DE200820C - - Google Patents

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DE200820C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/69—Sulfur trioxide; Sulfuric acid
    • C01B17/74—Preparation
    • C01B17/82—Preparation of sulfuric acid using a nitrogen oxide process
    • C01B17/84—Chamber process

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 200820 KLASSE 12«. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. Dezember 1906 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Einrichtung zur Darstellung von Schwefelsäure nach dem Bleikammerprinzip, bei welchem unter Fortfall der bisher für die Kammern angewandten großen Räume eine vollständige Oxydation der. schwefligen Säure bei normalem Salpeterverbrauch erzielt wird. Man hat bereits versucht, Schwefelsäure unter Umgehung der
ίο großen Räume der Bleikammern und unter Benutzung der Tatsache, daß eine erhebliche . Menge von Schwefelsäure, mindestens 20 Prozent, bereits im Glover gebildet wird, durch Hintereinanderschaltung einer Anzahl von Türmen und unter völligem Ausschluß der Bleikammern oder unter Verwendung von nur einer kleinen Kammer darzustellen; dabei ergab sich aber ein bedeutender Salpeterverbrauch und es zeigte sich ferner, daß die Reaktion ziemlich träge verlief, so daß diese Verfahren keine praktische Bedeutung erlangen konnten. Vorliegende Erfindung benutzt nun ebenfalls eine Kombination von Türmen und kleinen Kammern, dabei werden aber die den bisherigen Vorschlägen eigentümlichen Mißstände durch eine besondere Art der Aufstellung der einzelnen Reaktionsräume vermieden. Es wird nämlich bei vorliegender Einrichtung die hier benutzte kleine ■ 30 Kammer oder gegebenenfalls eine Mehrzahl solcher kleinen Kammern derart aufgestellt, daß die Reaktionstürme um diesen Kammerraum so verteilt sind, daß der Kammerraum in der Mitte des Systems zu liegen kommt.
Man kann dabei die einzelnen Türme sowohl hintereinander als auch parallel schalten, d. h. es können die Röstgase die einzelnen Türme der Reihe nach durchströmen und dann in den in der Mitte des Systems angeordneten Kammerraum eintreten. Andererseits kann man auch unter Benutzung eines bekannten Vorschlages die aus den Röstöfen kommenden Gase gleichzeitig in eine Mehrzahl von Reaktionstürmen einströmen lassen und sie alsdann, nötigenfalls nachdem sie eine weitere Reihe von Türmen durchströmt haben, in den in der Mitte des Systems befindlichen Kammerraum einleiten. Bei beiden Anordnungen von Reaktionsräumen, bei welchen Türme um einen in der Mitte des Systems befindlichen, verhältnismäßig kleinen Kammerraum verteilt sind, wird einesteils infolge des Zusammentreffens der Gasströme und bei der Hintereinanderschaltung der Türme infolge der häufigen Bewegungsrichtung der nicht in gerader Linie sondern nach der Mitte zu strömenden Gase die Geschwindigkeit nach der Mitte zu verlangsamt, und auf diese Weise eine gründliche Durchmischung der ' einzelnen Gasteilchen bewirkt und infolgedessen die Reaktionsintensität gesteigert. Die in die Gaswege eingeschalteten, an sich schon eine Zugwirkung hervorbringenden Türme, sowie der Umstand, daß mit dem Vorschreiten der Reaktion sich die Gasbewegung verlangsamt, tragen ferner dazu bei, eine größere Gasbewegungsschnelligkeit auch bei hintereinandergeschalteten Türmen in den
außen liegenden Teilen des Systems aufrechtzuerhalten, so daß eine Art Fliehkraftwir-· kung zustande kommt. Durch die gemäß ■ vorliegender Einrichtung ermöglichte Gruppierung der Türme und Reaktionsräume wird ferner erreicht, daß die innen liegenden Reaktionsräume, die vorzüglich für die Reaktion in Anspruch genommen werden, an der Ausstrahlung gehindert und daher nicht übermäßig abgekühlt werden können. Dabei wird ein übermäßiges Ansteigen der Reaktionswärme in diesen Räumen durch die gemäß vorliegender Einrichtung angewandte Aufteilung des Reaktionsraums in eine Anzahl kleinerer Räume Verhindert. Teils durch die in den innen belegenen Reaktionsräumen vor sich gehende kräftige Durchmischuhg, teils durch die Verhinderung der Ausstrahlung werden die Reagentien im Innern verhältriismäßig lange zurückgehalten, ohne daß eine hemmend auf den Vorgang in den Türmen wirkende Zugstörung eintritt. Durch die erhöhte Reaktion und die in diesem Teile herrschende Temperaturerhöhung wird vielmehr eine ziemliche Saugwirkung auf die Gase ausgeübt, so daß die Wirkung des etwa angebrachten Ventilators wesentlich unterstützt oder derselbe auch zuweilen ganz entbehrt werden kann. Dabei wird die Oxydation
unter Vermeidung eines Überschusses von Salpeter in einem verhältnismäßig kleinen Raum, also auch mit einem Mindestmaß von Luft, bewerkstelligt.
Man kann die Gase in die Kammerräume in belieger Weise einleiten; sie können beispielsweise von der Decke der Kammern aus in diese eintreten; doch ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt. Die zwischen den einzelnen · Reaktionstürmen bzw. zwischen diesen und den in der Mitte des Systems belegenen Kammern vorhandenen Kanäle oder Rohrleitungen können beliebige Länge besitzen, und man kann sie gegebenenfalls auch mit den üblichen Füllkörpern aussetzen, um Buf diese Weise auch die Verbindungsröhren für das Zustandekommen der Reaktion heranzuziehen. Die in den Verbindungsröhren oder Kanälen gebildete Schwefelsäure kann aus diesem in beliebiger Weise aus dem daran befindlichen Nebel abgetrennt und zum Ablaufen gebracht werden.
Die in der Mitte befindlichen kleinen Kammerräume werden mit Vorteil möglichst hoch, beispielsweise auf einer Brücke, aufgestellt, so daß sie die oben erwähnte Saugwirkung durch den infolge der Höherstellung hervorgebrachten natürlichen Zug unterstützen. Auch der Kammerraum kann erforderlichenfalls mit Füllkörpern beliebiger Art ausgefüllt werden. -

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Einrichtung zur Darstellung von Schwefelsäure nach dem Bleikammerverfahren unter Verwendung von mit Türmen verbundenen kleinen Kammern, dadurch · gekennzeichnet, daß eine beliebige Anzahl von zweckmäßigerweise hochgestellten kleinen Kammern in der Mitte des Systems und die Glover- bzw. Absorptions- oder Reaktionstürme um diesen Kammerraum herum angeordnet sind.
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