DE2332239B2 - Anionische 1 zu 2-Chromkomplexazoverbindung, ihre Herstellung und Verwendung zum Färben künstlich erzeugter Oxidschichten auf Aluminium oder dessen Legierungen - Google Patents
Anionische 1 zu 2-Chromkomplexazoverbindung, ihre Herstellung und Verwendung zum Färben künstlich erzeugter Oxidschichten auf Aluminium oder dessen LegierungenInfo
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Description
(D
IO
15
20
SO3H
2. Verfahren zur Herstellung der 1 :2-Chromkom- 25
plexverbindung dler Formel (I) gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die
Monoazoverbindung der Formel
NO2
N=N
(II)
SO3H
30
35
mit einem chromabgebenden Mittel behandelt
3. Verfahren y.um Färben künstlich erzeugter Oxidschichten auf Aluminium oder dessen Legierungen,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxid- 40 schicht auf Aluminium mit einer Lösung der
1 :2"Chromkomplexverbindung der Formel (I) oder
deren Alkalimetaillsalz gemäß Patentanspruch 1 behandelt
45
Gegenstand der Erfindung ist eine 1 :2-Chromkomplexverbindung der Formel
SO3H
NO,
NO2
NO2
NO2
SO3H
(I)
50
55
60
65 OH
NO,
mit einem chromabgebenden Mittel behandelt. Die Verbindung der Formel (II) erhält man durch Diazotierung
von l-Amino-2-hydroxy-3r5-dinitrobenzol, beispielsweise
mit Hilfe von Natriumnitrit und Salzsäure in wäßrigem Medium, und Kuppeln dieser Diazoniumverbindung
auf l-Aminonaphthalin-4-sulfonsäure, beispielsweise
in einem neutralen oder schwach sauren Medium. Die Chromierung der Verbindung der Formel
(H) mit einer chromabgebenden Verbindung kann im Kupplungsgemisch durchgeführt werden. Es ist aber
zweckmäßig, die Verbindung der Formel (II) gegebenenfalls nach Aussalzen durch Filtration abzutrennen
und als Filterkuchen ohne Zwischentrocknung mit chromabgebenden Mitteln zur Endverbindung umzusetzen.
Man kann aber auch von der getrockneten oder von der durch Umkristallisation gereinigten Verbindung der
Formel (II) ausgehen. Als chromabgebende Mittel eignen sich beispielsweise die Salze des dreiwertigen
Chroms, wie Chromfluorid, Chromchlorid, Chromsulfat, Chromkaliumsulfat, Chromammoniumsulfat, Chromformiat
Chromacetat, komplexe Salze des dreiwertigen Chroms, wie Chromoxalat, Chromtartrat, Chromlactat,
Chromsalicylat, oder Chromoxide und -hydroxide. Geeignet sind auch Salze des sechswertigen Chroms, die
das Jhrom im anionischen Teil enthalten, wie Kalium-
und Natriuinchromat oder -dichromst. Im letzteren Fall
wird die Chromierung vorzugsweise in wäßrig-alkalischem Medium und in Gegenwart eines Reduktionsmittels,
wie Furfurol, Glucose, durchgeführt.
Die Menge des chromabgebenden Mittels wird so gewählt, daß auf 2 Moleküle der Monoazoverbindung
der Formel (II) mindestens ein Atom Chrom entfällt Im allgemeinen empfiehlt es sich, weniger als 2 Atome zu
verwenden.
Die Chromierung kann in einem vorzugsweise mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel, wie
Formamid, Glycerin, Äthylenglykol, in Wasser oder deren Gemischen erfolgen. Es ist zweckmäßig, die
Reaktion bei pH-Werten von über 4, d. h. in saurem, neutralem oder alkalischem Medium durchzuführen.
Die Umwandlung der Monoazoverbindung in die komplexe Chromverbindung geschieht mit Vorteil bei
Temperaturen von 80—135° C oder bei Siedetemperatur des Reaktionsgemisches, offen oder unter Druck.
Dem Reaktionsgemisch können weitere, die Komplexbildung begünstigende Stoffe, wie Oxalsäure, Weinsäure,
oder den pH-Wert beeinflussende Stoffe zugesetzt werden.
Anstelle der Verbindung der Formel (H) können auch Derivate verwendet werden, die sich während der
Chromierungsreaktion in die Verbindung der Formel (H) umwandeln, beispielsweise O-Acyl- und O-AIkyl-Derivate.
Man kann die Chromierung nach an sich bekannten Verfahren auch in zwei Stufen durchführen, indem man
die Verbindung der Formel (II) mit chromabgebenden Mitteln so behandelt, daß das Keaktionsprodukt auf 1
Molekül dieser Verbindung 1 Atom Chrom enthält, und anschließend 1 Molekül dieses Reaktionsprodukte, d. h.
eine 1 :1-Chromkomplexverbindung mit 1 Molekül der -,
Verbindung der Formel (II) umsetzt.
Die Abscheidung der Endverbindung erfolgt nach an sich bekannten Verfahren. Lösungen der Verbindung in
organischen Lösungsmitteln werden mit Wasser verdünnt. Aus der wäßrigen Lösung läßt sich die ι ο
Verbindung durch Abkühlen, gegebenenfalls unter Zugabe von Salzen abscheiden. Hierauf wird sie durch
Filtration abgetrennt, gewünschtenfalls getrocknet und gemahlen.
Die neue Verbindung der Formel (I) ist in stark polaren Lösungsmitteln, wie Äthylenglykol, Formamid,
vor allen aber in Wasser leicht löslich und eignet sich zum Färben oder Bedrucken verschiedener Materialien,
wie natürliche und synthetische Polyamide, z. B. Wolle,
Nylon, sowie von Leder. Die Verbindung der Formel (I) ist aber besonders geeignet zum Färben von künstlich,
d. h. chemisch oder vorzugsweise anodisch erzeugten
Oxidschichten auf Aluminium aus vorzugsweise wäßriger Lösung. Mit der Verbindung der Formel (I) gefärbte
Oxidschichten zeichnen sich durch eine vorzügliche Lichtechtheit, vor allem aber durch ihren wertvollen
neutralen Grauton aus.
Unter anodisch erzeugten Oxidschichten sind poröse, mit dem Grundmetall fest verbundene Aluminiumoxidschichten
zu verstehen, wie sie durch eine elektrochemisehe Behandlung der Aluminiummetalloberfläche mit
Gleichstrom in einem Wasser und eine geeignete Säure enthaltenden Elektrolyten entstehen, wobei das Aluminium
als Anode geschaltet ist. Unter dem Begriff neutrale Grautöne sind Anthrazitgrautöne zu verstehen, 3-,
wie sie beispielsweise bei der weiter unten näher erläuterten Anodisierung mit grauer Eigenfärbung
entstehen.
Auf dem Gebiet der Aluminiumveredlung nehmen farbige anodisch erzeugte Oxidschichten dank ihrer
ausgezeichneten Schutzwirkung gegenüber mechanischen und korrosiven Einflüssen einerseits und ihrer
hohen dekorativen Wirkung andererseits einen hervorragenden Platz ein. Zur Herstellung farbiger Oxidschichten
der definierten Art stehen mehrere, sich grundsätzlich unterscheidende Verfahren zur Verfügung.
Bei den einstufigen Verfahren, den sogenannten Anodisierverfahren mit Eigenfärbung (Integral Color
Anodizink, Anodisation Autocolorante) verwendet man spezielle Aluminiumlegierungen und in der Regel auch
spezielle organische Säuren als Elektrolyt. Kennzeichen derartiger Verfahren ist die gleichzeitige Bildung und
Färbung der Oxidschicht bei der anodischen Behandlung, wobei die Farbe durch chemische oder physikalisehe
Umwandlung und Einlagerung von Legierungsbestandteilen in das Aluminiumoxid entsteht. Die Farbe ist
demnach in der Regel abhängig vom verwendeten Legierungstyp.
Bei den zweistufigen Verfahren wird zunächst anodisch eine vorzugsweise farblose transparente
Oxidschicht aufgebracht. Anschließend werden in das Poreninnere Farbkörper eingelagert, wobei man zwischen
einer elektrolytischen und einer adsorptiven Einlagerung unterscheidet. b5
Im ersten Fall, dem sogenannten elektrolytischen Metallsalzfärbeverfahren, taucht man das anodisierte
Aluminium in eine wäßrige Lösung, die neben einer Säure spezielle Schwermetallsalze, wie Nickel- oder
Kupfersalze enthält, und scheidet die Metallsalze unter Umwandlung durch Einwirkung eines Wechselstroms in
Form farbiger Metalle oder Metallverbindungen ab.
Im zweiten Fall, dem adsorptiven Färbeverfahren, wird das anodisierte Aluminium mit einer Lösung eines
vorzugsweise organischen Farbstoffes behandelt. Als besonders geeignet haben sich wäßrige Lösungen
unionischer Farbstoffe erwiesen. Der Färbeprozeß beruht in diesem Fall auf einem rein adsorptiven
Vorgang ohne Einwirkung eines elektrischen Stroms.
Adsorptive Färbeverfahren sind den elektrolytischen Verfahren in verschiedener Hinsicht überlegen. Da die
Farbgebung einerseits von der Zusammensetzung und vom Zustand der Legierung, andererseits vom elektrischen
Strom unabhängig ist, stellt das Adsorptive Färben in bezug auf Lagerhaltung, apparative Einrichtungen
und Überwachung geringere Ansprüche. Ferner können sich die in der Praxis kaum vermeidbaren
Unterschiede in der Legierungsqualität und in der Stromverteilung nicht negativ auswirken. Auf adsorptivem
Weg hergestellte Färbungen zeichnen sich deshalb durch eine hohe Gleichmäßigkeit und Reproduzierbarkeit
aus. Dank seiner Einfachheit ist das adsorptive Färben auch in bezug auf Wirtschaftlichkeit unerreicht.
Dennoch ist man auf elektrolytische Färbeverfahren angewiesen, weil sich gewisse bevorzugte Farbtöne auf
adsorptivem Weg nicht in befriedigender Weise erzeugen lassen. So ist man beispielsweise gezwungen,
die besonders wertvollen neutralen Grautöne nach einer speziellen Ausführungsform des Anodisierverfahrens
mit Eigenfärbung herzustellen. Das als Anodisierung mit grauer Eigenfärbung bezeichnete Verfahren
besteht darin, daß man Aluminiumlegierungen mit einem über der Löslichkeitsgrenze liegenden Siliziumgehalt,
beispielsweise 3,5—8% Silizium, in verdünnter Schwefelsäure anodisiert. Die Herstellung derartiger
Legierungen in gleichbleibender Qualität und deren Anodisierung sind mit besonders großen Schwierigkeiten
verbunden, was sich hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Gleichmäßigkeit des Farbtons ungünstig auswirkt.
Infolge der genannten Nachteile dieses Verfahrens war man seit langem bestrebt, neutrale Grautöne auf
Adsorptivem Weg herzustellen, ohne daß bisher eine befriedigende Lösung gefunden werden konnte. Es
gelingt zwar durch gleichzeitige Anwendung mehrerer organischer Farbstoffe neutrale Grautöne zu erzeugen;
beim Färben mit organischen Farbstoffen ist man aber aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, längere Zeit
aus dem gleichen Bad zu färben, was bei Verwendung von Farbstoffmischungen mit schwerwiegenden Nachteilen
verbunden ist. Die unterschiedliche Verarmung an den einzelnen Farbkomponenten verursacht störende
Farbtonverschiebungen, die bei neutralen Graufärbungen besonders augenfällig sind. Abweichungen vom
ursprünglichen Farbton lassen sich durch Ergänzung des Farbbades nur unbefriedigend korrigieren.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man künstlich erzeugte Oxidschichten auf Aluminium
gleichmäßig in hellen bis sehr dunklen neutralen Grautönen färben kann, wenn man die Oxidschicht auf
Aluminium mit einer Lösung der Verbindung der Formel (I) behandelt.
Die Behandlung erfolgt nach an sich bekannten Verfahren. So kann man die Lösung der Verbindung der
Formel (I) in Wasser, in einem organischen Lösungsmittel, wie Alkohol, Aceton, Äthylenglykol oder deren
Mischungen mittels Pinsel, Lappen und dergleichen
oder durch Aufsprühen auf das anodisierte Aluminium aufbringen.
Ferner kann die Lösung für graphische Reproduktionszwecke durch Zugabe viskositätserhöhender Mittel
in eine verdruckbare Form gebracht und nach einem üblichen Druckverfahren, beispielsweise mit einem
Gummistempel, oder nach dem Siebdruckverfahren auf die Oxidschicht aufgetragen werden. Am zweckmäßigsten
ist aber eine Behandlung durch Eintauchen des anodisierten Aluminiums in die wäßrige Farbstofflösung.
Durch geeignetes Abdecken der Oxidschichtoberfläche lassen sich durch Eintauchen auch partielle
Färbungen und Mehrfachfärbungen erzeugen. Die Behandlung kann im üblichen, zwischen Raum- und
Siedetemperatur liegender. Temperaturbereich vorgenommen werden. Besonders geeignet sind Temperaturen
zwischen 55 und 650C. Der pH-Wert wird so
gewählt, daß die Oxidschicht nicht oder nur schwach angegriffen wird, d. h. in einem pH-Wert von 3—8. Mit
Vorteil wird in einem pH-Bereich von 4,5—6 gefärbt.
Zur Einstellung und Aufrechterhaltung des pH-Wertes können die üblichen Säuren und Basen, wie Schwefelsäure,
Essigsäure, Natriumhydroxidlösung, verwendet werden. Gewünschtenfalls können die Färbelösung
übliche, den Färbevorgang begünstigende Mittel zugesetzt werden, wie Egalisiermittel, Puffersubstanzen, mit
Wasser mischbare organische Lösungsmittel.
Die Farbstoffkonzentration und die Behandlungsdauer kann sich in einem weiten Bereich bewegen und
richtet sich u. a. nach gewünschter Intensität des Grautons, der Dicke und der Stuktur der Oxidschicht,
sowie nach den übrigen Färbebedingungen. Der bevorzugte Konzentrationsbereich liegt zwischen 0,01
und 10 g/ltr. Die bevorzugte Färbedauer liegt zwischen
1 bis 30 Minuten. Besonders geeignet ist eine Färbedauer von 15 bis 20 Minuten.
Unter Aluminium ist nicht nur Reinaluminium zu verstehen, sondern auch dessen Legierungen, die sich
bezüglich anodischer Oxidation gleich oder ähnlich verhalten wie Reinaluminium, beispielsweise Legierungen
vom Typ AlMg, AlSi, AlMgSi, AlZnMg, AlCuMg, AIZnMgCu. Als Elektrolyt für die Anodisierung
kommen u. a. Chrom-, Oxal- und Schwefelsäure, sowie Mischungen aus Oxal- und Schwefelsäure in Frage.
Besonders wertvolle Resultate erhält man bei Verwendung von Legierungen und Anodisierverfahren, die zu
transparenten farblosen Oxidschichten führen. Als Anodisierverfahren eignen sich vor allem das Gleichstrom-Schwefelsäure-Verfahren.
Man kann aber auch Legierungen und Anodisierverfahren anwenden, bei denen eigenfarbige Schichten entstehen.
Das Verfahren kann auch derart durchgeführt werden, daß das Färben gleichzeitig mit der anodischen
Erzeugung der Oxidschicht erfolgt oder daß die Herstellung des Farbstoffs der Formel (I) im Färbebad
vorgenommen wird.
Die Verbindung eignet sich auch zum Färben von chemisch erzeugten Oxidschichten auf Aluminium, den
sogenannten Konversionsschichten wie sie beispielsweise durch Einwirkung von Salzen der Chromsäure in
sauren oder alkalischen Baden entstehen.
Nach dem Färben wird die farbige Oxidschicht wie üblich nachbehandelt. Besonders vorteilhaft ist ein
Verdichten der Oxidschicht durch Behandlung mit siedendem Wasser oder Wasserdampf, gegebenenfalls
in Gegenwart von das Verdichten begünstigenden und das Ausbluten der Färbungen verringernden Mitteln,
wie Nickel- und Kobaltacetat.
In der deutschen Patentschrift 6 77 595 wird erstmals das Färben von Oxidschichten auf Aluminium mit
Farbstoffen in Form von Metallkomplexen beschrieben. So erhält man auf anodisch oxidiertem Aluminium mit
ι dem strukturell naheliegenden Farbstoff gemäß dem
Beispiel der US-Patentschrift 13 94 823 (C. I. Acid Green 12), bei dem es sich um einen 1 :1 -Chromkomplex
der Monoazoverbindung 1-Amino-2-hydroxy-4-nitrobenzol -► 2-Amino-naphthalin-6-sulfonsäure handelt,
ι» blaugrüne Farbtöne; ebenso erreicht man mit dem 1 :1-Chromkomplex der dem erfindungsgemäßen t :2-Chromkomplex
zugrunde liegenden Monoazoverbindung gemäß US-Patent 16 26 167, Beispiel 1 blaugraue
Farbtöne und mit dem entsprechenden 1 :2-Kobaltj komplex dieser Monoazoverbindung gemäß US-Patent
32 91 651, Beispiel 1 und 2 grüngraue Färbungen. Die mit diesen drei Metallkomplexfarbstoffen hergestellten
Aluminiumfärbungen sind hinsichtlich Lichtechtheit der Färbung mit dem vorliegend beanspruchten 1 :2-
2(i Chromkomplex deutlich unterlegen.
Wichtige Einsatzgebiete für anodisch oxidiertes Aluminium sind technische Geräte und technisches
Zubehör. In diesen Bereichen sind bunte Farben meist unerwünscht; man bevorzugt vielmehr Metall-, Neutralgrau-
und Schwarztöne. Mit dem erfindungsgemäßen Farbstoff lassen sich nun erstmals ohne Mischen mit
anderen Farbstoffen neutrale Grautöne auf adsorptivem Wege erzeugen. Der gegenüber dem Graufärben
mit Farbstoffmischungen und den elektrolytischen
3« Verfahren erzielte Fortschritt ist vorstehend ausführlich beschrieben.
Mit den bisher bekannten Farbstoffen, auch mit den oben angeführten strukturell sehr naheliegenden Komplexen
lassen sich keine neutralen Grautöne erreichen,
j) die Färbungen weisen alle einen für den vorliegenden
Anwendungsbereich ungeeigneten Farbton auf. Auch finden sich in den vorstehend zum Stand der Technik
genannten Patenten keine Hinweise auf die Möglichkeit der Erzeugung von neutralen Grautönen.
Wie aus dem Vorgehenden ableitbar, bestand bezüglich der für das Färben von Aluminium geeigneten
Farbstoffe ein eindeutiges Bedürfnis nach einem neutralen Grauton. Es ist gelungen, einen Farbstoff, der
diese Voraussetzung erfüllt, aufzufinden. Aufgrund des
-Γι Standes der Technik konnte in keiner Weise erwartet
werden, daß sich mit dem beanspruchten Farbstoff und nur mit diesem allein die besonders wertvollen
Neutralgrautöne erreichen lassen. Überraschend war es auch insofern, als der entsprechende, nahe verwandte
1 :2-Kobaltkomplex eben durch seine angezeigte bunte
Nuance keine Anhaltspunke zur Erreichung des Zieles bieten konnte.
In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile, die Prozente Gewichtsprozente; die
Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
43,3 Teile des Monoazofarbstoffs aus diazotiertenl-Amino-2-hydroxy-3,5-dinitrobenzol
und 1-Amino-
bo naphthalin-4-sulfonsaure, 39 Teile einer wäßriger
Chromacetatlösung mit einem Gehalt von 113% Cr2O:
und 400 Teile Wasser werden während 10 Stunden untei
Rühren und Rückflußkühlung gekocht. Während dei Reaktion wird der pH-Wert des Chromierungsgemischi
hr> mittels wäßriger Natriumhydroxidlösung auf 5,0 gehalten.
Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird da; auskristallisierte Reaktionsprodukt durch Filtratior
abgetrennt, getrocknet und gemahlen. Man erhält der
reinen 1 :2-Chromkomplex des Monoazofarbstoffe in
Form eines dunkelgrauen, in Schwefelsäure mit blauroter und in Wasser mit grauer Farbe löslichen
Pulvers. Der Farbstoff färbt anodisch oxidiertes Aluminium in einem neutralen Grauton mit vorzüglieher
Lichtechtheit.
Zum gleichen Farbstoff gelangt man, indem man 48,3 Teile der gemäß US-Patentschrift Nr. 16 26 167
hergestellten 1 :1-Chromkomplexverbindung mit einer wäßrigen Lösung von 43,3 Teilen des in diesem Beispiel ι ο
verwendeten Monoazofarbstoffs in 1000 Teilen Wasser bei 70° und einem pH-Wert von 4,8 umsetzt.
43,3 Teile des im Beispiel 1 verwendeten Monoazofarbstoffs
werden in 1000 Teilen Wasser bei einem pH-Wert von 8—9 gelöst. Hierzu werden bei 100° im
Verlauf von 1 Stunde 200 Teile einer wäßrigen Lösung, die 8 Teile Kaliumdichromat und 18 Teile Glucose
enthält, zugetropft. Nach Beendigung der Chromierung wird die Chromkomplexverbindung durch Zugabe von
Natriumchlorid abgeschieden, isoliert und getrocknet. Man erhält den in Beispiel 1 beschriebenen Farbstoff.
Anwendungsbeispiele
Ein entfetteter und desoxidierter Gegenstand aus Reinaluminium wird in einer wäßrigen Lösung, die auf
100 Teile 20 Teile Schwefelsäure und 1 Teil Aluminiumsulfat
enthält, bei einer Temperatur von 18—20° und bei jo
einer Stromdichte von 1,5 A/dm2 während 30 Minuten mit Gleichstrom anodisch oxidiert.
Nach Spülen in Wasser färbt man den Gegenstand 15 Minuten lang bei 60° in einer Lösung, bestehend aus 0,3
Teilen des gemäß Beispiel 1 erhaltenen Chromkomplexes in 1000 Teilen entionisiertem Wasser, deren
pH-Wert mit Essigsäure auf 5 eingestellt wurde. Der gefärbte Gegenstand wird nach Spülen in Wasser bei
98—100° während 30 Minuten in entionisiertem Wasser nachbehandelt. Man erhält eine mittelstarke neutrale
Graufärbung mit vorzüglicher Lichtechtheit.
Wird der Aluminiumgegenstand vor dem Färben nach dem Offsetverfahren mit einer Druckfarbe auf
Leinölbasis bedruckt und nach der Behandlung in siedendem Wasser mit Xylol gereinigt, so erhält man ein
naturfarbenes Muster auf grauem Grund.
Wird der Gegenstand unter sonst gleichen Bedingungen während 60 Minuten oxidiert und in einer Lösung,
bestehend aus 10 Teilen des chromhaltigen Farbstoffs in 1000 Teilen Wasser gefärbt, so erhält man eine tiefe
Schwarzfärbung mit hervorragender Licht- und Wetterechtheit.
Wird die Nachbehandlung unter sonst gleichen Bedingungen in einer Lösung von 3 Teilen Nickelacetat
in 1000 Teilen Wasser vorgenommen, so erhält man die gleiche gute Färbung.
10 Teile des gemäß Beispiel 1 hergestellten Farnstoffs werden in 500 Teilen Wasser gelöst und in eine
hochviskose Lösung, bestehend aus 400 Teilen Wasser und 100 Teilen Methylcellulose mit einem mittleren
Polymerisationsgrad und einem Substitutionsgrad von 1,5 eingerührt. Die so erhaltene Druckfarbe wird nach
dem Siebdruckverfahren auf ein trockenes oxidiertes Aluminiumblech aufgetragen, das durch Anodisieren
einer Aluminiumlegierung vom Typ AlMgSi 0,5 während 30 Minuten in einer Lösung von 100 Teilen
Chromsäureanhydrid in 1000 ml Wasser bei 53° und einer Stromdichte von 1,2 A/dm2 erhalten wurde. Das
bedruckte Blech wird während 10 Minuten in siedendes Wasser eingetaucht und in kaltem Wasser gut gespült.
Man erhält ein graues Muster auf einem schwachgräulichen Grund.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentansprüche: 1.1:2-Chromkomplexverbindung der FormelSO3H NO3sowie deren Verwendung, z. B. zum Färben von Aluminium. Die 1 :2-Chromkomplexverbindung der Formel (I) wird hergestellt, indem man die Monoazoverbindung der Formel
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