DE1908999B2 - Verwendung einer formmasse auf der basis halogenhaltiger vinylpolymerisate - Google Patents

Verwendung einer formmasse auf der basis halogenhaltiger vinylpolymerisate

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Description

kennzeichnet, daß der Formmasse als basische Bestaadteile Hexamethylentetramin, Diammoniumphosphat oder o-Tolyl-biguanidin zugesetzt ist
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch ge- iS ihrerseits im Brandfalle eine Schutzschicht bilden
(DBP 827119). Das Problem der Vermeidung von Nachfolgeschäden wird ferner nicht dadurch gelöst, daß, wie ebenfalls vorgeschlagen (GB-PS 805499) die Entzündungstemperatur der Mischung heraufgesetzt wird. Denn der Chlorwasserstoff kann auch hierbei nach wie vor aus der Mischung entweichen und mit Wasserdampf Salzsäure bilden.
Es wurde deshalb auch bereits vorgeschlagen (DT-OS 1769343), Mischungen auf der Basis vinylhaltiger Polymere säurebindende Füllstoffe mit einer Korngröße von weniger ills 25Omμ beizugeben. Die Obeifläche dieser Füllstoffe ist so groß, daß nahezu der gesamte Anteil flüchtiger Säuren in der Mischung selbst chemisch gebunden wird. Aus mechanischen und elektrischen Gründen sind einer unbeschränkten Zugabe solcher Füllstoffe jedoch Grenzen gesetzt.
Ausgehend von dieser letzten wirksamen Möglichkeit der Vermeidung von Nachfolgeschäden liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu treffen, die brandsichere Mischungen, d. h. solche ohne Gefahr von Nachfolgeschäden, für beliebige Einsatzbereiche ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch die Verwendung gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Die Verwendung von basischen Verbindungen, die bei Verbrennungstemperaturen flüchtig werden oder flüchtige basische Bestandteile abspalten, binden nun die nicht abgebundenen flüchtigen Säuren. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, Hexamethylentetramin zu verwenden. Ebenso
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer aus füllstoffhaltigen, ganz oder teilweise mit unbrennbaren Weichmachern weichgemachten Formmasse auf der Basis halogenhaltiger Vinylpolymerisate als Umhüllung für elektrische Kabel und Leitungen.
An die in neuerer Zeit in wachsendem Maße verwendeten Kunststoffe werden je nach dem Verwendungszweck immer höhere Anforderungen gestellt. So soll beispielsweise die Isolierung elektrischer Kabel und Leitungen aus Polyvinylchlorid unbrennbar sein, wenn solche Kabel oder Leitungen in Bergwerken, auf Schiffen oder bei anderen feuergefährlichen oder feuergefährdeten Anlagen Verwendung finden. Weichmacherfreies Polyvinylchlorid ist zwar unbrennbar, für die Herstellung elektrischer Kabel oder Leitungen jedoch nicht geeignet Zu diesem Zweck wird daher weichmacherhaltiges Polyvinylchlorid verwendet das als flammwidrig bzw. selbstlöschend bezeichnet werden kann. Das bei Erwärmung frei werdende Chlorwasserstoffgas, das bei der Zersetzung der Isolierung aus Polyvinylchlorid austritt löscht nämlich die entstehende Flamme. Dabei ist zu berücksichtigen, daß
35
brennbare Weichmacher die Unbrennbarkeit des Poly- 45 günstig wird das Brandverhalten bei Verwendung von
vinylchlorids herabsetzen, während unbrennbare Weichmacher diese Unbrennbarkeit erhaltea Mit unbrennbaren Weichmachern versehene Polyvinylchloridmischungen sind demnach unbrennbar, sie sind aber nicht als brandsicher zu bezeichnen. Es hat sich nämlich immer wieder gezeigt, daß die Verwendung von weichmacherhaltigem Polyvinylchlorid zu größeren und unerwarteten Nachfolgeschäden führt, da der bei Erwärmung von Polyvinylchlorid abgespaltene, gasförmige Chlorwasserstoff, der mit Wasser oder Wasserdampf Salzsäure ergibt, Metalle, Beton oder sonstige Gegenstände anätzt oder zerstört. Solche Nachfolgeschäden sind dann besonders groß, wenn sich in der Nähe der Schadenstelle zahlreiche hochempfindliche Kontakte befinden, wie es in elektrischen Schalt- oder Steueranlagen die Regel ist.
Derartige Schäden sind bei Polyvinylchlorid in der letzten Zeit mehrfach bekanntgeworden, sie sind jedoch auch bei anderen Polymeren denkbar, sofern diese Polymere unter Hitzeeinwirkung flüchtige Säuren abspalten. Dies ist der Fall zum Beispiel bei Polyvinylchlorid, Polyvinylfluorid, Polyvinylacetat und anderen. Ebenso gehören dazu die perhalogenisierten Polymere, Diammoniumphosphat oder o-Tolyl-biguanidin beeinflußt. Ein solcher brandsicherer Werkstoff ist für die Verwendung als Mantel- oder Isoliermaterial bei elektrischen Kabeln oder Leitungen besonders geeignet
Die Erfindung sei anhand von drei Mischungsbeispielen näher erläutert.
Mischung 1 Mischung 2 - Mischung 3 -
PVC 100 100 100
Phthalat-
weichmacher
35 35 35
A rom.
Phosphat
weichmacher
30 30 30
Kreide 100 80 100
Stabilisation 5 5 5
Diammonium
phosphat
5
Fortsetzung
Mischung 1 Mi chung 2 Mischung 3
o-Tolyl- -
biguanidin
Hexameihylen- - 10 -
te tramin
Nachbrennzeit - - Prozentsatz - -
flüssigen Chlorwasserstoffes
In der Tabelle sind drei sich in der Zusammensetzung etwas unterscheidende PolyvinyichJoridmischungen angeführt. Die Versuche mit diesen Mischungen sollten einmal auf ihre Entflammbarkeit, gemessen an der Nachbrennzeit und zum anderen auf die frei werdende Chlorwasserstoffmenge, bezogen auf den Chlorgehall der Mischung, untersucht werden. Die Versuche haben ergeben, daß eine Mischung, die in vorhergehenden Versuchen noch 2% Chlorwasserstoffgas abgegeben hatte, nach Zusatz von z. B. 5 Teilen Diammoniumphusphat (Mischung 1) oder 10 Teilen Hexamethylentetramin (Mischung 2) oder auch 5 Teilen o-Tolylbiguanidin (Mischung 3) keine Nachbrennzeit hat und der Anteil des frei gewordenen Chlorwasserstoffes 0% beträgt, d. h. solche Mischungen sind nicht entflammbar, und es treten keine Nachfolgeschäden durch sie auf. Die angeführten Stoffe stehen einmal für die anorganischen Ammoniak abspaltenden Stoffe, zum anderen für die organischen Ammoniak abspaltenden Stoffe. Es können aber auch Stoffe Verwendung finden, die Amine abspalten. Desgleichen beschränkt sich die Erfindung nicht nur auf die im Beispiel angeführte Polyvinylchloridmischung, sondern erfaßt auch Mischungen mit Kunststoffen, wie Polytetrafluorethylen, Polyvinylfluorid, Polychloropren und andere.
Eine Mischung, wie sie in den beiden Beispielen angeführt wurde, ist besonders als Isolier- oder Mantel werkstoff für elektrische Kabel und Leitungen in feuergefährdeten oder feuergefährlichen Anlagen geeignet. Ein elektrisches Kabel, dessen Mantel aus dem brandsicheren Werkstoff hergestellt ist. ist schematisch in der Figur dargestellt. Der aus Kupfer oder Aluminium hergestellte Leiter 1 ist mit einer geeigneten Isolierung 2. beispielsweise aus Gummi, versehen, über die in bekannter Weise der Mantel 3 aufgebracht ist, der aus einem thermoplastischen Kunststoff auf Polyvinylchloridbasis mit den gemäß der Erfindung vorgeschlagenen Zusätzen besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (1)

Patentansprüche:
1. Verwendung einer aus füllstoffhaltigen, ganz oder teilweise mit unbrennbaren Weichmachern weichgemachten Formmasse auf der Basis halogenhaltiger Vinylpolymerisate, die im Brandfalle Chlorwasserstoff abspaltet, und die zur Bindung der abspaltbaren Chlorwasserstoffmenge basische Verbindungen enthält, die bei Verbrtmnungstemperatüren flüchtig werden bzw. solche Verbindungen, die im Brandfall unter Zersetzung flüchtige basische Bestandteile bilden, als Umhüllung für elektrische Kabel und Leitungen.
wie Polytetrafluorethylen, u. a., welche bei großer Hitze Fluor abspalten können, das zusammen mit dem Wasserdampf des brennenden (zündenden) Materials ebenfalls flüchtige ätzende Säuren bildet.
Zur generellen Stabilisierung vinylhaltiger Polymere zum Beispiel gegen Licht oder Wärme sind bereits Zusätze auf Amin-Basis eingesetzt worden (US-PS 2013941). Solche Stabilisatoren wirken zwar einem Zufall bei der Verarbeitung entgegen, sie können auch das Brüchigwerden einer Isolierung weitgehend verhindern, sie sind jedoch nicht in der Lage, im Brandfalle Nachfolgeschäden zu verhindern.
Dafür geeignet sind auch nicht solche Kunststoffe, die schmelzende oder vergasende Stoffe enthalten, die
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