DE1817092C3 - Verfahren zum Herstellen von sphärischen Urandioxidkernen für Brenn- und /oder Brutelemente - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von sphärischen Urandioxidkernen für Brenn- und /oder BrutelementeInfo
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Description
Urandioxidkernen mit einem Durchmesser von mehr als 800 μ für Brenn- und/oder Brutelemente durch
Bildung eines Gels aus einem Urandioxidsol, wobei aus einer wäßrigen Uranylsalzlösung durch katalytische
Reduktion mittels Wasserstoff in Gegenwart von Platin und anschließende Fällung mit Ammoniak
Urandioxidhydrat gebildet wird, das mit destilliertem Wasser gewaschen und durch Peptisierung bei 60 bis
70° C in Gegenwart von Säure in UO.,-Sol übergeführt wird, ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet,
daß ein unter Einsatz einer starken Säure erhaltenes Sol nach Einstellung einer Konzentration von 470 bis
720 g Uran/1 bei etwa 10° C mit einer Hexamethylentetramin-Lösung
versetzt und zur Gelierung bei höherer, jedoch unterhalb 100° C liegender Temperatur
in eine Wasser nicht lösende organische Flüssigkeit eingetropft wird, worauf die nach sehr kurzer Verweilzeit
in der Geliersäule gebildeten Gelpartikeln in an sich bekannter Weise abgezogen, in Petroläther
und anschließend in konzentrierter Ammoniaklösung gewaschen und bei 1200 bis 1300° C in wasserstoffhaltiger
Atmosphäre gesintert werden.
Als organische Flüssigkeit wird dabei zweckmäßig auf eine Temperatur von 90 bis 95^C gebrachtes
Paraffinöl verwendet. Das den bei dem Verfahren gemäß der Erfindung gebildeten Gelpartikeln anhaftende
Paraffinöl wird dadurch entfernt, daß diese in Petroläther gewaschen werden, während bei der
Gelierung NH1NO3 bzw. NH4Cl durch Waschen in
konzentrierter Ammoniaklösung entfernt werden. Dadurch, daß das Paraffinöl auf eine Temperatur
von 90 bis 95° C gebracht wird, wird eine hohe Geliergeschwindigkeit erzielt. Das hat die Wirkung,
daß die Soltropfen schneller erhärten, so daß Deformationen durch gegenseitige Berührung vermieden
werden. Auf diese Weise wird erreicht, daß auch dann kugelförmige UOyGelpartikeln entstehen, wenn
deren Durchmesser nach demSintern mehr 3ΐ5 800μπι
beträgt. Ein Vorteil der Verwendung von Paraffinöl besteht darin, daß das Verfahren gemäß der Erfindung
wegen der verhältnismäßig hohen Strahlenresistenz des Paraffinöls auch auf Stoffe mit hoher spezifischer
Radioaktivität anwendbar ist.
Ausführungsbeispiel
0,5 1 einer 1 M UO,(NO.,).,-Lösung wurden mit
1,3 1 IM HNOS und 0,2'l 0,5 M (NH2)2CO in Gegenwart
von 5°/oigem Pt/Al2O3 mit einer Korngröße von
50 bis 100 μίτι als Katalysator mit Wasserstoff reduziert.
Der Zeitaufwand hierfür betrug etwa 2 Stunden. Die so reduzierte Lösung wurde im Anschluß daran
durch eine in dem Reaktionsbehälter angeordnete Filterplatte in einen zweiten Behälter abgesaugt. Dabei
wurde der Katalysator durch die Filterplatte zurückgehalten. Anschließend wurde in die reduzierte
Lösung 13,8g reine Ameisensäure und sodann eine Mischung von gleichen Teilen 9 M NH3 und 1,5 M
N.,H4 eingerührt, bis der pH-Wert auf etwa 7 bis 7,5
ίο gestiegen war. Der sich dabei bildende Niederschlag
von UO^-Hydrat wurde durch Absaugen von der überstehenden Lösung abgetrennt und mit etwa 101
destilliertem Wasser ionenfrei gewaschen. Zugleich wird auch das UO.,-Hydrat von Ameisensäure befreit.
t5 In einer weiteren Verfahrensstufe wurde der Niederschlag
mit 0,5 1 destilliertem Wasser aufgerührt und nach Zusatz von 0,1 1 IM HNO3 unter ständigem
Umrühren bei 65° C peptisiert. Das sich dabei bildende verdünnte UO2-SoI wurde bei einer Temperatur
ao von 50 bis 60° C unter Umrühren auf eine Konzentration
von 2 M — das sind 476 g Uran je Liter — eingeengt. Dabei war der Druck in dem Behälter zuvor
auf etwa 20 bis 30 Torr herabgesetzt worden.
Das in dieser Weise vorbehandelte Sol wurde im
Das in dieser Weise vorbehandelte Sol wurde im
as Anschluß daran wie folgt auf kugelförmige Gelpartikeln
verarbeitet. Das Sol wurde in Chargen von je 10 g bei einer Temperatur von 0 bis 10° C mit etwa
0,5 bis 1 ml 1 M (CH2)eN4-Lösung versetzt und mittels
einer an sich bekannten Vorrichtung in eine Geliersäule eingetropft, die von Paraffinöl durchströmt
war. Es zeigte sich, daß die Gelierung in wenigen Sekunden erfolgt, wenn die Temperatur 90 bis
95 C betrug. Die dabei gebildeten Partikeln wurden dann mit Paraffinöl auf eine Glasfritte gespült und
durch Waschen mit Petroläther von dem ihnen anhaftenden Paraffinöl befreit. Um auch das NH4NO3, das
bei der Gelierung entstanden war, zu entfernen, wurden die Partikeln in einem Glasgefäß etwa 5 Stunden
unter konzentrierter ΝΗ,-Lösung aufbewahrt. Die
«o Lösung wurde von der Fritte abgesaugt und die noch
feuchten und im übrigen recht sauerstoffempfindlichen Partikeln in einem mit Stickstof! gespülten
Trockenschrank bei einer Temperatur zwischen 50 und 90° C einige Stunden vorgetrocknet. Nach dieser
Behandlung wurden die Partikeln in einem wasserstoffgespülten Rohrofen mit Silitstabheizung bei 1200
bis 13001C zu dichten UO,-Kernen gesintert. Die
erreichten Dichten lagen zwischen 90 und 98°/o der theoretischen Dichte des UO.,.
Claims (1)
- .Patentanspruch:Verfahret zum Herstellen von sphärischen Urandioxidkernen mit einem Durchmesser von mehr als 800 μΐη für Brenn- und/oder Brutelemente durch Bildung eines Gels aus einem' Urandioxidsol, wobei aus einer wäßrigen Urany! Salzlösung durch katalytische Reduktion mittels Wasserstoff in Gegenv/art von Platin und anschließende Fällung mit Ammoniak Urandioxidhydrat gebildet wird, das mit destilliertem Wasser gewaschen und durch Peptisierung bei 60 bis 70° C in Gegenwart von Säure in UO2-SoI übergeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein unter Einsatz einer starken Säure erhaltenes UO2-SoI nach Einstellung einer Konzentration von 470 bis 72Og Uran/1 bei etwa 10° C mit einer Hexamethylentetramin-Lösung versetzt und zur Gelierung bei höherer, jedoch unterhalb ao 100 C liegender Temperatur in eine Wasser nicht lösende organische Flüssigkeit eingetropft wird, worauf die nach sehr kurzer Verweilzeit in der Geliersäule gebildeten Gel-Partikeln in an sich bekannter Weise abgezogen, in Petroläther und anschließend in konzentrierter Ammoniaklösung gewaschen und bei 1200 bis 1300° C in wasserstoffhaltiger Atmosphäre gesintert werden.30Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von sphärischen Urandioxidkernen mit einem Durchmesser von mehr als 800 μΐη für Brcnn- und/oder Brutelemente durch Bildung eines Gels aus einem Urandioxidsol, wobei aus einer wäßrigen Uranylsalzlösung durch katalytische Reduktion mittels Wasserstoff in Gegenwart von Platin und anschließende Fällung mit Ammoniak Urandioxidhydrat gebildet wird, das mit destilliertem Wasser gewaschen wird.Zum Betreiben von Kernreaktoren oder bei der Herstellung von Brenn- und/oder Brutelementen für Kernreaktoren werden vielfach oxidische Brennstoffkerne benutzt, die einen Durchmesser von einigen ΙΟΟμηι haben. Man strebt dabei an, nach Möglichkeit Kerne herzustellen, deren Durchmesser oberhalb 5" von 800 μΐη liegt, weil dadurch eine höhere Urandichte und beim Betreiben eines Reaktors höhere Leistungen erzielbar sind. Dies gilt insbesondere auch für schnelle Brutreaktoren.Es ist bekannt, Brenn-· oder Brutstoffkerne, bei denen als Brenn- und/oder Brutstoff UO2, ThO2 oder (Th, U)O2 verwendet werden, aus wäßrigen Lösungen im Sol-Gel-Verfahren herzustellen. Bei diesem be- . kannten Verfahren wird ;uir Herstellung der Kerre von einer Uranylnitrat-Lösung oder einer Thoriumnitrat-Lösung ausgegangen. Dabei wird die Uranylnitrat-Lösung zunächst unter einem Druck von 1 atm Wasserstoff katalytisch reduziert, worauf durch Zusatz von Ammoniak das Uran(IV)-oxidhydrat gefüllt und dieses nach gründlichem Auswaschen durch Peptisation mittels eines Säurezusatzes wie Salpetersäure und Ameisensäure in ein Sol überführt wird (Γ. P. M c B r i d e, Preparation of UOj-Microsphcres by a Sol-Gel Technique, Oak Ridge National Laboratory ORNL-3874, Februar i960). Die Soltropfen werden nach diesem Verfahren durch Entwässern in ^-Äthyl-l-hexanol geliefert. Der Durchmesser der nach diesem Verfahren gebildeten Kerne betrug jedoch nach dem Sintern der beim Gelieren entstandenen Kerae nicht mehr als etwa 600 μπι. Ein anderes bekanntes Verfahren zur Herstellung von oxidischen Urankemen sieht vor, das Verhältnis von NO3 zu U in der Uranylnitrat-Lösung [UO2(NO3).,] durch Nitratextraktion mittels eines unter der Firmenbezeichnung Primene JMT bekannten Amins in mehreren Stufen auf 1,0 zu erniedrigen und diese Lösung im Anschluß daran unter einem Druck von etwa 40 atm unmittelbar zu UO.,-Sol zu reduzieren (G. Cogl i a t i, F Collenze, "R. Lanz, V. LupparelÜ. P.Maltzoff, E.Mezi, A.Recrosio, SoI-Ge! Processes for the Production of Ceramic Fuels at CNEN Laboratories, Symposium on »Sol-Gel Pncesses tor Preparation of Ceramic Nuclear Fuels . Turin, Oktober 1967). Auch nach diesem Verfalmn lassen sich nur Uranoxidkerne mit Durchmessern t>;s zu höchstens 700 μΐη herstellen. Das gilt ebenso fr ein bekanntes Verfahren, bei dem das Nitrat mitte!-, eines unter der Handelsbezeichnung Amberlite-LA 2 bekannten Extraktionsmittels extrahiert wurde (R (, Wymer, Laboratory and Engendering Studies .>f Sol-Gel Processes at Oak Ridge National Laboratui,, ORNL-TM 2205, Mai 1968).Es ist zwar auch schon ein Verfahren zur Herste! lung von Kernen bekanntgeworden, deren Durchmesser oberhalb 800 μΐη lag. Dieses Verfahren bezic ;i sich jedoch nur auf Kerne aus ThO2 und (Th, U)O,, wobei der maximale Anteil des Urans 25 Gewichtsprozent des Gehalts der Schwermetalle an Uran und Thorium betrug. Bei diesem Verfahren erfolgt die Gel-Bildung durch innere Gelierung von Soltropfen, denen zuvor Hexamethylentetramin zugefügt worden war (I. B. W. K a η i j, A. I. N ο ο t h ο u t, Th. van der Pias, M. E. A. Hermanns, Sol-Gel Development at KEMA, Symposium on »Sol-Gel Processes for Preparation of Ceramic Nuclear Fuels«, Turin, Oktober 1967).Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Sole von Mischungen aus Uran- und Thoriumoxid oder Plutoniumoxid nach Zusatz eines Ammoniak abspaltenden Stoffes, wie Hexamethylentetramin, als Geliermittel und durch Eintropfen in Paraffinöl bei Temperaturen bis zu 95° C durch die dabei erfolgende Gelierung zu runden Partikeln zu verfestigen. Durch diese Maßnahme erzielt man eine sehr kurze Gelierdauer, so daß sich ein hoher Durchsatz ergibt. Diese Maßnahme war jedoch bisher nur anwendbar auf Thoriumoxidsole und Thoriumoxid-Uranoxid-Sole, bei denen der Thoriumanteil mindestens das Fünffache des Urananteils beträgt. Sie war nicht anwendbar auf die nach den bisher bekannten Verfahren hergestellten UO2-SoIe(I. B.W. Kanij, A. I. Noothout, Th. van der Pias, M. E. A. Hermanns, SoI-Ge! Development at KEMA, Symposium on »Sol-Gel Processes for Preparation of Ceramic Nuclear Fuels«, Turin, Oktober 1967).Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zu schaffen, durch das auf wirtschaftliche Weise kugelförmige UO2-Kerne für Kern- und/oder Brutreaktoren mit einem Durchmesser von mehr als 800 μηι herstelbar sind.Ausgehend von der Herstellung von sphärischen
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Cited By (1)
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- 1969-12-26 FR FR6945138A patent/FR2027246A1/fr not_active Withdrawn
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