DE1812979C - Aminomethylbicyclo oktan und nonan carbonsaure Verbindungen und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Aminomethylbicyclo oktan und nonan carbonsaure Verbindungen und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Die Auflösung von Fibrin-Ablagerungen bei Säugetieren beruht auf deren Auflösung durch das hnzym
I1IaSnIiIi (Fibrinolysin), welches im Blut aus Plasminogen,
das auch im Blut vorhanden ist. gehildi-t wird.
Diese überführung von Plasminogen in Plasm in wird durch Aktivatoren im Blut beschleunigt, und es
scheint, daß eine übermäßige fibrinolytische Aktivität
aus einem zu großen Hberfluß an solchen Aktivatoren resultiert. Ist zu viel Plasmin vorhanden, so gerät das
Gerinnungss>stem des Blutes aus dem Gleichgewicht. die lebenswichtige Gerinnung kann nicht aufrechterhalten
werden, und es können Blutungen entstehen. Dieser Zustand ist als fibrinolytischer Zustand bekannt.
Andere Enzymsysteme können gleichfalls in unerwünschter Weise bei Bestehen eines solchen Zu-Standes
aktiviert werden.
In neuerer Zeit haben antifibrinolytische Mittel, das
sind Drogen, welche die Aktivierung von Plasminogen unter Bildung von Plasmin inhibieren, an Interesse
gewonnen. Man nimmt an. daß di<ise antifibrinolytisehen
Mittel in die Funktion des Aktivators für die Umwandlung von Plasminogen in Plasmin eingreifen.
Die klinische Anwendung solcher Drogen schließt deren Verabreichung an Personen ein. die verschiedene
Arten an operativen Eingriffen durchgemacht haben (wie Herz-Lungen- und Prostata-Operationen) Blutungsprobleme
bei Geburten, Periodenschmerzen und viele indere Anwendungen, die in der Literatur vorgeschlagen
worden sind (beispielsweise von N i I s s e η , Acta Medica Scand. Supp. 448. Bd. 180. 1966).
Als antifibrinolytisches Standardmittel, gegen welches
neuere Mittel im allgemeinen getestet werden, dient epsilon-Aminocapronsäure. die auch als EACA
bekannt ist. Ein Nachteil dieses Mittels ist die sehr hohe erforderliche Dosierung: in einigen Fällen 3 bis
6 g oder mehr alle 4 bis 6 Stunden. Es sind auch Nebenwirkungen,
wie Schwindel. Ohnmacht und Durchfall beobachtet worden. Kürzlich sind zwei wirksamere
Mittel beschrieben worden, nämlich trans-4-Aminorncthylcyclohexancarbonsäure
(AMCHA) und 4-Aminomethylbenzoesäurc (PAMBA). Beide sollen aktiver
als EACA sowohl beim In-vitro- wie beim In-vivo-Test
sein (beschrieben von Λ η el e r s s e η u. a.. Scand. Journ. Haemal.. Bd. 2 [1965]. S. 2.10. und
M e 1 a η d e r υ. a.. Acta Pharmacol, et Toxicol.
Hd. 2Ί [1965], S. 340). die beide AMCHA diskuliCRT.).
Gegenstand der Erfindung sind neue antifibrinolyti sch wirkende Verbindungen der allgemeinen Formel
C CH2
H2N- (H2-C (CH2), C- (C)OH
H2N- (H2-C (CH2), C- (C)OH
/
CfI2 C
CfI2 C
Il
X
worin 11 - oder -1 und X 11, oder O bedeutet. Es handeli
sich also um die 4-Aininometln Ibicyclo-f 2.2.2 |-oclun
!-carbonsäure. 5-Animomethylhicyelo-[3.2.2]-nonan-1-carbonsäure
und die entsprechenden DikeUnerhindungen. Weitere Veränderungen dieser molekularen
Anordnung, wie die Substitution am Stickstoff odi_r
das Fortlassen des CH, zwischen dem Stickstoff und dem Ring, schein! die Aktivität zu zerstören.
Die neuen Verbindungen sind 5 bis 50mal wirksamer als EACA. Zur Behandlung von pathologisch
fihrinolytischen Zuständen gibt man oral I bis 2(i. vorzugsweise 2 his X mg pro Kilog'mm Körpergewicht
und pro Tag.
Besonders bevorzugt ist die Verbindung 4-Aminumethylbicyclo-[2.2.2]-uctan-l-carbonsäure,
die wenigstens die SOfache Aktivität von EACA in vitro zeiu;
und die 8mal aktiver in vivo bei Hunden ist. Diese Verbindung hat den weiteren Vorteil, daß sie bei oraler
Verabreichung gut absorbiert wird, fast so gut u nwenn
sie intravenös verabreicht wird.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden hergestellt,
indem man eine Verbindung der allgemeiner, Formel
C CW1
NCC — (CH, In C-COOH
(Tl, C
Y
Y
in welcher bedeutet: Y H, oder
CH, -CH,
O O
CH, -CH,
O O
und )i 2 oder 3, in an sich bekannter Weise katalytisch
reduziert und. falls Y nicht H2 Ί/cdcutct. mit einer
Mineralsäure erhitzt, um die freien Carbonylgruppen zu erhalten.
Die 4-( yanobicyclooctan-carbonsäiirc ist bekannt
(Roberts et al. lourn. Am. Chem. Soc. Bd.. 75
[1953], S. 637). Die entsprechende Cyanobicyciononanciirbonsäurc
wird ähnlich synthetisch erhallen, wobei 1.3-Dibrompropan an Stelle von l.2-f)ibmm.
a'thiin in der zweiten Stufe verwendet wird. Du ,e
Synthese wird im nachfolgenden Heaktionsschema beschrieben. Die Ketovcrbindimgen werden in gleicher
Weise hergestellt, mit der Ausnahme, daß die Ketogruppcn
bis zuletzt als Athylenkctal-Dcrivate geschützt
werden.
Die Herstellung der als Ausgangsstoffe benutzten ( yanobicycloi'.lk ■·· arbonsäuren ist nicht Gegenstand
der Erfindung
"Hj-COOR
Keaktionsschema
au.
ROOC
L1Hj-COOR
COOR
ROOC <Γ (C1IIj),, /—COOK
■ ■ 1
S S
ROOC -
S S
ι ι
(4)
IK))
O C)
ROOC·— (CH
COOR
O O
i I
(5)
ROOC-^iCH2InV-COOR
O
H C)OC
O 0
(5)
(6)
-f(CH2)„7^ COOR
O C)
O O
LJ
(6)
(7)
H2N CO <-(CII2In >■■ COOR
NC ( (CH2In X>
COOR O O
NC -< (CH2InV- COOR
o 6
O O
NC
O O
IX)
NC- «-. -(CH,!„— COOIl
O O
H2N-CU,--(CH2),,2- COOH
H2N-CU,--(CH2),,2- COOH
0 0
1 I
(9)
(11)
NH2CH2
H1N-CH2^(CH2J11-T-COOH
O
Äquivalente R = Äthyl. ;i = 2 oder 3.
Reaktionen
III ( liiiscn Kondensation ι nil NiIC)C2H5.
< — > Umsetzung mil Nail oder einer anderen Marken Hase und anschließend mit Hr(CII,InHr.
{}) Umsetzung mit HS(CHj)2SII in Gegenwart von HF,-Athcrai in Kiscssig.
(4| Reduktion mit Rancynickcl.
(5) Schwache Verseifung mil einer Base, wie NaC)H in wäßrigem Alkohol.
(ή) Umsetzung mit Triäthylainin und Chloramciscnsäurecsler und anschließend mit Ammoniak, um da·· Anhydrid in das Amid /u
überführen.
(7| Dehydrierung mit POCI, in 1.2-Dichloräthan oder Pyridin.
(8| Erhitzen mit einer Base, wie NaC)H in wäßrigem Alkohol
l')| Katalylischc Reduktion, beispielsweise über Pla:in in wäßrig-alkoholischer I K 1-1 .iisung
(K)I Umsetzung mit 1.2-Äthylcnglykol in Oegcnwart von Toluolsulfonsa'urc in Benzol.
(I Il Hrhilzcn mil Säure.
Oie erfindungsgcmäßen Verbindungen werden entweder
oral oder intravenös verabreicht, jedoch ist die orale Route bevorzugt.
Die eriindungsgemäßen Verbindungen können in
jedem pharmazeutisch verträglichen Trägermaterial verwendet werden in f'orm von Pillen. Tabletten oder
Kapseln. Die pharmazeutisch verträglichen Salze (sowohl der Aminogruppe wie'das Hydrochlorid. Hydrobromid.
Sulfat, Zitrat oder Tartrat und der (arboxygruppe — wie die Alkalisalze, Erdalkalisalze
u. dgl.) sind leicht anwendbar, insbesondere in injizierbaren Zusammensetzungen.
Die In-vitro-Prüfung der Verbindungen erfolgt, indem
man die Wirkung der Verbindung bei verschiedenen Konzentrationen für die Zeit mißt, die erforderlich
ist, um ein I ibrin-Knötchen mit einer konstanten Konzentration von Streptokinase in plasminogcnrcichcm
Plasma aufzulösen. Die Konzentration der Verbindung, welche die geometrische mittlere Auflösungs/eit
um 50% erhöht, ist geschäl/t. Epsilon-Aminocapronsäure
(HACA) wird als Standard verwende
ι
| Verbindung | IACA | 2]- | Rcl.ilnc In-vitro-Wirksanike |
| 4-Aminomcthylbicyclo-[2.2 iiktan-1 -carbonsäure |
23- | (CiewiciiNbasisi | |
| 5-Aminomcthylbicyclo-[3,2 nonan-1-carbonsäure |
2,2,2]- i ure |
!.0 | |
| d.l-4-Ammo'mcthylbicyclo-l oktan-2 .Sdion-1 -carbons |
53.7 | ||
| IO.X | |||
| K. O | |||
fto Die folgenden Beispiele erläutern die Irlindung.
H e i s ρ i c 1 I
4-AmiiK)inct hy lbicyclo-[2.2,2 J-ok tan-1-carbonsäure
(tC. A. llydrochloridsal/
Zu iner Lösung aus 2,SOg (0.0156 Mol| 4-( vntio
bicyclo-| 2.7.2 |-oklan-1-carbonsäure (R ο Im· ι ι set al
.loiirn. Am. ('hem. Soc IkI. 75 I 19531. S. 6 <7) in Kiii mi
Ethanol werden 5.0 ml 6n-Chlorwasserstoffsäurc und
500 mg f'hitinoxid gegeben. Während der Hydrierung,
in einem Parr-Apparat bei Raumtemperatur und 2.X Atmosphären Druck wird die theoretische Menge
Wasserstoff im Laufe der ersten halben Stunde aufge- s nommen. Nach 2 Stunden wird die Hydrierung abgebrochen
und die Reaktionsmischung durch Sinterglas filtriert, um den Platinkatalysator abzutrennen. Beim
Verdampfen des klaren farblosen Filtrates im Vakuum (30 bis 40 C) bleibt ein weißer Feststoff zurück, der
mit drei Portionen 90%igem Äthanol zur Fntfernung des größten Teils der überschüssigen Chlorwasscrstoffsäure
eingedampft wird. Die Reinigung wird vorgenommen, indem man 200 ml in heißem 95%igem
Äthanol löst und dann mit 750 ml absolutem Äthyläther ausfällt. Der weiße Feststoff schmilzt nach dem
Lufttrocknen bei 318 bis 319 C unter Zersetzung (in einer versiegelten Kapillare bei 25OC) und wurde in
90.5°4iger Ausbeute erhalten. Beim dreimaligen Umkristallisieren
aus 95%igem Äthanol erhielt man ein analysenreines Material, das bei 318 bis 319" C unter
Zersetzung schmilzt, das 18 Stunden bei 0.08 mm Hg bei 110 C über Phosphorpentoxid getrocknet wurde.
Das Produkt zeigt einen einzelnen runden Ninhydrinpositiven Flecken (rosa) bei der Dünnschichtchromatographic
über Kieselgel mit einem 3:1: 1-System aus n-Butanol. Essigsäure und Wasser: Rf = 0.65.
B. Freie Aminosäure
Eine Probe des analysenreinen Hydrochlorids (300 mg) wird in 2 ml destillierten Wasser gelöst, über
eine Säule von wassergewaschenem Dowex-1-acetat (20 g Naßgewicht) gegeben und mit destilliertem
Wasser gewaschen. Der Ninhydrin-Test zeigt an. daß die gesamte freie Aminosäure mit den ersten Millilitern
des Eluiermittels gewonnen worden ist. Die ersten 100 ml des Eluiermittels ergeben beim Verdampfen
im Vakuum (60 bis 70' C) die freie Aminosäure. Nach 1- bis 3maligem Umkristallisieren aus
Wasser — Aceton schmilzt das luftgetrocknete Material oder ein Material, das 24 Stunden bei 110° C getrocknet
wurde, bei 269 bis 274" C unter Zersetzung und wird bei 265CC dunkel und weich (in einer versiegelten
Kapillare bei 180"C). Bei der Analyse zeigt das Material einen etwas zu kleinen Kohlenstoffgehalt.
Trocknet man das Material noch, einmal 24 Stunden bei 137 C und 0.35 mm Hg über P2O5.
so erhöht sich der Schmelzpunkt auf 280 bis 283 C (Zersetzung) (Erweichung bei 274.5 C).
5-Aminomethvlbicwlo-[3.2.2]-nonan-I -carbonsäurehydrochlorid
Zu einer Lösung aus 380 mg (1.96 mMol) 5-Cyanobicyclo-[3.2.2]-nonan-l-carbonsäure
in 40 ml absolutem Äthanol werden 20 ml destilliertes Wasser. 2.0 ml 6.0 n-Chlorwasserstoffsäure und 200 mg Platinoxid
gegeben. Das Material wird in einer Parr-Apparatur bei Raumtemperatur und einem Druck von
2.5 kg/cm2 hydriert. Nach der Entfernung des Katalysators
durch Filtrieren wird das Filtrat im Vakuum bei 60 bis 70 C von flüchtigen Stoffen befreit, mehrere
Male mit frischen Anteilen an destilliertem Wasser versetzt und wiederum im Vakuum behandelt. Fs
bleibt ein weißer Feststoff zurück. Fp. "-86 bis 2X9 C;
die Ausbeule isi fast quantitativ. Di'nnschichtchromaiographic
zeigt einen positiven Ninh\drin-Punkt. Durch einmaliges I mkristallisicren aus 95" (, Äthanol
Äther crlüill man d;is reine Produkt. Ip. 291.5
bis 293 C (Zersetzung). 371 mg(81"-n). Die Probe wird
drei sveitere Male aus Äthanol Äther für Analyscnnvecke
umkristallisiert, ohne daß sich der Schmelzpunkt ändert.
Die Herstellung des Ausgangsproduktes kann wie folgt vorgenommen werden:
A. 6.8-Dioxobicyclo-[3.2.2]-nonan-1,5-dicarbonsäurediäthyIester
Zu 200 ml 1.2-Dimethoxyäthan (frisch über Nairiumhydrid
destilliert) in einer trockenen Stickstoffatmosphärc werden 25.0 g einer 55.7° oigen Dispersion
von Natriumhydrid in Mineralöl (13.92g Natriumhydrid) (0.58 Mol) gegeben. Dazu werden portionsweise
im Laufe einer halben Stunde unter mechanischem Rühren 73.8 g (0.29 Mol) fein gepulverter
1,4 - Cyclohexandion - 2.5 - dicarbonsäurediäihylester
(Org. Synth.. Bd. 45 [1966]. S. 25) gegeben. Es entwickelt sich Wasserstoff, die Mischung erwärmt sich
schwach, und man erhält eine rosafarbene Suspension. Nachdem man 120 ml 1.2-Dimethoxyäthan durch
Destillation entfernt hat. gibt man 37Og (1 84 Mol) 1,3-Dibrompropan zu. Nachdem man den größten
Teil des noch verbleibenden 1.2-Dimethexyäthan durch Destillation entfernt hat. wird die Mischung auf
einem Ölbad 65 Stunden bei 120 bis 130rC gerührt.
Die Feststoffe werden durch Filtrieren abgetrennt, dreimal mit 20 ml Chloroform gewaschen und dann
mit 400 ml Hexan verdünnt. Beim Filtrieren und Waschen mit Hexan und Trocknen an der Luft verbleiben
30,0 g (35%) an Kristallen, die bei 130 bis 133"C (Literatur: Guha und andere. Chem. Ber..
S. 1392 [1939]: 132"C) schmelzen. Vor der Verwendung in der nächsten Synthesestufe wird das Material
aus 95%igem Äthanol umkristallisiert (unter hoher Rückgewinnung) und über Nacht bei 50r C im Vakuum
getrocknet, wonach es bei 130.5 bis 133" C schmilzt.
B. 6.8-Bis-äthylendithiobicyclo-[3.2.2]-nonan-1.5-dicarbonsäurediäthylester
Zu einer Mischung aus 18,30 g (0,062 Mol) fein gepulvertem 6,8-Dioxobicyclo-[3,2,2]-non?n-1,5-dicarbonsäurediäthylester
und 17,52 g (0.186 Mol 1.2-Äthandithio! werden 22.0 g (0.155 Mol) Bortri
fluoridätherat gegeben. Hie erhaltene Mischung wire
bei Raumtemperatur unter Ausschluß von Feuchtig keit 3 Tage gerührt. Nach Zugabe von 160 ml Chloro
form wird die Mischung mit dreimal 60ml Wasser viermal 50 ml 5%igem Natriumhydroxid und dant
mit dreimal 60 ml Wasser extrahiert. Nach den Trocknen über Magnesiumsulfat und Yerdampfei
des Lösungsmittels bleibt ein viskoses öl zurück Beim Verreiben mit 70 ml Methanol und schnellen
Abkühlen erhält man einen weißen Feststoff. Ip. 10 bis 1O3.5C 17.6 g (63.2%). Beim Umkristallisierei
aus Äthanol und zweimaligem Umkristallisieren au η-Hexan erhält man ein analysenreines Material i
Form von Nadeln, die bei 103.5 bis 105 C Schmelzer
C. Bicyclo-[3.2.2]-nonan-l,5-dicarbonsäureifcster
Fine Lösung aus 10.70 g (0.0238 Mol) 6.8-bis-Äth\
lendithiobicyclo - [3,2,2] - nonan - 1.5 - dicarbonsäun
diäthylester in 300 ml 95%igcm Äthanol wird m 300 g (Naßgewici.t) aktivem Raney-Nickel-Katal;
sator 4 Tage unter Rückfluß gehalten. Nach F.ntfe
llung des Nickel-Katalysators (.lurch 1 iltt'crcn wird
el.is Äthanol im Vakuum entfernt und das Produkt aus
der Zweipliasenmischung mit Wasser durch I xtraktinn
in Äther abgetrennt. I )ie vereinten Atherschichten werden über wasserfreiem Magnesiumsulfat gelrock- >
net filtriert und vom 1 ösungsmit'.ol befreit, wobei
man 5.65 g einer farblosen Flüssigkeit (88%ige Roh ausbeute) erhält. Bei einer weiteren Herstellung wurde
das Produkt in 95%iger Rohausbeute erhalten.
Eine Vakuumdestillation \:m 14.5g des Rohproduktcs
ergibt 13.1 g einer farblosen Flüssigkeit, die
bei 142 bis 145 C'0.8 mm Hg siedet, /wei weitere
Destillationen ergeben ein »nalysenreines Produkt, das bei 114 bis 115 (0.05 mm Hg siedet.
Die Dampfphasenchromatographie dieses Mate- is rials zeigt die (iegenwart geringer Verunreinigungen
(5% oder weniger), weiche rieht durch Destillation entfernt werden können, an. Das nach einer Destillation
erhaltene Material erwies sich jedoch als ausreichend rein für die Herstellung von Bicyclo-[3.2.2]-nonan-l.S-dicarbonsäuremonoäthylester.
D. Hicyclo-t^J^l-nonan-l.S-dicarbonsäuremonoäthylester
Zu einer Lösung aus 0.97 g (0.042 Mol) reinen Natriumplättchen in 50 ml absolutem Äthanol werden
5.0 ml destilliertes Wasser und 11.27 g (0.042 Mol) Bicyclo- [3.2,2] -nonan -1.5- dicarbonsäurediäthylester
auf einmal zugegeben. Die Mischung wird magnetisch gerührt und 20 Stunden unter Stickstoff rückgekocht.
Nach Entfernung des größten Teils des Äthanols im Vakuum aus der Suspension werden 50 ml Wasser zu
dem Rückstand zugegeben. Der nicht verseifte Diester wird durch Extraktion in dreimal 25 ml Äther entfernt,
und es werden 1,81 g( 16.1%) Ester nach dem Trocknen
und nach Entfernen des Äthers gewonnen. Beim Ansäuern der gekühlten, wäßrigen Schicht mit 8 ml
6.0 n-Chlorwasserstoffsäure erhält man einen weißen Feststoff, der in viermal 50 ml Äthylacetat extrahiert
wird. Die vereinten Äthylacetatschichten ergeben nach dem Trocknen 7,16 g eines viskosen Öles. Durch
Auflösen in 100 ml Chloroform und Kühlen können 0,63 g (6,5%) der nicht erwünschten Disäure entfernt
werden; die Abtrennung kann jedoch nicht sauber und vollständig auf diese Weise erfolgen, wie
sich durch Prüfung mittels Dünnschichtchromatographie ergeben hat. Beim Eindampfen des Filtrats
und Chromatographieren über Kieselgel (150 g) unter
Verwendung von Chloroform als Eluiermittel erhält man die Monosäure. wahrend die Disäure nicht aus *o
der Säule eluiert wird.
Man erhält 6.36g (62%) eines etwas öligen Feststoffes,
der homogen zu sein scheint nach den Ergebnissen der Dünnschichtchromatographie. Beim I rekristallisieren
aus Hexan (Trockeneis Aceton) erhält man ein Material, das bei 51 bis 53.5 C schmilzt.
Weiteres Umkristallisieren einer kleinen Menge und schließlich durch Sublimation erhält man ein analysenreines
Produkt, das bei 53.5 bis 55 C schmilzt.
60
L. 5-Carboxamidobicyclo-[3.2.2]-nonan-1 -carbonsäurearylester
In einer trockenen Stickstoffatmosphäre werden '^
3.96 g (0.0165 MoI) Bicyclo-[3.2.2]-nonan-l.5-dicarbonsäuremonoäthylester
in 60 ml trockenem (4A-Molekularsieb) Chloroform gelöst. Nach dem Kühlen auf IO C svcrden 1.67 g (0.0165 Mol) Triiitln lamiii zugegeben,
und dann werden im I aiife w>n 10 Minul 1
unter Aufrechterhaltung der Temperatur auf 10 bb
■■5 C unter Rühren 1.79 g (0.0165 Möl) Chlorameisen·
säureäthylestcr in IO ml Chloroform zugegeben. Nachdem man weitere 15 Minuten bei - 5 C gerührt hat
wird unter fortlaufendem Kühlen 15 Minuten Ammoniakgas durch die gerührte Mischung geperlt. Da<
Eisbad wird entfernt und die Suspension 17 Stunden gerührt. Nach gründlichem Waschen mit Wasser
0.5 n-Chlorwasscrstoffsäure, gesättigtem Natriumbicarbonat. Wasser und Trocknen über Magnesiumsulfat
erhält man nach der Entfernung des Chloro forms im Vakuun, einen weißen Feststoff, der homogen
ist. wie die Dünnschichtchromatographie zeigt; Fp.80.5
bis 83 C. Ausbeute 2,83 g. (71.6%). Durch dreimalige?
Umkristallisieren einer kleinen Probe aus Benzol
Hexan erhält man ein analysenreines Produkt (Nadeln). Fp. 83.5 bis 85 C.
Hexan erhält man ein analysenreines Produkt (Nadeln). Fp. 83.5 bis 85 C.
F. 5-Cyanobicyclo-[3.2.2]-nonan-I -carbonsäureäthylester
Zu 1.44 g (6.0 mMol) 5-Carboxamidobicyclo-[3,2.2]·
nonan-1-carbonsäureäthylester, gelöst in 30 ml frisch
destilliertem (4Λ-Molekularsieb) 1.2-Dichloräthan
werden 2,60 ml Phosphoroxychlorid gegeben. Die Mischung wird 20 Minuten unter Feuchtigkeitsaus
Schluß rückgekocht. Nach Entfernung des größerer Teils des überschüssigen Lösungsmittels und de
Phosphoroxychlorids durch Destillation im Vakuurr (60 bis 70'C) wird der rote flüssige Rückstand mi
kaltem gesättigtem Natriumbicarbonat behandelt unc das Produkt in n-Pentan extrahiert. Nach derr
Waschen mit Natriumbicarbonat und Wasser um Trocknen über Magnesiumsulfat wird die Pentan
schicht abgedampft, wobei man ein hellgelbes öl
1,13 g (86% roh) erhält. Wie die Dünnschichtchro matographie zeigt, ist dieses Produkt homogen unc
zeigt die erwartete Absorption im Infrarot und wire direkt zu der entsprechenden Cyanosäure ohne weiten
Reinigung verseift.
Cr. 5-Cyanobicyc!o-r3.2.2]-nonan-!-carbonsäure
Zu I.OOg(4.52mMo!)5-C \anobic\clü-[3.2.2|-; nan
l-carbonsäureäthylestcr in 20 ml absolutem Athano werden 2."1O ml 2.00 η-Natriumhydroxid gegeben. Dii
Mischung wird 2 Stunden rückgekocht und dann übe
Nacht bei Raumtemperatur gerührt. Nach Entfernuni des Äthanols im Vakuum wird der zurückbleibend!
Feststoff in 20 ml Wasser gelöst, mit Äther extrahier
und dann mit Chlorwasserstoffsäure angesäuert, da Produkt wird in Äther extrahiert. Nach dem Waschei
und Trocknen über Magnesiumsulfat und Fntfernuni
des Äthers erhält man 790 me eines weißen fest stoffes, Fp. 184 bis 188 C (87%'Rohausbeuie). Dünn
Schichtchromatographie zeigt, daß das Produkt homo gen ist. Der Schmelzpunkt des Materials veränder
sich nicht beim Umkristallisieren aus Benzol, da Material enthält jedoch große Mengen des l.ösungs
mittels eingeschlossen, welches nur beim Trocknen in
Vakuum bei 80 C entfernt werden kann. Eine klein !'robe wurde dreimal aus Benzol umkrislallisiert um
zeigte dann nach dem Trocknen für Analysenzweck einen Schmelzpunkt von 186 bis IKX C.
H c i s ρ i c
d.l-4-Aminomclhylbicyelo-[ 2.2.2 |-oklan-2.5-(Ii(Hi-1
- carbon sii ure
Zu 590 mg (2,OmMoI) 4-Cyano-2,5-bis-äthylendiftxobicyclo
- [2,2,1] - oktan - 2,5 - dion - 1 - carbonsäure in 40 ml Äthanol weiden 4,0 ml 1.0 n-Chlorwasser-Itoffsäure
und 100 mg. Platinoxid gegeben. Die Vcr- ίο
bindung wird 2 Stunden lang bei 2,1 kg/cm2 hydriert, filtriert und im Vakuum behandelt und dann 8 Stunden
mit 20 ml 6 n-( hlorwasserstoffsäure rückflußbehandelt. Nach Verdampfen der flüchtigen Bestandteile
im Vakuum und wiederholtem mehrmaligem Verdampfen mit geringen Anteilen an Wasser wird
das rohe Aminosäurechlorid in 5 ml Wasser gelöst Und durch eine Lösung von Dowex-1-acetat (20 g)
geleitet. Beim Abdampfen des aus der Säule Abfließenden erhält man das kristalline Produkt,
Fp. 360"C. Durch mehrmaliges Umkristallisieren aus Wasser Aceton erhalt man die Aminosäure für die
Analyse (147 mg) Fp. 36O°C. Das Produkt scheint
beim Erhitzen oberhalb 100" C dunkel zu werden und zeigt die erwarteten Infrarot-Absorptionen (1720 cm ' *5
(C = O); 1610cm'1 (COOH); 1560cm ' (NH3 + );
1450 cm'1; 1380 cm"1; 1270 cm-1; 121OcIrT1;
1140cm"1; 780cm"1; 560cm"1; 350cm"1) und erweist
sich bei der Dünnschichtchromatographie als homogen (Rf = 0,40 (Ninhydrin) in Kicselgel mit
3:1:1-Butanol-Essigsäure-Wasscr).
Das Ausgangsprodukt kann wie folgt erhalten werden:
A. 2.5-Bis-äthyiendioxobicyclo-[2.2.2]-oktan-1,4-dicarbonsäurediäthylester
35
2.5-Bis-äthylendioxobicyclo-[2,2,2]-octan-1.4-dicarbonsäurediäthylester
wird aus der entsprechenden Dioxoverbindung im wesentlichen nach der Vorschrift von H. D. H ο 11 ζ und L. M. S t ο c k. Journ.
Am. Chem. Soc. Bd. 86 (1964), S. 5183. hergestellt.
45
B. d.l-2.5-Bis-äthylendioxobicyclo-[2,2.2]-oktan-1.4-dicarbonsäuremonoäthy
!ester
Zu einer Lösung aus 58.10 g (0.157 Mol) 2.5-Äthylendioxobicyclo
- [2.2.2] - oktan - 1.4 - dicarbonsäurediithylcster in 900 ml Äthanol werden 78.5 ml
2.00 n-NaOH gegeben. Die Mischung wird magnetisch gerührt und 22 Stunden unter Stickstoff rückgekocht.
Nach Entfernung des größeren Anteils des Äthanols im Vakuum werden 250 ml Wasser zügegeben
und die Mischung mit Äthyiacetat extrahiert, wobei man 20"0 des Ausgangsdicviers wiedergewinnt.
der in das Verfahren zurückgeführt werden kann. Die gekühlte, wäßrige Schicht wird mit 30 ml einer
6n-LlCl angesäuert, dann mehrere Male mit Äthyl- ^0
acetat extrahiert. Die vereinten Äthylacetatschichten werden mit Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat
getrocknet, filtriert und das Losungsmittel im Vakuum verdampft, wobei man 38.4 g eines weißen
Pulvers erhiilt, das, wie die Dünnschichtchromatographic ergab, aus einer Mischung der gewünschten
Monosaure mit Disäure besteht: die R ,-Werte be- :r;:sen 0.67 hziA. 0.4! hei Kieselgel unter Verwendung
von einem 90 : 25 : 4-Benzol-Dioxan-L'ssigsäure-(iemisch
als Fluicrmittel. Wird dieses Material durch eine Siiulc aus MX) g Kiesclgcl unter Verwendung von
Chloroform und 9 : 1-Chloroform-Äthylacetat als EIuiermittel
geleitet, so findet eine reine Trennung der Mono- und Disäuren statt. Durch Umkristallisation
der rohen Monosäure aus der Säule (52,5 g) aus Benzol erhält man das reine Produkt, Fp. 139 bis 14Γ(\ in
58%iger Ausbeute, bezogen auf die nicht wiedergewonnene Disäure. Durch mehrmaliges Umkristallisieren
aus 95%igem Äthanol erhält man ein analysenreines Produkt, Fp. 140,5 bis 142°C.
C. d,l-4-Carboxamido-2,5-bis-äthylendioxobicyclo-[2,2,2]-oktan-l-carbonsäureäthylester
Zu einer Lösung aus 34,23 g (0,10 Mol) 2,5-Bisäthylendioxybicyclo - [2,2,2] - oktan - 1,4 - dicarbonsäuremonoäthylester
in 500 ml trockenem Chloroform werden 20,24 g (0,20 Mol) Triäthylamin gegeben. Zu der gerührten und gekühlten (-10"C) Lösung
werden 11,40 g (0,105 Mol) Chlorameisensäureäthylester in einem Zeitraum von 30 Minuten unter Aufrechterhaltung
der Temperatur von - 100C gegeben. Nach Beendigung der Zugabe wird das Rühren bei
dieser Temperatur weitere 30 Minuten fortgesetzt. Unter anhaltendem Kühlen in einem Eis-Salz-Bad
wird 20 bis 25 Minuten Ammoniakgas in die Mischung geperlt, und die Mischung wird über Nacht unter
Rühren auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Entfernung des Chloroforms im Vakuum, Zugabe von
Wasser und gründlicher Extraktion mit Äthylacetat erhält man ein praktisch analysen. .:ines Amid (25,2 g.
74% Ausbeute) Fp. 159,5 bis 16I,5°C. Durch dreimaliges 'Umkristallisieren aus 95%igem Äthanol erhält
man ein analyserireines Produkt, Fp. 160,5 bis 162°C.
D. d,l-4-Cyano-2,5-bi5-äthylendioxobicyclo-[2.2,2]-oktan-1
-caibonsäureäthylester
Zu einer Lösung aus. 11,30 g (0,033 Mol) 4-Carboxy-
amido - 2.5 - bis - äthyk-ndioxobicydo - [2,2.2] - oktan-I-carbonsäurearylester
in 170 ml trockenem Pyridin werden langsam 17 ml Phosphoroxychlorid zugegeben.
Die erhaltene Lösung wird etwa 1 Stunde au 70 bis 80 C erhitzt. Durch Destillation im Vakuum
wird das Volumen auf etwa 30 m! verringert, und dci
gekühlte Rückstand wird vorsichtig zu etwa 300 m Eis enthaltendem gesättigtem Natriumbicarbonat ge
geben. Durch Extraktion mit Äthylacetat, Trocknet über Magnesiumsulfat. Filtrieren und Entfernen de
flüchtigen Anteile im Vakuum erhält man ein gelbe öl. das beim Abkühlen fest wird. Durch Umkristalli
sation aus Hexan erhält man ein reines Produki Fp. 82 bis 84rC. Ausbeute 9.0 g (84%). Durch I'm
kristallisieren aus Hexan erhält >~ian ein analysen
reines Produkt. Fp. 82,5 bis 84° C.
E. d.l-4-Cyano-2.5-bis-äthy!endioxobicyc!o-[2.2.2]-oktan-1-carbonsäure
Zu 2.43 g (0.075 Mol) 4-Cyano-2,5-bis-äthylend oxobicyclo - [2,2.2] - oktan -1 - carbonsäureäthylesu*
gelöst in 50 mi Äthanol, werden H1O ml 2,0 n-Natriumhydroxid
gegeben. Die Mischung wird 6 Stunden unter Stickstoff rückflußbehandelt und dann über
Nacht stehengelassen. Nach Entfernen des Äthanols im Vakuum und Zugabe von Wasser werden durch
Ätherextraktion 0,31 g (12,7%) des Ausgangsmaterials wiedergewonnen. Durch sorgfältiges Ansäuern
der kalten wäßrigen Schicht erhält man ein öl, das sich sehr schnell zu verfestigen beginnt. Das Produkt
wird entweder durch Filtration oder durch Extraktion in Äthylacetat gewonnen. Nach' einmaligem Umkristallisieren
der rohen Cyano-Säure (1,80 g, 93%, bezogen auf nicht wiedergewonnenen Ester) werden
1,47 g das reinen Produktes erhalten, Fp. 223,5 bis 225 C. Durch Umkristallisieren aus Acetonitril erhält
man ein analysenreines Produkt, Fp. 223,5 bis 225r C.
Claims (2)
1. Aminomcthylbicyclo-oktan- und -nonan-carbonsäurc-Verbindungen
der allgemeinen Formel
3. Verfahren zum Herstellen von Verbindungen der allgemeinen Forme!
NH2-CH2-C-
C CH2
-(CH2Jn—C—COOH
CH2-C
X
X
worin bedeutet η 2 oder 3 und X entweder H2 odei
O, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Verbindung der allgemeinen Formel
Il
/C-CH2
NC-C—(CH2Jn C-COOH
CH2-C
nh2-ch2-c (ch2),—c-cooh
\h,-c/
30
in welcher X entweder H2 oder O und 11 entweder 2
oder 3 bedeutet.
2. Verbindung nach Anspruch 1, in welcher X H2 und /i 2 bedeutet.
in welcher bedeutet: Y H2 oder CH2-CH2
O O
und /1 2 oder 3, in an sich bekannter Weise katalytisch reduziert und, falls Y nicht H2 bedeutet,
mit einer Mineralsäure erhitzt, um die freien Carbonylgruppen zu erhalten.
Family
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