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| B e s o h r e i b u n g |
| zu der Gebrauchsmusteranmeldung |
| FIRMA WILHELM BINDER K. G. |
| Maschinen-undElektroapparatefabrik, |
| Villingen/Schwarzwald |
betreffend Elektrohubmagnet für elektromagnetisch betätigbare Ventile oder dergleichen.
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Die Erfindung bezieht sich auf Elektrohubmagnete für elektromagnetisch
betätigbare Ventile od. dgl., insbesondere für unter hohem Druck stehende Medien.
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Bisher mußten die Schäfte bzw. Betätigungsstangen von Ventilen od.
dgl., insbesondere dann, wenn es sich um die Anwendung bei unter hohem Druck stehenden
Medien handelte, druckdicht aus dem Ventilgehäuse herausgeführt werden, um einerseits
ein Angreifen des Ankers an die zu betätigende Einrichtung zu ermöglichen und andererseits
ein Entweichen des Mediums aus dem Gehäuse zu verhindern. Eine solche dichte Herausführung
ist bisher auch in den Fällen erforderlich gewesen, in denen es
| sich bei dem Medium um aggressive Flüssigkeiten bzw. |
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| Dämpfe oder Gase handelte, um zu verhindern, daß diese |
| in die Umgebung austreten konnten. |
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Die Anbringung derartiger Abdichtungen hat sich in manchen Fällen
jedoch als besonders nachtefUg erwiesen, insbesondere dann, wenn es sich um Sicherheitseinrichtungen,
wie Feuerlösohanlagen, handelt, bei denen das Ventil in der Regel nur im Notfall,
also sehr selten, betätigt wird. Bei derartigen Einrichtungen tritt bei mit Abdichtungen
versehenen Ventilen häufig ein Versagen der Sicherheitseinrichtung gerade dann auf,
wenn diese zur Wirkung gebracht werden soll, und zwar dadurch, daß die Abdichtung,
z. B. Stopfbüchse, im Laufe der Zeit wenigstens an ihren Oberflächen klebrig geworden
ist, so daß die vorgesehenen Magnetkräfte nicht ausreichen, um die Ventilstange
entgegen der durch das Kleben erhöhten Reibung zu bewegen.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Elektrohubmagneten für elektromagnetisch
betätigbare Ventile oder dgl. zu schaffen, der besonders für derartige Sicherheitsvorrichtungen
geeignet ist und bei dem ein Versagen der Einrichtung infolge Konstitutionsänderungen
einer Abdichtung für die Ventilstange nicht auftreten kann, da eine solche Abdichtung
nicht erforderlich ist.
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Der Elektrohubmagnet gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß der Anker in einem den Ankerhubraum gegenüber den übrigen Teilen des Magnetsystems
druckdicht abschließenden Gehäuse spielt, welches seinerseits mit dem Ventilgehäuse
od. dgl. lösbar und druckdicht verbunden werden kann, um eine Fortsetzung dieses
Ventilgehäuses zu bilden. Dadurch, daß der Ankerhubraum und das Innere des Ventilgehäuses
beim Zusammenbau von Magnet-und Ventilgehäuse einen zusammenhängenden und nach außen
druckdicht abgeschlossenen Raum bilden, in dem sowohl der Ventilkörper als auch
der diesen betätigende Anker angeordnet sind, ist eine druckdichte Herausführung
der Ventilstange nicht mehr erforderlich, so daß auch die in Verbindung mit einer
solchen Dichtung aufgetretenen Schwierigkeiten vermieden sind. Durch die Verwendung
eines Elektrohubmagneten gemäß der Erfindung bleibt eine Sicherheitseinrichtung
auch über lange Zeiten, in denen sie nicht benutzt wird, voll einsatzfähig, ohne
daß auch nur die geringste Beeinträchtigung der Funktion der beweglichen Ventilteil
zu befürchten ist.
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Bei einer vorzugsweisen Ausführungsform des Elektrohubmagneten gemäß
der Erfindung ist das druckdichte Gehäuse für den Anker topfartig ausgebildet und
besitzt an seinem offenen Ende einen radialen Flansch, an dem
eine
Dichtfläche ausgebildet ist, die beim Verbinden von Magnet-und Ventilgehäuse gegen
eine entsprechende Dichtfläche an dem Ventilgehäuse druckdicht angepreßt wird. Vorteilhafterweise
ist das druckdichte Gehäuse so ausgebildet, daß es leicht in das Magnetsystem von
außen einschiebbar ist und in diesem lösbar befestigt werden kann. Diese Befestigung
kann auf verschiedene Weise ausgeführt werden. Bei einer Ausführungsform ist an
dem Boden des topfartigen Ankergehäuses ein Fortsatz mit Gewinde vorgesehen, welcher
durch den Boden des Magnetgehäuses hindurchragt und mittels einer Mutter an diesem
verschraubt werden kann.
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Um einen Kurzschluß innerhalb des Magnetkreises durch das druckdichte
Ankergehäuse zu vermeiden, kann dieses aus nichtmagnetischem Material hergestellt
sein.
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Zweckmäßigerweise wird jedoch nur der der Trennfuge des Magnetsystems
entsprechende Abschnitt der Gehäusewand aus unmagnetischem Material hergestellt,
während die übrigen Teile des Gehäuses aus magnetischem Material bestehen und damit
einen Teil des Magnetkreises bilden.
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Durch diese Ausführungsform werden Verluste, welche bei der ersten
Ausführungsform durch Erhöhung des Übergangswiderstandes für den Magnetfluß hervorgerufen
werden, vermieden.
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| Die Erfindung wird im folgenden an Hand schemati-' |
scher Zeichnungen an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
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Fig. 1 ist eine zur Hälfte geschnittene Seitenansicht des Elektrohubmagneten
gemäß der Erfindung, während Fig. 2 eine zur Hälfte geschnittene Seitenansicht einer
abgewandelten ausführungsform des druckdichten Ankergehäusea zeigt.
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Das Magnetsystem 1 des Magneten, bei dem es sich in dem dargestellten
Falle um einen Schub-Zug-Magneten handelt, bei dem der Anker 2 in das Ankergegenstück
3 eintaucht und an dessen Boden zum Anschlagen kommt, ist in bekannter Weise aufgebaut
und braucht deshalb hier nicht näher erläutert zu werden.
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Im Gegensatz zu den bekannten Magneten spielt gemäß der Erfindung
der Anker 2 nicht direkt in der Führungshülse 4 des Magnetsystems, sondern in einem
topfartig ausgebildeter druckdichten Ankergehäuse 5, welches von der einen Seite
in das Magnetsystem mit engem Sitz eingeschoben ist und einen Geewindefortsatz 6
aufweist, der zur Befestigung des Magneten durch eine entsprechende Ausnehmung an
der geschlossenen Stirnseite des Magnetsystems hindurchragt. Eine Mutter 14 sichert
das Magnetsystem auf dem Ankergehäuse 5. An dem offenen Ende des topfartigen Gehäuses
ist ein radialer Flansch 7 vorgesehen,
welcher auf seiner Stirnseite
eine Dichtfläche/ 8 aufweist. Der radiale Flansch ist so angeordnet, daß seine Rückseite
nach dem Einschieben des Gehäuses in den Magnetkreis fest auf der ringförmigen Stirnfläche
eines es mit Gewinde versehenen Sohraubring/9 des Magneten anliegt.
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Dieser Schraubring 9 dient zur druckdichten Befestigung des Gehäuses
5 an einem Ventilgehäuse od. dgl., dessen Ventilkörper durch den Anker 2 betätigt
werden soll. Er besitzt in Achsrichtung ein Spiel von einigen Zehntel Millimetern
und ist um das Gehäuse 5 verdrehbar. Das Ventilgehäuse, das nicht dargestellt ist,
weist eine entsprechende Dichtfläche auf, gegen welche die Dichtfläche 8 des Gehäuses
5 bei Herstellung der Verbindung druckdicht angepreßt wird.
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Nach Herstellung der Verbindung bilden das Innere des Ventilgehäuses
und der Ankerhubraum eine gemeinsame, nach außen druckdicht abgeschlossene Kammer,
in welche das betreffende, durch das Ventil gesteuerte Medium eindringen kann, ohne
daß Gefahr besteht, daß dieses Medium aus der Kammer nach außen gelangt.
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Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht das druckdichte
Gehäuse aus nichtmagnetischem Material. Bei der Ausführungsform des Gehäuses nach
Fig.
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2 besteht nur ein Abschnitt 10, welcher bei eingeschobenem Gehäuse
im Bereich der Trennfuge 11 zwischen Ankergegenstück 3 und Führungshülse 4 des Magnetsystems
liegt, aus nichtmagnetischem Material, während die übrigen
Abschnitte
des Gehäuses aus magnetisierbarem Material bestehen. Durch den Abschnitt 10 wird
das Gehäuse in zwei Bereiche 12 und 13 unterteilte wobei der Bereich 13 dem Ankergegenstück
3 und der Bereich 12 der Führungshülse 4 zugeordnet ist. Hierdurch wird das Entstehen
eines Übergangswiderstandes für den Magnetfluß durch Einschieben des Ankergehäuses
vermieden.
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Der erfindungsgemäße Eleftrohubmagnet wurde obenstehend in Anwendung
bei einem Magnetventil beschrieben.
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Seine Anwendung ist jedoch auf diesen Fall nicht beschränkt, vielmehr
läßt sich der druckdichte Hubmagnet gemäß der Erfindung überall dort mit Vorteil
verwenden, wo durch den Magneten eine Einrichtung betätigt oder gesteuert werden
soll, welche in einem Gehäuse arbeitet, in dem sich ein Medium befindet, das nicht
aus dem Gehäuse nach außen treten soll oder darf. Schutzansprüche