DE259169C - - Google Patents
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- F02B—INTERNAL-COMBUSTION PISTON ENGINES; COMBUSTION ENGINES IN GENERAL
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft Verbrennungskraftmaschinen, bei welchen die gegen Ende des
Krafthubes abströmenden Gase zur Verdampfung des Brennstoffes benutzt werden.
Es sind bereits Verbrennungskraftmaschinen bekannt, in welchen ein in üblicher Weise am
Zylinderkopf angeordneter Verdampfer durch einen Teil der Auspuffgase beheizt wird.
Derartige Anordnungen haben vor allem den
ίο Nachteil, daß infolge der notwendigen langen
A^erbindungsleitungen zwischen Verdampfer und Gasableitungsöffnung große Verluste an
Wärme entstehen, und daß Vorzündungen fast unvermeidlich sind, wenn nicht besondere
Vorrichtungen zur Scheidung des Verdampferraumes von dem Zylinderinnern vorgesehen
werden.
Gemäß der Erfindung wird nun der Verdampfer, in welchem die verbrannten Gase
zur Brennstoffverdampfung benutzt werden, in unmittelbarer Verbindung mit dem Zylinderinnern
derart angeordnet, daß die gleiche Zylinderöffnung zur Ableitung der heißen Gase nach dem Verdampfer und zur
Brennstoffeinführung vom Verdampfer in den Zylinder dient und der Arbeitskolben die
freie Verbindung des Verdampfers mit dem Zylinderinnern herstellt bzw. abschließt. . Dadurch
wird erreicht, daß die heißen Abgase vom Zylinder ohne jeden Umweg unmittelbar in den Verdampferraum übertreten und die in
ihnen vorhandene Höchstzahl an Kalorien praktisch ohne Verluste an den Verdampfer
abgeben. Gleichzeitig" wird auch für die gebildeten Brennstoffdämpfe der Weg vom Ort
ihres Entstehens bis zum Zylinder auf ein Minimum gebracht und dadurch eine Abkühlung
derselben vermieden. Vor allem aber ergibt sich der Vorteil, daß Vorzündungen ohne weitere Hilfsvorrichtungen in einfachster
Weise unmöglich gemacht sind, indem der Verdampfer durch den Arbeitskolben selbst vom .Verdichtungsraum getrennt wird.
Bei den üblichen Verdampferanordnungen, bei denen der Verdampferraum in ständiger
Verbindung mit dem Zylinderinnern steht, sind unerwünschte Frühzündungen infolge
der gleichzeitigen Kompression in beiden Räumen nie gänzlich ausgeschlossen, und es
müssen eigene gesteuerte Einlaßventile angeordnet werden, um diesen Übelstand zu beseitigen.
Die Trennung des Verdampfers vom Zylinderinnern durch den Kolben erlaubt weiterhin
die Verschiebung des Zündmomentes auf einen vor dem oberen Kolbentotpunkt gelegenen
Augenblick, was unumgänglich notwendig bei Maschinen mit großer Winkelgeschwindigkeit
ist, damit sich das Maximum des Druckes immer in dem gleichen Punkt einstellt. Die bisherigen Verdampferanordnun
gen benötigen auch hier ein besonderes Abschluß ventil für den Verdampferraum, da
sonst eine Zündmomentverschiebung nicht möglich ist, indem die selbsttätige Entflammung
der Ladung jeweils allein durch die Erreichung der notwendigen Verdampfertemperatur
bestimmt ist.
In Fig. ι der Zeichnung ist eine gemäß der Erfindung ausgeführte Viertaktmaschine dargestellt.
Seitlich von dem Zylinder 1 der Explosionskraftmaschine, in welcher der mit der
Kurbelwelle durch Pleuelstange und Kurbel verbundene Kolben 2 sich bewegt, ist ein
retortenförmiger Hohlkörper 3 angeordnet, der mit dem Zylinderraum durch einen Kanal
4 in Verbindung steht. Die Kammer 3
ist zweckmäßig am Kolbenhubende angeordnet und thermisch vom Zylinder isoliert, z. B.
mittels einer Asbestzwischenlage 5, um nach Möglichkeit einen Wärmeübergang nach dem
Zylinder hin zu verhindern. Zwecks möglichst günstiger und rascher Ausnutzung der
Wärme der Verbrennungsgase ist die Kammer 3 nach Fig. 1 mit Rippen 6 ausgestattet.
Die Einführung des Brennstoffes in den Verdämpfer 3 geschieht durch Vermittlung der
atmosphärischen Luft, die durch ein Ventil 10 angesaugt wird, wobei der Brennstoff von
einem Behälter 7 mittels eines Rohres 8 zugeleitet und durch ein Ventil 9 geregelt wird.
Die notwendige Verbrennungsluft wird mittels eines A^entils 11, das durch eine Steuerung
20 entgegen einer Federkraft über die notwendige Zeit hin offen gehalten wird, beim Saughub des Kolbens in den Zylinder
ao eingelassen. Die Steuerung wird in bekannter Weise von der Kurbelwelle aus, z. B.
durch eine regelbare Nockenscheibe, bewirkt. Wenn erwünscht, kann statt reiner Luft ein
leicht entflammbares Gemisch unter Vermittlung des Karburators 12 eingeführt werden
und der Einlaß durch eine Drosselvorrichtung 13 geregelt werden. Das durch die Steuerung
15 beherrschte Ventil 14 dient für den Auspuff. 16 ist die Zündvorrichtung, und
die ganze Anordnung mit Ausnahme des Verdampfers ist mit einem Kühlmantel umgeben.
Die A^iertaktmaschine nach Fig. 1 arbeitet,
wie an Hand der Fig. 2 und 3 genauer ersichtlich ist, in folgender Weise: Wenn im oberen
Totpunkte To des Kolbens die Ladung entzündet ist, geht der Kolben nach unten und
legt im Punkte O den Kanal 4 frei, so daß ein Teil der heißen Verbrennungsgase unmittelbar
in die Kammer 3 strömt und seine beträchtliche Wärmemenge an die Rippen des Verdampfers abgibt, so daß hier immer die
notwendige Temperatur und Kalorienzahl für die Verdampfung zur A^erfügung steht.
Gleichzeitig wird im Punkte O durch Öffnung des Ventiles 14 der Auspuff begonnen. Der
nach Überschreitung des unteren Totpunktes Tu wieder ansteigende Kolben schließt im
Punkte O1 den Verdampfer vom Zylinderinnern wieder ab, und im Punkte To ist der
Auspuff durch Schluß des Ventiles 14 beendet. Nunmehr beginnt die Einführung der Verbrennungsluft
über das Ventil 11, welches bis zum Punkte O offen gehalten wird. Unter der
Einwirkung des nach Schluß des Ventiles 11 im Zylinder entstehenden Unterdruckes beginnt
im Punkte O, wo der Kolben den Kanal 4 wieder freigibt, die Einführung des schweren
Brennstoffes durch das Ventil 10 und den Verdampfer. Diese Einführung ist im
Punkte O1 beendet. Hierbei bleibt der Unterdruck im Zylinder auf dem Teil Tu1 O1 des
Kolbenganges dadurch bestehen, da die Bewegungsenergie des Gemisches die Kolbengeschwindigkeit
nicht erreicht. Der schwer flüchtige Brennstoff wird mittels der Luft in den Verdampfer eingeführt und geht sofort
bei Berührung mit den glühenden Wänden in Dampfform über, worauf er in den Zylinder
gesaugt und dort mit der Verbrennungsluft vermischt wird. Die in dieser Art gebildete.
entsprechend karburierte Ladung wird vom weiter hochgehenden Kolben komprimiert und
im Punkte To entzündet. Der Viertaktzyklus beginnt dann von neuem.
Indem die Ableitung der Gase unmittelbar vom Zylinder in den Verdampfer hinein vorgenommen
wird, ergibt sich eine fast restlose Ausnutzung ihrer Wärme, so daß auch die schwerstflüchtigen Brennstoffe zur Verdampfung
gebracht werden. Indem der Verdampfer an einem geeigneten Punkt des Zylinderhubes
angeordnet ist, wird erreicht, daß er gerade während desjenigen Teiles des Kompressionshubes,
welcher bei dauernder Verbindung zwischen Verdampfer und Zylinder die Gefahr vorzeitiger Zündungen in sich
birgt, vom Zylinderinnern durch den Arbeitskolben abgetrennt ist und somit jede Möglichkeit
einer Vorzündung ausgeschlossen wird. Damit sind auch die schädlichen harten Stöße go
vermieden, welche als Folge von Frühzündungen das gute Arbeiten der Maschine so ungünstig
beeinflussen. Bei zunehmender Geschwindigkeit der Maschine kann die Zündung statt im Totpunkte To in einem entsprechenden
davor liegenden Momente vorgenommen werden, damit sich trotz Steigerung der Winkelgeschwindigkeit das Druckmaximum
immer im gleichen Punkte To einstellt. Diese Zündmomentverschiebung bedingt beim Erfmdungsgegenstand
keinerlei zusätzliche Vorrichtungen zur Trennung von Verdampfer und Zylinder, da diese durch den Arbeitskolben
selbst im entsprechenden Moment erfolgt; Ferner vollzieht sich die Einführung des
Brennstoffes und der A^erbrennungsluft in sehr günstiger Weise. Einmal wird der
schwer flüchtige Brennstoff durch das einfache Spiel des Kolbens angesaugt und dann
ermöglicht der Umstand, daß die Verbrennungsluft beinahe ganz durch eine andere Leitung als die des Verdampfers eingeführt
wird und daher kalt bleibt, die Verwendung von höheren Kompressionsdrücken. Das Anlassen
einer nach der Erfindung arbeitenden Maschine vollzieht sich ohne jede Schwierigkeit
dadurch, daß durch das Ventil 11 und den Karburator 12 eine leicht entflammbare Mi- ·
schung, z. B. von Luft und Benzin, in den Zylinder eingeführt und dort komprimiert und
entzündet wird. Der erste Teil der Verbrennungsgase wird nach dem A^erdampfer abge-
leitet und erhitzt denselben in kurzer Zeit derart, daß der normale Betrieb stattfinden kann.
Ersichtlicherweise werden alle diese Vorteile gerade dadurch erreicht, daß der Verdampfer
in unmittelbarer Verbindung mit dem Gasableitungskanal angeordnet ist und der Arbeitskolben
selbst den Zu- und Abgang zu ihm regelt.
Um die Intensität der Brennstoffansaugung
ίο in den Verdampfer zu steigern, kann eine Regelung
der Verbrennungslufteinführung vorgenommen werden. Zu diesem Zweck wird vorteilhafterweise die Ansaugezeit verändert,
z.B. durch Verstellung der Steuerung 20 des Ventiles 11, indem an Stelle des Ansaugewinkels
To, O ein kleinerer gewählt wird und damit ein größerer Unterdruck für die Einführung
des schweren Betriebsstoffes. Eine solche Regelung" läßt sich natürlich auch noch
in anderer Weise ausführen.
Um die nach dem Verdampfer abgeleitete Wärmemenge der Verbrennungsgase zu steigern,
kann eine Abänderung des Auspuffes bei der Anordnung nach Fig. 1 etwa in der
Art getroffen werden, daß (vgl. Fig. 2) die Öffnung des Ventiles 14 nicht gleichzeitig mit
der Freilegung des Kanales 4 im Punkte O, sondern später, z. B. im Punkte Tu oder O1,
erfolgt: In besonders günstiger Weise aber läßt sich eine Erhöhung und auch eine Regelung
der im Verdampfer auszunutzenden Kalorien dadurch erzielen, daß, wie in Fig. 4 dargestellt, die Verbrennungsgase zum Teil
durch die Verdampferkammer hindurchgeleitet werden. Der Auspuff findet hier zum Teil
durch ein im Verdampfer angeordnetes Ventil 17 statt, das selbsttätig unter dem Druck
der Verbrennungsgase sich öffnet, sobald der Kolben 1 den Kanal 4. abdeckt. Es ist klar,
daß in diesem Falle die abgeleitete Wärmemenge bedeutend größer ist als bei der Anordnung
nach Fig. 1. Die für den Hauptteil der Auspuffgase bestimmte Öffnung des Ventiles
14 kann gleichzeitig mit der Ableitung der Gase nach dem Verdampfer einsetzen,
aber um die in der Verdampferkammer auszunutzende Wärmemenge in bestimmter Weise zu beeinflussen, kann das Auspuffventil
14 durch seine Steuerung 15 später als das selbsttätig sich öffnende Ventil 17 des Verdampfers
von seinem Sitz gehoben werden, z. B. erst im unteren TotpunktTii des Kolbens,
was durch entsprechende Verstellung der regelbaren Nockenscheibe 15 bewirkt wird.
Es ergibt sich dann nicht bloß eine höhere Temperatur, sondern auch eine viel schnellere
und intensivere Beheizung des Verdampfers, was für viele Fälle, insbesondere für das Ingangsetzen
der Maschine, mittels des leicht entflammbaren Gemisches von Wichtigkeit ist. In den Fig. 5 und 6 sind zwei sehr vorteilhafte
Ausführungsformen des Verdampfers der Erfindung dargestellt. In beiden Fällen ist die Kammer 3 rohrförmig ausgebildet und
trägt in ihrem Innern ein konzentrisches, mit Rippen versehenes zweites Rohr 19. Man erhält
auf diese Weise eine sehr große, von den heißen Verbrennungsgasen zu bestreichende
Fläche und, indem Gehäuse 3 und Rohr 19 aus einem leicht erhitzbaren Metall gemacht
werden, einen Verdampfer, der trotz seiner einfachen und bequem herstellbaren Form
einen großen Gehalt an Wärme aufnimmt und bewahrt, welche in leicht zugänglicher Weise
dem eintretenden sehr flüchtigen Brennstoff sich darbietet. In Fig. 5 ist mit dem innern
Rohr 19 ein Auspuffventil 17 in der Art der Fig. 4 verbunden, während in Fig. 6 eine weitere
Verbesserung der Erfindung gezeigt ist, welche in einer am Kolben 2 derart angeordneten
Nase 18 besteht, daß die vom Verdampfer kommenden Brennstoffdämpfe nach oben
geführt werden und eine bessere Mischung derselben mit der Verbrennungsluft sich ergibt.
Um nach Möglichkeit einen Wärmeverlust vom Verdampfer nach der umgebenden Atmosphäre
zu vermeiden, wird sein Inneres thermisch gegenüber der Atmosphäre isoliert.
Zu diesem Zweck kann z. B. die innere Oberfläche der Kammer 3 mit einem Wärme nicht
leitenden Material, z. B. Asbest, ausgekleidet werden, und man sieht innerhalb dieses Mantels
das leicht erhitzbare Rohr vor, an Stelle dessen natürlich, wie auch bei den Ausführungen
der Fig. 5 und 6, mehrere Rohre oder irgendein anderer stark Wärme aufnehmender
Körper geeigneter Gestalt verwendbar sind. Eine äußerst einfache Anordnung läßt sich
in der Weise denken, daß das Gehäuse 3 selbst aus einem nicht Wärme leitenden Material,
z. B. Porzellan, hergestellt wird und als Wärme aufnehmender Körper Späne von Eisen oder einem anderen passenden Metall
dienen.
Die den Grundgedanken der Erfindung bildende Verwendung der gegen Ende des
Krafthubes abgeleiteten Verbrennungsgase zur Verdampfung des Betriebsstoffes läßt
sich in sinngemäßer Weise auch bei einer Zweitaktmaschine benutzen. Bei einer solchen
Maschine ist es notwendig, daß der schwere Brennstoff mittels Überdruck eingeführt
wird und die gegenseitige Lage der Öffnungen für den Verdampfer für den Auspuff und die Spülluft dem Zweitaktbetrieb angepaßt
ist. In Fig. 7 ist eine derartige Zweitaktmaschine schematisch dargestellt, und Fig. 8 zeigt das zugehörige Kurbeldiagramm.
Am unteren Teile des Zylinders 1 sind in gleieher
Höhe die Öffnungen 21 bzw. 22 für Auspuff bzw. Einführung der Spülluft vorge-
sehen. Die Spülluft wird beim Hochgange des Kolbens 2 aus der Atmosphäre durch das
Ventil 23, gegebenenfalls gemischt mit einem leichten Brennstoff, mittels des Karburators
24 angesaugt und beim Niedergänge des Kolbens aus dem Kurbelraum 25 im geeigneten
Moment nach dem Zylinder geschafft, nachdem es von dem Kolben komprimiert worden
ist. Der den Zylinder 1 mit der Verdampferkammer 3 verbindende Kanal 4 liegt oberhalb
der Öffnungen 21, 22 in passender Höhe. Der Verdampfer 3 besitzt ein Ventil 27, das von
der Kurbelwelle aus mittels einer Steuerung 26 bekannter Ausführung bedient wird. Die
Einleitung des schwer flüchtigen Brennstoffes wird mittels einer Pumpe 28 erreicht, welche
die nötige Druckluft liefert und von der Welle der Maschine angetrieben wird. Der Brennstoff
kommt von dem Behälter 29, der mittels eines Rohres mit dem Luftbehälter 30 in \*erbindung
steht. Dieser letztere ist einerseits durch ein Rohr 31 an das Druckventil 32 der
Pumpe 28 angeschlossen und andererseits durch ein Rohr 33 mit dem Ventil 27 des Verdampfers
in Verbindung, wobei die Pumpe 28 die Luft aus der Atmosphäre durch das
Ventil 34 einsaugt. Das am Verdampfer sitzende Ventil 27 steht unter der Einwirkung
einer Feder 35, die derart bemessen ist, daß sie das Ventil entgegen dem Druck der komprimierten
Luft des Behälters 30 geschlossen hält. Für die Zündung ist eine der üblichen Zündkerzen 16 vorgesehen.
Die Arbeitsweise einer derartigen Zweitaktmaschine ist folgende: Wenn der Kolben
ι nach der Zündung· im oberen Totpunkte
To (vgl. Fig. 8) abwärts geht, öffnet er im Punkte O1 den Kanal 4, und ein Teil der
Verbrennungsgase wird nach dem Verdampfer abgeleitet und gibt seine Wärme an dessen
Wände und Rippen ab. Beim weiteren Abwärtsgang' des Kolbens wird im Punkte 0.,
die Auspufföffnung 21 und gleichzeitig die Spülluftöffnung 22 freigelegt. Die verbrannten
Gase werden durch den Ausgleich mit der Atmosphäre und die beim Niedergang des Kolbens komprimierte, aus dem Kurbelraum
25 kommende Spülluft ausgetrieben. Gleichzeitig füllt ein Teil der Luft den Zylinder, bis
der Kolben die Öffnung 22 im Punkt O3 wieder abschließt. Während dieses Vorganges
können die nach dem Verdampfer abgeleiteten Gase aus demselben nicht entweichen, da
das Ventil 27 geschlossen bleibt. Im Punkt O3 wird das Ventil 27 durch seine Steuerung 26
geöffnet und der schwer flüchtige Brennstoff durch Vermittlung der vom Behälter 30 kommenden
Druckluft in den A^erdampfer, wo er in dampfförmigen Zustand übergeführt wird,
und von da nach dem Zylinder geleitet. Dort findet die Vermischung des Brennstoffes und
der notwendigen Verbrennungsluft statt. Nach Schluß des Ventiles 27 im Punkte O4
und gleichzeitiger Abtrennung des Verdampfers vom Zylinder durch den Kolben beginnt
die Kompression der Ladung, und im oberen Totpunkte To erfolgt die Zündung. Der
Zyklus beginnt nunmehr von neuem..
Wie ersichtlich, erhält man auf diese Art auch bei einer Zweitaktmaschine eine vollkommene
und sichere Verdampfung des Brennstoffes, indem diese auch hier gerade durch die heißesten Verbrennungsgase bewirkt
wird, die vor dem Beginn des Auspuffes nach dem Verdampfer abgeleitet werden. Ferner wird die Wirkungsweise der Maschine
dadurch verbessert, daß die Pumpe 28 in doppelter Weise benutzt werden kann. Einmal
dient sie dazu, die Dämpfe des Brennstoffes von der Kammer 3 nach dem Zylinderinnern
zu befördern, dann aber wird sie auch dazu verwendet, einen Zuschuß an Luft zu der Betriebsladung
hinzuzufügen. Wenn nämlich der Überdruck der Druckluft geeignet gewählt wird, kann außer der nur zur Beförderung
der Dämpfe benötigten Luft noch eine zusätzliche Menge Verbrennungsluft über den
Verdampfer nach dem Zylinder eingeführt werden und damit der Sauerstoffgehalt des im
Zylinder gebildeten, entsprechend dosierten Gemisches beträchtlich erhöht werden. Dies
erleichtert einerseits die Erlangung einer vollkommenen Verbrennung, andererseits ist
es möglich, die 'ganze durch den Kolben im Kurbelraum komprimierte Luft nur zu einer
reinen und sicheren Spülung zu verwenden.
Selbstverständlich kann man auch im Falle der Zweitaktmaschine Mittel vorsehen, um die
einzelnen Betriebsstufen in ähnlicher Weise wie bei der Viertaktmaschine zu regeln. Es
kann auch ein Teil des Auspuffes durch den Verdampfer mittels eines geeignet geregelten
Ventiles erfolgen, um die Menge der nutzbar verwendeten Verbrennungsgase und die
Schnelligkeit der Erhitzung des Verdampfers entsprechend zu erhöhen. Ferner wird es
sehr vorteilhaft sein, gerade bei der Zweitaktmaschine am Kolben 1 eine Nase 18 anzubringen,
welche derart geformt und gelagert ist, daß durch sie sowohl die Spülluft wie auch
die Brennstoffdämpfe nach oben in die Mitte des Zylinders geleitet werden und eine bessere
Spülung so\vohl als auch eine innigere Vermischung der Betriebsladung und der Verbrennungsluft
sich ergibt.
In den bisher beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung bei der Viertaktmaschine
der Fig. 1 sowohl wie bei der Zweitaktmaschine der Fig. 7 findet die Einführung
des Brennstoffes und der Luft in den Verdämpfer zu gleicher Zeit statt. Das ist aber
nicht unbedingt notwendig, sondern es kann
auch zeitliche Trennung bezüglich der Zuleitung von Luft und Betriebsstoff stattfinden.
Es ist ersichtlich, daß der durch die Erfindung angestrebte Effekt auch dann erreicht wird,
wenn der schwere Brennstoff für sich durch eine besondere Pumpe eingeführt wird. Diese
Zuleitung des Brennstoffes in den Verdampfer wird während des Arbeitshubes stattzufinden
haben, und zwar bevor die Ableitung der
ίο Gase durch Freigeben des Kanals 4 erfolgt.
Der Vorgang der Verdampfung und Einführung des Brennstoffes wird sich also in der
Weise abspielen, daß zuerst der schwer flüchtige Brennstoff in einem geeigneten Zeitpunkt
des Krafthubes des Kolbens vor dem Punkte 0 (vgl. Fig. 2) bzw. O1 (vgl. Fig. 8) mittels
einer von der Maschine aus angetriebenen kleinen Pumpe in den Verdampfer 3 eingeleitet
wird, dann bei Abdecken des Kanals 4 der heißeste Teil der Verbrennungsgase nach
dem Verdampfer übertritt und den bereits dort befindlichen Brennstoff in Dampfform
verwandelt bzw. die zur Aufrechterhaltung der ev. bereits erfolgten Verdampfung notwendige
weitere Wärmemenge der Kammer 3 mitteilt, und daß endlich die zur Beförderung der Brennstoffdämpfe nach dem Zylinder dienende
Luft bei der Viertaktmaschine gegen das Ende des Ansaugehubes (vgl. Fig. 3, Punkt 0) und bei der Zweitaktmaschine während
des Aufwärtsganges des Kolbens (vgl. Fig. 8, Punkt O3) eingesaugt bzw. eingepreßt
wird. Die vollständige und innige Vermischung des schwer flüchtigen Betriebsstoffes
mit der benötigten Menge Verbrennungsluft wird im Zylinderraum vollendet. Es wird also die Wärmezuleitung nach dem
Verdampfer erst nach der Einführung des Betriebsstoffes
in die Verdampf er retorte vorgenommen, und die durch das Ventil 10 bzw. 27
in die Kammer 3 eintretende Luft findet bereits fertig gebildete Betriebsstoffdämpfe vor.
Es ist ersichtlich, daß diese Ausführungsform der Erfindung ebenfalls eine schnelle und
sichere Umsetzung der Brennstoffe in Dampf gestattet und außerdem auch die Wirkungsweise
der Maschine im allgemeinen verbessert. Es lassen sich dabei natürlich auch in gleicher Weise wie bei der gleichzeitigen
Einführung von Brennstoff und Luft in den Verdampfer irgendwelche Regelungsvorrichtungen
verwenden, um die Brennstoffeinleitung, die Zuführung der Luft für Verbrennung bzw. Brennstofförderung und den Auspuff
sowie endlich die Gasableitung in passender Weise zu verändern.
Die dargestellten Ausführungsbeispiele geben natürlich nicht alle Verwirklichungsformen
der Erfindung wieder; so läßt es sich z. B. auch denken, daß die Wärmeabführung nach
dem Verdampfer und die Einleitung des Betriebsstoffes in denselben zu gleicher Zeit
stattfindet und die zur Beförderung der Dämpfe nach dem Zylinder benötigte Luft hernach eingeführt wird, und auch bezüglich
der rein baulichen Verwirklichung der Erfindung, insbesondere der Gestalt des Verdampfers,
erschöpfen die gegebenen Figuren in keiner Weise alle Möglichkeiten. In allen Fällen aber besteht die Erfindung darin, daß
die Verdampfung des Betriebsstoffes mittels einer gegen das Ende des Krafthubes erfolgenden
Ableitung der heißen verbrannten Gase bewirkt wird.
Claims (4)
1. Verbrennungskraftmaschine mit Verdampfer, welcher durch die gegen Ende
des Krafthubes abströmenden Gase beheizt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampfer durch einen Kanal, welcher
sowohl zur Gasableitung nach dem Verdampfer als auch zur Brennstoffeinführung vom Verdampfer in den Zylinder
.dient, mit dem Zylinderinnern unmittelbar verbunden ist, und daß der Arbeitskolben
den Verbindungskanal zwischen Verdampfer und Zylinderinneren öffnet bzw. abschließt.
2. Viertaktverbrennungskraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil für die Einleitung der Verbrennungsluft vor dem Ende des Saughubes
geschlossen wird, worauf bei Eröffnung des Vergaserkanals die Einführung
der Brennstoffdämpfe vom Verdampfer in den Zylinder mittels der durch den Kolben angesaugten, den Vergaser
durchströmenden Luft erfolgt. ioo
3. Viertaktverbrennungskraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Auspuff der verbrannten Gase zum Teil durch ein am Verdampfer, zum Teil durch ein am Zylinder angeordnetes
Ventil sich vollzieht und die Eröffnungszeiten der beiden Ventile regelbar sind.
4. Zweitaktverbrennungskraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verdampfer oberhalb der öffnun- χί0
gen für Auspuff und Spülung angeordnet ist und die Einführung des Brennstoffes in den Verdampfer und von da in den Zylinder
über ein zweckmäßig regelbar gesteuertes Ventil unter Überdruck sich voll- ng
zieht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE259169C true DE259169C (de) |
Family
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