DE19829393A1 - Verriegelungsmechanismus für eine Kupplungsanordnung - Google Patents
Verriegelungsmechanismus für eine KupplungsanordnungInfo
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Abstract
Der Verriegelungsmechanismus (1) für Kupplungsanordnungen, insbesondere für Kupplungsanordnungen von Schienenfahrzeugen, ist als Hebelanordnung ausgebildet, mittels welcher die Verriegelungskraft soweit reduzierbar ist, daß der Verriegelungsmechanismus (1, 1a) manuell entriegelbar ist. Die Hebelanordnung besteht im wesentlichen, aus einem schwenkbaren Riegel (2), der über einen schwenkbaren Zwischenhebel (3) mit einem schwenkbaren Entriegelungshebel (4), verbunden ist. Der Entriegelungshebel (4) und der Zwischenhebel (3) sind mittels je einer Feder (27, 46) vorbelastet. Der Riegel (2) ist derart ausgebildet, daß er von der jeweils anderen Kupplungsvorrichtung von der Ruhe- in die Arretierstellung und bei entriegeltem Entriegelungshebel (4) auch wieder zurück bewegbar ist. Zur Reduktion der Betätigungskraft des Entriegelungshebels (4) ist dieser mit einer Rolle (31) versehen.
Description
Die Erfindung betrifft einen Verriegelungsmechanismus für eine Kupplungsanord
nung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Kupplungsanordnung für
Schienenfahrzeuge gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 19.
Ein Problem bei herkömmlichen Kupplungsanordnungen für Schienenfahrzeuge be
steht darin, dass diese unter Zuglast nur sehr schwer, wenn überhaupt, entkuppelt
werden können. Die Ursache dafür liegt in der Tatsache begründet, dass das die
Zugkraft aufnehmende Element im Normalfall auch dasjenige Element ist, welches
für den Entkupplungsvorgang von der Wirk- in die Entkuppelstellung bewegt werden
muss. Bei einer hohen Zuglast muss daher automatisch auch eine hohe Kraft aufge
bracht werden, damit das betreffende Element in die Entkuppelstellung bewegt wer
den kann. Sinngemäss entsprechendes kann auch für den Fall gelten, dass eine
Kupplungsanordnung unter Druckbeanspruchung steht.
Aus der DE 554 398 ist eine selbsttätige Doppelkupplung, insbesondere für Eisen
bahnfahrzeuge, bekannt. Diese Doppelkupplung ist mit einem Kupplungsglied ver
sehen, das eine in Längsrichtung einstellbare Spindel mit einem verdickten Kopf
aufweist. Das andere Kupplungsglied besteht aus zwei unter Federwirkung stehen
den schalenförmigen Teilen, welche in der Schließstellung durch eine Hülse gesi
chert werden. Die Hülse ist derart auf einer in Längsrichtung federnd gelagerten
Spindel angeordnet, dass sie entgegen der Wirkung einer Feder verschiebbar ist.
Ferner sind zwei Druckbolzen vorgesehen, die bei gelöster Kupplung über das vor
dere Ende des Kopfs vorstehen. Diese zum Verschieben der Hülse beim Einkuppeln
vorgesehenen Druckbolzen sind mit einem Bremskolben verbunden, der in einem
mit Flüssigkeit gefüllten Bremszylinder aufgenommen ist. Zum Entkuppeln weist die
Doppelkupplung pro Seite zwei Hebelanordnungen auf, mittels welchen über ein
Zahnrad und eine Zahnstange die Hülse entgegen der Federkraft verschoben wer
den kann. Nachteilig an einer derartigen Doppelkupplung ist, dass sie aufwendig
aufgebaut und teuer in der Herstellung ist, dass sie relativ viel Platz beansprucht und
dass trotzdem eine grosse Kraft zum Entkuppeln aufgebracht werden muss.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, einen Verriegelungsmechanismus für eine
Kupplungsanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruch 1 derart zu verbessern,
dass dieser unter Beibehaltung eines einfachen Aufbaus auch unter Last mit gerin
gem Kraftaufwand entkuppelt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen das Anspruchs 1 angeführten Merk
male gelöst.
Bei dem erfindungsgemäss ausgestalteten Verriegelungsmechanismus wird die Ver
riegelungskraft mittels der Hebelanordnung soweit reduziert, dass die Kupplungsan
ordnung auch bei hoher Zuglast manuell entriegelt werden kann. Dadurch, dass der
Riegel der einen Kupplungsvorrichtung von der jeweils anderen Kupplungsvorrich
tung von der Ruhe- in die Arretierstellung und bei ungesichertem Entriegelungshebel
auch wieder zurück bewegbar ist, können die beiden Kupplungsvorrichtungen einer
Kupplungsanordnung vollautomatisch gekuppelt und nach dem Lösen des Entriege
lungshebels auch wieder entkuppelt werden.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele des Verriegelungsmechanismus sind in den ab
hängigen Ansprüchen 2 bis 18 umschrieben.
Im Anspruch 19 wird zudem eine Kupplungsanordnung für Schienenfahrzeuge be
ansprucht, deren beide Kupplungsvorrichtungen mit je einem nach einem der vor
hergehenden Ansprüche ausgebildeten Verriegelungsmechanismus versehen sind.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Kupplungsanordnung sind in den abhängigen
Ansprüchen 20 bis 29 umschrieben.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von
Zeichnungen näher erläutert. In diesen Zeichnungen zeigt/zeigen:
Fig. 1 den am Kupplungskopf einer Kupplungsvorrichtung angeordneten Verriege
lungsmechanismus in teilweise beschnittener Darstellung;
Fig. 2 eine Kupplungsvorrichtung in einer Seitenansicht;
Fig. 3 die Kupplungsvorrichtung in einer Draufsicht;
Fig. 4 bis 7 die beiden Kupplungsköpfe der Kupplungsanordnung in vier verschiede
nen Phasen während des Kupplungsvorgangs und
Fig. 8 bis 11 die beiden Kupplungsköpfe der Kupplungsanordnung in vier verschie
denen Phasen während des Entkupplungsvorgangs.
Fig. 1 zeigt den am Kupplungskopf 5 einer Kupplungsvorrichtung angeordneten Ver
riegelungsmechanismus 1 in teilweise geschnittener Darstellung. Der Verriege
lungsmechanismus 1 dient dem Sichern von zwei miteinander gekuppelten Kupp
lungsvorrichtungen und besteht im wesentlichen aus einem Sicherungsorgan in
Form eines Riegels 2, einem Zwischenhebel 3 sowie einem Entriegelungshebel 4.
Diese drei Elemente 2, 3, 4 bilden zusammen eine Hebelanordnung. Sowohl der
Riegel 2 wie auch der Zwischenhebel 3 und der Entriegelungshebel 4 sind schwenk
bar gelagert. Die Drehachse des Riegels 2 ist mit dem Bezugszeichen 20, diejenige
des Zwischenhebels 3 mit dem Bezugszeichen 30 und diejenige des Entriegelungs
hebels 4 mit dem Bezugszeichen 40 versehen. Der Zwischenhebel 3 ist über eine
Feder 27 im Gegenuhrzeigersinn und der Entriegelungshebel 4 über eine Feder 46
im Uhrzeigersinn belastet.
Der Riegel 2 weist auf der Vorderseite eine Betätigungsnase 21 und einen Verrie
gelungsvorsprung 22 auf, währenddem in die Rückseite eine im wesentlichen kon
kave Form aufweisende Ausnehmung 24 eingelassen ist. Diese Ausnehmung 24
geht in dem dem Zwischenhebel 3 zugewandten Bereich 25 von der konkaven in
eine konvexe Form über. Der Riegel 2 weist zudem eine weitere Ausnehmung 26
auf, welche dem Arretieren des Riegels 2 in der Ruhestellung dient.
Der Zwischenhebel 3 weist eine Rolle 31, einen Fortsatz 33 und eine von einem
Vorsprung 36 begrenzte Ausnehmung 35 auf. Der Fortsatz 33 ist auf der einen Seite
mit einer konvex ausgebildeten Stirnfläche 34 versehen.
Schliesslich ist der Entriegelungshebel 4 mit einem ersten Nocken 41 und einem
zweiten Nocken 44 versehen. Der erste Nocken 41 weist eine konkave Ausnehmung
42 auf, welche in der Form mit der konvexen Stirnfläche 34 des Zwischenhebels 3
korrespondiert. Der zweite Nocken 44 weist eine spitz zu laufende Stirnseite 45 auf,
welche zum Zusammenarbeiten mit der Ausnehmung 35 bzw. dem Vorsprung 36
des Zwischenhebels 3 bestimmt ist.
Der Kupplungskopf 5 selber weist auf der Kupplungsseite eine schräge Kupplungs
fläche 51 auf, in die eine Ausnehmung 52 sowie eine Vertiefung 53 eingelassen ist.
Unter schräg ist im vorliegenden Fall zu verstehen, dass die Kupplungsfläche 51 im
Wirkzustand der Kupplungsvorrichtung einen Winkel α mit der Längsmittelachse 6
des Schienenfahrzeugs einschliesst, an welchem die Kupplungsvorrichtung befestigt
ist. Im vorliegenden Beispiel schliesst die Kupplungsfläche 51 einen Winkel α von ca.
67.5° mit der Längsmittelachse 6 des Schienenfahrzeugs ein, wenn sich die Kupp
lungsvorrichtung im eingekuppelten Zustand befindet. Durch die Grösse dieses Win
kels α kann den jeweiligen Anforderungen und Umgebungsbedingungen ggf. Rech
nung getragen werden. Die Kupplungsfläche 51 wird auf der einen Seite von einem
V-förmig gestalteten Kupplungsorgan 54 und auf der gegenüberliegenden Seite von
einer korrespondierenden Aussparung 56 begrenzt. Dabei ist das Kupplungsorgan
54 mit parallel zu der Kupplungsfläche 51 verlaufenden Seitenflächen 55 und die
Aussparung 56 mit parallel zu der Kupplungsfläche 51 verlaufenden Wandflächen 57
versehen.
Aus der Fig. 2 ist eine Kupplungsvorrichtung 7 in einer Seitenansicht und aus der
Fig. 3 in einer Draufsicht ersichtlich, wobei aus der Darstellung gemäss Fig. 2 insbe
sondere die V-förmige Gestaltung des Kupplungsorgans 54 hervorgeht. Eine Kupp
lungsanordnung besteht aus zwei solcher Kupplungsvorrichtungen 7, welche um
180° um eine vertikale Achse gegeneinander verdreht angeordnet sind. Da die prin
zipielle Funktionsweise von Kupplungsanordnungen für Schienenfahrzeuge bekannt
ist, wird nachfolgend nur auf die im Zusammenhang mit der Erfindung wesentlichen
Teile eingegangen.
Wenn jeweils von Ruhestellung gesprochen wird, so ist damit der ausgekuppelte Zu
stand des Kupplungskopfs gemeint, währenddem unter Wirk- bzw. Arretierstellung
der eingekuppelte Zustand des jeweiligen Kupplungskopfs zu verstehen ist.
Der Kupplungskopf 5 der Kupplungsvorrichtung 7 ist über eine Dämpfungsvorrich
tung 8 an einem Tragarm 9 abgestützt ist. Der Tragarm 9 ist über eine Lagerung 11
am Schienenfahrzeug (nicht dargestellt) befestigt. Die Lagerung 11 des Tragarms 9
ist mit einer Gelenkplatte 17 versehen, in die auf beiden Seiten je eine Ausnehmung
18, 19 eingelassen ist. Ausserdem sind zwei federbelastete, mit Rollen 13, 15 verse
hene Hebel 12, 14 vorgesehen, deren Rollen 13, 15 in die Ausnehmungen 18, 19
eingreifen und den Tragarm 9 in der Ruhestellung in einer vorbestimmten Position
halten. Die beiden Ausnehmungen 18, 19 sind asymmetrisch in die Gelenkplatte 17
eingelassen, so dass der Tragarm 5 in der Ruhestellung um ca. 2.5° gegenüber der
Längsmittelachse 15 des Schienenfahrzeugs ausgelenkt wird. Der Tragarm 9 ist im
weiteren mit einem Gelenk 10 versehen, mittels welchem im Bedarfsfall eingeklappt
und an einem Arretierarm 16 fixiert werden kann.
Anhand der Fig. 4 bis 7 wird nachfolgend der Kupplungsvorgang, aufgeteilt in
vier verschiedene Phasen, näher erläutert. Für diese Erläuterungen sind lediglich die
beiden Kupplungsköpfe 5, 5a einer Kupplungsanordnung dargestellt. Da beide
Kupplungsköpfe 5, 5a identisch ausgestaltet sind, werden im Normalfall nur die Ele
mente von jeweils einem Kupplungskopf erläutert. In denjenigen Fällen, in denen auf
Elemente an beiden Kupplungsköpfen 5, 5a Bezug genommen wird, sind die Ele
mente des jeweils unteren Kupplungskopfs zusätzlich mit einem "a" versehen, und
der Winkel zwischen der Kupplungsfläche und der Längsmittelachse ist mit "α1" be
zeichnet.
Die Fig. 4 zeigt den Ausgangszustand der beiden sich für den Kupplungsvorgang in
Pfeilrichtung P1, P2 aufeinanderzubewegenden Kupplungsköpfe 5, 5a. Der Verrie
gelungsmechanismus 1 befindet sich durch die Vorspannung der beiden Federn 27,
46 in der Ruhestellung, so dass der Verriegelungsvorsprung 22 in der Vertiefung 53
der Kupplungsfläche 51 aufgenommen ist und nicht über die Kupplungsfläche 51
vorsteht. Sobald die beiden Kupplungsköpfe 5, 5a, wie in der Fig. 5 dargestellt, auf
einandertreffen, verschieben sie sich entlang der Kupplungsflächen 51, 51a, bis die
Kupplungsorgane 54, 54a in die Aussparung 56, 56a des jeweils anderen Kupp
lungskopfs 5, 5a eingreifen und den jeweiligen Riegel 2, 2a an der Betätigungsnase
21, 21a im Uhrzeigersinn entgegen der Federkraft verdrehen (Fig. 6). Die Relativver
schiebung des einen gegenüber dem anderen Kupplungskopf 5, 5a wird durch die
schwenkbar abgestützten Tragarme ermöglicht. Beim Verdrehen des Riegels 2 be
wegt sich dessen Verriegelungsvorsprung 22 in die Ausnehmung 52, 52a und hin
tergreift das jeweilige Kupplungsorgan 54, 54a. Durch das Verdrehen des Riegels 2,
2a wird ausserdem der Zwischenhebel 3, 3a freigegeben, so dass sich dieser durch
die Vorspannung der Feder 27, 27a im Gegenuhrzeigersinn soweit verdrehen kann,
bis die Rolle 31, 31a in der mit letzterer korrespondierenden, konkaven Ausnehmung
24, 24a im Riegel 2, 2a einrastet (Fig. 7). Der Riegel 2 ist nun durch den Zwischen
hebel 3 in seiner Position gesichert. Durch das Verdrehen des Zwischenhebels 3
wird auch der Entriegelungshebel 4 freigegeben, so dass sich dieser nun unter der
Last der Feder 46 im Uhrzeigersinn soweit verdreht, bis dessen erster Nocken 41
hinter dem Fortsatz 33 des Zwischenhebels 3 zu liegen kommt, und sich die konvex
ausgebildete Stirnfläche des Fortsatzes 33 des Zwischenhebels 3 an der konkaven
Ausnehmung des Entriegelungshebels 4, 4a anlegt und sich die Kupplungsanord
nung im verriegelten Zustand befindet (Fig. 7). In dieser Stellung ist der endgültige
Kupplungszustand erreicht, in dem die beiden Kupplungsköpfe 5, 5a gegenseitig
verriegelt sind. Aus der Darstellung gemäss Fig. 7 ist zudem ersichtlich, dass die
Krafteinleitung F1 vom Riegel 2 auf den Zwischenhebel 3, in Bezug auf den Dreh
punkt 30 des Zwischenhebels 3, im wesentlichen radial erfolgt. Dasselbe trifft auch
für die Krafteinleitung F2 vom Zwischenhebel 3 auf den Entriegelungshebel 4 zu,
welche, in Bezug auf den Drehpunkt 40 des Entriegelungshebels 4, ebenfalls im we
sentlichen radial erfolgt. Dadurch genügen relativ geringe Federlasten, um die bei
den Hebel 3, 4 in der hier dargestellten Wirkstellung zu sichern.
Im eingekuppelten Zustand wird die Zugkraft vom Kupplungsorgan 54 auf die Wan
dung 57a der jeweiligen Aussparung übertragen. Der Riegel 2a muss lediglich ein
Querkomponente der anstehenden Zugkraft aufnehmen, deren Grösse, nebst der
absoluten Grösse der Zugkraft, durch den Reibungskoeffizienten zwischen den Sei
tenflächen der Kupplungsorgane und den Wandflächen der sowie dem Winkel der
Seitenflächen bzw. der Wandflächen gegenüber der Längsmittelachse des Schie
nenfahrzeugs bestimmt wird. Dadurch, dass die Kupplungsorgane 54, 54a starr am
jeweiligen Kupplungskopf 5, 5a angeordnet sind, dass der Verriegelungsmechanis
mus lediglich einen Bruchteil der anstehenden Zugkraft aufnehmen muss und die
Zugkraft von zwei Kupplungsorganen 54, 54a übertragen wird, welche zudem beide
doppelt gegen Lösen gesichert sind, weist die Kupplungsanordnung eine hohe Be
triebssicherheit auf.
Fig. 8 zeigt den Beginn des Entkupplungsvorgangs. Dazu werden die beiden Entrie
gelungshebel 4, 4a entgegen der Federkraft im Gegenuhrzeigersinn verdreht. Um
die Entriegelungshebel 4, 4a verdrehen zu können, sind beide mit einem Fortsatz in
Form eines Vierkants (nicht eingezeichnet) versehen, an welchem ein Schlüssel,
beispielsweise der Zugführerschlüssel, angesetzt werden kann. Beim Verdrehen des
Entriegelungshebels 4, 4a im Gegenuhrzeigersinn gibt der erste Nocken 41, 41a den
Zwischenhebel 3, 3a frei, währenddem sich der zweite Nocken 44, 44a am Zwi
schenhebel 3, 3a anlegt und diesen soweit im Uhrzeigersinn verdreht, bis sich des
sen Rolle 31, 31a aus der Ausnehmung 24, 24a herausgedreht hat und der Zwi
schenhebel 3, 3a den Riegel 2, 2a freigibt. Das Freigeben des Riegels 2, 2a wird da
durch ermöglicht bzw. begünstigt, dass die Ausnehmung 24, 24a im Riegel 2, 2a in
dem der Rolle 31, 31a des Zwischenhebels 3, 3a zugewandten Bereich von einer
konkaven in eine konvexe Form oder in eine Gerade übergeht.
Sobald beide Verriegelungsmechanismen 1, 1a die in Fig. 9 gezeigte Entkuppelstel
lung eingenommen haben, in der der Riegel 2, 2a vom Zwischenhebel 3, 3a freige
geben ist, können die durch die Kupplungsanordnung bis anhin gekuppelten Fahr
zeuge auseinander gefahren werden. Liegt während des Entkupplungsvorgangs
eine Zuglast an, so verschiebt sich der eine gegenüber dem anderen Kupplungskopf
entlang der Kupplungsfläche 51, 51a automatisch, sobald beide Verriegelungsme
chanismen die Entkuppelstellung eingenommen haben.
Durch eine Relativverschiebung des einen gegenüber dem anderen Kupplungskopf
5, 5a entlang der Kupplungsflächen 51, 51a werden die beiden Riegel 2, 2a vom je
weiligen Kupplungsorgan 54, 54a im Gegenuhrzeigersinn verdreht. Bei dieser Ver
drehung wird auch der Zwischenhebel 3, 3a mitgenommen. Dadurch wird der Entrie
gelungshebel 4, 4a frei, wodurch sich dieser unter der Federlast soweit im Uhrzei
gersinn dreht, bis sich dessen erster Nocken 41, 41a am Fortsatz 33, 33a des Zwi
schenhebels 3, 3a anlegt und den Zwischenhebel 3, 3a mitdreht, bis dessen Rolle
31, 31a den Riegel 2, 2a im Gegenuhrzeigersinn belastet (Fig. 10). Fig. 11 zeigt die
beiden sich auseinanderbewegenden Kupplungsköpfe 5, 5a, deren Verriegelungs
mechanismus sich in einem stabilen Ausgangszustand befinden.
Zum Durchführen des vorgängig geschilderten Entkupplungsvorgangs ist es uner
heblich, ob Zug- oder Druckkräfte auf die Kupplungsköpfe 5, 5a einwirken. Im Falle
von einwirkenden Zugkräften ist lediglich die zum Verdrehen des Entriegelungshe
bels 3, 3a aufzubringende Kraft etwas grösser. Durch die geschilderte Ausbildung
des Verriegelungsmechanismus als Hebelanordnung lässt sich die Verriegelungs
kraft jedoch soweit reduzieren, dass der Verriegelungsmechanismus manuell entrie
gelbar ist.
Die Vorteile einer derart ausgestalteten Kupplungsanordnung lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
- - Auch unter Zuglast manuell auskuppelbar
- - Einfacher Aufbau
- - Einfache Bedienung
- - Hohe Betriebssicherheit
- - Verriegelung muss vergleichsweise geringe Kräfte aufnehmen.
Anzufügen ist, dass das vorgängig umschriebene Ausführungsbeispiel lediglich eine
mögliche Variante einer Kupplungsanordnung darstellt und dass im Rahmen des in
den Patentansprüchen definierten Schutzumfangs durchaus von diesem Beispiel
abweichende Ausführungen von Kupplungsanordnungen möglich sind. Beispiels
weise könnte der Zwischenhebel zur Reduktion der Betätigungskraft des Entriege
lungshebels 4, 4a anstelle oder zusätzlich zu der Rolle 31, 31a mit einem Gelenk
versehen werden. Natürlich könnte ein erfindungsgemäss ausgestalteter Verriege
lungsmechanismus auch für Kupplungsvorrichtungen eingesetzt werden, welche von
dem vorgängig erläuterten Ausführungsbeispiel abweichen. Beispielsweise kann der
Verriegelungsmechanismus auch vergleichsweise hohe Kräfte aufnehmen, indem
mit dem Riegel ein die volle Zugkraft aufnehmendes Kupplungsorgan verriegeln
könnte.
Claims (29)
1. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) für Kupplungsanordnungen, insbesondere für
Kupplungsanordnungen von Schienenfahrzeugen, wobei eine Kupplungsanord
nung zwei Kupplungsvorrichtungen (7) mit je einem Kupplungskopf (5, 5a) um
fasst, wovon zumindest der eine Kupplungskopf (5, 5a) mit einem Kupplungsor
gan (54, 54a) und der jeweils andere Kupplungskopf (5, 5a) mit einer korrespon
dierenden Aussparung (56, 56a) versehen ist, und wobei jeweils das Kupplungs
organ (54, 54a) des einen Kupplungskopfs (5, 5a), zwecks Durchführung des
Kupplungsvorgangs, in die Aussparung (56, 56a) des jeweils anderen Kupp
lungskopfs (5, 5a) einzugreifen bestimmt ist, und wobei der Verriegelungsmecha
nismus (1, 1a) ein Sicherungsorgan (2, 2a) zum Sichern des eingekuppelten
Kupplungsorgans (54, 54a) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Ver
riegelungsmechanismus (1, 1a) als Hebelanordnung ausgebildet ist, mittels wel
cher die Verriegelungskraft soweit reduzierbar ist, dass der Verriegelungsmecha
nismus (1, 1a) manuell entriegelbar ist, wobei der Verriegelungsmechanismus (1,
1a) zumindest einen Entriegelungshebel (4, 4a) zur direkten oder indirekten Si
cherung des Sicherungsorgans (2, 2a) in der Arretierstellung und zum Entriegeln
des Verriegelungsmechanismus umfasst, und wobei der Riegel (2, 2a) der einen
Kupplungsvorrichtung von der jeweils anderen Kupplungsvorrichtung von der
Ruhe- in die Arretierstellung und bei entriegeltem Entriegelungshebel (4, 4a)
auch wieder zurück bewegbar ist.
2. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hebelanordnung zur Reduktion der Betätigungskraft des Entriegelungs
hebels (4, 4a) mit zumindest einer Rolle (31, 31a) und/oder einem Gelenk verse
hen ist.
3. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, dass das Sicherungsorgan als Riegel (2, 2a) ausgebildet ist, welcher
über einen Zwischenhebel (3, 3a) mit dem Entriegelungshebel (4, 4a) in Wirkver
bindung steht.
4. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest der Zwischenhebel (3, 3a) und der Entriegelungshebel (4, 4a)
schwenkbar gelagert sind.
5. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Zwischenhebel (3, 3a) zur Reduktion der Betätigungskraft des
Entriegelungshebels (2, 2a) mit zumindest einer Rolle (31, 31a) und/oder einem
Gelenk versehen ist.
6. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Zwischenhebel (3, 3a) bei entriegeltem Entriegelungshebel (4,
4a) mittels des Riegels (2, 2a) von der Wirk- in die Ruhestellung bewegbar ist.
7. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass im verriegelten Zustand des Verriegelungsmechanismus
(1, 1a) die Krafteinleitung vom Riegel (2, 2a) auf den Zwischenhebel (3, 3a), in
Bezug auf den Drehpunkt (30, 30a) des Zwischenhebels (3, 3a), im wesentlichen
radial erfolgt.
8. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass, im verriegelten Zustand des Verriegelungsmechanismus
(1, 1a), die Krafteinleitung vom Zwischenhebel (3, 3a) auf den Entriegelungshe
bel (4, 4a), in Bezug auf den Drehpunkt (40, 40a) des Entriegelungshebels (4,
4a), im wesentlichen radial erfolgt.
9. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass der Entriegelungshebel (4, 4a) einen von einer konkav ausgebildeten Stirn
fläche (42, 42a) begrenzten ersten Nocken (41, 41a) aufweist, und dass der Zwi
schenhebel (3, 3a) einen von einer konvex ausgebildeten Stirnfläche (34, 34a)
begrenzten, mit der konkav ausgebildeten Stirnfläche (42, 42a) des ersten
Nockens (41, 41a) korrespondierenden Fortsatz (33, 33a) aufweist, welche bei
den Stirnflächen (34, 34a; 42, 42a) im verriegelten Zustand des Riegels (2, 2a)
aneinanderliegen.
10. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, wobei der
Zwischenhebel (3, 3a) mit einer Rolle (31, 31a) versehen ist, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Riegel (2, 2a) eine mit der Rolle (31, 31a) korrespondierende
Ausnehmung (24, 24a) aufweist, in welche die Rolle (31, 31a) zwecks Arretierung
des Riegels (2, 2a) einzugreifen bestimmt ist, wobei die Ausnehmung (24, 24a) in
dem der Rolle (31, 31a) des Zwischenhebels (3, 3a) zugewandten Bereich (25,
25a) von einer konkaven in eine konvexe Form oder in eine Gerade übergeht.
11. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (2, 2a) eine weitere Ausnehmung (26,
26a) aufweist, welche mit der am Zwischenhebel (3, 3a) angeordneten Rolle (31,
31a) derart zusammenzuarbeiten bestimmt ist, dass der Riegel (2, 2a) in seiner
Ruhestellung arretierbar ist.
12. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, dass der Zwischenhebel (3, 3a) in Richtung des Riegels (2, 2a)
und der Entriegelungshebel (4, 4a) in Richtung des Zwischenhebels (3, 3a) derart
federbelastet sind, dass die Hebelanordnung in der Arretierstellung des Riegels
(2, 2a) eine definierte Wirkstellung einnimmt, in welcher der Riegel (2, 2a) gesi
chert ist.
13. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
dass der Zwischenhebel (3, 3a) mittels des Riegels (2, 2a) entgegen der Feder
kraft verschwenkbar ist.
14. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekenn
zeichnet, dass die federbelasteten Elemente (3, 3a, 4, 4a) beim Kupplungsvor
gang mittels des jeweils anderen Kupplungskopfs (5, 5a) von der Ruhe- in die
Wirkstellung bewegbar sind.
15. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (2, 2a) mit einem Verriegelungsvor
sprung (22, 22a) versehenen ist, welch letzterer das Kupplungsorgan (54, 54a)
des jeweils anderen Kupplungskopfs (5, 5a) im eingekuppelten Zustand zu si
chern bestimmt ist.
16. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (2, 2a) eine Betätigungsnase (21, 21a)
aufweist, welche sich beim Kupplungsvorgang in die Bewegungsebene des
Kupplungsorgans (54, 54a) des jeweils anderen Kupplungskopfs (5, 5a) erstreckt.
17. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass am Entriegelungshebel (4, 4a) Mittel zum manu
ellen und/oder automatischen Verdrehen desselben vorgesehen sind.
18. Verriegelungsmechanismus (1, 1a) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
dass der Entriegelungshebel (4, 4a) mit einem Fortsatz versehen ist, an welchem
ein Schlüssel zum Verdrehen des Entriegelungshebels (4, 4a) ansetzbar ist.
19. Kupplungsanordnung für Schienenfahrzeuge, mit zwei Kupplungsvorrichtungen
(7), welche mit je einem nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebil
deten Verriegelungsmechanismus (1, 1a) versehen sind, dadurch gekennzeich
net, dass jede Kupplungsvorrichtung (7) einen Kupplungskopf (5, 5a) mit einer
schräg verlaufenden Kupplungsfläche (51, 51a) aufweist, wobei jeweils das
Kupplungsorgan (54, 54a) des einen Kupplungskopfs (5, 5a) zwecks Durchfüh
rung des Kupplungsvorgangs durch eine entlang der Kupplungsflächen (51, 51a)
verlaufende Relativverschiebung des einen gegenüber dem anderen Kupplungs
kopf (5, 5a) in die Aussparung (56, 56a) des jeweils anderen Kupplungskopfs (5,
5a) einzugreifen bestimmt ist, und wobei das jeweilige Kupplungsorgan (51, 51a)
in der eingerasteten Stellung vom Riegel (2, 2a) sicherbar ist.
20. Kupplungsanordnung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das
Kupplungsorgan (56, 56a) starr und der Riegel (2, 2a) drehbar am jeweiligen
Kupplungskopf (5, 5a) angeordnet sind.
21. Kupplungsanordnung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass
die Kupplungsorgane (56, 56a) mit parallel zu den Kupplungsflächen (51, 51a)
verlaufenden Seitenflächen (55, 55a) und die Aussparungen (56, 56a) mit parallel
zu den Kupplungsflächen (51, 51a) verlaufenden Wandflächen (57, 57a) verse
hen sind.
22. Verriegelungsmechanismus nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch ge
kennzeichnet, dass in die Kupplungsfläche (51, 51a) eine Vertiefung (53, 53a)
eingelassen ist, in welche sich der Verriegelungsvorsprung (22, 22a) des Riegels
(2, 2a) des jeweils anderen Kupplungskopfs (5, 5a) im eingekuppelten Zustand
erstreckt.
23. Kupplungsanordnung nach einem der Ansprüche 19 bis 22, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Kupplungsflächen (51, 51a) im eingekuppelten Zustand einen
Winkel (α, α1) zwischen 55° und 80°, vorzugsweise zwischen 60° und 75°, mit
der Längsmittelachse (6) des Schienenfahrzeugs einschliessen.
24. Kupplungsanordnung nach einem der Ansprüche, 19 bis 23, dadurch gekenn
zeichnet, dass jeder Kupplungskopf (5) an einem schwenkbar am Schienenfahr
zeug befestigten Tragarm (9) abgestützt ist, dessen Längsmittelachse im ausge
kuppelten Zustand einen Winkel mit der Längsmittelachse (6) des Schienenfahr
zeugs einschliesst.
25. Kupplungsanordnung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass der
Tragarm (9) in Schwenkrichtung federbelastet ist und zwecks Ermöglichung einer
entlang der Kupplungsflächen (51, 51a) verlaufenden Relativverschiebung des
einen gegenüber dem anderen Kupplungskopf (5, 5a) entgegen der Federkraft
verschwenkbar ist.
26. Kupplungsanordnung nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass
bei eingekuppeltem Kupplungskopf (5) die Längsmittelachse des zugehörigen
Tragarmes (9) mit der Längsmittelachse (6) des Schienenfahrzeugs zusammen
fällt oder parallel zu dieser verläuft.
27. Kupplungsanordnung nach einem der Ansprüche 19 bis 26, dadurch gekenn
zeichnet, dass die beiden Kupplungsvorrichtungen (7) einer Kupplungsanordnung
im wesentlichen gleich ausgebildet sind, wobei die eine gegenüber der anderen
Kupplungsvorrichtung um 180° um eine vertikale Achse verdreht angeordnet ist.
28. Kupplungsanordnung nach einem der Ansprüche 24 bis 27, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Tragarm (9) mit einem Gelenk (10) zum Einklappen des
Kupplungskopfs (5) im ausgekuppelten Zustand versehen ist.
29. Kupplungsanordnung nach einem der Ansprüche 19 bis 28, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Kupplungsorgane (54, 54a) im Querschnitt gesehen, V-förmige
Gestalt aufweisen und die Aussparungen (56, 56a) korrespondierend ausgebildet
sind.
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