DE2047165A1 - Verfahren zum Modifizieren von Getrei dekornern, Saatkörnern und dergleichen - Google Patents
Verfahren zum Modifizieren von Getrei dekornern, Saatkörnern und dergleichenInfo
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Description
Verfahren zum Modifizieren von Getreidekörnern, Saatkörnern und dergleichen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Modifizieren
verschiedener GetreidekSrner, Saatkörner und derglo, die
mittels des Verfahrens hergestellten Produkte und die zur Durchführung des Verfahrens verwendeten Modifizierungsmittel«
Bei dem Verfahren nach der Erfindung, das der Verbesserung der chemischen und physikalischen Eigenschaften verschiedener
Getreidearten dient, wird das Getreidematerial mit sauren
wässrigen Lösungen behandelt, die Lignosulfonate und Benetzungsmittel
enthalten. Dadurch soll die relativ harte wachsartige Schale von den Körnern weggekrochen werden, wodurch wiederum
ein beschleunigtes Eindringen der Lösung in das Endosperm
ermöglicht wird und eine verbesserte Stärkcgelierung und ein erhöhter Nährwert erreicht wird. Die mit de« Verfahren nach
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Patentanwälte Dipi.-Ing. Martin Licht, Dipi.-Wirisdi.-fng. Axe! Hansmann, DipL-Phys. SebasHan Herrmann
der Erfindung behandelten Getreidekörner können zur Ernährung
und zur Verftitterung verwendet werden, ohne daß eine weitere chemische oder mechanische Behandlung notwendig ist. Bas
Verfahren nach der Erfindung eignet sich weiterhin als ein Vorbehandlungsverfahren für ganze Körner, die dann weiterbehandelt
werden, um für den Menschlichen oder tierischen Verbrauch verwendet zu werden. Die mit dem Verfahren nach der
Erfindung behandelten Körner werden leichter verformbar und
geschmeidiger und somit kann eine anschließende mechanische Behandlung wie beispielsweise das Walzen, Brechen, Vermählen,
Rösten und dergl. leichter durchgeführt wer des.
Es ist bekannt, daß seit langem der Wunsch bestand, ganze Körner an Großvieh, Geflügel und dergl. zu verfüttern,
dies jedoch nicht immer Möglich war, da Schwierigkeiten auftraten beim Aufrechterhalten einer ausreichenden Feuchtigkeit
in den Körnern, um diese ausreichend schmackhaft zu machen und sicherzustellen, daß die in den Körnern enthaltenen Nährstoffe
in wirksamer Weise durch die Tiere assimiliert wurden. Wurden die Körner ausreichend hydratisiert, u» sie in vorteilhafter
Weise verfüttern zu können, dann konnten diese nicht über längere Zeiträume aufbewahrt werden, da es zu einem
Stocken, SchiMmeln und Schlechtwerden kam. Um daher ein
^ längeres Lagern möglich zu Machen, wurden solche Körner auf
ein relativ niedriges Feuchtigkeitsniveau entwässert, wodurch wiederum der Nährwert stark erniedrigt wurde« Solche entwässerten
Körner können nicht leicht wieder hydratisiert werden, so daß andere mechanische Verfahren zum Behandeln von
Körnern entwickelt wurden, um die Körner zu öffnen und das Endosperm oder die Stärkebereiche freizumachen, damit die
digerierenden Prozesse bzw. die Verdauungsvorgänge bei den
monogastrischen und digastrischen Tieren ablaufen können.
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Bei solchen Mechanischen Behandlungsverfahren werden die
Körner vermählen, gekräuselt, zerbrochen, gewalzt, geröstet,
in Fioekeujtoarm gebracht oder einer ähnlichen Verfahrensweise
unterworfen. Biese Verfahren haben sich jedoch nicht als besonders erfolgreich erwiesen, da die so behandelten Körner
wenig schmackhaft waren. Dies beruht auf dem Fehlen der Feuchtigkeit mad der dabei entstehenden sehr feinkörnigen Produkte·
Außerdem geht während solcher mechanischen Behandlungsverfahren
ein wesentlicher Teil der Körner verloren.
Es ist bekannt, daß in der Tierfutterindustrie Getreidekörner
wie beispielsweise Gerste, Hafer, Roggen, Hais, Weizen,
MiIo und dergl. vor der Herstellung der Futtermittelmischungen
mechanisch bearbeitet werden. Ein wesentlicher Grund für ein solches Walzen oder eine solche Halbfloekenbearbeitung der
Körner ist ler, daß die Verwendung der Nährmittel im Endosperm
bzw» Hohlkörper des Getreides oder im Stärketeil der Körner
verbessert werden soll. Ein solches Walzen oder Halbflocken
soll vorzugsweise eine sehr dünne Flocke erzeugen, die eine sehr gute Koiaäsiom, Integrität und Härte besitzt, um eine
Bearbeitung zu überstehen und eine leichte Mate rial dichte
zu ergeben tmö dadurch eine maximale' Näbrkraf t der Körner
während des Bigestionsprozesses bei Wiederkäuern wie beispielsweise
bei Eindvieh und Schafen sieherzustellen. Bei den bisher bekannten Hersteilungverfahren für Tierfutter
aus verschiedenen Getreidearten bestanden verschiedene Schwierigkeiten beim Walzen oder Halhflocken der Körner.
Beim Versuch, eine möglichst dünne Flocke zu entwickeln,
kam es bein Walzen oft zu einem Zerpulvern der Körnerc
Dieses Zerpulvern trat insbesondere bei harten Körnern wie beispielsweise MiIo oder harter Gerste auf.
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Man versuchte, diese Nachteile zu überwinden und ein eßbares Produkt mit verbesserten Nährmitteleigenschaiten
zu erzeugen, indem man Körner unter hoher Temperatur und Druck über längere Zeiträume kochte. Für dieses Kochen unter
Druck wurden verschiedene Vorrichtungen entwickelt, die die Getreidekörner für das Walzverfahren vorbereiten sollten.
Jedoch ist die Anschaffung, die Installation und der Betrieb solcher Vorrichtungen sehr teuer, und dadurch werden diese
Verfahren oft recht unwirtschaftlich.
Die bei diesem Verfahren verwendeten hohen Drücke und Temperaturen sind erforderlich, -damit die Feuchtigkeit in
das Endosperm eindringt. Die erhöhten Temperaturen dienen zur Beschleunigung der chemischen Stärkegelierurtgsreaktion
und sollen eine gute Verformbarkeit de*r Körner und eine gute
Flockenkohäsion liefern,, Diese Verfahren haben jedoch nicht
zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt und haben sich als recht kostspielig erwiesen,,
Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Modifizieren von Getreidekörnern zu entwickeln, das folgende Vorteile besitzt:
1. Der Nährwert und die Behandlungsmöglichkeiten und
-eigenschaften des nach dem Verfahren hergestellten Produktes
sollen verbessert werden.
2, Das behandelte Getreidematerial soll leichter digerierbar
und verdaubar werden und es soll eine verbesserte Verwertbarkeit bezüglich des Nährwerts erreicht werden, ohne daß
eine anschließende Erhitzung oder mechanische Behandlung vor der Verwendung notwendig ist.
3ο Die wachsartige Schale bzw» der wachsartige Überzug
der Getreidekörner soll aufgebrochen werden, um ein Eindringen
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von Feuchtigkeit durch die ziemlich undurchlässige Samenhülle und in das Endosperm oder den Stärkebereich der Körner
zu ermöglichen,
4. Die Getreidekörner, die zur Verfütterung verwendet werden sollen, sollen einen verbesserten Nährwert zeigen und
eine verbesserte Assimilationsmöglxchkext.
5. Die anschließende mechanische Behandlung der Getreidekörner
soll erleichtert werden.
6. Bei dem Verfahren nach der Erfindung sollen ganze
Körner und Materialien geliefert werden, die sich für die menschliche und tierische Ernährung eignen, ohne daß ein
Vermählen, Kräuseln, Zerreißen, Walzen, Flocken, Rösten, Zerkleinern oder ein anderes physikalisches Zerstückeln
oder Auseinanderreißen notwendig wird.
7. In einem Standard-Dampfkochgerät sollen sehr dünne
Flocken hergestellt werden können, ohne daü hohe Drucke verwendet werden müssen.
8. Das mit dem Verfahren nach der Erfindung hergestellte
Produkt soll chemische Bestandteile enthalten, die Flockungseigenschaften der Körner verbessern, wenn diese zu Tierfutter
verarbeitet werden.
9e In einfacher und praktischer Weise soll ein Modifizierungsmittel
für die Herstellung von Flocken mittels Walzen verwendet werden können.
JLO0 Es soll ein praktisches und leicht durchführbares
Verfahren geschaffen werden, um verbesserte Flοckungseigenschaft
en zur Herstellung von dünnen Flocken um eine verbesserte Digerierbarkeit und Verdauungsmöglichkeit bei Tier—
futtermittel!! zu erreichen, wobei die Samenhülse und das Endosperm der behandelten Körner sowohl physikalisch als auch
chemisch durch den Zusatz von flüssigen Konditionierungsmitteln modifiziert wird, um eine einfache und wirtschaftliche Temper-
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behandlung zu ermöglichen, die das Flocken verbessert, indem die wachsartige Schale bzw. der wachsartige Überzug der Körner
aufgebrochen wird, um ein schnelleres Eindringen von Feuchtigkeit in das Endosperm des Korns zu ermöglichen und eine schnellere
Stärkegelierung, eine gute Verformbarkeit der Körner und eine
gute Flockenkohäsion zu erreichen,,
11. Mit dem Verfahren nach der Erfindung sollen Endprodukte geschaffen werden, die sowohl einen verbesserten
Nährwert besitzen als auch die Schmackhaftigkeit des Produkts
verbessern.
12. Die Körner sollen vor dem Walzen vorkonditioniert
k werden, um die Körner so in Flockenform zu bringen, daß wesentlich
weniger zerpulvertes Material anfällt und weniger Energie verbraucht wird im Vergleich zu den bekannten Kornwalzmethoden.
13ο Das Verfahren nach der Erfindung soll in einer einfachen
und wirtschaftlichen Weise mit nicht kostspieligen Vorrichtungen durchgeführt werden können, wobei eine wesentlich
kürzere Behandlungszeit vor dem Walzen oder vor den anderen physikalischen Behandlungsverfahren der Körner notwendig wird.
Ik, Bei dem Verfahren nach der Erfindung soll ein verbessertes
flüssiges chemisches Modifizierungsmittel für die Behandlung der Körner verwendet werden, das die Menge der anfallenden
feinen Körner und des Staubs reduziert und die Her-
^ stellung von Würfeln und die anderen physikalischen Konditionierungsmöglichkeiten
verbessert.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß ein Getreidematerial mit den erwünschten Eigenschaften hergestellt werden
kann, wenn eine wässrige Lösung aus Lignosulfonat, einer Säure und einem Benetzungsmittel bei der Vorbehandlung der
ganzen Körner verwendet wird, bevor die Körner durch Walzen in die Flookenform gebracht werden. Eine solche Vorbehandlung
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erleichtert das Walzen, ergibt besonders vorteilhafte
Flockungseigenschaften, fördert eine beschleunigte Stärkegelierung,
ergibt eine besonders vorteilhafte Digerierbarkeit und somit eine verbesserte Verwendbarkeit als Nahrungsmittel.
Diese Vorteile beschränken sich jedoch nicht auf ein Walzen oder auf andere physikalische Modifizierungen
wie beispielsweise ein Vermählen, Kräuseln, Zerbrechen, Schneiden, Rösten, In-Würfelform-Bringen oder dergl. Selbst die
Behandlung der ganzen Körner bei digastrischen oder monogastrischen Tieren und Menschen ohne eine physikalische Behandlung
ergibt ein Aufbrechen der wachsartigen Schale der Körner, ein schnelleres Eindringen von Feuchtigkeit, eine beschleunigte
Stärkegelierung, eine verbesserte Verdaubarkeit, einen höheren Nährwert und somit ein besser vertreibbares Produkt. Die Verwendung der bei dem Verfahren nach der Erfindung benutzten
Lösungen ergibt auch bei der Behandlung von Trockenfuttern besondere Vorteile.
Das Verfahren nach der Erfindung wird in der folgenden Beschreibung im einzelnen erläutert.
Die in der vorliegenden Beschreibung verwendete Bezeichnung
"Korn" bezieht sich auf Getia.de— und Saatkörner
oder saatartige Früchte der Zerealgrasfrticlite, wie beispielsweise Weizen, Gerste, Mais, Hafer, Reis, Hirse und
dergl. als auch auf Körner und Saatkörner oder Pflanzenkeimlinge, die normalerweise als Saatgut verwendet werden,
jedoch auch als Tierfutter benutzt werden können,, Die Bezeichnung
"animale Nahrung" bezieht sich auf Nahrungsstoffe sowohl für digastri'sche als auch monogastrische Lebewesen
einschließlich der Menschen.
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Bei dem Verfahren nach der Erfindung werden die Körner
oder das Tierfutter mit einem flüssigen Modifizierungsmittel
vorbehandelt, das in einer wässrigen Lösung verdünnt und beispielsweise durch Aufsprühen auf die Körner verwendet wird.
Anschließend können die so vorbehandelten Körner oder das Tierfutter entweder ohne eine weitere Behandlung direkt verfüttert
werden oder die vorbehandelten Körnex- werden weiter behandelt. Die Körner werden dann einer Y;ürmebehandlung wie
beispielsweise durch Dampf unterworfen oder einer Behandlung, bei der keine Wärme angewendet wird. Bei der letzteren kann
gewalzt, vermählen, gekräuselt, zerbrochen, geflockt oder geröstet werden, um eine Flocke mit einer besseren Kohäsion
ρ zu erhalten, einei möglichst geringen Anfall an pulverförmigen
Stoffen und verbesserte Verdauungseigenschaften,
Es konnte festgestellt werden, dans die Hülse und das
Endosperm der Körner durch das Verfahren nach der Erfindung sowohl physikalisch als auch chemisch modifiziert werdea .
Dies geschieht durch den Zusatz von wässrigen, sauren Lösungen, die Lignosulfonat, wie beispielsweise Ammoniumlignosulfonat,
Natriumlignosulfonate und ein Benetzungsmittel
enthalten, das die Oberflächenspannung reduziert. Außerdem
können die erwünschten Flockeneigenschaiten und die erwünschte Dünnheit erreicht werden, indem die Körner vor dem Walzen
fc oder den anderen physikalischen Behandlungen dem Verfahren nach der Erfindung unterworfen werden.
Es konnte auch festgestellt werden, daü die Wirkung der
Sulfonate weiter verbessert werden kann durch den Zusatz verschiedener Mengen von Alkylarylsulfonaten, Äthylenoxidkondensaten
und Kombinationen davon und zusätzlich von Säuren wie beispielsweise Phosphorsäure, Salzsäure, Schwefelsäure,
Zitronensäure, Essigsäure, Butyrsäure und anderen geeigneten
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Säuren, wie beispielsweise Lävulinsäure, Gluconsäure, Milchsäure, Propionsäure oder Kombinationen davon. Phosphorsäure
hat sich als besonders geeignet erwiesen, da sie den Phosphorgehalt der Xahrungsstoffe erhöht und in wirtschaftlicher
Weise verwendet werden kann. Die Phosphorsäure wird in den meisten Fällen bevorzugt verwendet. Es konnte
weiterhin festgestellt werden, daß die Propionsäure eine Verformung verhindert und anscheinend einen katalytischen
Effekt besitzt.
Der Modifizierungslösung können auch geringe Prozentsätze an Anis-Geschmacks- und Geruchsstoffen zugesetzt werden,
um dem Produkt ein vorteilhaftes Aroma zu verleihen, das auch andere unerwünschte Gerüche überdeckt und einen gleichmäßigeren
Geruch ergibt.
Aus der Besehreibung ergibt sich, daß bei dem Modifizierungsmittel
nach der Erfindung die verschiedensten Bestandteile in den verschiedensten Konzentrationen verwendet werden
können. In der folgenden Tabelle sind einige typische Zusammensetzungsbeispiele
aufgeführt:
- 10 -
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Zusammensetzungsbeispiele
II
III
IV
Ammoniumlignosulfonat
Phosphorsäure 75 ^ Flüssigkeit
Santomerse IB Triton DN-65 (Flüssigk.)
Wasser
Zusammensetzungsbeispiele
25
iO
10
1
63
25,0 35,0
10,0 15,0
0,8 1,2
64,2 48,8
100 100,0 100,0
VII VIII
IX
1c
50,0
20,0
1,5 28,5
100,0 XI
85,7 100,0
Sodiumlignosulfonat Phosphorsaure
Polyoxypropylen-Polyoxyäthylenglycol
(Pluronic L-64) Methylessigsäure
Triton DN-65 Wasser
25
10
10
2
1
1
62
100
100
25
10
60
100
25
10
62
•■«»■■MM
100
35
15
3
1
l
1
l
■■■MMB
100
50
20
2 28
■■«■■Ml
100
85 100
Zusammensetzungebeispiele
XIII XIV
XV
XVI
XVII XVIII
Calciumlignosulfonat Propionsäure Alkylarylsulfonat Wasser
25
10
10
3
62
62
25
10
6l
25
10
64
100
100
100
50
20 1
29
100
100
Falls erwünscht, kann Anis, Melasse oder irgendwelche geeigneten
Geschmacks- und Geruchsstoffe zugesetzt werden.
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-Ii-
Ein gute Ergebnisse lieferendes Ammoniumlxgnosulfonat ist von der Crown Zellerbach Corp. erhältlieh. Als Phosphorsäure
kann die 75 %ige Phosphorsäure der FMC-Corporation benutzt werden. Santomerse IB ist ein Natriumalkylarylsulfonat,
das von der Monsanto Co. vertrieben wird und Triton DX-65
ist ein modifizierter, äthoxylierter geradkettiger Alkohol, der von Rohm & Haas Co, vertrieben wird. Es können auch andere
oberflächenaktive und Benetzungsmittel in der Modifizierungslösung verwendet werden, so beispielsweise Triton X-ll*t
(ein Ocfe'lphenoxypolyäthoxyäthanol) und Triton X-IOO (ein
Octylphenoxyäthanol), die von Rohm & Haas Co. vertrieben werden. Ebenfalls verwendet werden können Calsoft F-90, ein Natriumalkylarylsulfonat
und Calsoft LAS-99, eine Dodeeylbenzolsulfonsäure (Pilot Chemical Co.). Ein weiterer möglicher
Bestandteil ist Pluronic L-64, ein Polyoxypropylen-Polyoxyäthylenglycol.
Sowohl die Mengenanteile der verwendeten Chemikalien
als auch die Konzentrationen und Kombinationen können in einem weiten Bereich variiert werden. Die Menge der verwendeten
Behandlungslösung bzw. der Modifizierungslösung
muß größer sein, wenn eine schwächere Lösung verwendet wird, da die Einwirkung der Modifizierungslösung ansonsten
langsamer und nicht so wirksam sein wird. Dementsprechend können auch stärkere Lösungen in kleineren Mengen verwendet
werden.
Bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens nach der
Erfindung werden in den folgenden Beispielen im einzelnen beschrieben.
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BEISPIEL I
Ganze Getriedekörner wurden bei diesem Versuch mit dem Modifizierungsmittel nach der Erfindung behandelt, indem ein
Liter bis 1 l/2 Liter der Modifizierungslösung der Zusammensetzung
II je Tonne des Korns bei Raumtemperatur durch Besprühen verwendet wurden. Nach dem Verfahren der Erfindung
modifiziertes Korn als auch nicht behandeltes identisches Korn wurden an die gleiche Viehart verfüttert. Man konnte
feststellen, daß das mit dem modifizierten Korn behandelte Vieh eine schnellere Gewichtszunahme zeigte und auch nach
dem Schlachten ein hochwertigeres Fleisch lieferte.
Eine Mischung aus 50 % ganzen Gerstenkörnern und 50 %
ganzem MiIo wurde nach dem Verfahren der Erfindung behandelt, wobei ein Liter des Modifizierungsmittels der Zusammensetzung
II je Tonne des Korns bei Raumtemperatur verwendet wurde. Die o.a. Futtermischung wurde ohne eine weitere Behandlung
an Vieh verfüttert. Zu Kontrollzwecken wurde eine Mischung aus 50 % ganzen Gerstenkörnern und 50 % ganzem MiIo mit
einem herkömmlichen Dampfwalzverfahren in Flockenform gebracht und an das gleiche Vieh verfüttert. Das Vieh, das
die nach dem Verfahren der Erfindung behandelte Futtermischung
verfüttert wurde, zeigte eine bedeutend schnellere Gewichtszunähme
als bei der nur in Flockenform gebrachten Gerste-Mi lo-Mischung. Das nach dem Verfahren der Erfindung hergestellte
Produkt konnte außerdem in einer sparsameren Weise verfüttert werden.
Eine aus 75 f" ganzen Gerstenkörnern und 25 % ganzen
Weizenkörnern bestehende Getreidemischung wurde nach dem
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Verfahren der Erfindung behandelt, wobei ein Liter des
Modifizierungsmittels nach Zusammensetzung II je Tonne
des Futtermittels bei Raumtemperatur verwendet wurde. Diese Futtermischung wurde ohne weitere Behandlung an Vieh verfüttert.
Zur Kontrolle wurde eine Mischung aus 75 % ganzen
Gerstenkörnern und 25 c/o ganzen Weizenkörnern in herkömmlicher
Weise mittels eines Dampfwalzverfahrens in Flockenform gebracht und an ähnliches Vieh verfüttert. Das Vieh, das mit
dem Futtermittel gefüttert wurde, das nach dem Verfahren der Erfindung hergestellt worden war, zeigte eine bedeutend
schnellere Gewichtszunahme als das Vieh, das mit dem nur in Flockenform gebrachten Futter ernährt wurde. Außerdem konnte
die nach dem Verfahren der Erfindung behandelte Futtermischung in geringeren Mengen verfüttert werden»
Milokörner wurden mit dem Verfahren nach der Erfindung
behandelt, indem eine Tonne dieser Körner mit einem Liter des Modifizierungsmittels nach der Zusammensetzung II besprüht
wurde, wobei eine ausreichende Menge Wasser verwendet wurde, um den Feuchtigkeitsgehalt der Körner um 2 bis 3 %
zu erhöheno Das MiIo wurde über Nacht gelagert und am folgenden
Tag kaltgewalzt. Die so hergestellten Flocken wurden an 126 Stiere verfüttert. Diese Stiere zeigten während der
ersten 30 Tage eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1,77 kg je Tag, während der ersten 60 Tage eine durchschnittliche
Gewichtszunahme von 1,70 kg je Tag und während der ersten 90 Tage eine durchschnittliche Gewichtszunahme von
1,84 kg je Tag. Bei einer anderen Testgruppe wurden 142 Stiere mit dem gleichen behandelten Milokorn gefüttert. Diese
Gruppe zeigte während der ersten 60 Tage eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1,70 kg je Tag. Stiere der gleichen
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Rasse, die das gleiche Anfangsgewicht und den gleichen Anfangszustand
besaßen, wurden mit Milokörnern gefüttert, die trockengewalzt, jedoch nicht nach dem Verfahren der Erfindung behandelt
worden waren. Diese Stiere zeigten während einer 90-Tag-Periode lediglich eine durchschnittliche Gewichtszunahme
von 1,18 bis 3,32 kg je Tag.
Bei diesem Versuch wurde je ein Liter des Modifizierungsmittels nach Zusammensetzung II je Tonne des Kornes verwendet,
wobei ausreichend Wasser zugesetzt wurde, um den Feuchtig- ^ keitsgehalt des Korns auf 5 % zu erhöhen. Das behandelte
Korn wurde 12 Stunden lang gelagert und am folgenden Tag kaltgewalzt, um es in eine Flockenform zu bringen. Das nach
dem Verfahren der Erfindung behandelte Korn wurde an 140 Stiere
verfüttert und man konnte eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1,59 kg je Tag feststellen. Eine entsprechende
aus 127 Stieren bestehende Gruppe des gleichen Anfangsgewichts und des gleichen Ausgangszustandes wurde mit unbehandeltem,
trockengewalztem Korn gefüttert und man konnte eine durchschnittliche Gewichtszunahme von lediglich 1,32 kg
je Tag feststellen.
Bei Laborversuchen wurde die Wirksamkeit der Modifizierungslösung auf Getreidekörner untersucht. Die Untersuchungen
wurden an Lösungen durchgeführt, wobei mittels eines Refraktometers die Umwandlung von Stärke in Maltose
festgestellt wurde. Ganzes unbehandeltes Korn stellte einen 100 %-Standard dar. Dieses Korn zeigte 6h Milligramm refraktometrischer
Feststoffe je Gramm der Feststoffe. Das nach herkömmlichen Verfahren gewalzte und in Flockenform gebrachte
Korn, das jedoch nicht mit der Modifizierungslösung naoh der
Erfindung behandelt worden war, zeigte 88 Milligramm refraktometrische
Feststoffe je Gramm der Feststoffe oder eine Umwandlung von 137,5 fo. Die gleiche Kornart, die nach dam Verfahren
der Erfindung mit dem Modifizierungsmittel behandelt worden war und wobei ein Liter des Modifizierungsmittels je
Tonne verwendet wurde und anschließend kaltgewalzt wurde, zeigte 248 Milligramm refraktoinetrische Feststoffe je Gramm
der Probe oder eine Umwandlung der zur Verfügung stehenden Stärken zu Maltose in einer Menge von 387,5 %· Die gleichen
Labortests wurden mit Gerste, MiIo, Korn und Weizen durchgeführt.
In der folgenden Tabelle sind die dabei erhaltenen Ergebnisse zusammengefaßt;
Feuchtigkeit Beschreibung
Mg. Refrac tome trie 0Jo
Feststoffe/Gramm der Beispiel Kontrolle
K-3800 | 9,79 |
K-3801 | 19,66 |
K-3802 | 27,13 |
K-3803 | 10,57 |
K-3804 | 20,33 |
K-3805 | 27,64 |
K-3806 | 16,77 |
K-3807 | 22,92 |
K-3808 | 29,73 |
K-3809
K-3810
K-3811
K-3811
9,96
20,71
28,78
ganze Gerste Kontrolle " " -Wfo Behandlung
" " -2% Behandlung
ganzes MiIo - Kontrolle 11 *f -4% Behandlung
" M -2% Behandlung
ganzes Korn - Kontrolle 11 " -kio Behandlung
11 " -2fc Behandlung
ganze Weizen—
körner - Kontrolle
11
-k<fo Behandlung
-2% Behandlung
120 | 100 |
168 | 140 |
184 | 153,3 |
40 | 100 |
48 | 120 |
64 | I6O |
48 | 100 |
80 | 166,7 |
80 | 166,7 { |
144 | 100 |
192 | 133,3 |
208 | 144,4 |
Das in der obigen Tabelle angegebene Wort "Behandlung" bedeutet, daß das Korn in dem angegebenen Prozentsatz mit dem Modifizierungsmittel
nach der Erfindung behandelt wurde..
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Bei weiteren Laborversuchen, die bei monogastrischen Tieren, wie beispielsweise Ratten und Geflügel durchgeführt wurden,
konnte festgestellt werden, daß die Vorbereitung von Zerealkörnern für den menschlichen Verbrauch nach dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung ähnliche vorteilhafte Ergebnisse liefert. 170 28 Tage alte männliche Ratten (Sprague Dawley)
wurden an die Behandlung gewöhnt und mit fünf Gramm einer Basisdiät gefüttert, die einen 1Ö %igen Zusatz eines nach
dem Verfahren der Erfindung hergestellten Produkts enthielt (auf Trockenbasis). Dazu wurden MiIo oder Gex~ste oder
Korn verwendet, wobei je Tonne des Korns 1,2 oder k Liter
F der Modifizierungslösung nach der Erfindung benutzt wurden.
Die Ratten wurden zwei Wochen lang gefüttert und jede Woche wurde die Körpergewichtszunähme und der Futterverbrauch registriert.
Zwanzig Ratten wurden mit einer Kontrollbasisdiät gefüttert, die den Zusatz, d.h. das nach dem Verfahren der
Erfindung hergestellte Produkt nicht enthielt. Zehn Ratten
wurden jeweils mit der Kontrollbasisdiät gefüttert, die unbehandeltes Korn enthielt. Zehn Ratten wurden mit der Kontrollbasisdiät gefüttert, die einen Kornzusatz enthielt, bei dem
eine Tonne des Korns mit einem Liter der Modifizierungslösung nach der Erfindung behandelt worden war. Zehn Ratten wurden
mit der Kontrollbasisdiät gefüttert, die einen Kornzusatz
^ enthielt, bei dem eine Tonne des Korns mit zwei Litern des
Modifizierungsmittels behandelt worden war. Zehn Ratten wurden mit der Kontrollbasisdiät gefüttert, die einen Kornzusatz
enthielt, bei dem eine Tonne des Korns mit vier Litern der Modifizierungslösung behandelt worden war. Ähnliche
Tests wurden mit 10 Ratten durchgeführt, wobei die Zusätze aus MiIo oder Gerste hergestellt wurden. Weiterhin wurden
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zehn Ratten mit der Basisdiät gefüttert, wobei eine Tonne der Basisdiätfuttermischung mit einem Liter der Modifizierungslösung
behandelt worden war. Zehn Ratten wurden mit der Basisdiät gefüttert, wobei eine Tonne der Basisdiätfuttermischung
mit zwei Litern der Modifizierungslösung behandelt worden war. Zehn Ratten wurden mit einer Basisdiät
gefüttert, wobei eine Tonne der Basisdiätfuttermischung mit vier Litern der Modifizierungslösung behandelt worden
war. In allen Fällen, in denen die Ratten mit Futtermischungen gefüttert wurden, die den Zusatz enthielten, wurde
mehr Futter verbraucht und die Ratten hatten eine bedeutend größere Körpergewichtszunahme als die zwanzig Ratten, die
die Kontrollbasisdiät erhielten«. In allen Fällen, in denen das Zusatzkorn mit der Modifizierungslösung nach der Erfindung
behandelt wurde, war die Körpergewichtszunahme bedeutend größer als bei den. Ratten, die mit einem nichtbehandelten
Kornzusatz gefüttert wurden. Keine der Ratten zeigte irgendwelche Abnormalitaten der vitalen Organe nach der post-mortemüntersuchung.
Die Versuche zeigten eine niedrige und annehmbare Toxizität zugleich mit einem erhöhten Nährwert der behandelten
Körner.
In einer ähnlichen Untersuchungsreihe wurden zerbrochene Milokörner, gekochte Milokörner, fein vermahlene
Milokörner und nach dem Verfahren der Erfindung mit einer Modifizierungslösung behandelte Milokörner an Hühnchen verfüttert,
die als Brathähnchen vorgesehen waren. Die Hähnchen, die mit dem MiIo gefüttert wurden, das nach dem Verfahren
der Erfindung behandelt worden war, erreichten ein 0,5 % größeres Körpergewicht in einer Woche als die Hühnchen,
die mit zerbrochenen Milokörnern gefüttert worden waren.
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1 ft
Die Hähnchen, die mit den Milokörnern gefüttert wurden,
die nach dem Verfahren der Erfindung behandelt worden waren, erreichten das gleiche Körpergewicht wie die Hähnchen,
die mit den gekochten Milokörnern gefüttert wurden jedoch waren in diesem Fall 2,77 % weniger Futtermittel
notwendig und dadurch wurde eine bessere Ausnutzung des Futtermittels erreicht. Die Hähnchen, die mit den nach
dem Verfahren der Erfindung behandelten Milikörnern gefüttert wurden, zeigten eine um h. % größere Gewichtszunahme
in einer Woche als die Hähnchen, die mit zermahlenen Milokörnern gefüttert wurden. Jedoch wurde in diesem Fall
ψ 0,9 % mehr Futtermittel verbraucht. Dies ergibt eine um
3,2 % vorteilhaftere Futtermittelwirksamkeit bei Körnern,
die nach dem Verfahren der Erfindung behandelt wurden. Das nach dem Verfahren der Erfindung behandelte Milokorn wurde
in folgender Weise behandelt: Es wurden h $>
einer Lösung nach Zusammensetzung II zu Wasser zugesetzt und die so hergestellte Lösung wurde zu dem Milokorn zugegeben, und
zwar in einer Menge von 3»5 Gewichtsprozent des behandelten Korns. Man ließ das Korn über Nacht stehen und dieFlockung
wurde vor dem Verfüttern durchgeführt.
Bei einem weiteren Versuch wurde eine Tonne Milokorn mit einem Lite^/des o.a. Modifizierungsmittels behandelt,
wobei ausreichend Wasser zugesetzt wurde, um den Feuchtigkeitsgehalt
des Korns von 2 euf 3 % zu erhöhen. Man ließ das behandelte Korn über Nacht stehen und am folgenden Tag
wurde das Korn kaltgewalzt. Die entstandenen Flocken wurden über eine 90-Tage-Periode an Vieh verfüttert,, Eine Köntrollserie
des gleichen Viehs wurde mit unbehandeltem trockengewalzten Milokorn über den gleichen Zeitraum gefüttert.
Das mit dem unbehandelten Korn gefütterte Vieh zeigte eine
tägliche Gewichtszunahme von 1 l/2 kg. Das Vieh, das mit dem nach dem Verfahren der Erfindung behandelten Korn gefüttert
wurde, zeigte eine durchschnittliche Körpergewichtszunahme pro Tag von über 2 kg. Bei einer anderen Versuchsserie wurde ein Liter des Modifizierungsmittels je Tonne
des Korns verwendet und ausreichend Wasser, um den Feuchtigkeitsgehalt des Korns auf 5 % zu erhöhen. Man erhielt
in etwa die gleichen Ergebnisse.
10 9 819/1108
Die obenangegebenen Kornmodifizierungsröittellösungen
wurden mit Wasser in einem Verhältnis von 142 g der Modifizierungslösung
auf 5,68 1 Wasser (2,6 $>ige Lösung) gemischt und mit trockener Gerste in einer Menge von 75>7 1 des Modif
izierungsmittels je t der Gerste vermischt» Die Gerste wurde durch Dampfeinspritzen auf 93 — 104 G vorerhitzt und
gewalzt, um in Floclcenform gebracht zu werden. Im Vergleich
zu unhehandelter Gerste erforderte die behandelte Gerste 9 % weniger Energie um in Flockenform gebracht zu werden,
wobei alle anderen Bedingungen beim Walzen die gleichen waren. Der verminderte Energieverbrauch ist ein Anzeichen, daß
der Korncharakter durch die Behandlung mit dem Modifizierungsmittel
naoh der Erfindung verändert worden ist. Es wurden auch wie bereits erwähnt flachere Flocken mit einer besseren
Kohäsionskraft und mit einem erhöhten Nährwert erzeugt.
Wurde reguläres Korn (Gerste) auf dünnen Walzen gewalzt, dann wurde ein Energieverbrauch von 42 Ampere am Walzenraotor
ψ festgestellt; war das Korn mit dem Modifizierungsmittel naoh
der Erfindung vorbehandelt worden, dann reduzierte sioh die am Walzenmotor fertiggestellte Ladung auf durchschnittlich
33 Ampere, und die Flocken waren dünner, etwas glänzender, besassen eine geringere Dichte und die Hülse neigte dazu,
sich vom Endosperm abzutrennen, wobei eine flache etwas adhäsive Flocke zurückblieb. Die ansonsten nachteilige Bildung
von Pulverprodukten konnte überhaupt nicht festgestellt werden.
109819/1108
Wasser, das zum Besprühen von geschnittener Luzern verwendet wurde, um aus diesen Heuwürfel herzustellen, wurde mit
einer Modifizierungslösung nach der vorliegenden Erfindung
behandelt, wobei 0,33 '- 1 Gew.fo verwendet wurden. Man konnte
ein erleichterte Herstellung der Würfel feststellen, einen auf das Mindestmaß reduzierten Verlust von Stab, eine verbesserte
Produktion und einen verbesserten Nährwert.
In diesem Versuchsbeispiel wurde Korn nach dem Erfindungsverfahren
behandelt und man konnte bedeutend verbesserte jFlokkeneigenschaften
feststellen, eine beschleunigte Stärkegelierung, eine bessere Verformbarkeit des Korns und eine bessere
!•'lockenkohäsion. 1,5 1 der Modifizierungslösung nach der Erfindung
(wobei eine der obenangegebenen Zusammensetzungen verwendet wurden) wurde in 45,4t 1 - 56,8 1 Wassers verdünnt
und je t des Korns verwendet. Das so behandelte Korn wurde bei einer Temperatur zwischen 82 ->
103° C über einen Zeit-« raum von 5-15 min gekocht. Es konnte festgestellt werden,
daß die optimale Kochzeit etwa bei 8 min liegt« Nach dem Kochen
wurde dann das Korn auf einer Standardwalzenmühle gewalzt,
wobei die gewünschte !«'lockendicke mit den Walzen eingestellt wurde. Es wird angenommen, daß die Härte und Integrität
der Flocke duroh einen Verschweißungs- bzw. Verschmelzungsvor«
gang auf der Oberfläche der Stärketeilchen vor sich geht. Es muß darauf hingewiesen werden, daß eine Standarddampfkochvorrichtung
ohne Hochdruck bei dem Verfahren nach der Erfindung verwendet wurde und dadurch wirtschaftlich gearbeitet werden
konnte.
1098T ft/1108
Die Modifizierungslösung nach der Erfindung kann auf
Korn oder Trockenfutter durch Aufsprühen der gewünschten Menge aufgebracht werden, während dieses gefördert oder vermischt
wird, wie beispielsweise in einer Transport- oder Förderschnecke. Das so hergestellte Produkt kann als Nahrungsoder Futtermittel ohne eine weitere Behandlung verwendet werden,
es kann über bestimmte Zeiträume bis zu einem Verwaisen aufbewahrt werden oder es kann auch direkt nach der .Anbringung
des Modifizierungsmittels warm- oder kaltgewalzt werden. Die
Modifizierungslösung kann auch mittels Dampf, Y/assereinspritzvorrichtungen
oder Pumpen beigemischt werden, bevor das Korn | gekocht oder durch Walzen vorerhitzt wird. Die Modifizierungslösung
nach der Erfindung kann aufgesprüht oder mit Trockenfutter vermischt werden wie beispielsweise mit Heu, Luzerne,
und zwar vor dem Zerschneiden desselben. Dadurch wird die Herstellung von Trockenfutterwürfel oder Pellets gefördert,
der Nährwert erhöht und der Staubanfall vermindert.
Die spezielle Anwendungsart des Verfahrens nach der Erfindung hängt selbstverständlich von den entsprechenden Walzmitteln
und Bedingungen ab.
Die beim Verfahren nach der Erfindung ablaufenden physikalischen
und chemischen Reaktionen sind im einzelnen nicht ^ bekannt, es wird jedoch angenommen, daß der Stärkecharakter
der Körner durch die Behandlung mit einer saueren Lösung bei hohen Temperaturen zu einer teilweisen Dextrinierung der
Rohrstörke führt, wie dies beispielsweise durch das gelatineartige
Aussehen der heißen Flocken angezeigt wird. Die Flocken erhalten nach Abkühlen eine glatte kohäsive Oberfläche..
Die Sulfonate erzeugen niedrige Oberflächenspannungen
und eine verbesserte Feuchtigkeitsabsorption. Das Lignosul-
10 9 8 19/1108
fonat und die Säure haften eine auflösende Wirkung auf die
Bestandteile der Samenhülle. Die Säure macht das Kalziumphytat im Korn zugänglicher für die Verdauung durch ein
Tier. Die Kombinationen der verschiedenen heim Verfahren nach der Erfindung verwendeten Materialien erlauben ein
besseres Durchdringen der Flüssigkeit durch die Zellulose der KornSamenhüllen in das Endosperm.
Aus den obigen Ausführungen ist zu ersehen, daß ganze
Körner mit einem niedrigen Feuchtigkeitsgehalt mit der Kornmodifizierungslösung
nach der Erfindung behandelt werden können und dadurch einen wesentlich Feuchtigkeitsgehalt er«
halten und 24 - 48 Std. aufbewahrt werden können, damit die chemische Reaktion in den Körnern vollständig abläuft. Dann
kann das Korn in Ganzform verfüttert werden, und man erhält dadurch eine größere Nährwertwirksamkeit als mit den dünnen,
in Flockenform gebrachten Körner^ die in Standarddampfwalzen hergestellt worden sind« Bei Anwendung des Verfahrens nach
der Erfindung und dem Modifizierungsmittel nach der Erfindung
sind die herkömmlichen Dampf« und Walzvorrichtungen für solche Kornarten wie beispielsweise Weizen, Roggen, Gerste, Nlilo u.
dgl. nicht mehr notwendig und kleinere Farmer und Tierzüchter können ebenfalls vorteilhafte Ernährungsvorteile erreichen,
ohne daß eine teuere Vorrichtung notwendig wird. Das Verfahren nach der Erfindung führt zu einer schnelleren Gewichtszunahme
bei den mit dem Produkt nach der Erfindung gefütter« ten Tieren und zu einer wirtschaftlicheren Aufzucht dieser
Tiere.
Die nach dem Verfahren der Erfindung behandelten Körner zeigen besondere Vorteile gegenüber den in herkömmlicher Weise
hergestellten, in Flockenform gebrachten Futtermitteln oder mit anderen herkömmlichen Verfahren behandelten Körner, Die
dünnen Kornflocken können leichter gekaut und wiedergekäut
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werden und die hauptsächlichen Digerierungsprozesse im Magen laufen viel leichter al), ganz 'gleich ob es sich um digastrisehe
oder monogastrische Lebewesen handelt. Die dünnen Kornflocken
nach der Erfindung ermöglichen einen leichteren und innigeren Zugang der Verdauungsenzyme der Pansenmikroflora
zu den Stärkebereichen des Korns, wodurch der Digerierungs-Dzw. der Verdauungsprozess erleichtert wird und eine gute
Assimilation ermöglicht wird, Auf der anderen Seite erfordert der hohe Feuchtigkeitsgehalt der ganzen nach dem Verfahren
der Erfindung behandelten Körner einen stärkeren Kau- oder Wiederkauprozeß, wodurch wiederum mehr Speichelenzyme freigemacht
werden und auf das ganze Korn einwirken. Das längere ^ Kauen durch das Tier ersetzt das bisher erforderliche mechanische
Walzverfahren der Körner und führt zu einer erhöhten Absonderung
von Speichelenzymen, die den Verdauungsprozeß fördern und eine größere Wirksamkeit des Nahrungsmittels bewirken,
Es wird angenommen, daß die Kombination der chemischen Bestandteile des Modifizierungsmittels nach der Erfindung
zu einer vorteilhaften Kombination von Ansäuerung, Hydrolyse, Sulfonierung, Phosphorylierung und Enzymeinwirkung führt,
wodurch die wasserunlösliche Stärke in dem Endosperm in eine wasserlösliche Form umgewandelt wird, die besser assimiliert
wird. Dadurch kommt es zu einer besseren Energieausbeute,
einer schnelleren Gewichtszunahme und zu einer vorteilhafteren
W Produktion bei geringeren Kosten.
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Claims (1)
- Dr. REINHOLD SCHMIDT Dipl.-Wirtsch.-Ing. AXEL HANSMANN Dipl.-Phys. SEBASTIAN HERRMANNP 20 47 165.2 München,den 22. Januar 1971Elmer H0 Pults '^ .,,.,.Ihr Zeichen Unser ZeichenDr.La/vLNEUE PATENTANSPRÜCHE1. Verfahren zum Behandeln und Modifizieren von Getreide— körnern, Trockenfutter und äergl. zwecks Verbesserung der physikalischen und chemischen Emährungs eigenschaften und zur Erleichterung der mechanischen Verarbeitung, dadurch gekennzeichnet, daß die Getreidekörner mit einer wässrigen Modifizierungslösung behandelt werden, die .Lignosulfonat, eine Säure und ein Benetzungsmittel enthält.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß etwa 10 bis 50 Gewichts-^ Lignosulfonat, etwa h bis 20 Gewichts—$ einer Säure, etwa 0,3 ois 4 Gewichts—^ eines Benetzungsmittels und etwa 28 bis 85,7 Gewichts-^ Wasser in der Modifizierungslösung enthalten sind.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Lignosulfonat Ammoniumlignosulfonat, Natriumlignosulfonat und Kalziumlignosulfonat und als Benetzungsmittel Alkylarylsulfonate und Athenylenoxidkondensate verwendet werden.h. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3» dadurch gekennzeichnet, daß die Säure Phosphorsäure, Salzsäure, Schwefelsäure, Zitronensäure, Essigsäure, ßuttersäures Lävulinsäure,Patentanwälte Dipl.-Ing. Martin Licht, Dipl.-Wirtscff.-tn^r/oiel Hausmann, Dipl.-Phys. Sebastian Herrmann8 MÖNCHEN 2, THE RES I ENSTRASSE 33 - Tetefon: 281202 · Telegramm-Adresse: LipaJSiiMündiEn Bayer. Veroinsbank München, Zweigst. Oskar-von-Müler-Rrng, Kta.-Nr. 882495 · Postscheik-Kontr. Mündten Mr. 16339/Oppenauer Büro: PATENTANWALT DR. REINHOLD SCHMIDTGluconsäure, Milchsäure oder Propionsäure ist.5» Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Säure eine 75 %ige Phosphorsäure verwendet6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5» dadurcia gekennzeichnet, daß die Getreidekörner nach der Behandlung mit der Modifizierungslösung annähernd 12 bis 48 Stunden gelagert werden.ψ 7. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Körner nach der Behandlung mit der Modi— fizierungslösung gewalzt werden.8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Körner nach der Behandlung mit der Modi— fizierungslösung bei einer Temperatur zwischen annähernd 82 bis 103° C über einen Zeitraum von 5 bis 15 Minuten gekocht werden.9. Verfahren naeh den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Getreidekörner nach der Behandlung mit der Modifizierungslösung mechanisch bearbeitet werden.10„ Modifizierungslösung zur Behandlung von Körnern zwecks Verbesserung der Verwalzung der Körner zu Flocken, Erleichterung der mechanischen Verarbeitung und Verbesserung der Ernährungseigenschaften, dadurch gekennzeichnet, daß sie etwa 10 bis 50 Gewichts—% eines Lignosulfonats, etwa 4 bis 20 Gewichtsprozente einer Säure, etwa 0,3 bis k Gewichts-^ eines Benetzungsmittels und etwa 28 bis 85,7 Gewichts-^ Wasser enthält.109819/1108Z, Z, ~*γ, y^ 204716Slio Modifizierungslösung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Lignosulfonat Amoniumlignosulfonat, Natriumlignosulfonat und/oder Ealziumlignosulfoxtat und das Benetzungsmittel ein Alkylarylsulfonat und/oder ein Äthylenoxidkondensat ist.12. Modifizierungslösung nach den Ansprüchen 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Säure Phosphorsäure, Salzsäure, Schwefelsäure, Zitronensäure, Essigsäure, Buttersäure, Lävulinsäure, Gluconsäure, Milchsäure und/oder Propionsäure ist.13, Modifizierungslösung nach den Ansprüchen 10 Ms 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Säure aus einer 75 %igen Phosphorsäure besteht,,14c Modifiziertes Nahrungsmittel, gekennzeichnet durch vorbehandelte Getreidekörner, in. die eine wässrige saure Lösung aus Lignosulfonat und einem Benetzungsmittel absorbiert worden ist und die die Reaktionsprodukte der Kornstärke mit dem Lignosulfonat enthaltene15. Modifiziertes Nahrungsmittel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Plockenform besitzt.109819/1108
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Legal Events
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---|---|---|---|
C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
EHJ | Ceased/non-payment of the annual fee |