DE259574C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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- B01D53/00—Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
— J& 259574-KLASSE
12 e. GRUPPE
Dr. FRIEDRICH von MEYENBURG in ZÜRICH und Dr. FERDINAND LOSSEN in WIESBADEN.
aufgenommenen Salzen für Gase.
Die Verwendung wasseranziehender Salze zur Trocknung von Luft und Gasen ist allgemein
üblich und auf Hüttenwerken und bei sonstigen Fabrikationen schon mehrfach im großen benutzt worden, wobei zur nachträglichen
Austreibung des Wassers aus den gebrauchten wasseranziehenden Alassen heiße
Luftströme verwendet werden.
Besonders geeignet erscheinen für diese
ίο Zwecke die zerfließlichen Salze, insbesondere
Chlorcalcium und kohlensaures Kalium wegen ihrer Fähigkeit, sehr große Mengen Wasser
zu binden und davon den größten Teil schon bei verhältnismäßig niederen Temperaturen
— unter 100° C. — wieder an bewegte erwärmte Luft abzugeben, während, nur zur
Vertreibung der letzten Wasserreste stärkere Erwärmung nötig ist.
Bisher hat man aber die Zerfließlichkeit dieser Salze als eine Hinderung empfunden,
weil man den Trockenvorgang immer dann abbrechen mußte, wenn an einzelnen Stellen
des Apparates die Gefahr des Zerfließens einsetzte, d. h. bei Verwendung von Chlorcalei
um in Stücken vor der Bildung von
Ca Cl2 -\- 8 aq.
(125 Prozent Wasser). Praktisch ist man dabei im Großbetriebe nicht höher gekommen
als zu einer Wasseraufnahme von etwa 6,7 Prozent, berechnet auf die ganze im Apparat
befindliche Salzmenge (weil die Bildung von Ca Ct2 -\- 8 aq. an der Oberfläche einzelner
Stücke und damit das Abtropfen schon sehr bald beginnt). Tatsächlich kann aber die Wasseräufnahme bis zu Ca Cl2 ~\- etwa
30 aq., d. h. bis zu etwa 500 Prozent, gehen.
Man hat dem Übelstand abzuhelfen gesucht, indem man nach der britischen Patentschrift
4424/08 poröse Körper, namentlich Torf, mit sehr starken Lösungen von Chlorcalcium
tränkte, dann trocknete und so an Stelle von reinem Chlorcalcium zum Trocknen von Luft
verwendete. Der Torf sollte dazu dienen, die entstandene Chlorcalciumlauge aufzusaugen.
Er tut es aber nur bis zu einem gewissen Grade, und das störende Abtropfen der Lauge
wird nicht vermieden.
Ferner hat man vorgeschlagen (deutsche Patentschrift 203087), die ihrer pulverförmigen
Beschaffenheit wegen sonst zu Trockenzwecken schwer verwendbaren, nicht zerfließlichen,
wasseranziehenden Salze nutzbar zu machen, indem man ebenfalls poröse Körper
mit konzentrierten Lösungen dieser Salze tränkte und wie nach der britischen Patentschrift
4424/08 verfuhr.
Bei diesem Verfahren dienen die porösen Träger nur dazu, die Salze zu stützen und
ihnen' eine lockere Beschaffenheit zu geben. Die Poren bewirken eine starke Vergrößerung
der Reaktionsfläche, indem sie der Luft
überall den Zutritt zum Salz ermöglichen, was bei den zerfließlichen Salzen nicht der
Fall ist.
Die anfangs sehr rasche Wasseraufnahme wird aber bald verlangsamt, dadurch, daß zuerst
in den äußeren Poren die Salzteilchen infolge Wasseraufnahme ihr Volumen stark vergrößern,
dadurch die Poren verengen und der Luft den Zutritt erschweren.
ίο Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine
besondere Benutzungsweise der zerfließlichen Salze in porösen Trägern, bei welcher erstere
auch noch in zerflossenem Zustand bis zur vollen Wasseraufnahmefähigkeit derselben
ausgenutzt werden können und die eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber den bisher bekannten
Verwendungen zerfließlicher und nicht zerfließlicher Salze aufweist.
Zur Tränkung werden statt der seither verwendeten sehr starken Lösungen nur verhältnismäßig
schwache benutzt (bei Chlorcalcium bis höchstens etwa 7 Volumprozent). Dies beruht auf der Erwägung, daß ζ. Β.
wasserfreies Chlorcalcium bei der völligen Hydratisierung unter Wasseraufnahme aus
feuchter Luft sein Volumen ungefähr verdreizehnfacht.
Die Verwendung so verdünnter Lösungen zur Tränkung verhindert deshalb, daß den
porösen Körpern mehr Salze imprägniert werden, als später im völlig zerflossenen Zustande
von den Poren zurückgehalten werden können.
Ist nämlich während des Betriebes von der Masse an einzelnen Stellen des Apparates so
viel Wasser angezogen worden, als dem Gehalt der ursprünglichen Lösung entspricht, so
findet praktisch keine weitere Wasseraufnahme statt, weil diese schwachen Lösungen
im Gegensatz zu den starken nahezu die gleiche Dampfspannung besitzen wie reines
Wasser. Aus diesem Grunde unterbleibt das Abtropfen von Lauge während des Betriebes
auch dann, wenn nach völliger Hydratisierung eines Teiles der Masse nicht unterbrochen,
sondern gewartet wird, bis der ganze Inhalt eines Apparates mit Wasser gesättigt ist.
Man kann deshalb die Masse weit besser ausnutzen als die bisherigen.
Andererseits befördert die durch Anwendung von verdünnten Lösungen erreichte,
außerordentlich feine Verteilung der Salze in den Trägern die Bildung möglichst wasserreicher
Hydrate, die ihrerseits wieder das Wasser besonders leicht an bewegte warme Luft abgeben.
Weil das Wasser in der Hauptsache nicht durch direkte Berührung der Luft mit den
Salzen in den Poren, sondern nur an der Außenfläche der einzelnen Träger aufgenommen
wird und von da nach Anfüllung der äußeren Poren mit zerflossenem Salz durch
Diffusion nach dem Innern weitergeleitet wird, ist es nötig, zur Erzielung einer möglichst
raschen Wasseraufnahme die einzelnen porösen Stücke nicht zu groß zu wählen,
solche von 3 bis 30 mm Durchmesser haben sich als besonders geeignet erwiesen.
Die Verwendung dieser Trockenmassen erfolgt bei der Wasseraufnahme wie bisher.
Ein Gemisch von Bimsstein und Chlorcalcium bindet z.B. in kurzer Zeit bis 100 Prozent
seines Gewichtes. Der größte Teil dieses Wassers läßt sich durch strömende Luft schon
unter ioo° wieder austreiben, während infolge der feinen Verteilung der Salze ein weiterer
Teil des Wassers schon bei etwa 1250 C. weggeht, ohne daß indessen eine plötzliche Zufuhr
von Luft, die auf 2500 und mehr erhitzt ist, auch beim Beginn des Trocknens irgendwelche
Nachteile brächte, wie beim Chlorcalcium in Stücken oder bei porösem Gips nach Patentschrift 236549. Man braucht deshalb
beim Regenerieren der Masse keine besonderen Vorsichtsmaßregeln einzuhalten in
bezug auf Regelung der Temperatur.
Die neuen Trockenmassen können in jeder beliebigen geeigneten Apparatur zur Anwendung
gelangen, wie in Schachtapparaten, Absorptionskammern, von deren Beschreibung hier Abstand genommen werden kann, weil
sie aus zahlreichen Betrieben der chemischen Großindustrie zur Genüge bekannt sind
(Chlorkalk, Ammoniaksoda, Leuchtgas usw.).
Zweckmäßig wird man immer nach dem bekannten Prinzip des Gegenstromes arbeiten,
wobei es grundsätzlich gleichgültig ist, ob die wasseraufnehmende Masse sich in Ruhe oder Bewegung befindet und ob die
Wasseraustreibung mit oder ohne Ortsveränderung der Masse stattfindet.
Hieraus ergibt sich eine Reihe wichtiger wirtschaftlicher Vorteile. Vor allem ist die
Wärmemenge zur Austreibung des aufgenommenen Wassers eine viel geringere als bei
allen bekannten Verfahren, nicht nur weil das Hydratwasser an sich geringere Wärmemenge
zur Austreibung erfordert, sondern weil auch die Masse des mit zu erwärmenden Trägers
viel geringer ist.
Das lästige Abstäuben des Salzes bei nicht zerfließlichen Salzen fällt weg, da die zerfließlichen
Salze nicht zu einem lockeren Pulver, sondern zu einer festen Haut eintrocknen.
Die mit diesem Verfahren erzielte große Billigkeit der Trocknung läßt aber die Anwendung
der trocknen Luft auch auf ganz neue Gebiete außer für Hüttenbetriebe und
zur Herstellung flüssiger Luft usw. aussichtsreich erscheinen, z. B. als Ersatz der Vakuumtrocknung"
für Massengüter, insbesondere hygroskopischer Natur, wie Nahrungsmittel,
Drogen, Eiweißpräparate usw., wo hohe Temperaturen vermieden werden müssen, für
welche aber das Vakuum wegen der Kostspieligkeit der Apparate vielfach gar nicht in
Frage kommen kann. Bei Trocknung von Substanzen, welche leicht in Fäulnis oder
Gärung übergehen, hat sich als ein besonderer Vorteil herausgestellt, daß die Luft beim
Durchstreichen der Trockenmasse mit großer feuchter Oberfläche bakterienfrei wird.
Claims (2)
- Patent-An Sprüche:I. Verfahren zur Herstellung von Trockenkörpern mit zerfließlichen, in Poren eines Trägers aufgenommenen Salzen für Gase, dadurch gekennzeichnet, daß die zerfließlichen Salze (Chlorcalcium, kohlensaures Kalium) nur in so geringer Menge in den vorzugsweise festgefügten und kleinstückigen Träger eingeführt werden, daß sie auch bei Aufnahme des möglichen Maximums von Wasser und entsprechender Ausdehnung den Hohlraum der Poren nicht überschreiten, wobei die Wasseraufnahme wesentlich auf der Oberfläche und das Eindringen nach innen durch Diffusion erfolgt.
- 2. Verfahren zum Regenerieren der nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 erhaltenen Trockenkörper mittels Entwässerns durch heiße Luft, dadurch gekennzeichnet, daß die Entwässerung bei niedrigen Temperaturen bis zu etwa 1250 C. vor sich geht.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE259574C true DE259574C (de) |
Family
ID=517290
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE259574C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2951812A (en) * | 1958-08-11 | 1960-09-06 | Gen Welding & Fabricating Co | Desiccant and method of making |
| DE974146C (de) * | 1942-12-04 | 1960-09-29 | Basf Ag | Verfahren zur Reinigung von Gasen oder Fluessigkeiten |
| US2967154A (en) * | 1957-07-01 | 1961-01-03 | Int Minerals & Chem Corp | Carrier supported desiccant |
| DE1258832B (de) * | 1963-03-06 | 1968-01-18 | Products Company Van | Loesliches koerniges Trockenmittel |
| US3368327A (en) * | 1964-07-08 | 1968-02-13 | Munters Carl Georg | Regenerative moisture exchanger for gaseous media |
-
0
- DE DENDAT259574D patent/DE259574C/de active Active
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE974146C (de) * | 1942-12-04 | 1960-09-29 | Basf Ag | Verfahren zur Reinigung von Gasen oder Fluessigkeiten |
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| US3368327A (en) * | 1964-07-08 | 1968-02-13 | Munters Carl Georg | Regenerative moisture exchanger for gaseous media |
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