudertrommel m ist in einem Gehäuse g untergebracht, das ebenfalls doppelte,
durch Wasser gekühlte AVandungen hat und dessen Boden derart gestaltet ist, daß er eine
in die Kühltrommel t hineinragende, wasser- ^5
gekühlte Rutschbahn bildet.
Der obere Teil des Gehäuses g läuft in den obenenvähnten Kamin k aus, durch den Abgase
und Dämpfe abziehen können. Umgekehrt ist der untere Teil der Trommel t bei ο
mit Löchern für den Eintritt von Frischluft versehen. Im Innern der Kühltrommel sind
zweckmäßig Schlagleisten i angebracht.
Die Trommel arbeitet demgemäß so, daß die Schlacken sich in ihrem Innern vom oberen
nach dem unteren Ende fortbewegen, während die Gase und Dämpfe im Gegenstrom durch
sie hindurchgehen.
Unbeschadet der Wirkung des Erfindungsgegenstandes kann natürlich' statt der dop-
pelwandigen auch eine einfache, von außen abgekühlte Kühltrommel Verwendung finden.
Claims (2)
1. Vorrichtung zur Herstellung von Zement o. dgl. aus glühendflüssiger Hochofenschlacke
oder ähnlichen Schmelzflüssen, dadurch gekennzeichnet, daß in oder unmittelbar vor einer an sich bekannten geneigten
Kühltrommel eine ebenfalls bekannte Schleudertrommel angebracht ist,
welche die Granalien unmittelbar in die Kühltrommel schleudert.
2. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch
eine bis in die Kühltrommel (t) hineinragende, wassergekühlte Rutschbahn (g).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE283640C true DE283640C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=539198
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT283640D Expired DE283640C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE283640C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2571361A1 (fr) * | 1984-10-10 | 1986-04-11 | Pont A Mousson | Procede et installation de fabrication de laitier expanse fragmente |
-
0
- DE DENDAT283640D patent/DE283640C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2571361A1 (fr) * | 1984-10-10 | 1986-04-11 | Pont A Mousson | Procede et installation de fabrication de laitier expanse fragmente |
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