DE208309C - - Google Patents

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DE208309C
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Description

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Klasse 2hrr gruppe
ADRIAAN PETER H-BRMANN TRIVELLI in SCHEVENINGEN, Holland.
Patentiert im Deutschen Reiche vom I.Februar 1907 ab.
Durch die Versuche von Crookes ist es bekannt geworden, daß das in der Natur vorkommende Uran aus zwei Körpern besteht, von denen der eine — das reine Uran — nur α-Strahlen, der andere — von Crookes Uran X benannt — auch ß- und y-Strahlen aussendet und sich in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften von Uran unterscheidet. Weiterhin haben Soddy u. a. gezeigt, daß
ίο sich das Uran X aus dem reinen Uran im Laufe äußerst langer Zeit von selbst bildet, und daß diese Umwandlung weitergeht, indem aus dem Uran X andere, zunächst keine Strahlen aussendende, neue Körper entstehen, bis wieder nach einiger Zeit Radioaktivität auftritt, welche in allen Formen die Erscheinung des Radiums bzw. der Radiumemanation zeigen. Während nun aber die Umwandlung in Sonderheit von Uran in Uran X nur in sehr langen Zeitperioden vor sich geht, hat der Erfinder gefunden, daß diese Umwandlung auch künstlich in wesentlich kürzerer Zeit bewirkt werden kann. Diese Beschleunigung der Umwandlung vollzieht sich unter dem Einfluß von Röntenstrahlen, am schnellsten aber durch direkte Kathodenbestrahlung · in einer stark evakuierten Röhre. Es ist die Anwendung von Kathodenstrahlen im Vakuum zur Verstärkung der Radioaktivität schon bekannt (vgl. Chemische Berichte 34, S. 407). Aber die in vorliegender Erfindung beschriebene Wirkung auf Uran bzw. Uranverbindungen ist durchaus nicht analog der in obiger Literaturstelle für Bleisulfat beschriebenen, sondern eine viel weitergehende. Das Bleisulfat erlangt dort nur die Eigenschaft, im Dunkeln auf die photographischen Platten zu wirken. Dagegen werden Uran und Uranverbindungen im weitgehenden Maße verändert. Ferner hat man auch schon versucht, die Radioaktivität speziell von Uran und Uranverbindungen durch Kathoden strahlen zu verstärken (vgl. Hoffmann, Die radioaktiven Stoffe, 1903, S. 11, 4. Zeile von unten). Man hat aber in diesem Falle dabei eine Einwirkung nicht konstatieren können, da nicht mit genügendem Vakuum gearbeitet wurde und die Bestrahlung nicht lange genug fortgesetzt wurde. Die Wirkung der Bestrahlung geht um so schneller und intensiver vor sich, je härter die angewandten Kathodenstrahlen sind. Bestrahlt man nämlich metallisches Uran oder Uranverbindungen längere Zeit hindurch in einer möglichst hoch evakuierten Röhre, entweder auf einer Antikathode oder einer Anode mit Kathodenstrahlen oder an beliebiger Stelle in der Röhre mit Röntgenstrahlen, so erfolgt einige Zeit, nachdem die von dem Uran okkludierten Gase entwichen sind, eine beträchtliche Gasentwicklung. Diese Gase treten, wie man im Dunkeln beobachten kann, meist unter Lichterscheinungen auf, stimmen also mit den bekannten α-Strahlen radioaktiver Körper ■ überein. Welcher Natur diese Gase sind, ist bisher nicht unzweifelhaft festgestellt. Jedenfalls ergeben sich dieselben bei elektrj-
scher Entladung in einer Geißlerschen Röhre charakteristischen Farben und stellen vielleicht Helium dar.
Mit der Dauer der Bestrahlung und fortschreitender Gasentwicklung ändert sich nun allmählich das elektrische Verhalten der Röhre in bezug auf ihre Entladungserscheinungen, sowohl hinsichtlich Intensität als auch der Erscheinung nach. Dies rührt davon her,
ίο daß das Uran seine physikalischen und chemischen Eigenschaften geändert hat. Der neue Stoff sendet im Gegensatz zu dem Ausgangsprodukt nunmehr ß- und y-Strahlen aus und stimmt in seinen radioaktiven Eigenschäften in jeder Beziehung überein mit dem von Crookes aus dem Uran und seinen Verbindungen isolierten Uran X. Wird das neue Produkt mit der Luft kurze Zeit in Berührung gebracht, so oxydiert es im Gegensatz zu reinem Uran sehr schnell. In das Vakuum zurückgebracht, strahlt es eine prachtvolle, sehr kräftige, bei Tageslicht sichtbare blaugrüne Fluoreszenz aus. Wie dieses, geht es sowohl von selbst und schneller noch durch erneute Bestrahlung zuerst in die beschriebenen radioinaktiven Formen und schließlich wieder in neue radioaktive Körper über, deren Eigenschaften denen vom Radium entsprechen. Die schnellste Umwandlung wurde bei folgender, durch beiliegende Zeichnung veranschaulichter Anordnung erzielt. In einer vermittels Quecksilberluftpumpe auf sehr hohes Vakuum ausgepumpten Glasröhre α befindet sich im Brennpunkt der Kathode b eine aus Platin, Nickel, Tantal o. dgl. bestehende Antikathode c. Diese ist mit der Anode d kurzgeschlossen. Auf die Antikathode c werden Uran bzw. Uranverbindungen in großer Oberfläche fein verteilt und die Klemme e mit dem negativen, die Klemme/ mit dem positiven Pol eines starken Induktoriums verbunden. Nach einigen Tagen der Bestrahlung unter gleichzeitigem Auspumpen der auftretenden Gase erweist sich die Oberfläche des Urans als in Uran X übergeführt. Bei erneuter längerer Bestrahlung erfolgt eine weitere Umwandlung des Uran X zunächst in radioinaktive und schließlich wieder in neue radioaktive Körper. Hierbei kann zweckmäßig die Wirkung der Kathodenstrahlen durch über der Antikathode angebrachte radioaktive Körper verstärkt und somit eine schnelle Umwandlung erzielt werden.
Das Uran X bzw. die anderen nach dem vorliegenden Verfahren. erhältlichen radioaktiven Körper sollen zu Heilzwecken und zu Reaktionen Verwendung finden, zu denen jetzt die teueren, natürlich gewonnenen Radiumpräparate benutzt werden.

Claims (1)

  1. Patent-An Spruch:
    Verfahren zur Darstellung stark radioaktiver Körper aus Uran oder Uranverbindungen durch Bestrahlung mit Kathoden- oder Röntgenstrahlen im Vakuum, dadurch gekennzeichnet, daß während der längere Zeit dauernden Bestrahlung ein hohes Vakuum durch fortwährendes Auspumpen der auftretenden Gase aufrechterhalten wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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