DE187692C - - Google Patents
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- DE187692C DE187692C DENDAT187692D DE187692DA DE187692C DE 187692 C DE187692 C DE 187692C DE NDAT187692 D DENDAT187692 D DE NDAT187692D DE 187692D A DE187692D A DE 187692DA DE 187692 C DE187692 C DE 187692C
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- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K27/00—AC commutator motors or generators having mechanical commutator
- H02K27/04—AC commutator motors or generators having mechanical commutator having single-phase operation in series or shunt connection
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Description
■Vioa***nvi
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der vorliegenden Betriebseinrichtung kommt wie bei anderen bereits bekannten,
z. B. im D. R. P. 147111- und in den amerikanischen
Patenten 546806, 563426, 615953, 615954, 620987, 620990, 730673 beschriebenen,
ein als Periodenumformer wirkender Induktionsmotor zur Anwendung. In bekannter
Weise steht der primäre Teil eines Induktionsmotors mit einem einphasigen oder mehrphasigen Netz in Verbindung, während
der sekundäre Teil mit den zu betreibenden Motoren in Verbindung gebracht werden
kann. Das Wesen der Erfindung besteht nun darin, daß der Induktionsmotor während des
Anlassens der zu betreibenden Motoren mittels einer Bremseinrichtung von der maximalen
Geschwindigkeit allmählich bis zum Stillstande gebracht wird, so daß er dann
nur als ruhender Transformator wirkt. Sollen die zu betreibenden Motoren angelassen werden,
so läßt man zunächst den Induktionsmotor leer laufen und verbindet, wenn er die volle Geschwindigkeit erlangt hat, seine
sekundären Wicklungen mit den zu betreibenden Motoren. Diese erhalten anfänglich
Strom von sehr geringer Periodenzahl und Spannung zugeführt. Wird der -Läufer des
Induktionsmotors allmählich bis zum Stillstande gebremst, so wächst die Spannung
und Periodenzahl des Stromes, welcher den zu betreibenden Motoren zugeführt wird, allmählich
bis zu einem maximalen Werte an und ist bei Stillstand gleich der Periodenzahl des dem primären Teil zugeführten Stromes.
Der Induktionsmotor wirkt also während des Anlassens der zu betreibenden Motoren . als
Spannungs- . und Periodenzahlumformer und als Anlasser und bei voller Geschwindigkeit
als Transformator.
Die Bremsvorrichtung für den Induktionsmotor ist so beschaffen, daß die zu betreibenden
Motoren mit jeder, beliebigen, unter der maximalen . Geschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit
betrieben werden können. Die Betriebseinrichtung arbeitet wirtschaftlich, weil
während des normalen Laufes der zu betreibenden Motoren der Induktionsmotor stillsteht
und daher nur ebenso geringe Verluste verursacht wie ein gewöhnlicher Wechselstromtransformator.
Die vorliegende Einrichtung kann zum Betriebe beliebiger Motoren dienen, hat aber
insbesondere den Zweck, Hauptstromkollektormotoren zu betreiben. Diese sind, wie bekannt,
wegen des großen Anzugmomentes für den Betrieb elektrischer Bahnen sehr
geeignet, jedoch haben sie, wenn sie mit Wechselstrom betrieben werden, den großen
Nachteil, daß während des Ingangsetzens in · den durch die Kollektorbürsten kurzgeschlossenen
Spulen sehr starke Kurzschlußströme auftreten, die nicht bloß einen großen Energieverlust, sondern auch ein starkes
Feuern der Bürsten bewirken; auch übt beim Anlassen die Selbstinduktion der Motoren
eine nachteilige Wirkung aus, da eine bedeutende Phasenverschiebung zwischen dem
Strome und der Klemmenspannung des Motors
entsteht. Mannigfache Hilfsmittel wurden ersonnen, um diese Ubelstände zu mildern.
Gemäß der Erfindung sind diese Übelstände dadurch vermieden, 'daß den Kollektormotoren
während des Anlassens Strom zugeführt wird, welcher anfänglich nur eine sehr kleine
Periodenzahl hat und keine Veranlassung zum Auftreten von starken Kurzschlußströmen
und zum Feuern der Bürsten sowie zum
ίο Auftreten einer großen Phasenverschiebung
bietet. Anlaßwiderstände sind nicht erforderlich, weil die Spannung des den Kollektormotoren
zugeführten Stromes anfänglich sehr klein ist. Wenn die Kollektormotoren eine
größere Geschwindigkeit erlangt haben, ist es nicht mehr nachteilig, daß der zugeführte
Strom eine größere Periodenzahl hat, weil keine starken Kurzschlußströme mehr auftreten
können. Der Induktionsmotor wirkt als Hochspannungstransformator, da sein primärer Teil unmittelbar mit Hochspannungsstrom
betrieben werden kann, der den Kollektormotoren nicht zugeführt werden
könnte; er wirkt als Periodenumformer, da er den Kollektormotoren Ströme von allmählich
steigender Periodenzahi zuführt; er wirkt als Anlasser, weil die Kollektormotoren
keine Anlaßwiderstände zu erhalten brauchen.
Die Unterschiede zwischen dem vorliegenden Betriebssystem und den in den oben angegebenen
Patentschriften enthaltenen sind folgende:
Gemäß dem D. R. P. sind als Umformer eine Reihe von Induktionsmotoren angeordnet,
die in Kaskadenschaltung verbunden sind. Der zu betreibende Motor kann an die Verbindungsleitungen
zwischen den einzelnen Induktionsmotoren angeschlossen werden und erhält dadurch Strom von stufenweise veränderlicher
Periodenzahl. Der Umformer besteht in diesem Falle aus mehreren Induktionsmotoren ; dieselben liefern nicht Wechselstrom
von allmählich veränderlicher Perioden-' zahl und wirken auch nicht als ruhende
Transformatoren, da sie nicht zum Stillstande gebracht werden, wenn der zu betreibende
Motor den vollen Lauf erlangt hat.
Gemäß den amerikanischen Patenten 546806, 620990 und 730673 ist ein Induktionsmotor
mit einer Wechselstrommaschine (Synchronmotor) mechanisch gekuppelt; beide Maschinen
zusammen wirken als Umformer, wobei vom sekundären Teil des Induktionsmotors Strom
abgenommen werden kann, welcher eine niedrigere Periodenzahl hat als der durch das
Netz zugeführte Wechselstrom. Die Periodenzahl des abgegebenen Stromes ändert sich
nicht von Null an bis zur Periodenzahl des zugeführten Stromes, sondern ist konstant
oder nahezu- konstant. Die beiden als Umformer wirkenden Maschinen bilden nur
einen Periodenumformer. Sie wirken nicht als Anlasser, da der anzulassende Motor mit
Benutzung von Anlaß widerständen in gewöhnlicher Weise angelassen werden muß, gerade
so als ob er an das Stromzuführungsnetz artgeschlossen würde; die beiden Maschinen
wirken auch nicht als einfacher Transformator, weil sie während des Laufes der zu betreibenden Motoren auch beständig laufen
müssen.
Gemäß der amerikanischen Patentschrift' 620987 ist ein Induktionsmotor ebenfalls mit
einer Wechselstrommaschine mechanisch gekuppelt, jedoch die Einrichtung getroffen,
daß der anzutreibende Motor mittels eines Umschalters entweder an die' sekundären
Wicklungen des Induktionsmotors oder an die Wicklungen der Wechselstrommaschine angeschaltet werden kann. Der Induktionsmotor
in Verbindung mit der Wechselstrommaschine bildet einen Umformer, welcher den
zugeführten Wechselstrom in Strom von zwei niedrigeren Periodenzahlen umformt. Der
Umformer liefert nicht Strom, dessen Periodenzahl von Null an bis zur Periodenzahl
des zugeführten Stromes wächst; derselbe wirkt "auch nicht als Anlasser, da die
zu betreibenden Motoren in gewöhnlicher Weise angelassen werden müssen, und wirkt
auch nicht als Wechselstromtransformator.
Gemäß den amerikanischen Patenten 615953 und 615954 soll ein freilaufender Induktionsmotor,
dessen sekundäre Wicklungen mit den zu betreibenden Motoren verbunden werden,
als Umformer dienen. Da ein freilaufender Induktionsmotor dem Synchronismus zustrebt,
können die anzutreibenden Motoren stets nur Strom von sehr geringer Periodenzahl und
Spannung erhalten.
Im amerikanischen Patente 563426 ist angenommen, daß zwei Stromquellen verschiedener
Periodenzahl gegeben sind. Der zu betreibende Motor muß in gewöhnlicher
Weise angelassen werden, wenn er an eine der beiden Stromquellen angeschaltet wird.
Mittels eines als Umformer wirkenden Induktionsmotors und einer Schaltvorrichtung
ist es ermöglicht, daß der zu betreibende Motor, welcher mit einer Stromleitung verbunden
ist, an die andere Stromleitung angeschaltet werden kann, ohne daß man denselben
abstellt. Der Induktionsmotor wirkt in diesem Falle nicht als Anlasser, er liefert
auch nicht'Ströme, deren Periodenzahl von Null an bis zur Periodenzahl des zugeführten
Stromes wächst; er ist während der Umschaltung, während einiger Zwischenstellungen
der Schaltvorrichtung, nicht als Umformer, sondern als Verbrauchsapparat geschaltet; er
wirkt, wenn die Umschaltung vollzogen ist, nicht als Transformator, da er dann abge-
stellt ist und mit dem zu betreibenden Motor in gar keiner Verbindung steht.
Die Einzelheiten der neuen Betriebseinrichtung sind aus den Fig. ι bis 5 ersichtlich.
In der Fig. 1 ist angenommen, daß das Stromzuleitungsnetz L1 L2 L3 einen dreiphasigen
Strom führe, und daß unter Vermittelung des Induktionsmotors J als Umformer
zwei Hauptstromkollektormotoren Ai1 Af2 betrieben werden sollen; diese mögen
z. B. zum Betriebe eines elektrischen Motorwagens dienen. Mit Rücksicht darauf, daß
zwei Motoren zu betreiben sind, ist angenommen, daß der sekundäre Teil des Induktionsmotors
J mit zweiphasigen Wicklungen versehen ist, deren Enden mit vier Schleifringen
JR in Verbindung stehen, von welchen Leitungen zu einem Umschalter S3 führen.
Der primäre, als Ständer angenommene Teil des Induktionsmotors ist dreiphasig gewickelt
und kann mittels eines Schalters S2 an die Stromzuleitungen angeschaltet werden. Mittels
des Umschalters S3 können die sekundären Wicklungen des Umformers J entweder über
verhältnismäßig schwache Anlaßwiderstände P1 P2 oder über die Motoren Af1 Af2 geschlossen
werden. Die Widerstände P1P2
dienen nur dazu, den Umformer J leer anzulassen. Auf der Welle A des Umformers J
sitzt eine mechanische Bremseinrichtung B, welche eine beliebige, mechanisch oder durch
Druckluft oder elektrisch geregelte Bremse, z. B. eine Solenoid- oder Friktionsbremse,
sein kann. Mit T ist ein Tachometer bezeichnet.
Um die Motoren Af1 Af2 anzulassen, lüftet
man die Bremse B, schließt die sekundären Wicklungen des Umformers J mittels des
Umschalters S3 über die Widerstände P1 P2
und verbindet die primären Wicklungen des Umformers mittels des Schalters S2 mit den
Stromzuleitungen. Wenn ; der Umformer J angelaufen ist, schließt man seine sekundären
Wicklungen durch Verstellung des Umschalters S3 auf die Motoren Af1 Af2. Diese
kommen zunächst noch nicht in Gang, weil sie wegen des nahezu synchronen Laufes des
Umformers / nur Strom von sehr geringer Spannung und Stärke erhalten. Der Schalter
S3 kann daher gegebenenfalls auch während des Ruhezustandes der Motoren Af1 Af2
in der Stellung verbleiben, in welcher die sekundären Wicklungen des Umformers über
die Motoren Af1 Af2 - geschlossen sind. Wenn
mittels der Bremse B der Umformer gebremst wird, so wird dessen Schlüpfung vergrößert;
dadurch erhalten die Motoren Af1 Af2
Strom von allmählich steigender Perioden- · zahl, Spannung und Stärke zugeführt. Die
den Motoren zugeführten Ströme sind in der Phase um ein Viertel einer Periode verschieden,
haben anfänglich eine sehr niedrige Periodenzahl und verursachen daher nicht die
Übelstände, welche beim Anlassen von Kollektormotoren mit Benutzung von Strömen von hoher Periodenzahl auftreten. Wenn
sich infolge Bremsung des Umformers die Motoren Af1 Af2 in Gang gesetzt haben, so
wächst die Schlüpfung des Umformers, weil die Motoren Af1 Af2 wegen der auftretenden
gegenelektromotorischen Kraft scheinbar einen größeren Widerstand haben: Der Umformer
kann durch Bremsung allmählich zum Stillstande gebracht werden, während hierbei
gleichzeitig die Motoren Af1. Af2 ihre volle
Geschwindigkeit erlangen.
Durch Regelung der Bremsstärke kann man auch erreichen, daß der .Umformer und die
Motoren mit irgend einer mittleren Geschwindigkeit laufen. Der Umformer wandelt
sowohl während des Laufes, als auch wenn er zum Stillstande gebracht ist, den zugeführten
Dreiphasenstrom stets in Zweiphasenstrom um, ' wirkt also stets. als Phasenzahltransformator.
Der festgebremste Induktionsmotor sucht sich stets mit einem gewissen
Drehmomente zu bewegen. Wenn man daher die Bremse B lüftet, so setzt er sich sofort
in Gang, wodurch der den Motoren Af1 Af2
zugeführte Strom geschwächt wird. Wird die Bremse ganz gelüftet, so steigert sich
die Drehgeschwindigkeit des Umformers beinahe bis zum synchronen Laufe, und die Motoren Af1 Af2 kommen zum Stillstande.
Um die Motoren Af1 Af2 rasch zum Stillstände
zu bringen, braucht man nur den Schalter S2 zu öffnen; es tritt elektrische
Kurzschlußbremsung ein, da die Kollektormotoren über die induzierten Wicklungen des
Umformers kurzgeschlossen sind.
In der Fig. 1 ist außer der mechanischen
Bremse noch eine andere Bremseinrichtung vorgesehen, welche insbesondere dann vorteilhaft
ist, wenn man die Motoren dauernd mit einer mittleren Geschwindigkeit laufen lassen
will.
Auf der Achse des Umformers ist eine Gleichstromserienmaschine E angeordnet, deren
Stromkreis über einen Widerstand W geschlossen werden kann, wodurch eine bremsende
Wirkung auf den Umformer ausgeübt wird, wenn derselbe läuft; durch Änderung des eingeschalteten Widerstandes W kann
man die Bremskraft regeln. Während des Anlassens der Motoren Af1 Af2 muß man den
Umformer J nur im Anfange stark bremsen; wenn die Motoren einmal in Gang sind, kann
wegen ihres infolge der gegenelektromotorischen Kraft vergrößerten Widerstandes der
Umformer verhältnismäßig leicht gebremst werden; wenn die Motoren die volle Geschwindigkeit
erlangt haben, genügt eine
geringe Bremskraft zum Festhalten des Umformers.
Im Falle, daß gemäß der Fig.·. ι außer der mechanischen Bremse B noch eine Brems^
dynamo E angeordnet ist, ist es zweckmäßig, beim Anlassen der Motoren M1 Af2, den Umformer
anfänglich mittels beider Bremseinrichtungen zu bremsen, wobei der Widerstand W möglichst klein gewählt sein soll.
ίο Wenn sich die Motoren in Gang gesetzt haben, lüftet man die mechanische Bremse
und bremst mittels der Bremsdynamo E allein.
Um den Motoren Af1 Af2 die volle Ge-
. sch windigkeit zu, geben, stellt man die mechanische
Bremse an und bringt den Umformer zum Stillstande. Die Bremsdynamo E kann
im Vergleich zur Leistung des Umformers J von verhältnismäßig geringer Größe sein, da
dieser, wenn die Motoren AT1 Ai2 bereits
laufen, verhältnismäßig leicht gebremst werden -kann, da die sekundären Wicklungen
gleichsam durch große äußere Widerstände geschlossen sind.
Anstatt der zwei Kollektormotoren könnte man in gleicher Art eine größere Anzahl
solcher Motoren oder asynchrone Zweiphasenmotoren oder irgendwelche andere Verbrauchsapparate betreiben. Der sekundäre Teil des
Umformers könnte auch mit einer . Dreiphasenwicklung versehen sein, von welcher Strom für den Betrieb von Kollektormotoren
oder asynchronen Dreiphasenmotoren abgenommen werden könnte, die dann ebenfalls beim Anlassen Strom von allmählich steigender
Periodenzahl und Spannung zugeführt erhalten.
Aus der Fig. 2 ist das Verhalten des Umformers J während des Anlassen der Motoren
Ai1 Af2 ersichtlich. Die Kurven 1 bis 7
stellen das vom Umformer entwickelte Drehmoment in Abhängigkeit von der Tourenzahl
dar, wenn der äußere Widerstand, durch welchen die Wicklungen des Ankers geschlossen
sind, allmählich vergrößert wird.
Die Kurve 1 bezieht sich auf den Fall, daß die äußeren Widerstände durch die Widerstände
der noch ruhenden Motoren Af1 Af2
gebildet sind. Wenn sich z. B. die Motoren Af1 Af2 in Gang setzen, wenn der Umformer J
mittels des Drehmomentes A1 B1 gebremst
wird, so gelten für den Umformer wegen des vergrößerten Widerstandes der Motoren
statt der Kurve 1 der Reihe nach die Kurven 2, 3, 4 usw. Falls das bremsende
Drehmoment konstant erhalten würde (^1 B1
= A2 .B2 = A3 B8 usw.), sinkt die Tourenzahl
des Umformers J bis zum Stillstande; es gilt dann für denselben die Kurve 7.
Wie bereits früher erörtert wurde, ist während des Anlassens der Motoren Af1 Af2 nicht
mit einem konstanten Drehmoment, sondern anfänglich mit stärkerem und nach dem Anlaufen
der Motoren mit schwächerem Drehmoment zu bremsen; dann können der Umformer und die Motoren auch auf einer
mittleren Geschwindigkeit erhalten werden. Es sei z. B. angenommen, daß der Umformer
mit dem Drehmoment A6 B6 gebremst
werde und entsprechend der Kurve 6 mit der Tourenzahl O A6 laufe. Wenn im Falle
des Auftretens eines, vergrößerten Hindernisses in der Bewegung der Motoren. die
Geschwindigkeit derselben abnimmt, so wird statt der Kurve 6 die Kurve 5 gelten und
daher der Umformer etwas rascher umlaufen; wenn die Bremsung mittels der Bremsdynamo
E bewirkt wird, so wird das bremsende Drehmoment vom Werte A6 B6 auf
den Wert FH ansteigen und dadurch den
Umformer hindern, eine noch größere Geschwindigkeit anzunehmen. Die Regelung erfolgt daher in gewissem Maße selbsttätig;
wenn die Tourenzahl des Umformers abnimmt, so bremst auch die Dynamo E schwächer,
während sie stärker bremst, wenn die Tourenzahl des Umformers zunimmt.
Gemäß der Fig. 3 ist angenommen, daß durch das Stromzuleitungsnetz L1 L2 ein einphasiger
Wechselstrom zugeführt wird. Bezüglich des Umformers / ist wieder angenommen,
daß dessen induzierender Teil feststeht, und daß der Anker mit zweiphasigen Wicklungen versehen ist, von welchen Strom
für den Betrieb zweier Hauptstromkollektormotoren Af1 Af2 abgenommen werden soll.
Da der einphasige Umformer / nicht von selbst angeht, muß er vor der Anschaltung
an die Leitungen L1 L2 auf eine größere Geschwindigkeit
gebracht werden, welche jedoch nicht dem synchronen Lauf genau gleich zu sein braucht. Zum' Anlassen des Umformers
dient ein verhältnismäßig kleiner Motorgenerator, welcher gemäß der Fig. 3 aus einem
einphasigen selbstangehenden Wechselstrommotor N und einer mit demselben auf gemeinsamer
Achse befestigten Gleichstromdynamo D besteht, welche als eine Neben-·
schlußdynamo angenommen ist. Der Motor N kann irgend ein Induktionsmotor bekannter
Art mit Hilfswicklung zur Aufnahme eines künstlich erzeugten, in der Phase verschobenen
Stromes sein. Auf der Welle A des Umformers / ist in gleicher Art, wie in Fig. 1,
eine mechanische Bremse B und eine Bremsdynamo E angeordnet, welche wieder als
Reihenschlußmaschine gezeichnet ist. Im Stromkreis der Maschine E befindet sich, wie
in der Fig. 1, ein Widerstand W. Zwei Schleifkontakte C1 C2, welche längs des Widerstandes
verschiebbar sind, nehmen gemäß der Figur gerade die Nullstellung ein, wobei der
Stromkreis der Maschinen D und E unter-
brochen ist. Verschiebt man den Kontakt C1
längs des Widerstandes W, während der Kontakt C2 in der Nullstellung bleibt, so ist die
Maschine D unter Zwischenschaltung eines Teiles des Widerstandes W mit der Maschine E
verbunden, so daß E als Motor wirken kann, wenn D als Dynamo Strom abgibt. Verschiebt
man den Kontakt C2 längs des Widerstandes W, während C1 in der Nullstellung
ίο bleibt, so wirkt die Maschine E als Bremsdynamo,
wenn der Umformer in Gang ist. Mit S1 ist ein Schalter bezeichnet, welcher
zur Verbindung des Motors N mit den Stromleitungen L1 L2 dient; die Schalter S2 S3
haben den gleichen Zweck wie in der Fig. 1, doch sind in der einen Stellung des Schalters
S3 die sekundären Wicklungen des Umformers nicht über Anlaß widerstände, sondern
kurzgeschlossen.
Die Wirkungsweise der in der Fig. 3 gezeichneten Betriebseinrichtung ist folgende:
Anfänglich befinden sich alle Schalter und die Kontakte C1 C2 in der gezeichneten Nullstellung;
die Bremse B ist gelüftet. Schließt man den Schalter S1, so kommt der Motor N
in Gang und erreicht leicht nahezu den synchronen Lauf, weil die Maschine ΰ noch
keinen Strom abgibt., Hierauf wird der Kontakt C1 allmählich längs des Widerstandes W
verschoben, bis derselbe aus dem Stromkreis ausgeschaltet ist. Die Maschine E bekommt
dabei Strom und bringt als Motor den Umformer in Gang. Sobald derselbe den synchronen
Lauf erreicht hat oder nahezu synchron läuft, was am Tachometer T zu ersehen
ist, wird der Schalter S2 geschlossen, hierauf der Kontakt C1 in die Nullstellung
geschoben und der Schalter S1 gegebenenfalls geöffnet. Der Umformer J läuft nun
mit nahezu synchroner Geschwindigkeit als Motor, weil die Wicklungen des Ankers kurzgeschlossen sind, und weil er keine äußere
Arbeit zu leisten hat. Um die Motoren M1 M2
in Gang zu setzen, werden sie mittels des Schalters S3 mit den sekundären Wicklungen
des Umformers verbunden und erhalten dadurch Ströme zugeführt, welche anfänglich
eine sehr kleine Periodenzahl und Spannung haben, so daß die Motoren noch nicht in
Gang kommen; die den beiden Motoren zugeführten Ströme sind in der Phase um ein
■ Viertel einer Periode verschoben. Hierauf wird der Umformer mittels der mechanischen
Bremse B stark gebremst, so daß seine Schlüpfung vergrößert und die den Motoren
Ai1 Ai2 zugeführten Ströme verstärkt werden.
Sobald sich diese Motoren in Gang gesetzt haben, hat man schwächer zu bremsen, weil
das Drehmoment des Umformers bei der durch die gegenelektromotorische Kraft der Motoren bedingten Vermehrung des äußeren
Widerstandes der sekundären Wicklungen des Umformers rasch abnimmt. Man kann durch
schwache Bremsung mittels der Bremse B erreichen, daß der Umformer mit einer mittleren
Geschwindigkeit läuft, wobei auch die Motoren Ai1 Af2 mit einer mittleren Geschwindigkeit
laufen. Diese brauchen ebenso, wie im Falle der Fig. 1, keine Anlaß widerstände
zu erhalten. Um zu erzielen, daß. die Motoren. Af1 Af2 mit der vollen Geschwindigkeit
laufen, bringt man die Umformer mittels der Bremse B zum Stillstande; man muß jedoch,
wenn dies geschehen ist, die Bremse B lüften, damit sich die induzierten sekundären Wicklungen
des Umformers symmetrisch zu den Wicklungen des primären Teiles einstellen können; diese Einstellung erfolgt, wenn der
Umformer frei beweglich ist. Von den beiden induzierten sekundären Wicklungen wird
nun einphasiger Strom abgegeben, dessen Periodenzahl gleich ist der Periodenzahl
des zugeführten Stromes; der Umformer wirkt als einphasiger ruhender Transformator.
Vorteilhaft ist es, beim Anlassen der Motoren anfänglich sowohl mit der mechanischen Bremse B als auch mit der
Bremsdynamo E zu bremsen, um eine starke bremsende Wirkung zu erzielen. Sobald die
Motoren Af1 Af2 sich in Gang gesetzt haben,
ist dann nur mittels der Bremsdynamo E allein zu bremsen. Da die Bremswirkung
durch Änderung des Widerstandes regelbar ist, kann man den Umformer, und daher auch
die Motoren Af1 Af2, mit irgend einer mittleren
Geschwindigkeit laufen lassen. Beim Anwachsen der Geschwindigkeit des Umformers wächst die Bremskraft der Dynamo E, beim
Sinken nimmt sie ab; es erfolgt daher selbsttätig
eine Regelung der Geschwindigkeit des Umformers auf eine bestimmte Tourenzahl.
Schiebt man den Kontakt C2 in die Nullstellung, so strebt der Umformer dem synchronen
Laufe zu und die Motoren · Af1 Af2
kommen zum Stillstande. Ein rasches Abstellen der Motoren kann durch Öffnen des
Schalters S2 bewirkt werden, wodurch elektrische Kurzschlußbremsung· eintritt. Wenn
der Umformer J zum Stillstande gebracht wurde, so ist er, um die Motoren Af1Af2
neuerlich anlassen zu können, mittels der Maschinen NDE in der früher angegebenen
Weise in Gang zu bringen. Die Maschine E braucht ebenso, wie im Falle der Fig. 1, im
Vergleich mit der Leistung des Umformers nur von verhältnismäßig geringer Leistung
zu- sein, weil nach der Ingangsetzung der Motoren Af1 Af2 der größte Teil der in den
sekundären Wicklungen des Umformers induzierten elektromotorischen Kraft im äußeren
Kreise verbraucht wird, Und daher der Umformer leicht gebremst werden kann.
Die Regelung der Geschwindigkeit des Umformers und der Motoren M1 M2 könnte
auch ohne mechanische Bremse mittels der Bremsdynamo E allein bewirkt werden, da
der Umformer als einphasiger Induktionsmotor durch die Bremsdynamo E allein zum
Stillstande gebracht werden kann; in diesem Falle müßte aber, um die im ersten Momente
der Anlaßperiode der Motoren M1 Af2 erforderliche
starke Bremskraft zu entwickeln, die Dynamo E verhältnismäßig stärker bemessen
sein. Der Umformer könnte im induzierten Teile anstatt mit einer zweiphasigen mit einer dreiphasigen Wicklung, versehen
sein. Ebenso wie Kollektormotoren könnte man auch zweiphasige oder Drehstrommotoren
oder irgendwelche andere Verbrauchsapparate betreiben. Diese würden stets, beim Anlassen
einen mehrphasigen Strom von niedriger Periodenzahl erhalten, welcher allmählich in
einen einphasigen Strom von hoher Periodenzahl übergeht.
In der Fig. 4 ist eine besondere Ausführungsform der in der Fig. 3 dargestellten
Einrichtung gezeichnet. Der Kontakt C1 ist durch einen Schalthebel ersetzt, welcher mit
dem Schalter S1 gekuppelt ist. Bei Anschaltung
des Motors N an die Leitungen L1 L2 ist anfänglich noch der Stromkreis der
Dynamo E unterbrochen; derselbe wird erst bei stärkerer Verstellung des Schalters S1 geschlossen,
so daß der Motor N unbelastet anlaufen kann. Bei Rückdrehung des Schalters
S1 in die gezeichnete Nullstellung WiTd1
auch der Hebel C1 in die Nullstellung be-'
wegt. Der Kontakt C2 ist in' der Fig. 4 ebenfalls durch einen Schalthebel ersetzt. :
Im Falle die Bremse B eine durch Druckluft bewegte Bremse ist, kann die Einrichtung
getroffen sein, daß beim Verdrehen des Schalters C2 bis in eine gewisse Stellung, welche
in der Figur durch eine punktierte Linie angedeutet ist, die Luftbremse angestellt wird;
die Achse des Hebels C2 braucht zu diesem
Zweck nur mit dem Bremshahn entsprechend verbunden zu sein. Beim Anlassen der Motoren
Ai1 M2 ist dann der Hebel C2 anfänglich
bis in die punktierte Stellung zu. drehen, wobei beide Bremsen am stärksten, wirken, während
später, wenn die Motoren Af1 Ai2 eine gewisse
Geschwindigkeit erlangt haben, nur mittels der Dynamo E allein gebremst wird. Man ersieht,
daß in dieser Art ein einziger Hebel C2 für das Anlassen und für die Regulierung
der Geschwindigkeit der Motoren M1 M2 ge-.
nügt. ■
Aus der Fig. 5 ist das Verhalten des Umformers J ersichtlich, wenn er mit einphasigem
Strom betrieben wird. Die Kurven'i, 2, 3, 4 stellen das vom Umformer entwickelte Drehmoment
in Abhängigkeit von der Tourenzahl dar, und zwar beziehen sich diese Kurven
auf die Fälle, wenn die äußeren Widerstände, durch welche die sekundären Wicklungen geschlossen
sind, allmählich vergrößert werden. Die Kurve 1 möge sich auf den Fall beziehen,
wenn die äußeren Widerstände durch die Widerstände der noch ruhenden Motoren Af1 Ai2 gebildet sind. Es sei angenommen,
daß die Motoren Ai1 Ai2 sich bereits
in Gang setzen, wenn mit dem Drehmomente ^I1 B1 gebremst wird; die Tourenzahl des
Umformers ist dabei gleich OA1. Wegen
der in den Motoren Ai1 Ai2 entstehenden gegenelektromotorischen
Kraft nimmt ihr scheinbarer Widerstand zu. Statt der Kurve 1 gilt daher nach einiger Zeit die Kurve 2; würde
mit konstantem Drehmomente gebremst werden, so daß A2 B2 gleich A1 B1 ist, so würde
die Tourenzahl des Umformers zurückgehen auf den Wert O A2. Wenn die Geschwindigkeit
der Motoren Ai1 Ai2 noch weiter
wächst, so gelten die Kurven 3 und 4. Die letzte Kurve möge einem Ruhezustande entsprechen,
wobei die Geschwindigkeit der Motoren Af1 Af2 nicht mehr zunimmt; die Geschwindigkeit
des Umformers ist dann gleich O A1. In Wirklichkeit ist nicht mit einem
konstanten Drehmoment, sondern anfänglich mit einem stärkeren Drehmoment zu bremsen,
welches jedoch, wenn sich die Motoren Ai1 Ai2
in Gang gesetzt haben, allmählich zu' verringern ist; dies erfolgt selbsttätig, wenn
nach dem Anlaufen der Motoren Ai1 Af2 nur
mittels der · Bremsdynamo E allein gebremst wird. Wenn die elektrische Bremse E das
Drehmoment Ai B1 entwickelt, und sich die
Motoren mit entsprechender Geschwindigkeit . drehen, so wird, wenn infolge eines vergrößerten
Widerstandes die Tourenzahl der Motoren Af1 Ai2 abnimmt, statt der Kurve 4
die Kurve 3 gelten; der Umformer beginnt daher etwas rascher zu laufen, wobei aber
das Drehmoment, welches von der elektrischen Bremse E entwickelt wird, auf den
Wert FH anwächst und den Umformer hindert, eine noch größere Tourenzahl als
O F anzunehmen. Wenn der Bewegungswiderstand der Motoren Af1 Af2 auf den
früheren Wert zurückkehrt, so nimmt auch der Umformer wieder die Tourenzahl O A1
an. Um den Motoren die maximale Geschwindigkeit, zu geben, ist der Umformer
zum Stillstande zu bringen.
Die beschriebene Betriebseinrichtung kann im einzelnen mannigfache Änderungen erleiden.
Das Wesen derselben besteht darin, daß der als Umformer wirkende Induktionsmotor
während des Anlassens der zu betreibenden Motoren oder anderen Verbrauchsapparate
als Spannungs- und Periodenumformer und Anlasser wirkt, während er bei
normalem Betriebe nur als Transformator wirkt, was dadurch erreicht wird, daß er
mittels einer Bremseinrichtung zum Stillstande gebracht wird.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:i. Einrichtung zum Anlassen von Wechselstrommotoren mit Hilfe von Strömen allmählich steigender Spannung ίο und Periodenzahl unter Benutzung eines einphasigen oder.mehrphasigen Induktionsmotors, dessen sekundäre Wicklungen mit den anzulassenden Motoren verbunden sind, als Umformer, dadurch gekenn-■15 zeichnet, daß der Induktionsmotor mit . einer Bremsvorrichtung versehen ist, welche ermöglicht, ihn während des Anlassens der zu betreibenden Motoren allmählich von seinem vollen Laufe bis zum Stillstande zu bringen, so daß der Höchstwert der Periodenzahl gleich ist der Periodenzahl des zugeführten Stromes, und der Umformer während des normalen Laufes der zu betreibenden Motoren nur als statischer Transformator wirkt.
- 2. Ausführungsform der Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremseinrichtung aus einer mechanischen Bremse und einer als Bremse wirkenden Gleichstromdynamo besteht.
- 3. Ausführungsform der Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sekundären Wicklungen des Induktionsmotors mit Kollektormotoren als anzutreibenden Motoren verbunden sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE187692C true DE187692C (de) |
Family
ID=451365
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT187692D Active DE187692C (de) |
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|---|---|
| DE (1) | DE187692C (de) |
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