DE23947C - Verfahren zur Herstellung poröser Thonwaaren aus Thon, dem Naphtalin beigemischt ist - Google Patents
Verfahren zur Herstellung poröser Thonwaaren aus Thon, dem Naphtalin beigemischt istInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B38/00—Porous mortars, concrete, artificial stone or ceramic ware; Preparation thereof
- C04B38/06—Porous mortars, concrete, artificial stone or ceramic ware; Preparation thereof by burning-out added substances by burning natural expanding materials or by sublimating or melting out added substances
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Dieses Verfahren dient dazu, um aus Thon, Porcellanmasse bezw. aus einem sonstigen in
der keramischen Technik benutzten formbaren Material Gefäfse zu brennen, welche vermöge
ihrer Porosität entweder einen raschen bezw. öfteren Temperaturwechsel ertragen können,
ohne dadurch zu zerspringen und schadhaft zu werden, oder auch für bestimmte Flüssigkeiten
durchlässig (diffusionsfähig) sind, ohne von diesen Flüssigkeiten angegriffen zu werden.
Die bisher zu diesem Zweck den zu formenden Rohmaterialien zugesetzten organischen Substanzen,
z. B. Häcksel, Hede, Holzkohle, Holzstoff,: Sägemehl, Steinkohle, Kokspulver, Gummi,
Stärkemehl, Leim oder ähnliche Stoffe, hinterlassen einen Rückstand an Asche nach dem
Verbrennen. Diese Asche bleibt in den betreffenden keramischen Gegenständen nach deren
, Brennen zurück und überzieht als leicht schmelzbar die entstandenen Hohlräume in den Gegenständen,
welche mit genannten Stoffen porös gemacht sind, mit einer Schmelze." Diese ist
weder so ausdehnungsfähig und beweglich wie die Grundmasse der gebrannten Gefäfse bezw.
Gegenstände, noch durchlässig für Flüssigkeiten.
Daher benutze ich zu diesem angegebenen Zweck als Zusatz Naphtalin, welches keine
Asche enthält, in jeder im Handel vorkommenden Form, am zweckmäfsigsten in blättrigen
Schüppchen als sublimirtes Naphtalin oder fein gemahlen, oder in einem Lösungsmittel aufgelöst.
Unter das nasse, schlammförmige oder teigförmige oder trockene zu verarbeitende bezw. zu formende Rohmaterial wird das
Naphtalin gemischt. Das Mischen beider kann geschehen entweder in einer Nafsmühle, wie
solche in Steingut- oder Porcellanfabriken gebräuchlich sind, oder unter Mühlsteinen, oder
unter Kollergängen, oder in Mischtrommeln, oder in Thonschneidern, oder durch Kneten
mit den Händen bezw. durch Treten mit den Füfsen, oder auf irgend eine andere zweckmäfsige
gebräuchliche Manier in offenen, oder, wenn wünschensw'erth, in geschlossenen Mischgefäfsen.
Das Verhältnifs von Naphtalin zu dem zu verarbeitenden Rohmaterial hängt von dessen
Plasticität ab und von dem Grad der Porosität, welchen die fertigen Gegenstände besitzen
sollen. Wie bekannt, ist das Naphtalin unlöslich in Wasser und hat fast genau dasselbe
specifische Gewicht wie Wasser. Es bietet daher den Vortheü, sich im Wasser suspendirt
mit dem zu verarbeitenden, zu formenden Rohmaterial leicht und sicher mischen zu lassen.
Das Formen des Gemisches geschieht ganz so, wie solches bei jedem keramischen Gegenstand
nach Zweck und Gebrauch üblich ist.
Sind die geformten Gegenstände angetrocknet, ist also das Wasser daraus möglichst entfernt,
so kann das Naphtalin durch Aussaigern oder durch Sublimiren in geeigneten Oefen, in
Muffeln, in Retorten oder in sonst zweckmäfsigen Einrichtungen von irgend welcher Form
mittelst irgend welcher Wärmequelle aus den fertigen Gegenständen als geschmolzenes oder
sublimirtes Naphtalin wiedergewonnen und aufs Neue in dieser Fabrikation benutzt werden;
denn das Naphtalin verflüchtigt sich bekannt-
lieh schon etwas bei gewöhnlicher Temperatur, es schmilzt bei 790 C. und siedet bezw. verdampft
bei 2160C.
Darauf folgt das eigentliche Brennen der geformten Gegenstände, was aber auch geschehen
mufs, wenn man das benutzte Naphtalin preisgiebt.
Wegen des blättrigen, dem sublimirten Naphtalin eigenen Gefüges lagert es sich, wenn
in dieser Form benutzt, gleichsam geschichtet in und zwischen die Partikel des zu verarbeitenden
Gemisches des zu formenden Materials und bedingt hierdurch ein gewisses lamellenartig
geschichtetes Ansehen auf dem Bruch der fertig gebrannten Gegenstände. Diese Erscheinung
bietet ein charakteristisches Erkennungszeichen derjenigen keramischen Producte, welche
durch dieses Verfahren hergestellt wurden. Dieses Verfahren eignet sich nach den bisherigen
Versuchen ganz besonders zur Herstellung von gewöhnlichen und von feuerfesten Ziegeln jeglicher Form und Gröfse und von
irgend welcher chemischen Zusammensetzung des zu den Ziegeln benutzten Rohmaterials,
zum Gebrauch für Feuerungsanlagen, z. B. für Ofenkacheln, oder als Schutzmasse gegen Wärmeverluste;
ferner zur Herstellung von Pflastersteinen, welche sich nie im Gebrauch glätten;
dann für Schmelztiegel, Retorten, Muffeln, Abdampfschalen und änliche Geräthe zu chemischen
und technischen Zwecken; für Haushaltungs - Kochgeschirre, Kaifee-, Thee- und
sonstige Kannen, Tassen, Teller, Schüsseln; alle solchen Stücke glasirt oder nicht glasirt;
ferner für Mühlsteine, Mühlwalzen, Zellen für galvanische Batterien, besonders für Gufsformen
zu Metallgüssen.
Claims (1)
- Patent-AnSPruch:Herstellung poröser keramischer Producte unter Benutzung bezw. Mitbenutzung von Naphtalin, gleichviel, ob dieses letztere in fester Form , roh oder sublimirt oder in einer Lösung enthalten ist bei der Benutzung zu diesem Zweck. Das gebrauchte Naphtalin kann bei der Fabrikation dieser so hergestellten keramischen Producte preisgegeben oder auch wiedergewonnen werden zum erneuerten Gebrauch.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23947C true DE23947C (de) |
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ID=300473
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23947D Active DE23947C (de) | Verfahren zur Herstellung poröser Thonwaaren aus Thon, dem Naphtalin beigemischt ist |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23947C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE965987C (de) * | 1953-10-15 | 1957-07-04 | Eduard Cramer | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung poroeser keramischer Formkoerper aus naphthalin- und wasserhaltigen Grundmassen |
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