DE21708C - Apparat zur kontinuirlichen Destillation ammoniakhaltiger Flüssigkeiten - Google Patents

Apparat zur kontinuirlichen Destillation ammoniakhaltiger Flüssigkeiten

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DE21708C
DE21708C DENDAT21708D DE21708DA DE21708C DE 21708 C DE21708 C DE 21708C DE NDAT21708 D DENDAT21708 D DE NDAT21708D DE 21708D A DE21708D A DE 21708DA DE 21708 C DE21708 C DE 21708C
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Dr. A. FELDMANN in Bremen
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/10Separation of ammonia from ammonia liquors, e.g. gas liquors

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der auf beiliegender Zeichnung dargestellte Apparat dient zur Destillation ammoniakhaltiger Flüssigkeiten, namentlich des Ammoniakwassers der Gasanstalten und Knochenbrennereien, von gefaultem Harn etc. Er ist ein Colonnenapparat und beruht auf der Anwendung gespannter Dämpfe, arbeitet continuirlich und ermöglicht die vollständige Gewinnung des Ammoniakgehaltes. Das Colonnensystem ist in einfacher Weise auf die Gewinnung der flüchtigen und nichtflüchtigen Ammoniakverbindungen durchgeführt.
Der Apparat besteht aus der Colonne A, Fig. 1, welche sich über dem Zersetzungsgefäfs B befindet, sowie der neben dem letzteren ange-. ordneten Colonne C. Das zu destillirende Ammoniakwasser tritt aus einem in passender Höhe angeordneten Bassin H durch das Rohr ο1 in das Gefäfs / ein. In diesem befindet sich ein Schwimmkugelhahn, durch dessen Wirkung das Niveau der Flüssigkeit in I stets auf gleicher Höhe erhalten und dadurch ein stets gleichmäfsiger Einlauf des Ammoniakwassers in die ColonneNerzielt wird. Aus dem Gefäfs / geht das Ammoniakwasser weiter durch Rohr 0 in den nach dem Princip des Gegenstromes eingerichteten Vorwärmer GY worin es ein Schlangenrohr von unten nach oben hin passiren mufs und dann durch das Rohr α in die obere Abtheilung der Colonne A eintritt. Von hier gelangt die Flüssigkeit durch die in den Böden der einzelnen Abtheilungen der Colonne A angeordneten Ueberlaufrohre u u nach abwärts durch ein längeres Ueberlaufrohr in das Zersetzungsgefäfs B, in welches vermittelst einer Druckpumpe P durch das Rohr c in bestimmten Zwischenräumen ein passendes Quantum Kalkmilch eingepumpt wird. Das Rohr c mündet dicht am Gefäfse B in das zum Entleeren des letzteren dienende, mit Ablafshahn i versehene Rohr ein. In dem oberen Theil des Zersetzungsgefäfses B unter der unteren Abtheilung der Colonne A mündet ein Dampfrohr \ ein, das den Dampf aus der Colonne C nach der Colonne A führt.
Behufs vollständiger Vermischung und Zersetzung des Ammoniakwassers durch den Kalk habe ich im unteren Theil des Zersetzungsgefäfses B einen Dampfkreisel d angeordnet, in welchen aus einer besonderen Dampfröhre r Dampf von oben her eingetrieben werden kann. Die Wirkung dieses auf der Zeichnung in Fig. 2 besonders dargestellten Kreisels beruht auf dem bekannten Princip des Segner'schen Wasserrades. In ganz ähnlicher Weise wie bei diesem sind, wie aus der in gröfserem Mafsstabe besonders dargestellten Anordnung hervorgeht, eine Anzahl von horizontalen, an ihren freien Enden nach gleicher Richtung abgebogenen Armen dl d2 ... an dem verticalen, um Zapfen drehbaren Rohrtheil des Kreisels unten angeordnet, so dafs, wenn ein Dampfstrahl aus der Röhre r in den Kreisel hineingelangt, eine schnelle Rotation desselben vermöge der Reactionswirkung des ausströmenden Dampfes eintritt. Dies hat zur Folge, dafs das Gemisch von Ammoniakwasser und Kalkmilch in wirbelnde Bewegung versetzt wird und eine gründliche Vertheilung des ausströmenden Dampfes stattfindet, welche ein vollständiges Vermischen und Zersetzen der Masse ermöglicht. Der untere Drehzapfen u1 des Kreisels d ist in einer Pfanne p, welche in der Grundplatte ν mittelst Keiles w vertical verstellbar ist, drehbar, während der
obere Drehzapfen durch den Anzug dieses Keiles gegen das als Lager dienende Auge eines Quersteges im Rohre r passend* angedrückt werden kann, so dafs der Keil vv als Justirungsmittel für die Zapfenlagerung des Dampf kreiseis dient.
Damit der durch den Dampfkreisel aufgewirbelte Kalk sich im oberen Theile des Gefäfses B leichter niederschlägt, ist in zwei Drittel der Höhe des Gefäfses ein Siebboden q angebracht, um die Bewegung der Flüssigkeit hier zu hemmen.
Die Dampfzuleitung in diesem Kreisel wird so regulirt, dafs das zersetzte Ammoniakwasser klar durch das Ueberlaufrohr e aus dem Zersetzungsgefäfs B in die Colonne C eintritt. Hierdurch wird gleichzeitig eine regelmäfsige Wiederverwerthung des überschüssigen Kalkes ermöglicht. Durch das Einlafsrohr h findet die Dampfzufuhr in den unteren Theil dieser Colonne statt. Dieselbe wird nach dem einlaufenden Quantum und der Stärke des Ammoniakwassers durch Einstellen des Hahnes h1 geregelt, so dafs in allen Fällen ein gleich starkes Destillationsproduet erzielt wird.
Wenn das zersetzte klare Ammoniakwasser die einzelnen Abtheilungen der Colonne C von oben nach unten hin durch die in den Böden der einzelnen Abtheilungen dieser Colonne angeordneten Ueberlaufrohre passirt hat, gelangt es vollständig abgetrieben endlich in die untere Abtheilung D der Colonne C, woraus es durch einen Ablafshahn/ abfliefsen kann. Dieser Hahn kann nach einem an der Abtheilung D angebrachten Niveauanzeiger g passend eingestellt werden. Die Anordnung kann auch in der Weise geschehet!, dafs das Zersetzüngsgefäfs B mit der Colonne A auf die Colonne C gestellt wird, in welchem Falle der Dampf aus der obersten Kammer der Colonne C seitlich abgeführt wird.
Von dem oberen Theil der Colonne A führt ein Rohr k in einen Schwefelsäure enthaltenden ,Bleikasten E. Durch dieses Rohr treten die Destillationsproducte, wenn der Apparat zur Darstellung von schwefelsaurem Ammoniak dienen soll, unter eine in den Kasten eingehängte, aus Blei hergestellte Gasometerglocke F) welche zur Hälfte in die Schwefelsäure genannten Kastens. eintaucht.
Die mit Wasserdampf vermischten, nicht absorbirten Gase, wie Kohlensäure, Schwefelwasserstoff etc., sammeln sich im oberen Theile der Glocke und gelangen durch das Rohr / oben in den Vorwärmer G und von hier, vom Wasserdampf befreit, durch das am Boden des Vorwärmers abführende Rohr m unter den Rost einer Feuerung, während das condensirte Wasser durch η abgeführt wird. Es wurde schon erwähnt, dafs das zu destillirende Ammoniakwasser in entgegengesetzter Richtung, also von unten nach oben, den Vorwärmer passirt. Durch die Bleiglocke, in Verbindung mit der regulirbaren Zufuhr gespannter Dämpfe, wird die Aufsammlung und Beseitigung der bei der Fabrikation auftretenden übelriechenden Gase in wirksamer Weise ermöglicht.
Die Anwendung einer Gasometerglocke gestattet, jederzeit den Inhalt des Bleikastens von allen Seiten und an allen Punkten zu untersuchen, das ausgeschiedene Salz herauszunehmen und neue Säure einzugiefsen, ohne dafs ein Entweichen der unter der Gasometerglocke befindlichen übelriechenden Gase möglich wäre. Bei den bis dahin gebräuchlichen Bleikästen mit einfach aufgelegten oder hydraulisch verschlossenen Deckeln ist dies nicht möglich, ohne dafs die im Kasten befindlichen übelriechenden Dämpfe austreten, und hat deshalb bei continuirlichen Betrieben die Anwendung mehrerer Bleikästen zur Folge, wogegen die Anwendung der beschriebenen Gasometerglocke bei continuirlichen Betrieben nur einen einzigen Bleikasten erfordert.
Soll dagegen der Apparat zur Darstellung von sog. concentrirten Gaswasser dienen, so wird das Dampfabgangsrohr k direct mit dem Vorwärmer G verbunden, wie durch Punktirung bei kl angedeutet. In diesem Falle ist das die Communication mit dem Kasten E herstellende Ventil s geschlossen und das in dem Rohrzweige k[ angeordnete Ventil s\ geöffnet, das Rohr η fällt dann fort. Der untere Ausgang m für die condensirte ammoniakhaltige Flüssigkeit wird dann noch mit einem kleinen Kühlgefä'fs verbunden, weil bei starken Ammoniakwässern die Kühlung durch das vorzuwärmende Ammoniakwasser nicht ausreicht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die aus A und C combinirte Colonne zur Destillation ammoniakhaltiger Flüssigkeiten mit einem so hohen Zersetzüngsgefäfs B, dafs in demselben ein Absetzen des überschüssig zugeführten Kalkes erreicht wird, so dafs die zersetzte Flüssigkeit, von suspendirtem Kalk befreit, in die Nebencolonne übertritt, wobei in der durch einen Siebboden q abgegrenzten unteren Abtheilung B 4er Dampf kreisel d mit den abgebogenen Armen dl d2 durch die Reaction des ausströmenden Dampfes rotirt und dadurch eine Wirbelbildung und innige Vermischung und Zersetzung der Masse ermöglicht.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT21708D Apparat zur kontinuirlichen Destillation ammoniakhaltiger Flüssigkeiten Active DE21708C (de)

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