DE19549504C2 - Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtung - Google Patents
Feldhäcksler mit KonditioniereinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtung für landwirt
schaftliche Erntegüter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtungen gibt es in der Praxis bereits in
einer Vielzahl von Ausführungsvarianten.
So ist beispielsweise in der DE 34 07 333 C2 eine Konditioniereinrichtung enthalten,
bei der das Walzenpaar am unteren Ende des aufsteigenden Auswurfschachtes unmit
telbar über der Häckseltrommel angeordnet ist. Beide Walzen befinden sich dabei von
der Seite auf den Auswurfschacht gesehen zwischen dessen Vorder- und Rückwand in
einer annähernd symmetrischen Anordnung, wobei sie mit ihrem halben Durchmesser
in den Auswurfkanal ragen und deren andere Hälften von Ausbuchtungen im Auswurf
kanal umschlossen sind. Eine Weitverstellung für die obere Walze ermöglicht die Auf
hebung des Konditioniereffektes.
Eine weitere Ausbildung einer Konditioniereinrichtung ist am selbstfahrenden Feld
häcksler "MAMMUT" der deutschen Firma MENGELE zu sehen, die im Prospekt mit
dem Druckvermerk "5/896/98240" beschrieben ist. Hier befindet sich das Walzenpaar
in einem Kanal zwischen dem Gehäuse der Häckseltrommel und der Einlaßöffnung
eines am unteren Ende des Auswurfschachtes angebrachten Nachbeschleunigers. Auch
hier ist eine Aufhebung des Konditioniereffektes möglich, indem die Walzen aus dem
Kanal ausgeschwenkt werden und anschließend an diese Stelle ein spezieller Graska
nal mit bereits angeschraubten Abdeckblechen eingesetzt wird.
Mit der DE 42 15 696 A1 ist ein weiterer Feldhäcksler mit einer Konditioniereinrich
tung bekanntgeworden, bei dem die Konditioniereinrichtung ebenfalls ein Walzenpaar
ist, das aus einer geschlossenen Montagebaugruppe besteht. Sie befindet sich zwischen
der Häckseltrommel und dem Nachbeschleuniger und kann in diese Position gefahren
bzw. geschwenkt werden. Auf die gleiche Art und Weise ist sie natürlich auch in eine
Nichtwirkstellung zu bringen.
Da diese Konditioniereinrichtungen ausschließlich aus einem einzigen Walzenpaar
bestehen, haben sie bezüglich des Konditioniereffektes ihre Grenzen. Das ist für die
heutigen Feldhäcksler insofern von Nachteil, weil einmal ihre Durchsatzleistung an
Erntegut kontinuierlich gestiegen ist und zum anderen die Qualitätsansprüche an si
liertes Häckselgut noch gewachsen sind.
Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Feldhäcksler mit einer
Konditioniereinrichtung zu schaffen, die einen verbesserten Konditioniereffekt er
reicht, das heißt, daß mit höherer Sicherheit alle Körner angeschlagen und die Pflan
zenfasern bei zur Silierung vorgesehenem Häckselgut weitestgehend zerstört sind.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Hauptanspruches
gelöst.
Die in den Unteransprüchen aufgeführten Merkmale entwickeln die Erfindung in vor
teilhafter Weise weiter, auf die hier deshalb ausdrücklich verwiesen wird.
Durch die als Dreiwalzen-System aufgebaute Konditioniereinrichtung wird das Häck
selgut zweimal nacheinander aufbereitet, und zwar zuerst zwischen der vorderen obe
ren Konditionierwalze und der dazu gegensinnig rotierenden unteren Konditionierwalze und danach zwischen
der hinteren oberen Konditionierwalze und der auch zu dieser gegensinnig rotierenden unteren Konditionier
walze. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Umfangsgeschwindigkeit der unteren Konditionier
walze am niedrigsten zu wählen, die der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionier
walze etwas höher und die der hinteren oberen Konditionierwalze am höchsten, weil so der Kon
ditioniereffekt in genannten beiden Stufen mit steigender Intensität ausgeübt wird.
Die Unterbringung der beiden oberen Konditionierwalzen in einem gemeinsamen Gehäuse, das um
eine horizontale Achse in seinem hinteren Bereich nach oben verschwenkbar ist, bietet
eine schnelle Möglichkeit zur Ausführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten an
der Konditioniereinrichtung.
Die Aufhängung der beiden oberen Konditionierwalzen über innere und äußere Schwingen gegen
die Kraft von Zugfedern gestattet den Konditionierwalzen ein separates Ausweichen nach oben für
den Fall, daß ein Überangebot an Häckselgut ankommt oder ein Fremdkörper die
Konditioniereinrichtung passiert. Zusätzlich kann mit dem verdrehbaren Doppelnoc
ken der Arbeitsspalt der beiden oberen Konditionierwalzen zur unteren Konditionierwalze zur Anpassung an
verschiedene Häckselgüter und damit verbundene unterschiedliche Konditioniereffekte
verändert werden.
Besonders vorteilhaft läßt sich diese Konditioniereinrichtung in einem Feldhäcksler
anwenden, der zwischen dem Gehäuse der Häckseltrommel und dem unteren Ende des
Auswurfschachtes zwei übereinander liegende Kanäle besitzt. Dabei ist der untere und
gerade ausgebildete Kanal zur Ernte von nicht aufbereitetem Häckselgut vorgesehen
und der obere mit einem ansteigenden und danach wieder abfallenden Teil für aufzu
bereitendes Häckselgut. In einem derart gestalteten oberen Kanal stimmt die von der
Konditioniereinrichtung erzeugte Förderrichtung genau mit dem Kanalverlauf über
ein, so daß das aufbereitete Häckselgut durch die Richtungsänderung ungebremst und
durch die Konditionierwalzen noch zusätzlich beschleunigt in den Auswurfschacht gelangt. Auch
aus diesem Grund sind die eingangs beschriebenen Umfangsgeschwindigkeiten der Konditionier
walzen der Konditioniereinrichtung ausgewählt worden.
Damit erreicht ein mit einer derartigen Konditioniereinrichtung ausgerüsteter Feld
häcksler einen sehr hohen Konditioniereffekt, zum Beispiel bei der Körnermaisernte
und bei der Ernte von zur Silierung vorgesehenem Häckselgut.
Die Erfindung soll nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch die Mittelebene eines Feldhäckslers vom Zuführ
system bis zum Auswurfschacht, Häckseln ohne Konditioniereinrichtung
Fig. 2 Schnitt wie Fig. 1; Häckseln mit nachfolgender Konditioniereinrichtung,
die aus einem Dreiwalzen-System besteht
Fig. 3 eine Seitenansicht auf die Konditioniereinrichtung als Dreiwalzen-
System in der Arbeitsposition, linke Seite in Fahrtrichtung gesehen
Fig. 4 eine Seitenansicht wie Fig. 3 mit der geöffneten Konditioniereinrichtung
in der Wartungsposition
Fig. 5 eine Seitenansicht auf das Oberteil der Konditioniereinrichtung als
Dreiwalzen-System mit Walzenspaltverstellmechanismus, wobei das
minimalste Spaltmaß eingestellt ist
Fig. 6 eine Vorderansicht nach Fig. 5, wobei die Zugfedern weggelassen sind
Fig. 7 eine Seitenansicht nach Fig. 5, wobei das größte Spaltmaß eingestellt ist
Die Fig. 1 und 2 zeigen den Grundaufbau eines Feldhäckslers, der an seiner Vor
derseite eine nicht dargestellte Aufnahme- bzw. Schneideinrichtung trägt. Daran
schließt sich ein Häckselaggregat 1 an, das aus dem Zuführsystem 2 und der Häcksel
trommel 3 besteht. Hinter dem Häckselaggregat 1 befindet sich ein Auswurfschacht 4,
der im Übergangsbereich von seinem annähernd horizontal verlaufenden unteren En
de in eine fast vertikale Richtung mit einem Nachbeschleuniger 5 ausgerüstet ist.
Im Abwurfbereich der Häckseltrommel 3 ist in deren Gehäuse eine untere Abgabeöff
nung 6 und eine obere Abgabeöffnung 7 vorgesehen, die übereinanderliegend ange
ordnet sind. Das untere Ende des Auswurfschachtes 4 ist in einen unteren Kanal 8 und
einen oberen Kanal 9 aufgeteilt, die direkt übereinander liegen. Der untere Kanal 8 ist
deckungsgleich an die untere Abgabeöffnung 6 des Gehäuses der Häckseltrommel 3
angeschlossen und ebenso der obere Kanal 9 an die obere Abgabeöffnung 7. Im obe
ren Kanal 9 befindet sich eine Konditioniereinrichtung 10, die als Dreiwalzen-System
ausgebildet ist. Hinter der Konditioniereinrichtung 10 vereinigen sich der untere Ka
nal 8 und der obere Kanal 9 zu einem gemeinsamen Kanal.
Das Dreiwalzen-System wird aus einer rotierenden unteren Konditionierwalze 11 und zwei oberen Konditionier
walzen 12; 13 gebildet, die gegensinnig zur unteren Konditionierwalze 11 rotieren. Die Umfangs
geschwindigkeit der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionierwalze 12 ist dabei
höher als die der unteren Konditionierwalze 11, aber gegenüber der hinteren oberen Konditionierwalze 13
niedriger. Beide oberen Konditionierwalzen 12; 13 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 14 unter
gebracht, das um eine horizontale Achse 15 in seinem hinteren Bereich mittels eines
Arbeitszylinders 16 nach oben verschwenkbar und in seiner tiefsten Position durch
eine Verriegelungseinrichtung 17 arretierbar ist.
Beide oberen Konditionierwalzen 12; 13 sind beidseitig um eine im Gehäuse 14 gelagerte durchge
hende Welle 18 mittels je einer inneren Schwinge 19; 19' und einer äußeren Schwinge
20; 20' gegen die Kraft von vorgespannten Zufedern 21 einzeln nach oben ausweich
bar im Gehäuse 14 gelagert. Aus Stabilitätsgründen sind die sich beidseitig neben dem
Gehäuse 14 befindenden inneren Schwingen 19; 19' über einen Torsionsstab 22 und
die äußeren Schwingen 20; 20' über einen Torsionsstab 23 miteinander verbunden. Ein
Hydraulikzylinder 24 ist gelenkig mit dem einen Ende eines um die Welle 18 ver
schwenkbaren Hebelsystems 25 verbunden und dessen anderes Ende verdreht über
einen Schwenkhebel 26 einen Doppelnocken 27. Die inneren Schwingen 19; 19' und
die äußeren Schwingen 20; 20' liegen mit ihren unteren Enden unter der Wirkung der
Zugfedern 21 an der Außenkontur des Doppelnockens 27 an.
Zur Leitung des Häckselgutstromes von der Häckseltrommel 3 entweder in den unte
ren Kanal 8 des Auswurfschachtes 4 auf geradem Wege zum Nachbeschleuniger 5
nach Fig. 1 oder in den oberen Kanal 9 durch die vorstehend beschriebene Ausfüh
rung der Konditioniereinrichtung 10 ist die untere Abgabeöffnung 6 im Gehäuse der
Häckseltrommel 3 mit einem radial einwärts gekrümmten, dem Rotationsradius der
Häckseltrommel 3 folgenden unteren Schieber 28 verschließbar. Ein oberhalb der
oberen Abgabeöffnung 7 im Gehäuse der Häckseltrommel 3 verschiebebeweglich an
geordneter oberer Schieber 29 verdeckt in seiner untersten Stellung die obere Abga
beöffnung 7. Beide Schieber 28; 29 sind über sich beiderseits der Häckseltrommel 3
befindende Verbindungsbleche 30 zu einem gemeinsamen Bauteil verbunden, wobei
die Verbindungsbleche 30 um die Welle 31 der Häckseltrommel 3 verschwenkbar und
in den beiden Endstellungen der Schieber 28; 29 arretierbar sind.
1
Häckselaggregat
2
Zuführsystem
3
Häckseltrommel
4
Auswurfschacht
5
Nachbeschleuniger
6
untere Abgabeöffnung
7
obere Abgabeöffnung
8
unterer Kanal
9
oberer Kanal
10
Konditioniereinrichtung
11
untere Konditionierwalze
12
obere Konditionierwalze
13
obere Konditionierwalze
14
Gehäuse
15
horizontale Achse
16
Arbeitszylinder
17
Verriegelungseinrichtung
18
Welle
19
;
19
'innere Schwinge
20
;
20
'äußere Schwinge
21
Zugfeder
22
Torsionsstab
23
Torsionsstab
24
Hydraulikzylinder
25
Hebelsystem
26
Schwenkhebel
27
Doppelnocken
28
unterer Schieber
29
oberer Schieber
30
Verbindungsbleche
31
Welle
Claims (5)
1. Feldhäcksler mit einer Konditioniereinrichtung für landwirtschaftliche Erntegü
ter, mit einer an seinem vorderen Ende vorgesehenen Aufnahme- bzw. Schneid
einrichtung, einem sich daran anschließenden Häckselaggregat, einer diesem
wiederum nachgeordneten und aus Walzen bestehenden Konditioniereinrichtung
sowie einem im rückwärtigen Maschinenbereich vorgesehenen Auswurfschacht
zum Auswurf des Häckselgutes vermittels eines an seinem unteren Ende ange
ordneten Nachbeschleunigers, dadurch gekennzeichnet, daß die Konditionier
einrichtung (10) als Dreiwalzen-System aufgebaut ist, wobei eine untere Konditio
nierwalze (11) in bezug auf den Häckselgutfluß unter diesem angeordnet ist und
darüber zwei zu dieser gegensinnig rotierende obere Konditionierwalzen (12; 13),
die der unteren Konditionierwalze (11) spaltgebend gegenüberstehen.
2. Feldhäcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsge
schwindigkeit der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionierwalze (12) der
Konditioniereinrichtung (10) höher als die ihrer unteren Konditionierwalze (11) ist, aber
niedriger als die der hinteren oberen Konditionierwalze (13).
3. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden oberen Konditionierwalzen (12; 13) der Konditioniereinrichtung (10) in einem
gemeinsamen Gehäuse (14) untergebracht sind, das um eine horizontale Achse
(15) im hinteren Bereich des Gehäuses (14) nach oben vermittels eines Arbeits
zylinders (16) verschwenkbar und in der abgesenkten Stellung verriegelbar ist.
4. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden oberen Konditionierwalzen (12; 13) der Konditioniereinrichtung (10) um eine gemein
same Welle (18) beidseitig mittels je einer inneren Schwinge (19, 19') bzw. einer
äußeren Schwinge (20; 20) gegen die Kraft von je einer vorgespannten Zugfeder
(21) einzeln nach oben ausweichbar im Gehäuse (14) aufgehangen sind und daß
sie zusätzlich gemeinsam mittels eines durch einen Hydraulikzylinder (24) ver
drehbaren Doppelnockens (27) in ihrer Lage zur Einstellung verschiedener Spalt
weiten zur unteren Walze (11) ebenfalls um die gemeinsame Welle (18) über die
inneren und äußeren Schwingen (19; 19'/20; 20') verschwenkbar und arretierbar
sind.
5. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Konditioniereinrichtung (10) einem oberen Kanal (9) zugeordnet ist, der die
obere Abgabeöffnung (7) im Gehäuse der Häckseltrommel (3) mit dem unteren
Ende des Auswurfschachtes (4) verbindet, und daß ein weiterer unterer Kanal
(8) vorgesehen ist, der die untere Abgabeöffnung (6) im Gehäuse der Häcksel
trommel (3) ebenfalls mit dem unteren Ende des Auswurfschachtes (4) verbindet.
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Legal Events
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