DE2830199C2 - Feuerfeste Platte für einen Schieber-Verschluß an Metallschmelze enthaltenden Gefäßen - Google Patents
Feuerfeste Platte für einen Schieber-Verschluß an Metallschmelze enthaltenden GefäßenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine feuerfeste Platte für einen Schieberverschluß an Metallschmelze enthaltenden
Gefäßen, wobei die teerhaltiges Material enthaltende feuerfeste Platte mit einem feuerfesten
Innenring versehen ist.
Schieberverschlüsse werden insbesondere bei Stahlgießpfannen verwendet. Der Schieberverschluß weist in
einem metallischen Gehäuse zwei feuerfeste Platten auf, nämlich die ortsfeste Kopfplatte und die verschiebbare
Schieberplatte. Die feuerfesten Platten stehen unmittelbar mit der flüssigen Schmelze in Verbindung.
Eine feuerfeste Platte der eingangs genannten Art gehört durch die DE-OS 19 10 247 zum Stand der
Technik. Als teerhaltiges Material sind die feuerfesten Platten mit Teer getränkt. Hierbei kann sowohl die
Kopfplatte als auch die Schieberplatte mit Teer getränkt werden oder gegebenenfalls nur eine der
beiden feuerfesten Platten. Eine Teertränkung ist z. B. auch in der DE-OS 21 07 127 als vorteilhaft herausgestellt.
Der Teertränkung werden im wesentlichen folgende positive Einflüsse auf das Verschleißverhalt.en zugeschrieben:
1. Verminderung der Schlacken- und Stahlinfiltration;
2. Verbesserung des Schließ- und Gleitverhaltens durch oberflächlich verdampfende Teerbestandteile;
3. Verbesserung der Temperaturwechselbeständigkeit des keramischen Materials, z. B. eine Verringerte
Neigung zur Rißbildung.
Bei diesen Vorteilen wird in Kauf genommen, daß beim Einsatz einer Gießpfanne erhebliche Teermetigen
verdampfen und im Schiebergehäuse an Federn, Kühlkanälen und anderen mechanischen Teilen kondensieren.
So muß der Schieber häufig gewartet werden, d. h. abgenommen und gründlich gereinigt werden, was
mit beträchtlichem Arbeitsaufwand, gegebenenfalls sogar mit Produktionsausfall, verbunden ist.
s Die Schieberplatten sind bei Gießbeginn einem ungewöhnlich großen und plötzlichen Temperaturwechsel ausgesetzt So haben beispielsweise Temperaturmessungen ergeben, daß über die Plattenlänge ein Temperaturgefälle von 16000C auf ca. 300° C besteht
s Die Schieberplatten sind bei Gießbeginn einem ungewöhnlich großen und plötzlichen Temperaturwechsel ausgesetzt So haben beispielsweise Temperaturmessungen ergeben, daß über die Plattenlänge ein Temperaturgefälle von 16000C auf ca. 300° C besteht
ίο Hierdurch entstehen starke Wärmespannungen. Beim
vorbekannten Schieber verursachen diese Spannungen spinnenförmige Risse.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine feuerfeste Platte für einen Schieberverschluß
zu entwickeln, die eine verlängerte Lebensdauer bei einer geringeren Neigung zur Verschmutzung hat
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst daß der feuerfeste Innenring mit radialem Abstand zur
umgebenden feuerfesten Platte angeordnet ist und in dem so gebildeten Ringraum eine isolierende Mörtelschicht
und mit Abstand zur Schiebefläche der feuerfesten Platte zumindest ein Teerring angeordnet
sind. Die vorgeschlagene feuerfeste Platte kann sowohl für die Kopfplatte als auch für die Schieberplatte
verwendet werden, in der Regel ist es ausreichend, wenn zumindest eine der beiden Platten in der beanspruchten
Konstruktion ausgeführt ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Teerring in einem mittleren Teil des Ringraums, d. h.
sowohl mit Abstand zur Bodenfläche der feuerfesten Platte, als auch mit Abstand zur Schiebefläche der
feuerfesten Platte angeordnet, wobei der mittlere Teil des Ringraums zur Aufnahme des Teerrings in radialer
Richtung verbreitert ist. Bevorzugt wird eine Verbreiterung des mittleren Ringraums um mindestens das
Dreifache gegenüber den anderen Ringräumen. So beträgt die radiale Stärke der isolierenden Mörtelschicht
vorzugsweise 0,5 bis 5 mm, insbesondere etwa 2 mm, während für den Teerring eine Stärke von
mindestens 5 mm, insbesondere 10 bis 20 mm bevorzugt
wird. Wenn zur Erzielung eines besonders großen Teervolumens eine noch größere radiale Stärke
wünschenswert ist, so kann es zweckmäßig sein, den Teerring in radialer Richtung durch einen feuerfesten
Stützring zu unterbrechen. Dieser feuerfeste Stützring, der aus dem gleichen Feuerfestmaterial wie die
feuerfeste Platte bestehen kann, weist schiebeflächenseitig über den Umfang verteilt zweckmäßigerweise
radiale Rillen auf, damit die Teerdämpfe zwischen
so Stützring und Innenring in Richtung der Mörtelschicht zur Schiebefläche hin entweichen können. Bei dieser
Konstruktion sind dann im mittleren Ringraum radial von innen nach außen ein Teerring, dann der feuerfeste
Stützring und dann ein zweiter Teerring angeordnet.
Der Teerring kann aus handelsüblichem Stahlwerkteer (Pech) bestehen. Dieser läßt sich charakterisieren
durch einen Pechgehalt zwischen 50 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise etwa 90 Gew.-%. Der Erweichungspunkt
liegt zwischen 2O0C und 1000C, vorzugsweise bei etwa
500C. In Abhängigkeit vom Pechgehalt sind unterschiedliche
Prozentsätze von Leichtölen, Mittelölen, Schwerölen und Anthrazenölen im Teer enthalten.
Für den Isoliermörtel sind hydraulisch oder auch chemisch abbindende Materialien mit Tonerdegehalten
6= /wischen 50 und 95 Gew.-%, vorzugsweise etwa 90
Gew.-% AI2O3 zu verwenden. Der Mörtel soll eine gute Erosionsfestigkeit gegenüber flüssigen Schmelzen besitzen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist zumindest die von der Schiebefläche abgewandte
Hälfte des Teerrings von einem Blechs.-lantel, z. B. aus
Stahl, umgeben. Dieser Blechmantel vermeidet ein Diffundieren des Teers in die umgebenden Plattenbereiche,
so daß im wesentlichen ein Entweichen des Teers in Richtung zur Schiebefläche gewährleistet ist Der
Teerring kann in radialer Richtung gegenüber dem Innenring und gegenüber der umgebenden feuerfesten
Platte zusätzlich von einer isolierenden Mörtelschicht umgeben sein.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform erstreckt sich der innenring schiebefiächenseitig
mit einer Schulter radial nach außen bis über den Außendurchmesser des Teerrings und liegt mit dem
freien Ende auf einer Schulter der feuerfesten Platte auf. Dadurch ist der Innenring der überstehenden Schulter
durch die feuerfeste Platte — unabhängig vom Teerring — abgestützt Da der Teerring keine Stützfunktion
übernehmen muß, ist somit auch bei verdampfendem Teeranteil keine Gefahr gegeben, daß die überstehende
Schulter des Innenrings bricht
Für die feuerfeste Platte (Kopfplatten oder Schieberplatten) einschließlich des keramischen Innenrings
empfehlen sich die für derartige feuerfeste Platten bekannten Zusammensetzungen. Die Keramik kann
z. B. aus Mullit, Korund und Ton bestehen, und vorzugsweise einen Al^-Gehalt von etwa 90%
aufweisen. Insbesondere die Keramik des Innenrings soll möglichst dicht sein, um eine gute Abriebfestigkeit
zu gewährleisten.
Praktische Versuche mit dem erfindungsgemäßen Feuerfestteil haben gezeigt, daß die aus dem Teerring
verdampfenden flüchtigen Bestandteile überwiegend durch die isolierende Mörtelschicht zur Schiebefläche
gelangen. Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion ist darin zu sehen, daß der Teerring
ein verhältnismäßig großes Reservoir für einen langzeitigen, gleichmäßigen Teeraustritt bildet, so daß
der Teeraustritt auch noch nach mehrmaligem Einsatz gewährleistet ist Dieser Vorteil ergibt sich insbesondere
dann, wenn der Hohlraum radial verbreitert ist, so daß ein im Volumen großer Teerring untergebracht
werden kann. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber den vorbekannten Konstruktionen, bei denen die gesamte
Kopf- und Schieberplatte mit Teer getränkt sind, liegt in der Tatsache, daß bei der erfindungsgemäßen Konstruktion
in einer gleich langen Zeitspanne wesentlich geringere Teermengen zur Schiebefläche hin austreten
können. Die Teerverdampfung wird verzögert bzw. vergleichmäßigt, da der Teer zunächst durch die
isolierende Mörtelschicht bis zur Schiebefläche diffundieren muß. Beim Erfindungsgegenstand ist gegenüber
dem Stand der Technik mit gleicher Teermenge ein viel längerer Einsatz möglich. Dabei bleiben die positiven
Einflüsse des verdampfenden Teers erhalten, ohne daß eine häufige Wartung erforderlich ist. Vorteile werden
auch für den Gießer erzielt, da keine schmutzigen Teerfahnen austreten und die Gießer weniger belästigt
werden. Die isolierende Mörtelschicht, die die Teerverdampfung vergleichmäßigt, bringt außerdem den
Vorteil mit sich, daß Spannungen bei hohen Temperaturunterschieden aufgefangen werden, so daß die
typischen spinnenartigen Risse nicht mehr auftreten. Durch die isolierende Mörtelschicht ist der Innenring
vom übrigen Plattenbere-ch getrennt, so daß der Temperaturgradient im Innenring verhältnismäßig flach
verläuft. Dagegen wurden beim Stand der Technik Innenrisse durch den zu steilen Temperaturgradienten
verursacht Die Kombination Teerring und isolierende Mörtelschicht hat sich als besonders vorteilhaft
erwiesen, da einerseits die verzögerte langzeitige Teerverdampfung gewährleistet ist, andererseits Spannungen
bei großen Temperaturunterschieden durch die isolierende Mörtelschicht gemindert werden und die
isolierende Mörtelschicht einen direkten Angriff des flüssigen Metalls auf den Teerring verhindert
ίο Nachfolgend wird der Erfindungsgegenstand an
Hand des in den Figuren gezeigten Beispiels erläutert Es zeigt
F i g. 1 im Längsschnitt eine Teilansicht der feuerfesten Platte und
Fig.2 im Ausschnitt eine alternative Ausführungsform der Fig. 1.
In den Figuren ist nur die feuerfeste Platte 1 dargestellt, die bekanntlich in einem metallischen
Rahmen des Schieberverschlusses befestigt ist Die gezeigte Konstruktion ist sowohl für die Schieberplatte
als auch für die Kopfplatte geeignet wobei die Figuren der Einfachheit halber nur die Schieberplatte zeigt, denn
die Schiebefläche 10 der gezeigten Platte 1 befindet sich am oberen Bildrand. Eine entsprechende Ausführungsform
für die Kopfplatte wäre spiegelsymmetrisch zur Schiebefläche 10 anzuordnen.
Die feuerfeste Platte 1 weist einen feuerfesten Innenring 2 auf und der Innenring 2 ist mit radialem
Abstand zur feuerfesten Platte 1 angeordnet. Im mittleren Drittel ist dieser radiale Abstand größer, so
daß ein dreiteiliger Ringraum 3, 4, 5 gebildet wird. In dem in radialer Richtung verbreiterten mittleren
Ringraum 4 ist ein Teerring 6 angeordnet, der am gezeigten Beispiel der F i g. 1 eine Stärke von etwa
15 mm hat. Der Teerring 6 ist in axialer Richtung in einem Abstand 12 zur Schiebefläche 10 und in einem
Abstand 13 zur Bodenfläche 11 der feuerfesten Platte 1
angeordnet. In dem dadurch verbleibenden spaltartigen oberen Ringraum 3 ist die isolierende Mörtelschicht 8
und in dem spaltartigen unteren Ringraum 5 die isolierende Mörtelschicht 9 angeordnet.
Bei der in Fig. 2 gezeigten Alternative sind in radialer Richtung gesehen im mittleren Ringraum 4 ein
erster Teerring 6, ein feuerfester Stützring 20 und ein zweiter Teerring 18 angeordnet. Der Stützring 20 weist
an seiner Oberfläche auf dem Umfang verteilt sich radial erstreckende Rillen 21 auf.
Bei beiden Ausführungsformen (Fig. 1 und 2) erstreckt sich die Schulter 17 des Innenrings 2 bis über
die Teerringe hinaus und stützt sich auf einer Schulter 22 der feuerfesten Platte 1 ab. Somit ist die Auflage des
Innenrings 2 und damit die Bruchsicherheit gegeben, da die Teerringe 6, 18 nicht für die Auflage maßgebend
sind.
Der Teerring 6 ist von einem Blechmantel 14 und der Teerring 18 von einem Blechmantel 19 (Fig.2)
eingefaßt, wobei jeweils die zur Schulter 17 gelegene Oberfläche der Teerringe 6 und 18 freibleibt. Sowohl
der Außenmantel 15 des Blechmantels 14 als auch der Außenmantel 23 des Blechmantels 19 enden vor der
Schulter 17 (in den Figuren nicht erkennbar), so daß die Teerdämpfe ungehindert in Richtung zur Mörtelschicht
Z und zur Schiebefläche 10 diffundieren können. Zwischen der Innenwandung 16 des Blechmantels 14
und dem Innenring 2 läuft die isolierende Mörtelschicht 9 keilförmig aus. Die innenliegende Durchlauföffnung
für das flüssige Metall trägt die Bezugsziffer 7.
Die Teerringe 6, 18 sind aus Teer (z. B. Stahlwerks-
Die Teerringe 6, 18 sind aus Teer (z. B. Stahlwerks-
teer) hergestellt, der ca. 1% Mittelöl mit einem
Siedebereich zwischen 170 bis 27O°C, ca. 2% Schweröle
mit einem Siedebereich von 270 bis 3000C und ca. 8% Anthrazenöle, die über 300° C sieden, enthält.
Die gezeigte Konstruktion gewährleistet, daß die Teerdämpfe gleichmäßig überwiegend durch die isolierende
Mörtelschicht 8 bis zur Schiebefläche 10 diffundieren. Bei der bevorzugten Ausführungsform mit
den Blechmänteln 14 und 19 wird die Diffusion in Piattenbereiche, die von der Schiebefläche 10 w<
gen, durch die Blechmäntel behindert. Dagege parallel zur Schulter 17 ein ungehindertes Diffund
bis zur Mörtelschicht 8 möglich. Die Mörtelschichl Ringraum 3 und die Mörtelschicht 9 im Ringraum '.
die Mörtelschicht 9 im Ringraum 5 verm Spannungsrisse, die bei vorbekannten Platten
Mörtelisolierung auftreten.
Mörtelisolierung auftreten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Feuerfeste Platte für einen Schieberverschluß an Metallschmelze enthaltenden Gefäßen, wobei die
teerhaltiges Material enthaltende feuerfeste Platte mit einem feuerfesten Innenring versehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der feuerfeste Innenring (2) mit radialem Abstand zur
umgebenden feuerfesten Platte (1) angeordnet ist und in dem so gebildeten Ringraum (3, 4, 5) eine
isolierende Mörtelschicht (8,9) und mit Abstand (12) zur Schiebfläche (10) der feuerfesten Platte (1)
zumindest ein Teerring (6,18) angeordnet sind.
2. Feuerfeste Platte nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Teerring (6, 18) ic einem mittleren Teil (4) des Ringraunu (3,4,5) mit Abstand
(13) zur Bodenfläche (U) und mit Abstand (12) zur Schiebefläche (10) angeordnet ist und der mittlere
Teil (4) des Ringraums (3,4, 5) in radialer Richtung
verbreitert ist
3. Feuerfeste Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die von der
Schiebefläche (10) abgewandte Hälfte des Teerrings (6,18) von einem Blechmantel (14,19) umgeben ist
4. Feuerfeste Platte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der
Innenring (2) schiebeflächenseitig mit einer Schulter (17) radial nach außen bis über den Außendurchmesser
des Teerrings (6,18) erstreckt.
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