DE19549504C2 - Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtung - Google Patents

Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtung

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Dieter Berth
Karl-Heinz Radke
Klaus Dr Ing Krombholz
Thomas Strobel
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    • A01F29/00Cutting apparatus specially adapted for cutting hay, straw or the like
    • A01F29/09Details

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Description

Die Erfindung betrifft einen Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtung für landwirt­ schaftliche Erntegüter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Feldhäcksler mit Konditioniereinrichtungen gibt es in der Praxis bereits in einer Vielzahl von Ausführungsvarianten.
So ist beispielsweise in der DE 34 07 333 C2 eine Konditioniereinrichtung enthalten, bei der das Walzenpaar am unteren Ende des aufsteigenden Auswurfschachtes unmit­ telbar über der Häckseltrommel angeordnet ist. Beide Walzen befinden sich dabei von der Seite auf den Auswurfschacht gesehen zwischen dessen Vorder- und Rückwand in einer annähernd symmetrischen Anordnung, wobei sie mit ihrem halben Durchmesser in den Auswurfkanal ragen und deren andere Hälften von Ausbuchtungen im Auswurf­ kanal umschlossen sind. Eine Weitverstellung für die obere Walze ermöglicht die Auf­ hebung des Konditioniereffektes.
Eine weitere Ausbildung einer Konditioniereinrichtung ist am selbstfahrenden Feld­ häcksler "MAMMUT" der deutschen Firma MENGELE zu sehen, die im Prospekt mit dem Druckvermerk "5/896/98240" beschrieben ist. Hier befindet sich das Walzenpaar in einem Kanal zwischen dem Gehäuse der Häckseltrommel und der Einlaßöffnung eines am unteren Ende des Auswurfschachtes angebrachten Nachbeschleunigers. Auch hier ist eine Aufhebung des Konditioniereffektes möglich, indem die Walzen aus dem Kanal ausgeschwenkt werden und anschließend an diese Stelle ein spezieller Graska­ nal mit bereits angeschraubten Abdeckblechen eingesetzt wird.
Mit der DE 42 15 696 A1 ist ein weiterer Feldhäcksler mit einer Konditioniereinrich­ tung bekanntgeworden, bei dem die Konditioniereinrichtung ebenfalls ein Walzenpaar ist, das aus einer geschlossenen Montagebaugruppe besteht. Sie befindet sich zwischen der Häckseltrommel und dem Nachbeschleuniger und kann in diese Position gefahren bzw. geschwenkt werden. Auf die gleiche Art und Weise ist sie natürlich auch in eine Nichtwirkstellung zu bringen.
Da diese Konditioniereinrichtungen ausschließlich aus einem einzigen Walzenpaar bestehen, haben sie bezüglich des Konditioniereffektes ihre Grenzen. Das ist für die heutigen Feldhäcksler insofern von Nachteil, weil einmal ihre Durchsatzleistung an Erntegut kontinuierlich gestiegen ist und zum anderen die Qualitätsansprüche an si­ liertes Häckselgut noch gewachsen sind.
Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Feldhäcksler mit einer Konditioniereinrichtung zu schaffen, die einen verbesserten Konditioniereffekt er­ reicht, das heißt, daß mit höherer Sicherheit alle Körner angeschlagen und die Pflan­ zenfasern bei zur Silierung vorgesehenem Häckselgut weitestgehend zerstört sind. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Hauptanspruches gelöst.
Die in den Unteransprüchen aufgeführten Merkmale entwickeln die Erfindung in vor­ teilhafter Weise weiter, auf die hier deshalb ausdrücklich verwiesen wird. Durch die als Dreiwalzen-System aufgebaute Konditioniereinrichtung wird das Häck­ selgut zweimal nacheinander aufbereitet, und zwar zuerst zwischen der vorderen obe­ ren Konditionierwalze und der dazu gegensinnig rotierenden unteren Konditionierwalze und danach zwischen der hinteren oberen Konditionierwalze und der auch zu dieser gegensinnig rotierenden unteren Konditionier­ walze. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Umfangsgeschwindigkeit der unteren Konditionier­ walze am niedrigsten zu wählen, die der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionier­ walze etwas höher und die der hinteren oberen Konditionierwalze am höchsten, weil so der Kon­ ditioniereffekt in genannten beiden Stufen mit steigender Intensität ausgeübt wird.
Die Unterbringung der beiden oberen Konditionierwalzen in einem gemeinsamen Gehäuse, das um eine horizontale Achse in seinem hinteren Bereich nach oben verschwenkbar ist, bietet eine schnelle Möglichkeit zur Ausführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Konditioniereinrichtung.
Die Aufhängung der beiden oberen Konditionierwalzen über innere und äußere Schwingen gegen die Kraft von Zugfedern gestattet den Konditionierwalzen ein separates Ausweichen nach oben für den Fall, daß ein Überangebot an Häckselgut ankommt oder ein Fremdkörper die Konditioniereinrichtung passiert. Zusätzlich kann mit dem verdrehbaren Doppelnoc­ ken der Arbeitsspalt der beiden oberen Konditionierwalzen zur unteren Konditionierwalze zur Anpassung an verschiedene Häckselgüter und damit verbundene unterschiedliche Konditioniereffekte verändert werden.
Besonders vorteilhaft läßt sich diese Konditioniereinrichtung in einem Feldhäcksler anwenden, der zwischen dem Gehäuse der Häckseltrommel und dem unteren Ende des Auswurfschachtes zwei übereinander liegende Kanäle besitzt. Dabei ist der untere und gerade ausgebildete Kanal zur Ernte von nicht aufbereitetem Häckselgut vorgesehen und der obere mit einem ansteigenden und danach wieder abfallenden Teil für aufzu­ bereitendes Häckselgut. In einem derart gestalteten oberen Kanal stimmt die von der Konditioniereinrichtung erzeugte Förderrichtung genau mit dem Kanalverlauf über­ ein, so daß das aufbereitete Häckselgut durch die Richtungsänderung ungebremst und durch die Konditionierwalzen noch zusätzlich beschleunigt in den Auswurfschacht gelangt. Auch aus diesem Grund sind die eingangs beschriebenen Umfangsgeschwindigkeiten der Konditionier­ walzen der Konditioniereinrichtung ausgewählt worden.
Damit erreicht ein mit einer derartigen Konditioniereinrichtung ausgerüsteter Feld­ häcksler einen sehr hohen Konditioniereffekt, zum Beispiel bei der Körnermaisernte und bei der Ernte von zur Silierung vorgesehenem Häckselgut.
Die Erfindung soll nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch die Mittelebene eines Feldhäckslers vom Zuführ­ system bis zum Auswurfschacht, Häckseln ohne Konditioniereinrichtung
Fig. 2 Schnitt wie Fig. 1; Häckseln mit nachfolgender Konditioniereinrichtung, die aus einem Dreiwalzen-System besteht
Fig. 3 eine Seitenansicht auf die Konditioniereinrichtung als Dreiwalzen- System in der Arbeitsposition, linke Seite in Fahrtrichtung gesehen
Fig. 4 eine Seitenansicht wie Fig. 3 mit der geöffneten Konditioniereinrichtung in der Wartungsposition
Fig. 5 eine Seitenansicht auf das Oberteil der Konditioniereinrichtung als Dreiwalzen-System mit Walzenspaltverstellmechanismus, wobei das minimalste Spaltmaß eingestellt ist
Fig. 6 eine Vorderansicht nach Fig. 5, wobei die Zugfedern weggelassen sind
Fig. 7 eine Seitenansicht nach Fig. 5, wobei das größte Spaltmaß eingestellt ist
Die Fig. 1 und 2 zeigen den Grundaufbau eines Feldhäckslers, der an seiner Vor­ derseite eine nicht dargestellte Aufnahme- bzw. Schneideinrichtung trägt. Daran schließt sich ein Häckselaggregat 1 an, das aus dem Zuführsystem 2 und der Häcksel­ trommel 3 besteht. Hinter dem Häckselaggregat 1 befindet sich ein Auswurfschacht 4, der im Übergangsbereich von seinem annähernd horizontal verlaufenden unteren En­ de in eine fast vertikale Richtung mit einem Nachbeschleuniger 5 ausgerüstet ist.
Im Abwurfbereich der Häckseltrommel 3 ist in deren Gehäuse eine untere Abgabeöff­ nung 6 und eine obere Abgabeöffnung 7 vorgesehen, die übereinanderliegend ange­ ordnet sind. Das untere Ende des Auswurfschachtes 4 ist in einen unteren Kanal 8 und einen oberen Kanal 9 aufgeteilt, die direkt übereinander liegen. Der untere Kanal 8 ist deckungsgleich an die untere Abgabeöffnung 6 des Gehäuses der Häckseltrommel 3 angeschlossen und ebenso der obere Kanal 9 an die obere Abgabeöffnung 7. Im obe­ ren Kanal 9 befindet sich eine Konditioniereinrichtung 10, die als Dreiwalzen-System ausgebildet ist. Hinter der Konditioniereinrichtung 10 vereinigen sich der untere Ka­ nal 8 und der obere Kanal 9 zu einem gemeinsamen Kanal.
Das Dreiwalzen-System wird aus einer rotierenden unteren Konditionierwalze 11 und zwei oberen Konditionier­ walzen 12; 13 gebildet, die gegensinnig zur unteren Konditionierwalze 11 rotieren. Die Umfangs­ geschwindigkeit der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionierwalze 12 ist dabei höher als die der unteren Konditionierwalze 11, aber gegenüber der hinteren oberen Konditionierwalze 13 niedriger. Beide oberen Konditionierwalzen 12; 13 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 14 unter­ gebracht, das um eine horizontale Achse 15 in seinem hinteren Bereich mittels eines Arbeitszylinders 16 nach oben verschwenkbar und in seiner tiefsten Position durch eine Verriegelungseinrichtung 17 arretierbar ist.
Beide oberen Konditionierwalzen 12; 13 sind beidseitig um eine im Gehäuse 14 gelagerte durchge­ hende Welle 18 mittels je einer inneren Schwinge 19; 19' und einer äußeren Schwinge 20; 20' gegen die Kraft von vorgespannten Zufedern 21 einzeln nach oben ausweich­ bar im Gehäuse 14 gelagert. Aus Stabilitätsgründen sind die sich beidseitig neben dem Gehäuse 14 befindenden inneren Schwingen 19; 19' über einen Torsionsstab 22 und die äußeren Schwingen 20; 20' über einen Torsionsstab 23 miteinander verbunden. Ein Hydraulikzylinder 24 ist gelenkig mit dem einen Ende eines um die Welle 18 ver­ schwenkbaren Hebelsystems 25 verbunden und dessen anderes Ende verdreht über einen Schwenkhebel 26 einen Doppelnocken 27. Die inneren Schwingen 19; 19' und die äußeren Schwingen 20; 20' liegen mit ihren unteren Enden unter der Wirkung der Zugfedern 21 an der Außenkontur des Doppelnockens 27 an.
Zur Leitung des Häckselgutstromes von der Häckseltrommel 3 entweder in den unte­ ren Kanal 8 des Auswurfschachtes 4 auf geradem Wege zum Nachbeschleuniger 5 nach Fig. 1 oder in den oberen Kanal 9 durch die vorstehend beschriebene Ausfüh­ rung der Konditioniereinrichtung 10 ist die untere Abgabeöffnung 6 im Gehäuse der Häckseltrommel 3 mit einem radial einwärts gekrümmten, dem Rotationsradius der Häckseltrommel 3 folgenden unteren Schieber 28 verschließbar. Ein oberhalb der oberen Abgabeöffnung 7 im Gehäuse der Häckseltrommel 3 verschiebebeweglich an­ geordneter oberer Schieber 29 verdeckt in seiner untersten Stellung die obere Abga­ beöffnung 7. Beide Schieber 28; 29 sind über sich beiderseits der Häckseltrommel 3 befindende Verbindungsbleche 30 zu einem gemeinsamen Bauteil verbunden, wobei die Verbindungsbleche 30 um die Welle 31 der Häckseltrommel 3 verschwenkbar und in den beiden Endstellungen der Schieber 28; 29 arretierbar sind.
Bezugszeichenliste
1
Häckselaggregat
2
Zuführsystem
3
Häckseltrommel
4
Auswurfschacht
5
Nachbeschleuniger
6
untere Abgabeöffnung
7
obere Abgabeöffnung
8
unterer Kanal
9
oberer Kanal
10
Konditioniereinrichtung
11
untere Konditionierwalze
12
obere Konditionierwalze
13
obere Konditionierwalze
14
Gehäuse
15
horizontale Achse
16
Arbeitszylinder
17
Verriegelungseinrichtung
18
Welle
19
;
19
'innere Schwinge
20
;
20
'äußere Schwinge
21
Zugfeder
22
Torsionsstab
23
Torsionsstab
24
Hydraulikzylinder
25
Hebelsystem
26
Schwenkhebel
27
Doppelnocken
28
unterer Schieber
29
oberer Schieber
30
Verbindungsbleche
31
Welle

Claims (5)

1. Feldhäcksler mit einer Konditioniereinrichtung für landwirtschaftliche Erntegü­ ter, mit einer an seinem vorderen Ende vorgesehenen Aufnahme- bzw. Schneid­ einrichtung, einem sich daran anschließenden Häckselaggregat, einer diesem wiederum nachgeordneten und aus Walzen bestehenden Konditioniereinrichtung sowie einem im rückwärtigen Maschinenbereich vorgesehenen Auswurfschacht zum Auswurf des Häckselgutes vermittels eines an seinem unteren Ende ange­ ordneten Nachbeschleunigers, dadurch gekennzeichnet, daß die Konditionier­ einrichtung (10) als Dreiwalzen-System aufgebaut ist, wobei eine untere Konditio­ nierwalze (11) in bezug auf den Häckselgutfluß unter diesem angeordnet ist und darüber zwei zu dieser gegensinnig rotierende obere Konditionierwalzen (12; 13), die der unteren Konditionierwalze (11) spaltgebend gegenüberstehen.
2. Feldhäcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsge­ schwindigkeit der in Fahrtrichtung gesehenen vorderen oberen Konditionierwalze (12) der Konditioniereinrichtung (10) höher als die ihrer unteren Konditionierwalze (11) ist, aber niedriger als die der hinteren oberen Konditionierwalze (13).
3. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden oberen Konditionierwalzen (12; 13) der Konditioniereinrichtung (10) in einem gemeinsamen Gehäuse (14) untergebracht sind, das um eine horizontale Achse (15) im hinteren Bereich des Gehäuses (14) nach oben vermittels eines Arbeits­ zylinders (16) verschwenkbar und in der abgesenkten Stellung verriegelbar ist.
4. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden oberen Konditionierwalzen (12; 13) der Konditioniereinrichtung (10) um eine gemein­ same Welle (18) beidseitig mittels je einer inneren Schwinge (19, 19') bzw. einer äußeren Schwinge (20; 20) gegen die Kraft von je einer vorgespannten Zugfeder (21) einzeln nach oben ausweichbar im Gehäuse (14) aufgehangen sind und daß sie zusätzlich gemeinsam mittels eines durch einen Hydraulikzylinder (24) ver­ drehbaren Doppelnockens (27) in ihrer Lage zur Einstellung verschiedener Spalt­ weiten zur unteren Walze (11) ebenfalls um die gemeinsame Welle (18) über die inneren und äußeren Schwingen (19; 19'/20; 20') verschwenkbar und arretierbar sind.
5. Feldhäcksler nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Konditioniereinrichtung (10) einem oberen Kanal (9) zugeordnet ist, der die obere Abgabeöffnung (7) im Gehäuse der Häckseltrommel (3) mit dem unteren Ende des Auswurfschachtes (4) verbindet, und daß ein weiterer unterer Kanal (8) vorgesehen ist, der die untere Abgabeöffnung (6) im Gehäuse der Häcksel­ trommel (3) ebenfalls mit dem unteren Ende des Auswurfschachtes (4) verbindet.
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