DE229706C - - Google Patents

Info

Publication number
DE229706C
DE229706C DENDAT229706D DE229706DA DE229706C DE 229706 C DE229706 C DE 229706C DE NDAT229706 D DENDAT229706 D DE NDAT229706D DE 229706D A DE229706D A DE 229706DA DE 229706 C DE229706 C DE 229706C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
mercury
colloidal
solutions
parts
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT229706D
Other languages
English (en)
Publication of DE229706C publication Critical patent/DE229706C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G13/00Compounds of mercury

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Colloid Chemistry (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE Mti. GRUPPE
CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN AKT-OBS. in RADEBEUL β. DRESDEN.
enthaltenden Präparaten.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. November 1909 ab.
Schon lange kennt man Verfahren zur Herstellung flüssiger Hydrosole von Metallsulfiden, in fester Form jedoch ist bisher nur das kolloidale Silbersulfid erhalten worden (Ber. der
.5 deutschen ehem. Ges. 37, S. 3871 u. f.). Auch das flüssige Hydrosol des Quecksilbersulfids ist bekannt. Es wurde z. B. erhalten durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in Lösungen von Mercuricyanid (Lottermoser, Journ. f.
prakt. Chemie [2] 75, 293 bis 306) sowie durch Peptisation ausgewaschener wäßriger Suspensionen von Schwefelquecksilber mit Schwefelwasserstoff. Auch hat man bereits Lösungen von kolloidalem Quecksilbersulfid durch Behandeln von kolloidalem, mit lysalbinsauren und protalbinsauren Salzen versetzten Quecksilberoxydlösungen mit Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium hergestellt ( P a a 1, Ber. der deutschen ehem. Ges. 35, S. 2219 u. 2223).
Solche Hydrosole sind aber sehr unbeständig oder für therapeutische Verwendung ganz ungeeignet (C. Winsinger, Recherches sur l'etat colloidal, Bull, de l'Acad. Roy. BeIg. [3] 14, 312 bis 321). Ferner hat man festes kolloidales Silbersulfid durch Eindunsten oder Fällen der entsprechenden, mit Schutzkolloiden versetzten Lösungen erhalten.
Die Methode zur Herstellung fester, haltbarer Kolloidalpräparate unter Verwendung von Schutzkolloiden hat bei Schwefeleisen und anderen Metallsulfiden versagt. Dagegen gelangt man, wie gefunden wurde, beim Schwefelquecksilber durch Benutzung geeigneter Stabilisierungsmittel ebenfalls zu kolloidalen Präparaten in fester Form. Die so hergestellten, bisher unbekannten, festen, kolloidalen Quecksilbersulfidpräparate besitzen folgende wertvolle Eigenschaften. Sie sind sehr rein, in Wasser leicht und klar löslich, haltbar und weisen keine Reizwirkung auf; ihre Lösungen setzen keine Sedimente ab und enthalten keine Fremdmetalle. Sie unterscheiden sich hierdurch vorteilhaft von dem unter dem Namen Hyrgol bekannten kolloidalen Quecksilber, das infolge seines Herstellungsverfahrens größere Mengen Zinn enthält; auch sedimentieren seine Lösungen und sind nicht ohne Reizwirkung.
Daß es gelingen werde, kolloidales Quecksilbersulfid in fester, haltbarer Form zu gewinnen, ließ sich mit Sicherheit nicht voraus- 5c sehen. Ferner bietet die Verwendung des kolloidalen Quecksilbersulfids gegenüber den bisher bekannten festen, kolloidalen Quecksilbersalzen Vorteile, da letztere nur geringe Mengen an Quecksilber enthalten, sich nur unvollkommen lösen und ihre Lösungen stark sedimentieren.
Die neuen, Schwefelquecksilber in kolloidaler Form enthaltenden festen Präparate werden erhalten, indem man zunächst die Herstellung von Schwefelquecksilber auf nassem Wege bei Gegenwart von Schutzkolloiden ausführt (z. B. Lösungen von Quecksilbereiweißverbindungen oder Lösungen von kolloidalen QuecksilberverJ bindungen mit Schwefelwasserstoff zersetzt, oder wenn man die bekannten flüssigen Hydro-
sole des Quecksilbersulfids durch Zusatz von Schutzkolloiden stabilisiert) und hierauf die erhaltenen Lösungen in geeigneter Weise zur Trockne bringt. Als Schutzkolloide erwiesen sich brauchbar Eiweißstoffe, deren Abbauprodukte, eiweißähnliche Substanzen, "Kohle-
' hydrate, Dextrin, Gummiarten.
Beispiel i.
ίο ioo Teile Quecksilberchlorid löst man in 2000 Teilen Wasser und fügt ioo Teile Gummi arabicum oder Dextrin in 500 Teilen Wasser hinzu. Man gibt hierauf Natronlauge bis zur alkalischen Reaktion zu und leitet in die erhaltene rotgelbe kolloidale Lösung von Quecksilberoxyd Schwefelwasserstoff ein, bis die Flüssigkeit deutlich danach riecht. Man dunstet nach vorheriger Dialyse zur Trockne ein.
Beispiel 2.
ioo Teile Quecksilberchlorid werden in 2000. Teilen Wasser gelöst. Man bringt ioö Teile Albumose, gelöst in 300 Teilen Wasser, und hierauf so viel Natronlauge hinzu, daß der entstandene Niederschlag sich auflöst. Dann leitet man Schwefelwasserstoff ein, bis die Flüssigkeit danach riecht, und dunstet sie nach eventueller Dialyse ein.
Beispiel 3.
■ 20 Teile Quecksilberchlorid werden in 1000 Teilen Wasser gelöst und mit Schwefelwasserstoff gefällt. Man wäscht den Niederschlag drei- bis viermal mit Wasser aus, suspendiert ihn in Wasser und peptisiert ihn durch Einleiten von Schwefelwasserstoff. Die erhaltene Lösung versetzt man mit etwa 4 bis 5 Teilen Gelatine, Dextrin, Gummi, Eiweiß o. dgl. Kolloiden und dunstet ein.
Beispiel 4.
In eine Lösung von 10 Teilen Albumin, Gelatine Oder deren Abbauprodukten und 10 Teilen Schwefelnatrium in 1000 Teilen Wasser läßt man eine Lösung von 10 Teilen Quecksilberchlorid in 1000 Teilen Wasser einfließen. Man dialysiert und dunstet ein. Man kann das kolloidale Quecksilbersulfid auch durch Ansäuern aus seiner Lösung ausfällen, abfiltrieren, auswaschen, in Wasser suspendieren und durch Zusatz von wenig Natronlauge wieder auflösen und die so gereinigte Lösung durch Eindunsten in feste Form bringen. Das kolloidale Quecksilbersulfid kann aus seinen Lösungen auch durch Alkoholfällung in fester Form abgeschieden werden.

Claims (1)

  1. Patent-AnsPRucη :
    •Verfahren zur Herstellung von Quecksilbersulfid in kolloidaler fester Form enthaltenden Präparaten, dadurch gekennzeichnet, daß man in bekannter Weise unter Zusatz von Schutzkolloiden Lösungen von kolloidalem Quecksilbersulfid herstellt oder zu den nach bekannten Verfahren erhaltenen wäßrigen Quecksilbersulfidhydrosolen Schutz kolloide zusetzt und die so erhaltenen Lösungen durch Eindunsten oder Alkoholfällung, eventuell nach vorheriger Dialyse, zur Trockne bringt.
DENDAT229706D Active DE229706C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE229706C true DE229706C (de)

Family

ID=489986

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT229706D Active DE229706C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE229706C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2829980A1 (de) Waessrige loesung von einwertigem ammoniumgoldsulfitkomplex, verfahren zu ihrer herstellung und diese loesung enthaltendes elektrolysebad
EP0044050B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Eisen (III)-Hydroxid-Dextran-Komplexen und diese enthaltende pharmazeutische sterile Lösung
DE2330604A1 (de) Verfahren zum entfernen von schwermetallen aus loesungen
DE229706C (de)
US1058643A (en) Tetrodotoxin and process of extracting the same.
DE2235663A1 (de) N-carboxyderivate von cephradin und cephalexin
DE185600C (de)
DE179980C (de)
DE950595C (de) Verfahren zur Herstellung eines injizierbaren Insulinpraeparates mit verzoegerter Wirkung
AT259763B (de) Verfahren zur Herstellung einer pasteurisierten Plasmaproteinlösung
DE227491C (de)
DE193740C (de)
DE267411C (de)
DE657975C (de) Verfahren zur Herstellung von Hyposulfiten
DE220982C (de)
DE650221C (de) Verfahren zur Herstellung wasserloeslicher komplexer Alkalirhodiumnitrite
DE197250C (de)
DE261875C (de)
DE268968C (de)
AT67673B (de) Verfahren zur Darstellung von alkalischen Albumose-Silberverbindungen.
DE272517C (de)
DE164664C (de)
DE228139C (de)
AT67205B (de) Verfahren zur Herstellung eines Quecksilberpräparates, insbesondere für therapeutische Zwecke.
DE954994C (de) Verfahren zur Herstellung von Komplex-Eiweissverbindungen der Metallkomplexe der Chlorophyll- und Porphyrin-Reihe