DE2249168C2 - Nicht-emulgierendes Präparat in flüssiger Form zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Wasser- und Sandflächen und seine Verwendung - Google Patents
Nicht-emulgierendes Präparat in flüssiger Form zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Wasser- und Sandflächen und seine VerwendungInfo
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Description
Es ist bekannt, daß durch zunächst nur auf Wasseroberflächen entstehende ölverschmutzungen
infolge der Wind- und Wasserdynamik sehr schnell auch zu einer Verschmutzung der die Gewässer begrenzenden Ufer- oder Strandflächen führen. Es handelt sich
also bei der Beseitigung solcher Verschmutzungen um ein einheitliches technisches Problem.
Ausgelaufenes öl auf Wasser oder auf den Stränden
kann durch Bewegung und vorhergehende oder anschließende Aufbringung eines ein oberflächenaktives Mittel enthaltenden Gemisches dispergiert werden.
Daher war es bisher üblich, die ölverschmutzungen
auf der Wasseroberfläche zu dispergieren, d.h. eine stabile Emulsion aus öltröpfchen und Meerwasser zu
bilden, die dann auf Grund der Wellenbewegung fortgetragen wird (vgl. z.B. FR-PS 20 99 089 bzw.
DE-OS 17 84 639). Es ist jedoch offensichtlich vorzuziehen, das öl nach Möglichkeit zu entfernen.
In den zurückliegenden Jahren wurden viele Strände durch von havarierten Tankern stammendes oder von
Schiffen abgelassenes öl verwüstet Ausgelaufenes öl gefährdet auch das Leben im Wasser und die
Wasservögel, bevor es an den Strand gewaschen wird. Natürlich stellt sich dieses Problem nicht allein auf dem
Meer, sondern auch auf anderen schiffbaren Wasserwegen, eingeschlossen Flüsse, Seen und Kanäle. Ihre
Verunreinigung geht gegebenenfalls nicht nur auf von Schiffen stammendes öl, sondern auch auf benachbarte
Industrieanlagen zurück. Bei der Verwendung von Wasser für technische Verfahren, z. B. für Kühlzwecke,
ist jedoch andererseits zur Verhinderung einer Verunreinigung der Anlagen durch das öl die Entfernung des
Öls aus dem Wasser äußerst wünschenswert Es überrascht deshalb nicht, daß große Anstrengungen zur
Entwicklung von Verfahren für die Entfernung des Öls aus dem Wasser, zur Verhinderung der Verunreinigung
von Stränden durch öl und zur Reinigung von durch Öl verunreinigten Stränden gemacht worden sind. Die
bisher in dieser Richtung unternommenen Versuche haben sich jedoch im allgemeinen als zu kostspielig
und/oder zu wenig wirkungsvoll erwiesen.
Ein ziemlich verbreitetes Verfahren zum Schutz der
Strände besteht im Verstreuen von Stroh am Rand des Wassers, um auf diese Weise antreibendes Öl abzufangen. Nach seiner Tränkung mit öl muß das Stroh jedoch
sofort aus dem Wasser genommen werden.
Es versinkt sonst und ist nur mehr schwierig zu entfernen. Da das öl jedoch durch das Stroh
hindurchsickern kann, weist dieses Verfahren bestenfalls eine mäßige Wirkung auf, und es ist nicht in der
Lage, die Verunreinigung des Strandes auf die Dauer völlig zu verhindern. Bei Sandstränden ist es natürlich
auch möglich, die ölgetränkte obere Sandschicht und nicht nur das Stroh zu entfernen, es zu geeigneten
Abfallplätzen zu bringen und den verunreinigten durch frischen, nicht verunreinigten Sand zu ersetzen. Dieses
Verfahren ist jedoch ziemlich kompliziert, und es ist offensichtlich vorzuziehen, den Strand vollständig oder
zumindest weitgehend vor einer Verunreinigung mit öl zu schützen.
Das Gewicht dieses ölproblems wird aus vielen
Veröffentlichungen deutlich, z. B. Science News, 22. Februar 1969, Seiten 183 und 184; Oilweek, 17. Februar
1969; Offshore, März 1969, S. 55, sowie aus den US-Patentschriften 23 30 508, 28 76 9Ö3, 3142 381,
31 84 923, 32 19 190, 32 21 884, 33 14 504, 33 58 838 und
33 48 690, die mechanische Verfahren beschreiben, und den sich mit chemischen Verfahren befassenden
US-Patentschriften 24 47 551, 24 64 204, 3198 731,
32 65 616,34 14 511 und der südafrikanischen Patentanmeldung 69/1135. Bis heute erwies sich keines der
mechanischen Verfahren bei bewegtem Wasser, z. B. bei
auf Wind zurückgehender Wellenbewegung, als wirksam. Außerdem sind die meisten für diesen Zweck
verwendeten chemischen Substanzen giftig und/oder unwirtschaftlich, z.B. weil sie schwierig aufzubringen
und zu handhaben sind und/oder weil übermäßig große Mengen erforderlich sind.
Es wurde nun gefunden, daß man im Gegensatz zu diesen bekannten Verfahren mit einem neuen Präparat
das Öl nicht emulgieren, d. h. auf der Wasseroberfläche
ausbreiten muß, sondern die Ölverschmutzungen eindämmen und zusammenhalten kann, so daß das ö!
aus dem Wasser herausgehoben und damit entfernt werden kann.
Die Erfindung betrifft somit ein nicht-emulgierendes
Präparat in flüssiger Form zur Beseitigung von ölverschmutzungen auf Wasser- oder Sandflächen, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß es aus 10 bis 90 Gewichtsprozent mindestens eines aliphatischen langkettigen
primären Alkohols mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen im Molekül sowie 90 bis 10 Gewichtsprozent
a) Ätherderivaten von Alkylenglykolen der allgemeinen
Formel
R'—(OR")„— OH
in welcher R' einen Alkylrest mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen und R" einen Alkylenrest mit 2
oder 3 Kohlenstoffatomen bedeuten und π den
Wert 1 oder 2 hat, und/oder
b) Alkoxyäthern aliphatischer langkettiger primärer Alkohole der allgemeinen Formel
RO-(C2H4O)^H
in welcher R ein Alkylrest mit 10 bis 15 Kohlenstoffatomen ist und π den Wert 1 bis 3 hat,
sowie gegebenenfalls
c) niederen aliphatischen Alkohlen
ίο besteht
Vorzugsweise werden aliphatische langkettige primäre
Alkohle mit 12 bis 15 Kohlenstoffatomen im Molekül verwendet Im allgemeinen v/erden Gemische solcher
Alkohole verwendet, da diese leichter und mit geringerem Kostenaufwand großtechnisch hergestellt
werden können. In diesem Fall enthalten die Alkoholgemische vorzugsweise unter 5 Prozent verzweigtkettiger
Alkohole.
Diese langkettigen primären Alkohole liegen im erfindungsgemäßen Präparat vorzugsweise in einer Konzentration von 50 bis 90 Gewichtsprozent vor. Geeignete Gemische aliphatischer langkettiger primärer Alkohole sind im Handel erhältlich, z. B. ein Gemisch von geradkettigen Alkoholen mit Alkylresten von 12 bis 13 Kohlenstoffatomen, mit 12 bis 15 Kohlenstoffatomen oder mit 14 bis 15 Kohlenstoffatomen. Ihre Eigenschaften sind aus der nachstehenden Tabelle I ersichtlich. Die in der Tabelle angegebene Farbe ist die sogenannte APHA-Farbe, die durch Vergleich mit Platin-Kobalt-Standardfarben bestimmt wird.
Diese langkettigen primären Alkohole liegen im erfindungsgemäßen Präparat vorzugsweise in einer Konzentration von 50 bis 90 Gewichtsprozent vor. Geeignete Gemische aliphatischer langkettiger primärer Alkohole sind im Handel erhältlich, z. B. ein Gemisch von geradkettigen Alkoholen mit Alkylresten von 12 bis 13 Kohlenstoffatomen, mit 12 bis 15 Kohlenstoffatomen oder mit 14 bis 15 Kohlenstoffatomen. Ihre Eigenschaften sind aus der nachstehenden Tabelle I ersichtlich. Die in der Tabelle angegebene Farbe ist die sogenannte APHA-Farbe, die durch Vergleich mit Platin-Kobalt-Standardfarben bestimmt wird.
Alkoholgemisch mit Alkylresten von
12 bis 13 12 bis 15
12 bis 13 12 bis 15
Kohlenstoffatomen
14 bis 15
| Mittleres Molekulargewicht | 207 | 197 | 221 |
| Schmelzbereich, °C | 21-23 | 21-22 | 22-23 |
| Farbe | 20 | 20 | 20 |
| Spezifisches Gewicht bei 25°C | 0,834 | 0,830 | 0,834 |
| Viskosität, mm2/s bei 38°C | 18,3 | 18,9 | 29,3 |
| Säurezahl, Äquivalente je 100 g | < 0,0001 | < 0,0001 | < 0,0001 |
| Carbonylwert, Gehalt an CO-Gruppen in | 0,0080 | 0,0080 | 0,0070 |
| Gewichtsprozent | |||
| Hydroxylzahl je 100 g | 0,483 | 0,517 | 0,458 |
| Hydroxylzahl, mg KOH je g | 271 | 288 | 256 |
| Flammpunkt, °C | 154 | 154 | 154 |
| Geruch | mild | mild | mild |
Die Komponenten a), b) und c) werden zur Erzielung bestmöglicher Ausbreitungseigenschaften verwendet.
In diesem Zusammenhang sind die Oberflächenspannung und die Schmelzbereiche von Bedeutung. Die
Komponenten a), b) und c) sollten in der Lage sein, die Verfestigung der gesamten Flüssigkeitsgemisches bei
10° C und vorzugsweise bei 4 oder sogar -18° C zu
verhindern.
Vorzugsweise werden die Bestandteile des tftindungsgemäßen
Präparates so gewählt, daß sich das erhaltene Gemisch leicht bis zu monomolekularer Dicke
ausbreitet, in Wasser unlöslich oder nur wenig löslich, biologisch abbaubar und ungiftig ist, bei Lösung in ölen
nur eine geringe Wirkung auf die Oberflächenspannung der Öle hat und leicht dispergierbar ist
Bei den als Komponente a) verwendeten Ätherderivaten von Äthylenglykolen der Formel
R'— (QR")-Oh
werden insbesondere solche bevorzugt, b?i denen R' 4
bis 10 Kohlenstoffatome aufweist, was heißt, daß ein Monoalkyläther von Äthylen- und Propylenglykol mit
einem Alkylrtst von 4 bis 10 Kohlenstoffatomen verwendet wird. Natürlich können auch Gemische
solcher Äther verwendet werden. Solche Äther sind
ζ. B. die Monobutyl-, Monopentyl- und Monooctyläther
von Äthylen- und Propylenglylcol.
Verbindungen dieser Art können durch allgemein bekannte Verfahren, z. B. den in den US-Patentschriften
28 16 932, 28 70 220, 29 98 572, 32 81477, 32 82 843, 5 den Tabelle II angegeben:
Tabelle II
94 848, 33 21533 und 34 31308 beschriebenen,
hergestellt werden. Insbesondere werden die Monobutyläther des monomeren und dimeren Äthyleng'ykols
bevorzugt. Ihre Eigenschaften sind in der nachstehen-
Äthylenglykolmonobutyläther
CH3 - (CH2h -O- CH2 - CHi - OH
Diäthylenglykolmonobulyläther CH3 - (CH2J3 -(O- CH2 - CH2 h OH
| Brechungsindex (20D) | 1,4193 |
| Ausdehnungskoeff. je 0C bei 200C |
0,00092 |
| Viskosität bei 200C, mm2/s |
5,9 |
| Verdünn.-Verhältnis mit Toluol |
3,3 |
| Verdünn.-Verh. mit aliphat. Benzin |
i,8 |
| Molekulargewicht | 118,17 |
| Siedepunkt bei 1013 mbar, 0C |
171,2 |
| Spezifisches Gewicht bei 200C |
0,9019 |
| Dampfdruck bei 200C, mbar |
80 |
| Latente Verdampfungs wärme, J/g |
397 |
| Mischbarkeit mit Wasser bei 200C |
vollständig |
| Spezifische Wärme bei 200C, J/g |
2,43 |
| Flammpunkt, 0C | 74 |
| Verdampfungs geschwindigkeit, bezogen auf die gleich 1,0 gesetzte Verdampfungs geschwindigkeit von n-Butylacetat |
0,06 |
| 90% Verdampfung einer dünnen Schicht, Sekunden |
8,125 |
1,4316 0,00085
6,8 3,9 1,9
162,23 230,4
0,9536
2,7 318
vollständig
vollständig
2,12
116
0,01
0,01
Eine wichtige Klasse von erfindungsgemäßen nicht-p.mirgierenden Präparaten enthält außer den vorstehend
erwähnten bevorzugten aliphatischen Iangkettigen primären Alkoholen mit 12 bis 15 Kohlenstoffatomen im
Molekül nur einen Monobutyläther des monomeren oder dimeren Äthyisnglykols.
Die Eigenschaften solcher Präparate sind in der nachstehenden Tabelle III aufgeführt:
| Tabelle III | Versuchs- | Ci2-ir | Äthylcnglykol- | Oberflächen | Pourpoint | Spezifisches |
| Präparat | Temperatur | Alkoholgcmisch | mnnobutyläther | spannung | Gewicht bei | |
| Volumen | Volumen | 25°C | ||||
| "C | prozent | prozent | μ N/cm | "C | g/ml | |
| 27 | 100 | 0 | 32,3 | 22 | 0,834 | |
| A | 27 | 90 | 10 | 28.9 | 12 | 0,844 |
| B | ||||||
lorlsct/imii
l'riipiinil Versuchs- (L· |;- Athylcnelyknl- Oberlliichen-
Tempcriiliir Mkohnlecniisch nionohulyliilher spannung
Volumen- Volumen-
( prn/enl pro/ent -iN/cni
I'nurpoinl
ezifis
25 C
g/nil
hes
hei
27
27
27
27
27
27
27
80 70 60 50
20 30 40 50
Besonders geeignet sind Präparate, die die aliphatischen langkettigen primären Alkohole in einer Menge
von 50 bis 60 Gewichtsprozent enthalten, wie die Präparate E und F der Tab III.
Die als Komponente b) in den erfindungsgemäßen Präparaten verwendeten Alkoxyäther aliphatischer
langkettiger primärer Alkohlc der allgemeinen Formel
können durch eine Reihe von Verfahren, z. B. durch die
Tabelle IV
28.8 28,5 28,5 28.1 0.849
0.855
0.860
0.867
0.855
0.860
0.867
in den US-Patenten 29 64 478, 32 84 352, 33 33 634. und 33 55 390 beschriebenen, hergestellt werden. Als Katalysator
für die Äthoxylierung der Alkohole ist eine starke Base oder eine Lewis-Säure, z. B. NaOH. KOH,
BF) oder SnCI2. sehr geeignet.
Geeignete äthoxylierte Alkohole sind im Handel erhältlich, z.B. Gemische von äthoxylierten Ci2-Cn-
bzw. C|2-Ci5-Alkoholen mit 3 Äthoxylatgruppen im
Molekül. Ihre Eigenschaften sind in der nachstehenden Tabelle IV zusammengefaßt.
Gemische von iithnxylicrlen
Ci !,-Alkoholen C'|>
^-Alkoholen
Mittleres Molekulargewicht
Alhoxvlatgehalt. Gewichtsprozent Schmelzbereich. c
ΛΡΙΙΛ-larhe
Spezifisches Gewicht bei 25 C"
Viskosität, mm"Vs bei 38 C
Säiirezahl. Äquivalente je 100 μ
llydroxylzahl. Äquivalente je 100g
llydroxylzahl. mg Ki)H je g
Hydrophil - Lipophil - Gleiehgewichtswert Flammpunkt. (
Pourpiont. C
Geruch
Die erfindungsgemäßen nicht-emulgierenden Präparate
können diese oxyalkylierten Alkohole allein enthalten, vorteilhafterweise enthalten sie jedoch als
Komponente c) noch einen niederen aliphatischen Alkohol, wie Isopropylalkohol. Somit enthalt das
erfindungsgemäße Präparat vorzugsweise 50 bis 90 Gewichtsprozent mindestens eines aliphatischen langkettigen
primären Alkohols. 2 bis 10 Gewichtsprozent alkoxylierten Alkohol und 10 bis 20 Gewichtsprozent
niederen Alkohol. Beispielsweise wird ein geeignetes erfindungsgemäßes Präparat aus 80 Volumenprozent
eines Gemisches von C^-n-Alkoholen. 15 Volumenprozent
Isopropylalkohol und 5 Volumenprozent eines Gemisches aus äthoxylierten Ci:_n-Alkoholer. hergestellt.
Erfindungsgemäß wird das nicht-emulgierende Präparat
verwendet, indem man es vorzugsweise auf die Wasseroberfläche, in Nachbarschaft des Öls oder unter
das Öl bringt, dadurch die weitere Ausbreitung der ölschicht und/oder -filme verhindert oder sie sogar auf
einem kleinen, begrenzten Gebiet eindämmt und dann
339 38.9 5-6 40
0.925 19
< 0,001 0.296 166
7.8 204 4 mild 326
40.5
40.5
5-6
40
40
0.925
19
19
< 0.001
0.307
172
0.307
172
8.1
204
4
mild
204
4
mild
das Öl durch chemische Vernichtung und/oder mechanische Mittel aus dem Wasser entfernt.
Das erfindungsgemäße Präparat kann z. B. durch
Aufsprühen. Ausschütten, Eingießen und Aufbürden aufgebracht werden. Es kann außerdem in den
gewünschten Mengen in wasserlöslichen Behältern oder Säcken eingeschlossen werden. Eine Reihe solcher
Behälter, aus denen das erfindungsgemäße Präparat mit verschiedenen Geschwindigkeiten freigesetzt wird,
kann zur Kontrolle des ausgelaufenen Öls während einer bestimmten Zeitspanne verwendet werden.
Weiter ist es möglich, einen porösen Feststoff mit dem erfindungsgemäßen Präparat zu imprägnieren.
Geeignete poröse Materialien sind z. B. Seile. Schwämme, Gewebe, Stoffe und Papier, wie auch feste
Materialien, wie Holz, poröse Kunststoffe und poröse
Steine. Feinverteilte Feststoffe, wie Vermiculit oder verschiedene Tone, können ebenso zur Absorption des
erfindungsgemäßen Präparats dienen. Diesen Materialien können verschiedene Größen und Formen gegeben
werden. Wenn erforderlich oder gewünscht, kann
feinverteiltes Material zur Änderung der Freisetzungsgeschwindigkeit in Säcke gefüllt werden.
Geeignete mechanische Ausrüstungen zum Herausheben des Öls aus dem Wasser sind z. B. Förderbänder
und Pumpen, die z. B. zum Verladen des Öls in Lastkähne verwendet werden können. Das auf beliebige
Weise gesammelte Öl kann, z. B. durch Verbrennen, vernichtet werden. Wenn gewünscht, kann es auch unter
Verwendung von Absorptionsmitteln, wie Stroh, Polymerisaten und Gummi, gesammelt werden.
Eine besondere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß man das mcht-emulgierende
Präparat entweder auf den Rand des Wassers verteilt und auf den Strand spült oder direkt auf den Sand oder
anderes siliciumhaltiges Material aufbringt und dadurch die Haftfähigkeit des Öls an siliciumhaltigem Material,
wie Sand, herabsetzt. Dies hat zur Folge, daß eine Imprägnierung der Sandflächen mit öl verhindert wird.
Das Öl kann dann ziemlich leicht, z. B. durch Absorptionsmittel, aufgenommen werden. Das erfindungsgemäße
Präparat kann auch nach Kontaktierung des Sandes oder des siliciumhaltigen Materials mit öl
aufgebracht werden und ermöglicht eine Reinigung des schon mit öl verschmutzten Materials durch Eluierung.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
Das Präparat E der Tabelle III, bestehend aus 60 Volumenprozent eines Gemisches von geradkettigen
Alkoholen mit Alkylresten von 12 bis 13 Kohlenstoffatomen und 40 Volumenprozent Äthylenglykol-mono-,-butyläther,
wird auf seine Wirkung auf die Ausbreitung von Öl auf Wasser hin untersucht. Die erhaltenen Ergebnisse
sind in der nachstehenden Tabelle V aufgeführt.
| Tabelle V | Art des Öls | Dicke der | Ölmenge | in nr je | km2 |
| Art des Wassers | Ölschichten. | 6000 | |||
| cm | Hektar | 8000 | |||
| Dieselöl »Nr. 2« | 0.63 | 60 | 1720 | ||
| Frischwasser | Shallow-Yates-Rohöl | 0,79 | 80 | 9200 | |
| Frischwasser | Dieselöl »Nr. 2« | 0,14 | 17,2 | ||
| Meerwasser | Shallow-Yates-Rohöl | 0.91 | 92 | ||
| Meerwasser | |||||
Weitere Versuche mit Präparat E werden in quadratischen Becken mit einer Seitenlänge von 6,10 m
und in rechteckigen Becken mit Seitenlängen von 6,10 und 12,20 m durchgeführt. Es wurde gefunden, daß die
von den ölen bedeckte Oberfläche erheblich, bis um den Faktor 1000, herabgesetzt wird, während die restliche
Oberfläche vollständig ölfrei ist, so daß das Wasser ein erheblich verbessertes Aussehen zeigt.
Eine etwa 50 Prozent der Versuchsfläche bedeckende Schicht von Dieselöl »Nr. 2« wird mit knapp 5 ml des
Präparats E behandelt Die Fläche der ölschicht wird in weniger als 5 Minuten auf weniger als den hundertsten
Teil ihrer ursprünglichen Ausdehnung verkleinert. Diese Flächenherabsetzung ist auch nach 24 Stunden unverändert.
19 Liter Rohöl werden auf das Wasser im Housten Ship Channel in Texas nahe der SHELL ölraffiniere
geschüttet und können sich etwa 10 Minuten ausbreiten. Das Präparat E wird unter Verwendung eines 12 Liter
fassenden handbetriebenen Sprühgeräts auf das Wasser um die ölschicht herum aufgesprüht, die sich sofort auf
weniger als ein Zehntel ihrer ursprünglichen Flächen zusammenzieht Die ölschicht wird anschließend als
kontinuierlicher ununterbrochener ölstrom mit einer Saugleitung abgezogen. Ohne Eindämmungsmaßnahmen
verdünnt sich die ölschicht auf dem Wasser in der Umgebung der Saugleitung und die Absauggeschwindigkeit
des Öls von der Oberfläche des Wassers ist erheblich geringer.
38 Liter Shallow-Yates-Rohöl werden bei Freeport, Texas, nahe der SHELL OiI Company Buccaneer
Gasoline Plant auf das Meerwasser geschüttet und können sich einige Minuten lang ausbreiten. Die von öl
bedeckte F.äche wird durch Aufbringen des Präparats E
auf die Wasseroberfläche um die ölschicht herum verkleinert Das eingedämmte öl wird durch den Wind
hinter einer dünnen Schicht langkettiger Cu- 13-Alkoho-Ie
an den Tonstrang getrieben. Die konzentrierte
j-, ölschicht benetzt den vorher von den Alkoholen
erreichten Tonstrand bei ihrer Ankunft nicht und wird anschließend durch Absorption an Polyurethan-Schaumstoff
entfernt.
Eine von öl bedrohte Strandfläche wird im
jo I .aboratorium simuliert, dem Meerwasser dieser künstlichen
Strandfläche das Präparat E zugesetzt und ler
Strand dann durch künstliche Wellen mit dem Präparat E benetzt. Anschließend wird Shallow-Yates-Rohöl
dem Meerwasser zugesetzt und durch Wellen und Strömungen an den Strand gespült. Das öl benetzt den
Sand nicht und die von öl bedeckte Fläche ist geringer als in einem Biindversuch ohne Präparat E.
Der Versuch mit der künstlichen Strandfläche wird mit folgenden Abänderungen wiederholt:
(a) der Sand wird mit Wasse- vorbenetzt, das Präparat
E aufgebracht und der Sand schließlich mit öl kontaktiert;
(b) das Präparat E wird auf den trockenen Sand aufgebracht und der Sand dann mit öl kontaktiert;
(c) der Sand wird mit Öl getränkt das Präparat E aufgebracht und der Sand schließlich mit Wasser
kontaktiert;
(d) der Sand wird mit Wasser vorbenetzt dann mit Öl getränkt und schließlich wird das Präparat E
aufgebracht
Bei allen Versuchen wird die Haftfestigkeit des Öls auf dem Sand erheblich vermindert
Ein Gemisch aus 80 Gewichtsteüen von langketiiger.
Cn-15-Alkohlen, 16 Gewichtsteüen Isopropylalkohol
und 4 Gewichtsteüen äthoxylierter CI2-i5-Alkohole mit
12
3 Äthoxylatgruppen im Molekül wird mehrere Male auf seine Wirkung auf die Ausbreitung von öl auf Wasser
hinuntersucht.
Dieses Gemisch weist bei 24°C eine Oberflächenspannung von 28,2 μΝ/cm auf. Die Grenzschichtspannung
beträgt bei 31°C nach einer Minute 2,7 μΝ/cm und nach 2 Minuten 2,4 μΝ/cm. Es hat ein spezifisches
Gewicht von Ο,Ρ'9 bei 26°C und die Ausbreitungskraft
beträgt 40 μΝ/cm. Die erhaltenen Versuchsergebnisse sind in Tabelle Vl aufgeführt. Alle in dieser Tabelle
aufgeführten Öle, mit Ausnahme des Paraffinöls, breiten sich leicht aus. 0,16 rnJ des Shallow-Yates-Rohöls
bedecken nach einstündiger unkontrollierter Ausbreitung auf offenem Seewasser eine Fläche von etwa 4
Hektar. Es werden von Versuch zu Versuch andere ölmengen verwendet. Zum Beispiel wird eine verhältnismäßig
große Menge des Kraftstofföls »Nr. 6« verwendet (etwa 80 g), während nur eine kleine Menge
des Shallow-Yates-Rohöls verwendet wird (etwa 0,2 g).
| Tabelle Vl | ArI des Öls | Alis- | Fläche der | Ölschicht | Verringe | l-'rrcchnetes Ölvoliimcn, |
| Art des Wassers | nrei- | cur | rung der | dns hei Verwendg. des | ||
| tiings- kraTt |
ursprüng lich |
mich /usut/. | ölbedeck- ten fläche |
Präparats auf einer Fläche von 2,ft krrr |
||
| v.N/cm | dungsgc- | um den | /usammengehalten | |||
| ,,,:.!!..,-> Pr·:;. | Faktor | werden kann (in nv1) | ||||
| pam is | ||||||
| Dieselöl Nr. 2 | + 16 | 2260 | 40,3 | 56 | 2 462 | |
| Frischwasser | KrartstofTöl Nr. 6 | + 10 | 839 | 253,5 | 3 | 45 538 |
| desgl. | mittleres, gesüßtes | + 16 | 1300 | 94,9 | 14 | 3 692 |
| desgl. | Rohöl | |||||
| paraffinhaltiges | + 15 | 2364 | 273,0 | 8 | 4 862 | |
| desgl. | Rohöl (Mercy) | |||||
| Shallow-Yates-Rohöl | + 12 | 2184 | 3,25 | 670 | 4 554 | |
| desgl. | Dieselöl Nr. 2 | + 32 | 1755 | 6,5 | 270 | 2 092 |
| synthetisches | ||||||
| Meerwasser | KraftstofTöl Nr. 6 | + 11 | 1820 | 5,85 | 310 | 11 077 |
| desgl. | mittleres gesüßtes | + 30 | 2280 | 156 | 15 | 3 323 |
| desgl. | Rohöl | |||||
| paraffinhaltiges | + 35 | 2399 | 715 | 3 | 3 570 | |
| desgl. | Rohöl (Mercy) | |||||
| Shallow-Yates-Rohöl | + 3 | 2340 | 2,34 | 1000 | 3 570 | |
| desgl. | Paraffinöl | - 8 | 1300 | 975 | 1,3 | 12 308 |
| desgl. | ||||||
Eine etwa 50 Prozent der Oberfläche eines quadratischen Beckens mit Seiten von 6,10 m bedeckende
Schicht von Dieselöl »Nr. 2« wird mit knapp 5 ml des oben angegebenen erfindungsgemäßen Präparats behandelt.
In weniger als 5 Minuten verkleinert sich die Fläche der ölschicht auf weniger als ein Hundertstel
ihrer ursprünglichen Größe, und diese Verringerung der Fläche ist nach 24 Stunden unverändert
Etwa 75 Prozent einer Testfläche der gleichen Größe und Form werden mit einer aus öl, Ekoperl (vulkanische
Asche) und Abfall bestehenden Schicht bedeckt. Etwa 5 ml des Präparats werden in Windrichtung neben der
ölschicht aufgebracht. Die Fläche der Schicht wird auf etwa 0,19 m2 verkleinert und wächst innerhalb einer
Stunde auf nicht mehr als 0,38 m2 an. Die vom öl bedeckte Fläche wird demgemäß schließlich um den
Faktor 75 verkleinert.
Claims (7)
1. Nicht-emulgierendes Präparat in flüssiger Form
zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Wasser- und Sandflächen, dadurch gekennzeichnet, daß es aus 10 bis 90 Gewichtsprozent
mindestens eines aliphatischen Iangkettigen primären Alkohols mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen im
Molekül sowie
a) Ätherderivate von Alkylenglykolen der allgemeinen Formel
R'—(OR"),,- OH
15
in welcher R' einen Alkylrest mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen und R" einen Alkylenrest
mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen bedeuten und π den Wert 1 oder 2 hat, und/oder
b) Alkoxyäther aliphatischer langkettiger primärer Alkohole der allgemeinen Formel
RO-^ C2H4O ^-H
in welcher R ein Alkylrest mit 10 bis 15 Kohlenstoffatomen ist und η den Wert 1 bis 3
hat, sowie gegebenenfalls
c) niederer aliphatischer Alkohole
besteht
2. Nicht-emulgierendes Präparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es einen oder mehrere
aliphatischen) langkettige(n) primäre(n) Alkohol(e) mit 12 bis 15 Kohlenstoffatomen im Molekül enthält
3. Nicht-emulgierendes Präparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Verdünnungsmittel nur einen Monobutyläther des monomeren
oder dimeren Äthylenglykols enthält
4. Nicht-emulgierendes Präparat nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Verdünnungsmittel ein äthoxyliertes Gemisch von Ci2-Cn-Alkoholen und/oder Ci2-C|5-Alkoholen mit 3 Äthoxylatgruppen im Molekül enthält.
5. Nicht-emulgierendes Präparat nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es als Verdünnungsmittel c) einen aliphatischen Alkohol mit 1 bis
3 Kohlenstoffatomen im Molekül, insbesondere lsopropylalkohol, enthält, vorzugsweise in einer
Menge von 10 bis 20 Gewichtsprozent.
6. Verwendung des nicht-emulgierenden Präparats nach Anspruch 1 bis 5 zum Eindämmen und
Zusammenhalten von öl auf Wasser durch Aufbringen des Präparats auf die Wasseroberfläche in der
Nähe oder unterhalb der ölverschmutzung.
7. Verwendung des nicht-emulgierenden Präparats nach Anspruch 1 bis 5 zur Reinigung von
Sandflächen durch Aufbringen des Präparats auf die verschmutzte Fläche selbst und/oder auf die
angrenzende Randfläche des mit öl verschmutzten Wassers.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB4510872A GB1413148A (en) | 1972-09-29 | 1972-09-29 | Method of treating an oil-polluted water surface to prevent the spread of the oil pollutant |
| DE2249168A DE2249168C2 (de) | 1972-09-29 | 1972-10-06 | Nicht-emulgierendes Präparat in flüssiger Form zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Wasser- und Sandflächen und seine Verwendung |
| JP10238072A JPS5533395B2 (de) | 1972-09-29 | 1972-10-14 | |
| ZA730346A ZA73346B (en) | 1972-09-29 | 1973-01-17 | Oil herder compositions and removal of oil from water |
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB4510872A GB1413148A (en) | 1972-09-29 | 1972-09-29 | Method of treating an oil-polluted water surface to prevent the spread of the oil pollutant |
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2249168A1 DE2249168A1 (de) | 1974-04-25 |
| DE2249168C2 true DE2249168C2 (de) | 1981-12-24 |
Family
ID=27431561
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2249168A Expired DE2249168C2 (de) | 1972-09-29 | 1972-10-06 | Nicht-emulgierendes Präparat in flüssiger Form zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Wasser- und Sandflächen und seine Verwendung |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS5533395B2 (de) |
| DE (1) | DE2249168C2 (de) |
| GB (1) | GB1413148A (de) |
| ZA (1) | ZA73346B (de) |
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|---|---|---|---|---|
| JPS5967476U (ja) * | 1982-10-09 | 1984-05-07 | 貴和興業株式会社 | 引違い戸 |
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| DE19728833A1 (de) * | 1997-07-05 | 1999-01-07 | Bayer Ag | Verfahren zur Beseitigung von Oberflächengewässer verschmutzenden organischen Flüssigkeiten |
| CN102059004A (zh) * | 2010-11-17 | 2011-05-18 | 中国石油大学(华东) | 采用植物滤料的油田含油污水处理装置及方法 |
| CN102286267B (zh) * | 2011-05-23 | 2013-11-20 | 天津科技大学 | 一种抑制液体危化品有毒气体生成与传输的微乳液及其制备方法 |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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- 1972-10-06 DE DE2249168A patent/DE2249168C2/de not_active Expired
- 1972-10-14 JP JP10238072A patent/JPS5533395B2/ja not_active Expired
-
1973
- 1973-01-17 ZA ZA730346A patent/ZA73346B/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| JPS4965994A (de) | 1974-06-26 |
| DE2249168A1 (de) | 1974-04-25 |
| ZA73346B (en) | 1973-10-31 |
| JPS5533395B2 (de) | 1980-08-30 |
| GB1413148A (en) | 1975-11-05 |
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