DE2043902C3 - Zurichtung von Leder - Google Patents

Zurichtung von Leder

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DE2043902C3
DE2043902C3 DE19702043902 DE2043902A DE2043902C3 DE 2043902 C3 DE2043902 C3 DE 2043902C3 DE 19702043902 DE19702043902 DE 19702043902 DE 2043902 A DE2043902 A DE 2043902A DE 2043902 C3 DE2043902 C3 DE 2043902C3
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Wulf Von Dr. 5090 Leverkusen Bonin
Walter Dr. 5000 Koeln Schroeer
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    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C11/00Surface finishing of leather
    • C14C11/003Surface finishing of leather using macromolecular compounds
    • C14C11/006Surface finishing of leather using macromolecular compounds using polymeric products of isocyanates (or isothiocyanates) with compounds having active hydrogen

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Description

Weichmachern weich gemacht werden, um die Knick- 50 Die Herstellung der unter a) genannten PoIy-
echtheitswerte von damit ausgerüsteten Ledern auf urethane bzw. Polyharnstoffe erfolgt nach den be-
ein akzeptierbares Niveau zu bringen. Da jedoch die kannten Verfahren der Polyurethanchemie, durch Um-
Knickechtheit und Zügigkeit von Collodiumzisrich- sctzung von endständige Hydroxyl- bzw. Amino-
tungen auch nach Zusatz von Weichmachern immer gruppen aufweisenden höhermolekularen Verbindun-
noch als mäßig zu beurteilen ist, können in der Praxis 55 gen mit Polyisocyanaten, gegebenenfalls in Gegenwart
nur sehr dünne Aufträge auf das Leder erfolgen, in der von niedermolekularen Kettenverlängerungsmitteln.
Regel als Schlußappretur für wäßrig grundierte Leder. Dabei können die Mengenverhältnisse der Reaktions-
Die Abdeckung der Leder ist auch bei relativ hohen piartner entweder so gewählt werden, daß endständigs
Auftragsmengen als mittelmäßig zu bezeichnen. Hydroxyl- bzw. Aminogruppen aufweisende PoIy-
Ebenfalls Stand der Technik ist die Verwendung von 60 addukte erhalten werden, oder auch so, daß isoPolyurethanen zum Beschichten von Leder. So ver- cyanatendständige Polyaddukte erhalten werden. Die wendet man organische Lösungen von Polyestern oder in den erfindungsgemäß zu verwendenden Kombi-Polyesterurethanen zusammen mit Polyisocyanaten nationen eingesetzten Polyurethane bzw. Polyharnz. B. zur Herstellung von Lackleder. Werden dabei zur stoffe weisen Molekulargewichte von 1000 bis 200 000 Erzielung einer guten Wirkung relativ niedermoleku- 65 auf. Bevorzugt werden entweder endständige Hydrcxyllare Polyurethane mit guter Löslichkeit in Form von bzw. Aminogruppen aufweisende Polyaddukte des konzentrierten Aufträgen auf das Leder gebracht, be- Molekulargewichtsbereichs 5000 bis; 200 000, insansprucht die Vernetzungsreaktion mit den iso- llwsondere 15 000 bis 80 000, oder endständige Iso-
cyanatgruppen aufweisende Polyaddukte des Moleku- wie z. B. Dimerisations- und Trimerisationsprodukte
largewichtsbereichs 1000 bis 50000, insbesondere von mehrfunktionellen aliphatischen und/oder aro-
2000 bis 20000, eingesetzt. matischen Isocyanaten, wie Toluylendiisocyanat oder
Bei der Herstellung der Polyurethane bzw. Poly- Toluylendiisocyanat mit Hexamethylendiisocyanat,
harnstoffe können beliebige, mindestens zwei Hydroxyl- 5 das Additionsprodukt von 3 Mol 2,4-ToluyJendiiso-
und/oder Aminogruppen aufweisende Verbindungen cyanat an 1 Mol Trimethylolpropan, Tri-(4-isocyanato-
des Molekulargewichtsbereichs 500 bis 20 000, be- phenyl)-thiophosphorsäureester, das aus Hexamethy-
vorzugt 1000 bis 3000, eingesetzt werden. Beispiele lendiisocyanat und Wasser zugängliche Biurettriiso-
für derartige Verbindungen sind die in der Poly- cyanat oder auch technische Polyisocyanatgemische,
urethanchemie bekannten Polyester, Polyesteramine, io wie sie bei der Phosgenierung von Anilin-Form-
Polyäther, Polythioäther, Polyacetale, welche ge- aldehyd-Kondensaten erhalten werden,
gebenenfalls bereits Urethangruppierungen enthalten, Bei den unter e) genannten Hilfsmitteln handelt es
oder auch endständige Hydroxyl- oder Aminogruppen sich um Katalysatoren, w:e z. B. die NCO/OH-Re-
aufweisende Polysiloxane. Bevorzugt werden Poly- aktion beschleunigende tertiäre Amine, Blei- oder
ester aus aliphatischen Diolen und aliphatischen Di- 15 Zinnverbindungen, die Glanzwirkung verändernde
carbonsäuren, wie z. B. Polyester aus Adipinsäure und Füllmittel, wie z. B. Kieselsäure, Aluminiumsilikate,
einem Glycol, wie Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Talkum, Kieselgur oder Metallsalze von Fettsäuren,
Hexamethylendiol oder 2,2-Dimethylpropandiol-l,3, sowie die üblichen den Verlauf, die Netzwirkung, Haf-
eingesetzt. tung usw. günstig beeinflussenden Zusatzstoffe.
Als Polyisocyanatkomponente können die in der ao Die unter b) genannte Nitrocellulose wird in Mengen
Polyurethanchemie bekannten Polyisocyanate, wie von 20 bis 1000, vorzugsweise 30 bis 200 Gewichts-
z. B. Toluylendiisocyanate, 4,4'-Diisocyanatodiphenyl- prozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Poliy-
methan oder Hexamethylendiisocyanat, eingesetzt harnstoffe, eingesetzt,
werden. Die unter c) genannten Acrylate werden in Mengen
Als gegebenenfalls mitzuverwendende Kettenver- 15 von 10 bis 1000 Gewichtsprozent, vorzugsweise 20 bis längerungsmittel mit einem Molekulargewicht unter 300 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane 500 können beliebige, mindestens zwei Hydroxyl- und/ bzw. Polyharnstoffe, eingesetzt,
oder Aminogruppen aufweisende Verbindungen ein- Geeignete: Lösungsmittel für die Komponenten a) gesetzt werden. Bevorzugte Kettenverlängerungsmittel bis e) sind insbesondere beliebige, keine gegenüber Isosind Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Tetramethylen- 30 cyanatgruppen reaktionsfähige Gruppen aufweisende diol, Hexamethylendiol oder auch höherfunktionelle Lösungsmittel, wie Aceton, Methyläthylketon, Me-Alkohole, wie Trimethylolpropan. thylisobutylketon, Diisobutylketon, Tetrahydrofuran,
Polyurethane, d. h. Polyaddukte aus Polyisocyanaten Essigsäureäthylester, Essigsäurebutylester, Methyl-
und mehrwertigen Hydroxyiverbindungen, werden bei bzw.Äthylglycolaoetat, Dimethylformamid, Methylen-,
der Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden 35 thylen- oder Propylenchlorid oder aromatische
Kombinationen gegenüber den Polyharnstoffen be- Kohlenwasserstoffe,
vorzugt. Die Menge an Lösungsmitteln wird im allgemeinen
Als unter b) genannte Nitroverbindungen sind die so gewählt, daß die Lösungen rührbar sind und keine
handelsüblichen Collodiumwollen einzusetzen. Der Tendez zur Ausbildung von Gel-Klümpchen zeigen.
Viskoüitätsgrad der Wollen kann von niedrigmolekular 40 Unter »Lösung« werden in diesem Zusammenhang be-
bis zu hochmolekular reichen. Die in handelsüblichen vorzugt Koiloidanteile enthaltende flüssige organische
Collodiumchips enthaltenen Weichmacher wirken sich Systeme verstanden, in denen unlösliche Kompo-
dabei nicht störend aus. nenten, wie z. B. Füllstoffe, dispergiert enthalten sein
Bei den unter c) genannten Acrylaten handelt es sich können. Auch bei Abwesenheit unlöslicher Kompo-
um Mischpolymerisate des Molekulargewichtsbereichs 45 nenten können gelegentlich Trübungen auftreten, die
15 00Ci bis 500000, vorzugsweise 25 000 bis 100 000, die guten Eigenschaften der Zurichtung jedoch nicht
die zu mehr als 50 Gewichtsprozent aus Estern der beeinträchtigen.
Methacrylsäure bzw. Acrylsäure mit einwertigen aii- Die Beschichtung bzw. Zurichtung von Naturleder phatischen Alkoholen aufgebaut sind. Derartige Ester erfolgt bei ausschließlicher Verwendung der besind insbesondere die Ester der genannten Säuren mit 50 schriebenen Kombinationen entweder in einem oder aliphatischen einwertigen Alkoholen mit 1 bis 12, vor- mehreren Aufträgen. In letzterem Fall sind die ersten zugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Acryl- Aufträge als Grundierungen anzusehen und können säuremethylester, Acrylsäureäthylester, Acrylsäure- dann dem vorliegenden zu beschichtenden Material propylester, Acrylsäurebutylester, Methacrylsäureiso- hinsichtlich Fülle und Abschlußwirkung wie auch hinbutylester, Methacrylsäureäthylester oder Methacryl- 55 sichtlich Weichheit angepaßt werden. Dies kann durch säurebutylester. Außer diesen genannten Estern können Variation der Konzentration der anzuwendenden Löbei der Herstellung der Acrylate Comonomere, wie sung oder durch Variation des Verhältnisses der z. B. Acrylsäure bzw. Methacrylsäure in Mengen von weicheren Acrylatkomponente zu der härteren Nitro-0,2 bis 10 Gewichtsprozent, Acrylnitril in Mengen bis cellulosekomponente geschehen,
etwa 20 Gewichtsprozent, Hydroxyl- oder Amid- 60 Als Grundierung angewandt, bietet die beanspruchte gruppen aufweisende Ester der genannten Säuren in Kombination eine sehr gute Haftfestigkeit anderer Mengen bis zu 10 Gewichtsprozent, sowie außerdem Polyurethan-Beschichtungen.
Vinylverbindungen wie Vinylacetat, Styrol oder Vinyl- Auch können beispielsweise die beschriebenen Zuhalogenide, mitverwendet werden. bereitungen auf in üblicher Weise narbenverfestigend
Bei den gegebenenfalls mit einzusetzenden unter d) 65 grundierte Leder aufgebracht werden. Die Kombigenannten Polyisocyanaten handelt es sich um die in nationen können auch als Schutzschicht auf nichtder Polyurethanchemie bekannten Verbindungen, ins- pigmentierten gefärbten, sogenannten Anilinledern, besondere jedoch solche mit niederem Dampfdruck, die gegebenenfalls mit Polymerisatdispersionen als
Grundierungen behandelt werden, aufgebracht werden, wobei sie vor allem die Wasserfestigkeit und die Schmutzresistenz dieser sehr empfindlichen Lederart verbessern.
Der Griff der Beschichtungen mit den wie beansprucht verwendeten Kombinationen kann beliebig durch MitverwenJung natürlicher, halbsynthetischer oder synthetischer nieder- oder hochmolekularer Verbindungen, wie z. B. Caprolactam, natürliche oder synthetische Wachse, Naturharze, in organischen Lösungsmitteln lösliche Polymerisate, Siükonöle und Alkohole mit einer längeren Kohlenwasserstoffkette, insbesondere mit einer Kettenlänge von 8 bis 20 C-Atomen, beeinflußt werden. Verlauf, Netzwirkung und Haftung der beanspruchten Kombinationen können außer durch den Verdünnungsgrad und durch Zusätze von in organischen Lösungsmitteln löslichen Netzmitteln, wie z. B. Silikonöle, durch die Art der Lösungsmittel, d. h. durch deren Lösevermögen, Siedepunkt, Verdunstungszeit, beeinflußt werJen. Der Auftrag der erfindungsgemäß zu verwendenden Zubereitungen erfolgt nach den in der Praxis üblichen Auftragsmethoden für organisch gelöste Substanzen mittels Luftspritzpistole, Airless-Spritzpistole, Gießauftrag durch eine Gießmaschine, durch Auftragswalzen oder Rakeln oder auch nach dem Umkehrverfahren. Ein Bügeln zwischen den Aufträgen und am Schluß mit Rotations- oder hydraulischen Pressen bei dafür üblichen Temperaturen verbessert die Glätte und den Abschluß der Leder. Die Trocknung der einzelnen Aufträge kann bei normaler oder bis zu einer 150°C erhöhten Temperatur in Trockenkammern oder Trockenkanälen erfolgen. Die Auftragsmengen für Beschichtungen mit den beanspruchten Zubereitungen liegen je nach Saugfähigkeit des Leders und je nach gewünschtem Effekt normalerweise zwischen 5 und 50 g pro Quadra'meter.
Herstellung der Ausgangskomponenten I. Herstellung der Ausgangskomponenten a)
710 Gewichtsteile eines Polymischesters aus Adipin säure und l,6-Hexandiol/2,2-Dimethylpropandi ol-(l,3), Glykolverhältnis 22:12, Molekularge- *:=ht 2000.
30 Gewichtsteiie
CH3
ί
HO-CH8-Si-O-
i
CH3
CH3 -Si-O-
CH3 ,
CH3
-Si-CH11-OH la CH3
220 Gewichtsteile Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat, 40 Gewichtsteile 1,4-Butandiol.
963 Gewichtsteile einer Polyestermischung aus gleichen Teilen eines Polyesters aus Adipinsäure und Äthylenglykol und eines Polyesters aus Adipinsäure und Diäthylenglykol, Molekulargewicht jeweils 2000,
68 Gewichtsteile 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat,
Isomerengemisch 65:32,
4 Gewichtsteile Trimethylolpropan.
A3:
1000 Gewichtsteile eines Polyesters aus Adipinsäure
und 1,6-HexandioI, Molekulargewicht 1000,
73 Gewichtsteile 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat, 4 Gewichtsteile Trimethylolpropan.
Die Umsetzung der Reaktionskomponenten kann nach den beiden nachstehend beschriebenen Verfahren durchgeführt werden:
a) Einstufenveirfahrcn (für A 1)
Ein wasserfreies Gemisch des Polyesters und Organosiloxans sowie Glykols wird mit dem Diisocyanat so umgesetzt, daß die Reaktionstemperatur möglichst 160°C nicht Überschreitelt (1 bis 3 Stunden), bis der Gehalt an freiem Isocyanat unter0,3% liegt. Das Polyurethan wird nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur granuliert und gelöst.
b) Zweistufenverfahren (für A 2 und A 3)
Man setzt zuerst Polyester und Polyisocyanat bei Temperaturen bis etwa 1400C um und anschließend
a5 das Verlängerungsmittel. Sonst verfährt man wie unter a).
1000 Gewichtsteile Polyurethangranulat Al, A 2 oder A 3 werden unter reinem Stickstoff allmählich in 9000 Gewichtsteilen Methyläthylketon gerührt. Die Lösung kann in einem V 2 A- oder Porzellankessel vorgenommen werden. Nach zwei- bis vierstündigem Rühren unter Rückflußkochen bildet sich eine einheitliche »Lösung« der schwach verzweigten und/oder vernetzten Polyurethane Al bis A 3.
II. Herstellung der Ausgangskomponenten 0)
Obgleich prinzipiell viele Lösungsmittel, wie Aceton, Methyläthylketon oder Benzol, geeignet sind, wird bevorzugt Äthylacetat als Lösungsmittel verwendet. Die radikalische Polymerisation der Monomeren kann mit verschiedensten Aktivatoren, wie Peroxyden, etwa Benzoylperoxyd oder auch Azoverbindungen, eingeleitet werden. Hier sei 2:. B. Azodiisobutyronitril als Aktivator verwendet.
- 45 Prinzipiell löst man die Monomeren im Lösungsmittel, fügt den Aktivator hinzu und erwärmt unter Rühren auf die Polymerisationstemperatur, bevorzugt 65 bis 85°C. Nach etwa 10 Stunden wird abgekühlt und die entstandene Polymerisatlösung gegebenenfalls auf den gewünschten Feststoffgehalt verdünnt bzw direkt der Verwendung zugeführt.
Die in den folgenden Beispielen verwendeten Acrylpolymeren haben folgende Zusammensetzung:
Acrylsäure
0 Oxypropyl-
methacrylat
Äthylacrylat
Butylacrylat
Vinylacetat
Durchschnittliches
Molekulargewicht
(108)
2 Beispiel 4
1 3 2,5
11 _ 2,5
4 96 3 95
9ii 67
10
70 20 95
80 55
Beispiel 1
Ein mit Anilinfarbstoff im Faß vorgefärbtes Rindoder Kalbnarbenleder mit Chromgerbung wird mit einem Grundicrungsansatz aus
Gewichtsteilcn einer für Lederzurichtungen handelsüblichen wäßrigen Polymerisatdispersion mit 40°/0 eines Mischpolymerisates aus Butadien und Acrylnitril,
Gewichtsteilen eines handelsüblichen weichgemachten Kaseinglanzes und
Gewichtsteilen Wasser
durch Plüsch- oder Spritzauftrag grundiert. Auf das so grundierte »Anilinleder« wird der nachstehend aufgeführte Appreturansatz durch Spritz- oder Gießauftrag aufgebracht:
Gewichtsteile einer 20°/0igen Lösung des Polyurethanes A 2 in Äthylacetat,
Gewichtsteile einer 10°/0igen Lösung von handelsüblicher CoHodiumwolle in Äthylacetat, die als 6°/0ige Lösung in Butylacetai 98/100%ig eine Viskosität von 5000 cP hat,
Gewichtsteile einer 20°/0igen Lösung von PoIyäifyläfrurssstei ifl Äihyjacetat._gemäß_ Herstellungsbeispiel H, 1,
Gewichtsteile eines Verdünnergemisches aus Äthylacetat, Butylacetat, Cyclohexanon und Toluol,
Gewichtsteile einer 75°/„igen Lösung eines noch Diisocyanatgruppen enthaltenden Umsetzungsproduktes aus Trimethylolpropan und Diisocyanatotoluol.
Nach einigen Minuten Trocknung resultiert eine seidenglänzende Beschichtung, die das natürliche Aussehen des gefärbten Leders nicht beeinträchtigt, die jedoch dessen Empfindlichkeit gegen Nässe und Schmutz beseitigt. Das in der beschriebenen Weise behandelte Anilinleder besitzt hervorragende Echtheitseigenschaften, vor allem hinsichtlich der Reib- und Stoßechtheit.
Beispiel 2
Ein in üblicher Weise gegerbtes und gefärbtes Lammfelleder für Handschuhzwecke wird mit folgender Flotte in einem Spritzauftrag zugerichtet.
Gewichtsteile einer 30°/oigen Lösung in Äthylacetat eines Polyurethans, das nach Beispiel A 1 hergestellt worden ist.
Gewichtsteile einer pigmentierten Collodiumlösung in Butylacetat mit einem Festgehalt von 13 °/„ Nitrocellulose, die als 14%ige Lösung in Butylacetat 98/100°/„ig eine Viskosität von 5000 cP hat,
Gewichtsteile einer 2O°/oigen Lösung eines PoIyacrylsäureesters in Äthylacetat gemäß Herstellungsbeispiel II, 2,
Gewichtsteile Äthylacetat,
Gewichtäieile Butylacetat,
Gewichtsteile einer 50%igen Lösung eines handelsüblichen isocyanatgruppenhaltigen Härters.
Man erhält auf diese Weise ein weiches, geschmeidiges, sich samtartig anfühlendes Leder mit gleichmäßiger Farbe, das schmutzabweisend ist und auch beim starken Verdehnen des so zugerichteten Leders keine Risse der Zurichtschicht aufweist. Bei einem abschließenden Abbügeln des Leders wird die Glätte noch weiter verbessert. Wird die Zurichtung ohne Polyacrylsäureester, also nur mit dem Polyurethan, der Nitrocellulose und dem Härter vorgenommen, resultiert ein Leder, das deutlich weniger und vor allem unegaler abgedeckt ist und statt des samtartigen weichen Ledergriffes einen härteren, weniger natürlich wirkenden Griff aufweist.
B e i s ρ i e 1 3
Ein nachgegeibtes, mit 280er-Papier geschliffenes Chromrindleder wird in üblicher Weise mit einer gut eindringenden, netzungsmittelenthaltenden Dispersion von Polymerisatbindern narbenfestigend imprägniert, getrocknet und mit 400er-Schleifpapier nachgeschliffen. Dieses Leder wird mit folgender Flotte in einem Gießoder Spritzauftrag grundiert:
300 Gewichtsteile einer 10°/0igen Lösung des PoIy- »o urethanes A 3 in Butylacetat,
100 Gewichtsteile einer pigmentierten, 15°/„ CoI-lodiumwolle enthaltenden Nitrocelluloselösung in Butylacetat/Methyläthylketon (1 :1), die als
22o/oige Lösung in Butylacetat 98/100°/0ig eine
*5 Viskosität vonT50ÖÖ cP hat,
50 Gewichtsteile einer 30°/oigen Lösung eines Polyacrylsäureester in Äthylacetat gemäß Herstellungsbeispiel U, 3,
250 Gewichtsteile Äthylacetat,
100 Gewichtsteile Butylacetat,
100 Gewichtsteile Toluol.
Nach dem Trocknen wird in einer hydraulischen Presse bei 70"C und 200 atü gebügelt odei ein Porennarben geprägt und anschließend nach Beispiel 1 der Offenlegungsschrift 1 494 845 appretiert. Das resultierende Leder weist eine Fülle und Egalität auf, die bei Verwendung gleicher Mengen anderer bisher üblicher Grundierungen nicht in dem gleichen Maße zu erzielen sind. Dabei bleibt das Leder weich und geschmeidig. Falls bei der angegebenen Grundierung der Zusatz der Lösung des Polyacrylsäureester unterbleibt, sind die Fülle und die Abdeckung der Lederoberfläche wesentlich verschlechtert. Die Appreturflotte dringt in diesem Fall deutlich stärker in das dann ungenügend abgeschlossene Leder ein, so daß unegal beschichtete und im Griff merklich härtere Leder resultieren.
Beispiel 4
Ein für die Fabrikation von Lackleder für Damenschuhe gegerbtes Leder wird mit 80er-Papier geschliffen. Als Grundierungsauftrag wird folgende SS Flotte mittels Gießmaschine aufgebracht:
160 Gewichtsteile einer 25°/„igen Polyurethanlösung
gemäß A 3 in Äthylacetat,
200 Gewichtsteile einer pigmentierten Collodiunv lösung in Butylacetat mit einem Festgehalt vor 10°/o, die als 10%ige Lösung in Butylacetai
98/100°/0ig eine Viskosität von 5000 cP hat, 270 Gewichtsteile einer 15*/oigen Lösung eines Poly acrylsäureester in Äthylacetat gemäß Her Stellungsbeispiel II, 4,
370 Gewichtsteile Methyläthylketon.
Nach dem Trocknen kann das Leder bereits nacl 1 bis 2 Stunden bei 700C und 200 atü gebügelt werden Die Fertigstellung zu Knautschlackleder erfolgt durcl
einen Gießauftrag einer üblichen Lacklederzurichtflotte. Nach dem Trocknen des Lackauftrages wird das Leder in trockenem Zustand in einem Faß mehrers Stunden gemillt, so daß ήη Knautschlackleder entsteht. Die Oberflächenruhe und Fülle der so lackierten Leder ist ungewöhnlich gut, der Griff weich, die Haftfestigkeit der Lackierung auf dieser Grundierung und der gesamten Zurichtung hervorragend. Fülle, Glanz und Weichheit der Lackleder werden merklich reduziert, wenn die Grundierung ohne Zusatz des PoIyacrylüäureesters vorgenommen wird.
Beispiel 5
Ein faßgefärbtes, leicht nachgegerbtes Chromziegenleder für Bekleidungszwecke wird mit den nachstehenden Kombinationen zugerichtet, wobei sich die beiden nacheinanderfolgenden Aufträge durch Variationen der Verhältnisse zwischen Polyurethan, Nitrocellulose und Polyacrylsäureester in ihrer Härte unterscheiden. Der erste Auftrag, der mehr Polyacryisäureäthylester enthält, ist weicher eingestellt als der zweite, der als abschließende Schicht die Echtheitseigenschaften noch verbessert.
Erster Auftrag
60 Gewichtsteile einer 15°/oigen Polyurethaniösung,
gemäß A 2 in Äthylacetat,
40 Gewichtsteile einer pigmentierten Nitrocelluloselösung in Äthylacetat mit einem Festgehalt von 13°/o Collodium, welches als 25°/?ige Lösung in Butylacetat 98/100°/oig eine Viskosität von 5000 cP aufweist,
120 Gewichtsteile einer 15%igen Lösung eines PoIyacrylsäureesters in Äthylacetat gemäß Herstellungsbeispiel II, 5,
700 Gewichtsteile Methyläthylketon,
80 Gewichtsteile Äthylglykolacetat,
1 Spritzauftrag, trocknen, bügeln bei 90°C/50atü.
Zweiter Auftrag
125 Gewichtsteile der Polyurethanlösung des erster Auftrages,
75 Gewichtsteile einer farblosen Lösung obiger Collodiums in Äthylacetat mit einem Festgehal von 13%,
ίο 30 Gewichtsteile einer 20°/0igen Polyacrylsäure esterlösung in Äthylacetat gemäß Herstellungs beispiel III, 5,
200 Gewichtsteile Äthylacetat,
300 Gewichtsteile Buiylacetat,
ts 200 Gewichtsteile Toluol,
50 Gewichtsteile Äthylglykolacetat,
20 Gewichtsteile eines handelsüblichen isocyanat· gruppenhaltigen Härters,
1 Spritzauftrag, trocknen, nach Wunsch millen irr ao Faß, schlußbügeln bei 70°C/100 atü.
Die auf diese Weise beschichteten Bekleidungsledei zeichnen sich durch gute Fülle und Egalität und hoh( Kratzfestigkeit aus, sie sind farbecht und wasserabstoßend. Der Griff ist dabei tuchartig weich und angenehm glatt.
Die in den vorangegangenen Beispielen hergestellter Zurichtungen zeichnen sich neben einem sehr weicher Griff, bei vorzüglichem optischem Aussehen durch hervorragende Echtheiten bei der Knickbeanspruchung aus und verleihen dem Leder sehr gute Beständigkeit in Trageversuchen gegen irreversible Beeinträchtigung der Eigenschaften durch Verschmutzung, so daß das Leder pflegeleichte Eigenschaften erhält. Darübei hinaus erlaubt die erfindungsgemäße Art der Zurichtung durch die enorme Füllwirkung und Deckkraft die Verwendung geringer Auftragsmengen, so daß durch den geringen Substanzverbrauch Kosten eingespart werden.

Claims (2)

  1. 2 043
    ι
    cyanatgruppenhaltigen Härtern eine so lange Zeit, daß
    Patentanspruch: erst nach mehreren Stunden trockene, stapelfähige
    Leder vorliegen. Ein guter Abschluß und eine gute
    Verwendung von Lösungen in organischen Fülle des Leders werden dann erhalten, wenn man so Lösungsmitteln von Kombinationen aus 5 viel Substanz auf das Leder aufbringt, daß Schicht-
    a) Polyurethanen und/oder Polyharnstoffen mit dicken von 20 bis 300 μ erreicht werden. Durch solche endständigen Hydroxyl- bzw. Aminogruppen dicken Schichten vernetzter Polyurethane wird der oder endständigen Isocyanatgruppen des Mole- Ledercharaktcr nicht unerheblich verändert. Die Leder kulargewichtsbereichs 1000 bis 200000, her- werden verhärtet und im Griff plastikartig.
    gestellt durch Umsetzung von endständige io Auch der Zusatz von Nitrocellulose zu solchen Hydroxyl- oder Aminogruppen aufweisenden Systemen ist bekannt. Hierdurch wird der Verlauf geVerbindungen des Molekulargewichts 500 bis fördert, die Flexibilität der erhaltenen Filme nimmt 20 000 mit Polyisocyanaten, gegebenenfalls jedoch stark ab. Abschluß und Fülle der Ledeirunter Mitverwendung von Kettenveriänge- beschichtung wird dabei praktisch nicht verbessert,
    rungsmitteln mit einem Molekulargewicht von 15 Es wurde nun überraschend gefunden, daß ma:n unter 500, Lederbeschichtungen, die in relativ geringer Schichl;-
    b) 20 bis 1000 Gewichtsprozent, bezogen auf die dicke aufgetragen eine hervorragende Abdeckung und Polyurethane bzw. Polyharnstoffe, an ge- vorzügliche Echtheiten des Leders ergeben, ohne Vergebenenfalls Weichmacher enthaltender Nitro- lust des natürlichen, weichen,, geschmeidigen Ledercellulose, ao grifl's erhält, wenn man zur Zurichtung der Leder
    c) 10 bis 1000 Gewichtsprozent, bezogen auf die Lösungen in organischen Lösungsmitteln spezieller Polyurethane bzw. Polyharnstoffe, an Poly- Kombinationen aus Polyurethanen, Nitrocellulose, acrylatendesMolekulargcwichtsbereichsiSOOO Polyacrylaten und gegebenenfalls Polyisocyanaten verbis 500 000, wendet.
    d) gegebenenfalls Polyisocyanaten und »5 Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit die
    e) gegebenenfalls den üblichen Hilfsstoffen, wie Verwendung von Lösungen in organischen Lösungs-Beschleunigern oder Stabilisatoien, mitteln von Kombinationen aus:
    zur Zurichtung von Leder. a) Poiyurethanen und/oder Polyharnstoffen mit endständigen Hydroxyl- bzw. Aminogruppen oder
    3° endständigen Isocyanatgruppen des Molekular-
    gewichtsbereichs 1000 bis 200 000, hergestellt durch Umsetzung von endständigen Hydroxyl-
    -.. ,, , _, , , _ . „ oder Aminogruppen aufweisenden Verbindungen
    Die Verwendung von Polyacryhaureestern in Form des Molekufarge^ichts 500 bis 20 000 mit PoIy-
    von wäßrigen Dispersionen ist bekannt. Sie werden 35 isocyanaten, gegebenenfalls unter Mitverwendung
    eingesetzt zum Grundieren von Leder, wobei die phy- von Kettenverlängerungsmitteln mit einem McIe-
    «kalischen Echtheitswerte der Zunchtung schlecht kulargewicht von unter 500
    sind, so daß die Leder anschließend mit einer reib- b) 2Q b? 1000 Gewichtsprozent, bezogen auf die
    festen Appretur, z. B. auf Basis Kasein oder Nitro- Polyurethane bzw. Polyharnstoffe, an gegebenen·
    cellulose, versehen werden müssen Auch die Verwen- 40 falls J Weichmacher enthaltender Nitrocellulose,
    dung von Polyacrylsaureestern in Form von Lösungen c) 10 bis 1000 Gewichtsprozent, bezogen auf die
    in organischen Losungsmitten, gegebenenfalls .η Polyurethane bzw. Polyharnstoffe, an Polyacrylat-
    Kombination mit Polyisocyanaten, ist bekannt. Solche ^n des Molekulargewichtsbereichs 15 000 bis
    Beschichtungen ergeben bei den üblichen Auftrags- 500 000
    mengen Lederoberflächen mit der zu erwartenden 45 d) gegebenenfalls Polyisocyanaten und
    r-ulle und Abdeckung. e) gegebenenfalls den üblichen Hilfsstoffen, wie Be-
    Auch die Verwendung von Nitroce lulose bei der schleunigem oder Stabilisatoren,
    Lederzurichtung ist Stand der Technik. Die Nitro- mf Zurichtu^ von Ledern.
    cellulose muß durch erhebliche Zusätze von üblichen
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