DE2828992C2 - Verfahren zum Instantisieren von Zucker enthaltenden Mischungen - Google Patents

Verfahren zum Instantisieren von Zucker enthaltenden Mischungen

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Instantisieren von Zucker enthaltenden Mischungen aus pulverförmigen Stoffen.
Unter »Instantisieren« versteht man die Herstellung von agglomerierten, pulverförmigen Produkten, die leicht benetzbar sind und sich beim Einstreuen in Wasser oder andere Flüssigkeiten ohne eine wesentliche mechanische Behandlung schnell und vollständig auflösen.
Bei der Herstellung von Zucker enthaltenden Instantprodukten ist es bekannt aus den einzelnen Bestandteilen unter Zugabe von Wasser einen Teig herzustellen, der gründlich durchgeknetet wird und aus dem auf mechanischem Wege ein Granulat geformt wird, das anschließend getrocknet wird. Das hierdurch gewonnene, körnige Erzeugnis ist relativ hart und s verhältnismäßig schwer löslich. Es fordert zu seiner Herstellung auch einen verhältnismäßig großen Aufwand an Maschinen und Energie.
Ferner ist es bekannt, eine Zucker, Geschmackstoffe und Aromastoffe enthaltende Mischung mit Dampf zu
verwirbeln und diese anschließend durch Heißluft zu trocknen. Die mit diesem Verfahren gewonnenen Instantprodukte sind zwar wesentlich leichter benetzbar und auch leicht löslich, zu ihrer Herstellung benötigt man aber eine sehr teure und komplizierte Anlage und
bedeutende Energiemengen zur Erzeugung des Dampfes und der Warmluft Außerdem kann als Zucker praktisch nur Saccharose und nur ein sehr geringer Anteil an Dextrose verwendet werden, da bei der Verwendung von Dextrose die Apparatur sehr schnell
verklebt und eine gründliche Reinigung der Anlage in kurzen Zeitabständen erforderlich ist
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Instantisieren von Zucker enthaltenden Mischungen aus pulverförmigen Stoffen zu schaffen, das sehr einfach und mit geringen Kosten durchführbar ist und nur eine ganz einfache Herstellungsanlage mit einem geringstmöglichen Aufwand an Energie erfordert
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß als Zucker mindestens teilweise Dextrose in Pulverform (a-D-Glucose-Monohydrat) verwendet wird, die mit den übrigen Bestandteilen trocken gemischt und mit allen Bestandteilen der Mischung so weit erhitzt wird, daß das in der Dextrose enthaltene Kristallwasser entweicht und daß anschließend das sich bildende Agglomerat der Trocknung überlassen wird.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß zum Herstellen der erwünschten lockeren Agglomerate keinerlei Flüssigkeit in Form von Alkohol, Wasser, Dampf oder eines anderen Lösungsmittels zugefügt werden muß, da nur durch die Erwärmung der Mischung auf Temperaturen über 540C das in der Dextrose enthalten« Kristallwasser frei wird, das sich augenblicklich und vollständig an den übrigen Bestandteilen der Mischung angelagert und diese befeuchtet Das »a-D-Glucose-Monohydrat« geht hierbei in das »a-D-Glucose-Anhydrid« über, und die freiwerdende Kristallwassermenge reicht aus, um die übrigen Bestandteile der Mischung gerade ausreichend zu befeuchten. Diese Befeuchtung geht in idealer Weise aus dem Inneren der Mischung heraus vor sich, wobei eine sehr lockere, schneeartige Masse entsteht die bei nachfolgender Abkühlung sofort trocknet und erhärtet und leichte, poröse und formbeständige Agglomerate bildet, die sich beim Einstreuen in Wasser, Milch oder andere wäßrige Suspensionen schnell und vollständig ohne Umrühren oder andere mechanische Hilfe auflösen.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die pulverförmige Mischung in einem mindestens teilweise geschlossenen Raum erhitzt wird, damit das beim Erhitzen aus der Dextrose freiwerdende Kristallwasser nicht in die Atmosphäre entweicht. Hierbei ist ein vollständig geschlossenes Gefäß nicht notwendig, sondern man kann auch einen nur oberseitig geschlossenen Tunnel verwenden, der an beiden Stirnseiten offen ist.
t>5 Die Mischung wird zweckmäßig auf eine Temperatur erhitzt, die zwischen 54° C und dem Schmelzpunkt der übrigen Bestandteile der Mischung liegt. Hierdurch wird erreicht, daß zwar das Kristallwasser aus der Dextrose
vollständig ausgetrieben wird, die Mischung jedoch nicht in den flüssigen Zustand übergeht.
Für eine rasche und einfache Trocknung ist es zweckmäßig, die Mischung nach dem Erhitzen und nach dem Agglomerieren der Mischungsbestandteile der Einwirkung von trockener Luft auszusetzen. Versuche haben gezeigt, daß die Zuführung von trockener Kaltluft ausreicht, um die Agglomerate augenblicklich zu trocknen. Hierbei genügt es schon, das agglomerierte Mischgut nach dem Erhitzen aus dem Wärmeofen abzuziehen und der Raumtemperatur auszusetzen, wobei praktisch keinerlei zusätzliche Energie für den Trocknungsprozeß bereitgestellt werden muß.
Um den Agglomerationsprozeß zu beschleunigen und zu verbessern, ist es zweckmäßig, die Mischung beim '5 Erwärmen und/oder Trocknen zu bewegen, insbesondere zu schütteln. Dies kann beispielsweise durch Drehen einer Trommel geschehen, in der sich das Mischgut befindet. Besonders zweckmäßig ist es, die Mischung auf einem Gurt- oder Schwingförderer kontinuierlich durch einen Heiztunnel zu leiten und anschließend mit Kaltluft zu beaufschlagen.
Das Instantprodukt kann auch im Chargenbetrieb hergestellt werden. Hierbei wird die Mischung nach der Erfindung in eine Trockenbirne gebracht und dort durch Einblasen von Warmluft solange erhitzt, bis die Befeuchtung eintritt Anschließend wird trockene Kaltluft zur Abkühlung und Trocknung des Produktes eingeblasen.
Obgleich bei gewissen Mischungen ein Dextroseanteil von etwa 10% bereits ausreicht, um Instanteigenschaften zu erzielen, hat sich ein Dextrosenanteil von 30—35Gew.-% an der Gesamtmischung besonders vorteilhaft erwiesen.
Im folgenden werden Beispiele zur Herstellung eines Instantzuckers und eines Kakaogetränkes nach der Erfindung angegeben.
1. Beispiel
Instantzucker
Zusammensetzung der Ausgangsmischung:
7OGew.-°/o Saccharose
30 Gew.-% Dextrose-Monohydrat
40
45
Saccharose und Dextrose werden miteinander gemischt und staubfein vermählen. Das gemahlene Mischgut wird nach einem der vorbeschriebenen Verfahren erwärmt, bis eine ausreichende Befeuchtung des Mischgutes durch freiwerdendes Kristallwasser stattgefunden hat Danach wird das Produkt durch darüber hinweggeblasene trockene Luft getrocknet und gleichzeitig auf Raumtemperatur abgekühlt
2. Beispiel
Instantzucker
Zusammensetzung der Mischung:
70Gew.-% Saccharose
30 Gew.-% Dextrose-Monohydrat
Auch hier werden Saccharose und Dextrose miteinander vermischt und staubfein vermählen. Dann wird das Mischgut in einen Durchlauferhitzer gegeben, dort
55
b0 auf 75° C erwärmt und nach einer Verweilzeit von 2—5 Minuten durch Hindurchblasen von Kaltluft auf Raumtemperatur abgekühlt
In beiden Fällen können verschiedene Agglomcratcigenschaften, wie Festigkeit Teilchengröße, Schüttgewicht Löslichkeit usw, durch Verändern der Mahlfeinheiten, der Durchlaufzeit durch den Erhitzer, der Erwärmungstemperatur, der Schütthöhe des Mischgutes im Durchlauferhitzer und durch Verändern der Abkühlzeit und der beim Abkühlen verwendeten Luftmenge gesteuert werden.
3. Beispiel
Instant-Kakaogetränk Zusammensetzung der Mischung:
52Gew.-% Saccharose
33 Gew.-% Dextrose-Monohydrat 15Gew.-% Kakao
Die einzelnen Komponenten der Mischung werden intensiv miteinander gemischt und staubfein zusammen vermählen. Das gemahlene Mischgut wird dann über eine Dosierschnecke in einen Durchlauferhitzer geleitet dort auf 75° C erwärmt und nach einer Verweilzeit von einigen Minuten durch Hindurchblasen von Kaltluft auf Raumtemperatur abgekühlt
Auch hier können durch Verändern von Mahlfeinheit, Durchlaufzeit Erwärmungs temperatur, Schütthöhe, Abkühlzeit und Luftmenge verschiedene Agglomerateigenschaften erzielt werden.
Bei kakaohaltigen Mischungen liefert ein höherer Dextroseanteil bessere Eigenschaften des Endproduktes. Aus geschmacklichen Gründen sollte der Anteil an Dextrose jedoch 35 Gew.-% nicht überschreiten.
Bei anderen Instantprodukten ist die Menge des Dextroseanteiles nach oben hin nicht begrenzt Auch das reine Dextrose-Monohydrat kann instantisiert werden. Temperatur und Einwirkungszeit sollten jedoch so gering wie möglich gehalten werden, damit nur die zur Instantisierung erforderliche Menge an Kristallwasser ausgetrieben wird und keine besondere Nachtrocknung erforderlich wird, wozu zusätzliche Energiemengen benötigt werden.
Versuche haben gezeigt, daß das im Dextrose-Monohydrat enthaltene Kristallwasser oberhalb 54° C beschleunigt austritt. Da der Schmelzpunkt von Dextrose bei 830C liegt ist es zweckmäßig, das Mischgut bei seiner Herstellung auf eine Temperatur zwischen 54° und 83° C zu erhitzen und dafür Sorge zu tragen, daß diese Temperatur möglichst rasch erreicht wird und nicht länger einwirkt, als notwendig ist um das Kristallwasser aus der Dextrose freizusetzen.
Die Erfindung ist zum Herstellen von Instantprodukten gewerblich anwendbar, die aus einer Mischung aus Dextrose, Saccharose, Geschmackstoffen und Aromastoffen hergestellt werden. Sie kann darüber hinaus auch für andere Instantprodukte, beispielsweise Suppen, Tee, Milchtrockenprodukte oder andere Lebensmittel verwendet werden, die Zucker enthalten und bei denen für die Zuckerkomponente Dextrose verwendet werden kann, die in der Lage ist, bei Erwärmung Kristallwasser abzugeben, und die wesentlich billiger ist als Saccharose.

Claims (9)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Instantisieren von Zucker enthaltenden Mischungen aus pulverförmigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß als Zucker mindestens teilweise Dextrose in Pulverform (a-D-Glucose-Monohydrat) in einer Menge von mindestens 9 Gew.-% der Gesamtmischung verwendet wird, die mit den übrigen Bestandteilen trocken gemischt und mit allen Bestandteilen der Mischung soweit erhitzt wird, daß das in der Dextrose enthaltene Kristallwasser entweicht und daß anschließend das sich bildende Agglomerat der Trocknung überlassen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pulverförmige Mischung in einem mindestens teilweise geschlossenen Raum erhitzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung auf eine Temperatur erhitzt wird, die zwischen 54° C und dem Schmelzpunkt der übrigen Bestandteile der Mischung liegt
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung nach dem Erhitzen und nach dem Agglomerieren der Mischungsbestandteile der Einwirkung von trockener Luft ausgesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung beim Erwärmen und/oder Trocknen bewegt, insbesondere geschüttelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung auf einem Gurt- oder Schwingförderer kontinuierlich durch einen Heiztunnel geleitet und anschließend mit Kaltluft beaufschlagt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung in eine Trockenbirne gebracht und dort durch Einblasen von Warmluft solange erhitzt wird, bis die Befeuchtung eintritt, und daß dann trockene Kaltluft zur Abkühlung und Trocknung des Produktes eingeblasen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der Dextrose 30—35 Gew.-% der Gesamtmischung beträgt
9. Verwendung einer Mischung aus Dextrose, Saccharose, Geschmackstoffen und Aromastoffen zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.
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