DE2038043C3 - Verfahren zur Trennung der Xylolisomeren durch selektive Adsorption - Google Patents
Verfahren zur Trennung der Xylolisomeren durch selektive AdsorptionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trennung der Xylolisomeren durch selektive Adsorption an
Zeolithen, deren Natriumionen durch andere Metallionen ausgetauscht sind, unter Adsorptionsbedingungen
in der Flüssig- oder Gasphase und anschließende Desorption des selektiv adsorbierten Isomeren. Die
Trennung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß man als Adsorbens einen überwiegend in der Kaliumform
vorliegenden Zeolithen vom Typ Y einsetzt.
p-Xylol ist eine wichtige Zwischenverbindung bei der
Gewinnung von Terephthalsäure. Terephthalsäure wird bei der Herstellung verschiedener synthetischer Fasern
verwendet, wie z. B. von Dacron. Der ständig zunehmende Bedarf an solchen Fasern läßt die Nachfrage
nach p-Xylol entsprechend steigen.
Bisher wurde p-Xylol gewöhnlich nach einem Kristallisationsverfahren gewonnen, bei welchem Gemische
aus p-Xylol, m-XyloI, o-Xylol und/oder Äthylbenzol verschiedener Abkühlungsstufen unterworfen
werden. Durch das Abkühlen wird eine an p-Xylol reiche Kristallfraktion aus dem Gemisch ausgefällt; das
an p-Xylol verarmte Filtrat wird dann in den Kreislauf zurückgeführt oder vollkommen aus dem System
entfernt. Durch ein Verfahren solcher Art kann p-Xylol in hoher Reinheit gewonnen werden, jedoch sind
außerordentlich große Kühlkapazitäten erforderlich. Diese und die entsprechenden Anlagenkosten machen
dieses Verfahren außerordentlich kostspielig. Ein solches Verfahren ist z.B. in der US-PS 29 85 694
beschrieben; dort werden drei oder mehr Kristallisationsstufen angewendet.
In der US-PS 31 26 425 wurde auch bereits vorgeschlagen.
Xylolgemische an einem weitporigen Molekularsieb aufzutrennen. Dabei wurde erkannt, daß unter
den verschiedenen Isomeren das p-Xylol diejenige Verbindung ist. die am wenigsten an einem Sieb
absorbiert wird: die Absorption von m-XyloI war z. B. an den dort angegebenen Sieben weit erfolgreicher.
In der USPS 31 14 782 wird ein Verfahren zur
Trennung von aromatischen Isomeren, die in Kohlenwasserstoffgemischen enthalten sind, wie Xylolisomeren,
durch selektive Adsorption an Zeolithen, deren Natriumionen durch andere Metallionen ausgetauscht
sind, in der Flüssig- oder Gasphase und anschließende Desorption des selektiv adsorbierten Isomeren beschrieben.
Der vorstehend erwähnte, große Bedarf an p'Xylol
macht neue Gewinnurigsverfahfen für p-Xylol erforderlich,
die nicht der großen Kühlungskapazitäten der herkömmlichen Verfahren bedürfen und bisherigen
Verfahren gegenüber überlegen sind.
Es wurde nun überraschend gefunden, daß ein Xylol, Vorzugsweise p-Xylol, aus Gemischen mit mindestens
einem anderen Ca-Aromaten bevorzugt absorbiert wird, wenn dieses Gemisch unter Absorptionsbedingungen
mit einem Molekularsieb vom Y-Typ in Berührung gebracht wird, das überwiegend Kaliumionen enthält
bzw. in der Kaliumform vorliegt. Mit dem Ausdruck »überwiegend in der Kaliumform vorliegend« soll
gesagt werden, daß 75 bis 99% und mehr des Natriums, vorzugsweise 80 bis 99% und besonders 85 bis 98%,
gegen Kalium ausgetauscht worden sind. Gemäß einer
ίο bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung wird
das p-Xylol von dem Sieb desorbiert, indem über das beladene Sieb Dampf geleitet wird. Die Absorption
kann entweder in der flüssigen oder in der Dampfphase stattfinden; wenn jedoch die flüssige Phase angewendet
wird, wird es vorgezogen, eine inerte Trägerflüssigkeit zusammen mit oder unmittelbar im Anschluß an den
Beschickungsstrom über die Siebschicht zu leiten.
Das hohe Kieselsäure/Tonerde-Verhältnis des Y-Siebes
gestattet es, für die Desorption Dampf zu
!0 verwenden, jedoch können auch andere Mittel zur
Desorption angewendet werden. Hierzu gehören z. B.
polare Desorbentien, wie z. B. Ammoniak sowie n-Paraffineund Vakuum.
p-Xylol findet sich normalerweise im Gemisch mit
>5 o-Xylol, m-Xylol und Äihylbenzo!. Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird p-Xylol von mindestens einem der vorstehend genannten Bestandteile oder aus irgend
einer Kombination derselben abgetrennt. Die Reihenfolge des Absorptionsvermögens des überwiegend in
μ der Kaliumform vorliegenden Y-Siebs lautet: p-Xylol
> Äthylbenzol > o-Xylol > m-Xylol. Durch geeignete Auswahl von Beschickungsströmen und Verfahrensstufen
kann mittels der vorliegenden Erfindung jedes der Isomeren von einem anderen abgetrennt werden. So
kann sogar reines m-Xylol als erster Ausfluß aus dem Absorbenten erhalten werden, wenn die drei Isomeren
neben Äthylbenzol in einem Beschickungsstrom enthalten sind. Es muß betont werden, daß nur ein vorwiegend
in der Kaliumform vorliegendes Y-Molekularsieb für
,o Abtrennungen gemäß dieser Erfindung verwendet werden kann.
Das Sieb, das erfindungsgemäß verwendet werden soll, wird hergestellt, indem 75 bis 99% und mehr der
Natriumionen in einem Molekularsieb vom Y-Zeolith-
ö typ. vorzugsweise 80 bis 99% und besonders 85 bis 98%,
gegen Kaliumionen ausgetauscht werden.
In der US-PS 31 30 007 wird das Molekularsieb vom Y-Zeolithtyp beschrieben. Die Kristalle eines Y-Zeoliths
bilden im wesentlichen ein dreidimensionales
,o Netzwerk aus S1O4- und AIOvTetraedern, die durch
beiden zugehörige Sauerstoffatome vernetzt sind. Die Valenzen eines jeden Aluminium enthaltenden Tetraeders
werden dadurch ausgeglichen, daß in dem A!uminosilikat-Net7werk ein Kation, wie z. B. ein
,5 Natriummetallion, enthalten ist. Die Hohlräume in dem Netzwerk werden durch Wassermoleküle eingenommen.
Die Dehydration zum Zwecke der Erzielung des niedrigsten Hydrationsgrades führt zu einem Kristall,
der mit Kanälen von Moleküldimensionen durchzogen
r,o ist, welche eine hohe Selektivität und einen großen
Oberflächenbereich für die Absorption bestimmter Moleküle bieten, Die chemische Grundformel für
Y-Zeolith, ausgedrückt in Molen Von Oxiden, kann wie
folgt beschrieben werden:
"rj (0,9+ 0,2) Na2O; Al2O3: WSiO2:-YH2O,
wobei W ein Wert größer als 3 und bis zu 6 und X ein
Wert von etwa 9 sein kann,
25
JO
Ein Y-Molekularsieb, das erfindungsgemäß verwendet wird, kann beispielsweise ein SiO2/AbO3-Molverhältnis
von etwa 3 bis etwa 6 aufweisen.
Der Ionenaustausch des Y-Molekularsiebs gegein
Kalium kann nach verschiedenen Verfahren erfolgen. Das nachstehend beschriebene Verfahren stellt eine
bevorzugte Methode zum Austausch von Natrium gegen Kalium dar.
Die Natriumform des Y-Moiekularsiebs wird hydrothermisch
mit einer wäßrigen Lösung eines Kaliumsalzes behandelt, wobei das Chlorid, Nitrat oder Carbonat
bevorzugt werden. Die Behandlung besteht darin, dall die pulverformigen Y-Siebpartikel mit der Lösung bei
Temperaturen zwischen Raumtemperatur und etwa 8;!
bis 1040C gerührt werden. Es wird ein Überschuß an π
Kaliumionen über die zum Ersatz der in einem Y-Sieb normalerweise enthaltenden Natriumionen stöchiometrisch
erforderlichen Menge angewendet, wobei ein Oberschuß von muidestens 2 MoI bevorzugt wird.
Nachdem sich ein Gleichgewicht zwischen dem Sieb >ü
und der Austauschlösung eingestellt hat, was gewöhnlich in 1 bis 2 Stunden erreicht ist, wird die überschüssige
Flüssigkeit durch Filtrieren, Dekantieren oder Zentrifugieren entfernt. Dann wird eine zweite Behandlung in
gleicher Weise durchgeführt, gefolgt von einer dritten und einer vierten, wenn ein maximaler Austausch von
Ionen erwünscht ist. Mindestens 2 Behandlungen sollten durchgeführt werden.
Die Flüssigkeit wird entfernt, und die Feststoffpartikel werden frei νο>· Chloridionen gewaschen, wenn
Kaliumchlorid als das Austauschsalz orler die Quelle für Kaliumionen verwendet wurde. Die Festsloffpartikel
werden dann getrocknet und zu Tablet'en, Preßlingen
oder zu irgend einer anderen belieoigen Gestalt verformt. Diese werden bei Temperaluren bis zu etwa
6500C in Luft calciniert, um alles überschüssige Wasser
zu entfernen und alle Nitrat- oder Carbonat-Ionen zu
zerstören, sofern solche als Austauschmaterialien verwendet wurden und zurückgeblieben sind.
Der Beschickungsstrom für das erfindungsgemäße Trennungsverfahren kann von beliebiger Herkunft sein.
Ein Gemisch aus C^Aromaten, das die verschiedenen Xylolisomeren und Äthylbenzol enthält, kann aus der
Dampfkrackung von Kohlenwasserstoffölen, aus Kohleteer oder aus der Reformierung von Kohlenwasserstoffölen
bei der Erdölverarbeitung stammen. In jedem Falle wird eine Cs-Aromaten-Fraktion vor der Abtrennung
durch Destillation oder auf andere geeignete Weise angereichert. Außerdem kann das Cg-Aromaten-Produkt
oder der entsprechende Beschickungsstrom aus einem Isomerisierungsverfahren als Beschickung für
das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden.
Jede beliebige Kombination von p-Xylol und den anderen Xylolisomeren und/oder Äthylbenzol stellt eine
geeignete Beschickurg für das erfindungsgemäße Verfahren dar. Der Beschickungsstrom wird über das
vorwiegend in der Kaliumform vorliegende Y-Molekularsieb entweder in flüssiger oder gasförmiger Phase
geleitet. Wenn der Beschickungsstrom in flüssiger Phase Vorliegt, kann ein flüssiger Träger gleichzeitig mit oder
unmittelbar im Anschluß an den Beschickungsstrom über das Sieb geleitet werden,
Zu den inerten Trägern, die verwendet werden können, gehören die folgenden: Aromaten, die weniger
fest gebunden werden als die Xylole, Normal· und Iso'Paraffine, Olefine, Naphthene und Gemische dersel·
ben. Die wesentlichen Voraussetzungen für einen inerten Träger sind:
45
50
(1) Er muß bei den Reaktionsbedingungen ein flüssiges Material sein, das nicht mit den Xylolen oder
dem Molekularsieb unter den Adsorptions- oder Desorptionsbedingungen reagiert; (2) Er muß leicht von
dem Xylolprodukt abgetrennt werden können. Beispiele hierfür sind C2- bis Cis-Normal- und Isoparaffine,
normale und verzweigte C2- bis C^-OIefine, Benzol,
Tetralin, Decalin und halogenierte Derivate derselben. Die bevorzugten Verdünnungsmittel für die Verwendung
als Waschmittel sind Paraffine mit niedrigem Molekulargewicht, Olefine und Benzol. Diese stellen
wirksame Waschmittel für nichtadsorbiertes Xylol dar und können leicht von dem p-Xylol-Produkt abgetrennt
werüen; Beispiele sind: Pentan, Isopentan, Hexan oder Penten. Bei Fehlen eines verdünnenden Waschmittels
wird die Einführung des Beschickungsstromes als Dampfphase vorgezogen.
Das Verdünnungsmittel macht, wenn ein solches der Beschickung zugesetzt wird, etwa 10 bis 90 Gew.-% des
Besehickungssirüffics, vorzugsweise 30 bis 70% und
besonders 40 bis 60% aus. Die Anwesenheit des Verdünnungsmittels ist wichtig für einen erfolgreichen
Betrieb in flüssiger Phase, weil das Verdünnungsmittel dazu dient, die Hohlräume des Siebes freizuspülen,
während der Beschickungsstrom darübergeleitet wird. Die bevorzugte Methode unter Anwendung einer
Flüssigphasenadsorption wird wie folgt durchgeführt:
1) Der aus gemischten Xylolen und/oder Äthylbenzol bestehende Beschickupgsstrom wird in flüssiger Phase,
entweder unverdünnt oder mit dem inerten flüssigen Träger verdünnt, über das Adsorbens geleitet, bis die
gewünschte Ausflußzusammensetzung erreicht ist; dies
kann das Gleichgewicht sein, bei dem Ausfluß und Beschickung die gleiche Zusammensetzung haben.
2) Ein inerter flüssiger Träger wird über das Adsorbens geleitet, um die nichtadsorbierten Xylolveiunreinigungen
aus den Zwischenräumen auszuwaschen.
3) Das Adsorbens wird durch Damp; oder andere Mittel desorbiert, wobei ein Desorbat gebildet wird,
welches reines Paraxylol und die inerte Trägerflüssigkeit enthält.
4) Das p-Xylol-Produkt und die Trägerflüssigkeit werden durch Fraktionierung oder auf andere Weise
getrennt.
Somit besteht, wenn die Desorption stattfindet, das gewonnene Produkt im wesentlichen aus p-Xylol, und
die Menge an Verunreinigungen, wie Athylbenzol, m-XyloI und o-Xylol wird bei einem Minimalwert
gehalten, weil diese Materialien aus den Zwischenräumen
ausgespült wurden und deshalb in dem Sieb nicht mehr enthalten sind.
Das Gemisch wird über das Molekularsieb in der Dampfphase mit einer Geschwindigkeit von 0,01 bis 10
Gewichtsteilen Beschickungsstrom/Stunde/Gewichtsteil Sieb, vorzugsweise von 0,1 bis 5 Gew.-Teilen/Std./
Gew.-Teilen geleitet. Für den Fall, daß der Beschikkungsstrom in flüssiger Phase über das Molekularsieb
geleitet wird, wird eine Beschickungsgeschwindigkeit von 0,1 bis 5 Gew.-Teilen/Std^Gew^Teilen, vorzugsweise
von 0,2 bis 2 Gew.-Teilen/Std./Gew/Teilen angcwen*
det.
Die bevorzugte Adsorptionstechnik gemäß der Erfindung ist ein Kreislaufverfahren, jedoch kann auch
ein kontinuierliches Verfahren angewendet werden.
Typische Kreislaufzeiten liegen bei 10 bis 240 Minuten und besonders bei 15 bis 120 Minuten. Die
Temperaturen während der Adsorption können in der Dampfphase innerhalb eines weiten Bereiches schwan-
ken. Brauchbare Grenzen liegen bei etwa 93 und 427°C, vorzugsweise bei 93 und 371°C und insbesonders bei
149 und 316°C. In der flüssigen Phase liegen die Temperaturen bei 10 bis 93 und insbesonders bei 21 bis
66° C. Der Druck kann sehr unterschiedlich sein. Für den Dampfphasen-Betrieb liegen die Drücke zwischen
0,006865 und 6,865 bar Oberdruck und insbesonders zwischen 0,6865 und 3,433 bar Überdruck. In flüssiger
Phase sollte der Druck genügend groß sein, um eine flüssige Phase bei der angewendeten Temperatur
aufrechtzuerhalten.
Ein typisches Gemisch, das nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren behandelt werden kann, enthält etwa 10 bis 30 Gew.-% p-Xylol, 30 bis 50 Gew.-% m-XyloI, 10
bis 30 Gew.-% o-Xylol und 10 bis 30 Gew.-% Äthylbenzol.
Obgleich die bevorzugte Trennung gemäß der vorliegenden Erfindung die Abtrennung von p-Xylol
von mindestens einem der anderen Isomeren und/oder von Äthylbenzol ist kann die Erfindung auch dazu
verwendet werden, irgendeines der C8-Äromaien in
reiner Form zu gewinnen, wenn geeignete Adsorptionsund Desorptionsstufen und -techniken angewendet
werden. Wie bereits erwähnt wurde, besteht eine bestimmte Reihenfolge, in welcher die verschiedenen
Xylolisomeren und Äthylbenzol von einem überwiegend in der Kaliumform vorliegenden Y-Molekularsieb
angezogen werden.
Im Anschluß an jeden p-XyloI-Adsorptionszyklus auf
dem Sieb muß das p-Xylol desorbiert werden. Wegen der großen Beständigkeit des Y-Siebes kann eine
Dampf-Desorption angewendet werden. Da Dampf leicht anzuwenden und wirtschaftlich ist, wird es
vorgezogen. Dampf für die Desorption von p-Xylol oder irgendeiner anderen, auf dem vorwiegend in der
Kaliumform vorliegenden Y-Molekularsieb adsorbierten Verbindung anzuwenden. Der Dampf sollte
während der Desorption bei einer Temperatur von 93 bis 37 Γ C vorzugsweise von 149 bis 260° C gehalten
werden; der Druck kann zwischen 0.006865 und 20.595 bar Überdruck, vorzugsweise zwischen 0.6865
und 6,865 bar Überdruck liegen. Der Dampf wird mit einer Geschwindigkeit von 0,1 bis 10 Gew.-Teilen/Stdy
Gew.-Teilen. vorzugsweise von 0.5 bis 2 Gew.-Teilen/ StdVGew .-Teilen über die Schicht geleitet. Das aus dem
Sieb gewonnene p-Xylol kann nach der Desorption leicht vom Dampf abgetrennt werden. Sowohl das
p-Xylol als auch der Dampf werden gekühlt, um sie zu flüssiger Phase zu kondensieren. Die Flüssigkeiten
werden in einem Absetzgefäß gesammelt und die Wassersrhicht wird vom Boden des Gefäßes abgezogen.
Die Kohlenwasserstoff- oder p-Xylolschicht wird
vom Kopf des Gefäßes entnommen und kann in diesem Zustand verwendet werden oder durch Behandeln mit
einem geeigneten Trocknungsmittel, wie Tonerde, π
Silikagel oder einem 4A-Molekularsieb oder mittels anderer bekannter Mittel getrocknet werden.
V.s können aber auch wohlbekannte andere Desorptionsverfahren
angewandt werden. Hierzu gehört die Desorption mittels Vakuum, wobei bei einer Temperatür
von 38 bis 316°C für die Dauer von 10 bis 120 Minuten ein Druck von 0,000687 bis 0,3433 bar
angewendet werden kann. Außerdem kann jedes andere bekannte Desorptionsmittel verwendet werden. So
kann z.B. Desoiption bewirkt werden, indem ein bs
η-Paraffin, z. B. eines im Bereich von CU bis etwa Ci2, wie
n-Penlan, bei erhöhten Temperaturen über die beladene Schicht geleitet wird. Auch Aromalen können dazu
verwendet werden, das p-Xylol bei erhöhter Temperatur aus der Schicht zu verdrängen. Polare Verurängungsmittel,
wie SO2, Kohlendioxid, Glycole, wie Äthylenglycol und Propylenglycol, halogenierte Verbindungen,
wie Methylenchlorid, Äthylchlorid, Methylfluorid, nitrierte Verbindungen, wie Nitromethan, können
ebenfalls verwendet werden, um das Sieb zu desorbieren.
Die Verdrängungsmittel können im Gegenstrom oder im Gleichstrom über das Sieb geleitet werden; eine
Gegenstromdesorption wird bevorzugt Die Tempera türen während der Desorption liegen zv/ischen 149 und
316° C, der Druck zwischen 0,686 und 6,86 bar Überdruck. Der Desorptionszyklus dauert etwa 10 bis
120 Minuten, vorzugsweise 20 bis 60 Minuten.
Ein hesonders wirksames Verdrfmgungsmittel hat die
allgemeine Konfiguration
R1
N — R,
N — R,
wobei Ri, R2 und R3 Wasserstoffatome oder Q- bis
Cs-Aikylreste darstellen. Vorzugsweise sind Ri, R2 und
R3 Wasserstoffatome, d. h. das bevorzugte Verdrängungsmittel ist Ammoniak.
Nach wiederholten Adsorptions-Desorptions-Zyklen verliert das überwiegend in der Kaliumform vorliegende
Y-Sieb an Kapazität. Durch Brennen des Siebes kann im wesentlichen die gesamte ursprüngliche Kapazität
wiederhergestellt werden.
In diesem Beispiel wurde eine gemischte Ce-Aromaten-Beschickung
die p-Xylol, m-XyloI und Äthylbenzol enthielt, mit Y-Molekularsieb, das überwiegend, d. h. zu
etwa 97%, in der Kaliumform vorlag, behandelt, um das p-Xylol abzutrennen. Das Sieb wurde folgendermaßen
hergestellt:
Die Natriumform des Y-Molekularsiebs wurde
hydrothermisch dreimal mit einem dreifachen Überschuß an Kaliumchloridlösung ausgetauscht Nach dem
letzten Austausch wurden die Siebpa; tikel mii entsalztem
Wasser frei von Chloridionen gewaschen. Die Siebpartikel wurden dann getrocknet, zu Tabletten
verpreßt, auf eine Teilchengröße von 0,42 bis 1,17 mm zerkleinert und an der Luft bei 538°C calciniert, bevor
sie in dem vorliegenden Versuch eingesetzt wurden. Etwa 80 g der zerkleinerten Teilchen wurden in einen
vertikalen Glasreaktor gegeben, der mit Heizsystem, Temperaturkontrolle. Produktauffang und Beschikkungseinlaß
ausgerüstet war.
Der Beschickungsstrom enthielt die fo'genden Komponenten
in den angegebenen Mengen:
Beschickung
p-Xylol
m-Xy!ol
Äthylenbenzol
m-Xy!ol
Äthylenbenzol
Gew.%
24 58 18
Etwa 8 g des aromatischen Beschickungsgemisches wurden verwende t. Die Beschickung wurde am Kopf
der Kolonne eingegeben; sie lief über das Sieb mit einer Geschwindigkeit von 0,2 Gew.-Teilen/StdyGcw.-Teilen
bei einer Temperatur von 149 bis 2040C und Umgebungsdruck ab, wobei sie in Dampfphase vorlag.
Das Sieb wurde mit dem Bcschickungsstroin für etwa 30
Minuten in Berührung gebracht. Der Abfluß wurde in dem Produktauffang beim Austritt aus dem Boden der
Kolonne kondensiert. Am Ende des Adsorptionszyklus wurde innerhalb von 5 Minuten mit der Desorption
begonnen. Desorption wurde erreicht, indem Dampf mit einer Geschwindigkeit von etwa I Gcw-'Tcil/StdVCicw.-Teil
für etwa 30 Minuten bei etwa 177°C und einem Dnick von 0,9807 bar über die Schicht geleitet wurde.
Nach dieser Zeit war die Schicht im wesentlichen desorbiert, wie daran erkannt werden konnte, daß kein
Kohlenwasserstoff mehr im Dampf festzustellen war.
Das Desorbal wurde gaschromatographisch analysiert
und enthielt 27% Athylbcnzol, 38% m-Xylol und 35
Gew.-% p-Xylol. Es ist somit klar, daß das p-Xylol im is
Vergleich zu m-Xylol und Äthylbenzol selektiv adsorbiert wird. Die ersten 0,1 Gew.-TyGcw.-T. des Abflusses
enthielten 100 Gew.-% m-Xylol, woraus hervorgeht, daß die vorliegende Erfindung dazu verwendet werden
kann, reines m-Xylol abzutrennen.
Um p-Xylol in hoher Reinheit zu erhallen, kann ein stufenweiser Adsofplions-Desorptionsbetrieb durchgeführt
werden. Ein solcher wird im nachstehenden Beispiel beschrieben, in welchem die gleiche Ausrüstung
und die gleichen Verfahrensbedingungen wie in Beispiel I angewendet wurden. In diesem Beispiel wurde das
Desorbat aus dem Zyklus 1 als Beschickung für den Zyklus 2 verwendet. Das Produkt aus dem Zyklus 2
wurde als Beschickung für den Zyklus 3 verwendet,usw. bis zu vier Zyklen. Weitere Zyklen können durchgeführt
werden, um die Reinheit des p-Xylols auf jeden beliebigen Wert zu bringen.
Zyklus I
Zyklus 2
Zyklus 3
Zyklus 4
| Beschickung, Gcw.-% | 58 | 38 | 15 | 5 |
| m-Xylol | 24 | 35 | 62 | 80 |
| p-Xylol | 18 | 27 | 23 | 15 |
| Äthylbenzol | ||||
| Ausfluß, Gew.-% | 100 | 69 | 28 | 30 |
| m-Xylol | - | 5 | 40 | 64 |
| p-Xylol | - | 26 | 32 | 6 |
| Äthylbenzol | ||||
| Dampfdesorbat, Gew.-% | 38 | 15 | 5 | - |
| m-Xylol | 35 | 62 | 80 | 95 |
| p-Xylol | 27 | 23 | 15 | 5 |
| Äthylbenzol | 5 der Adsor | Dtion 40 Tabelle II | ||
| zeiet. daß die Reihenfolei | ||||
von Cs-Aioniaicn au überwiegend, d. ii. £u ciwä 37νύ,
aus der Kaliumform bestehenden Y-Sieben lautet: p-Xylol > Äthylbenzol > m-Xylol. Ähnliche Versuche
mit einer o-Xylol enthaltenden Beschickung zeigten, daß diese stärker als m-Xylol, jedoch schwächer als
Äthylbenzol adsorbiert wird.
Das System kann somit bei geeigneten Verfahrensstufen dazu verwendet werden, nach Belieben einen
reinen Strom eines jeden der Cg-Aromaten zu gewinnen. In der Praxis wird der Ausfluß aus jeder Stufe
als Beschickung in eine vorhergehende Stufe zurückgeführt, um die Ausbeute von p-Xylol auf einen
Maximalwert zu bringen.
Um festzustellen, ob die der Kaliumform des Y-Siebes eigene Adsorpticnsselektivität auch von anderen,
größerporigen Sieben gezeigt wird, wurden Vergleichsversuche angestellt Dabei wurden 7,5 g getrocknetes
Adsorbens mit 15 ml flüssiger Beschickung ins Gleichgewicht gebracht, die aus 19% m-Xylol, 19% p-Xylol
und 62 Pentan bestand. Wenn das Gleichgewicht nach einer Stunde erreicht war, wurden von der Flüssigkeit
Proben gezogen und gaschromatographisch analysiert. Das Verhältnis von m- zu p-Xylol in der Gleichgewichtsprobe
ist ein Maß für die relative Adsorption der Xylole am Adsorbens. Alle Versuche wurden in flüssiger
Phase bei 23,5" C und Umgebungsdruck vorgenommen.
Adsorbens
1:1-Be-
schickungs-
verhältnis
Verhältnis mzu p-Xylol im
Ausfluß
Ausfluß
■45
50
55
60
65
| Kalium Typ Y | 2,26 | 909 647/89 | 1 |
| Natrium Typ Y | 1,01 | ||
| 25 % Kalium Typ Y \ 75 % Natrium Typ Y j |
ι n-i | i | |
| Rubidium Typ Y | I | ||
| Caesium Typ Y | 1,42 | I | |
| Strontium Typ Y | 0,98 | ||
| Barium Typ Y | 0,86 | ||
| Wasserstoff Typ Y | 1,04 | ||
| Zink Typ Y | 1,00 | ||
| Magnesium Typ Y | 0,92 | ||
| Kupfer Typ Y | 0,86 | ||
| Nickel Typ Y | 1,03 | ||
| Blei Typ Y | 0,82 | I | |
| Mangan Typ Y | 1,25 | ||
| Kobalt Typ Y | 0,82 . | ||
| Eisen Typ Y | 0,86 | I | |
| Natrium 13 X | 0,93 | I | |
| Kalium 13 X | 1,09 | i | |
| Alcium 13 X | 1,01 | I | |
| Offretit | 1,03 | ||
| Erionit | 1,04 | ||
| 5 A | 1,03 | 1 | |
| 1,03 | iä |
Diese Tabelle zeigt, daß
(1) ein im wesentlichen vollkommener Kaliumaustausch
notwendig ist, um eine hohe Selektivität zu erzielen,
(2) nur BId- Und Rubidium Typ Y eine Selektivität für
p-Xyloladsorption zeigen und diese im Vergleich zu/ taliumform klein ist, und
(3) kein 13 X oder anderes gelestetes Sieb eine
nennenswerte Selektivität aufweist.
In einem Versuch, bei dem die Ausrüstung und die Verfahrensbedingungen von Beispiel 1 angewendet
wurden, wurde eine Beschickung aus 20 Gew.-% π o-Xylol, 46 Gew.-% m-Xylol, 20 Gew.-% p-Xylol und 14
Gew.-% Äthylbenzol mit einem überwiegend in der Kaliumform vorliegenden Y-Molekularsieb behandelt.
Der erste Ausfluß aus dem Adsorbens bestand aus 11% o-Xylol, 87% m-Xylol und 2% Äthylbenzol, wie durch 2<i
gaschromatische Analyse festgestellt wurde; dies beweist erneut die relative Reihenfolge der Adsorption
an dem Sieb.
In diesem Beispiel wurden die gleiche Ausrüstung und die gleichen Bedingungen wie in Beispiel 1 angewendet,
sofern nichts anderes angegeben ist Es ging darum, die Merkmale einer flüssigen und einer dampfförmigen
Adsorption eines überwiegend, d. h. zu 97% aus der Kaliumform bestehenden Y-Molekularsiebs bei der
Adsorption von Ca-Aromaten miteinander zu vergleichen. Die jeweiligen Alpha-Werte für die Abtrennungen
in der flüssigen und der Dampfphase wurden wie folgt verglichen:
p-Xylol-Molfraktion !Absorbierte
An^ere Cg-Molfraktion / Phase
Al h· VV t - An_
p-Xylol-Molfraklion In ...
Andere Ce-Molfraktion/ Beschlckun8
Andere Ce-Molfraktion/ Beschlckun8
uie VYcrie wuruen ernaiten, indem nussige und
dampfförmige Beschickungsgemische bekannter Zusammensetzung mit 60 g Adsorbens ins Gleichgewicht
gebracht wurden, bis die Ausflußzusammensetzung die gleiche wie die der Beschickung war. Die flüssigen
Beschickungsgemische wurden bei 25,5°C mit dem Sieb in Berührung gebracht; sie bestanden aus:
2ii.
35
40
45
ίο
Verbindung
p-Xylol
m-Xylol
Äthylbenzol
m-Xylol
Äthylbenzol
Gew.-»,
25
57
15
57
15
Die Dampfphasengemische wurden bei 1600C
dem Sieb in Berührung gebracht; sie bestanden aus:
dem Sieb in Berührung gebracht; sie bestanden aus:
Verbindung
p-Xylol
m-Xylol
Äthylbenzol
m-Xylol
Äthylbenzol
Gew.-0,
40
40
20
40
20
Überschüssige flüssige Beschickung wurde durch eine Wäsche mit n-Pentan nach der Flüssigphasenadsorplion
entfernt; es wurde also ein inertes Verdünnungsmittel verwendet, um Verunreinigungen aus den Zwischenräumen des Siebs zwischen den Adsorptions- und
Desorptionszyklen zu entfernen. Wie in Beispiel I wurde das Adsorbens in allen Fällen durch Dampf
idesorbiert und das Desorbat gaschromatographisch analysiert.
Die folgenden Ergebnisse wurden erhalten:
| Tempe | Phase | Alpha- |
| ratur | Wert | |
| C |
P-Xylol/m-Xylol 25,5 nüssig 12-18
p-Xylol/Äthylbenzol 25,5 flüssig 3
p-Xylol/m-Xylol 160 Dampf 3,5-4,5
p-Xylol/Äthylbenzol 160 Dampf 1,9
1) Flüssigphasenabtrennung in Kombination mit einer Wäsche mit einem inerten Verdünnungsmittel ergibt
höhere Selektivitäten für die Abtrennung von p-Xylol von seinen Isomeren.
2)Äthylbenzol ist die aromatische CVVerbindung, die
ism schwierigsten von p-Xylol zu trennen ist, jedoch
einen so großen Trennfaktor hat, daß die Abtrennung möglich ist. Zu beachten ist, daß in der Dampfphase der
Alpha-Wert 1,9 ist, während er in der Flüssigphase 3 ist.
Der Flüssigphasenbetrieb ist also für die Abtrennung von p-Xylol von Äthylbenzol wesentlich wirksamer.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Trennung der Xylolisomeren durch selektive Adsorption an Zeolithen, deren Natriumionen durch andere Metallionen ausgetauscht sind, unter Adsorptionsbedingungen in der Flüssig- oder Gasphase und anschließende Desorption des selektiv adsorbierten Isomeren, dadurch gekennzeichnet, daß man als Adsorbens einen überwiegend in der Kaliumform vorliegenden Zeolithen vom Typ Y einsetzt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US84986669A | 1969-08-13 | 1969-08-13 | |
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|---|---|
| DE2038043A1 DE2038043A1 (de) | 1971-03-04 |
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|---|---|---|---|
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