DE230489C - - Google Patents

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DE230489C
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21FSAFETY DEVICES, TRANSPORT, FILLING-UP, RESCUE, VENTILATION, OR DRAINING IN OR OF MINES OR TUNNELS
    • E21F7/00Methods or devices for drawing- off gases with or without subsequent use of the gas for any purpose

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mining & Mineral Resources (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Ventilation (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Jig 230489 KLASSE 5d, GRUPPE
Dr.TÜBBEN in WANNSEE b. BERLIN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. Mai 1910 ab.
Die Erfindung bezweckt, eine Grubengasgewinnung aus ausziehenden Wetterströmen ohne Änderung der im normalen Betriebe üblichen Wetterversorgungseinrichtungen über und unter Tage zu ermöglichen, ein Zweck, der für den praktischen Grubenbetrieb mit Rücksicht auf den hohen Wert der aus den Kohlengruben mit Grubengasentwicklung frei in die Luft ausströmenden Kohlenwasserstoff-ίο mengen einerseits und die Erzielung einer möglichst rationellen und wirksamen Entgasung gasreicher Bauabteilungen im Interesse der Sicherheit der Arbeiter und der Grubenbetriebe andererseits erstrebenswert erscheinen muß.
Die bisher bekannt gewordenen Versuche und Einrichtungen betreffend Gewinnung und Verwertung von Grubengasen haben die Entnahme von Gasen aus Bläsern, Klüften.. Bohrlöchern und lokal begrenzten Betriebsorten und die Fortführung der Gase in geschlossenen Rohrleitungen bis unmittelbar zum Verwendungsapparat (Gasometer, Kesselfeuerungsvorrichtung, Leuchtapparat usw.) zum Gegenstand gehabt:
Das charakteristische Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht in einer beliebig einstellbaren und regulierbaren Anreicherung der Gase aus dem gesamten Gase ausströmenden Oberfiächengebiet des in den Bauabteilungen anstehenden und freigelegten Minerals und der Fortführung der Gase im Zuge des ausziehenden Wetterstromes bis " zur Wiedervereinigung mit diesem oder bis zu einer abzweigenden Leitung, um die gesamten und gesammelten Grubengasmengen gesondert, ohne daß diese auf ihrem Wege andere Grubenbaue bestreichen und durch Gaszuströmung verunreinigen, bis in den Saugkanal der ausziehenden Tagesöffnung oder teilweise oder ganz, je nach Einstellung der Zuströmungsöffnung der Abzweigleitung, bis zu einer saugend wirkenden Hilfsmaschine hinzuleiten.
In Steinkohlengruben entstammt ein normaler, mehr oder weniger konstant beobachteter Grubengasgehalt des ausziehenden Wetterstromes dem gesamten, Gase ausströmenden Oberflächengebiet der freigelegten Kohlenstöße.
Nach Maßgabe des der Gasausströmung zugrunde liegenden Gasüberdruckes in den Kohlen wird durch eine künstlich eingeleitete Depression — wie solche der Wetterzug erzeugt — an allen Stellen, wo Kohlen entgasen, das Gas mit dem an den Kohlen und Kohlenstößen vorbeistreichenden Wetterstrome sich vereinigen und durch Diffusion schnell vermengen.
Sind die Gasausströmungen erheblich, so wird sich unter Umständen für die gasreichen Bauabteilungen zur Vermeidung der Weiterbewegung gasreicher Wetter auf langen und etwa noch andere Bauabteilungen berührenden Wegen eine gesonderte Abführung der gesammelten gasreichen Wetter, mit oder ohne Zuhilfenahme von Sonderventilatoren, auf dem kürzesten Wege empfehlen. Kann man vorübergehend aber nicht belegte Bauabteilungen dieser Art — z. B. an Feiertagen -ausschalten aus dem Hauptwetterstrome, z. B. durch wetterdichte und wettersichere Türen, dann wird man, falls nur an ihrer der Tagesausziehöffnung nächst gelegenen Austrittsöff-
nung durch einen geeigneten Abschluß, z. B. Wettertür mit einer Aussparung für eine wetterdicht eingepaßte Sauglutte, eine Verbindung mit einer saugenden Wetterleitung geschaffen wird, unter der Wirkung der künstlichen Depression von einer mit der saugenden Wetterleitung verbundenen Hilfsmaschine aus und unter dem diese Depression unterstützenden Gasüberdruck in der Kohle eine
1.0 Gasabsaugung, ■ Gasanreicherung in der Saugleitung und damit eine der gesamten Gasausströmung in der betreffenden Bauabteilung entsprechende Gasgewinnung erzielen können. Es ist zweifellos, daß ein derartiges Ver-
.15 fahren periodisch, z. B. an Feiertagen oder nachts, vorübergehend und abwechselnd für die verschiedenen zur Verfügung stehenden gasreichen Bauabteilungen durchgeführt, große Mengen brennbarer Gase ohne Gefahr für den Betrieb zu liefern imstande sein wird. Auch muß ein solches Verfahren eine Abnahme der Gaszuströmung in den künstlich entgasten Bauabteilungen nach Wiederanschluß derselben an den normalen Wetterstrom und damit eine höhere Sicherheit gegen Schlagwetteransammlungen, namentlich in schwer zugänglichen und schwer kontrollierbaren Wettersäcken, Firstenauskesselungen usw., zeitigen.
Praktisch wird sich das vorstehend gekennzeichnete Verfahren verwirklichen lassen, indem man beispielsweise in 'Kohlengruben die Einmündungsstellen des frischen Wetterstromes in die Grundstrecke einer Bauabteilung auf der oder den unteren Sohlen durch Schließen einer oder mehrerer zu diesem Zwecke vorgesehenen wetterdichten Türen absperrt und auf der oder den oberen Bausohlen, wo der aus der betreffenden Bauabteilung ausziehende Wetterstrom gesammelt dem ausziehenden Hauptwetterstrom zugeführt wird, auf dieselbe Weise den ausziehenden Wetterstrom derart absperrt, daß nur an einer — zweckmäßig der höchst gelegenen — Stelle der Bauabteilung eine Verbindung derselben mit dem Sa.ugkanal der ausziehenden Tagesöffnung durch eine geschlossene dichte Luttenleitung offen bleibt.
. Liegt die Austrittsöffnung dieser Luttenleitung im Saugkanal in der Richtung des Wetterzuges, dann wird durch Selbstzug nach Maßgabe der Wettergeschwindigkeit im Saugkanal so lange eine zunehmende Depression in der Luttenleitung erfolgen, bis die Verdünnung der durch die Luttenleitung abgesaugten Wetter der äußeren Depression im Saugkanal das Gleichgewicht halten wird. Die Höhe der Wettergeschwindigkeit und das Maß der Depression in der Luttenleitung und im Saugkanal lassen sich unschwer während des Betriebes der Wetterführungseinrichtungen durch bekannte Hilfsapparate feststellen, so daß der gegebene Zeitpunkt zum Anschluß der Luttenleitung an die vorzusehende Zweigleitung einer Saug- und Druckluftpumpe unter Ausschaltung der Verbindung mit dem Saugkanal sich leicht erkennen lassen wird.
Kraftbedarf und Tourenzahl der vorgenannten Pumpe werden sich nach bekannten Gesetzen und dem örtlichen durchschnittlichen Gasüberdruck in der Kohle der Bauabteilunnen sowie nach den jeweiligen Abmessungen der für die Saugleitung in Betracht kommenden Wege bestimmen lassen.
Mit zunehmender Verdünnung der angesaugten Wetter in der Luttenleitung steigt der Gasgehalt, der durch die Saug- und Druckluftpumpe nach Maßgabe der durch die ■Verdünnung noch verstärkten Gasausströmung aus den anstehenden Kohlenflächen der Bauabteilung abgesaugt und nutzbar gemächt wird.
Durch Außerbetriebsetzen der Pumpe wird eine allmähliche Abnahme der hohen Depression bis zur Höhe der normalen Depression im Saugkanal eintreten, so daß nach allmählicher Wiederöffnung der Abschlußeinrichtung der Luttenleitung nach dem Saugkanal und danach später folgender, Öffnung der wetterdichten Absperrungen der Bauabteilung gegen den Hauptwetterstrom gefahrlos diese Abteilung wieder in die normale Wetterführung eingeschaltet werden kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Anreicherung und Absaugung brennbarer Grubengase aus. dem normalen ausziehenden Wetterstrome der Gruben ohne Änderung der Wetterführungseinrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer oder mehreren Grubengas liefernden Bauabteilungen die gesamten, ihnen entströmenden Gasmengen nach Ausschal- · tung der Bauabteilungen aus dem einziehenden und ausziehenden Hauptwetterströme durch eine gesonderte geschlossene Luttenleitung bis in den Saugkanal der ausziehenden Tagesöffnung abgeführt und von hier durch eine jederzeit ein- und ausrückbare Zweigleitung einer Hilfsmaschine zugeführt werden, welch letztere die Gase ■ansajagt und einem Gassammelbehälter oder einem anderen zweckentsprechenden Verwendungsapparat zudrückt.
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