DE1546087C - Saure, desinfizierende Reinigungs mittel - Google Patents

Saure, desinfizierende Reinigungs mittel

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DE1546087C
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Germany
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iodine
oxethylated
acid
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cleaning agent
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Helmut Dipl Ing Dr 6700 Ludwigshafen Delfs Jochen Dr 6703 Limburgerhof Camphausen
Original Assignee
Joh A Benckiser GmbH, Chemische Fabrik, 6700 Ludwigshafen
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Description

•2
Es ist bereits ein saures, desinfizierendes Reinigungsmittel zur steinlösenden Behälterreinigung in der Lebens- und Genußmittelindustrie vorgeschlagen worden, das aus für Reinigungszwecke bekannten Säuren oder sauren Salzen im Gemisch mit Jodgelatine oder dergleichen nichtschäumenden Jodanlagerungsverbindungen besteht.
Es wurde nun gefunden, daß sich zur Herstellung insbesondere auch flüssiger, saurer desinfizierender Reinigungsmittel vorteilhaft solche nichtschäumenden Jodanlagerungsverbindungen eignen, die aus Jod und N-oxäthylierten Fettaminen, die in der Alkylgruppe mindestens 12, insbesondere 16 bis 20 Kohlenstoffatome aufweisen, bestehen.'
Die Verbindungen leiten sich vom Kokosfett-, Talgfett- oder Sojafettamin ab und enthalten 5 bis 20, vorteilhaft 10 bis 15 Oxäthylgruppen im Molekül.. Produkte dieser Art sind z. B. Verbindungen der allgemeinen Formel
(CH2CH2O^H
RN
worin R — Alkylkette mit 12 bis 20 C-Atomen, (.v -(- y) = 5 bis 20, bedeuten.
Die Herstellung der entsprechenden Jodanlagerungsverbindungen geschieht in der Weise, daß Jod bei Zimmertemperatur in das N-oxäthylierte Fettamin eingebracht wird. Hierbei werden Produkte erhalten, die bis zu 25% J«d enthalten. Für den vorliegenden Zweck sind solche Jodanlagerungsverbindungen am besten geeignet, deren Jodgehalt 15 bis 20% beträgt.
Es ist zwar bekannt, Jod an Polyglycoläthqr anzulagern und diese Anlagerungsprodukte schwach sauer einzustellen. Solche Desinfektionsmittel sind jedoch zur stcinlösenden Reinigung nicht geeignet, da die Säurekonzentration zu gering ist. Eine Erhöhung der Säurekonzentration, wie sie für. die saure Reinigung erforderlich ist, führt zu Ausfällungen und instabilen Produkten, die außerdem eine starke unerwünschte Schaumbildung hervorrufen, so daß sie für die Behälterreinigung mit automatischen Geräten nicht geeignet sind. Vergleichswerte sind in der nachstehenden Tabelle 1 zusammengefaßt. '
Tabelle 1 zeigt die Beständigkeit von zwei verschiedenen Jodanlagerungsverbindungen in 46%iger Phosphorsäure und Schwefelsäure. Verglichen wurden Anlagerungsverbindungen von Jod an:
Tabelle 1 '
A. Nonylphenoxypolyäthylenoxy-äthanol
B. Talgfettamin mit 15 MoI Äthylenoxyd umgesetzt
geringere Mengen des Anlagerungsproduktes zur Erzielung der gleichen Wirkung eingesetzt werden können und zum anderen, insbesondere bei der Herstellung flüssiger Reiniger, die Einarbeitung solcher flüssiger Jodanfagerungsprodukte wesentlich einfacher als die fester Produkte ist. Je nach Art der zuentfernenden Ablagerungen wird ein. Reinigungsmittel verwendet, das neben dem sauren Bestandteil etwa 0,2 bis 5% der Anlagerungsverbindung aus Jod und N-pxäthyliertem Fettamin'enthält. Am günstigsten erwies sich in der Praxis ein Produkt, das einen Gehalt von 0,7 bis 1,5% jodhaltige N-oxäthylierte Tetramine aufweist. .
Als saure Bestandteile lassen sich z. B. Phosphorsäure, Schwefelsäure, Milchsäure, Gluconsäure sowie Wein- und Citronensäure, Oxalsäure, Amidosulfonsäure, Natriumbisulfat und Harnstoffnitrat verwenden. Die so erhaltenen Reiniger werden zweckmäßig in einer 2- bis 4%igen Konzentration angewandt.
In der nachfolgenden Tabelle 2 ist die Gewichtsabnahme von Eisen und Aluminium in mg/cm2 nach 500 Stunden bei Zimmertemperatur angegeben. Für die Untersuchungen wurde eine 3%>ge Lösung der in Tabelle L genannten Verbindung B in 46%iger Phosphorsäure und Schwefelsäure verwendet. Als Vergleichslösung diente eine 2%ige Schwefelsäure und eine 2%ige Phosphorsäure.
Tabelle 2 Aluminium
(H2SO1)
Aluminium
(H3PO1)
Produkt . Eisen
(HoSO1)
2,7
3,4
6,0
10,7
B
2%ige H2SO1
2%ige H3PO4
12,6
Die Tabelle zeigt, daß die erfindungsgemäße Jodanlagerungsverbindung auch eine korrosionsschützende Wirkung ausübt.
Da unter Umständen die im Bierstein vorhandenen Heferückstände bei einer automatischen Zirkulationsspülung auch eine Schaumbildung hervorrufen können, ist es ohne weiteres möglich, dem Reiniger einen üblichen und bekannten Entschäumer, beispielsweise Nonylphenolpolyglycoläther, in Mengen "von 0,1 bis 3 % zuzugeben.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten N-oxäthylierten Fettamine liegt in ihrer guten Verträglichkeit mit verschiedenen waschaktiven Substanzen, wie die Tabelle 3 zeigt.
Produkt H2SO1 H:lPO,
A
B
+ (-)
I ■■·■- klare Lösung, beständig,
(-■)■■■- Trübung,
Ausfällung.
Wie die Tabelle 1 zeigt, ist die erfindungsgemäße Jodanlagerungsvcrbindung auch in hohen Säurckonzcntrationen beständig und lagerfähig und neigt nicht zum Schäumen.
Ein weiterer Vorteil, insbesondere gegenüber Jodgclatinc, liegt darin, daß sich einmal an das N-oxälhylierte l'ctlamin mehr Jod anlagern läßt und so
2. Tabelle 3 WAS Form A B
60 3 Dodecylbenzylsulfonsaures
Natrium '.
flüssig
flüssig
fest
fest
(-)
55 4.. Nonylphenolpolyglycol-
äther
Natriumsalz des ölsäure-
methyltaurids
Propylen-äthylenoxyd-
Kondensationsprodukt ...
+
65 A = Anlagerungsverbindung von Jod an Nonylphenoxypolyäthylenoxy-äthanol.
B — Anlagerungsverbindung von Jod an Talgfettamin mit 15 Mol Ätliylcnoxyd umgesetzt.
Die in der Tabelle unter 3 und 4 genannten waschaktiven Substanzen lassen sich ohne Schwierigkeiten in festen Reinigern, bestehend aus 45 % Grahamsalz, 45% Natriumsulfat, 5% WAS (3 oder 4) und 5% Anlagerungsverbindung von Jod an oxäthyliertes Talgfettamin verwenden. Produkte dieser Art zeigen eine gute Löslichkeit und ergeben keine Ausfällungen. Verwendet man hingegen die Anlagerungsverbindung von Jod an Nonylphenoxypolyäthylenoxy-äthanol an Stelle der genannten Jodanlagerungsverbindungen-an N-oxäthylierten Fettamine, so läßt sich ein solches Produkt nur unvollständig auflösen, bzw. es treten Ausfällungen nach dem Lösevorgang auf.
Schließlich wurde noch die Stabilität der erfindungsgemäßen Jodanlagerungsverbindungen untersucht. Zu diesem Zweck wurde der Verteilungskoeffizient in Heptan nach der deutschen Auslegeschrift 1179 378 für die Jodanlagerungsverbindungen an oxäthyliertem Fettamin bestimmt. Dabei wurde ein Verteilungskoeffizient von 309 ermittelt. Der Verteilungskoeffizient für die Jodanlagerungsverbindung an Nonylphenoxypolyäthylenoxyäthanol ergab nur einen Wert von 29. In der Praxis werden Jodanlagerungsverbindungen mit einem Verteilungskoeffizient von über 200 als brauchbar angesehen.
Beispiel 1
8 1 eines flüssigen Reinigers, der 99 °/0 Schwefelsäure (46°/oig), 0,8 % der Anlagerungsverbindung von Jod an N-oxäthyliertes Talgfettamin mit 15 Oxäthylgruppen im Molekül und 0,2 % Nonylphenolpolyglycoläther enthält, werden auf 2001 mit Wasser verdünnt und reichen für die Reinigung von 6 Lagertanks mit 200 hl aus.
Beispiel 2
81 eines flüssigen Reinigers, der 99 % Phosphorsäure (46%ig) und 1,0 % der Anlagerungsverbindung von Jod an N-oxäthyliertes Sojafettamin mit 10 Oxäthyl gruppen im Molekül enthält, werden auf 200 1 Wasser verdünnt und reichen füi die Reinigung von 1500 Aluminiumfässem mit etwa 501 Inhalt.
Beispiel3
kg eines sauren Reinigers, welcher 90% Amidosulfonsäure, 8% Dinatriumdiphosphat, 1% der Jodanlagerungsverbindung an oxäthyliertes Talgfettamin und 1% des Natriumsalzes des Ölsäuremethyltauiids enthält, werden in 2001 Wasser gelöst und so zur manuellen oder automatischen Reinigung, verwendet.
Beispiel 4
kg eines sauren Reinigers, welcher 8,6 % Dinatriumdiphosphat, 1,4% der Jodanlagerungsverbindung an oxäthyliertem Talgfettamin und 90% Citronensäure enthält, werden in 2001 Wasser gelöst und zur manuellen oder automatischen Reinigung eingesetzt.

Claims (5)

Patentansprüche:
1. Saures Reinigungsmittel zur steinlösenden Behälterreinigung in der Lebens- und Genußmittelindustrie aus für Reinigungszwecke bekannten Säuren oder sauren Salzen im Gemisch mit Jodanlagerungsverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Jodanlagerungsverbindung aus Jod und N-oxäthylierten Fettaminen, die in der Alkylgruppe mindestens 12, insbesondere 16 bis 20 Kohlenstoffatome aufweisen, besteht.
2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,2 bis 5%, vorzugsweise 0,7 bis 1,5 %, der Anlagerungsverbindungen aus Jod und N-oxäthylierten Fettaminen, die 5 bis 20, vorzugsweise etwa 15 Oxäthylgruppen im Molekül aufweisen, enthält.
3. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Anlagerungsverbindung aus Jod und oxäthyliertem Sojafettamin enthält.
4. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Anlagerungsverbindung aus Jod und oxäthyliertem Talgfettamin enthält.
5. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Anlagerungsverbindung aus Jod und oxäthyliertem Kokosfettamin enthält.

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