-
Bremsanordnung, insbesondere Bremssattel für eine Zweikreis-Scheibenbremse
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bremsanordnung, insbesondere einen Bremssattel
für eine Zweikreis-Scheibenbremse mit in einem Zylinder angeordneten und vom Druckmittel
beaufachlagten Kolben, der mittel- oder unmittelbar einen Bremsbelag gegen die BremEscheibe
drückt.
-
Bei Zweikreis-Bremzanlagen für Kraftfahrzeuge gibt es Systeme, d.
h.
-
Bremskreiaaufteilungen, bei denen beide Kreise auf ein Rad oder eine
Radgruppe oder auch auf alle Räder wirken. In einfachster Weise wUrde dies erfordern,
daß bei Scheibenbremsen jeweils zwei von Je einem Kreis beaufschlagte Bremssättel
dem betreffenden Rad zugeordnet werden. Eine solche Maßnahme wäre aber nicht nur
sehr aufwendig, sondernauch-die Platzverhältnisse würden dies nicht immer zulassen0
Man hat daher schon einen Bremesattel entwickelt, der vier Zylinder besitzt, von
denen jeweils zwei gegenüberliegende Zylinder Je einem besonderen Kreis zugeordnet
sind. Ein solcher Bremssattel hat naturgemäß eine gröbere Ausdehnung in Umfangsrichtung
der Bremsscheibe, da zwei Zylinder in Umfangarichtung gesehen nebeneinander biegen.
Dieser Mehraufwand
führt naturgemäß zu höheren Kosten und - falls
wie meistens üblich, die Bremsen an den Rädern angeordnet sind - zu einer zusätziicheii
Erhöhung der unabgefederten Massen. Bei Ausfall eines Kreises wird die Bremawirkung
entweder von dem ersten Zylinderpaar oder dem zweiten Zylinderpaar erzeugt. Die
Bremsbeläge werden somit bei Ausfall eines Kreises an dem in Umfangsrichtung gesehen
vorderen oder hinteren Kolben beaufschlagt.
-
Bei einer anderen bekannten Anordnung (DOS 1 480 277/63c, 51.02) besitzt
der Bremssattel nur zwei Bremszylinder, die sich gegenüber liegen und von denen
jeder einem anderen Bremskreis zugeordnet ist.
-
Solange beide Kreise bei diesem Bremssattel in Ordnung'sind, wirkt
der Bremssattel, als ob er von einem einzigen Kreis beaufschlagt wäre. Fällt jedoch
ein Bremskreis aus, so wird nur noch der Bremsbacken der einen Saite gegen die Bremsscheibe
gedrückt. Damit jedoch in diesem Falle ebenfalls eine gewünschte Bremswirkung erzielt
wird, muß der Bresattel oder die Scheibe axial beweglich ausgebildet sein, damit
durch die Reaktionskraft auch der Bremsbacken der anderen Seite gegon die Breusscheibe
gedrückt werden kann. Zusätzlich suß jeder Kolben einen sogenannten Liiftepielbegrenzer
besitzen, damit der Kolben des ausgefallenen Kreises nicht vollständig in den Zylinder
zurUckgedrängt werden kann. Wäre eine solche Begrenzung des Lüftspiele nicht vorgesehen.
wäre das B)remsvolumen des anderen Kreises zur Erreichung der geforderten Bresswirkung
in vielen Fällen nicht ausreichend. Dies Ausbildung eines Bremssattels ist also
äußerst aufwendig, und zum einwandfreien Betrieb sind eine Menge zusätzlicher Vorkehrungen
notwendig.
-
Die vorliegende erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Bremssattel
für eine Zweikreisbremae zu schaffen, der ebenfalls nur zwei gegenüberliegende Kolbenzylinderanordnungen
besitzt.
-
Außerdem erfolgt die Beaufschlagung der Bremsbacken durch die Kolben
immer gleichmäßig an der betreffenden Stelle, gliichgültig ob beide Kreise oder
jeweils nur einer der beiden Kreise wirksam sind bzw.
-
ist. Wesentlich ist ferner dabei, daß bei Ausfall eines Kreises weder
der Bremssattel noch die Bremsscheibe axial beweglich zu sein braucht.
-
Außerdem ist eine kosplizierte Begrenzung der Kolben gegen RUckwellung
nicht erforderlich. Der remssattel gemäß der Erfindung ist einfach in der Herstellung
und außerdem äußerst betriebssicher.
-
Wesentlich ist ferner, daß die Erfindung in einfacher Weise < ch
bei Radbremszylindern für Trommelbremsen anwendbar ist.
-
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der Kolben als in
seinem Außendurchmesser abgesetzter Stufenkolben ausgebildet ist, und dieser mit
der entsprechend ausgebildeten Zylinderwand einen dem kleineren Durchmesser des
Stufenkolbens entsprechenden Druckraum für den einen Bremskreis und einen der Differenz
der beiden Außendurchmesser des Stufenkolbene entsprechenden ringförmigen Druckraum
für den snd.ren Bremskreis bildet.
-
Zweckmäßig ist jeder der bei einem Festsattel beiderseite der Bremsscheibe
angeordneten Kolben als Stufenkolben ausgebildet und dieentsprechenden Druckräuse
für die einzelnen Bremskreise sind miteinander verb-dna.
-
Bei einer Bremskreisaufteilung, bei welcher beispielsweise beide Kreise
auf die Vorderräder uad nur einer dieser Kreise auf die Rinter.
-
räder wirken, kann die Forderung auftreten, daP bei dem an den Vorderrädern
verwendeten Bremssattel die beiden Kreise jeweils unterschiedliche Bremswirkung
erzeugen sollen. Wenn z. B. der auf die Vorder- und Hinterräder wirkende Bremskreis
Fällt, so muß der allein auf die Vorderräder wirkende Brem1reis eine größere Bremswirkung
an den Vorderrädern erzeugen als es der andere HremskreiE an den Vorderrädern zu
tun braucht, bei de.
-
gleichzeitig auch die Hinterräder eine Bremswirkung erfahren.
-
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wird gemäß der weiteren Erfindung
vorgeschlagen, das Flächenverhältnis von Kreisfläche zur Ringfläche der beiden Druckräume
unterschiedlich zu gestalten.
-
In vorteilhafter Weise ist der bzw. sind die Kolben derart hohl ausgebildet,
daß die Wandstärke an jeder Stufe etwa gleich ist.
-
Die Verbindungsleitungen der einzelnen gegenüberliegenden Druckräume
verlaufen zweckmäßig als Bohrungen innerhalb des Bremssattels, wo sie vor Beschädigungen
besser geschützt sind.
-
Neben den sogenannten Festsätteln sind auch Schwimmsättel bekannt,
bei denen die Kolbenzylinderanordnungen nur auf einer Seite vorgesehen ist. Selbstverständlich
läßt sich die Erfindung auch bei einem solchen Bremssattel anwenden, wobei lediglich
der Kolben gürnaß der Erfindung als Stufenkolben auszubilden ist und die dadurch
gebildeten beiden Druckräume je einem Bremskreis zuzuordnen sind. Ansonsten sind
weitere Vorkehrungen gegenüber einem Brrnssattel für nur einen Kreis nicht zu treffen
Sinngemäß kann die erfindungsgemäße Maßnahme auch bei Trommelbremaen angewendet
werden. Hierbei brauchen die Kolben in dem Radbremszylinder
ebenfalls
nur stufenförmig ausgebildet und die so gebildeten getrennten Druckräume den jeweiligen
Bremakreisen zugeordnet werden.
-
Die Erfindung wird an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
-
In der Zeichnung zeigen Fig. 1 einen Schnitt durch einen Bremssattel
gemäß der Erfindung, Fig. 2 einen Schnitt durch einen Radbremszylinder einer Trommelbremse.
-
Das Gehäuse 1 des Bremssattels ist mit. Laschen 2 versehen1 mit denen
es mittels nicht dargestellter Schrauben am nicht gezeichneten Achsschenkel befestigt
ist. Das Gehäuse 1 umgreift zangenförmig die Bremsscheibe 3, wobei es auf jeder
Seite der Bremsscheibe 3 mit einer stufenförmig abgesetzten Bohrung 4 versehen ist.
In jeder Bohrung 4 befindet sich ein Stufenkolben 5, dessen Stufe 6 mit dem kleineren
Durchmesser mittels einer Dichtung 7 gegenüber der Zylinderwandung abgedichtet ist.
Die Stufe 8 des Stufenkolbens 5, die einen größeren Durchmesser als die Stufe 6
besitzt, ist gegenüber der zugehörigen Zylinderwand durch die Dichtung 9 abgedichtet.
Die Dichtungen 7 und 9 können sowohl im Gehäuse als auch wahlweise im Stufenkolben
angeordnet sein.
-
Beide Stufenkolben 5 wirken auf die Bremsbelagträger 12 ein, die mit
Bremsbelgen 13 versehen sind. Die Bremabelagträger 12 sind durch Stifte 14 oder
Führungsleisten oder in ihrer Wirkung ähnliche
Vorrichtungen geführt
und gegen eine Bewegung in radialer Richtung gesichert. Zwischen der Zylinderbohrung
4 und dem Stufenkolben 5 ist ferner eine Dichtmanschette 15 vorgesehen.
-
Von der Kreisfläche der Stufe 6 des Stufenkolbens 5 wird ein Druckraum
20 gebildet, der mit einer Bremsleitung 21 des einen Bremskreises verbunden ist.
Gleichzeitig führt diese Bremsieitung 21 als Bohrung im Gehäuse 1 zu dem Druckraum
20 auf der gegenüberliegenden Seite der Bremescheibe 3. Durch die Differenz der
Durchmesser von Stufe 8 und Stufe 6 des Stufenkolbens 5 wird eine Ringfläche 23
gebildet, die den Druckraum für den zweiten Bremskreis ergibt. Dieser Druckraum
23 ist mittels einer Leitung 24 mit der Bremsleitung des anderen Bremskreises und
den entsprechenden Druckraum 23 auf der anderen Seite der Bremsscheibe 3 verbunden.
Der Anschluß der Bremsleitungen an dem Gehäuse 1 ist im einzelnen nicht dargestellt,
was auch nicht erforderlich erscheint, da er wie bekannt an den zweckmäßigen Stellen
sich befindet. Die Stufenkolben sind derart hohl ausgebildet, daß sich an jeder
Stufe jeweils etwa die gleiche Wandstärke ergibt.
-
Wenn beide Bremskreise in Ordnung sind und die Bremse angelegt wird,
so wird in beiden Druckräumen 20 und 23 auf den gegenüberliegenden Seiten Druck
aufgebaut. Fällt dagegen ein Kreis aus, so wird sntweder nur in den Druckräumen
20 oder nur in den Druckräumen 23 ein Druck aufgebaut. Die Stufenkolben 5 werden
jedoch in jedem Falle glelchmdig gegen die Bromabacken 12, 13 bewegt und drücken
diese von jeder Seite her gleichmäßig gegen dis Bremsacheibe 3.
-
Die Grundfläche der Druckräume 20 und 23 kann gleich oder unterschiedlich
ausgebildet sein, je nach jem, ob es erforderlich oder gewünsci£t ist, daP der eine
Kreis eine größere Bremswirkung erzeugt als der andere.
-
In iig. 2 ist die Anwendung der Erfindung bei einem Bremszylinder
einer Tromielbrem6e gezeigt. Der Breriszylinder 30 besitzt eine abgesetzte Bohrung
31. in der die Stufenkolben 32 geführt sind. Die eine Stufe 33 besitzt einen kleineren
Durchmesser, während die andere Stufe 34 mit einem größeren Durchmesser versehen
und gegenüber der Bohrung 31 mittels eines Dichtringes 35 abgedichtet ist.
-
Zur Abdichtung der Stufe 33 gegenüber dem zugehörigen Druckraum 36
dienen Manschettendichtungen 37. Der zweite Druckraum 38 ist von der Differenz der
Durchmesser der beiden Stufen 33 und 34 des Stufenkolbens 32 gebildet. Die beiden
Stufenkolben 92 wirken mittels Kolbenstangen 40 auf die Bremsbacken Li in. Der Zylinder
90 ist an seinen Stirnseiten ferner durch Manschettendichtungen 42 abgedichtet.
Mit dem Druckraum 36 für den einen Bremakreis steht eine Bohrung 43 in Verbindung,
an die-die nicht dargestellte Bremaleitung angeschlossen ist. Die beiden anderen
Druckräume 38 stehen über eine Bohrung 44 miteinander in Verbindung, von denen aus
eine Bohrung 45 nach außen führt, an die wiederum die Bremsleitung des zweiten Bremskreises
angeschlossen ist. Die Wirkungsweise ergibt sich sinngemäß der Fig. 1, so daß sich
weitere Ausführungen darüber erübrigen.
-
Patentansprüche