DE2147263B2 - Verfahren zur Gewinnung von Ochropamin - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von OchropaminInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D471/00—Heterocyclic compounds containing nitrogen atoms as the only ring hetero atoms in the condensed system, at least one ring being a six-membered ring with one nitrogen atom, not provided for by groups C07D451/00 - C07D463/00
- C07D471/02—Heterocyclic compounds containing nitrogen atoms as the only ring hetero atoms in the condensed system, at least one ring being a six-membered ring with one nitrogen atom, not provided for by groups C07D451/00 - C07D463/00 in which the condensed system contains two hetero rings
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Ochropamin.
Bei einem bekannten Verfahren (vgl. Zeitschrift »Chemisches Zentralblatt«, Bd. 137 [1966], Heft 14,
Referat 1045) wird das Ochropamin, ein Indolalkaloid,
aus der Stammrinde von Ochrosia poweri Bailey gewonr.in.
Die Ausbeute an Ochropamin ist klein; aus 13 kg Stammrinde werden nicht einmal 48 g Gesamtalkaloide
isoliert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Gewinnung von Ochropamin mit gesteigerter
Ausbeute zu finden.
Die Erfindung besteht darin, daß man getrocknete Pflanzenteile, vorzugsweise Blätter, von Cabucala
striolata caudata (Familie der Apocynazeen) mit Äthyläther in alkalischem Medium extrahiert, aus dem
Lösungsmittel die Basen mit einer wäßrigen Säure ausschüttelt, die wäßrige Säurelösung mit Ammoniak
auf einen pH-Wert im alkalischen Bereich einstellt und anschließend mit Chloroform extrahiert, die
Chloroformlösung zur Trockne eindampft, die als Rückstand erhaltenen Gesamtalkaloide in Benzol
löst und unter Verwendung von Aluminiumoxid und durch aufeinanderfolgendes Eluieren mit Benzol, einem
Gemisch aus gleichen Teilen Benzol und Äther, Äther, Chloroform, Chloroform mit einem Methanolgehalt
von 1% und Chloroform mit einem Mcthanolgehalt von 1,5% Chromatographien und das Ochropamin aus
den methanolhaltigen Chloroformfraktionen isoliert.
Das auf die beschriebene Weise isolierte Ochropamin zeigt eine deutliche viruzide Wirkung
beim Tabakmosaikvirus sowie beim Influenzavirus. Außerdem besitzt es folgende pharmakodynamischen
Eigenschaften:
Toxizität bei der Maus bei intravenöser Verabreichung DL50 = 39 mg/kg; bei der Katze Beschleunigung
des Atmungsrhythmus und Vergrößerung der betreffenden Amplitude; bei der Ratte Verringerung
der Ermüdbarkeit; bei der Maus Vergrößerung der Lebhaftigkeit; leichte Blutdruckerhöhung bei Verabreichung
einer Dosis von '/5 DL50; schwache Einwirkung
auf den Herzrhylumus und die betreffende Amplitude. ,
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß pro Kilogramm getrockneter
Pflanzenteile 8 bis 10,5 g Gesamtalkaloide gegenüber
dem bekannten Verfahren also etwa die vierfache Menge — und 2 bis 3,5 g reines Ochropamin isoliert
werden können. _,..--. u . .
Im folgenden wird die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Blätter der Pflanzenart Cabucala striolata caudata werden am Ort der Ernte in dicken, häufig umgeschüttelten
Schichten im Schatten getrocknet. Die Blätter können auch in einer Trockenanlage in einem
warmen Luftstrom getrocknet werden. Die Droge wird als trocken bezeichnet, wenn ihr Wassergehalt
12% erreicht hat.
Die trockenen Blätter werden darauf feingerieben. 4 kii der feingeriebenen Masse werden durch gründliches
Mischen mit 41 einer 10%igen Natriumcarbonatlösung (Na1CO3 · 1 OH2O) alkalisch gemacht und
2 Stunden stehengelassen. Danach wird die pflanzliche Masse in einem Soxhlet-Extraktor 3 Stunden mit
Äthyläther extrahiert, wobei am Ende der Behandlung 27,5 1 Extraktionslösung zur Verfügung stehen. Die
Lösungsmittelmenge wird bis auf 61 eingedampft und nach Filtrieren sechsmal nacheinander mit je
500 ml einer P/oigen wäßrigen Phosphorsäurelösung behandelt. Dies führt zu einer Gesamtflüssigkeitsmenge
von ungefähr 3 1, welche die gesamten Basen als Phosphate enthält. Die wäßrige Flüssigkeit wird
bei erniedrigtem Druck vom restlichen Lösungsmittel befreit, mit 50 g Knochenkohle gemischt und filtriert.
Nachdem die Lösung mittels einer Ammoniaklösung alkalisch gemacht wurde, werden die Basen durch
Schütteln der wäßrigen Phase mit 250 ml Chloroform extrahiert. Es wird sechsmal nacheinander mit dem
betreuenden Lösungsmittel extrahiert, worauf die vereinigten Lösungen mit Wasser gewaschen, über
Natriumsulfat getrocknet, filtriert und zur Trockne eingedampft werden. Die Ausbeute beträgt 40 g Gesamtalkaloide.
Die Gesamtalkaloide werden in 1000 ml Benzol gelöst und durch eine mit 1500 g Tonerde (Aluminiumoxid)
gefüllte Chromatographie-Säule geleitet, worauf der Reihe nach mit folgenden Lösungsmittelfraktioncn
(je 250ml) eluiert wird:
IO Fraktionen reinen Benzols.
20 Frak'.ionen einer Benzol-Äther-Mischung
50/50.
25 Fraktionen reinen Äthers,
20 Fraktionen Chloroform,
15 Fraktionen methanolhaltigen Chloroforms
20 Fraktionen Chloroform,
15 Fraktionen methanolhaltigen Chloroforms
(1%),
P Fraktionen methanolhaltigen Chloroforms
P Fraktionen methanolhaltigen Chloroforms
Das Ochropamin löst sich im schwach methanolhaltigen Chloroform und wird aus den betreffenden
Fraktionen gewonnen.
Die ochropaminhaltigen Fraktionen werden vereinigt und bis zur Trockne eingedampft, was einen
Trockenrest von 17,5 g ergibt, der in Äthanol gelöst
wird. Durch stufenweise Konzentrierung des Lösungsmittels erhält man einen ersten Niederschlag von 8,15 g
und darauf einen zweiten Niederschlag von 2,1 g, d.h. eine Gesamtausbeute von 10,25g Ochropamin.
Das derart erhaltene Ochropamin besitzt folgende Eigenschaften:
1. Schmelzpunkt: 134C.
2. Drehvermögen: (fl)a = -153 (Azeton).
3. Summenformel:C22H2,,0,N2.
4. Molekulargewicht: 366,44.
5. Zusammensetzung (in Prozent):
C 72,10, H 7,15, OCH3 8,46, N 7,65,
6. UV-Spektrum: 243 (4,28) bis 315 (4,25).
7. IR-Spektrum: 3400, 2940, 2770, 1730, 1715, 1650,
1615,750.
8. NMR-Spektrum:
ein Quadruplett von 3 Protonen, zusammen auf 1,7,
ein Singulett von 6 Protonen bei 2,55, ein Singulett von 3 Protonen bei 4,03.
ein Quadruplett von 1 Proton auf 5,4, vier zyklische Protonen zwischen 7 und 8 ppm.
9. Massenspektrum: eine M+-Spitze bei 366 und
Hauptspitzen bei 351, 334—335, 323, 307, 252, 222, 188. 180, 172, 143, 134, 122, 120, 115.
Die vorgenannten Eigenschaften erlauben den Schluß, daß es sich tatsächlich um Ochropamin mit
folgender Strukturformel handelt:
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Gewinnung von Qchropamin, dadurch gekennzeichnet, daß roan getrocknete Pflanzenteile von Cabucala striolata caudata mit Äthyläther in alkalischem Medium extrahiert, aus dem Lösungsmittel die Basen mit einer wäßrigen Säure ausschüttelt, die wäßrige Säurelösung mit Ammoniak auf einen pH-Wert im alkalischen Bereich einstellt und anschließend mit Chloroform extrahiert, die Chloroformlösung zur Trockne eindampft, die als Rückstand erhaltenen Gesaratalkaloide in Benzol löst und unter Verwendung von Aluminiumoxid und durch aufeinanderfolgendes Eluieren mit Benzol, einem Gemisch aus gleichen Teilen Benzol und Äther, Äther, Chloroform, Chloroform mit einem Methanolgehalt von 1 % und Chloroform mit einem Methanolgehalt von 1,5% Chromatographien und das Ochropamin aus den methanolhaltigen Chloroformfraktionen isoliert.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR7035391A FR2105140B1 (de) | 1970-09-30 | 1970-09-30 |
Publications (3)
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|---|---|
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| DE2147263B2 true DE2147263B2 (de) | 1974-12-12 |
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ID=9062081
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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-
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-
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- 1971-09-30 JP JP7675471A patent/JPS554108B1/ja active Pending
Also Published As
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| GB1321417A (en) | 1973-06-27 |
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