DE26271C - Fufstritt-Webstuhl - Google Patents

Fufstritt-Webstuhl

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DE26271C
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Germany
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lever
shaft
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eccentric
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DENDAT26271D
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English (en)
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L. LAESERSON und H. WlLKE in Moskau, Rufsland
Publication of DE26271C publication Critical patent/DE26271C/de
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D29/00Hand looms

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Looms (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATEN
KLASSE 86: Weberei.
Furstritt-Webstuhl.
Mit diesem Fufstritt-Webstuhl werden folgende Vortheile erreicht:
Stoffe mechanisch ohne Anwendung von Elementarkraft zu weben, und zwar ausschliefslich durch die Kraft des Webers, welcher durch den Fufs den Stuhl mittelst Fufstrittes in Bewegung setzt. ■.·..'.
Die Betriebsgeschwindigkeit jedes einzelnen Webstuhles theils dem Material, theils der Construction des Stoffes entsprechend geben zu können.
Die zartesten und feinsten Materialien vortheilhaft zu weben.
Da die Schaftrahmen ohne Anwendung von Antriebsketten, Treibschnüren oder Riemen funktioniren, so kann man dieselben ohne Mühe behufs Einziehens oder Andrehens neu angezettelter Ketten herausnehmen und sie auch durch andere ersetzen. AVenn mehrere Schäfte beim Aufgange und Niedergange zusammenwirken, so kann man, indem man sie zu verschiedenen Zeiten in Bewegung setzt, die Reibung der Kettenfäden auf ein Minimum reduciren.
Die einfachsten wie auch complicirtesten Stoffconstructionen sowie auch alle Wechselungen derselben mit Leichtigkeit durch Excenterverstelhmgen ausführen zu können.
Jedwede Stoffgattung mit anderer Kantenbindung zu weben und letztere ohne Schaftveränderung beliebig in der Breite verstellen zu können.
Man kann die Spannung der Kette vollkommen gleichmäfsig erhalten mittelst einer doppeltwirkenden Spannrolle mit Gegengewicht.
Gleichmäfsige Spannung beim Weben und bei allen vorkommenden Nebenoperationen zu erhalten sowie gleichmäfsiges Fortrücken der Waare mittelst Hebels und Ladenanschlages zugleich zu erreichen.
Bei geschlossenem Kettenfache gebrochene Kettenfäden bequem passiren und jede Nebenoperation des Webens ohne sichtbare Abzeichnung in der Waare ausführen zu können.
Mit geringster Kraftäufserung mehrfachen Schützenwechsel für carrirte Stoffe zu bewerk-. stelligen. '
Die feinsten Einschlag- oder Schufsfäden können mit Schleif- und Laufspulen der gröfsten Dimensionen gewebt werden, indem man den Einschlagfäden den gröfsten Rücklauf giebt, um eine vollkommene Kante zu erzielen.
Zur Erreichung der vorerwähnten Zwecke dienen folgende neu angeordnete Mechanismen, welche die Zeichnungen in Blatt I bis III in combinirter Zusammenstellung, einzeln aber die Zeichnungen in Blatt IV bis XIII veranschaulichen und die Beschreibung durch beigestellte Zahlen erläutern.
Um den Webstuhl ohne Elementarkraft und ausschliefslich durch die Kraft des Webers zu bewegen, hat derselbe vorn beim Stande einen Fufstritt, bezeichnet in Blatt I, II, III und IV mit i, durch welchen mittelst Aufsteilens und Niederdrückens eines Fufses derselbe einen senkrechten, doppelarmigen Hebel 2 in schwingende Bewegung setzt. Zu beiden Seiten des Stuhles befindet sich ein solcher dopp elarmiger Hebel 2, drehbar an den Bolzen 3, welche unten durch das Trittbrett 1, oben noch mit einem Stab 4 mit einander verbunden sind. Letzterer dient zur
Hülfe für momentane Ingang- als Aufsergangsetzung des Stuhles. Die den doppelarmigen Hebeln 2 ertheilte Bewegung wird durch zwei Zugstangen 5 auf die Schwungräder 8 des Webstuhles übertragen, indem die Zugstangen aufser an den Drehpunkt 6 der Fufstritthebel noch an den Kurbeldrehpunkt 7 der Schwungräder 8 auf Blatt IV angreifen und somit die Schwungräder in rotirende Bewegung versetzen, von wo aus nun alle Bewegungen weiter stattfinden. Der Kurbelbolzen 7 erhält aufser der Zugstange 5 noch drei Laufrollen 9, 9, 9 auf Blatt IV, von denen die äufseren mit je einem Rande versehen sind, und da diese Rollen aufserdem in halbkreisgeformtem Bügel sich befinden, so hat letzterer durch die Ränder der äufseren Rollen gleichzeitig eine genaue und sichere Führung. Die hintere Wand 10 des Führungsbügels auf Blatt IV ist in drei gleiche Theile getrennt, von denen die beiden äufseren etwas nach innen erhöht sind, wodurch die zwei äufseren Rollen mit erhöhtem Rande daran genaue Führung haben. Die vordere Wand 11 des Führungsbügels ist dagegen nur den dritten Theil der hinteren Wand breit und steht dem mittleren Theil des erwähnten Bügels gegenüber, wodurch die mittlere Laufrolle 9 an diesem Bügel stets gleitet, da Bügelweite und Laufrolle von gleichem Durchmesser sind. Diese Führungsbügel ι ο und 11 befinden sich an einem Schwingarm 12, welcher am unteren Ende seinen Drehpunkt auf einem Bolzen 13 hat und am Webstuhlgestell festsitzt. Der vordere Führungsbügel 11 hat zwei Backen zur Aufnahme eines Bolzens, welcher die Zugstange 14 mit diesem vereinigt; diese Zugstange steht auf der anderen Seite ebenfalls mittelst Bolzens mit der Ladenstelze 16 in Verbindung. Die Kreisform des Führungsbügels wird verschieden construirt, je nach der Breite der zu webenden Waare, und sie wird um so langer zu bestimmen sein, je breiter die Waare zu weben ist, damit der Stillstand der Lade dem Laufe des Schiffchens durch das Kettenfach entsprechend ist. Die Ladenbewegung wird analog der Bewegung der Führungsschwinge 12 durch Verbindung der Ladenschwinge 16 mit der Führungsschwinge 12 mittelst Zugstange 14 erreicht. In veränderter Form und mit längerem Stillstande für die Lade ist eine Führungsschwinge 17 mit gröfserem Kreissegment auf Blatt IV dargestellt.
An der Schwungradwelle befindet sich' ein Zahnrad, welches ein darunter befindliches, doppelt grofses Zahnrad, Blatt II, treibt und auf der Schlägerwelle 18, Blatt V, sitzt. Auf derselben sind nun in neuen Anordnungen folgende Mechanismen angebracht, welche den Zweck haben, dafs der Lauf des Schiffchens immer derselbe bleibt, gleichviel ob der Webstuhl schnell oder langsam arbeitet, und das Abschnellen des Schiffchens durch Federkraft sanft geschieht, was für feine und zarte Schufsmaterialien vortheilhaft ist. An jedem Ende dieser Schlägerwelle 18 sitzt ein Excenter 19, dessen äufsere Peripherie zur Hälfte kreisrund ist und auf yelchem die Laufrollen 20 vom Schlaghebel 21, Blatt II, III und V laufen. Befindet sich die Laufrolle auf der runden Fläche von gröfstem Halbmesser, so hat der Schlaghebel 21 seinen höchsten Stand, fällt aber sofort nieder, wenn die Laufrolle 20 in die Vertiefung eintritt. Durch das Fallen wird der Schlägerriemen 22 am Kopfe des Schlaghebels 21 gelockert, was zur Folge hat, dafs der Schlagarm 23 durch eine aufgespannte Spiralfeder 24 wieder zurückgezogen wird. Das eine Ende der Spiralfeder ist an den festen Bock 25 des Ladenstockes 26 gehängt und das andere Ende in einem der Stelllöcher des Schlägerschuhes 27 befestigt. Dieser Schlägerschuh trägt an einer kleinen Welle mittelst zweier Arme ein Kreissegment 28, auf welchem ein Schlagriemen 22 mittelst Haken und Flügelmutter' 29 entsprechend gespannt wird. Nach der Spannung wird dieselbe noch durch einen Spannsteg 30 mittelst zweier Schrauben gesichert. Der Schlagarm 23 wirkt beim Abschlag auf einen Schützentreiber im Schützenkasten, welcher das Schiffchen abschnellt; somit empfängt dasselbe indirect seine Abschnellung durch Spiralfeder, wodurch das Schiffchen stets gleichen Lauf durchs Schufsfach erhält, gleichviel ob der Webstuhl schnell oder langsam bewegt wird, was von Vortheil ist, da infolge dessen der Stuhl beliebig schnell und dem Material oder der Stoffconstruction entsprechend arbeiten kann.
An der' Schlägerwelle sind nun ferner noch folgende neu. angeordnete Mechanismen, welche den Zweck haben, mit der gröfsten Schonung die Kettenfäden zu bewegen, wodurch die Möglichkeit geboten wird, das feinste und zarteste Material mit Vortheil zu weben. Hierfür ist auf der Schlägerwelle 18 eine Metalltrommel 31, Blatt VI und VII, drehbar befindlich, auf deren Peripherie für jede Schafthebung zwei Excenter 32 in der Entfernung zu einander angebracht sind, als die unter den Schäften senkrecht stehenden Stellstäbe 33 aus einander stehen. . Zwei solche parallel zu einander stehende Excenter 32 heben oder senken stets zwei niit diesen correspondirende Hebel 34 durch Laufrollen 35, welche beim Aufsteigen mittelst kleiner Zugstangen 36 andere weitere Hebel 37, die unter denselben in entgegengesetzter Stellung und mit ihren Drehpunkten senkrecht unter dem Scheitel des Schufsfaches stehen, mitbewegen. DasämmtlicheHebel34 jeder Seite und so auch die Hebel 37 jeder Seite sich ebenfalls gemeinschaftlich an einem Bolzen drehen, so ist der Hub einer jeden Hebelabtheilung gleich grofs, indem die sämmtlichen Excenter
, gleich hoch sind. Die Böckchen 38 an den Hebeln 37 stehen aber in verschiedener Entfernung vom Drehpunkte, wodurch der Hub der Böckchen um so gröfser, je entfernter dieselben vom Drehpunkte sind, mithin auch die Rahmenträger 39 dementsprechend mehr oder weniger gehoben werden, da dieselben auf den Stellstäben 33 in den Böckchen 38 ruhen. Ein jeder der Stellstäbe 33 kann mittelst zweier Schraubenmuttern 40 hoch oder tief gestellt werden, um die darauf ruhenden Schaftrahmen genau waagrecht zu justiren. Je zwei Stellstäbe sind oben fest an dem Rahmen träger 39 vereinigt, und hat letzterer an jedem Endkopfe an der oberen Kante einen runden, vorstehenden Zapfen, welcher für senkrechte Führung in den Falzen der Falzwände 41, Blatt I, II und III, gleitet. Aufserdem befinden sich an dem Rahmenträger 39 noch kleine Backenpaare 42, zwischen welchen der aufgesetzte Schaftrahmen festen Sitz hat. Durch das eigenthümliche System, dafs die Schaftrahmen stets durch zwei Abtheilungen Hebel gleichzeitig gehoben werden, kann ein Schwanken und Verstellen derselben beim Auf- und Niedergang niemals vorkommen, wodurch das Kettenfach auf die kleinste Bewegung reducirt werden kann, und da ferner der Drehpunkt der Hebel 37 senkrecht unter dem Scheitel des Kettenfaches steht, wodurch die Schaftrahmen in der Weise gehoben werden, dafs alle Kettenfäden des Schufsfaches in einer Ebene liegen, so ergiebt sich hieraus der Vortheil, dafs auch die zartesten Materialien vortheilhaft mit diesem Webstuhl gewebt werden können.
Von eigenthümlicher Beschaffenheit sind ferner die Schaftrahmen, welche aus zwei horizontalen Stäben 43, in Länge der ganzen Breite des Webstuhles entsprechend, und aus zwei verticalen Verbindungsstäben 43 bestehen, letztere links und rechts etwas vorspringend und damit in den Falzen der Falzwände 41, Blatt I, II und III, auf- und niedersteigend. Aufserdem sind die Verbindungsstäbe oben und unten mit langen Schlitzen 44 und Zähnen 45 versehen. An diesen Verbindungsstäben gleitet oben und unten ein kleiner Schieber, bestehend aus zwei Blephstreifen, welche in der Mitte einen Klinkzahn 46 und aufserdem darüber einen Stift 47 halten. Der leere Raum im Schieber über oder unter dem Klinkzahn 46 dient zur Aufnahme der Litzenstäbe 48, welche gleich den Litzen selbst von gewöhnlicher Beschaffenheit sein können. Nach Einstellung der Litzenstäbe 48 mit den darauf befindlichen Litzen können letztere beliebig angespannt und durch die Klinkzähne 46 in den Sperrzähnen 45 gehalten werden. Um das Gewicht der Hebel 34 und 37 mit den Böckchen 38 und den Schaftrahmen zu reduciren, befinden sich drehbar an einem Bolzen Gegengewichte 49, welche mit einem Verlängerungsarm die Hebel 37 unten berühren und so durch ihr Gewicht die letzteren entlasten, wodurch ein leichter Schafthub erzielt und aufserdem der Vortheil geboten ist, jeden Schaft einzeln und isolirt von allen übrigen Schäften bewegen zu können, die Schaftrahmen ohne Lösung von Schnüren, Ketten oder Riemen für Passirung oder Andrehung neu gezettelter Ketten zu entfernen oder durch andere ganz auszuwechseln und dabei die Litzen . selbst in sehr lockerer Spannung zu erhalten, gleichviel ob die Schäfte sich ins Ober- oder Unterfach bewegen. Werden für Taffet oder taffetartrge Stoffe mehrere Schaftrahmen zugleich für ein Fach gehoben, so bietet dieses eigenthümliche doppelte Excentersystem den Vortheil, da alle einzeln verstellbar sind und isolirten Hub bewirken, dafs dieselben so gestellt werden können, damit einer nach dem anderen wirkt, wie 50 auf Blatt VII darstellt, wodurch die Schaftrahmen auch einer nach dem anderen gehoben werden und somit die Bewegung der sämmtlichen Kettenfäden nicht auf einmal, sondern allmälig stattfindet, wodurch denselben die geringste Reibung geboten wird.
Um die einfachsten wie auch complicirtesten Stoffconstructionen sowie auch alle Wechselungen derselben mit Leichtigkeit durch Excenterverstellung ausführen zu können, dient die vorerwähnte Trommel 31 auf Blatt VII, welche über die ganze Breite des Webstuhles ihren Platz nimmt und auf der Schlägerwelle 18 sich selbstständig dreht. Die Trommel enthält stets zwei Abtheilungen Excenter, eine links und eine rechts, analog den beschriebenen -Hebelabtheilungen. Die Bewegung der Trommel 31 geschieht nicht continuirlich, sondern in kleinen Kreistheilen, je nachdem der Binderapport an Schufs zählt, und zwar wird die Drehung mittelst Treibrades 51 auf der Schwungradwelle und Sternrades 52, auf der Kantenwelle 53 befindlich, bewerkstelligt, wo bei jedesmaliger Umdrehung der Schwungrädwelle mit dem Treiberrade der vierte Theil des Sternrades fortgerückt wird. An der Kantenwelle 53 befinden sich zu beiden Seiten die Kantenexcenter 54, unter welchen sich Hebel mit Rollen befinden, die von ersterer abwechselnd niederbewegt werden und Kantenbindimg selbstständig sowie in anderer Bindung als der der Waare erzeugen. Aufser diesen befindet sich nun an der Kantenwelle 53 noch ein Zahnrad 55. Senkrecht darunter und vereinigt mit der Excentertrommel 31 befindet sich ein gleich grofses Zahnrad 56, welches auch gleiche Zähnezahl als das darüber stehende Zahnrad 55 hat, und die Drehung des ersteren wird auf letzteres durch die beiden verkuppelten Wechselräder 57 und 58 übertragen. Diese beiden Wechselräder bestimmen stets die Geschwindigkeit derExcentertrommel3i,
ob sie sich nach zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Schufstouren einmal herumgedreht haben soll, und dieser Tourenzahl für eine Trommeldrehung entsprechend werden die zweitheiligen Excenter 59, die dreitheiligen Excenter 60, die viertheiligen Excenter 61, die fünftheiligen Excenter 62, die sechstheiligen Excenter 63, die siebentheiligen Excenter 64 oder die achttheiligen Excenter 32 auf die Trommel 31 geschraubt, wofür auch genügend Löcher ■ mit Schraubengewinde in der erforderlichen Theilung angebracht sind. Ueberschreitet der Schufsrappoft die Zahl acht und dehnt sich auf zehn bis vierundzwanzig Schufs aus, so kommen auf die Trommel 31 lange Blechstreifen 65 zu liegen, die in Länge gleich der Trommel selbst sind, und anstatt die Excenter auf die Trommel, wie im Vorerwähnten, zu schrauben, werden solche in diesem Falle auf die Blechstreifen selbst in zwei Abtheilungen geschraubt. Letztere werden nun an ihren äufseren Enden durch Kettenglieder 66 zu einem beliebig langen Bande ohne Ende verbunden, und die darauf geschraubten Excenter wirken auf die Hebel 34 mit ihren Laufrollen 35 wie im vorerwähnten Falle.
Um an jeder Gattung Waare eine ganz unabhängige Kante und in abweichender Bindung zu erzeugen, werden auf der Kantenwelle 53 die Kantenexcenter 54, Blatt VII und VIII, angebracht, welche den Kantenfaden unter, allen Bedingungen eine selbstständige Bindung gestatten und mit der Bindung der Waare niemals etwas gemeinschaftlich haben, gleichviel ob letztere zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechs-, sieben-, acht- und mehrbindig ist; doch eigenthümlich bleibt dabei, dafs die Bewegungen für die Stoffbindung stets von den Mechanismen der Kantenbewegung abgeleitet werden. Um nun auch die Stoffbreite beliebig ausführen zu können und nicht an eine bestimmte Breite gebunden zu sein, da doch die Kanten von anderer Bindung jeder Veränderung hinderlich sein würden, so sind oben an den Falzwänden 41 auf jeder Seite zwei Blechrollen 67 und 68 angebracht. Ueber ersterer liegt ein langer Riemen, welcher aufserdem noch um einen Drahtstift im Innern der Rolle gelegt ist, wie der Querschnitt (69) angiebt. Die Enden des Riemens sind durch Haken und Schraubenmuttern mit den Hebeln 70 und 71 verbunden. Gleichzeitig ist auf der oberen Rolle 67 und an deren Draht ein schmaler Riemen 7 2 für die Aufnahme von Kantenlitzen 73 gelegt. Diese werden mittelst einer eigenen Metallöse an dem Riemen oben als einem unteren Riemen 74 befestigt, welcher eine Rolle mit Gewicht 75 trägt, wodurch die Kantenlitzen straff gehalten werden und dabei freie Bewegung für die Kantenexcenter 54 gestattet ist. Wird nun die Breite der Waare verändert, schmäler oder breiter bestimmt, so sind dementsprechend die Kantenlitzen 73 mit ihrem oberen Riemen 72 auf der Rolle 67 zu verrücken. Die untere Rolle 68 dient zur Rückstellung des hinteren Riemens, damit derselbe gleich dem vorderen Riemen senkrecht nach dem Hebel läuft.
Um den Zweck zu erreichen, mit stets gleichmäfsig gespannter Kette weben zu können, ist der Kettenbaum nicht wie üblich mit Bremsgewicht, sondern mit Rollgewicht von besonderer Einrichtung versehen, welche unter allen Umständen in Wirkung stets gleich bleibt. Der Kettenbaum 7 6 auf Blatt IX hat zu beiden Seiten zwei Schnurscheiben 7 7 und 7 8, fest auf dem Zapfen sitzend, welche mit erhöhten Rändern versehen sind, um ein Abgleiten der aufliegenden Schnüre zu verhindern. Zwischen diesen Rändern sind zwei Reihen Warzen angebracht, die aus länglich abgerundeten, vorstehenden Köpfchen bestehen. Eine doppelt gelegte Schnur wird mit ihrer Oese an einer Warze 79 angelegt und die Schnurenden dann 1 !/2 oder 2 1/% mal um die Schnurscheibe gewickelt, so dafs die Schnüre parallel zu einander liegen und zwischen beiden in der Mitte ein leerer Raum bleibt, auf welchem eine Reihe Warzen liegt, deren sechs, acht, zehn oder beliebig viel sein können. Die zwei Enden dieser Schnur sind an einen kleinen Steg 80 geknotet, welcher in der Mitte einen Ring zum bequemen Anfassen und Heben hat. Unterhalb des Ringes hält der Steg 80 einen Riemen 81, welcher mit seinem anderen Ende an einem zweiten Steg 82 befestigt ist; in der Mitte vom Riemen ist eine Laufrolle 83 eingestellt, die sich zwischen einer Gabel am Belastungsgewicht 84 befindet. Der zweite Steg 82 ist gleichfalls an zwei Schnurenden befestigt, die Schnur selbst mit jedem Theil ι Y2 mal wie erstere Schnur um die Schnurscheibe gewickelt und die Oese davon an einer Warze 85 der zweiten Reihe angehängt, so dafs die zweite Reihe Warzen zwischen letzteren beiden Schnurenden läuft. An den beiden Schnurscheiben 77 und 78 ist dargestellt, wie das Belastungsgewicht mit den Schnüren verbunden und diese wieder mit der Schnurscheibe vereinigt sind. Bei dem allmäligen Verweben und Abziehen der Kettenfäden vom Kettenbaum werden in gleichem Verhältnifs die Schnüre der Belastungsgewichte aufgewickelt. Um ein gänzliches Aufwickeln der Gewichtsschnur jedoch zu verhindern, wird nun deren Oese von den Warzen 79 und 85 durch angeheftetes Riemchen und mittelst Gewichtes gelöst. Auf der Scheibe 86 ist nun diese Combination besonders dargestellt, und in den Schnurösen, welche an den Warzen 79 und 85 hängen, ist das Riemchen 87 angebracht, auf dessen Mitte ein kleines Entlastungsgewicht 88 mit Laufrolle 89 hängt. Die Scheiben 77 und 78 stellen die Aufwickelung der Schnüre mit den Belastungs-
gewichten, dagegen die Scheibe 86 die Schnüre mit dem Entlastungsgewicht dar, und Scheibe go zeigt die Vereinigung beider Gewichte 84 und 88, woraus ersichtlich, dafs das Entlastungsgewicht stets die Schnurschlinge abwechselnd von den Warzen 7 9 und 85 abziehen wird, sobald letztere unter' die waagrechte Stellung treten, mithin auch die Schnüre vom Belastungsgewicht abwechselnd zurückgezogen werden, und da dieselben mittelst Riemen 81 vereinigt sind, so bleibt zu allen Zeitmomenten die Gewichtsbelastung ein und dieselbe.
Um die Spannung der Kette beim Weben und allen vorkommenden Manipulationen gleichmäfsig zu erhalten, findet das gleichmäfsige Fortrücken der Waare durch einen besonderen Hebel mit eigenthümlichem Klinkengehäuse und mit Hülfe der Lade statt. Hierzu befindet sich an dem Bolzen des Sperrrades 91, Blatt IX, ein Getriebe, welches in ein Zahnrad des Schmirgelbaumes greift. Das Sperrrad 91 wird aber durch ein Klinkengehäuse 92 fortgerückt und in Spannung erhalten. Letzteres besteht aus zwei Wänden 93 und 94, die mit mehreren Stegen verbunden sind, und zwischen diesen Wänden befinden sich an einem Bolzen drehbar sechs Klinken 95 von verschiedener Länge, welche durch Federn 96 auf die Zähne des Sperrrades geprefst werden. An dem Bolzen des Sperrrades 91 befindet sich auch der Hebel 97 mit dem Belastungsgewicht 98, welches ■ durch Verstellung mehr oder weniger den Hebel belasten kann, wodurch das Sperrrad und mithin durch den Schmirgelbaum auch die Waare stets belastet und gespannt gehalten wird. Dieser Hebel 97 wird abwechselnd durch zwei Bolzen 99 gehoben, indem dieselben an dem Doppelhebel 100 auf der Schlägerwelle 18 angeschraubt sitzen, welche für gröfseren oder kleineren Hub verstellbar sind. Das darüber befindliche zweite Klinkengehäuse, welches gleich dem unteren ist, hat seine Bestimmung für Haltung des Sperrrades in dem Moment, wo der Hebel durch die Bolzen gehoben wird. Da nun das Gewicht 98 durch den Hebel 97 die Waare stets nur gespannt hält, so kann ein Fortrücken der Waare durch Ladenanschlag mit dem Blatt an dieselbe nur dann stattfinden, wenn durch das Schiffchen ein Schufsfaden eingetragen worden ist; sobald aber letzterer gefehlt hat, bleibt die Waare ohne Fortrückung stehen, selbst wenn die Lade mehrere Male ohne Schufsfaden anschlagen sollte, so dafs durch dieses System eine Wirkung gleich dem Differentialregulator erreicht ist.
Für zarte und feine Stoffe ist es von gröfster Wichtigkeit, gebrochene Fäden bei geschlossenem Kettenfach einzuziehen und jeden Stillstand der Maschine oder Fehlen von Schufsfaden oder Schliefsung des Kettenfaches durch Abzeichnungen in der Waare gänzlich zu vermeiden, zu welchem Zweck folgende Mechanismen angebracht 'sind. Um alle Schaftrahmen in ein gleiches Niveau zu stellen, gleichviel welche gehoben oder gesenkt sind, werden die Hebel 37, Blatt VI und X, durch den Steg 101 aus dem Unterfach (punktirt 37) ins Oberfach gehoben, wodurch alle Schaftrahmen in gleiche Stellung und auch alle Kettenfäden in ein Niveau zu stehen kommen, was das Passiren derselben wesentlich erleichtert. Die Stege 101 befinden sich auf beiden Seiten der Welle 102, welche an dem einen Ende ein kleines Zahnrad 103 hat, das mit einem doppelt grofsen Kreissegment 104 verzahnt ist, welches an einer kurzen Welle festsitzt; letztere wird durch einen Hebel 105 mit Handgriff und mit Gegengewicht 106 aus der punktirten Stellung gedreht, so dafs durch Verzahnung der beiden Kreissegmente 103 und 104 die Stege 101 ans der verticalen Stellung in die horizontale oder umgekehrt gebracht werden können. Da nun jede veränderte Stellung der Webstuhltheile einen Einflufs auf die Gleichheit der Waare übt, so ist die Vorkehrung getroffen, dafs auf dem Hebel 105 noch ein Excenter 107 angebracht ist, welches beim Niederdrücken den Hebel 97 an seinem Stifte 108 hebt, wodurch jedes freiwillige Senken des Hebels 97 verhindert wird, und ein Fortrücken der Waare somit nicht stattfinden kann. Beim Gleichstellen sämmtlicher Schaftrahmen wird nicht blos allein der Hebel 97 für etwaigen Niedergang unterstützt, sondern es wird auch der Ausrückstab 109 gleichzeitig durch das kleine Zahnrad 103 mitgehoben und somit das obere Klinkengehäuse durch einen Stift 110, welcher in einem langen Schlitze des Ausrückstabes 109 gleitet, mitgehoben, wodurch das Klinkengehäuse ausgerückt wird; die ganze Spannung der Waare ruht demnach auf dem unteren Klinkengehäuse 92, und kann somit beim Einrücken desselben keine Verschiedenheit in der Dichte der Waare stattfinden. Ferner bewegt der Hebel 97 durch den Stift in aus der punktirten Stellung einen doppelarmigen Hebel 112, welcher an einem. Bolzen 113 seinen Drehpunkt hat. Dieser Hebel 112 hat den Zweck, bei etwaigem unachtsamen Rückwärtsdrehen des Webstuhles während des Webens dasselbe zu verhindern, was durch Einlegen einer Gummirolle 114 zwischen die Zähne der beiden Zahnräder, wie die punktirte Stellung angiebt, stattfindet. Die Verlängerung des oberen Armes 112 ist mit einem runden Gewicht 115Y2 belastet, damit es. in geneigter Stellung, wie punktirt, etwas kräftiger die Gummirolle 114 in die Zähne prefst. Werden nun die Schaftrahmen sämmtlich gleich hoch gestellt durch Niederdrücken des Hebels 105, um gebrochene Kettenfäden bequem passiren, möglicherweise den Stuhl um eine oder mehrere' Touren zurückdrehen zu können, so
miifs durch gleichzeitiges Aufheben des Hebels 97 infolge Berührens des Stiftes in mit dem unteren Theil des Hebels 112 die Gummirolle 114 durch das seitliche Abdrücken von den Zähnen der beiden Zahnräder entfernt werden, was so lange andauert, bis der Handhebel 105 wieder zurück in die punktirte Stellung gelassen wird, wo dann alle jetzt beschriebenen Mechanismen wieder in Function treten.
Für den Zweck, schufsfarbige Stoffe mit geringster Kraftäufserung zu weben, dienen die Mechanismen, auf Blatt XI. Die Lade bewegt sich an den zwei Lagern 115 auf Zapfen, welche an das Webstuhlgestell geschraubt sind und eine Durchbohrung haben für Lagerung der Welle 116, wodurch die Lade mit ihrer Schwere auf den Zapfen ruht, die Welle 116 aber ohne Belastung in dem Zapfen steckt, wodurch sich die Welle leicht drehen läfst. Auf dieser Welle sitzen dicht an einander das Sperrrad 117 und das Stellrad 118. Ersteres wird durch einen .Hebel 119 auf Blatt XII mittelst eines doppelarmigen Hebels 120 bei jeder Bewegung um einen Zahn fortgezogen. Dieser Hebel 120 erhält seine Bewegung durch das Excenter 121, welches an der Schwungradwelle festsitzt. Nach stattgehabter Fortrückung drückt die Presse 122 mittelst Spiralfeder auf das Stellrad 118, wodurch dasselbe an etwaiger freier Bewegung behindert ist. Durch das Fortrücken des Sperrrades 117 wird die Welle 116 und gleichzeitig die zu beiden Seiten darauf befindlichen Trommeln 123 mitgedreht. Auf jeder Trommel liegt ein Riemen 124 ohne Ende und von beliebiger Länge. Derselbe wird über eine Rolle 125 geführt, welche verstellbar ist und von einer zweiten Rolle 126 näher an die Trommel gehalten wird. Der Riemen enthält vier Reihen Löcher, welche mit vier senkrecht darüber stehenden Bolzen 127 correspondiren. Diese Bolzen werden mittelst Schraubenmuttern zu je zweien in den kleinen, länglich viereckigen Rahmen 128 und 129 gehalten, und da jeder Bolzen von verschiedener Länge ist, so stellt sich der lange Bolzen beim Niederfallen und bei vorfindendem Loche im Riemen tiefer ein als der kürzere Bolzen, was zur Folge hat, dafs die mittelst Zugstangen damit verbundenen Schützenkästchen verschieden hoch und verschieden mit der Schützenbahn der Lade correspondiren. Die länglich viereckigen Rahmen 128 und 129 haben zwischen beiden Bolzen einen festen Steg 130, von denen jeder oben ein Loch hat, welches mit einem davor befindlichen Loche in dem Querstab 131 correspondirt. Wird nun durch Einstecken eines Stiftes in dieses Loch, z. B. vom Rahmen 128, dieser mit dem Steg 130 verbunden, so wirken die zwei im . Rahmen befindlichen Bolzen auf den Lederriemen 124 und die anderen zwei Bolzen bleiben passiv, werden aber gleichfalls activ, wenn der Stift aus dem Rahmen 128 gezogen und dafür in .den Rahmen 129 gesteckt wird, wodurch der Vortheil geboten ist, dafs mit ein und demselben Riemen zwei Schufsmuster gewebt werden können. Da nun für den untersten Schützenkasten der längere Bolzen, für den mittleren Schützenkasten der kürzere Bolzen auf den Riemen zu wirken hat, der oberste sich von selbst activ stellt, wenn die beiden anderen Schützenkasten passiv sind, so hat der Hebel 132 mit seinen zwei Armen den Steg 131 bei jeder Schufstour zu heben, was durch den verlängerten Arm mit Laufrolle 133 stattfindet, welche durch die Ansätze 134 auf dem Rade 135 niedergedrückt werden und somit den entgegengesetzten Arm heben, wodurch ein Aufsteigen der Bolzen 127 bewirkt wird und infolge dessen die Trommeln 123 unbehindert sich drehen ,können, hierdurch aber ein leichtes Wechseln der Kästchen und sicheres Arbeiten des Schiffchen geboten ist.
Um die feinsten Schufsmaterialien von Laufspulen in gröfster Form und mit gröfstem Rückzug weben zu können, ist das Webschiffchen von Metall und jede Wand mit zwei Rippchen nach Durchschnitt 129, Blatt XIII, construirt. 124 ist der Boden, welcher zwischen den Rippchen zwei Löcher zum bequemen Entfernen der leeren Spule hat, sowie in der Mitte anfserhalb der Rippchen ein kleines Loch 125 für den Austritt des Schufsfadens. 126 zeigt die vordere Längenansicht, auf jeder Seite mit zwei kleinen Löchern 1301Z2 zum Anschrauben des Spulenträgers und zwei langen Schlitzen 131 für Rückstellung der Fadenspanner. 127 und. 128 sind die Seitenansichten des Schiffchens, in welchen die Rippen aller drei Aufsenflächen sichtbar sind. Im Grundrifs 130 ist die Lage der mit Schufsmaterial gefüllten Spule 132 ersichtlich und wie der Faden von derselben nach dem Ringe 133, dann nach einem zweiten Ringe 134 und von da nach der Mitte des Schiffchens zwischen Stiften 135 durch das Austrittsloch 125 geführt wird. Damit die Spule sich sehr leicht dreht, lagert sie auf zwei schwachen Zapfen, welche an den Enden eines Metallröhrchens 136 sitzen. Letzteres hat in der Peripherie drei Vertiefungen parallel zur Achse 137, zur Aufnahme von kleinen Drahtbügeln 138, welche die darauf gesteckte Metallspüle 139 festhalten. Dieselbe hat auf der linken Seite einen Konus 140 mit Einschnitten, um ein Abgleiten des aufgewickelten Schufsmaterials zu verhindern, auf der rechten Seite einen Ring 141 zum Schutz der Spulenspitze. Infolge der zum Konus parallelen Materialaufwickelung mufs sich der Schufsfaden auch in gleichen Schichten wieder abwickeln, wodurch die kleine konische Rolle 142 von Anfang an bis zu Ende an dem Materialkonus gleitet. Dieselbe dreht sich in
zwei Lagern, welche rechtwinklig auf einem Führungsschieber 143 festsitzen. Der Führungsschieber trägt unter der Rolle 142 einen Schlofshaken 144, unten mit einem rechtwinklig stehenden Stift 145, welcher in die Zähne 146 des Zahnsteges durch Andrücken einer Spannfeder 147 greift. Durch das Abschnellen des Schiffchens nach links wird der Führungsschieber 143 stets das Bestreben haben, sich gleichfalls nach links zu verrücken, was aber die Rolle 142 nur bis an den Konus des Schufsmaterials gestattet. Beim Abschnellen des Schiffchens in entgegengesetzter Richtung nach rechts ist aber der Führungsschieber durch den Schlofshaken 144 am Zurücktreten verhindert, infolge dessen der Führungsschieber seine Verrückung stets nach links und analog der Abnahme des Schufsmaterials nehmen kann, wodurch der Zweck erreicht wird, dafs der Abzug des Schufsfadens vom Konus nach einem gegenüber befindlichen Ringe 133 am Schieber 143, von da nach der elastischen Oese 134 und zuletzt nach der Mitte des Schiffchens durch das Austrittsloch 125 mit Weichheit geschieht, indem die Oese 134 bei jedem Abziehen durch die Spannfeder 148 nachgiebt. Da für feine Stoffe erforderlich ist, dafs der Schufsfaden möglichst gestreckt von der Lade angeschlagen wird, so ist derselbe noch aufserdem durch Fadenspanner 149 vor dem Austritt aus dem Schiffchen gespannt. Die Fadenspanner 149 bestehen aus einem Drahtbügel mit einem kleinen Steg 150, an welchen sich die aufgesteckte Spiralfeder 151 setzt. Solche Fadenspanner 149 befinden sich zu je zweien über einander in zwei Haltern 152,152 und 153,153, welche rechtwinklig an dem Zahnsteg 146 sitzen. Gleichzeitig befindet sich in demselben zwischen jedem Paar Fadenspanner 149 ein Spannfühler 154, welcher in Construction gleich dem Fadenspanner ist, und ein kleiner, runder Stift 155, der am Steg 150 sitzt. Diese in den Schlitzen 131 befindlichen Stifte 155 lassen sich durch Berühren mittelst zweier Finger aufsen am Schiffchen nach der Mitte zusammendrücken, wodurch die vier Fadenspanner zusammengezogen werden und somit die Oesen der Fadenspanner senkrecht unter einander zu stehen kommen, um den Schufsfaden mittelst Passirhäkchens durch die vier Oesen der Fadenspanner und zugleich durch das Austrittsloch 125 passiren zu können, wie der Faden 156 zeigt. Gestattet das Schufsmaterial stärkeren Zug, so kann der Faden von dem Ringe 133 aus noch in einen anderen Ring 157, an der linken oberen Ecke des Zahnsteges 146 befindlich, gezogen werden, bevor er in die elastische Oese 134 kommt. Nach dem Passiren des Schufsfadens durch die Fadenspanner treten die Spannfühler 154 wieder zurück, worauf dann nach gänzlicher Lockerung des Schufsfadens die Fadenspanner 149 gleichfalls durch die Spiral· federn in ihre ursprüngliche Stellung zurücktreten und dadurch der Schufsfaden den nach rechts und links laufenden Gang 158 macht. Da die Laufspule 132 sich auf ihrem schwachen Zapfen leicht dreht, so ist die Folge, dafs dieselbe sich durch den schnellen Fadenabzug nicht sofort in Ruhe stellt und somit etwas mehr Faden abwickelt, als erforderlich ist. Um nun dies zu verhindern, ist auf der Rückseite des Schiffchens, wie im Grundrifs 130 angegeben ist, eine längliche Oeffnung, in welcher ein vorstehender Ansatz 159 an einem elastischen Hebel 160 steht, welcher auf der linken Seite bei 161 an die Rückwand des Schiffchens angenietet, auf der rechten Seite rechtwinklig umgebogen und mit einem Bremsschuh 162 versehen ist, welcher die Spulenhülse 136 bremst, sobald ein Druck auf den Ansatz 159 wirkt. Da nun in der Rückwand eines jeden Schiffchenkästchens der Lade eine nach innen vorstehende Klappe für Bewegung des Schiffchenwächters sich befindet, so mufs beim Eintreten des Schiffchens in den Kasten diese Klappe auf den Ansatz 159 einen Druck ausüben, wodurch der Bremsschuh 162 die Spulenhülse 136 bremst und somit dieselbe sofort zum Stillstand kommt. Nach dem Moment, wo die Spule gebremst worden ist, macht das Schiffchen im Kästchen selbst noch kurzen Weg, wodurch nun sämmtliche Fadenspanner im Schiffchen angespannt und somit der Schufsfaden straff angezogen wird, was zur Folge hat, dafs derselbe in dieser Spannung von dem Blatte mittelst Lade an die Waare geschlagen wird. Sobald nun das Schiffchen aus dem Kästchen wieder getrieben wird und der vorstehende Ansatz 159 an der Klappe des Schiffchenkästchens vorübergeglitten ist, so entfernt sich der Bremsschuh 162 von der Spulenhülse 136 durch eigene Federkraft, und die Schufsspule kann nun ohne Behinderung vom Schufsfaden abgeben, bis dieselbe im gegenüberliegenden Schiffchenkästchen - auf die beschriebene Weise von neuem wieder gebremst wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Der durch Zeichnung dargestellte Fufstritt-Webstuhl, im wesentlichen charakterisirt durch: a) das Bewegungsspiel des Fufstrittes 1 mit Fufstritthebel 2, durch Zugstanges, in Verbindung mit Schwungrad 8 gesetzt, welches einen Bolzen 7 mit drei Rollen hat, die in den Führungsbügeln 10 und 11 an der Kurbelschwinge 12 gleiten, wodurch derselben ein längerer Stillstand gegeben ist, und da die Kurbelschwinge 12 durch Verbindungsstange 14 mit der Schiffchenlade 16 verbunden ist, so erhält letztere gleiche Bewegung, Blatt IV;
    b) das Bewegungsspiel des Schlagexcenters 19 mit erhöhtem Kreis für längeren Stillstand des aufgezogenen Schlaghebels 21, welcher durch Riemen 22 mit dem Kreissegmente 28 am Schlägerschuh 27 verbunden ist und durch Flügelmutter 29 seine genaue Stellung erhält. Letztere an den beiden äufseren Enden des Ladenstockes 26 drehbar und durch Spannfedern 24 mit den festen Böcken 25 am Ladenstock 26 vereinigt, Blatt V;
    c) Construction der Schaftrahmen 43 mit verstellbarem Schieber 46, welcher mittelst Stiftes 47 im Schlitz 44 gleitet und in den Zähnen 45 sich sperrt, zum Tragen und Spannen der Schaftstäbe 48 mit Litzen. Auf Bewegungsspiel der Rahmenträger 39 mit zwei Stellstäben 33 in Böckchen 38, die durch Stellmuttern 40 in das erforderliche Niveau an den Rahmenhebeln 37 jüstirt werden und ihre Bewegung durch Verbindung von kleinen Zugstangen 36 mit den Hebeln 34 und Laufrollen 35 erhalten, indem letztere durch Excenter 32 auf der drehenden Excentertrommel 31 der Stoffbindung entsprechend aufgeschraubt, für das Schufsfach gehoben werden. Auf Combination der Gegengewichtshebel 49 mit Rahmenhebel 37, um den Druck der sämmtlichen Hebel zu entlasten und somit ein leichtes Bewegen des Webstuhles zu bieten. Das Bewegungsspiel von zwei Abtheilungen solcher beschriebenen Hebelsysteme für gleichmäfsige Wirkung auf die Schaftrahmen und zur Verhütung jedweder Schwankung bei Bildung des Schufsfaches, sowie auf die Stellung der Rahmenhebel 37, dafs deren Drehpunkt in senkrechter Stellung unter dem Scheitel des Schufsfaches genau steht, Blatt VI;
    d) das Bewegungsspiel dreier senkrecht unter einander liegender Wellen, indem die Schwungradwelle mit dem Treibrad 51 die Kantenwelle 53 durch das Sternrad 52 bewegt und diese wieder durch Zahnräder 55, 56 und Wechselräder 57, 58, letztere in Zahntheilung den Stoffbindungen entsprechend wechselbar, mit der Excentertrommel 31 auf der Schlägerwelle 18 drehbar im Betriebe steht, somit ihre Bewegung unabhängig von letzterer erhält und dieselbe theils mit Stillstand, theils mit momentaner Drehung durch das Treibrad 51 und Sternrad 52 dem Schufsrapport entsprechend sich bewegt, während die mittlere Welle 53 stets nur für die Erzeugung der Kantenbindimg dient; ferner die Combination von ovalen Blechstreifen 65, in Länge der ganzen inneren Breite des Webstuhles entsprechend, welche an beiden Seiten durch Glieder 66 zu einem beliebig langen Bande verbunden und mit zwei Abtheüungen Excenter, in Construction der Bindung entsprechend, wie auf 65 aufgeschraubt dargestellt, versehen sind, um wie bei den Excentern auf der Trommel und mittelst zweier Abtheüungen Hebel keinerlei Schwankungen der Schäfte bei Bildung des Schufsfaches zu gestatten, Blatt VII;
    e) das Bewegungsspiel der Kanten mittelst Kantenwelle 53, Treibrad 51, Sternrad 52, Excenter 54, Excenterhebel 70, 71 mit Bewegungsriemen, Führungsrollen 67, 68, an welchen der Riemen 72 mit den Kantenlitzen 73, je nach Breite des Stoffes bequem verstellt werden kann, der untere Riemen 74 mittelst Gewichtes 75 die'Litzen in Spannung erhält, dabei jede veränderte Stellung zuläfst und die Kantenlitzen vermöge dieser Einrichtung ihre eigene Kantenbindung erzeugen, während für den Stofi jede beliebige Bindung arbeiten und auch verändert werden kann, ohne die Kantenbindung zu beeinflussen, Blatt VIII;
    f) das Bewegungsspiel der Kettenfadenspannung durch Rollgewicht 84, welches mit Rolle 83 versehen, um die ein Riemen 81 gelegt, und mittelst zweier Stege 80, 82 an doppelten Schnurenden verbunden ist. Die Oesen der Doppelschnüre haften an den Warzen 79, 85 und werden abwechselnd durch ein Lösungsgewicht 88, das gleichfalls mit Rolle 89 und Riemchen 87 vereinigt ist, von den versetzten Warzen gelöst, wodurch ein abwechselndes Aufrollen und Zurückgleiten des Gewichtes stattfindet, hierdurch aber die Spannung der Kettenfäden eine unveränderte bleibt, selbst in dem Augenblick, wo die eine Schnur sich lockert und zurückgleitet, Blatt IX;
    g) das Bewegungsspiel, die Waare durch Gewichtshebel 97 mit Gewicht 98 und Klinkengehäuse'92 in steter Spannung zu erhalten und dabei beliebig nach Qualitätsbedingnifs durch Ladenanschlag fortrücken zu können, wofür die Klinken 95 von dem Klinkengehäuse 92 in das Sperrrad 91 greifen und erneuerte Wirkung hervorgebracht wird durch Aufheben des Hebels 97 mittelst Bolzens 99 bei jedesmaliger Drehung des Doppelhebels 100 auf der Schlägerwelle 18, Blatt IX;
    h) das Bewegungsspiel, das Kettenfach durch Gleichstellung sämmtlicher Schaftrahmen mittelst zweier Stege 101, befestigt an einer Welle 102, unter den beiden Hebelabtheilungen 37 und drehbar durch die Welle mittelst Verzahnung zweier Segmentzahnräder 103, 104 in eine Ebene zu schliefsen. Gleichzeitig durch Niederdrücken eines Ausrückhebels 105 mit Gegengewicht 106 und Excenter 107 versehen, den Gewichts-
    hebel 97 mit Belastungsgewicht 98 aufhebt, wodurch die Waare von der Spannung befreit wird. Im gleichen Zeitmoment, bei Bewegung des Ausrückhebels 105 und Drehung des kleinen Kreissegmentes 103, wird der Ausrückstab 109 und mithin auch das obere Klinkengehäuse an den'Stift 110 gehoben, wodurch der Webstuhl rückwärts als vorwärts bewegt werden kann, ohne einen Einfiufs auf die Qualität der Waare zu üben. Gleichzeitig wird beim Aufheben des Gewichtshebels 97 mittelst Stiftes in am Ende desselben der untere Theil des doppelarmigen Hebels 112 gehoben, wodurch die Gummirolle 114 von den Zähnen der beiden gröfseren Räder sich entfernt und demzufolge der Webstuhl zum Suchen des fehlenden Schusses rückwärts bewegt werden kann; sobald aber der Ausrückhebel 105 gelöst wird, prefst das Belastungsgewicht 115 die Gummirolle 114 an die Zähne, um den Rückgang zu verhindern, Blatt X;
    das Bewegungsspiel der Wechsellade für mehrfarbige Schufsstoffe mit Schiffchenkästen auf beiden Seiten mit geringster Kraftäufserung, wofür dieselbe mit zwei Lagern 115 auf Zapfen an der Gestellwand ruht, welche eine Durchbohrung haben, in welcher die Welle 116 steht, demzufolge dieselbe ohne Belastung von der Lade sich leicht drehen kann, was durch das Sperrrad 117 mittelst Hakens 119 und Hebels 120 vom Excenter 121 an der Schwungradwelle geschieht und gesicherte Stellung durch Stellrad 118 und Presse 122 geboten wird. Auf der Welle befinden sich fest zu beiden Seiten Trommeln 123 zur Aufnahme des Musterriemens 124, in welchem vier Reihen Löcher, dem Muster entsprechend, sich befinden, und durch Leitrollen 125 und 126 geführt wird. Ueber denselben befinden sich die senkrechten Bolzen 127, von denen je zwei in kleinen Rahmen 128 und 129 gehalten und diese an Stegen 130 mittelst Stiftes an dem Querstab 131 abwechselnd befestigt werden können, wodurch der Riemen für zwei Muster dient. Das Heben und Fallen der Schiffchenkästen wird durch ein Rad 135 mit Erhöhung 134 bewirkt, indem dieselbe die Laufrolle 133 niederdrückt und der doppelarmige Hebel 132 die Schiffchenkästen bewegt, BlattXIundXII; k) die Construction von Webschiffchen mit Laufspule, welche im Grundrifs 130 mit Materialanfüllung 132 dargestellt ist und der Faden davon durch den Ring 133 nach einem zweiten Ring 134, elastisch durch Spiralfedern 148, von da nach der Mitte des Schiffchens zwischen Stiften 135 durch das Austrittsloch 125 geführt wird. Die Spule 139 mit Ansatzring 141 und Konus 140 steht auf einem Röhrchen 136 mit schwachem Zapfen und drei Vertiefungen, in welchen kleine Spannfedern 138 liegen. Eine konische Frictionsrolle 142, drehbar am Führungsschieber 143, gleitet an dem Fadenkonus und verstellt sich beim Abschnellen des Schiffchens von selbst, je nachdem das Schufsmaterial abgewebt wird. Aufserdem hat der Führungsschieber 143 einen Schlofshaken 144 mit Stift 145, welcher durch eine Spannfeder 147 in die Zähne des Zahnsteges 146 greift. Für Streckung des Schufsfadens dient der Fadenspanner. 149 mit kleinem Steg 150 und Spiralfeder 151, deren auf jeder Seite zwei über einander sich befinden und beide durch einen Spannfühler 154 aufsen am Schiffchen in den Schlitzen 131 und Stiften 155 zurückbewegt werden können, um das Passiren des Schufsfadens durch alle vier Fadenspanner und Austrittsloch zu ermöglichen. Gegen übermäfsiges Abwickeln des Schufsfadens wirkt der Bremsschuh 162, welcher an dem elastischen Hebel 160 mit Ansatz 159 sitzt, auf die Spulhülse 136. Die Wirkung findet statt, sobald das Schiffchen in das Schiffchenkästchen eintritt, wo dann der aus dem Schiffchen vorstehende Ansatz 159 die Klappe des Schiffchenwächters im Schiffchenkästchen . berührt, wodurch die Spule zum sofortigen Stillstand gebracht wird, Blatt XIII.
    Hierzu 13 Blatt Zeichnungen.
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