DE2163759B2 - Verfahren und vorrichtung zum anformen eines umlaufenden wulstes am rand eines oben offenen behaelters sowie behaelter mit angeformtem wulst - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum anformen eines umlaufenden wulstes am rand eines oben offenen behaelters sowie behaelter mit angeformtem wulstInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anformen eines umlaufenden Wulstes
am Rand eines oben offenen Behälters während der Formung desselben aus einer thermoplastischen Folie,
wobei ein beidseitiger Druck auf den oberen Wandbereich des Behälters ausgeübt wird und das dadurch
ausgequetschte thermoplastische Material in einem umlaufenden freien Raum zur Bildung einer Verdickung
der Folie aufgenommen wird.
Es sind sus Folien hergestellte Behälter mit umgebördelten Rändern bekannt, wobei diese Ränder
zur Versteifung des Behälters gegen seitliche Druckbe lastungen dienen. Die Dicke dieser umgebördelten
Ränder ist meist gleich der Dicke der zur Herstellung des Behälters verwendeten Folien. Infolgedessen ist die
Verstärkung des Becherrandes gegen seitliche Druck belastungen nicht sehr groß und Hie umgebördelten
Ränder brechen oftmals bei Ausübung solcher Belastungen.
Aus der DT-AS 16 04 712 ist es beispielsweise bekannt, beim Tiefziehen von Behältern nahe dem
vorgesehenen Rand des Behälters die Folie etwas dünner zu quetschen und dadurch einen Teil des
Kunststoffs in eine dafür vorgesehene Ausnehmung der Tiefziehform zu drücken. Der ausgequetschte Kunst
stoff füllt dabei die vorgesehene Ausnehmung der Form volK idig aus. Mit erheblichem Kraftaufwand der
Form ist es dabei im Höchstfall möglich, die Dicke des
angeformten Wulstes etwa P/2 bis 2mal so groß /u
machen wie die Wandstärke des fertigen Behälters.
Auch aus der US-Patentschrift 33 21562 ist ein
ähnliches Verfahren bekannt, bei dem der fertige Behälter, in diesem Falle ein Becher, einen angeformten
Randwulst mit etwa 1'/2-facher Stärke in Bezug auf die
Wandstärke des fertigen Bechers aufweist.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Verfahren so zu
verbessern, daß der angeformte Wulst ohne erhöhten Kraftaufwand des verwendeten Formwerkzeugs eine
Dicke besitzt, die der mehrfachen Wandstärke des fertigen Behälters entspricht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß durch Abwärtsbewegen des oberen Formteils mit
seiner nach unten offenen Wölbung ein Druck gegen das nach oben ausgequetschte plastische Folienmaterial
ausgeübt wird, so daß die Folie am äußeren Rand der Verdickung frei nach unten gezogen und sie dann an
dieser Stelle in gedehntem Zustand durchschnitten wird.
Durch die Stauung des ausgequetschten Materials am oberen Rand des Behälters wird zunächst im noch
plastischen Zustand des Materials eine Verdickung erzeugt, welche anschließend gedehnt und in gedehntem
Zustand von der restlichen Folie abgetrennt wird. Durch die inzwischen erfolgte teilweise Abkühlung wurde die
Eigenelastizität der Verdickung so groß, daß sie sich zu einem sich nach außen und unten erstreckenden Wulst
mit vollem Querschnitt zusammenzieht, dessen Dicke größer ist als die Dicke der zur Herstellung verwendeten
Folie.
Insbesondere ist dieses Verfahren vorteilhaft bei der
Herstellung eines Behälters in Form eines umgekehrt kegelstumpfförmigen Bechers mit schrägen Wänden
und vorzugsweise konstanter Wanddicke anwendbar. Ein solcher Becher ist wesentlich stabiler und gleichzeitig
einfacher und billiger herstellbar als die bekannten Becher oder Behälter mit umgebönjelten Rändern in
Form von ebenen oder gekrümmten Flanschen. Durch das Ausquetschen des Materials in die den Wulst
bildende Verdickung ist der Materialaufwand praktisch nicht größer als bei bekannten Randausbildungen. Die
bekannten umgebördelten Ränder werden meist nach dem Herstellen des Behälters selbst angeformt. Dieser
zusätzliche Arbeitsgang entfällt beim erfindungsgemäßen Verfahren, da der Wulst unmittelbar während der
Herstellung des Bechers aus der thermoplastischen Folie angeformt werden kann. Es wird zu diesem Zweck
lediglich ein einziges Formwerkzeug benötigt, so daß auch die Maschinenkosten gesenkt werden können.
Die nach unten weisende Seite des nach dem Durchschneiden der Folie aus der Verdickung entstandenen
Wulstes kann, während sie sich noch in leicht plastischem Zustand befindet, durch ein geeignetes
Werkzeug in beliebiger Form angestaucht werden. Durch diese Formgebung kann die Steifheit des Wulstes
noch weiter erhöht werden.
Eine zweckmäßige Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist gemäß einem
weiteren Vorschlag der Erfindung gekennzeichnet durch einen unteren Formteil, für die Außenseite der
oberen Behälterwand, einen gegen den unteren Formteil verschiebbaren oberen Formteil für die
Innenseite der oberen Behälterwand, wobei der obere Formteil eine den oberen Rand des unteren Formteils
überwölbende, nach unten offene Wölbung aufvveist, an der Außenseite des unteren Formteils ein festes Messer
mit einer Schneidkante und an der Außenseite des oberen Formteils ein auf und ab bewegliches Messer mit
einer Schneidkante angeordnet ist, wobei die Schneidkante des Messers und der äußere Rand der Wölbung
des oberen Formteils in ihrer aneinander angenähertsten Stellung eine die Folie erfassende Schneidöffnung
bilden.
Zur /.weckmäßigen Formgebung des angeformten
Wulstes kann vorzugsweise zwischen der Schneidöffnung und dem oberhalb des feststehenden Messers
gelegenen, etwa lotrecht verlaufenden Abschnitt der Außenfläche des unteren Formteils in der aneinander
angenähertsten Stellung des feststehenden Messers und des oberen Formteils eine Kammer gebildet werden,
deren radiale Abmessung größer ist als die Dicke der Folie. Durch diese zweckmäßige Formgebung der
Schneidöffnung und der dahinter liegenden Kammer ist es möglich, zunächst eine Verdickung des /wischen den
Formteilen ausgequetschten thermoplastischen Materials zu erzeugen und anschließend diese Verdickung
innerhalb der Kammer durch Abwärtsbewegung des bev. eglichen Messers so lange nach unten zu dehnen, bis
die Schneidkanten der beiden Messer die an die Verdickung angrenzende restliche Folie abtrennen.
Dabei kommt nur die äußere und obere Fläche der Verdickung mil einem Werkzeug in Berührung,
während die innere und untere Fläche der Verdickung infolge des in axialer Richtung verlaufenden Abschnitts
der Außenflache des unteren Formteils mit keinerlei Werkzeugen in Verbindung kommt. Nach dem Abtrenneu
hat daher die Verdickung durch ihre innere Elastizität das Bestreben, sich innerhalb der mit dem
heweelichen Messer in Berührung gekommenen Fläche
möglichst eben zu begrenzen, während die mit keinerlei Werkzeug in Berührung gekommenen Flächenteile sich
in einen etwa kreisförmigen Querschnitt zusammenzuziehen versuchen.
Die endgültige Form des Wulstes kann aber je nach Wunschi in noch plastischem Zustand durch ein
geeignetes Stauchwerkzeug erzielt werden, wobei vorzugsweise das feststehende Messer an der Außenseite
des unteren Formteils nach dem Durchschneiden der Folie in axialer Richtung verschiebbar ist, wobei seine
an die Schneidkante angrenzende Oberseite als Stauchwerkzeug mit beliebiger, für die jeweilige Form
des Bechers besonders geeigneter Form ausgebildet ist. Das feststehende Messer ist bei dieser Ausführungsform
zwar während des Anformens des Wulstes tatsächlich feststehend, kann jedoch anschließend in axialer
Richtung verschoben werden.
Zur weiteren Versteifung des Behälter- oder Becherrandes kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung
die an der Innenseite der oberen Becherwand anliegende Fläche des oberen Formteil* am unteren
Ende dieses Wandbereichs nach innen gebogen sein. Dadurch wird auch nach unten etwas Folienmaterial
ausgequetscht so daß sich eine ringförmige Verdickung am unteren Ende des den Wulst tragenden oberen
Wandbereichs des Behälters oder Bechers ergibt. Diese Verdickung trägt ebenfalls zur Verstellung gegen
radiale Druckbeanspruchungen bei.
Anhand der Figuren wird die Erfindung niiher erläutert. Es zeigen
F i g. 1 -6 axiale Teilschnitte durch die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderlichen
Werkzeugteile während der aufeinanderfolgenden Verfahrensschritte.
Fig. 7 einen Axialschnitt (linke Hälfte) bzw. eine
Seitenansicht (rechte Hälfte) eines Bechers mit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren angeformtem Wulst
und
F i g. 8 - 12 vergrößerte Teilschnitte durch die oberen
Wandbereiche von Bechern aus thermoplastischer Folie mit verschiedenen Ausführungsformen des angeformten
Wulstes.
Cjleiche oder entsprechende Teile sind in allen
Figuren mit gleichen Bezugsziffern versehen. F i g. 1 zeigt eine Folie 18 aus thermoplastischem, beliebig
gerichtetem Material, die aul die für die Formung eines Behälters erforderliche Temperatur gebracht wurde
und anschließend zwischen einen unteren Formteil 22, ein Spannelement 15, einen oberen Formteil 14 und ein
Messer 13 verbracht wird, ohne diese Teile zu berühren. Wie aus den herkömmlichen Verformungsverfahren
bekannt ist, dehnt das Spannelcment 15 (Fig. 2) das Material und bewirkt, daß es, wie bei 18' gezeigt, in
Richtung zu dem in der Figur nicht dargestellten Boden des Hohlraums 19 des unteren Formteiis 22 dünnwandiger
wird. Mit zweckmäßig gewählter Geschwindigkeit wird der obere Formteil 14 in Richtung auf den l .tercn
Formteil 22 abgesenkt, bis er mit seiner konischen Fläche 17 das Material gegen die konische Wandung des
oberen Teils des Hohlraums 19 drückt (F i g. 3). Der von Jer Fläche 17 ausgeübte Druck bewirkt, daß ein Teil des
Materials der Folie über den oberen Rand 20 des unteren Formteiis in Pfeilrichtung hinausfließt, und /war
an der Stelle, wo die ringförmige Ausnehmung 16 vom Formteil 14 das Material in den Bereich leitet, in dem
der Wulst geformt wird, welcher zwischen dem Rand 20 des Formteils 22 und dem äußeren Rand 21' der;
Formteiis 14 liegt, so daß sich in diesem Bereich eine
Verdickung der Folie ergibt. Gleichzeitig bewirkt der
obere Formteil mit seiner konischen Fläche 17 eine Abkühlung des Materials und verhindert, daß es weiter
gedehnt wird, wobei die ringförmige Verdickung 18" (F i g. 3) entsteht, die eine besondere Versteifung gegen
in radialer Richtung einwirkende Beanspruchungen der Seitenwände des Behälters darstellt. Es folgt anschließend
das Dehnen und Abschneiden des Randes, was auch noch vor dem Zeitpunkt erfolgen kann, zu dem im
Inneren des Hohlraums 19 der Über- oder Unterdruck, durch den das Anliegen der Folie an der Seitenwand und
am Boden der Form bewirkt wird, erzeugt wird. Das Messer 13 mit der Schneidkante 13' übt eine
Zugwirkung in Richtung des Pfeiles in Fig.4 aus. die
durch die Höhe der Schneidöffnung 21—21', die in
jedem Fall die Dicke der Folie 18 übertrifft, ermöglicht wird.
Wie aus Fi g. 4 zu ersehen ist, kommt die Innenfläche
24 der Verdickung, die später die Innenseite des Wulstes bildet, nicht mit Metallteilen in Berührung. Indem das
Messer 13 seine Bewegung fortsetzt, bewirkt es zusammen mit dem eine Schneidkante 21 aufweisenden
festen Messer 22' die Trennung des Behälters von der übrigen Folie, und der untere Teil der Verdickung
(Fig. 5), der keiner Dehnwirkung mehr ausgesetzt ist,
bewegt sich nach oben, so daß sich die Verdickung zur Bildung des gewünschten Wulstes zusammenzieht.
Es ist zu beachten, daß die Außenfläche 23 der Verdickung, die, wenn auch nur für sehr kurze Zeit, mit
dem Messer 13 in Berührung gekommen ist, bestrebt ist, ein geradliniges Profil beizubehalten, während die
Innenfläche 24, die nicht mit den Metallteilen in Berührung gekommen ist, dem Material die Möglichkeit
gibt, sich ungehindert zusammenzuziehen. Das Material neigt daher zur Wulstbildung, nimmt an der Innenfläche
des Wulstes eine gekrümmte Form an und übt gleichzeitig eine Zugwirkung auf den Bereich des
unteren Scheitels des Wulstes aus.
ίο Sobald das Spütinclcmcnt 15, der obere Formteil 14
und das Messer VA wieder angehoben worden sind, kann
der Behälter aus eier Form ausgeworfen werden.
Zum besseren Verständnis der Fig. I bis 6 zeigt Fig. 7 einen fertigen Behälter in Form eines Bechers
mit der Seitenwand 26, einer Rippung 27 zur Versteifung des Siockels und besonderen Rillen 25 zur
Verstärkung seines Oberteils, der nach oben eine vorbestimmte Abschrägung und einen Wulst mit vollem
Querschnitt aufweist, die im wesentlichen mit den entsprechenden Teilen in F i g. 6 identisch sind. Der von
dem Kreis Pumschriebene Ausschnitt ist in den Fig. 8
bis 12 in verschiedenen Ausführungsformen wiedergegeben, wobei die Ausbildung der Ränder 28,29,30,31,32
offensichtlich unmittelbar von der jeweiligen Form des
als Stauchwerkzeug verwendbaren Messers 22' abhängt, wobei die verschiedenen Formen in der
Abbildung nicht jicizeigt, aber dem Fachmann gelaufig
sind, da sie leicht von der endgültigen Form des Wulstes ableitbar sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Verfahren zum Anformen eines umlaufenden Wulstes am Rand eines oben offenen Behälters
während der Formung desselben aus einer thermoplastischen Folie, wobei ein beidseitiger Druck auf
den oberen Wandbereich des Behälters ausgeübt wird und das dadurch ausgequetschte thermoplastische
Material in einem umlaufenden freien Raum zur Bildung einer Verdickung der Folie aufgenommen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß durch Abwärtsbewegen des oberen Formteils mit seiner
nach unten offenen Wölbung ein Druck gegen das nach oben ausgequetschte plastische Folienmaterial
ausgeübt wird, so daß die Folie am äußeren Rand der Verdickung frei nach unten gezogen und sie dann an
dieser Stelle in gedehntem Zustand durchschnitten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdickung in ihrem unteren Teil
nach dem Durchschneiden in die endgültige Form des Wulstes gestaucht wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen
unteren Formteil (22), für die Außenseite der oberen Behälterwand, einen gegen den unteren Formteil
verschiebbaren oberen Formteil (14) für die Innenseite der oberen Behälterwand, wobei der
obere Formteil (14) eine den oberen Rand (20) des unteren Formteils (22) überwölbende, nach unten
offene Wölbung (16) aufweist, an der Außenseite des unteren Formteils ein festes Messer (22') mit einer
Schneidkante (21) und an der Außenseite des oberen Formteils ein auf und ab bewegliches Messer (13) mit
einer Schneidkante (13') angeordnet ist, wobei die Schneidkante (21) des Messers (22') und der äußere
Rand (21') der Wölbung des oberen Formteils (14) in ihrer aneinander angenähertsten Stellung eine die
Folie erfassende Schneidöffnung bilden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Schneidöffnung (21, 2Γ)
und dem oberhalb des feststehenden Messers (22') gelegenen, etwa lotrecht verlaufenden Abschnitt der
Außenfläche des unteren Formteils (22) in der aneinander angenähertsten Stellung des feststehenden
Messers (22') und des oberen Formteils (14) eine Kammer gebildet wird, deren radiale Abmessung
größer ist als die Dicke der Folie (18).
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das feststehende Messer (22')
nach dem Durchschneiden der Folie (18) in axialer Richtung verschiebbar ist und daß seine an die
Schneidkante (21) angrenzende Oberseite als Stauchwerkzeuge ausgebildet ist.
6. Vorrichtung n&ch einem der Ansprüche 3 bis 5. dadurch gekennzeichnet, daß die an der Innenseite
der oberen Becherwand anliegende Fläche (17) des oberen Formteils (14) am unleren Ende dieses
Wandbereiches nach innen gebogen ist.
7. Aus einer thermoplastischen Kunststoffolie hergestellter, nach oben offener, drehsymmetrischer
Behälter, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Wandbereich desselben konstante Dicke besitzt und
am oberen Ende einen sich nach außen und unten erstreckenden Wulst (28-32) mit vollem Querschnitt
trägt, dessen Dicke größer ist als die Dicke der zur Herstellung verwendeten Folie (18).
8. Behälter nach Anspruch 7. gekennzeichnet durch eine ringförmige Verdickung (18") am unteren
Ende des den Wulst (28-32) tragenden oberen Wandbereichs.
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