DE250722C - - Google Patents

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DE250722C
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01HELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
    • H01H85/00Protective devices in which the current flows through a part of fusible material and this current is interrupted by displacement of the fusible material when this current becomes excessive
    • H01H85/02Details
    • H01H85/04Fuses, i.e. expendable parts of the protective device, e.g. cartridges
    • H01H85/05Component parts thereof
    • H01H85/055Fusible members
    • H01H85/12Two or more separate fusible members in parallel

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  • Fuses (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Es ist bekannt, daß man Schmelzsicherungen dadurch in ihrer Kurzschlußsicherheit verbessern und vereinfachen kann, daß man die Schlußflamme von Nebenleitern aufnehmen läßt. Derartige Sicherheitsleiter werden dargestellt durch Parallelschaltung von Leitern verschiedenen Schmelzpunktes, verschiedener Länge, verschiedener Querschnittsform, verschiedenen "Widerstandskoeffizienten oder verschiedener Wärmeträgheit oder durch gleichzeitige Vereinigung der vorerwähnten Eigenschaften, erforderlichenfalls unter Zuhilfenahme des Einflusses der Einbettung und Umhüllung der Schmelzfäden, des Füllmaterials u. dgl.
Geht man von der einfachen, aus Silberdrähten bestehenden Sicherung aus, so kann man die Explosionswirkung bei Kurzschlüssen in bekannter Weise dadurch ungefährlicher machen, daß man nur einen Teil der parallel geschalteten Schmelzleiter für die erste Unterbrechung benutzt; z.B. von vier parallel geschalteten Drähten von je 0,25 mm Dicke schmelzen zunächst drei Stück durch, und gleich darauf, aber erst nach dem Erlöschen der ersten Flamme, folgt der vierte Leiter, der eine andere Zeitkonstante hat. Man kann dies, wie gesagt, erreichen, indem man den vierten Draht länger als die anderen wählt, und zwar um konstruktiven Schwierigkeiten zu entgehen, erforderlichenfalls so, daß man gewellten Draht oder gewelltes Band verwendet oder eine Spirale aus diesem Leiter wickelt, so daß seine Raumbeanspruchung in der Länge mit derjenigen der anderen Leiter ungefähr übereinstimmt,
Natürlich müssen die Haupt- und Nebenleiter gegeneinander geschützt sein, z. B. durch Röhren, pulverförmige Schichten oder sonstige Schutzwände, um zu verhüten, daß die Flammen sich vereinigen oder daß der normalerweise zuletzt abschmelzende Leiter durch die Flamme der ersten vorzeitig mit vernichtet wird.
Man kann nun gemäß der Erfindung noch einen weiteren Sicherheitsleiter anwenden, z. B. mit Vorteil einen parallel geschalteten sogenannten Variationsleiter aus Material von hohem positiven Temperaturkoeffizienten. Es würde alsdann zunächst das Bündel Hauptleiter abschmelzen, sodann der trägere Nebenleiter, wie vorher beschrieben, und schließlich der Variationsleiter. Wie ersichtlich, hat man den Schmelzprozeß hierdurch auf drei Stufen verteilt, wobei die beiden ersten infolge des Bestehens guter Nebenwege, die letzte infolge der Widerstandserhöhung je nur eine kleine Unterbrechungsflamme zeigen. Natürlich muß auch hier durch Schutzschichten o. dgl. die richtige Folge der einzelnen Schmelzprozesse sichergestellt werden.
In dieser Art lassen sich die Stufen beliebig vervielfachen, jedoch wird man selbst bei Sicherungen für hohe Ströme oder Spannungen mehr als drei Schmelzprozesse schwerlich benötigen.
Man kann zur zeitlichen Verzögerung des Abschmelzens sämtlicher Nebenleiter mit Vorteil die Eigenschaft der Variationsleiter benutzen, insbesondere des Eisens, daß der Strom infolge der selbsttätigen Widerstandszunahme
während des Glühprozesses eine rapide Abschwächung erfährt, so daß also der Schmelzprozeß infolge der hierdurch bedingten Verminderung der mittleren wirksamen Stromstärke gleichsam gemildert wird und den gefährlichen Kurzschlußcharakter verliert. Hierdurch wird nicht allein die Explosionsgefahr verringert, sondern auch die Zeitdauer des Schmelzprozesses naturgemäß verlängert. Demgemäß
ίο kann man also einen dreistufigen Schmelzprozeß in der Weise herbeiführen, daß man zu den Hauptschmelzleitern, z. B. drei Silberdrähten, einen geeignet bemessenen Eisendraht, der aber nicht länger zu sein braucht als jene, parallel schaltet und zum Ganzen dann noch einen längeren Eisendraht parallel anschließt, welcher den Reststrom unterbricht. Der kurze Eisendraht wird dann sicher nach den Silberdrähten abschmelzen, seine Flamme wird sowohl wegen der durch sein Glühen bedingten Stromschwächung wie auch infolge des noch bestehenden längeren Eisennebenweges nicht groß sein, und man hat es durch genügende Längen- und Widerstandsbemessung des zum Schluß verbleibenden Eisendrahtes, der in der Regel spiralförmig angeordnet ist, in der Hand, auch die Schlußflamme ungefährlich zu machen.
Man kann aber auch durch Anwendung anderer Metalle mit Hilfe der Wahl der Schmelzpunkte, des spezifischen Widerstandes und des Temperaturkoeffizienten die gewünschte zeitliche Aufeinanderfolge und die Abschwächung aller Schmelzprozesse erzielen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Elektrische Schmelzsicherung mit Haupt- und Nebenleitern, dadurch gekennzeichnet, daß den Hauptleitern mehrere Nebenleiter (z. B. aus Eisen) von solchen Eigenschaften parallel geschaltet sind, daß der ganze Schmelzprozoß in mehrere (mehr als zwei) zeitlich aufeinanderfolgende Einzelschmelzprozesse zerlegt wird.
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