DE272C - Eishaus zur Fabrikation von Eis mit Benutzung der natürlichen Lufttemperatur - Google Patents

Eishaus zur Fabrikation von Eis mit Benutzung der natürlichen Lufttemperatur

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DE272C
DE272C DE000000000272DA DE000000000272DA DE272C DE 272 C DE272 C DE 272C DE 000000000272D A DE000000000272D A DE 000000000272DA DE 000000000272D A DE000000000272D A DE 000000000272DA DE 272 C DE272 C DE 272C
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Description

1877.
Klasse 17
GOTTLOB CURRLE in ULM. Eishaus zur Fabrikation von Eis mit Benutzung der natürlichen Lufttemp
l'atentirt im Deutschen Reiche vom 14. August 1877 ab.
Unter gewöhnlichen Verhältnissen bildet sich das Natur-Eis stets an der Oberfläche des Wassers und zwar deshalb, weil das Wasser nicht wie die meisten andern Körper stetig mit der Temperaturabnahme an Volumen verliert, sondern nachdem es bei -(-40C. seine gröfste Dichtigkeit erreicht hat, sich nunmehr bis zum Erstarrungspunkte wieder ausdehnt, während es also am Boden der Gewässer nicht kälter als -j-4°C. werden kann, erkaltet die Oberfläche mehr und mehr, bis sie schliefslich den Gefrierpunkt erreicht; es erstarrt aber nicht auf einmal alles Wasser, welches diese Temperatur erreicht hat, weil beim Uebergang aus dem flüssigen in den festen Zustand, wie bei allen Körpern, so auch beim Wasser, Wärme frei wird, daher kann die Krystallisation nur langsam von oben nach unten erfolgen.
Es ist dem Erfinder gelungen, Quellwasser in beliebig grofsen Quantitäten auf unten beschriebene Art schon bei einer Temperatur von — 10C. anfangend sehr rasch in Eismassen von bester und reinster Quantität zu verwandeln und zwar einfach dadurch, dafs das Wasser möglichst fein zertheilt bis zu seiner Erstarrung in Bewegung erhalten und gleichzeitig gezwungen wird, dafs es von unten nach oben gefriert.
Fig. ι ist ein Eisbereitungshaus, und da das Eis in seiner compacten Masse sich leichter erhalten läfst, auch Arbeit erspart bleibt, so dient es zugleich als Aufbereitungsort, aus welchem der jeweilige Eisbedarf täglich bequem entnommen werden kann.
Fig. 2 und 3 a. Die zwei Langseiten mit Doppelwandungen, wie auch der Boden (Fig. 3 und 4 a), worauf das Eis zu ruhen kommt, werden mit einem schlechten Wärmeleiter ausgefüllt.
Fig. 2 CD. b. Auf der vorderen und hinteren Seite sind je zwei Wände angebracht; die äufseren AVandungen haben thunlichst viele Drehläden, Fig. ι c, um der kalten Luft einen Durchzug zu gestatten, während die zwei inneren Wandungen, die den eigentlichen Eisbereitungsraum umschliefsen, offen bleiben, um erst mit dem Anwachsen des Eises nach und nach mittelst Brettern geschlossen zu werden.
Der Zwischenraum dieser zwei Wandungen wird in fünf Etagen eingetheilt. Bei Fig. 2 und 3d sind Treppen angebracht, damit man beliebig in jede Etage kommen kann.
Auf der obersten Etage gestatten zwei Hängebrücken, Fig. 2 , 3 und 4e, wie auch die bei Fig. 3 f offen gelassenen Räume den Uebergang von einer zu der anderen Seite, so dafs man auch ringsherum frei passiren kann.
Fig. 2 und 3g. Der Eisbereitungsraum besteht aus zwei Abtheilungen von je 41^ m Breite und 11 m Länge und ist durchweg von unten bis zu seinen Hängebrücken auf eine Höhe von 12 m ganz hohl. Die inneren vier Seitenwandungen, Fig. 2 und 3 h, werden bis obenan mit gefugten, gehobelten und mit einem wasserdichten Anstrich versehenen Brettern verschalt, so dafs jede für sich eine gleichmäfsige Fläche bildet.
Der Dachstuhlaufsatz, Fig. 1, 2 und 41, mit seinen Seitenöffnungen ist deshalb so construirt, damit sich die bei der Wasserverdiinstung frei werdende Wärme schnell aus dem Gebäude entfernen kann.
An die Wasserleitung, welche bei k, Fig. 3, mündet, sind bei Fig. 2, 3 und 4I vier Abzweigrohre, mit je einem Zweiweghahne und einem kurzen Wasserentleerungsstück versehen, angeschraubt. Bei dem Apparate des Erfinders besteht die Wasserleitung aus 90 mm lichtweiten eisernen Röhren. Das Wasser übt einen Druck von 5 y2 Atmosphären aus. Die Abzweigrölire haben je eine Lichtweite von 50 mm und steigen bis zu den Hängebrücken e auf, wovon zwei, das eine Rohr rechts, das andere links, bei steigender Richtung in den einen Uebergang eingeführt sind. Die andern zwei Rohre sind auf gleiche Art in den Uebergang der zweiten Abtheilung geleitet. An jedes dieser in die Uebergänge geleiteten vier Abzweigrohre / sind Fig. 2 und 4 i, 2, 3 wieder drei kleinere Abzweigrohre von 30 mm lichter Weite, ebenfalls in steigender Richtung angebracht, die an ihren Enden mit Gewinden versehen sein müssen, damit man an diese Gewinde Brausen, Fig. 4, 4, 5, 6 anschrauben kann. Diese eben genannten Brausen bestehen aus Metallröhren von 30 mm Lichtweite und 372 cm Länge; sie müssen an einem Ende geschlossen werden, am andern Ende aber ein Gewinde haben, das in die Rohrgewinde bei i, 2, 3 pafst. In eine solche Brause sind der Länge nach in gerader Linie '/, n mm
lichtweite, also äufserst feine Löcher, gebohrt. Da nun die vier Abzweigrohre zwölf kleinere Abzweigrohre mit Gewinden haben, so erfordern sc'Jie auch zwölf Brausen, die hinsichtlich der Anzahl feiner Löcher gleich sein und alle in steigender Richtung angeschraubt werden müssen. Um den Wasserverbrauch zu sparen und eine rasche Eisbildung zu ermöglichen, ist es nöthig, die Anzahl solcher Löcher der Temperatur entsprechend zu bestimmen, was, obgleich die Temperatur sich öfter rasch um einige Grade ändert, dennoch dadurch ermöglicht wird, dafs man es durch die angebrachten Zweiweghähne (Fig. 2, 3 und 4e) in der Hand hat, den Wasserdruck durch Oeffnen bis nur %, 2Z3 oder ganz, also schwach, stärker und voll zu reguliren; es genügen nach den bis jetzt gemachten Proben bei einer Temperatur von — 1 bis — 30C. in einer Brause 646 Löcher, folglich in den drei Brausen, die an einem Abzweigrohr angebracht sind, 1938 Löcher; aus diesen 1938 Löchern können stündlich 600 1 Wasser gedrückt und auf eine der vier Seitenwandungen von ca. 100 qm Fläche in Eis verwandelt werden. Binnen zehn Stunden kann eine Eisfläche von etwa 6 cm Dicke gebildet werden, was, wenn alle vier Abzweigrohre ä drei Brausen mit 7752 Löchern gleichzeitig arbeiten, einen Wasserverbrauch von 2400 1 oder 2400 kg Eis pr. Stunde erfordert.
Bei einer Temperatur von —3 bis -40C. und zwölf Brausen mit 11628 Löchern ist ein Quantum von 3600 1 Wasser in der Stunde erforderlich.
Es ist einleuchtend, dafs, je kälter die Temperatur, desto mehr Bohrlöcher und Wasser nöthig werden, und zwar bei:
— 4 bis 5 0C. und zwölf Brausen mit 19376 Löcher = 6000 1
— 5 - 60C. - 27128 - = 8400-
— 6
— 8
—10
7 "C.
8" C.
90C.
io°C.
ii°C.
34880 = 10800 -
42632 = 13200 -
50384 = 15600 -
58140 =■ 18000 -
65892 = 20400 -
welches in einer Stunde in Eis verwandelt wird.
Die erwähnten Zweiweghähne, Fig. 2, 3, 4I, dienen dazu, den Wasseraiflufs beliebig zu öffnen oder zu sperren, wodurch auch jedes Rohr mit seinen in aufsteigender Richtung angebrachten drei Brausen schnell gefüllt oder entleert werden kann.
Ist alles Vorbeschriebene richtig hergestellt, so werden bei Eintritt geeigneter Temperatur die zwölf Brausen mit entsprechenden Löchern angeschraubt, alle Drehläden geöffnet, damit der Luftdurchzug das Innere durchkältet und sodann die vier Zweiweghähne zu V3, 2 /3 oder auch ganz geöffnet, wodurch sofort das Wasser als ganz feiner Staubregen aus den Brausen strömt und sich in schiefer Richtung an die gegenüber befindlichen Seitenwände, je bei Fig. 3m, in wagerechter Linie entlang anlegt, und sich durch das fortwährende Nachströmen als eine äufserst dünne gleiche Wasserfläche nach unten bewegt.
Die feine Wasserzertheilung in freier Luft, sowie die äufserst dünne Wasserschicht, die sich, an den Seitenwänden gleichmäfsig ausgebreitet, zu Boden bcAVCgt, ermöglichen ein sehr rasches Freiwerden der Wärme, die nach oben durch das Dach entweicht, wodurch bereits beim Anlangen des Staubregens an den Seitenwänden, also von oben ab, ein Beginnen der Krystallisation stattfindet, welche trotz Wassemiflufs fortschreitet und die ganze Fläche mit schönem Eis von fast durchaus gleicher Dicke überzieht.
Wie schon erwähnt, kann durch richtiges Hähneöfthen der Wasserzuthifs so regulirt werden, dafs alles Wasser, bis es am Boden unten ankommt, erstarrt. Dasjenige, was etwa mehr abtliefsen und auf dem Boden nicht gefrieren sollte, findet durch den in der Mitte des Bodens einer jeden Abtheilung angelegten" Kantel seinen Wasser,
Abflufs nach aufsen. Damit beim Anwachsen das Eis seinen Einschlufs findet, mufs vor Beginn der Eisbereitung an den offen gelassenen beiden Vor- und Rückseiten und zwar an jeder Abtheilung g rechts und links von unten bis oben je ein Brett von ca. 18 cm Breite eingestellt werden; hat das Eis an allen vier Seiten diese Bretterdicke erreicht, so mufs auf gleiche Art ein weiteres Brett eingeschoben werden, und so fort, bis zuletzt alles Eis in seiner ganzen Höhe zusammengewachsen und eingeschlossen ist.
Sollte während der Eisbereitung mildes Wetter eintreten, so wird der Wasserzuflufs gesperrt, die Drehläden und die Jalousieläden auf dem Dach gut geschlossen, damit das bereits gewonnene Eis sich gut erhält, bis wieder die geeignete Temperatur eintritt und mit der Eisbereitung von Neuem begonnen werden kann.
Da, wo ein natürlicher Wasserdruck nicht zu haben ist, kann mittelst Dampf oder anderer Kraft das nöthige Wasser durch die Röhren und Brausen getrieben und dadurch ebenso gut Eis bereitet werden; auch lassen sich, obgleich weniger gut, die Brausen in beliebig anderer Form oder Gröfse verwenden, oder auch ganz beseitigen, und an deren Stelle oben an den Seitenwandungen entlang sogenannte Ueberläufe anbringen, die, mit Wasser richtig versorgt, auch eine ganz dünne Wasserschicht und Krystallisation ermöglichen. Ferner können selbstverständlich kleinere oder größere, mich noch höhere Einrichtungen mit weniger oder mit mehr Abtheilungen und Seitenwänden getroffen werden, und wenn das Eis am Bereitungsorte nicht lagern, sondern bald oder täglich abgeführt werden soll, so ist eine einfachere Bauart möglich; es ist alsdann besser, dafs die Seitenwände aus Metall, /.. 15. aus Zinktafeln, gemacht werden.
weil sich davon das Eis viel leichter abtrennen läfst, als von einer Holzwand, auch ist es besser, dafs die Seitenwände näher zusammengestellt, also vermehrt werden, weil dadurch um soviel mehr Eis bereitet werden kann, als die Anzahl der Seitenwände und Brausen vermehrt ist.
Wird der vorbeschriebene Eisbereitungsraum mit seinen fünf Etagen, beiden Hängebrücken, aufsteigenden Abzweigrohren und Brausen auf allen sechs Seiten, also auch oben und unten, mit Doppelwandungen, welche mit einem schlechten Wärmeleiter auszufüllen sind, umgeben, dann ist es leicht möglich, die natürliche kalte Luft durch künstlich erkältete Luft, die am besten mittelst einer Kaltluft-Erzeugungsmaschine (wie solche in neuester Zeit angefertigt werden) producirt wird, zu ersetzen, und nicht nur im Winter, sondern zu jeder Zeit sehr grofse Eismassen weit billiger zu bereiten, als dies mit den seitherigen Eisbereitungsmaschinen möglich war.
Eine solche Kaltluft-Erzeugungsmaschine mit ihren Ventilatoren wäre aufserhalb des Eisbereitungshauses anzubringen, die beiden Ventilatoren mittelst Röhren mit dem Innern des Eisbereitungsraumes zu verbinden, und zwar oben und etwa in der Mitte von der Höhe des Eishauses, ,damit durch den Saugeventilator die obere, stets wärmere Luft ausgesogen und dagegen die kalte Luft in der Mitte wieder eingeblasen werden kann.
Da die ausgesogene wärmere Luft durch dtu Kälteerzeuger getrieben und erkaltet wieder in den Eisbereitungsraum eintreten mufs, so läfst sich im Eisbereitungsraum eine constante tiefe Temperatur in Bälde herstellen.
Eine gleiche kalte Temperatur hat den Vortheil, dafs mit den Brausen nicht gewechselt werden darf, der Wasserzuflufs gleich bleibt und die Füllung dieses Eisraumes mit dem schönsten Eis in unglaublich kurzerZeitvollführt werden kann.
Durch einen luftdicht verschliefsbaren Eingang ist die Eisentleerung möglich.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Das beschriebene Verfahren zur Erzeugung von Eis unter Benutzung der natürlichen Lufttemperatur oder eventuell künstlicher Kälte derart, dafs man das in Eis umzuwandelnde Wasser in möglichst dünnen, continuirlichen Schichten der Einwirkung der Kälte aussetzt.
2. Die beschriebenen und zur Ausführung des unter ι genannten Verfahrens dienenden Apparate, Anordnungen und möglichen Aenderungen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE000000000272DA 1877-08-13 1877-08-13 Eishaus zur Fabrikation von Eis mit Benutzung der natürlichen Lufttemperatur Expired - Lifetime DE272C (de)

Applications Claiming Priority (1)

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  • 1877

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