DE190824C - - Google Patents

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DE190824C
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C17/00Compasses; Devices for ascertaining true or magnetic north for navigation or surveying purposes
    • G01C17/38Testing, calibrating, or compensating of compasses

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 190824 KLASSE 42 c. GRUPPE
CARL BAMBERG in FRIEDENAU b. BERLIN
und Dr. FR. BIDLINGMAIER in BERLIN.
verschiebbaren Kompaßrosen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Dezember 1906 ab.
Die üblichen Methoden der Deviationsbestimmung und Kompensierung der Kompasse beruhen i. auf der Kenntnis der magnetischen Deklination am betreffenden Ort, 2. auf der Messung von Azimuten irgendeines entfernten Objekts, einer Landmarke oder eines Gestirns. Sie. können also nur an bekannter Küste oder bei unbedecktem Wetter verwandt werden. Die vorliegende Erfindung macht die genannten Arbeiten von all diesen Beschränkungen dadurch frei, daß sie nicht die Richtung, sondern die Größe der magnetischen Horizontal intensität verwertet.
Zu diesem Zweck sind in einer kardanisch aufgehängten, oben und unten abgeschlossenen Kompaßbüchse K (Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung) zwei gleiche und in gleicher Weise bewegliche Rosen R und R' mit einem System von Magneten m vertikal übereinander in den Lagern L und L' frei beweglich gelagert. Letztere sitzen an den Trägern T und T', welche in einer Schlittenführung 5 vertikal verschiebbar angeordnet sind. Vermittels dieser Träger können die Rosen durch einen beliebigen Mechanismus (in der Zeichnung sind zwei Zahn-. Stangen und ein Trieb angenommen) von außen durch Drehung des Knopfes N symmetrisch zur Aufhängungsebene verstellt werden. Die Entfernung beider Rosen wird an den vor dem Knopfe N angebrachten Zähltrommeln Z und Z' abgelesen.
In die obere Rosenkarte sind an den Kardinalpunkten radiale Ausschnitte gemacht, über welche Fäden F gespannt sind. In der Achsenebene der kardanischen Aufhängung E, E' ist eine Glasplatte G angebracht, die gleichzeitig die obere Rose spiegelt und die untere beobachten läßt; nach dem Spiegelgesetz erscheinen die vier Fäden F der oberen Rose stets auf der Teilung der unteren Rose, weil die An-Ordnung der Rosen stets symmetrisch zur Ebene EE' bleibt.
Der Doppelkom^aß verfolgt denselben Zweck wie der Thomsonsche Deflektor (vgl. Handbuch der nautischen Instrumente 1890, S. 258), unterscheidet sich aber von demselben dadurch, daß die frei bewegliche Kompaßrose durch eine zweite genau gleiche und in gleicher Weise bewegliche Kompaßrose von der oben beschriebenen Anordnung abgelenkt wird, anstatt durch den komplizierten und feststehenden Deflektor, der auf den Deckel des Kompaßkessels aufgesetzt wird.
Der Doppelkompaß will also nicht selber die durch die Eisenmassen des Schiffes bedingten Störungen kompensieren, wie z. B. der Kompaß mit selbsttätiger Kompensation der Patentschrift 38803 oder wie die verschiedenartige Anordnung von Kompensationskörpern, wie sie von Professor G e 1 c i c h in der Zeitschrift für Instrumentenkunde 1883, Seite 273, 337, 373 und 410 dargestellt sind.
Der Kompaß soll vielmehr ein Mittel sein, den Ort zu bestimmen, an welchem die heutzutage üblichen Kompensationskörper, Magnete und weiche Eisenmassen, unter und neben dem. Kompaß anzubringen sind, damit die letzteren die störenden Einflüsse der Eisenmassen des
)0824
Schiffes kompensieren. Ist dieser Ort gefunden, so wird an Stelle des Doppelkompasses der gewöhnliche Kompaß eingesetzt, dann muß derselbe kompensiert sein.
5 Obwohl hiernach der Doppelkompaß eine ganz andere Aufgabe und Bedeutung hat als der Kompaß der Patentschrift 38803, gleicht er demselben in der baulichen Anordnung insofern, als er ebenfalls zwei übereinander liegende bewegliche Kompaßrosen verwendet. Indes unterscheidet sich die bauliche Anordnung in folgenden wesentlichen Punkten: i. Der Kompaß der Patentschrift 38803 ändert nicht die Entfernung der beiden bewegliehen Rosen wie der Doppelkompaß, sondern nach dem letzten Satz des zweiten Abschnitts diejenige der beiden festen Stücke, nämlich nach der dortigen Bezeichnung des Stabes F F aus weichem Eisen und des Magnetstabs N" S".
2. Die Anordnung der beiden beweglichen Rosen ist beim Kompaß der Patentschrift 98809 unsymmetrisch, beim Doppelkompaß symmetrisch zur Aufhängungsebene, in welchem Abstand sich auch die Rosen befinden mögen.
3. Der Kompaß der Patentschrift 38803 hat keinerlei Einrichtung wie der Doppelkompaß, welche den von beiden Rosen gebildeten Winkel angibt.
Unter den in der zitierten Arbeit von Professor Gelcich angeführten Apparaten ist nur ein einziger, der ähnliche Zwecke verfolgt und eine ähnliche Einrichtung besitzt wie der Doppelkompaß, nämlich der Apparat von Dubois, Seite 423 bis 426, Abbildung in Fig. 41. Derselbe unterscheidet sich jedoch vom Doppelkompaß in folgenden wesentlichen Punkten:
1. Er bringt über dem gewöhnlichen Kompaß eine etwa 30 mal schwächere Magnetnadel an, die auf See sehr labil und unruhig ist, während der Doppelkompaß eine zweite genau gleiche und in gleicher Weise bewegliche Kompaßrose verwendet.
2. Magnetnadel und Kompaßrose sind beim Dubois'schen Apparat unsymmetrisch zur Aufhängungsebene angeordnet, während beim Doppelkompaß die beiden Rosen stets symmetrisch zu derselben bleiben, in welchem Abstand sie sich auch befinden.
3. Zur Ermittlung des Winkels, den Magnetnadel und Kompaßrose beim Dubois'schen Apparat miteinander bilden, sind nach Angabe der Beschreibung zwei Beobachter erforderlich, während der Winkel der beiden Rosen des Doppelkompasses ohne alle weiteren Hilfsmittel von einem einzigen Beobachter direkt abgelesen werden kann.
Die Verwendungszwecke des vorliegenden Instruments sind folgende:
1. Zur Bestimmung der erdmagnetischen Horizontalintensität auf See, was dadurch geschieht, daß man bei irgendeiner Entfernung · die Winkel beider Rosen abliest; es ergibt sich dann die Horizontalintensität H = K · cos 1Z2 ψ, wo K eine an Land zu ermittelnde Konstante und ψ den beobachteten Winkel darstellt.
2. Zur Bestimmung der Deviation auf hoher See ohne Gestirne, was auf doppelte Weise geschehen kann: entweder ermittelt man die bekannten Deviationskoeffizienten B, C, D, E, deren Kenntnis für jeden Kurs die zugehörige Deviation zu berechnen gestattet, wofern A = O ist, indem man das Schiff dreht und bei mindestens vier äquidistanten Kursen H beobachtet und daraus B, C, D, E ableitet, oder man ermittelt die Deviation unmittelbar in voller Fahrt, indem man die Rosen so einstellt, daß sie einen Winkel von 90 ° miteinander bilden, danach die Änderung dieser Einstellung beobachtet, wenn man für einen Augenblick den Kurs um einen Strich ändert; daraus ergibt sich die halbkreisartige Deviation für den augenblicklichen Kurs.
3. Zur Kompensierung der Kompasse auf hoher See ohne Gestirne. Zu dem Zweck stellt man die Rosen mit 90 ° Abweichung voneinander ein und ordnet die Kompensationskörper so an, daß die Abweichung bei den Kursen N, O, S und W dieselbe bleibt; wird dann an Stelle des Doppelkompasses der gewohnliche Kompaß eingesetzt, so ist der letztere ohne Deviation.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Kompaß mit zwei senkrecht übereinander aufgehängten und gegeneinander verschiebbaren Kompaßrosen, dadurch gekennzeichnet, daß die Rosen bei der Verschiebung .stets symmetrisch zur Achsenebene der kardanischen Aufhängung bleiben, in welchem Abstand sie sich auch befinden, wobei der jeweilige Rosenabstand an einer Zähltrommel ablesbar ist.
2. Ausführungsform des Kompasses nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der von beiden Rosen gebildete Winkel ohne weitere Hilfsmittel dadurch abgelesen werden kann, daß radiale, in Durchbrüchen der oberen Rose eingesetzte Fäden sich an einer in der Symmetrieebene beider Rosen liegenden Glasplatte spiegeln und so scheinbar die Teilung der unteren Rose radial durchschneiden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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