DE20599C - System der Glasmalerei - Google Patents

System der Glasmalerei

Info

Publication number
DE20599C
DE20599C DENDAT20599D DE20599DA DE20599C DE 20599 C DE20599 C DE 20599C DE NDAT20599 D DENDAT20599 D DE NDAT20599D DE 20599D A DE20599D A DE 20599DA DE 20599 C DE20599 C DE 20599C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glasses
glass
frame
stained glass
light
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT20599D
Other languages
English (en)
Original Assignee
E. GODARD in Paris
Publication of DE20599C publication Critical patent/DE20599C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F7/00Photomechanical, e.g. photolithographic, production of textured or patterned surfaces, e.g. printing surfaces; Materials therefor, e.g. comprising photoresists; Apparatus specially adapted therefor
    • G03F7/26Processing photosensitive materials; Apparatus therefor
    • G03F7/28Processing photosensitive materials; Apparatus therefor for obtaining powder images

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 87: Photographie.
EDOUARD GODARD in PARIS. System der Glasmalerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Mai 1882 ab.
Photo-Lithographie von Cartons und Zeichnungen mit Glasfarben auf Gläser aller Art kann bei diesem Verfahren ebenso für Holz, Marmor, Stein, Leinwand und Papier auf OeI-malerei, kurz für alle glatten Körper, Fayence, Porcellan, Kupfer etc., angewendet werden. Zu diesem Behufe müssen die Zeichnungen zunächst sehr gut auf Cartonpapier ausgeführt werden, weil sie getreu reproducirt werden, und zwar am besten auf weifsem oder bläulichem Papier, wie es für gewöhnliche Handzeichnungen gebraucht wird. Man markirt nun die Bleifassungen auf dem Papier, um die Gläser auszuschneiden, welche dann dem Maler übergeben werden. Diese nach Möglichkeit gereinigten Gläser werden nun genau auf die Stelle gelegt, für welche sie geschnitten sind; sind es grofse Fenster, welche aus mehreren Scheiben bestehen, so wird jedesmal nur eine solche Scheibe bedeckt. Dann werden die Gläser eins nach dem andern auf der Seite, mit welcher sie aufliegen, mit einer empfindlichen Schicht überzogen. Man erhält dadurch die Zeichnung verkehrt; erscheint dies jedoch unpassend, so kann man auch die Gläser auf die Rückseite der Zeichnung legen, welche mit Petroleum transparent gemacht ist, und erhält so eine Reproduction von beiden Seiten. Dies Verfahren dient zugleich, um Kohle oder Blei der Zeichnung zu fixiren und intensiver zu machen. Sind nun die Gläser an ihren bezw. Stellen, so nimmt man einen, je nach der Gröfse des Objects, breiten Pinsel und bestreicht mit nachstehender Flüssigkeit die Seite der Gläser, welche das Bild geben sollen. Dieser Anstrich mufs möglichst dünn sein und wird durch einen besenartigen Pinsel (Dachs) egalisirt.
Zubereitung der empfindlichen Schicht, welche das Glasemail annehmen soll.
Ich nehme doppeltchromsaures Ammoniak und löse es im Wasser bis zur Sättigung. Dann löse ich 5 g ganz reine Glukose oder 5 g Dextrin in Pulverform in 100 g Wasser. Zu einer dieser Lösungen gebe ich ig zu 10 g des aufgelösten doppeltchromsauren Ammoniaks, filtrire die Mischung und bestreiche die Gläser damit.
Diese Schicht mufs in einem Zimmer mit gelben Fensterscheiben oder wenigstens gelben Vorhängen aufgetragen werden. Ueber einem Ofen von 30 bis 35 cm Durchmesser, der bis auf 50 bis 60° geheizt ist, erwärme ich dann, noch ehe ich die Schicht auftrage, einen Rahmen mit sehr feiner Drahtgaze, der auf vier Füfsen ruht. Ist die Temperatur von annähernd 60° erreicht, so lege ich die bestrichenen Gläser auf den Rahmen und entferne sie, sobald sie trocken sind, nach den nicht erwärmten Theilen des Rahmens (den Ecken), der deshalb grofs genug sein mufs, um die Arbeit nicht aufzuhalten.
Dann nehme ich einen Rahmen, wie ihn die Photographen zum Copiren gebrauchen, um den zu reprodiicirenden Theil aufzunehmen. Da indessen der Festigkeit halber die Scheibe eines Fensters selten gröfser als 1 qm ist, wird diese Gröfse genügen. Bei gröfseren Verhältnissen lege ich die präparirten Gläser zwischen zwei Spiegelscheiben und lasse Theil für Theil die Zeichnung dazwischen gleiten, doch ist ein Rahmen vorzuziehen, da er die Gläser besser an die Zeichnung drückt. Sind die Gläser fertig und trocken, so lege ich die Zeichnung, auf der die Umrisse für die Bleieinfassung mit Roth- oder Blaustift markirt sind, flach auf die Scheibe des Rahmens. Dann werden die
Gläser an ihre Stellen gebracht, doch so, dafs die präparirte Seite in Contact mit der Zeichnung kommt, und schliefse den Rahmen. Nach dieser Manipulation, welche ich in einem dunklen Zimmer machen mufs, exponire ich den Rahmen dem Licht.
Die für die Lichtaussetzung nöthige Zeit richtet sich nach dem Licht und der Temperatur und beträgt bei klarem Wetter und einer Temperatur von 16 bis 18 ° 12 bis 15 Minuten, bei trübem Wetter 30, 40 bis 50 Minuten, weshalb dann mit mehreren Rahmen zugleich gearbeitet wird.
Hier habe ich in Bezug auf die Einwirkung der Temperatur auf doppeltchromsaures Ammoniak die Bemerkung zu machen, dafs, wenn, wie oft, in einem Atelier die Temperatur auf 20 bis 25° steigt, und die Producte nicht ganz frisch und weniger trocken gehalten werden, sich sofort bei der Lichtaussetzung Metalle absetzen, infolge dessen die Glasfarbe nirgends haftet. Dasselbe geschieht, wenn die Temperatur auf 5 bis 6° fällt. Man mufs daher die Producte lauwarm halten,. die Gläser mehr erwärmen und sich besonders hüten, bei dieser Temperatur die Rahmen ins Freie zu bringen, überhaupt möglichst bei einer Temperatür von 14 bis i8° arbeiten.
Nach genügender Lichtausstellung nehme ich die Rahmen in die Dunkelkammer und versuche bei einem der Gläser, ob es den Schmelz gut annimmt. Geschieht dies in den dunklen Schatten nur leicht, so War die Aussetzung zu lange, und es mufs von neuem angefangen werden; im entgegengesetzten Fall mufs dieselbe verlängert werden. Der Sicherheit halber präparire ich zuerst zwei kleine Stücke in zwei kleinen Rahmen und erfahre dadurch, wieviel Minuten ich für die grofsen brauche, während ich die zu dieser Manipulation nöthige Zeit zum Präpariren der grofsen Rahmen verwenden kann und Zeit erspare.
Hierher gehört auch noch folgende Bemerkung: Beginnt man die Ausstellung um 9 Uhr Morgens, so erhält man selten kein gutes Resultat, oder vielmehr es bedarf um 9 Uhr nur 15 Minuten, um 10 Uhr jedoch nur 12 oder 13, um Mittag bis 2 Uhr nur 10 bis 11 Minuten, je nach der Länge der Tage. Alsdann steigert sich die Zeit wieder so, wie sie am Morgen abnahm.
In der dunklen Kammer habe ich alsdann die Glasfarbe, welche meine Zeichnung auf dem Glase wiedergeben soll, auf Marmor mit Wasser wohl gerieben, getrocknet und fein gesiebt/ auf eine Marmorplatte oder Spiegelscheibe, welche nicht, wie Papier, von dem sehr feinen Pulver etwas verloren gehen lassen, aufgebracht und lege meine Gläser, Seite an Seite, die empfindliche Schicht der Luft zugekehrt, darauf. Dann streiche ich mit einem grofsen Pinsel die pulverisirte Farbe über die ganze Fläche der Gläser, und die Zeichnung erscheint.
Dann nehme ich 1 000 g Methylalkohol, wie man sich dessen in der Photographic bedient, füge 30 bis 40 g Salpetersäure hinzu, und bringe die Mischung in eine Cuvette von Guttapercha oder verzinntem Eisen. In dieses Bad tauche ich alle Gläser, lasse sie über der Cuvette abtropfen und stelle sie gegen die Wand zum Trocknen, was nicht lange dauert.
Das Bad·mufs erneuert werden, wenn es einen gelben Ton annimmt, es hat den Zweck, die Schicht von doppeltchromsaurem Ammoniak zu entfernen und die Farbe am Glase zu fixiren. " . -
Das Bad bewirkt ferner, dafs, sobald die Gläser trocken sind, die helleren Partien des Gegenstandes durchaus rein erscheinen und nach Belieben retouchirt werden können.
Das Email der verschiedenen Farben und das Brennen geschieht wie bei der gewöhnlichen Glasmalerei.
Der Vortheil des Verfahrens liegt darin, dafs es gleich ist, ob ein Motiv sehr complicirt oder ganz einfach ist. Die vielen Versuche, welche täglich gemacht werden, zeigen, dafs ein geschickter Glasmaler das in einem Tage vollendet, wozu er sonst 3 oder 4 Tage brauchte, und wird das Object viel schöner als gezeichnet und viel reiner als eine Malerei.
Ich habe diese Versuche angestellt mit Marmor, Holz, Stein, Lava, Malerleinwand, Fayence, blankem und emaillirten Eisen, kurz, mit allen glatten Körpern. Die Versuche sind alle sehr gut ausgefallen, und kann man genau so wie bei Glas verfahren, nur kann man die Körper nicht in das Bad tauchen, sondern mufs das Bad über sie giefsen und wieder auffangen. Die Vorbereitung ist durchaus dieselbe wie bei den Glasfenstern.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei Herstellung von Glasmalereien die Anwendung des vorstehend beschriebenen Verfahrens, bestehend in dem Markiren der Contouren für die Glasplatten, dem Ausschneiden und Versehen derselben mit der lichtempfindlichen Schicht, welche aus doppeltchromsaurem Ammoniak und Dextrinlösung von den oben angegebenen Verhältnissen besteht; ferner in der Belichtung der Platten in einem Rahmen, Auftragen der Glasschmelzfarben im dunklen Zimmer, darauf folgendem Auflösen der Chromschicht durch ein Bad von Methylalkohol und Salpetersäure, wie oben angegeben, und Einbrennen der Farbe auf gewöhnlichem Wege.
DENDAT20599D System der Glasmalerei Active DE20599C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE20599T

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE20599C true DE20599C (de)

Family

ID=5620886

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT20599D Active DE20599C (de) System der Glasmalerei

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE20599C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE20599C (de) System der Glasmalerei
DE3102409C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Bildern
DE1219843B (de) Verfahren zum Dekorieren von nichtglasierten Rohscherben unter Verwendung keramischer Schiebebilder
DE2048366C3 (de) Verfahren zum Herstellen eines Leuchtschirmes für eine Farbbildröhre
Mancusi-Ungaro The Rothko chapel: treatment of the black-form triptychs
DE140540C (de)
DE52824C (de) Verfahren zur Verzierung von Porzellan, Thonwaaren, Glas und dgl. mit Bildern
DE3407903C1 (de) Verfahren zum Herstellen einer Nachbildung von Verkleidungsplatten, insbesondere von Fliesen, Kacheln oder dgl., mit der vorgegebenen Farbe und/oder Musterung einer Muster-Verkleidungsplatte und nachgebildete Verkleidungsplatte
DE54715C (de) Verfahren zur Herstellung von farbigen Bildern auf Leinwand, Holz und dergleichen
DE82818C (de)
Schellewald Bildtechnik (en)–Formate–Referenzräume
DE2707239C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen von Pinseln
DE82200C (de)
DE710843C (de) Leuchtendes Bild
DE288329C (de)
DE1286709B (de) Verfahren zur Herstellung von Spiegeln durch Silbervergolden oder Legieren von Silber und Rhodium auf Glas oder einem Kunststoff
DE478059C (de) Verfahren zur Herstellung von Lichtbildern lichtdurchlaessiger, lichtbrechender Gegenstaende
DE2167175C2 (de) Verfahren zur Herstellung mehrfarbiger Abzüge
Ballin Simulated Stained Glass
DE480885C (de) Untermalte Photographie
DE866169C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Marmorplatten
DE231789C (de)
DE1596747A1 (de) Verfahren zum Aufbringen von Markierungen auf Geraeten,insbesondere Messgeraeten,aus Glas
DE843356C (de) Vorrichtung zur Vergroesserung von Photographien
DE317908C (de)