DE2053575B - Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigem Harnstoff - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigem Harnstoff

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DE2053575B
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urea
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English (en)
Inventor
Bengt Kopenhagen Wadsted
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Marden Anstalt
Original Assignee
Marden Anstalt

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Description

15 Ltb^nnt(deutschePatentschrift665259)> SnSonhStratschmelze DoW einzu-ΗΛ dem Erstarrenlassen die Mischung ÄS! Dolomit in Schrotform zu
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigem Harnstoff durch Ver- ao mischen des körnigen Harnstoffs mit einem feinteiligen Material.
Harnstoff ist ein sehr verbreitetes Düngemittel, von dem eine gute Lagerungsbeständigkeit und Streubarkeit verlangt wird. Da Harnstoff stark zum Zusam- «5 menbacken neigt, wird er zur Verbesserung der Lagerungsbeständigkeit häufig mit feinteiligem Material wie Kieselgur, Ton, Kreide oder Talkum vermischt, nämlich eingepudert. Der dabei erhaltene Harnstoff genügt jedoch nicht den an die Lagerungsbeständigkeit und Streubarkeit gestellten Forderungen.
Bekanntgeworden ist auch bereits ein Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigem Harnstoff durch Vermischen des körnigen Harnstoffs mit einem feinteiligen Material (deutsche Patentschrift 1024 533), wobei man als feinteiliges Material basisches Aluminiumsulfat eingesetzt hat. Auch bei diesem bekannten Verfahren handelt es sich um ein Einpudern des körnigen Harnstoffs, das nicht frei von Nachteilen ist. Nach dem Einbringen des mit basischem Aluminiumsulfat gepuderten Harnstoffs in den Erdboden verwandelt sich das wasserfreie Aluminiumsulfat (Al8 [SO4] 3) in wasserhaltiges Aluminiumsulfat (Al2 [SO4], · 18 H2O) und geht in Lösung. Der basische Anteil (Al2 [OH]3 oder ALO · OH) wird durch die bodenversäuernde Wirkung des Harnstoffs ebenfalls in Lösung gehen. Aluminiumionen, d. h. gelöste Aluminiumsalze, sind jedoch für die meisten Nutzpflanzen schädlich, für gewisse Nutzpflanzen sogar direkt giftig.
Bei einem anderen bekannten Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigen Düngemitteln, insbesondere von Kalkammonsalpeter, bei dem es sich ebenfalls um ein Einpudern der körnigen Düngemittel handelt (deutsche Patentschrift 941 195), wird ein Teil des feinteiligen Materials vor der im Anschluß an die Herstellung üblichen Einspeicherung und der Rest des feinteiligen Materials vor dem Versand des körnigen Düngemittels aufgebracht. Dieses Verfahren ist einerseits relativ aufwendig, führt andererseits auch nicht zu Düngemitteln, die den gestellten Forderungen hinsichtlich Lagerungsbeständigkeit und Streubarkeit genügen.
Weiter ist ein Verfahren zur Herstellung von körnigen Düngemitteln durch Einhüllen von körnigen, Calciumnitrat oder Ammoniumnitrat enthaltenden Düngemitteln mit staubförmigen Stoffen bekannt, die bei höheren Temperaturen schmelzen als die Düngeaus
seas:
13), bei dem wäßrige Ammo-Harnstoff-Formaldehyddieser Laugen mit solchen teilweise calcinierten Calciumwerden daß ihr Gehalt an freiem als Kristallwasser gebunden und des Gemisches ohne Warme-
schlämme ais mnucumiu ·*.·
das Gemisch eingearbeitet werden. Auch dieses Verfahren führt nicht zu hinreichend lagerungsbeständigem Harnstoff, und zwar auch dann nicht, wenn, wie ebenfalls bekannt, das nach diesem Verfahren hergestellte körnige Düngemittel mit Überzügen aus Gips, insbesondere aus calciniertem Gips, umhüllt wird.
Schließlich ist ein Verfahren zur Herstellung von gekörnten Kalidüngemitteln durch Granulation einer Mischung aus feinVristalinen Kalisalzen, insbesondere Kaliumchlorid oder Kaliumsulfat, und Bindemitteln unter Zusatz von Wasser und anschließende Trocknung der erhaltenen Körner bekannt (deutsche Auslegeschrift 1 300 956), bei dem als Bindemittel halbgebrannter oder gebrannter und gegebenenfalls hydratisierter Dolomit eingesetzt wird. Im übrigen wird auch bei diesem Verfahren vorgeschlagen, das hergestellte gekörnte Kalidüngemittel einzupudern, und zwar mit Kieselgur.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Harnstoff anzugeben, mit dem ein besonders gut lagerungsbeständiges, mit Saatgut, insbesondere Weizen, Roggen, Gerste, Mais oder Hafer, gut vermischbares und streubares, also mit dem Saatgut aussähbares Düngemittel herstellbar ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man als feinteiliges Material halbgebrannten Dolomit (CaCO. · MgO) oder halbgebrannten dolomitischen Kalkstein ([I — 5] CaCO3 · MgO) bei Temperaturen von 50 bis 130° C, vorzugsweise von 100 bis 130° C, einsetzt und gegebenenfalls das erhaltene Produkt trocknet.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden der Harnstoff und der halbgebrannte Dolomit bzw. der halbgebrannte dolomitische Kalkstein in disperser Phase zur Reaktion gebracht, wobei die Ausgangsstoffe, also der Harnstoff und der Dolomit bzw. der dolomitische Kalkstein, vorzugsweise so trocken wie
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möglich sein sollten. Bei der Reaktion bildet sich auf 120 bis 130° C zur Reaktion gebracht werden kann,
demkörnigenHarnstofEeineiSchichtausMagnesiumdi- wobei die Reaktionszeit 5 bis 60 Minuten, vorzugs-
carbamid und, in geringerem Ausmaß, aus Magnesium- weise 20 bis 30 Minuten, beträgt,
carbamid, und zwar nach den folgenden Reaktions- Man kann als feinteiliges Material, mit dem des:
gleichungen: 5 körnige Harnstoff vermischt wird, auch eine Mischung
MgO + 2 (NHl -CO-j-Me (NH · CO · NH. ) + H. O aus halbgebranntem Dolomit und beispielsweise Kalk
* -'s 2 verwenden. Die dabei auf dem Harnstoff sich bildende
Man 4-nvrw ϊ m Ayf«rxrm ™_i_wr» Deckschicht ist jedoch weniger stabil als wenn nur
MgO + (NH2), · CO -> Mg(NH)2·CO + H2O halbgebrannter Dolomit oder halbgebrannter dolomi-
Magnesiumdicarbamid und Magnesiumcarbamid xo tischer Kalkstein verwendet wird,
werden sehr leicht im Erdboden zersetzt und bilden Der durch das erfindungsgemäße Verfahren er-
dabei einerseits Harnstoff und andererseits verschie- reichte Vorteil ist zusammengefaßt darin zu sehen,
dene Magnesiumkarbonate. daß auf besonders einfache Weise und unter Einsatz
Die Reaktion ist ein Kondensationsprozeß in von einem besonders preiswerten feinteiligen Material
disperser Phase. Das Wasser wird aus dem Sauerstoff- »5 ein Harnstoff als Düngemittel erhalten wird, der be-
atom des Manganoxids und den Wasserstoffatomen sonders lagerungsbeständig und streubar ist, so daß
des Harnstoffs gebildet. Es kommt vor allem darauf dieser Harnstoff mit Saatgut vermischt und ausge-
an, daß das Wasser eliminiert wird, um zu verhin- säht werden kann. Von Vorteil ist auch, daß bei dem
dem, daß sich Manganhydroxid bildet, das wie jede erfindungsgemäß hergestellten Düngemittel der Ma-
andere Base das Ammoniak aus dem Harnstoff her- »o gnesiumanteil citratlöslich und infolgedessen für die
austreiben kann. Nutzpflanzen sehr brauchbar ist.
Der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren er- Im folgenden soll das erfindungsgemäße Verfahren
haltene Harnstoff ist nicht hygroskopisch und kann an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
mit dem Saatgut vermischt, gelagert und ausgesäht werden:
werden. Man erhält ein Stickstoff, Magnesium und as Beispiel 1
Calcium enthaltendes Düngemittel, wobei Stickstoff,
Magnesium und Calcium in der Form von Harnstoff, 62 g geprillter Harnstoff üblicher Spezifikation,
Harnstoff-Magnesium-Komplexen, basischem Ma- wobei 95°/o des Harnstoffs eine Körnung zwischen
gnesiumkarbonat, Calciumkarbonat und Magnesium- 1 und 3 mm hat, mit einem Stickstoffgehalt von
Calcium-Karbonat vorhanden sind. 30 45 Gewichtsprozent wurde in einem von außen be-
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die heizten Granulator bei einer Temperatur zwischen
beiden Ausgangsstoffe, also der Harnstoff und der 120 und 130° C 30 Minuten lang mit 14 g gemahle-
halbgebrannte Dolomit bzw. der halbgebrannte dolo- nem, halbgebranntem, norwegischem Dolomit mit
mitische Kalkstein in einer Körnung zur Reaktion ge- einem Magnesiumoxidgehalt von 25,2 Gewichtspro-
bracht, die höchstens 5 mm betragen sollte. Als be- 35 zent behandelt.
sonders geeignet hat sich Harnstoff mit einer Kör- Das erhaltene körnige Produkt wog 75 g und besaß nung von 1 bis 3 mm bzw. von 2 bis 4 mm erwiesen. einen citratlöslichen Magnesiumoxidgehalt von 4,4 Ge-Die Körnung des Dolomits bzw. des dolomitischen wichtsprozent und einen Stickstoffgehalt von 37 GeKalksteins beträgt vorzugsweise 0,05 bis 1 mm. Das wichtsprozent. Dieses körnige Produkt mit einer Kör-Gewichtsverhältnis zwischen dem Harnstoff und dem 40 nung von 2 bis 4 mm wurde 2 Monate lang zusammen Dolomit bzw. dem dolomitischen Kalkstein sollte der- mit 49 g Weizen gelagert, ohne das es mit dem Weiart festgelegt werden, daß der erfindungsgemäß her- zen zusammenbackte oder diesen irgendwie schädgestellte Harnstoff einen Magnesiumgehalt von 0,25 Hch beeinflußte,
bis 7 ° 0, vorzugsweise 0,5 bis 4,5 °/o, besitzt. Beispiel 2
Der halbgebrannte Dolomit bzw. der halbgebrannte 45
Kalkstein können in an sich bekannter Weise in einem 62 g Harnstoff wurde in der gleichen Weise wie im
Ofen oder Fließbett bei Temperaturen zwischen 700 Beispiel 1 mit 10 g gemahlenem, halbgebranntem,
und 800° C hergestellt werden. Je niedriger die dolomitischem Kalkstein behandelt, der einen Magne-
Brenntemperatur und je schneller der halbgebrannte siumoxidgehalt von 16,5 Gewichtsprozent, Molver-
Dolomit oder der halbgebrannte dolomitische Kalk- 50 hältnis des Calciumkarbonats zum Magnesiumoxid
stein verwendet wird, um so schneller und vollstän- gleich 2:1, besaß.
diger erfolgt die Bildung von Harnstoff-Magnesium- Das erhaltene körnige Produkt hatte eine Körnung
Komplexen. von 2 bis 4 mm und wog 71g. Der citratlösliche Ma-
Praktische Versuche haben gezeigt, daß Harnstoff gnesiumoxidgehalt betrug 2,25 Gewichtsprozent, wähin einer Körnung von 1 bis 3 mm ohne Schwierigkei- 55 rend der Stickstoffgehalt 39,4 Gewichtsprozent betrug,
ten fast vollständig mit frisch gebranntem Dolomit Das erhaltene Produkt wurde 2 Monate lang mit 45 g
oder dolomitischem Kalkstein in einem von außen Weizen gelagert, wobei sich das gleiche gute Resultat
beheizten Granulator bei einer Innentemperatur von wie im Beispiel 1 ergab.

Claims (1)

  1. Patentschrift 644 578) wobei die
    Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von lagerungsbeständigem Harnstoff durch Vermischen des Kornigen Harnstoffs mit einem feinteiügen MatenaJ, dadurch gekennzeichnet, daßmanak feinteiliges Material halbgebrannten I>°loimt (CaCo3-MgO) oder halbgebrannten dolomiüschen Kalkstein ([1-5] CaCO3 · MgO) bei Temperaturen von 50 bis 130° C, vorzugsweise 100 bis 130° C, einsetzt und gegebenenfalls das ernaitene Produkt trocknet
    Seil wWTder die körnigen Düngemittel emhul-Se StoTan die teilweise geschmolzenen DungerSttel afgeSunolzen. Ein Zusammenbacken ist

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