DE168752A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
M 168752 KLASSE 42 c.
20. März 1883
die Priorität
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung an geodätischen Meßinstrumenten,
welche dieselbe besonders zur Aufnahme von Querprofilen im Tunnelbau usw. geeignet macht. Dabei ist besonderer Wert
darauf gelegt, daß die rechnerischen Operationen möglichst vereinfacht sind und die
Anwendung von Tabellen entbehrlich gemacht ist, indem die neue Einrichtung das direkte
Ablesen der trigonometrischen Funktionen beider Drehungswinkel der Visiervorrichtung
an entsprechenden Skalen gestattet.
Wie bekannt, ist bei derartigen Aufnahmen das Resultat in einfacher Weise abhängig
von trigonometrischen Funktionen der direkt durch Anvisieren zu ermittelnden Winkel, wie
nachstehendes Beispiel zeigt. Bei dem in Fig. ι der Zeichnung perspektivisch dargestellten
Stollenprofil, das in einer zur Vertikalebene durch die Stollenachse senkrechten
Vertikalebene liegend vorausgesetzt ist, ist nämlich die Strecke B1 C1 = L · tg. 0. und die
Strecke C1 C = L' see α tg ß.
Wird nun L= A B = A1 B1 passend gewählt,
z. B. = 10 m, so war bisher die Ermittelung der gewünschten Längen B1 C1
und C1 C aus den Winkeln α und β auf das Nachschlagen der trigonometrischen Funktionen
dieser Winkel und eine kleine Multiplikation zurückgeführt. Dieses Ermittelungsverfahren
wird nun durch die vorliegende Neuerung sehr vereinfacht, indem dieselbe ein direktes Ablesen aller Winkelfunktionen
ermöglicht.
Es gibt wohl schon Instrumente, die das Messen trigonometrischer Funktionen gestatten,
und es beruhen beispielsweise auch Vermessungsinstrumente zur direkten Höhenangabe
auf einem ähnlichen Prinzip wie die vorliegende Neuerung, nämlich daß ein Schieber, welcher in einem mit der Visiervorrichtung
schwingenden Arm verschiebbar ist, längs einer Geraden geführt wird. Dies wird jedoch nicht als Gegenstand der Erfindung
angesehen, sondern dieselbe besteht in der Kombination zweier dem Wesen nach gleicher Einrichtungen, um die trigonometrische,
Tangente des Vertikalwinkels sowohl als auch die trigonometrische Tangente und Sekante des Horizontalwinkels direkt
ablesen zu können, zu welch letzterem Zwecke der eine Schieber bezw. dessen Führungsarm
mit einer besonderen Skaleneinrichtung versehen ist.
Die beiliegenden Zeichnungen zeigen eine beispielsweise Ausführungsform eines als
sogenanntes Universalinstrument gebräuchlichen geodätischen Instrumentes nach vorliegender
Erfindung.
Fig. 2 ist ein Aufriß mit teilweisem Ver-. 5 tikalschnitt.
Fig. 3 ist eine Draufsicht nach Wegnahme des oberen Teiles des Fernrohrträgers.
Fig. 4 ist eine Seitenansicht mit teilweisem Vertikalschnitt.
ίο Auf dem Limbus i, der mit einem Fußgestell
verbunden ist und eine vollständige Winkelteilung trägt, sind der Fernrohrträger 2
um die Alhidade 4 und diese um die vertikale Achse 3 drehbar angeordnet. Auf der
Alhidade befinden sich die beiden Nonien 5 für die Horizontalwinkelablesung auf der
Gradteilung des Limbus 1.
Die Alhidade 4 läuft in einen Arm 7 aus, der eine Aussparung 8 aufweist, in welcher
ein Gleitstück 6 verschiebbar ist. Der Arm 7 trägt zwei längs der Aussparung 8 verlaufende
Skalen 9, das Gleitstück 6 entsprechende Nonien. Auf einer am Limbus I vorhandenen
Leiste 10 ist das einen Nonius 11 tragende Gleitstück 12 verschiebbar; es wird
durch die Leiste längs einer vom Limbus 1 getragenen Skala 13 geführt. Mittels einer
in einem Zapfen 14 endigenden Schraube 15 können die Gleitstücke 6 und 12 miteinander
verbunden werden, so daß sie einen Schieber bilden, der beim Drehen der Alhidade 4 um
die Achse 3 sowohl längs der Skala 9 als längs der Skala 13 verschoben wird. Wie
aus der Zeichnung Fig. 3 ersichtlich, entspricht den Anfangspunkten der beiden Skalen
9 und 13 eine Einstellung der Alhidade 4, bei welcher der Arm 7 senkrecht steht auf
der Skala 13. Infolgedessen sind die Längen, um welche der Schieber beim Drehen der
Alhidade längs der Skalen 9 und 13 verschoben wird, direkt proportional den trigonometrischen
Sekanten bezw. trigonometrischen Tangenten der Winkel, um welche die Alhidade 4 aus der angegebenen Nullstellung
gedreht wird, und infolgedessen ist die Anwendung von Nonien zum Ablesen der Einstellungen
möglich.
Die gezeichneten Teilungen gestatten die Größe der genannten trigonometrischen Funktionen
für Winkel von der Nullstellung aus nach der einen oder anderen Drehrichtung bis zu 310 direkt abzulesen. Wird durch
Entfernen der Schraube 15 die Verbindung zwischen den Gleitstücken 6 und 12 aufgehoben,
so ist eine ungehinderte Drehung der Alhidade um größere Winkel, wie dies bei Benutzung der Horizontalwinkelteilung oft
nötig ist, möglich.
Die Alhidade 4 kann mit dem Limbus 1 durch die Klammer 16 mittels der Schraube 17
verbunden werden und sodann die feine Einstellung zwischen Alhidade und Limbus mittels der Mikrometerschraube 18 vorgenommen
werden. Ein um den Fernrohrträger 2 gelegter Ring 19, der einen Ansatz 20
mit zwei Klemmschrauben 21 und 22 trägt, ist mit einem Bügel 34, in welchem die Mikrometerschraube
18 geführt ist, fest verbunden. Für die Einstellung wird zuerst die Schraube 22 gelockert, dagegen 21 festschraubt;
dadurch wird der Ring 19 und mit ihm der Bügel 34 mit der Alhidade 4 verbunden.
Nun kann durch Drehen der Mikrometerschraube 18 eine kleine Verschiebung
zwischen Limbus und Alhidade bewerkstelligt werden. Durch Anziehen der Klemmschraube
22 wird auch noch der Fernrohrträger in horizontalem Sinn festgelegt. Auch die feine Einstellung der horizontalen Visur
kann mittels der Mikrometerschraube 18 vorgenommen werden.
Von der Alhidade 4 geht in entgegengesetzter Richtung wie der Arm 7 noch ein
Arm 31 aus, der an seinem Ende einen Nonius 32 trägt, welcher beim Drehen der
Alhidade längs einer mit dem Limbus 1 fest verbundenen 100teiligen Skala 33 geführt
wird, die die Länge eines Bogens von 28°, 29' hat. Die Vorrichtung dient zum Abstecken
von Kreisbögen nach der Methode der Peripheriewinkel. Es ist nämlich auf der Skala 33
derjenige Peripheriewinkel, dessen zugehöriger Bogen die Länge seines Radius hat, gleich
ι bezw. 100 gesetzt, und hieraus geht hervor, daß die Ablesung auf der Skala 33 in einfachster
Weise die Länge des Bogens eines anvisierten Peripheriewinkels zu ermitteln gestattet;
es ist hierfür nur erforderlich, die Ablesung mit dem Radius des Bogens zu
multiplizieren.
Umgekehrt ermöglicht es selbstredend diese Vorrichtung mit dem Meßinstrument ohne
Zuhilfenahme von Tabellen für eine gegebene Bogenlänge, bei ebenfalls gegebenem Radius
den zugehörigen Peripheriewinkel abzustecken.
Auf dem Fernrohrträger 2 ist das Fernrohr 23 (Fig. 2) gelagert.
Auf den einen Zapfen der Fernrohrdrehachse ist die Zunge 24 aufgeschoben; dieselbe
kann durch die Stellschraube 25 auf der Achse festgeklemmt werden. In einem Schlitz der Zunge 24 ist ähnlich wie im
Arm 7 eine Schiene verschiebbar gehalten, welche mit einem Gleitstück 25, das in einem
Schlitz 26 geführt ist, verbunden ist, und es sind auf dem Gleitstück 25 zwei Nonien und
längs des Schlitzes 26 zwei Skalen 27 angeordnet, deren Teilung derart gewählt ist,
daß, nachdem die Zunge 24 bei horizontal stehendem Fernrohr und auf Null eingestelltem
Gleitstück 25 mit der Fernrohrdrehachse fest verbunden worden ist, durch die
Claims (1)
- Skalen 27 die Größe der trigonometrischen Tangente des Vertikalwinkels, um welchen das Fernrohr aus der horizontalen Lage gedreht wird, angezeigt wird. Die Schraube 28 gestattet ein Feststellen der Zunge 24 in beliebiger Lage.Auf dem anderen Zapfen der Fernrohrdrehachse kann ein Arm 29 festgeklemmt werden, dessen unteres Ende in bekannter Weise von einer Feder und von einer Mikrometerschraube 30 beeinflußt ist, so daß mittels der letzteren nach Festklemmen des Armes auf der Drehachse die genaue Einstellung des Vertikalwinkels erfolgen kann.Die Verwendung und Handhabung der beschriebenen Ausführungsform des Meßinstrumentes bei den verschiedenen geodätischen Arbeiten ist dieselbe wie beim Universalinstrument. Der Umstand, daß die trigono- metrische Tangente des Vertikalwinkels sowie die trigonometrische Tangente und Sekante des Horizontalwinkels direkt abgelesen werden können, erlaubt bei manchen Operationen die Ermittelung des Resultates schon bei der Aufnahme.Paten τ-Α ν SPRU c η :Geodätisches Meßinstrument zur direkten Ablesung trigonometrischer Funktionen mit von schwingenden Armen der Visiervorrichtung in Gradführungen beweglichen Schiebern, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl in vertikaler als auch horizontaler Lage mit der Visiervorrichtung verbundene schwingende Arme mit beweglichen Schiebern angeordnet sind, und daß der in horizontaler Ebene bewegliche Schieber auch gleichzeitig in radialer Richtung in einem Schlitz des horizontalen Armes geführt sein kann, um sowohl an entsprechenden Skalen die trigonometrischen Tangenten der Vertikal- und Horizontal winkel als auch mit Hilfe der letzteren Vorrichtung die trigonometrischen Sekanten der Horizontalwinkel ablesen zu können.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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