DE179086C - - Google Patents
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Description
Amaetuai bvt att-uuii-iuiic
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 179086: —
KLASSE i2d. GRUPPE
uγ
Zusatz zum Patente 124509 vom 4. April 1900.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. Juni 1903 ab. Längste Dauer: 3. April 1915.
Bei der jetzt üblichen elektroosmotischen Entwässerung breiförmiger Substanzen (Patent
124509) befindet sich bekanntlich das zu entwässernde Gut zwischen zwei Elektroden,
von denen die eine durchlässig gestaltet ist, um den Abfluß des Wassers zu ermöglichen.
Bei dieser Art von Entwässerung wird der gesamte wäßrige Anteil in Bewegung gesetzt,
ein Teil davon fließt durch die durchlässige Elektrode ab, die festen Anteile hingegen
werden zwischen den Elektroden festgehalten und bleiben dort in entwässertem Zustande
zurück. Bei sehr wasserreichen Substanzen, die nur wenige Prozente Trockensubstanz in
feiner Verteilung enthalten, wie z. B. dünnen Schlämmen, führt diese Anordnung insofern
zu Schwierigkeiten, als es nicht leicht ist, eine geeignete Elektrode zu beschaffen, die
den Ablauf des Wassers gestattet und gleichzeitig ein Mitabfließen der festen Teile verhindert.
Die Anwendung von Filtertüchern, Diaphragmen usw. auf der durchlässigen Elektrode
führt regelmäßig auch nicht zum Ziel, weil in kürzester Zeit Verstopfung eintritt.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine hesondere Anwendungsform des Verfahrens
nach Patent 124509, durch welche die erörterten Übelstände vermieden werden. Sie
beruht auf folgender Beobachtung: Wenn man ein mit einer dünnen Suspension (Ton,
Torf, Alizarin, Schlick) gefülltes Metallgefäß 40
mit dem negativen Pol einer Stromquelle verbindet und als positive Elektrode einen
Kohlestab in den Schlamm einführt, so findet unter dem Einfluß des elektrischen Stromes
nicht nur die bereits bekannte Anreicherung der festen Anteile in der Nähe der Anode
und Klärung des Wassers an der Kathode statt, sondern die festen Teile setzen sich auf
der Anode in sehr dichter und trockener Schicht an, die so fest haftet, daß sie mit
dem Kohlestab aus der Flüssigkeit herausgehoben werden kann. Diese Schicht wird von
der Elektrode mechanisch entfernt, sie erweist sich als in hohem Grade entwässert, während
die zurückbleibende Suspension wasserreicher geworden ist. Durch mehrmalige. Wiederholung
des Versuchs kann der Suspension fast alle feste Substanz entzogen werden, während der größte Teil des Wassers im g0
Gefäß zurückbleibt; es findet also auf diese Weise eine Entwässerung im Wasser statt,
indem die festen Anteile durch Elektroosmose gewissermaßen herausgeschöpft werden. Während
nach dem Hauptpatent der wäßrige Anteil in Bewegung gesetzt wird und die festen Teilchen in Ruhe bleiben, wird im vorliegenden
Fall die Bewegung der festen Teilchen zur Entwässerung ausgenutzt, und das Wasser
bleibt praktisch in Ruhe. Dementsprechend ist auch der Kraftaufwand ein geringerer,
denn die Menge der festen Teile ist bei dünnen
Suspensionen viel kleiner als die Menge des Wassers. Prinzipiell ist der Entwässerungsvorgang aber in beiden Fällen der gleiche.
Die praktische Ausführung des Verfahrens gestaltet sich im wesentlichen ganz wie der
oben beschriebene Versuch. Von Wichtigkeit ist die Wahl der Elektrode, an der sich die
festen. Teile ablagern; man muß nämlich dafür Sorge tragen, daß das Festhaften nicht
ίο mechanisch durch Gasentwickelung verhindert
wird. Deshalb wendet man, wo angängig, angreifbare Elektroden, wie Zink usw. an; in
den Fällen, wo die Anwendung löslicher Elektroden, z. B. wegen chemischer Änderung der
Substanz, nicht zulässig erscheint, kann man auch unangreifbare Elektroden verwenden, die
jedoch hinter einem geeigneten Diaphragma angeordnet sein müssen. Die festen Teile
setzen sich in diesem Falle nicht mehr unmittelbar auf der Elektrode, sondern auf dem
Diaphragma ab, das hier nur als Schutzwand gegen die störende Gasentwickelung und
eventuell auch gegen die chemische Wirkung des elektrischen Stromes dient. Da das Diaphragma
mit dem eigentlichen elektroosmotischen Vorgang nichts zu tun hat, so ist es
nicht notwendig, daß es besondere kataphorische Eigenschaften besitzt. Es kann zwar
z. B. aus gebranntem Ton bestehen, wird aber vorteilhafter aus pflanzlichen oder tierischen
Stoffen, wie Geweben, Leder usw., hergestellt.
Diaphragmen wurden für osmotische Zwecke bereits benutzt (vergl. z. B. die Patentschriften
124430 und 148971, Kl. 89c). Bei diesen
Verfahren hat das Diaphragma jedoch einen ganz anderen Zweck zu erfüllen und ist nicht
wie im vorliegenden Fall vor der Anode, sondern vor der durchlässigen Kathode, also
in ganz anderer Weise angebracht.
Das an der einen Elektrode (meist an der Anode) oder an dem Diaphragma sich absetzende
Material muß systematisch entfernt werden. Dies geschieht, indem man entweder von Zeit zu Zeit die Elektrode bezw. das
Diaphragma aus. der Suspension heraushebt, oder man gestaltet den Betrieb kontinuierlich,
indem man die betreffende Elektrode als bewegtes Band 'oder rotierende Trommel oder
dergl. gestaltet. Diese Elektrode taucht teil·- weise in die Suspension ein und ist mit Abschabevorrichtungen
für das entwässerte Material versehen. Häufig ist es vorteilhaft, die Suspension in Bewegung zu halten; dieses
kann geschehen durch besondere Rührer oder dadurch, daß man sie durch einen oder mehrere
Apparate fließen läßt.
■■■:'■ ' ι
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Entwässerung von mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Stoffen in Brei- oder Schlammform mittels der Elektroosmose gemäß Patent 124509, dadurch gekennzeichnet, daß man die festen Bestandteile auf einer angreifbaren Elektrode oder auf einer einer nicht angreifbaren Elektrode unmittelbar vorgeschalteten Zwischenwand aus Gewebe, Leder oder anderem geeigneten durchlässigen Material in entwässerter und festhaftender Form sich niederschlagen läßt und sie dann mechanisch von der zurückbleibenden Flüssigkeit trennt.
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