DE2462016C3 - Vorrichtung zur nicht starren Befestigung von röhrenförmigen Strahlern bei photochemischen Reaktoren - Google Patents
Vorrichtung zur nicht starren Befestigung von röhrenförmigen Strahlern bei photochemischen ReaktorenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur nicht starren Befestigung von röhrenförmigen
Strahlern bei photochemischen Reaktoren, insbesondere für die Chlorierung von Kohlenwasserstoffen,
vorzugsweise Methylchlorid.
Nach den üblichen Verfahren werden runde Rohre und Röhren an Apparaturen, z. B. chemischen Reaktoren und Destillationskolonnen, durch Schweißen,
Einwalzen, mit Rohrverbindern, Muffen und Flanschen befestigt. Diese Methoden sind jedoch nicht anwendbar,
wenn zerbrechliche Rohre, beispielsweise aus Kunststoff, Quarz und Graphit, befestigt werden sollen,
besonders wenn diese Rohre große Längen haben und leichte Schwingungen und hohe Drücke aushalten
müssen.
In diesem Fall kann die Befestigung mit einem System von Bünden erreicht werden, deren Dichtigkeit durch
flache Dichtungen gewährleistet ist Eine solche Vorrichtung erfordert jedoch einerseits hohe Drücke
und starkes Festklemmen, wodurch sehr häufig der Bund reißt, und führt andererseits, wenn es gelingt, die
Verbindung herzustellen, zu einer starren Konstruktion, die nicht einmal eine sehr begrenzte Bewegung und
Verschiebung des befestigten Rohres gestattet. Das von den Herstellern von Glasapparaturen angewandte
klassische Verfahren, zylindrisch-konische Klemmflansche beiderseits einer Dichtung beispielsweise aus
Polytetrafluoräthylen anzuklemmen, ist infolge der Starrheit der Konstruktion ebenfalls nicht befriedigend.
Wechselwirkung des Lichts mit den Atomen und Molekülen, ist eine Technik, die sich für die Chlorierung
von Kohlenwasserstoffen insbesondere von Paraffinen, für die Chlorierung von organischen Stoffen, z. B. für die
Chlorierung von Methylchlorid zur Herstellung von Gemischen von Methylenchlorid, Chloroform und
Tetrachlorkohlenstoff, für Nitrosierungen, Sulfoxydationen von Paraffinderivaten und für die Photopolymerisation als besonders interessant erweist
ίο Die Untersuchungen mit photochemischen Strahlern,
die für die durchzuführende Reaktion besonders gut geeignet sind, können im Laboratorium im kleinen
Maßstab mit Apparaturen durchgeführt werden, bei denen die Befestigung der Röhren im allgemeinen keine
besonderen Schwierigkeiten bietet. Im Gegensatz hierzu ist die großtechnische Anwendung der in dieser
Weise entwickelten Verfahren zur Zeit häufig schwierig und kostspielig zu erreichen, weil keine Vorrichtung zur
Befestigung von Glasrohren, die die photochemischen
Strahler enthalten, insbesondere die Ultraviolettstrahler, an den Reaktoren verfügbar ist.
Um genügende Leistungen zu erzielen, haben diese Rohre im allgemeinen eine Länge von 2 bis 3 m, und sie
arbeiten unter Drücken von etwa 2 bis 10 Bar. Ferner
müssen sie in der Lage sein, den Schwingungen und
Erschütterungen sowie dem Stoß, der auf Druckunterschiede zwischen dem Reaktor und dem Außenraum der
Röhren zurückzuführen ist. zu widerstehen. Die bekannten Vorrichtungen zur Befestigung von Glasroh
ren an Metallreaktoren waren unbefriedigend.
Aus den Unterlagen des DT-Gbm 18 73 846 ist eine Vorrichtung zum Verbinden eines Anschlußrohres mit
einem Behälter bekannt, bei der eine abdichtende, das Anschlußrohr einschiebbar aufnehmende Muffe in einer
öffnung an der Behälterwand angeordnet ist. Die Muffe dient zur Führung und Zentrierung des zu befestigenden
Rohrs, das gegenüber der Muffe mittels eines O-Rings abgedichtet ist. Infoige der Zentrierung sind keine
Bewegungen und Verschiebungen des Rohrs in allen
Richtungen möglich. Auch kann eine derartige Befestigung keinen hohen Drücken, wie sie in photochemischen Reaktoren auftreten, widerstehen. Außerdem läßt
sich keine Dichtigkeitskontrolle vornehmen. Für die Befestigung von röhrenförmigen Strahlern bei photo
chemischen Reaktoren ist diese bekannte Befestigungs
art somit nicht geeignet.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die kombinierte Verwendung von aus flexiblen Werkstoffen bestehenden Lippendichtringen und aus Elastomeren oder
Polytetrafluoräthylen bestehenden, eine Führung des Strahlers bewirkenden, Bewegungen und Verschiebungen des Strahlers in allen Richtungen ermöglichenden
Dichtringen mit Rundquerschnitt, die eine wulstförmige Zone des Strahlers einrahmen.
Weitere Ausgestaltungen des Anmeldungsgegenstandes sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Hierdurch wird ermöglicht, daß die Strahler, die starken Druckschwankungen ausgesetzt sein können,
ohne Schwierigkeit in nicht starrer Weise abgedichtet
(10 befestigt werden können, wobei selbst unter Drücken
von 1 bis 10 Bar eine absolut dichte Verbindung erzielt werden kann. Die obere Grenze der anwendbaren
Drücke hängt von der Festigkeit des Strahlers selbst und von derjenigen der Dichtung ab.
fts Als Beispiel der Verwendung dieser Befestigungsvorrichtung ist die Befestigung von UV-Röhren, die die
Durchführung der photochemischen Chlorierung von Methylchlorid ermöglichen, an den Reaktoren zu
nennen.
Die photochemische Chlorierung von Methylchlorid durch Dissoziation des Chlormoleküls zum aktiven
Chlorion, das durch Umsetzung mit dem Methylchlorid zur Bildung von Cemischen von höheren Chlormethanen
führt, unter Verwendung von UltraviolettJicht ist ein
bekanntes Verfahren. Die im allgemeinen in großer Zahl verwendeten röhrenförmigen Ultraviolettstrahler sind
in Glasrohren enthalten, die einen Durchmesser von 40 bis 80 mm haben können. Ihre Befestigung an den
Metallreaktoren, insbesondere aus Nickel, ist erfindungsgemäß besonders zuverlässig und vorteilhaft mit
der in der beigefügten Abbildung dargestellten Vorrichtung möglich. Bei dieser Reaktion müssen die
Elektroden, die die Ultraviolettstrahler speisen, aus Sicherheitsgründen unter Stickstoffdruck stehen. Das zu
befestigende Rohr 1, das den Ultraviolettstrahler enthält, wird am entsprechenden Stutzen des Reaktors 2
unter Verwendung eines ersten kammprofilierten Dichtringes oder Lippendichtringes 3 aus einem
Copolymeren aus Vinylfluorid und Hexafluorpropylen befestigt Dieser Lippendichtring ist mit einem zweiten
Lippendichtring 4 der gleichen Art über ein Zwischenoder Distanzstück 5 verbunden, das mit einem Stutzen
versehen ist. Die beiden Dichtringe 3 und 4 werden an das Rohr 1 mit einem Klemmflansch 6 angepreßt, an
dem ein Rohr 7 befestigt ist, an das in geeigneter Höhe ein einwärts ragender Flansch angesetzt ist, auf dem ein
Dichtring 8 mit Rundquerschnitt aus dem vorstehend genannten Polymerisat angeordnet ist.
Der obere Teil des Rohres 7 endet in einem Flansch, der mit üblichen Dichtungen versehen ist. Ein zweiter
Dichtring 9 mit Rundquerschnitt des gleichen Typs wie der erste Dichtring wird mit einem zweiten Distanzstück
10 in seiner Lage gehalten. Das Ganze wird von einer Haube 11 aus Stahl überragt, cüe mit zwei Stutzen
versehen ist, von denen einer der Zuführung des elektrischen Stroms, der für die Speisung der Elektroden
erforderlich ist, dient und der andere die Einführung von Stickstoff, mit dem die Haube unter Druck gehalten
wird, ermöglicht Vorrichtungen dieser Art, die zur Befestigung von 14 Rohren, die Ultraviolettstrahler
enthalten und einen Durchmesser von 50 mm und eine Länge von 3 m haben, an einem Reaktor für die
Chlorierung von Methylchlorid dienen, werden seit zwei Jahren für den kontinuierlichen Betrieb ohne jeden
Bruch der Rohre verwendet
Ti otz aller getroffenen Vorsichtsmaßregeln hinsichtlich
der Wahl der Werkstoffe, die den Lippendichtring bilden, kann immer ein Schaden an der Dichtung
eintreten. Eine besondere Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung stellt die Sicherheit und
Dichtigkeit durch Verwendung von zwei Lippendichtringen sicher, die hintereinander in Abständen, die 10 bis
20 mm betragen können, angeordnet und mit dem Zwischen- oder Distanzstück 5 verbunden sind. Die
Abdichtung wird hierbei durch die Anklemmvorrichtung des zweiten Lippendichtringes erreicht
Eine Vorrichtung dieser Art kann mit jeder beliebigen Alarmvorrichtung verbunden werden, die in dem
Bereich, der die beiden Dichtringe trennt das Auftreten einer Undichtigkeit in der ersten Dichtung feststellt Es
ist hierbei möglich, die Anlage stillzusetzen, um die schadhafte Dichtung auszuwechseln, ohne daß wesentliche
Mengen der in der Apparatur vorhandenen Produkte in die umgebende Atmosphäre entweichen
können, da der zweite Dichtring die während des Stillstandes der Anlage notwendige Abdichtung gewährleistet
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Vorrichtung zur nicht starren Befestigung von röhrenförmigen Strahlern bei photochemischen
Reaktoren, gekennzeichnet durch die kombinierte Verwendung von aus flexiblen Werkstoffen
bestehenden Lippendichtringen (3, 4) und aus Elastomeren oder Polyteirafluoräthylen bestehenden, eine Führung des Strahlers (1) bewirkenden.
Bewegungen und Verschiebungen des Strahlers (1) in allen Richtungen ermöglichenden Dichtringen (9,
8) mit Rundquerschnitt, die eine wulstförmige Zone des Strahlers (1) einrahmen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit zwei übereinander angeordneten Lippendichtringen (3,4) versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich zwischen den beiden
Dichtringen (3, 4) mit einer Alarmvorrichtung, die auf Undichtigkeiten des ersten Dichtringes (3)
anspricht, verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das obere Ende des
Strahlers (1) in einer Metallhaube (11) angeordnet ist, die zwei Stutzen zur Zuführung der Stromversorgung und zur Einführung von Stickstoff aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube (U) mit einem Distanzstück
(10) verbunden ist, das den Dichtring (9) oberhalb der wulstförmigen Zone des Strahlers (1) in seiner
Lage hält und mit einem die wulstförmige Zone umgebenden Rohr (7) verbunden ist, das die zweite
Dichtung (8) abstützt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR7327775 | 1973-07-30 | ||
| FR7327775A FR2239637B1 (de) | 1973-07-30 | 1973-07-30 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2462016A1 DE2462016A1 (de) | 1975-06-26 |
| DE2462016B2 DE2462016B2 (de) | 1977-05-18 |
| DE2462016C3 true DE2462016C3 (de) | 1978-01-05 |
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