DE1667604C - Verfahren zur Herstellung von kristallinem Cadmiumtellurid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kristallinem CadmiumtelluridInfo
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Description
phasenlösung erhalten kann, wenn man das obige Gemisch auf eine über der Liquiduskurve der entsprechenden
Zusammensetzung liegende Temperatur erhitzt. Falls die Zusammensetzung der bei einer
Temperatur unter dem Schmelzpunkt des Cadmium- S tellurids leicht erhältlichen Lösung, wie oben beschrieben,
überschüssiges Cadmiumtellurid gegenüber der aus der Figur ersichtlichen eutektischen Mischung
enthält, fällt festes Cadmiumtellurid bei der Temperatur
der Liquiduskurve beim Abkühlen der Lösung aus. In diesem Fall nimmt der molare Anteil des
Cadmiumchlorids in der verbleibenden flüssigen Phase im Verhältnis zur Menge des ausgefällten Cadmiumtellurids
zu und das Cadmiumtellurid vermehrt sich mit fortschreitender Abkühlung; die Zusammensetzung
der flüssigen Phase bewegt sich entlang der Liquiduskurve und erreicht schließlich den eutektischen
Punkt. Bei einer Temperatm unter dem eutektischen Punkt fallen festes Cadmiumtellurid und
festes Cadmiumchlorid gleichzeitig aus, so daß die flüssige Phase verschwindet. Wenn man daher das
Abkühlen der flüssigen Phase langsam ausführt und sie so möglichst in der Nähe des thermischen Gleichgewichts
hält, kann man festes Cadmiumtellurid mit einer zur Einkristallbildung befriedigenden Geschwin- »5
digkeit zum Ausfallen bringen.
Nach dem Abkühlen des Systems auf die eutektische Temperatur findet selbst bei langsamem Abkühlen
eine rasche eutektische Umsetzung ytatt, wobei sich ein polykristallines Pulver bildet. Daher kühlt
man rasch ab. In der beim Abkühlen des Systems auf Zimmertemperatur erhaltenen Festsubstanz befindet
sich außer einkristallinem Cadmiumchlorid ein Gemisch von feinkristallinem Cadmiumtellurid und Cadmiumchlorid
als eutektische Substanz. Wenn das Gemisch in Wasser von Zimmertemperatur gegossen
wird, löst sich die Cadmiumchloridphase in Wasser und gleichzeitig wird das an der Oberfläche des Cadmiumtellurids
vorhandene Cadmiumchlorid allmählich entfernt, so daß man das Gemisch einfach in
Cadmiumtellurideinkristalle und Pulver trennen kann.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man Cadmiumtellurid leicht bei ziemlich niederer Temperatur,
z. B. bei 600° C, im Vergleich zu dem bei 1090° C liegenden Schmelzpunkt von reinem Cadmiumtellurid
gewinnen; dabei tritt eine Einkristallbildung ein, ohne daß ein umständliches Verfahren
oder eine teure Vorrichtung erforderlich wären.
Da alle Verfahrensvorgänge bei einer Temperatur unterhalb 600° C ausgeführt werden können, kann das
bisher unvermeidliche Auftreten von Verunreinigungen aus dem Behälter infolge des Erhitzens auf hohe
Temperatur vermieden werden. Gleichzeitig kann man einen Glasbehälter mit niedriger Erweichungstemperatur
an Stelle eines teuren Quarzglasbehälters verwenden. Ferner erhält man bei einem äquimolaren
Gemisch von metallischem Tellur und metallischem Cadmium mit Cadmiumchlorid oder einem feinen
Pulver von Cadmiumieilurid einen Cadmiumtellurideinkristall,
der größer als die obigen vorher vermischten Kristallkörner ist. Falls die Temperatur des
Gemischs etwas über die Temperatur der Liquiduskurve
erhöht wird, existiert gleichzeitig die flüssige Phase, ohne daß der Einkristall beeinflußt wird. Danach
kann das beim Abkühlen des Gemisches ausfallende Cadmiumtellurid auf die Oberfläche des Einkristalls
aufwachsen. In diesem Fall löst sich, außer einem äquimolaren Gemisch von metallischem Tellur
und metallischem Cadmium oder pulverförmigem Cadmiumtellurid, wie es zuerst hergestellt wurde,
ebenfalls eine Oberflächenschicht eines Einkristalls von Cadmiumtellurid, wodurch eine saubere, für das
Aufwachsen geeignete Kristalloberfläche freigelegt wird, die ein ausgezeichnetes Substrat als Kristallkeim
bildet, ohne daß irgendein vorneriges Verfahren erforderlich ist. Bei diesem Verfahren kann man das
Aufwachsen durch vorheriges Auflösen anderer Substanzen als des Kristallkeims, Einbringen des Kristallkeims
und Abkühlen des entstehenden Gemischs bewirken. Bei diesem Verfahren werden Cadmiumtelluridkristalle
gewonnen, die sich zur Verwendung in hochwirksamen photoelektrischen Zellen, Halbleiter
Laser und Einspritzelektrolumineszenzvorrichtungen mit einer p-n-Sperrschicht, in denen der elektrische
Zustand der Kristallkeime sich von der aufgewachsenen Kristallschicht unterscheidet, eignen.
An Stelle des Ausfällens von festem Cadmiumteilurid
durch Abkühlen einer äquimolare Mengen Tellur und Cadmium enthaltenden Cadmiumchloridlösung
entlang der Liquiduskurve, kann man festes Cadmiumtellurid beim Überschreiten der Liquiduskuive
erhalten, indem man Cadmiumchlorid, das einen größeren Dampfdruck aufweist, verdampft und
gleichzeitig die Temperatur konstant hält und die Konzentration des äquimolaren Gewichts von Tellur
und Cadmium in bezug auf das in der Lösung vorhandene Cadmium gegen den ansteigenden Teil der
Kurve verschiebt. In diesem Fall nimmt der Dampfdruck der Cadmiumchloridlösung im Verhältnis zur
Zunahme der äquimolaren Menge von Tellur und Cadmium in der Lösung ab. Um die Geschwindigkeit
der Ausfällung von festem Cadmiumtellurid in der Nähe der Liquiduskurve zu regeln, kann man die
Verdampfungsgeschwindigkeit aus der flüssigen Phase regulieren. In dem geschlossenen System hängt
die Verdampfungsgeschwindigkeit überwiegend von der Dampfdiffusionsgeschwindigkeit von der Oberfläche
der auf hohe Temperatur erhitzten flüssigen Phase in eine Zone mit niedriger Temperatur ab. Daher
kann man die Ausfällung von Cadmiumtellurid in einer zur Einkristallbildung geeigneten Geschwindigkeit
einstellen, indem man den Temperaturunterschied der Oberfläche der flüssigen Phase und der
in dem System vorhandenen Zone mit der niedrigsten Temperatur entsprechend einstellt. Bei einem offenen
System kann die Regelung der Verdampfungsgeschwindigkeit leicht in an sich bekannter Weise erfolgen
Bei der Erfindung kann man also außer einem unter vermindertem Druck stehenden Rohr auch ein
offenes Rohr verwenden, wodurch sich die Anlagekosten beträchtlich verringern und die Verfahrensvorgänge im Vergleich zu bekannten Verfahren zur
Herstellung von Cadmiumtellurid wesentlich vereinfacht werden.
Die Erfindung wird nun an Hand der folgenden Beispiele weiter erläutert.
In ein an einem Ende verschlossenes Quarzglasrohr mit einem Innendurchmesser von 1,5 cm vurden
4,091 g wasserfreies Cadmiumchlorid, 1,284 g metallisches Cadmium und 1,399 g metallisches Cadmium
unter gleichzeitigem Vermischen zugegeben. Nachdem das Quarzrohr 60 Minuten auf 650° C erhitzt
worden war, wurde es mit einer Abkühlge-
schwindigkeit von 0,5° C pro Minute auf 500° C abgekühlt.
Das Quarzrohr wurde aus dem auf 500° C erhitzten elektrischen Ofen herausgenommen und
zum Abkühlen auf Zimmertemperatur stehengelassen. Der Inhalt des Quarzrohres wurde zur Gewinnung
von Cadmiumtellurideinkristallen ausreichend mit
heißem Wasser gewaschen. Dabei wurden mehrere Einkristallstücke mit einem Durchmesser von jeweils
etwa 5 mm erhalten.
IO
In ein am einen Ende verschlossenes Quarzrohr mit einem Innendurchmesser von 1,5 cm wurden
8,172 g pulverförmiges wasserfreies Cadmiumchlorid, 3,774 g feinpulverisiertes Cadmiumtellurid und ein
Stück Cadmiumtellurid-Einkrisiall mit einem Gewicht von 1,257 g unter Vermischen eingefüllt. Nachdem
das Quarzrohr mit einer Vakuumpumpe evakuiert worden war, wurde es verschlossen, wobei die Rohrlänge
20 cm betrug. Ein Ende des verschlossenen Rohrs wurde in einen kleinen elektrischen Ofen eingebracht.
Nachdem es auf 650° C erhitzt worden war, schmolzen das Pulvergemisch und die Oberfläche des
Einkristalls. Die Temperatur am oberen Ende des Rohrs betrug 500° C. Nachdem das untere Ende des
Rohrs 60 Minuten auf 560° C erhitzt worden war, wurde es mit einer Abkühlgeschwindigkeit von 0,5° C
pro Minute abgekühlt. 2 Stunden nach Beginn des Abkühlens wurde das Rohr aus dem auf 500° C erhitzten
Ofen herausgenommen und zum Abkühlen bei Zimmertemperatur stehengelassen. Der Inhalt des
Quarzrohrs wurde zur Gewinnung von kristallinem Cadmiumtellurid ausreichend mit heißem Wasser gewaschen.
Durch Vermessung des Querschnitts des so erhaltenen Einkristalls mit einem optischen Mikroskop
wurde gefunden, daß die auf dem Einkristall aufgewachsene Cadmiumtelluridschicht eine Stärke
von 10 μ hatte.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Die deutsche Patentschrift 409 995 betrifft einPatentanspruch: Verfahren zur Darstellung größerer Diamantkristalle,bei welchem eine Schmelze unter Verwendung einesVerfahren zur Herstellung von kristallinem geeigneten Flußmittels hergestellt wird und die in Cadmiumtellurid durch Abscheiden aus einer 5 dieser Schmelze geschmolzene Substanz auf Impf-Schmelze, dadurchgekennzeichnet, daß kristallen abgeschieden wird. Dieses Verfahren wurde man Cadmiumchlorid und mehr als 24 Molpro- allgemein zum Züchten von Kristallen angewendet zent Cadmiumtellurid oder eine äquivalente und ist als sogenanntes »Flußmittelverfahren« beMischung von Cadmium und Tellur bei 490 bis kannt.1090° C schmilzt und entweder das entstandene io Ursprünglich besteht der Grund für die Anwen-Gemisch abkühlt oder Cadmiumchlorid bei kon- dung eines Flußmittels in der Beschleunigung des stanter Temperatur teilweise verdampft. Schmelzens der Rohkristalle und deren Rekristallisation, um die Schmelztemperatur herabzusetzen. Es ist jedoch von besonderer Bedeutung, welches Fluß-15 mittel man bei den spezifischen Kristallen von»CdTe« anwendet und das Wesen der Erfindung beruht auf der Kombination von spezieller Kristallart,Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel- Flußmittel und Verfahrensbedingungen,
lung von kristallinem Cadmiumtellurid durch Ab- Ferner beruht die Erfindung in der Schaffung einesscheiden aus einer Schmelze. ao Phasendiagramms von CdCl2-CdTe und einem ent-Die Herstellung von einkristallinem Cadmiumtellu- sprechenden Verfahren zum Herstellen von kristalrid erfolgte bisher gemäß folgendem Verfahren: linem Cadmiumtellurid.Metallisches Cadmium und Tellur wurden in glei- In der USA.-Patentschrift 3 174 823 ist ein Ver-chem Atomverhältnis in einen Quarzglasbehälter ge- fahren zum Herstellen von Kristallen von Verbinbracht. Nachdem der Behälter evakuiert worden war, as düngen der Gruppe II bis VI des Periodensystems wurde er verschlossen und auf 800 bis 900° C er- beschrieben und bei diesem Verfahren werden auch hitzt, um die Reaktion in Gang zu bringen. Da Cad- Alkalimetallchalkogenide als geschmolzenes Lömiumtellurid in dem obigen Temperaturbereich fest sungsmittel (Flußmittel) angewendet. Bei dem erfinist, kann die Umsetzung nicht vollkommen ausge- dungsgemäßen Verfahren wird dagegen CdCI2 zur führt werden, falls die Tempera;ur nicht auf über 30 Herstellung von kristallinem CdTe angewendet. Das 1090° C, dem Schmelzpunkt von Cadmiumtellurid, erfindungsgemäße Verfahren hat einen größeren Geerhöht wird. Der Dampfdruck von Cadmium beträgt brauchswert als das bekannte Verfahren zum Herbeispielsweise 10 at bei 1150° C, eine rasche Tempe- stellen von Halbleiterkristallen, da das spezifische raturerhöhung kann daher eine Explosion des Behäl- Verfahren gemäß der Erfindung einen großen Wirters infolge des hohen Dampfdrucks des nicht umge- 35 kungsgrad auf Grund der einzigartigen Kombination setzten Cadmiums zur Folge haben. Acs diesem von CdCi^/CdTe aufweist und keine Verunreinigun-Grund muß die Temperatur sehr langsam erhöht wer- gen in die erhaltenen Kristalle eingelagert sind,
den. Ferner kann häufig eine geringe Menge freies, Die Erfindung schafft ein neues Verfahren zurim festen Zustand unlösliches Cadmium oder Tellur Herstellung von polykristallinem oder einkristallineni auf der Oberfläche des bei der Umsetzung gebildeten 40 Cadmiumtellurid bei sehr niedriger Temperatur im festen Cadmiumtellurids niedergeschlagen werden; Vergleich zu dem bekannten Verfahren, das sich mit dieses Cadmium oder Tellur muß dann durch Auf- einer einfachen Vorrichtung und auf einfache Weise lösen in einer Säure od. dgl. entfernt werden. Das so durchführen läßt.erhaltene polykristalline Cadmiumtellurid wird dann Die Besonderheit dieses Verfahrens besteht darin,in ein Quarzglasschiffchen überführt. Das Schiffchen 45 daß man Cadmiumchlorid und mehr als 24 Molpro- und eine geringe Menge Cadmium werden in ein zent Cadmiumtellurid oder eine äquivalente Mischung Quarzglasrohr eingebracht. Dieses Rohr wird dann von Cadmium und Tellur bei 490 bis 1090° C evakuiert und verschlossen. Das Schiffchen wird schmilzt und entweder das entstandene Gemisch abdann in den bekannten Zonenschmelzofen gebracht kühlt oder Cadmiumchlorid bei konstanter Tempera- und einer Zonenschmelzung unterzogen, wobei eine 50 tür teilweise verdampft.Einkristallbildung eintritt. Das in dem Quarzglasrohr In der Figur ist ein Gleichgewichtsphasendiagrammeingeschlossene überschüssige Cadmium soll zur Ein- von Cadmiumtellurid und Cadmiumchlorid dargestellung des Cadmiumdampfdrucks in dem Quarzglas- stellt. Wie sich aus der Figur ergibt, ist bei einem rohr bei Verwendung eines Ofens mit zwei Erhit- binären, aus Cadmiumtellurid und Cadmiumchlorid zungszonen dienen. Falls der Partialdruck des Cad- 55 bestehenden System keine Zwischenverbindung vormiums zu gering ist, verdampft das Cadmiumtellurid, banden und das System besitzt einen eutektischen wodurch sich die Ausbeute vermindert. Falls der Punkt bei 490° C, bei einem Gehalt von etwa 24 MoI-Partialdruck zu groß ist, bilden sich freies Cadmium prozent Cadmiumtellurid. Wenn ein Gemisch von oder Blasen in dem verfestigten Cadmiumtellurid, Cadmiumtellurid und Cadmiumchlorid auf eine über wodurch der Kristall unvollkommen wird. 60 der Liquiduskurve dieser Zusammensetzung liegendeDas bekannte Verfahren zur Herstellung von Cad- Temperatur erhitzt wird, erhält man eine Einphasenmiumtellurideinkristallen ist also nicht nur umstand- flüssigkeit. In diesem Fall kann man jedoch auch an lieh, sondern erfordert auch einen teuren Mehrfach- Stelle des Vermischens von Cadmiumchlorid mit Cadofen, von dem ein Teil eine Heizleistung bis zu miumtellurid äquivalente Mengen Cadmium und TeI-1100° C haben muß und der sich genau regeln läßt. 65 lur vermischen und dabei eine entsprechende Menge Ferner ist eine Transportvorrichtung zum langsamen Cadmiumtellurid erhalten. Es wurde gefunden, daß und ruhigen Fortbewegen der Probe durch den Ofen man in gleicher Weise wie beim Vermischen von erforderlich. Cadmiumtellurid mit Cadmiumchlorid eine Ein-
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