DE2151978C3 - Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes

Info

Publication number
DE2151978C3
DE2151978C3 DE19712151978 DE2151978A DE2151978C3 DE 2151978 C3 DE2151978 C3 DE 2151978C3 DE 19712151978 DE19712151978 DE 19712151978 DE 2151978 A DE2151978 A DE 2151978A DE 2151978 C3 DE2151978 C3 DE 2151978C3
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
portland cement
clinker
production
lime
cement
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19712151978
Other languages
English (en)
Other versions
DE2151978B2 (de
DE2151978A1 (de
Inventor
Wolfgang DipL-Ing.; Jung Fritz Dr.; Wien Czernin
Original Assignee
Perlmooser Zementwerke Ag, Wien
Filing date
Publication date
Application filed by Perlmooser Zementwerke Ag, Wien filed Critical Perlmooser Zementwerke Ag, Wien
Priority to DE19712151978 priority Critical patent/DE2151978C3/de
Publication of DE2151978A1 publication Critical patent/DE2151978A1/de
Publication of DE2151978B2 publication Critical patent/DE2151978B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2151978C3 publication Critical patent/DE2151978C3/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Description

Unter quellfähigen Zementen bzw. Quellzementen versteht man hydraulische Bindemittel, die im Laufe ihrer Erhärtung eine Volumenvergrößerung erfahren und damit die Schwindneigung kompensieren, welche bei Wasserverlust aufzutreten pflegt, oder die sogar Dehnungen hervorrufen, welche zur Erzielung von Vorspannungen in entsprechenden Mörtel- oder Betonkörpern dienen können.
Der bekannteste Weg zur Erzielung der obengenannten Eigenschaften eines Zementes besteht in der Ausnutzung der Neigung von Verbindungen des Kalziumsulfates mit den Kalziumaluminaten, bei Wasserzutritt starke Dehnungen hervorzurufen. Derartige Quellzemente haben aber u. a. den Nachteil, daß für das Zustandekommen der gewünschten Quellungen ein reichlicher Wasserzutritt erforderlich ist. Wird daher ein Baukörper aus sulfatreichen Quellzementen nicht längere Zeit sorgfältig mit Wasser nachbehandelt, dann bleibt der Quelleffekt mehr oder weniger hinter den Erwartungen zurück. Ein weiterer Nachteil sulfatreicher Quellzemente besreht darin, daß der Quellvorgang nur bescheidene Vorspannungskräfte auslöst, weil die Energie der Wasserbindung durch das Sulfo-Aluminat verhältnismäßig gering ist. Die erzielbaren Vorspannungen reichen nicht an die bautechnisch in den meisten Fällen erforderlichen Vorspannungskräfte heran, wie sie derzeit auf mechanischem Wege erzielt werden.
Man hat deshalb schon vielfach versucht, anstelle des »Gipstreibens« das »Kalktreiben:< für die Herstellung von Quellzementen heranzuziehen. Dazu wurde dem Klinker getrennt hergestellter, gebrannter Kalk zugemischt. Die Affinität des Kalziumoxids zu Wasser ist an und für sich so hoch, daß das Anmachwasser des Betons oder Mörtels für den Löschvorgang des Kalziumoxids vollständig ausreicht. Dementsprechend sind die Dehnungskräfte ebenfalls sehr beträchtlich, so daß mit der Erzielung hoher Vorspannungen gerechnet werden kann.
Wenn sich Quellzemente auf der Basis von zugemischtem Kalziumoxid (oder auch von dem verwandten Magnesiumoxid) nicht durchsetzen konnten, dann deshalb, weii es bisher nicht gelungen ist, den durch das Kalziumoxid bewirkten Quellungsvorgang reproduzierbar zu beherrschen. Hierbei spielen viele Parameter, wie Brenntemperatur, Korngröße und auch Art und Menge der natürlichen Verunreinigungen des Kalkes (bzw. der Magnesia) eine so entscheidende Rolle, daß von einer
4U Ziel der vorliege.«.«=" Erfindung ist es. die obenerwähnten Nachteile zu vermeiden und einen OueTzement herzustellen, welcher in reproduzierbarer Wds T nach Wunsch größere oder geringere Dehnungen des Mörtels oder des Betons bewirkt, wöbe, eine Nachbehandlung mit Wasser überflüssig: ist, sofern nuVdafür sorgt, daß keine allzu stärke Austrocklg des Baukörpers nach seiner Herstellung eintritt Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren wird ue?c" ■__ Branntkalk dem Zement zugemischt en noch wird ein Portlandzement erzeugt der von' Haus aus einen KalküberschuB aSweis't sondern es wird in normalem praktisch freiakfHem Portlandzementklinker durch eine gele ϊε Behandlung ein bestimmter und charaktenst.-scher Kalziumoxidanteil in Freiheit gesetzt.
dL erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen freikalkhaltigen Portlandzementes ft dadurch gekennzeichnet, daß ein Port andzement· k nker in einem Temperaturbereich zwischen 600-und 1250°C vorzugsweise in der Nahe von 1100 C, gehalten wird wobei die dafür benötigte Zeitspanne zwischen der bei der Zementerzeugung üblichen Abkuhlzeit und efni.en Taeen. vorzugsweise zwischen 6 und 24 Stünden liegt und daß dieser Portlandzementkl.nKer dann näst Gips und gegebenenfalls in der Zementindustrie üblichen Zusatzstoffen, allein oder zusammen mit Portlandzementklinker üblicher Zusammensetzung ein-
Duichden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielten, sehr gleichmäßigen Verteilungszustand des eproduzierbar und gezielt freigesetzten Kalz.umox.ds wird bewirkt, daß ein Mörtel mit Zement auf Bass Tses Klinkers, selbst wenn dieser hohe Fre.kalkante.le besitzt, nicht das Bild des rissigen »Kalktre.bens« aufweist, sondern daß ein daraus hergestellter Mörtelkörper sich rißfrei und äußerst gleichmäßig ?ri5
W?e?rwähnt,ka5n der getemperte Klinker iη der üblichen Weise vermählen werden, oder aber es können zur Herstellung von quellfähigem Portlandzement zu dem so getemperten Material je nach Bedarf normale Portlandzementklinker bei der Vermahlung zugesetzt
Aut diese Weise ist es möglich, einerseits durch Einstellung von Temperatur und Erhrtzuugsdauer, anderseits durch Zumischen von normalem Portlandzementklinker, die Kompensation des Schwindens wie auch die Erzielung gewünschter Vorspannungen genau zu steuern.
Beispiel
Es wurde ein Portlandzementklinker folgender Zusammensetzung herangezogen:
Glühverlust
Unlösliches
SiO2
AbO3
Fe2O3
CaO
MgO
SO3
Rest
0,4%
Silikatmodul
Tonerdemodul
Kalkstandard
Freies CaO
0,1%
22,0%
5,2%
1,9%
66,7%
1,6%
0,9%
1,5%
3,04 2,79 96,9 0,8%
Klinker wurden dann in einer Labormühle auf eine Feinheit nach Blaine von 3000 cniVg vermählen undm.t 5 0% Naturrohgips gemischt. Die so entstandene Bindemittelmischung wurde nun mit 26% Wasser zu einer Paste angerührt, in einen Le-Chateher-R.ng eingebracht und dieser in Wasser gelagert. Die Zunahme des Abstandes der Nadelspitzen erlaubt eine gute Aussage über die erfolgte Dehnung. Mit den Versuchszementen ergaben sich folgende Werte:
Temperzeit
des Klinkers
Zunahme (ram) des Abstandes der
Le-Chatelier-Nadelspitzen nach
Stunden
1
24
48
0
0
0
0
0
2
8
53
64
68
2
9
64
76
75
Dieser Klinker wurde verschiedene Zeiten lang, nämlich 6, 24, 48 und 72 Stunden bei 11000C in einem Labormuffelofen getempert. Infolge des bei dieser Temperatur erfolgenden Zerfalls des Tnkalziumsilikats konnten mit der Temperzeit steigende Mengen an freiem CaO festgestellt werden. Die getemperten Zum Vergleich sei erwähnt, daß der Abstand der Nadelspitzen für einen gewöhnlichen Portlandzement in den einschlägigen Normen, beispielsweise in der Schweizer Norm, durch zweistündiges Kochen nicht um mehr als 8 mm zunehmen darf.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes, dadurch gekennzeichnet, daß ein Portlandzementklinker in einem Temperaturbereich zwischen 600 und 125O0C, vorzugsweise in der Nähe von 11000C, gehalten wird, wobei die dafür benötigte Zeitspanne zwischen der bei der Zementerzeugung üblichen to Abkühlzeit und einigen Tagen, vorzugsweise zwischen 6 und 24 Stunden, liegt, und daß dieser Portlandzementklinker dann nebst Gips und gegebenenfalls in der Zementindustrie üblichen Zusatzstoffen, allein oder zusammen mit Portlandzement- 1 klinker üblicher Zusammensetzung eingesetzt wird.
    ■ u η Herstellung von Quellzementen auf Basis ZielS1 h,en Ka kes (oder Magnesia) nicht die Rede ZUgemwnnnte SS hinaus konnte bei der rein sein konnte. "J™ . des gebrannten Kalkes zum
    ΪΑΑ gleichmäßige Verteilung Klinker Keine gewünschten gleichmäßigen
    erreicht werden· Um eme^g sehr aufwendi
    i?rte h llUIund Mah vorTchtungen nötig, deren Einsatz SS auch MdS? Erreichung dieses Zieles nur sehr
    TÄrw^etSZ^ntW«.trie beobachten daß beTSühlung eines gebrannten PortlaridzementkliSker insbesondere eines Trikalziums.likates. dann längere Zeit hindurch Temperaturen unterhalb Ξ 250g°C bestehen blieben, ein mehr oder minder stTrker Zerfall des Trikalziums.l.kates eintrat, wöbe, dne unkontrollierbare Menge Kaliumoxid neben
DE19712151978 1971-10-19 Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes Expired DE2151978C3 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19712151978 DE2151978C3 (de) 1971-10-19 Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19712151978 DE2151978C3 (de) 1971-10-19 Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2151978A1 DE2151978A1 (de) 1973-05-03
DE2151978B2 DE2151978B2 (de) 1977-04-14
DE2151978C3 true DE2151978C3 (de) 1977-12-01

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3743467A1 (de) Verfahren zur herstellung eines baustoffs und bindemittels mit erhoehter wasserbestaendigkeit
DE2151978C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhaltigen Portlandzementes
AT305871B (de) Verfahren zur Herstellung eines quellfähigen, freikalkhältigen Portlandzementes
DE2735442A1 (de) Zement und verfahren zu seiner herstellung
DE2040484B2 (de) Verwendung eines bindemittels fuer die herstellung von durch waermebehandlung und oder dampfhaertung zur erhaertenden bauelementen und verfahren zur herstellung eines so zu verwendenden bindemittels
DE3303042A1 (de) Verfahren zum herstellen bindemittelgebundener formkoerper
DE2151978B2 (de) Verfahren zur herstellung eines quellfaehigen, freikalkhaltigen portlandzementes
AT320513B (de) Zement bzw. Zementbeton und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE102021125435A1 (de) Verfahren zur Bereitstellung eines gipsbasierten Baustoffes
AT123505B (de) Verfahren zum Brennen von Ziegeln hoher Festigkeit.
DE2011150A1 (en) Organic additives for the rapid setting of concrete
DE1241330B (de) Verfahren zur Herstellung eines wasserfesten Bindemittels
AT229213B (de) Mörtelmischung
DE677597C (de) Verfahren zur Herstellung hydraulischer Bindemittel, vorzugsweise fuer den Strassen- und Wegebau
DE912076C (de) Verfahren zur Herstellung von Zement
DE852671C (de) Herstellung eines hydraulischen Bindemittels
DE1302478B (de) Expandierender und schwundausgleichender Zement
DE1935903C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Gips mit definierter Einstreumenge
AT324198B (de) Zement bzw. zementbeton und verfahren zu seiner herstellung
DE385214C (de) Herstellung von Zement
DE427895C (de) Verfahren zur Herstellung eines hydraulischen Tonerde-Kalkstein-Bindemittels
AT320512B (de) Zement bzw. Zementbeton und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE639365C (de) Verfahren zur Herstellung zementartiger Produkte
DE656052C (de) Asbestpuzzolane als Zuschlagsstoff zu hydraulischen Bindemitteln
DE955577C (de) Bindemittel fuer Bauzwecke und Verfahren zu seiner Herstellung